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MKGE 2 Nr. 67

MKGE 2 Nr. 67

Mkg · · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

No. 67 - 186 - es, falls ihm die Akten nochmals überwiesen werden, bereit sei, die Frage der Kompetenz und der allfãlligen Erteilung eines Befehls zur Vorunter- suchung gegen Oberst B. zu prüfen und seinen Entscheid hierüber zu treffen. Nachdem o·berst B. dem bernischen Untersuchungsrichter erklãrt hat, da.8 er die inkriminierten Áu.8erungen über den Rekurrenten jeweilen in Uniform gemacht habe, kann ja kein Zweifel darüber bestehen, da.8, wenn wegen dieser Âu.8erungen überhaupt ein Strafverfahren gegen ihn stattfindet, dieses nur ein militãrgerichtliches sein kann (MStG Art. 2, Abs. 2). (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juli 1932 in Sachen Magnin gegen Oberst B. und Anklagekammer des Obergerichts des Kantons Bern sow1e Eidg. Militardepartement.) 67. Die Legitimation zu1· Erhebung des Kompetenzkonfliktes nach MStG Art. 223 }{ommt nicht nur den beteiligten Behõrden, son- dei~Il auch d em Angeschuldigten zu. Dieser kann . die sachliche Kompetenz der gegen ihn voi~gehenden Gerichtsbarl{eit bestreiten, ohne Rücl{sicht aui das Verhalten der andei~n, d. h. sehon im Falle eines virtuellen Kompetenzkonilil{tes (EI~w. 2). - Zeitpunkt der Erhebung des Kompetenzl{onflil{tes. Die dreifligtagige Frist des Art. 178, Ziff. 3 OG iindet }{eine Anwendung (Erw. 3). - Untei·- steht ein Offiziei~ auflerdienstlicl1 der 1\lilitarstrafgerichtsbarl{eit gemaH MStG Al~t. 2, Ziff. 4, \Venn er einen die Ehre seiner Vor- gesetzten verletzenden Zeitungsartikel verõffentlicht, den er selbst nicbt zeichnet, von dem er aber ialscblicherweise behauptet, er stamme von einem Generalstabsoiiizier? (EI~\v. 4). L'inculpé a, eomme les autorités intéressées, fJUalité pour sou- lever un eonflit de eompétenee conformément à l'art. 223 CPM. L'ineulpé peut eontester la compétenee de l'autorité qui procede eontre lui fJUelle fJUe soit l'attitude de l'autre auto1 9ité; il suffit, par eonsértuent, fJUe le conflit de eompétence soi t virtuel (eons. 2). - A fJUel moment le conflit doit-il être soulevé? Le délai de trente jours de l'art. 178, eh. 3 OJF n'est p as applieable (cons. 3). - Un offieiei~ est-il, bors du serviee, soumis à la juridietion militaii·e, en vertu de l'art. 2, eh. 4 CP~I, lorsqu'il publie, dans un journal, sans le _ signer mais en donnant faussement à ci~oii·e qu'il émane

- 187 - No. 67 d'un officier d'Etat-major, un article portant atteinte à l'honneur de ses supérieurs? (cons. 4). Anche un prevenuto, e non le sole autorità interessate, e legit- timato a solleva1·e un conflitto di eompetenza, a norma dell'art. 223 CPl\1. 11 conflitto di competenza puõ essere an eh e so lo vi1·tuale: il prevenuto JlUÕ cioe contesta1·e la competenza dell'autorità, che pro- cede contro di lui, indipendentemente dall'attitudine dell'altra (Cons. 2). - In ftuale momento debba esse1·e sollevato il conflitto. Il te1·mine di 30 gio1·ni, dell'art. 178/3 O GF, no n e applicabile (Cons. 3). - Se sia soggetto alia giurisdizione militare a norma dell'a1·t. 2 j 4 CPl\1, un ufficiale, fuori di servizio, il quale pubblica in un giornale un articolo, intaccante I'ono1·e di un superiore, senza fii·mai·lo, ma affermando falsamento ebe proviene da un ufficiale di stato maggiore (Cons. 4). A. Mitte Oktober 1934 erhielten. Nationalrat Schneider in Basel, Redaktor d er Basler >, un d N ationalrat Reinhard in Bern, Mitarbeiter der >, je ein anonymes Schrei- ben folgenden lnhalts: > Am Schluf3 des Schreibens war gesagt, der Schreibende konne natürlich weder sein en N amen, noch d en N amen des Briefverfassers nennen; der Brief stamme von einem Generalstabsoffizier und sei an einen Freund gerichtet. Sowohl das Schreiben an Schneider als dasjenige an Reinhard standen auf militarischem Dienstpapier mii vorgedruckiem Briefkopf >. Beigelegt war je e ine angebliche Abschrifi des genannten Briefes (ohne N amensunter- schrifl). Er unterzieht di e politische H altung von Oberstkorpskom- mandant W ille e in er scharfen Kritik, be s pri eh i des s en Beziehungen z u ma[Jgebenden Kreisen des > eingehend unter V er- wendung abschatziger Ausdrücke (>) und erhebt ferner den Vorwurf, Wille habe vom Begriff der ·]\l eutralitiit ke in en >, sei ke in Eidgenosse us w. l'N ationalrat Schneider veroffentlichte d en vollsliindigen Text des > nebst einem verkleinerten Faksimileabdruck d er Vorderseite des Begleitschreibens (d. h. so weit es soe ben im W ortlaut wiedergegeben rvurde) in d er Basler Arbeiterzeitung vom

17. Oktober 1934. Kurz nachher stellte sich heraus, da[J sowohl das Begleitschreiben an di e beiden Redaktoren, als au eh d er > von D r. jur. Hermann Hagenbuch, Oberleutnant in der Füs. Kp. Ilj59 und im· Zivilleben J ourn.alist, verfa[Jt worden w ar en. Das Eidgenossische Militiirdepartement wies darauf am 24. Oktober 1934 den Unter- suchungsrichter des Divisionsgerichtes 4 an, in der Angelegenheit eine vorliiufige Beweisaufnahme gemii[J Art. 108 der Militiirstraf- gerichtsordnung von 1889 (MStGO) durchzuführen. In diesem V er- f ahren bestiiligle H agenbuch, d er U rheber d er fraglichen Schreiben zu sein; er habe sie am 14. Oktober 1934 an seinem Wohnort Baden verfa[Jt und am folgenden Tag in Zürich zur Post gebracht. Auf Antrag des Untersuchungsrichters vom 5. J\Tovember verfügte das Militiirdepartement am 13. November 1934 die Eroffnung der Vor- untersuchung gegen Hagenbuch (Arf. 110 MSfGO). Die Unter- suchung wurde wieder vom Untersuchungsrichter der 4. Division geführt und am 13. Dezember 1934 abgeschlossen. B. Schon am 2. November1934 hatte Hagenbuch den Bundes- rat geslützt auf Art. 113 MStGO ersucht, die Militiirgerichte zur Durchführung des eingeleiteten Verfahrens als unzustiindig zu er- kliiren. Der Bundesrat beschlo[J am 13. November 1934, auf das Gesuch nicht einzutreten, aus folgender Erwiigung: Seit dem Inkraftlrelen des Militiirstrafgesetzes von 1927 (MStG) falle die Entscheidung über Kompetenzkonflikle zwischen n1ililiirischer und bürgerlicher Gerichtsbarkeit nicht mehr wie früher unter Art. 8 M StGO in di e Zustiindigkeit des Bundesrates, sondern gemii[J Art. 223 MStG in diejenige des Bundesgerichts. Demnach konne sich das eingereichte Begehren nicht mehr auf Art. 113 MStGO stützen, .

