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231 No. llO L'intention (art. 15 CPM) n'implique pas la connaissance de la qualification juridique de l'acte punissable. - Abus de confiance (art. 131 CPM) portant sur des choses appartenant à l'Etat. Non occorre si conosca la qualificazione giuridica del reato perche esista il dolo (art. 15 CPM). - Appropriazione indebita (art. 131 CPM) di cosa appartenente allo Stato. Le recourant soutient d'abord que le Tribunal de .division aurait à tort qualifié ses agissements d'abus de confiance parce qu'aucun chef de cuisine qui > des rations non utilisées >. Ce moyen a trait, semble-t-il, à l'élément subjectif de l'infraction retenue contre le recourant. Mais d'une part, il s'agit là d'une pure affir- mátion du recourant. D'autre part et surtout s'il est exact que l'abus de confiance est un délit intentionnel, cela n'implique nullement que l'auteur de l'acte ait du savoir quel genre d'infraction il commettait. Il suffit - comme le jugement attaqué a implicitement admis que P. l'avait fai t - que l'accusé ai t consciemment e t volontairement réalisé les éléments constitutifs matériels"de l'infraction. La qualifieation exaete des aetes commis (et don t le reeourant reeonnait lui-même qu'ils eonstituaient une >) n'est pas, pour l'aecusé un élément de l'inten- tion. Ce premier moyen dont le reeourant fait état doit done être éearté. Le recourant soutient eneore qu'il ne saurait y avoir en l'espeee abus de confianee, paree qu'en s'emparant de ehoses qui étaient la pro- priété de la Confédération ou de l'armée, il ne se serait pas approprié des choses >, eomme l'exige l'art. 131 CPM. Cette thêse est insoutenable. Rien dans la l oi ne permet d'admettre que l'art~ 131 CPM ne protêge que des personnes >. On pourrait même se demander si, dan s le eas partieulier, le Tribunal de division n'aurait pas pu faire applieation de l'art. 131, eh. 2, al. 3, CPM (appro- priatiop de choses eonfiées au délinquant >). (31 oetobre 1940, Piaget e. T. D. 2 a.) 110. V orsatz un d Bewusstsein d er Rechtswidrigkeit bei Dienst- verletzung (MStG Art. 72). Intention et conscience de l'illicéité de l'acte, en matiere de violation des devoirs du service (art. 72 CPM). lntenzione e conoscenza della illiceità dell'atto, in materia di inosservanza di perscrizioni. di servizio (art. 72 CPM). 17
No. 110 - 232 - Am 13. Februar 1940 siellie.K. ein Begehren um Auslandsurlaub, der ihm am 26. Februar mii Wirkung ab J. Mii.rz 1940 jür sechs Monaie mii Pikettstellung erteilt wurde. Am 28. Februar wurde er entlassen, begab sich dann aber nicht ins Ausland, sondern blieb, da er. das Einreisevisum nach peutschland, wohin er sich hatte br:- geben wollen, nicht erhielt, einjach zu Hause, und zwar auch noch, nachdem ihm am 22. April 1940 vom deutschen Generalkonsulat in Zürich mitgeteilt worden war, dass der beantragte Sichtvermerk vor- liiufig nicht erteilt werden konne. Erst am 11. Mai 1940 rückte er zur Remobilmachung wieder ein. B. Das Division~gericht hat in dem Umstande, dass der Beschwerde- führer nicht wieder eingerückt ist, nachdem ihm vom deutschen General.., konsulat mitgeteilt worden war, dass ihm ein Visum vorlãufig nicht er- teilt werden kõnne, eine Zuwiderhandlung gegen Art. 38, Abs. 2, der Verordnung des Bundesrates über das militãrische Kontrollwesen vom 7· Dezember 1925 erblickt, wonach Beurlaubte, die aus irgendeinem Grunde nicht in das Ausland reisen, allen dienstlichen Pflichten nachzu- kommen haben, wie wenn sie nicht beurlaubt wãren. Hiegegen wendet der Verteidiger ein, es unterliege keinem Zweifel, dass der Beschwerde- führer, wenn er mit d er Strafbarkeit bestimmt gerechnet hãtte, ein- gerückt wãre. K. habe daher hõchstens fahrlãssig gehandelt, so