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MKGE 1 Nr. 87

MKGE 1 Nr. 87

Mkg · · Deutsch CH
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147 No. 87 . tion de tu er, mais dan s un e autre intention hostile, est un 1neurtre. >> L'autre intention hostile, d'aprês les auteurs, est l'intention méchante qui conduit au >. Cette expression ne signifie pas qu'il y a eu préméditation, mais intention. Or le tribunal territorial a retenu en 'fait que S. avait eu l'intention de blesser L. Cela résulte de l'usage du couteau et de la répétition. des blessures fai tes avec cette arn1e qui fut employée à quatre reprises différentes ~t même à un moment ou un· danger n'était plus à prévoir ·p o ur S. Le triburial a don e bien appliqué l'art. 101, al.2. (19. Dezember 1918, Sénéchal e. T. G. 1.) 87. Abgrenzung der Tatbestãnde von Anfrul1r und Meuterei. Die erfolglose Anstiftung zu ~ufruh1· ist :picht nach den Regeln über Anstiftung (MStGB Art. 21) oder Ve1·such (Art. 16 ff.) zu be- strafen, sondern 11ach MStGB Art. 5~; danach bildet der erfolglose Versucl1 des Aufruh1·s das vollendete Delikt der Meuterei (Art. 58). Die «Anstiftung» des Art. 59 ist nichts ande1·es als die «Auf- wiegelung» des Art. 58. Hat das MKG gemãss MStGO A1·t. 194 selbst das U1·teil zu fãllen, so ist es ihm ve1·wehrt, den Angeklagten auf Grund anderer Strafbestimmungen, als {\er in der Anklage angerufenen, zu ve1·urteilen, da di e bei V erãnderung des recl1tlichen Gesichtspunl{tes e1·forderliche Ergãnzung der Parteivo1·trãge (MStGO Art. 160, Abs. 2) vor MKG nicl1t mõglich ist. Eine ungenügende Anklage mu~s daher zur Freisprecl1nng führen. Limite entre les éléments de fait de la révolte et ceux de la Inutinerie. L'instigation infructueuse à la 1·évolte ne doit pas être 11unie suivant les regles relatives à l'instigation (CPM art. 21) ou à la tentative (art. 16 et suivants), mais d'apres l'art. 58 CPM; la tentative infructueuse de révolte constitne ainsi le délit con- sommé de mutinerie, art. 58. L'« excitation à la révolte» de l'art. 59 n'est pas autre chose que la «pi·ovocation à la révolte» de l'art. 58., Lorsque le TMC doit, conformément à l'art. 194 OJM, rend1·e lui- même le jugement, il ne Ini est pas permis de condamner le prévenu sur la base d'autres dispositions pénales que celles visées par l'acte d'accusatiou, car il n'est pas possible aux parties, devant le TMC, de modifier leurs exposés comme l'exige la modification du point de vue juridlque. Une inculpation insuffisante doit ainsi avoir pour conséquence la libération du prévenn. · Distinzione fra gli elementi di fatto della rivolta e quelli della sedizione. L'istigazione infruttuosa ad una I'ivolta non deve esser~