- 189 - No. 67 C. Am 6. Dezember 1934 hat Hagenbuch eine Beschwerde an das Bundesgericht als Kompetenzkonfliktshof gemii{J Art. 223 MStG er ho ben un d folgende Begehren gestellt:

1. Das Bundesgericht wolle di e U nzustiindigkeit d er militiirischen Gerichtsbarkeit zur Entscheidung über die dem Rekurrenten zur Last gelegten Delikte aussprechen. .

2. Die gegen den Rekurrenten angehobene militiirgerichtliche Untersuchung sei daher aufzuheben, eventuell einzustellen.

l. Die Beschwerde betrifft eine staatsrechtliche Angelegenheit im Sinne von Art. 16 OG und ist daher nach der allgemeinen Regel, die dieser Artikel über die Geschãftsverteilung zwischen den verschiedenen Abteilungen des Bundesgerichts enthãlt, von der staatsrechtlichen Ab- teilung zu behandeln.

2. Bis zum Inkrafttreten des Militãrstrafgesetzes von 1927 waren nach Art. 8 der Militãrstrafgerichtsordnung von 1889 Kompetenzan- stãnde zwischen bürgerlichen und militãriscben Gerichtsbehõrden vom Bundesrat zu entscheiden. Art. 113 MStGO bestimmte: > Aus diesen Bestimmungen wurde gefolgert, daB die Kompetenzkonfliktsbeschwerde im Sinne von Art. 8 MStGO nicht nur den beteiligten Behõrden, sondern auch den Angeschuldigten offen stehe, dai3 im besondern derjenige, der die Zustãndigkeit der Militãrgerichts- barkeit zur Durchführung eines gegen ihn erõffneten Strafverfahrens bestreiten wolle, den Entscheid des Bundesrates anrufen kõnne. (Fleiner, Bundesstaatsrecht, S. 221, Anm. 25, S. 234; aus der Praxis des Bundes- rates: Salis, Bundesrecht, Bd. III, N r. 1257; hiezu Kirchhofer, D er Kom- petenzkonflikt zwischen militãrischer und bürgerlicher Gerichtsbarkeit, in der Schweiz. Zeitschrift für Strafrecht, Bd. 46 (1932), S. 22, Anm. l, wo gesagt ist, daB es sich in dem genannten, vom Bundesrat entschie- denen Fali nicht etwa um eine Disziplinarbeschwerde gehandelt habe). Bei der Ausarbeitung des neuen Militãrstrafgesetzes bestand zu- nãchst die Absicht, das in Art. 8 MStGO vorgeschriebene Konfliktsver- fahren beizubehalten und lediglich die Befugnis des Bundesrates zur Auf- hebung auch bereits ergangener Strafurteile noch ausdrücklich festzu- legen (Art 221 des bundesrãtlichen Entwurfs vom 26. November 1918). In der Bundesversammlung erhoben sich Bedenken dagegen, dem Bun- desrat die Kompetenz zur Kassation rechtskrãftig gewordener Straf- urteile zuzuerkennen. Darauf wurde bei Bereinigung der Differenzen zwischen den beiden Rãten beschlossen, den Bundesrat als Kompetenz- konfliktsbehõrde durch das Bundesgericht zú ersetzen (Stenographisches Bulletin 1926, Stãnderat S. 256/7, Nationalrat, S. 796). Der fragliche Artikel erhielt folgende endgültige Fassung: > Die Bestimmung wurde als Art. 223 unter d em Randtitel > in das am 13. Juni 1927 erlassene Gesetz auf- genommen. Dureh die Übertragung der Kompetenzkonfliktsentscheidung vom Bundesrat an das Bundesgerieht verlor neben Art. 8 MStGO (s. Art. 233 MStG) auch die Vorschrift von Art. 113 MStGO ihre Geltung, soweit sie die Anrufung des Bundesrates dureh d en Angeschuldigten bei Streitig- keiten über die Kompetenzabgrenzung zwischen bürgerlieher und mi- litãrischer Gerichtsbarkeit vorsah (vgl. den bundesrãtlichen Nichtein- tretensbeschluf3 vom 13. November 1934 in der Saehe Hagenbuch, so- wie di e vorliegende Vernehmlassung des Oberauditors; ferner Kirch- hofer, l. e. S. 14, Anm. 1). Hieraus folgt jedoch nicht, da8 damit über- haupt die Mõglichkeit einer Erhebung d er Kompetenzkonfliktsbeschwerde durch den Angeschuldigten dahingefallen wãre. Vielmehr ist davon auszugehen, daB der Angeschuldigte, wie früher beim Bundesrat nach Art. 8 und 113 MStGO, so heute gemãf3 Art. 223 MStG beim Bundes- gericht Beschwerde zu führen legitimiert ist (vgl. in diesem Sinne die Ausführungen von Kirehhofer, l., e., S. 29ff.; zustimmend Giacometti, Verfassungsgerichtsbarkeit, S. 132, Anm. 9, a. A. Guisan, Le ehamp d'application du Code pénal militaire, in Schweiz. Zeitsehrift für Straf- recht, Bd. 41 [1928], S. 268): "'

a) Bei den Beratungen der eidgenõssischen Rate, die zur Übertra- gung der Kompetenzkonfliktsentscheidung vom Bundesrat an das Bun- desgericht führten, war naeh den Protokollen nie die Rede davon, daB di e prozessuale Stellung des Angeschuldigten (o d er Verurteilten) gegen- über dem bisherigen Reehtszustand verschleehtert werden solle. Zur Be- gründung der Neuerung wurden im wesentliehen staatsrechtliche Be- denken gegen die Betrauung des Bundesrates mit einer Kompetenz, die sogar zur Aufhebung rechtskrãftiger Gerichtsurteile führen kann, geltend gemaeht. Es darf daher angenommen werden, daf3 es zum mindesten nicht in der Absicht der das Gesetz ausarbeitenden Behõrde lag, dem Angeschuldigten die Mõglichkeit zur Erhebung der Konfliktsbeschwerde zu entziehen.

b) Eine solche Einsehrãnkung des Reehtsschutzes wãre aber aueh saehlieh nieht gereehtfertigt. Wohl hat der Angeschuldigte, der die Kom- petenz der bürgerliehen oder der militãrisehen Geriehte bestreiten will, j e di e Reehtsmittel d er betreffenden Geriehtsbarkeit z u sein er V erfügung,

-. 191 - No. 67 bei den Militãrgeriehten die Unzustãndigkeitseinrede am Beginn der Hauptverhandlung (Art. 142 MStGO, siehe auch Abs. 2 dieser Bestim- mung) und die Beschwerde an das Militãrkassationsgerieht (Art.188, Ziff.3 MStGO). Gerade in dem praktisch wiehtigen Fali aber, da sich der Ange- sehuldigte gegen die Unterstellung unter die Militãrgeriehtsbarkeit wehrt un d sein e Aburteilung dureh ein kantonales bürgerliches Gericht verlangt, wird di e Entseheidung d er Streitfrage durch das Militãrkassationsgericht,

d. h. dureh eine Instanz der vom Betroffenen abgelehnten Gerichtsbar- keit, nicht das gleiche Gewicht besitzen wie das Urteil des unbeteiligten Bundesgerichts. Die Zuerkennung des Beschwerdereehts an den Ange- sehuldigten entsprieht denn auch insofern dem Art. 58 BV, als dadureh der Grundsatz, daB niemand seinem verfassungsmã13igen, d. h. dem natürliehen, ordentliehen Richter entzogen werden soll, im Verhãltnis des Bürgers zur Militãrgerichtsbarkeit erst eine vollwertige Garantie erhãlt (vgl. Kirehhofer, l. e. S. 30).

