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No. 85 144 85. Nicht jeder Mangel der Anklageschrift · kann vorfrageweise (MStGO Art. 142) geltend gemacht werden. Eine Verurteilung wegen eines Deliktes, dessen der Angeklagte in der Anklageschrift nicht unzweideutig und bestimmt angeklagt ist, bedeutet eine Ver- Ietzung wesentlicher V erfahrensvorschriften (Art. 159, 124, 188, Ziff. 5). 11 est des vices de l'acte d'accusation qu'il n'est pas possible de faire valoir d'entrée de cause (OJM art. 142). Une condam- nation prononcée pour un délit qui n'est pas visé de façon expresse et non équivoque pa1· l'acte d'accusation constitue une violation ..l~~ ..l!..-..-~r.!4-!~-.-. .......................... -4-!.n.H.n.e< ..l .n. l~ YU .. O.fl~;t .. ..,...... 'n-..i- 1 ~Q 19)! 1 nn ue~ ut~pu~Ittuu~ tj~~t:iUtJ.t:i.lJ.t:i~ uü •a fHu~c-uu.a.'t:í \"•"• .-.uu 5 ·---x, •uu, ehifire 5). Non ogni difetto dell'atto d'accusa puõ essere eccepito al- l'inizio dei dibattimenti. Una eondanna pronunciata per un delitto non indicato espressamente ed in modo inequivoeabile nell'atto di accusa costituisce una violazione delle disposizioni essenziali della procedura (OGM art. 159, 124, 188, n° 5). Der Audiior hatie gegen F. Anklage erhoben Luegen ccEhrver- leizung und Drohung, begangen dadurch, dass er am 19. Mai in Kreuzlingen den ihm pflichigemass den Grenzübeririii verwehrenden Grenzwachier Schneider mii Ausdrücken wie,Affe",,bloder K er l" usw. beschimpfie und mii erhobenem Siocke und Fausien drohte, ihn niederzuschlagen)). Das Divisionsgerichi verurteilte F. wegen Ungehorsams gegen militarische Befehle und wegen leichter Ehr- verletzung. Das Kassationsbegehren, das guigeheissen wurde, be- hauptete unier anderm Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschrifien, dadurch erfolgt, dass F. wegen des in der Anklageschrifi niclzt ent- haltenen Deliktes des Ungehorsams gegen einen militarischen Befehl verurteili worden sei. I . ./ auditeur avait ordonné le renvoi de F. devant le tribunal comme prévenu d'atteinte à l'honneur ei de menaces, pour avoir injurié le 19 mai à Kreuzlingen un garde-froniiere qui, conformé- meni à son devoir, lui interdisaiid e franchir la froniiere, en lui adres- sant des épithetes ielles que «singe))' « imbécile))' ete., ei l'avoir menacé de l'assommer, en levani son bâton ei en lui montrant le poing. Le tribunal de division condamna F. pour contravention à des ordres militaires ei pour offenses légeres. La demande de cassaiion, qui
145 No. 85 jut admise, affirmait entre autres que e' était en violaiion des dis- positions essentielles de la procédure que F. avait été condamné pour le délit de désobéissance à un ordre · militaire, qui n'était p as retenu dans l'a ete d'accusation. L'uditore aveva rinviato F. davanti il tribunale militare, quale imputato di offese all'onore e di minaccie, per avere ingiuriato il 19 maggio a Kreuzlingen una guardia di confine, la quale, come era suo dovere, gli aveva impedito di passare la frontiera. ll tribunale .di divisione condannà F. per contravvenzione ad ordini militari e per offese leggiere. La domanda di cassazione fu ammessa perche .il delitto di disubbidienza ad un ordine militare non era previsto nell'atto di accusa. B. Die Berufung auf d en Kassationsgrund des Art. 188, Ziff. 5, MStGO wird, entgegen der Ansicht des Auditors, nicht dadurch ausgeschlossen, dass d er KassationskHiger di e U nvollstãndigkeit d er Anklageschrift nicht vorfragsweise zur Sprache gebracht hat. Die Notwendigkeit eines solchen Vorgehens kann aus dem Urteil des Kassationsgerichtes vom
13. Januar 1915 in Sachen Meier 1), das der Auditor anzieht, unmõglich herausgelesen werden. Es ist denn auch ganz kiar, dass, wenn die Anklage .. schrift unter den dem Angeklagten zur Last gelegten Handlungen den U ngehorsam gegen militãrische Befehle ni eh t aufführte, derselbe k ei ne V eranlass un g ha t te, di e s al s Mangel de r Anklageschrift z u rügen, weil er in diesem Falle eben mit der Einbeziehung des Ungehorsams in die Anklage un d in di e Beurteilung gar ni eh t zu rechnen brauchte, sondern di e Rüge war erst am Platze, als für den Angeklagten erkennbar wurde, dass das Vergehen des Ungehorsams zum Gegenstand der Verhandlung ge- macht werde. U n d di ese Rüge hat er na eh d em Zeugnis des Auditors wie des Grossrichters erhoben. - Sie war auch durchaus begründet. Denn in d er T at erwãhnt di e Anklageschrift,die gemãss Art. 124, Ziff. 2, MStGO die Bezeichnung der dem Angeklagten zur Last gelegten Tat unter Her- vorhebung ihrer gesetzlichen Merkmale enthalten soll, mit keinem Worte den Ungehorsam gegen den militãrischen Befehl, wegen dessen F. verurteilt worden ist. Sie führt wohl die Ehrverletzung und die Be- drohung des Grenzwãchters un d di e tatsãchlichen V erumstãndungen derselben an, ni eh t aber d en U ngehorsam, dessen Tatbestand ein durch- aus verschiedener ist: denn an si eh wãre sehr wohl denkbar, dass d er Tãter. Beleidigung und Bedrohung des Grenzwãchters im Unmut über di e V erwehrung d er Grenzüberschreitung, aber bei aller Respektierung des Verbotes selbst, begangen hãtte. Deshalb ist auch die Auffassung unrichtig, dass sich die Anklage wegen Ungehorsams aus der Erwãhnung
l) z. 28, s. 198. lO