No. 87 148 punita seeondo le regole relative alia istigazione in genere (CPM art. 21) od al tentativo (art. 16 e seg.) ma in base all'art. 58 del CPM (sedizione). 11 tentativo infruttuoso di una ri volta eostituisce il delitto consumato di sedizione (art. 58 CPM). L'istigazione od eccitamento de li' art. 59 no n e cosa diversa dalla provocazione p revista dall'art. 58. Quando il tribunale militare deve, a norma dell'art. 154 OGM, pronunciare esso medesimo la sentenza, non puõ condannare l'imputato sulla base di disposizioni penali diverse da quelle indi- cate nell'atto di accusa, poiche davanti alia cassazione l'imputato non ha possibilità di difendersi da imputazioni in detto atto non contenute (art. 160, al. 2, OGM). Una imputazione insufficiente deve di conseguenza determinare l'assoluzione del prevenuto. Der Auditor erhob gegen A. folgende Anklage: Dureh seine H andlungen hat si eh d er Angeklagte des fortgesetzten V ersuehes der Meuterei im Sinne von Art. 59 des MStGB schuldig gemaeht «und ist zu bestrafen gemiiss Art. l, Ziff. 10, der MStGO, sowie Art. 60 e, 17 und 18 des MStGB)). (Saehverhalt siehe Erw. C.) Das freispreehende Urteil wurde auf das Kassationsbegehren des Auditors hin aufgehoben, der A. aber, mangels einer genügenden Anklage, trotzdem freigesproehen. L'auditeur avait porté eontre A. l'aeeusation suivante: P ar ses aetes le prévenu s'est r en du coupable de tentative eontinue de ~mutinerie dan s le s en s de l'art. 59 CP M, «ei i l doit être p uni confor- mément aux art. l, chif. 10, OJM, ei 60 e, 17 ei 18 CPMn. Le juge- ment libérant le prévenu fui eassé ensuite de la demande de eassation de l'auditeur, mais A. fui malgré e e la libéré, faute d'inculpaiion suffisante. L'uditore aveva eoncepito l'atto di aceusa eome segue: l'im- putato si e quindi reso eolpevole di tentativo eonlinuato di sedizione a sensi dell'art. 59 del CPM e deve essere punito conformemente agli arl. 1, n° 10, OGM, 60 e, 17 e 18 del CPM. La sentenza d'asso- luzione venne eassata a seguito di ricorso de l l'uditore, ma l'impu- tato fu nondimeno assoluto per maneanza di sufficiente imputazione nell'aiio di accusa. B. Es handelt sich um die Frage, ob in der dem Urteil zugrunde . liegenden Auslegung der Art. 58 und 59 MStGO eine Verletzung des Strafgesetzes zu erblicken ist.

a) Das Militarstrafgesetzbuch schickt haufig eine allgemeine Defi- nition der Straftatbestande der Aufzahlung von Spezialfallen und der Strafandrohung voraus. So im ersten, dritten, vierten, fünften un d neunten

149 No. 87 Titel des zweiten Abschnittes. Aber auch der. zweite Titel (>) folgt grundsãtzlich diesem System, vgl. Art. 48 und folgende und namentlich 58 und folgende. Daraus ergibt sich, dass die abschliessende Definition eines Tatbest~ndes nicht in einem isolierten Artikel gefunden werden kann, sondern sieh erst aus den1 systematischen Zusammenhang ergibt. b J M euterei liegt na eh Art. 58 un d 59 vor: bei Aufwiegelung oder Verabredung zu einem Aufruhr, wenn der Aufruhr nichl ausgebrochen ist (Art. 58), wenn einer einen andern vor- sãtzlich zum Verrat, Ausreissen, grober Insubordination oder Dienst- verletzung anstiftet (Art. 69, erster Satz), wenn einer õffentlich und ungeachtet erfolgter Abmahnung · nach Geld, Brot oder andern Austeilungen, Vorteilen oder Diensterleichte- rungen schreit (Art. 59, Z\veiter Satz). Also ni eh t um d en V ersuch d er M euterei han deit es si eh bei Art. 58, sondern um denjenigen des Aufruhrs, wie er in Art. 48 ff. umschriehen ist, mit andern Worten: der erfolglose Versuch des Aufruhrs, wie in .A.rt. 58 umschrieben, bildet das vollendete Delikt der Meuterei. Daraus ergibt sich ohne weiteres, dass die > (provocation à la révolte, quando siasi provocato una rivolta) in Art. 58 nicht nach den Regeln der Anstiftung zu behandeln ist, sobald, sie erfolglos blieb. Hatte sie Erfolg, so ist der Aufwiegler freilich Urheber (des Aufruhrs), hatte si e aber keinen Erfolg, gleichgültig aus \Velehem Grunde, so ist sie nicht als Versuch zu Aufruhr, sondern als vollendete Meuterei zu behandeln (MilKG in Sachen Dammann vom 28. Oktober 1914: Gegenüber der grundsãtzlichen Straflosigkeit des Anstiftungs- versuchs bildet Art. 59 [un d a ue h 58] eine Ausnahme).