e) Die praktisehen Unzukõmmlichkeiten, die der Oberauditor als Folge des N ebeneinanderbestehens ãhnlicher Rechtsmittel befürchtet, fallen nicht entseheidend in Betraeht. Der Gefahr einer Behinderung militãriseher Untersuehungen durch miBbrãuehliehe Anrufung des Bun- desgerichts kann durch Zurückhaltung beim Entscheid über das Sistie- rungsbegehren begegnet werden. Ferner wird dem Angeschuldigten die Erhebung der Konfliktsbesehwerde moglicherweise nicht bis zum Ende des fraglichen militãrgeriehtlichen oder bürgerlichen Strafprozesses, son- dern nur bis zu einem frühern Zeitpunkt gestattet werden kõnnen (in diesem Sinne schon unter der Herrsehaft von Art. 8 MStGO: Fleiner, Bundesstaatsreeht, S. 234, Anm. 21; heute Kirchhofer, l. e., S. 36ff.). Im übrigen lãBt sich ein Zwischenverfahren wie dasjenige von Art. 223 MStG ganz unabhãngig vom engern oder weitern Kreis der Beschwerde- legitimierten nie ohne gewisse praktische Schwierigkeiten durchführen. Sie sind als f""'olge jedes Kompetenzkonfliktsverfahrens in Kauf zu nehmen.

d) Die Zuerkennung des Beschwerderechts gemãB Art. 223 MStG an den Angeschuldigten bedeutet freilich eine Abweichung gegenüber, der Regel, die für den Kompetenzkonflikt zwisehen dem B'und und den Kantonen naeh Art. 113, Ziff. l BV gilt (vgl. darüber, daB die Legiti- mation zum Konflikt nach Art. 113, Ziff. l auf den Bund einerseits und die Kan to ne anderseits beschrãnkt ist: Burckhardt, Kommentar, S. 776). Doch kann jene Regel für das Verfahren naeh Art. 223 MStG schon des- halb nicht ohne weiteres maBgebend sein, weil der Kompetenzkonflikt nach Art. 113, Ziff. l BV eine bundesstaatliche Streitigkeit ist, eine Strei- tigkeit, bei der ausschlieBlich über die Zustãndigkeiten von Bund und Kantonen gestritten wird, wãhrend bei Konflikten nach Art. 223 MStG die Ausscheidung der eidgenossischen und der kantonalen Kompetenzen zurücktritt gegenüber der Grenzziehung zwisehen der militãrischen Ge- riehtsbarkeit einerseits und der bürgerlichen, sei sie kantonal oder bundes-

No. 67 - 192 - rechtlich, anderseits. Aus dieser Unterscheidung kann sich sehr wohl eine abweichende Behandlung der Legitimationsfrage ergeben.

e) Der Wortlaut von Art. 223 MStG spricht keineswegs derart ein- deutig für die Auffassung des Oberauditors, daf3 dadurch die angeführten gegenteiligen Erwãgungen entkrãftet würden. Zuzugeben ist zwar, daf3 der franzõsische un d d er italienische Text des Artikels: >, > auf ein Verfahren hinzudeuten scheinen, bei welchem sich die Behõrden ohne Beteiligung einer Privatperson über ihre Kompetenzen auseinandersetzen. Der Kompetenzkonflikt des Art. 223 kõnnte darnach nur entstehen, wenn in bezug auf einen Streitfall sowohl die militãrische als die bürgerliche Gerichtsbarkeit je ihre Kompetenz bejahen oder ver- neinen (sogenannter aktueller Konflikt), und nicht, wie das bei Zuerken- nung des Beschwerderechts an den Angeschuldigten im Sinne der obigen Erwãgungen notwendig der Fali ist, schon dann, wenn der Angeschul- digte die sachliche Kompetenz der gegen ihn vorgehenden Gerichtsbarkeit ohne Rücksicht auf das Verhalten der andern bestreiten will. Neben dem franzõsischen un d italienischeu steht a b er d er deutsche Text, in welchem von > die Rede ist. Ein solcher Anstand liegt auch vor, wenn der Angeschuldigte lediglich geltend macht, er sei der Gerichtsbar- keit, die gegen ihn tãtig geworden ist, nicht unterstellt. Ebenso steht der Randtitel > mit diesem weitern Begriff d er frag- lichen Anstãnde insofern nicht in Widerspruch, als der Angeschuldigte, der die Zustãndigkeit der einen Gerichtsbarkeit bestreitet, in der Regel, wenn nicht auf ein positives Vorgehen der andern, so doch auf deren theoretische Zustãndigkeit (J urisdiktionsgewalt in thesi) verweisen kan n, womit d er Tatbestand des > geschaffen ist (vgl. über den Begriff des virtuellen Konfliktes: Kirchhofer, l. e. S. 7 und beson- ders S. 18 /19) . . 3. Es mag dahingestellt bleiben, ob die Anhebung des Kompetenz- konfliktes stets schon von der ersten gegen den Angeschuldigten gerich- teten Handlung der militãrischen bzw. bürgerlichen Gerichtsbarkeit an zulassig ist oder ob nicht unter Umstãnden zugewartet werden muf3, bis die Untersuchung eine Übersjcht über die in Frage kommenden Straf- tatbestãnde erlaubt. Im heutigen Fali ist diese Übersieht bei Einreichung der Konfliktsbeschwerde, am 6. Dezember 1934, ber~its mõglich gewesen. Umgekehrt erscheint die Beschwerde aber auch nicht als verspãtet. Die Anwendung d er dreif3igtãgigen Frist von Art. 178, Ziff. 3 O G auf die Beschwerde nach Art. 223 MStG ist vom Bundesgericht schon in einem Urteil vom 22. Mai 1931 abgelehnt worden (BGE 57 I 1251), und die 1 Und oben Nr. 64.

- 193 - No. 67 zeitliche Schranke, die statt dessen für die Anrufung des Bundesgerichts durch den Angeschuldigten mõglicherweise gelten mul3, kann selbst in dem für ihn ungünstigsten Fali nicht die Meinung haben, dafl eine Be- schwerde, mit welcher wie hier die militãrgerichtliche Zustãndigkeit noch vor Abschlu13 der militãrischen Votuntersuchung bestritten wird, bereits nicht mehr rechtzeitig wãre.

4. Nach Art. l der Militãrstrafgerichtsordnung von 1889, welche Bestimmung bis 1927 in Kraft stand (Art. 233 MStG), waren der Militãr- strafgerichtsbarkeit und dem Militãrstrafgesetz des Bundes u. a. unter- worfen: Ziff. 5 >. Aus d er seirterzeit erlassenen bundesrãtlichen Botschaft vom 10. April ·1888 geht hervor, da13 von dieser Vorschrift z. B. die Vernachlãssigung der Pflicht zur Erhaltung der Militãreffekten, die Unterlassung der Anzeige des Wohnungswechsel~, Fehler im Rapportwesen au13er Dienst getroffen werden sollten; > (Bundesblatt 1888 11, S. 348; Salis, Bundes- recht, Bd. III, S. 545, Nr. 1254). Am 4. November 1890 erlie13 der Bun- desrat über die Interpretation von Art. l, Ziff. 5 MStGO folgenden Be- schlu13: > (Bundesblatt 1890 IV, S~ 748; Salis, Bundesrecht Bd. li, Nr. 383, 111, Nr. 1254). Diese Interpretation wurde in der bundesrãtlichen Praxis zu Art. l, Ziff. 5 stets festgehalten und über das Gebiet der Zeitungs- artikel hinaus auch auf andere, ãhnlich geartete Beleidigungen ange- wendet (Bundesblatt 1893 IV, S. 38; 1894 I, S. 930; 1895 li, S. 362; 1899 li, S. 128; 1900 11, S. 124; Salis, Bundesrecht B d. 111, N r. 1255). Als der Militãrgerichtsbarkeit unterstehend wurden lediglich Ehrver- letzungen betrachtet, die zwar au13erhalb des Dienstes, aber im dienst- lichen Verkehr begangen wurden (Entscheid des Bundesrates vom 22. Juni 1903, erwãhnt in Schweiz. Zeits,chrift für Strafrecht, Bd. 23 (1910), S. 318/19; BGE 25 l, S. 4ff.; entsprechend die Urteile des Militãrkassa- tionsgerichtes in der vom Oberauditor .. der Armee herausgegebenen Sammlung 1915/25, Nr. 63 und 151). Uber die damalige Rechtslage vgl. Martin, L'article 65 de la loi fédérale sur la justice pénale pour les troupes fédérales, in Schweiz. Zeitschrift für Strafrecht, Bd. 23 (1910), S. 313ff.; Stoo13, Kommentar zur MStGO S. 8; Eugster, die persõnliche 13