dass er, da Art. 72 MStG ein Vorsatzdelikt darstelle, freigesprochen werden müsse. Dieser Einwand trifft nicht zu. Die Behauptung des Verteidigers, dem Besc~werdeführer sei die Strafbarkeit seines Handelns nicht bekannt gewesen, hat mit der F·rage des Vorsatzes d. h. damit, ob die Tat mit Wissen und Willen ausgeführt worden sei, nichts zu tun. Der Standpunkt des Verteidigers lãuft auf die Geltendmachung eines Rechtsirrtums hin- aus. Für die Annahme eines solchen genügt es jedoch nicht, dass der Tãter die in Frage kommende Strafvorschrift nicht gekannt hat oder sich deren 'rragweite · nicht bewusst gewesen war. Vielmehr is.t._dª-~ _Be- wusstsein der Rechtswidrigkeit schon dann als gegeben zu eràchten, wenn der Tãter auch nur das Empfinden gehabt hat, gegen das Recht zu verstossen, sei es gegen subjektive Rechte anderer oder gegen aii- gemeine Gebote der Rechtsordnung, sei es auch ohne genaue Vorstellung einfach gegen das, was recht ist (vgl,. auch Entscheidungen MKG 1936 bis 1940, N o. 43 un d d!e dortigen Zitate). Dieses Empfinden hat aber der Beschwerdeführer gehabt. Das ergibt sich aus der für das Kassations- gericht verbindlichen Feststellung des Divisionsgerichtes, wonach es K. >, als er, auch nachdem ihm von der Verweigerung des Visums Mitteilung gemacht worden war, ~u Hause blieb. Richtig ist allerdings, dass die Erteilung des Visums nur > verweigert wotden war. Der Beschwerdeführer konnte daher annehmen, 'das s ihm di e ses ni eh t endgültig abgeschlagen w orden sei;
- 233 ·- No'. lll doch musste er hieraus unter allen Umstãnden schliessen, dass er jeden- falls auf absehbare Zeit hinaus nicht werde nach Deutschland reisen kõnnen. Er durfte daher nicht einfach stillschweigend zu Hause bleiben. Die Beschwerde ist infolgedessen auch in diesem Punkte abzuweisen. (31. Oktobet 1940, Kãlin e. D. G. 5.) 111. Auf das Kassationsbegehrenist einzutreten, wenn es wenigstens implicite einen Antrag enthalt (MStGO Art. 192) (Erw. A). - Angeblich unzulassige Beschrankung der Verteidigung (MStGO Art. 18'8, Ziff. 6) (Erw. B, e, D). - Ungehorsam gegen eine be- sondet~e Anordnung (MStG Art. 108) durch Zulvidet~handeln gegen eine an den Beschwerdeführer gerichtete Weisung des Ter. Kdos. (Erw. E). - Ãusset·ungen, die geeignet sind, das Publilium zu be- unruhigen ·(Erw. F, G). Un recout·s en cassation est recevable lorsque, fftt-ce d'une façon implicite, il contient des conclusions (art. 192 PPM) (cons. A). - Prétendue entrave à la défense (art. 188, eh. 6, PPM) (cons. B, e, D). - Désobéissance à un ot·dre spécial (art. 108 ePM) consis- tant dans le fait pat· le recourant de ne pas .se confoi~mer à des ins- tructions qui Ini avaient été données par le eommandant territ~rial (cons. E). - Propos de nature à semer l'inquiétude dans le public (cons. F, G). Un t·icorso in cassazione e ricevibile quando contenga, almeno implicitamente, delle conclusioni (art. 192 OGl\1) (cons. A). - Pt·etesa in.debita limitazione della difesa (art. 188, cifra 6, OGM) (cons. B, e, D). - Disubbidienza a d un ordine speciale (art. 108 ePM) compiuta non ossequiando ad un ordine del comando tert·itoriale (cons. E). - Espressioni atte ad inquietare il pubblico (cons. F, G). Das Territorialkommando 6 erliess am 19. September 1939 eine Verfügung an Sp., durch welche ihm u. a. befohlen wurde, sich in Zukunjt aller offentlichen Ausserungen in Wort, Schrift und Bild über die weltpolitische und militarische Lage oder deren zukünjtige Entwicklung zu enthalten, die geeignet wiiren, das Publikum zu be- unruhigen o d er di e e ine V erletzung d er zufolge d er N eutralitat d er Schweiz im einzelnen zu beachtenden Reserve darstellen. Ojjentliche Vortrage, die Sp. zu halten beabsichtige, sollten überdies dem Terri-.