e) Das gleiche gilt von dem Fali, dass jemand andere >. Art. 59 steht unter dem Prinzip, das in Art. 58 ausgedrückt ist. Wãre hier die Anstiftung im Sinne des Art 21 gemeint, so hãtte di e Vorschrift überhaupt wenig Sinn; der Anstifter wãre kraft d er im allgemeinen Teil des Gesetzbuches aufgestellten Regel ohnehin strafbar. Dass der Gesetzgeber hier wiederum einen besondern, selbstandigen Tatbestand im Auge hat, ergibt sich zudem aus dem Text selber. > heisst im · franzõsischen Te x t >, im i talienischen > (Art. 21). In Art. 59 dagegen steht: >, >. Es darf nun ohne bestimmte Anhaltspunkte nie angenommen werden, dass der gleiche Gesetzgeber für einen und denselben Rechts- begriff verschiedene Ausdrücke brauche. Die sogenannte } des Art. 59 ist nichls anderes als die > des Art. 58 (so MKG in Sachen Dammann, 28. Oktober 1914) 1).

1) z. 27, s. 379.

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d) Die Auffassung des Territorialgerichtes würde auch dazu führen, dass jede unwirksam gebliebene Aufreizung zu Delikten; wie Verrat, grober Insubordination und Dienstverletzung straflos ausginge, weil eben > Iiicht strafbar ist. E s kann aber nicht wohl angenommen werden, dass der Gesetzgeber mit dem strafrechtlichen Schutz der Armee zuwarten \Vollte, bis die Disziplin tatsachlich unter- graben und der Aufreizung Glauben und Gehõr geschenkt worden ware. C. Prüft man nun den vom Territorialgericht festgestellten Tat- bestand anhand di ese r Auffassung, so ergibt si eh folgendes: Arnold legte den beiden im aktiven Dienst auf Wache stehenden Dra- gonern nahe, aus d em Dienst zu laufen. Sie sei en >, hier zu stehen. Er erinnerte sie an die daheim ihrer wartende Arbeit (>). Er versicherte sie, dass der Dienst, den sie leisten, zwe.cklos und unabsehbar lang sei un d begründete di ese V ersicherung mit Ausführungen über di e zu erwartende Entwicklung: samtliche Eisenbahner werden sich dem Streik anschliesseh, der Streik werde auf andere Stadte übergreifen, so lange wie das Militar hal te n es di e Arbeiter au eh aus; si e werden streiken, bis die Forderungen erreicht seien usw. Wie dieses Einreden auf den Wachtposten aufzufassen ist, hat das Territorialgericht selber Ini t d en W orten festgestellt: · >. Stellt n1an sich nun auf den Boden von Art. 58 oder von Art. 59, erster Satz, so liegt die Aufwiegelung, di e excitation, vollendet vor; darum ist auf alle Falle das Delikt der Meuterei nach den eigenen tat- sachlichen Feststellungen des Territorialgerichts von A. begangen und nicht bloss versucht \vorden, und alle Erõrterungen über die Tauglich- keit des Versuchs sind müssig, abgesehen davon, dass in diesem Punkt die von1 Territorialgericht gezogenen Schlüsse seinen eigenen tatsachlichen Feststellungen widersprechen. - Das Urteil entspricht also zweifellos. dem Strafgesetze nicht. Es beruht auf einer irrigen Auffassung der Art. 58 und 59 MStG und muss gemass Art. 188, Ziff. l, MStGO auf- gehoben werden. D. Di e irrige Auffassung liegt a b er schon in d er Anklageschrift begründet. Das war kein Grund für das Territorialgericht, dem Irrtun1 zu folgen; vielmehr hatte es die von Art. 160 MStGO gebotene Gelegen- heit zu benützen, um die Streitfrage auf den richtigen Rechtsboden zu