No. 67 194 ---- und sachliche Zustãndigkeit der schweizerischen Militãrgerichte, Seite 75/76 .. Die Praxis des Bundesrates war nicht unbestritten geblieben (s. Eugster, l. e. S . 73), un d bei d er Ausarbeitung des Militãrstrafgesetzes von 1927 herrschte die Auffassung vor, es sollten durch eine Neuformu- lierung der maBgebenden gesetzlichen Vorschriften die auBerdienstlichen

- Ehrverletzungen in einem weitern Umfàng als bis dahin der Militãr- gerichtsbarkeit unterstellt werden. Die vorberatende Expertenkommis- sion beschloB zunãchst, über die Ehrverletzungen folgende Sonderbestim- mung in Art. 2 MStG aufzunehmen: Ziff. 6: > Im weitern Ver- lauf d er Beratungen (s. das Protokoll vom November 1917) lieB die Kom- mission diese Vorschrift wieder fallen, da sich das darin Gesagte bereits aus den übrigen Bestimmungen von Art. 2 ergebe; > (heute Ziff. 4). U m zum Ausdruck zu bringen, daB die militãrgerichtliche Zustãndigkeit in bezug auf au13erdienstliche Ehrverletzungen in dem genannten Sinne gegenüber der bisherigen bundesrãtlichen Praxis erweitert werden solle, erhielt dann die heutige Ziffer 4 die zum Gesetz gewordene endgültige Fassung: (Dem Militãrstrafrecht unterstehen :) Ziffer 4: >. Bei der Untersuchung, ob Art. 2, Ziff. 4 auf den vorliegenden Fall zutrifft, darf die geschilderte Entstehungsgeschichte nicht au13er acht gelassen werden, zumal sie im Vergleich zu der sehr unbestimmten For- mulierung der Vorschrift eine konkretere, engere Begrenzung der militãr- gerichtlichen Zustãndigkeit nahelegt und bei der Kompetenzausscheidung zwischen einer Sondergerichtsbarkeit, wie sie die Militãrjustiz darstellt, und der gewõhnlichen Gerichtsbarkeit die Unklarheit des Gesetzestextes sich im allgemeinen zugunsten der letzteren auszuwirken hat. Hievon ausgehend ist die erforderliche Bezü~hung zwischen der an- geblich ehrverletzenden Handlung I-I's. einerseits, >, bzw. > anderseits al s nicht vorhanden z u betrachten. Der Artikel H's. stand weder hinsichtlich seiner Veranlas- sung noch seines Inhalts in einem Zusammenhang mit der Eigenschaft des Verfassers al s eines schweizerischen Offiziers. Di e streitigen Dar- legungen bezogen sich auf eine allgemeine, ebensosehr politische wie militãrische Angelegenheit, zu welcher jeder andere Schweizer, ob dienst- pflichtig oder nicht, seine Meinung hãtte ãuBern kõnnen. Wollte man

-· 195 - No. 67 einen Offizier, der sich auflerdienstlich zu einer solchen Frage õffentlich vernehmen lã13t, für die dabei allenfalls begangenen Ehrverletzungen der Militãrgerichtsbarkeit unterstellen, so würde der Eigenart der schweize- rischen Milizarmee zu wenig Rechnung getragen. Dem Dienstpflichtigen; auch dem Offizier, soll nach beendetem Dienst grundsãtzlich wieder die Ausübung der vollen bürgerlichen Rechte gewahrt sein. Dazu gehõrt, daO er für Meinungsãu13erungen der hier streitigen Art nicht vor den Militãrgerichten, sondern wie ein Nicht-Dienstpflichtiger nur im gewõhn- lichen EhrverletzungsprozeB soll zur Verantwortung gezogen werden kõnnen. Allerdings ergibt sich diese Folgerung nicht, wie H. anzunehmen scheint, ohne weiteres aus dem Grundsatze der PreBfreiheit (vgl. BGE 25 I, S. 11, Erw. 3). MaBgebend für die Kompetenzabgrenzung zwischen militãrischer und bürgerlicher Jurisdiktion sind allein die Art. 2ff. MStG. Soweit aber diese Bestimmungen eine klare Antwort auf die Frage der Kompetenzgrenze vermissen lassen, darf bei der Auslegung sehr wohl auf die verfassungsmãBige Garantie jenes Freiheitsrechtes Rücksicht ge- nommen werden. DaB der Rekurrent dem angegriffenen Oberstkorpskommandanten dienstlich unterstellt ist, tritt demgegenüber an Bedeutung zurück. Ebenso wird durch die im Begleitschreiben enthaltene Berufung auf die Offizierseigenschaft und durch die Verwendung militãrischen Dienst- papiers für jenes Schreiben die Beziehung zur militãrischen Stellung und zu den dienstlichen Pflichten H's. nicht in dem Malle hergestellt, daB die militãrischen Behõrden aus diesem Grunde für die Beurteilung der an- geblich begangenen Ehrverletzung als zustãndig betrachtet werden dürften. Es erscheint nach den Akten àls mõglich, daB sich H. nur der Redaktion gegenüber, nicht aber vor der Offentlichkeit als Offizier aus- geben wollte. DaB sodann die Unterschiebung, der fingierte Brief sei von einem Generalstabsoffizier ge~chrieben worden, die Voraussetzung von Art. 2, Ziff. 4 MStG nicht zu erfüllen vermag, steht angesichts der Tatsache, daB H. selber gar nicht Generalstabsoffizier ist, au13er Frage. Die Folgerungen, die der Oberauditor aus dem Urteil des Militãr- kassationsgerichts vom 2. Juli 1934 i. S. Wullschleger und Kons.1 für den heutigen Fali ziehen will, sind schon abgesehen davon, dall das Bundes- gericht an die Gesetzesauslegung jener Instanz nicht gebunden wãre, keineswegs zwingenq. Es handelte sich dort nicht um eine Ehrverletzung, sondern um Untergrabung der militãrischen Disziplin, bei welchem Ver- gehen die Frage nach d er Beziehung zur militãrischen Stellung un d zu den dienstlichen Pflichten si eh nicht notwendig gleich wie bei Ehrverletzungen stellt. Zudem hatten sich Wullschleger und Konsorten in wesentlich an- derer Weise als H. auf ihre Wehrmannseigenschaft berufen. 1 Oben Nr. 52.

