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169 No. 99 99. Es bestebt kein Parteirecht auf ein Gutachten oder auf die Vor- ladung bestimmter Zeugen und Sachverstandiger. De1~ Riehter entscheidet, ob ein Gutachten genügend ist (MStGO AI~t. 103). Der Entscheid über die Zureclinungsfahigl{eit ist Sacl1e des Ge- richts, nicht der Sachverstandigen (Al~t. 158). Das Gericht ent- scheidet en(lgültig über Antrage auf Beweisergãnzung; die Ableh- nung eines solchen Antrag e s begi~ündet e ine l{assation n ur, w e un damit ein anerkannter Satz des Prozessrechtes verletzt wird (A1·t. 130 188, Ziff. 6). Das dem Gericht vorliegende Beweismaterial war daun iür die Urteilsfallung genügend, wenn sicl1 das Gericht gestützt daraui eine feste Meinung über die wesentliel1en Punl{te gebildet hat. 11 11'existe pas en faveur des parties un droit d'exiger une ex- pertise ou de faire assigne1' des témoins et des experts déterminés. Le juge décide si une expertise est suffisante (OJl\1 art. 103). Il appartient au t1·ibunal et non à Pexpert de tranche1· la question de responsabilité (art. 158). l-Ae tribunal pron o nee souverainement Slir les 1·équisitions tendant à compléter les preuves; le 1·ejet d'une telle 1·equête ne peut motiver la cassation que s'il viole une disposition fondamentale de la procédure (art. 130, 188, cl1if. 6). Les preuves apportées au tribunal étaient suffisantes po11r lui permettre de rendre un jugement, si en s'appuyant sur ces preuves le t1·ibunal a pu se faire une opinion arrêtée sur les points essentiels. N o n e~iste il diritto di una parte di esigere l'eseeuzione di una perizia o la citazione di determinati testi o periti. Il giudice decide se un a perizia e sufficiente (art. 103 de l CTM). Spetta al tribunal e e non ad un perito di decidere la quistione della I'esponsabilità (a1·t. 158 del CTM). 11 ti·ibunale pronuncia definitivamente sulle (lomande di completazione di prove; la 1·eiezione di una tale do-. manda puõ motivare la cassazione solo qualora costituisca viola- zione di disposizioni essenziali della procedura (art. 130 e 188, n° 6, dell'O GM). Le prove a disposizione del tribunal e son o suffi- cienti per permette1·gli l'emanazione di un giudizio allorche, ba- sandosi sulle stesse, il tribunale puõ fa1·si una sicu1·a opinione circa i punti essenziali del caso. A. Der Kassationsklãger erblickt in der Art der Beauftragung der Sachverstandigen eine V erletzung wesentlicher Vorschriften über das V erfahren. Darauf kann aber deshalb nicht eingetreten 'verden, weil di e Expertise vor der Hauptverhandlung angeordnet und auch das Gutachten
No. 99 170 nicht erst dem urteilenden Gericht, sondern dem Untersuchungsrichter erstattet wurde. Art. 188, Ziff. 5, MStGO bezieht sich aber auf das Ver- fahren vor dem urteilenden Gericht; Verstõsse des Untersuchungsrichters gegen das gesetzliche Verfahren sind durch Beschwerde an den Ober- auditor zu rügen (Art. 182 ff. MStGO). - Auch darin kann keine Ver- letzung prozessualer Vorschriften liegen, dass das Gericht es ablehnte; die Sachverstãndigen vorzuladen, naehtraglich zur Wahrheit zu ermahnen und die vom Kassationsklager formulierten Fragen an sie zu richten, - Es war dem Gericht anheimgegeben, die zur Untersuchung des Geistes- zustandes des Angeklagten nõtig erscheinenden Massnahn1en zu treffen, allenfalls eine Expertise anzuordnen, wenn das na eh d em_ von d er V orunter- suchung beigebrachten Material noch sachlich notwendig erschien. Es besteht keine Yorschrift, wonach psychiatrische Gutachten, wenn sie nach Art. 102 MStGO schriftlich eingereicht worden sind, in allen Fallen mündlich erlautert werden müssen. Der Bericht von Dr. St. ist nicht ein Gegengutachten in1 Sinne von Art. 103 MStGO, sondern eine von einer Partei beigebrachte theoretische Kritik am Befund der an1tlichen Ex- pe.rtise. Ein Parteirecht auf eine Expertise besteht als solches auch ohne- hin nicht (Art. 103). - Ob ein Gutachten genügend erscheint, entscheidet der Richter (Art. 103 MStGO). - Wenn das Territorialgericht das ihm vorliegende Gutachten in Verbindung mit dem Bericht des Dr. St. genü- gend fand, um den Entscheid zu treffen, so ist es da~it innerhalb seiner prozessualen Kompetenzen geblieben, zu denen die freie Würdigung der Beweismittel gehõrt. Der Entscheid über die Zurechnungsfahigkeit ist zuden1 Sache des Gerichts, nicht der Sachverstandigen (Art. 158 MStGO). - Eine Vorschrift über das Verfahren ist also vom urteilenden Gericht nicht verletzt worden. Abgesehen hiervon ist kaum einzusehen, dass es sich um einen wesentlichen, d. h. auf das Ergebnis der Verhandlung materiell einwirkenden Verstoss handeln kõnnte. Weder die Unterlassung der Ermahnung zur Wahrheit gegenüber den Ãrzten der staatlichen Irren- anstalt, noch die Tatsache, dass das Gutachten durch eine bürgerliche Gerichtsbehõrde bestellt worden ist, sind geeignet, auf das Ergebnis des Gutachtens und damit des Gerichtsverfahrens einzuwirken. Es ist übri- gens nicht ersichtlich, wodurch Art. 96 MStGO verletzt sein kõnnte. B. Da1nit ist auch gesagt, dass in diesen angeblichen Verletzungen der Vorschriften über das Verfahren ebensowenig eine Beschrankung der Verteidigung in einem für die Entscheidung wesentlichen Punkt liegen kõnnte (Art. 188, Ziff. 6, lviStGO).- Aber auch die Weigerung, die verlangten Zeugen ausser Dr. R. vorzuladen, und die Ablehnung einer weitern Expertise, kõnnen nicht als eine unzulassige Beschrankung der Verteidigung angesehen werden. Über eine beantragte Beweiserganzung entscheidet das Divisionsgericht na eh frei em Ermessen; ihre Ablehnung begründet daher eine Kassation nur, wenn damit ein anerkannter Satz des Prozessrechts verletzt wird. Das ist dann der Fali, wenn den Parteien