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MKGE 2 Nr. 18

MKGE 2 Nr. 18

Mkg · · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

No. 18

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Une constatation de fait contraire aux pieees du dossier ne

constitue pas d'apres l'OJM un motif de cassation. Le TMC est

lié par- une constatation de fait du tribunal de division basée sur

une preuve indiciale.

L'OGM non prevede quale motivo di cassazione un apprezza-

mento dei fatti contrario alle risultanze degli atti. Le constata-

zioni di fatto del Tribun~le di divisione, anche se basate sopra prove

indiziarie, vincolano il Tribunale di cassazione •

.,.

Der Kassationsgrund der Verletzung des Strafgesetzes ist u. a. dann

gegeben, wenn der Richter den von ihm auf Grund der Akten und der

Verhandlungen festgestel1ten Sachverhalt unrichtig einem Straftat-

bestand unterstellt oder diesen Tatbestand unrichtig auslegt und ihn

damit verkennt (Stoof3: Kommentar MStGO zu Art. 188, Ziffer l). Di e

Tatsachenfeststellung, die Würdigung der Akten und Beweise ist dagegen

endgültig dem Divisionsgericht überlassen. Die Kassationsinstanz ist

an die tatsãchlichen Ergebnisse, zu denen das Divisionsgericht gelangt ist,

gebunden. Das Rechtsmittel der Kassationsbeschwerde ist eine reine

Rechtsrüge. Die MStGO sieht auch nicht -

im Gegensatz zu andern

Gesetzen, z. B. zürcher. StPO, § 430, Ziff. 5 -

einen Kassationsgrund

der aktenwidrigen tatsãchlichen Annahme vor. Das Militãrkassations-

gericht hat die vom Divisionsgericht gefundenen Tatsachen schlechthin

sein er rechtlichen Überprüfung zugrunde z u legen (Gu t: Di e Kassations-

beschwerde im eidgenõssischen S trafproze.f3, Z ürcher Dissertation [ 1929 J,

s. 40ff.).

Prüft man nach die~en unbestrittenen Grundsãtzen die vorliegende

Beschwerde, so ergibt sich: Das Divisionsgericht hat festgestellt, daf3 dem

Angeklagten vom Sãumer Müller die gefundene Tasche anvertraut wurde!

damit Weiteres vorgekehft werde, um den Verlierer ausfindig zu machen.

Es steht ferner fest, da.f3 der Angeklagte in dieser Richtung nichts unter-

nommen hat. Auf Grund eines Indizienbeweises ist das Gericht weiter

zu dem Schlusse gelangt, der Angeklagte habe sich das ihm anvertraute

Fundstück angeeignet, und er habe das um seines eigenen Vorteiles willen

getan. Da in diesem Punkte kein Gestãndnis vorlag, ist das Gericht auf

Grund von Indizien zu seinem Schlusse gekommen. Es hat dabei nicht

etwa V erfahrensvorschriften verletzt o d er di e V erteidigungsrechte des

Angeklagten irgendwie beeintrãchtigt; vgl. MStGO Art. 188, Ziffer 5

und 6. Im Gegenteil, der Sa.chverhalt ist mit grof3er Sorgfalt untersucht

worden, un d zur Berücksichtigung von Indizien war das Gericht nach d em

Prinzip, wonach der Richter sich sein Urteil auf Grund der Gesamtheit

der Akten und der Verhandlungen zu bilden hat, berechtigt und ver-

pflichtet.