No. 67 - l96 - Der Oberauditor nimmt schlieBlich an, die Beziehung zwischen der Handlungsweise H's. einerseits, seiner militãrischen Stellung und seinen dienstlichen Pflichten anderseits sei deshalb gegeben, weil der Rekurrent durch die Art seines Vorgehens die militãrische Pflicht, auch au13er Dienst Anstand und Pflichtgefühl zu beweisen und für die Armee Ehre einzu- legen, verletzt habe (Ziff. 24 des Dienstreglementes für di e schweizerische Armee). Betrachtet man nun den Wortlaut von Art. 2, Ziff. 4 MStG, so kõnnte man sich allerdings fragen, ob nicht diese Auffassung tatsãch-- lich zutreffe. Die oben geschilderte Entstehungsgeschichte von Art. 2, Ziff. 4 zeigt aber, daB damit der w~hre Sinn der Bestimmung verkannt würde. Hãtte der Ausdruck > tatsãchlich die genannte weitgehende Bedeutung, so wãre auch unter der Herrschaft von Art. l MStGO, wo dieser Ausdruck bereits verwendet wurde, d. h. von 1889 bis 1927, die Beurteilung der in Frage stehenden auBerdienst-- lichen Ehrverletzungen in groBem Umfang den Militãrgerichten zuge- kommen, hãtte doch schon damals in vielen Fãllen dem Tãter ein Versto13 gegen di e Dienstpflicht in d em umfassenden Sinne, wie si e heute Ziff. 24 des Dienstreglementes umschreibt, zum Vorwurf gemacht werden kõnnen. Der Bundesrat hat aber in seiner erwãhnten Praxis eine so weite Aus- legung von Art. l, Ziff. 5 MStG stets abgelehnt. Die Neufassung der Be- stimmung in Art. 2, Ziff. 4 MStG sodann hatte nach den betreffenden Protokollen nicht die Meinung, es solle von nun an der Begriff der > eine weitere Auslegung erhalten, sondern man wollte dutch Hinzufügung der Worte > eine Ausdehnung der militãrgerichtlichen Kompetenz in dem Umfang herbeiführen, wie ~r in der seinerzeit formulierten und hernach als unnõtig fallen gelassenen Ziff. 6 festgelegt war. Nach jener Umschreibung fãllt die Handlungs- weise H's., soweit sich das Bundesgericht heute mit ihr zu befassen hat, wie dargetan, nicht unter die Zustãndigkeit der Militãrgerichte. Vorbehalten bleibt die unbestrittene Zustãndigk~it der militãrischen lnstanzen zur Ahndung des Mi13brauchs von Dienstpapier. Ob im Hin- blick hierauf eine Anwendung von Art. 221 MStG durch den Bundesrat in Frage kommt, hat das Bundesgericht nicht zu entscheiden. Die Zustãndigkeit der Militãrgerichtsbarkeit, die Frage zu prüfen, ob nicht der Rekurrent wegen unwürdiger Lebensführung von der Er- füllung der Dienstpflicht auszuschlie13en sei (Art. 16 der Militãrorgani- sation), bleibt vom vorliegenden Entscheid unberührt (vgl. BGE 57 I,

s. 120ff.1).

5. Die Beschwerde ist daher im Sinne der Erwãgungen gutzuhei13en,

d. h. die Militãrgerichtsbarkeit ist zur Verfolgung der dem Rekurrenten . z ur Last gelegten Ehrverletzung al s unzustãndig z u erklãren, unter d en in den Erwãgungen angeführten Vorbehalten. Dagegen ist die militar- 1 Oben Nr. 64.

-· 197 - No. 67 gerichtliche Untersuchung nicht einfach aufzuheben, da sie insoweit ge- rechtfertigt war, als erst ermittelt werden muf3te, ob H. mit Bezug auf seine militãrische Stellung und seine dienstlichen Pflichten gehandelt hat. (Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 1935 in Sachen Hagenbuch gegen Oberauditor der Schweiz. Armee und Eidgenossisches Militãr- departement; publiziert BGE 61 I, 113ff., v. traduction française dans le Journal des Tribunaux, Droit fédéral, 1936, ·page 18.)

Eidgen. Militãrdepartement DER OBERAUDITOR Kreisschreiben N o. 15 Art. 16 MO. - 198 - .A.nhang I. An di e J ustizoffiziere Bern, den 21. November 1934. Über das in· den Fãllen des Art. 16 l\10 zu beobachtende Verfahren b este h en Meinungsverschiedenheiten, welche in d er Praxis z u U nsicher- heit und zu rechtsungleicher Behandlung führen konnen. Eine Beseiti- gung der bestehenden Zweifel ist im Interesse einer geordneten Rechts- pflege auf diesem Gebiet notwendig. Das Gesetz selbst enthãlt keine bezüglichen Vorschriften. Die bun- desrãtliche Vollziehungsverordnung vom 2. Dezember 1907 zur Militãr- organisation bestimmt in Art. 4: > Diese Bestimmung ist heute noch in Geltung. Sie bildet deshalb die Grundlage für die nãhere Ausgestaltung des Verfahrens. Allerdings bedingt die Verschiedenheit des Entscheidungsgegenstan- des in den Fãllen des Art. 16 MO im Vergleich zu den gewõhnlichen Straf- rechtstatbestãnden, dafl die vorgeschriebene Verfahrens-Angleichung nicht schlechthin, sondern nu r sinngemãB erfolgen kann. E s ergeben sich danach für das in den Fãllen des Art. 16 MO zu beobachtende Verfahren folgende allgemeine Grundsütze: 1. Nach Ma13gabe der bundesrãtlichen Verordnung erfolgt die Über- weisung an das Gericht ausschlie131ich durch das eidgen. Militãrdeparte ... ment, un d zwar entweder zum Zwecke einer ergãnzenden Beweisaufnahme (Art. 108 MStGO) oder mit dem direkten Befehl, die Frage des Aus- schlusses aus der Armee durch das Gericht entscheiden zu lassen. 2. In beiden F'ãllen wird der GroBrichter einen Untersuchungsrichter mit der Sache b~trauen~

- 199 - Ist eine Beweisaufnahme angeordnet worden~ so hat der Unter- suchungsrichter nach deren Abschluf3 dem eidgen. Militãrdepartement gemãB Art. 3 7 des Reglementes für d en Dienst d er Militãrjustiz einen Bericht zu erstatten und über die der Sache zu gebende Folge Antrag zu stellen. Dem Befehl, die Frage des Ausschlusses aus der Armee entscheiden zu lassen, kommt die Wirkung eines Untersuchungsbefehls zu (Art. 110 MStGO). In diesem Sinne spricht sich auch das MKG in einem neuern Entscheide vom 2. Juli 1934 i. S.T.1 aus: > 3. Die Voruntersuchung ist sinngemãB nach den Vorschriften der MStGO durchzuführen. Eine Abweichung ergibt sich mit Bezug auf Art. 116 MStGO inso- fern, als der Untersuchungsrichter weder in einem Strafverfahren befugt ist, auf dem Wege eines Ausdehnungsbesch]usses die Frage des Aus- schlusses nach Art. 16 MO in das Verfahren einzubeziehen, noch ein auf Grund von Art. 16 MO durchzuführendes Verfahren auf strafrechtliche Tatbestãnde ausdehnen darf. Die ersterwãhnte Mõglichkeit ist deshalb ausgeschlossen, weil einzig das eidgen. Militãrdepartement den Entscheid über den AusschluB von der Wehrpflicht veranlassen kanu; die zweite, weil die Ausdehnung nur im Rahmen eines auf Grund eines Unter- suchungsbefehls eingeleiteten Strafverfahrens zulãssig ist. 4. Die sinngemãBe Anwendung der Vorschriften über die Erõffnung des Hauptverfahrens (Art. 122/124 MStGO) führt ebenfalls zu etwelchen Abweichungen von den gesetzlichen Bestimmungen. In den Fãllen des Art. 16 MO erfolgt die Betrauung des Militãr- gerichts direkt durch das eidgen. Militãrdepartement. Deshalb erübrigt sich der Entscheid über die Erõffnung des Hauptverfahrens. Eben&o 1 vergl. Seite 140 pievor,

- 200 -· entfãllt die Notwendigkeit einer technischen Anklageerhebung im Sinne einer Überweisung gemãB Art. 122ff. MStGO. Immerhin steht es dem Auditor frei, sofern er der Meinung ist, dall die Beurteilung durch das Gericht wegen negativen Resultates der Unter- · suchung vermieden werden sollte, eine bezügliche einlã13lich zu begrün- dende Anregung beim Oberauditor zu machen, worauf dieser gegebenen- falls die Sache dem eidgen. Militãrdepartement unterbreiten wird, mit der Anfrage, ob es gleichwohl auf der Beurteilung durch das Gericht be- harre oder vorziehe, seinen Befehl zurückzuziehen. Kommt die Sache zur gerichtlichen Beurteilung, so hat der Auditor wie in den Strafrechtsfãllen eine Anklageschrift abzufassen. Allerdings bedarf es einer besondern Überweisung an das Gericht in den Fãllen des Art. 16 MO nicht. Allein die Bedeutung der Anklageschrift besteht hier darin, da13 das Ergebnis der Untersuchung in kurzer Zusammenfassung dem Beschuldigten bekanntgegeben und ihm der zu beurteilende Tatbe- stand samt des s en nãhere Verumstãndungen zur Kenntnis gebracht werden. 5. Das Hauptverfahren wickelt sich nach den allgemeinen Verfahrens- vorschriften ab. Dagegen kommt auch hier eine Ergãnzung der Anklage im Sinne der Ausdehnung auf eigentliche Straftatbestãnde nach dem in Art. 154, Abs. 2 MStGO vorgesehenen Verfahren nicht in Frage. Einer sinngemã13en Anwendung entspricht es sodann, da13 das Urteil nicht auf Verurteilung oder Freisprechung la u tet, vielmehr hat das Gericht entweder die beantragte Ausschlie13ung zu verfügen oder solche abzulehnen. Hin- sichtlich der Kosten gilt die Bestimmung des Art. 163 MStGO. 6. Über die Zulãssigkeit von Rechtsmitteln befindet das Militãrkassa- tionsgericht. Ebenso hat der Bundesrat über die Mõglichkeit einer Be- gnadigung zu entscheiden. 7. Das eidgen. Militãrdepartement hat sein Kreisschreiben vom 17. Ja- nuar 1908 betreffend Ausschlu13 von der Erfüllung der Dienstpflicht gemã13 Art. 16 MO (MABI. 1908, S. 53/54) im Hinblick auf das vom Oberauditor zu erlassende Kreisschreiben durch Verfügung vom 12. No- vember 1934 aufgehoben. An dessen Stelle treten die vorstehenden Weisungen. * Es ergeht an alle Justizoffiziere der Befehl, in den Fãllen von Art. 16 MO di~ Weisungen dieses Kreisschreibens zu befolgen. D er Oberauditor: Trüs~el,

201 - Département militaire fédéral L'AUDITEUR EN CHEF Berne, le 21 novembre 1934. Circulaire No 15 Art. 16 OM Aux officiers judiciaires Il existe, quant à la procédure à suivre dans les cas relevant de l'art. 16 de l'OM, des divergences de vues qui, dans la pratique, sont de nature à provoquer de l'incertitude, voir des inégalités de traitement. Il importe, dans l'intérêt d'une jurisprudence bien ordonnée, de mettre fin à cet état de choses. La loi ne contient aucune disposition à ce sujet. L'art. 4 de l'arrêté du Conseil fédéral du 2 décembre 1907 portant exécution de l'organi- sation militaire di t: > Cette disposition est aujourd'hui encore en vigueur. C'est donc elle qui dicte la marche à suivre. Par suite de la diversité des motifs à considérer dans les cas prévus à l'art. 16, en regard des délits ordinaires, la procédure prescrite ne peut, il est vrai, pas être appliquée purement et simplement, mais par analogie. Dans les cas de ce genre, la procédure aura donc lieu conformément aux regles générales suivantes: l. Aux termes de l'arrêté du Conseil fédéral, le renvoi devant le tri- bunal est ordonné exclusivement par le Département militaire fédéral, soit en vue de compléter les preuves (art. 108 OJPPM), soit avec ordre de faire trancher par le tribunal la question de l'exclusion de l'armée. 2. Dans les deux cas le grand juge désigne un juge d'instruction. Dans le cas d'une enquête en complément de preuves, le juge d'in- struction, apres l'avoir clôturée, envoie un rapport au Département mili- taire fédéral accompagné de ses propositions sur la suite à donner à l'affaire, conformément à l'art. 3 7 du Reglement p o ur le service de la justice militaire.

- 202 - L'ordre de faire trancher la question de l'exclusion de l'armée em- porte les effets d'une ordonnance d'enquête (art. 110 OJPPM). Dans son arrêt du 2 juillet 1934 en la cause T.,1 le tribunal militaire de cassation se prononce dans le même sens: > 3. L'enquête est menée conformément aux dispositions de l'OJPPM, et par analogie. I l y a dérogation, quant à l'art. 116 O JPPM, en e e se n s que le j uge d 'instruction n'est, dans un e procédure pénale, ni autorisé à comprendre dans la procédure la question de l'exclusion sriivant l'art. 16 de l'OM, ni à étendre à des faits délictueux une procédure à instruire conformément au -di t art. 16 OM. La premiere possibilité est exclue parce que seu l le Département militaire fédéral peut provoquer la décision sur l'exclusion du service personnel; la seconde parce que l'extension ne peut avoir 1ieu que dans le cadre d'une procédure pénale instruite sur la base d'une ordonnance d'enquête. 4. L'application par analogie des dispositions sur l'ouverture de l'in- struction principale (art. 122 à 124 OJPPM) donne également lieu à quelques dérogations aux prescriptions légales. Dan s les e as relevant de l'art. 16 de 1 'OM, le tribunal est saisi direc- tement p ar le Département militaire fédéral. La décision s ur l'ouver- ture de l'instruction principale est donc superflue. Il n'y a pas lieu non plus à une mise en accusation dans le sens d'un renvoi conformément aux articles 122 et s. de l'OJPPM. Toutefois, lorsque l'auditeur estime qu'il faudrait éviter un jugement p ar le tribunal à cause du résultat négatif de l'enquête, il lui est loisible de soumettre à cet effet un e proposition dument motivée à l'auditeur en chef, lequel soumettra, le cas échéant, l'affaire au Département mili- taire fédéral, en lui demandant s'il maintient sa demande de jugement par le tribunal ou s'il préfere retirer son ordonnance, l voir page 140.

- 203 - Lorsque la cause vient devant le tribunal, l'auditeur doit dresser un acte d'accusation, comme dans les autres cas pénaux. A vrai dire, un renvoi spécial devant le tribunal n'est p as nécessaire dans les cas relevant de l'article 16 de l'OM. L'acte d'accusation consiste en ce que le prévenu est mis par un résumé au courant du résultat de l'enquête ainsi que des faits à juger, avec toutes les circonstances qui s'y rattachent. 5. L'instruction principale se déroule suivant les prescriptions générales s ur la procédure. En revanche, il n'est p as, i ei no n p l us, question de compléter l'acte d'accusation pour l'étendre à des délits proprement dits conformément à la procédure prévue à l'art. 154, 2e alinéa de l'OJPPM. L'application par analogie consiste aussi en ce que le tribunal ne peut pas prononcer une condamnation ou un acquittement. ~e tribunal doit au contraire prononcer ou refuser l'exclusion. P o ur les frais, o n procede comme il est dit à l'art. 163 de l'OJPPM. 6. Le tribunal militaire de cassation prononce sur la recevabilité des recours. Le Conseil fédéral prononce sur les recours en grâce. 7. En date du 12 novembre 1934, le Département militaire fédéral a abrogé sa circulaire du 17 janvier 1908 (FOM 1908, page 53) sur l'exclu- sion du service personnel en vertu,de l'article 16 de l'OM, en égard à la présente circulaire. La circulaire du Département mi1itaire fédéral est remplacée par les présentes instructions. * To us les officiers de la justice militaire reçoivent l'ordre de se con- former aux instructions de la présente circulaire dans les cas prévus à l'article 16 de l'OM. L'Auditeur en chef: Trüssel.

Dipartimento militare federale UDITORE IN CAPO Circolare N. 15 Articolo 16 OM 204 - Berna, il 21 Novembre 1934 A g li U fficiali della giustizia militare Esistono circa la procedura da seguire p er l'applicazione dell'art. 16 della OM delle divergenze di opinioni, che nella pratica inducono incer- tezze e diversità di trattamento. Ê necessario, nello interesse di una ben e 'Ordinata giustizia, di eliminare ogni dubbio al riguardo. La legge no n contiene alcuna disposizione a questo proposito. L'art. 4 dell'ordinanza 2 Dicembre 1907 del Consiglio Federale per l'ese- cuzione della OM stabilisce: > Questa disposizione e ancora oggi in vigore. Ê dunque essa che indica come s'abbia a procedere. Data la diversità dei casi previsti dall'art. 16 OM, in confronto dei delitti ordinarii, la procedura prescritta non puo - naturalmente - essere applicata che per analogia. Si dovranno dunque adottare le se- guenti regole generali. l A' termini dell'ordinanza del Consig1io Federale il rinvio davanti il Tribunale e decretato esclusivamente dal Dipartimento militare federale, sia allo scopo di completare le prove (art. 108 OGM), sia coll'ordine di far decidere dal Tribunale la questione della esclusione dall'armata. 2 In ambo i casi il Gran Giudice designa un giudice istruttore. Quando si tratti so lo di completare le prove, il Giudice istruttore - chiusa l 'in- chiesta - invia un rapporto al Dipartime~to militare co1le sue proposte circa il seguito da dare alia vertenza, e cio in conformità dell'art. 37 del Regolamento per il servizio della Giustizia militare. L'ordine di f ar decidere dal Tribunal e la quistione dell'esclusione dall'armata ha gli effetti di un ordine di inchiesta (art. 110 OGM). Nella sua sentenza 2 L uglio 1934 ne]] a vertenza T .1 il Tribunal e militare di Cassazione si e pronunciato in tale senso: 1 vedere pagina 140.

- 205 - > 3 L'istruzione preparatoria deve essere condotta applicando per ana- logia ]e disposizion dell'OGM. N o n e perà applicabi1 e 1 'art. 116 di tale O GM perche il Giudice istruttore non e autorizzato, in una procedura penale ordinaria, ad esten- der]a anche alia quistione della esclusione dall'armata, a norma dell'art. 16 OM, e cosi pure, istruendo un caso di esclusione a norma de1l'art. 116 OM non puo estendere l'inchiesta ad atti delittuosi. La prima possibilità non esiste perche solo il Dipartimento militare federale puà provocare una decisione circa l'esclusione dall'armata; la seconda e esclusa dalla considerazione che la facoltà di estendere una inchiesta spetta al Giudice istruttore solo nei casi in cui venne ordinata una istruzione preparatoria penale. · 4 Altre deroghe alia procedura ordinaria clevono aver luogo per quanto riguarda l'apertura cle11a istruzione principale (art. 122 a 1240GM). Nei casi d'applicazione dell'art. 16 OM, la deferizione del prevenuto al Tribunale di divisione e fatta direttamente dal Dipartimento mi1itare federale. Una decisione dell'uditore circa l"apertura della istruzione prin- cipale e dunque superflua. Non si fa nemmeno luogo ad una messa in istato d'accusa nel senso degli art. 122 a 124 OGM. Tuttavia se l'uditore e d'avviso che sarebbe opportuno di evitare un giudizio del Tribunale, a causa del risultato negativa dell'inchiesta, egli ha facoltà di sottoporre una motivata proposta all'uditore in capo, a seguito della qua]e, se del caso, questi sottoporrà l'oggetto al Di parti- menta militare federale, chiedendogli se mantiene la sua decisione di de- ferire il prevenuto al Tribunale, o se preferisce ritirar1a. Se la vertenza passa al Tribunale, l'uditore deve redigere l'atto di accusa, come nei casi di procedimenti penali (art. 124 OGM).

206 - N o n e' e veramente bisogno eh e l'uditore deferisca al Tribunal e il prevenuto, ma e necessario che questi sia informato, con un breve rias- sunto, delle risultanze dell'inchiesta, dei fatti da giudicare, e di ogni circostanza relativa. 5 L'istruzione principale ha luogo secondo le disposizioni generali della procedura. Ma anche qui non sarà il caso di far luogo ad una com- pletazione dell'atto d'accusa per estenderlo a dei fatti .delittuosi (art. 154 OGM - secondo alinea). Parimenti il Tribunale non ha da condannare od assolvere, ma semplicemente da ammettere o respingere la proposta di esclusione dal- l'armata. Quanto alle spese e da applicare l'art. 163 OGM. 6 11 Tribunale militare di cassazione pronuncia su eventuali ricorsi. 11 Consiglio federale sui ricorsi in grazia. 7 In da ta 12 Novembre l 934 il Dipartimento militare federale, in vista della emanazione di questa circolare, ha abrogato la sua circolare del l 7 Gennajo l 908 relativa alia esclusione dall'armata, a norma del- l'art. 16 OM (FOM 1908 pag. 53). Detta circo1are del Dipartimento militare federale e sostituita dalle presenti disposizioni. Tutti g li Ufficiali della giustizia militare ricevono l'ordine di con- formarsi a queste disposizioni nei casi previsti daU'art. 16 OM. L'Uditore in capo: Trüssel.

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11. Bihliographie zum eidgenossischen 1\lilitarstraigesetz vom 13. Juni 1927. (Abgeschlossen April 1936). I. Gesetzesmaterialien. Vorentwurf zu einem schweizer. Militãrstrafgesetzbuch mit Motiven. Im Auftrage des schweizer. Justiz- und Polizeidepartementes ausgear-- beitet von E. Hafter (1916/17). Zweiter, unverãnderter Abdruck: 1918. Protokolle über die Verhandlungen der Expertenkommission für das schweizer. MStGB., 1917/18 (nicht im Druck). Motive zu den Antrãgen des Armeeauditors betr. das 2. Buch des Entwurfes eines schweizer. MStGB. Von den Ordnungsfehlern (1917, als Manuskript gedruckt). Entwurf und Botschaft des Bundesrates vom 26. November 1918, Bundesblatt 1918, V, 337ff. Stenographisches Bulletin der Bundesversammlung: Stãnderat 1921, 1ff., 153ff., 218ff., 251ff., 433ff., 490ff.; 1922, 12ff., 146ff., 166ff., 223ff.; 1926, 173ff., 213ff., 231ff., 1927, 1ff., 106. Nationalrat 1924, 599ff., 693ff.; 1925, 366ff., 425ff., 770ff.; 1926, 123f., 154ff., 757ff.; 1927, 105ff., 255.

11. Literatur, in der die Entwürfe berüeksichtigt sind (vor dem Inkrafttreten des Gesetzes). Schweiz. Zeitschrift für Strafrecht (zit. Z.), 29 (1916), 336: Notiz über die Revision des Militãrstrafrechts. E. Züreher: Zum VE. eines schweizer. MStGB., Z. 30 (1917), 108ff. P. Logoz: Vers un nouveau code pénal militaire suisse, Z. 30 (1917), 237ff. M. Huber: Die Militãrjustizreform, Allg. schweizer. Militãrzeitung, 1917, Nr. 33. E. \Vüst: De r E. z u einem ne uen schweizer. Militãrstrafgesetzbuch, Schweiz. Jur. Zeitg. 13 (1917), 353ff. P. Logoz: Vers un nouveau code pénal militaire suisse. Le droit disciplinaire, Z. 31 (1918), 35ff. E. Kraiit: Justice militaire, Lausanner Diss. (1918). E. Delaquis: Berichte über die Entwürfe in Z. f. die gesamte Straf- rechtswissenschaft, 38 (1916 /17), 539ff. un d 39 (1917 /18), 89ff. H. Dietz: Ebenda, 39 (1917 /18), 103ff., 607 ff.

- 208 - H. v. MeiB: Di e Stellung d er Wachen im schweizer. Militãrstrafrecht, Zürcher Diss. (1919). P. Meyer v. Schauensee: Schweizerische Militãrstrafgesetzgebung, Gerichtssaal 88 (1922), 381 ff. \V. Ernst: Das Handeln auf Befehl im Militãrstrafrecht, Zürcher Diss. (1923). R. Steiger: Das Strafensystem im schweiz. Militãrstrafrecht, Berner Diss. (1923). \V. Haene: Das militãrische Beschwerderecht, insbesondere gegen Disziplinarstrafen, in der Schweiz, Zürcher Diss. (1923). P. Schaufelberger: Die militãrischen Delikte der Meuterei und des Aufruhrs nach deutschem und schweizer. Militãrstrafrecht, Berner Diss. ·(1924). P. Logoz: La réforme du droit pénal militaire suisse, Z. 36 (1923), 195ff. und 37 (1924), 314ff. L. Achermann: Di e Stellung des W ehrmannes im bürgerlichen Recht, Berner Diss. (1924). F. Trüssel: Die Beurteilung von Militãrpersonen durch die bürger- lichen Gerichte nach schweizer. Recht, Z. 39 (1926), 152ff. G. Gerber: Di e Kriminalverjãhrung mit besonderer Berücksichtigung des schweizer. Militãrstrafrechts, Zürcher Diss. (1926).

111. Literatur zum Gesetz vom 13. Juni 1927, in Kraft seit 1. Januar 1928. J. Eugster: Das ne ue schweizer. Militãrstrafrecht, Allg. schweizer. Mi1itãrzeitung, 1927, 323ff. A. \VeiBenbach: L'ordinamento disciplinare nel nuovo codice penale mii., Allg. schweizer. Militãrzeitung, 1927, Nr. 12. Allg. schwei_z. Militãrzeitung, 1928: Erõrterung einzelner Abschnitte und Fragen des neuen MStG. durch Eugster 274, Hartmann 30, Hen.- rici 138, Herzog 297, Pfenninger 417ff., Bõschenstein 551, Markwalder 328, Schupp, Wehrli 592. Kagi: Das neue schweizer. Militãrstrafgesetzbuch, Schweiz. J ur. Zeitung, 24 (1927), 93ff. J. Lenzlinger: Die schweizer. Militãrstrafgerichtsbarkeit (1928), 37ff. F. Trüssel: Das neue Militãrstrafgesetz, Zeitschr. des bern. Juristen- vereins, 64 (1928), l ff. A. v. Overbeck: Das ne ue schweizer. Militãrstrafgesetz, Gerichtssaal, 97, (1928), 62ff. R. Rossi: I l codice penale militare svizzero del 13 giugno 1927 (19~8). Derselbe: Repertorio di giurisprud. patria, 61, 129ff. G. Lelewer: D er õsterreichisch-deutsche Entwurf eines Strafgesetz- buches und die neueste schweizerische Strafgesetzgebung -das MStG -, Zentralblatt für die jur. Praxis, 46 (1928), 485ff.

- 209 - J. Huber: Das ne ue Militãrstrafgesetzbuch, >, 1928, (Separatabdruck). F. Guisan: Le champ d'application du C. p. mil.et la compétence des Tribunaux militaires, Z. 41 (l 928) 250ff. G. Züblin: Die Falschwerbung und das Delikt der Annahme uner- laubten fremden Militãrdienstes, Zürcher Diss. (l 928). E. \Vehrli: Di e rechtliche Stellung d er Instruktionsoffiziere, Zürcher Diss. (l 928). G. l\lilazzo: Diritto penale militare svizzero (Osservazioni), Estratto dalla Ri vista ital. di Diritto penale, l (l 929). E. Kirchhofer: Fragen des ne uen Militãrstrafrechts, Z. 42 (l 929), l f f. E. Altorfer: Di e .Dienstverweigerung na eh schweizer. Militãrstraf- recht, Zürcher Diss. (1929). R. Koller: Dienstverletzung nach schweizer. Mi1itãrstrafrecht, Zür- cher Diss. (l 929). \V. O. Kohler: Di e vorschriftswidrige Behandlung (Mi.l3handlung) von Untergebenen im schweizer. Militãrstrafrecht, Berner Diss. (l 929). \V. Real: Ausrei13en und unerlaubte Entfernung nach schweizer. Militãrstrafrecht, Zürcher Diss. (l 930). K. Eberle: D er militãrische Befehl als Schuldausschlie13ungsgrund im schweizer. Militãrstrafrecht, Berner Diss. (1 930) E. l{irchhofer: D er Kompetenzkonflikt im Verhãltnis d er militãri- rischen un d d er bürgerlichen Gerichtsbarkeit, Z. 46 (l 932), l f f. O. Müller: Das Delikt betr. Mi13brauch der Dienstgewalt im Sinne des ·Art. 70 des Schweizer. MStG., Z. 46 (1932), 18lff. H. Stadelmann: Di e strafbaren Fãlle d er Selbstverletzung na eh schweizer. Recht, Zürcher Diss. (1932). J. Graven: Assurance militaire et peines privatives de liberté, Z. 46 (1932), 465 ff. Corti: Das Delikt betr. Mi13brauch der Dienstgewalt (Art. 70 MStG), A1lg. schweiz. Militãrzeitung, 1932, Nr. 4.

11. Gantenbein: I)ie Behandlung von Trunkenheit und Trunkenheits- delikten im schweizer. Militãrstrafrecht, Berner Diss. (l 933). P. SchultheB: Über Militãrdienstverweigerung aus krankhafter Ur- sache, Zürcher (mediz.) Dissertation (1933). L. Eberle un d H. Roth: Z u einem Entscheid des Militãrkassations- gerichtes (I{ritik und Erwiderung), Allg. schweiz. Militãrzeitung, 1933, Nr. 2 und 7. H. Baschlin: Ma13nahmen zum Schutz d er Armee, Allg. schweiz. Militarzeitung, 1933, Nr. 10. R. Petitmermet: Mesures propres à assurer un e meilleure protection de l'armée, Extrait de la Revue militaire suisse, l 933. F. Trüssel: Aus d er Praxis des Militãrkassationsgerichtes, Z. 48 (1934), l ff. 14

-· 210 - W. Stauffer: Dienstverweigerung oder Dienstversãumnis? Schweiz. Jur. Zeitg. 30 (1934), 326ff. P. Mader: Geschichtliches über die Todesstrafe in d er Schweiz, Berner Diss. (1934), S. 141 ff.: Die Entwicklung im Militãrstrafrecht. A. \Valther: Die Todesstrafe im schweizer. Militãrstrafrecht, Zür- cher Diss. (1934). J. Sprecher v. Bernegg: Disziplinarfehler und ihre Bestrafung nach schweizer. Militãrstrafrecht, Basler Diss. (1934), n ur in Maschinenschrift. U. \Ville: Die Anstaltspolizeigewalt des schweizer. Heeres, Zürcher Diss. (1935). R. Schnorf: Der Hochverrat im schweizer. Recht, Zürcher Diss. (1935). IV. Beim Abschlu13 dieser Zusammenstellung lagen noch nicht gedruckt vor: Zingg: Die Unterstellung von Zivilpersonen unter das Militãrstraf- recht, Berner Diss. Soll 1936 in der schweiz. Monatsschrift für Offiziere aller Waffen erscheinen. Herausg. Oberst i. G. Feldmann. C. H. Grabemann: Geltungsbereich des schweizer. Militãrstraf- gesetzes von 1927 (Art. 2-5 des Gesetzes), Zürcher Diss.

v. Erlach: Der Rechtsschutz für Armee und Landesverteidigung im geltenden schweizer. Recht un d de lege ferenda, Berner Diss.