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No. 68 104 68. D er amtliche V erteidiger l1at nebe n de1n Angel{lagten ei n selbstandiges Recht, die Kassation zu verlangen (MStGO Art. 189, Abs. 1). Die Anmeldung des Kassationsgesuches beim Unter- suchungsrichter statt beim Gerichtsschreiber (Art. 189, Abs. 2} macht das Gesuch nieht ohne weiteres ungültig. Die Auswahl der BeV\reismittel unterstel1t dent Offizialprinzip (l\IStGO Art. 130, 142). Le défenseui~ ·d'office a, pei·sonnellement et à côté de l'accusé, le droit de 1·ecourir en cassation (OJM a1·t. 189, al. 1). Un recours en cassation ne doit pas être eonsidéré d'emblée eomn1e irrece- vable parce qu'il a été anno11Cé au juge d'instruction au lieu d'êtt·e annoncé au greffier (OJM art. 189, al. ·2). 1..4e cboix des moyens .de preuve est soumis à l'appréciation de l'office (Offizial{Jrinzip) (OJM art. 130 et 142). 11 difensore d'ufficio ha, alia pari dell'accusato, lli1·itto per- sonale di ricorrere in cassazione (art. 189, al. 1, dcll' OGl\1). Non basta a far considerare come irricevibile un 1·icorso in cassa- zione il fatto ebe lo stesso venne annunciato al giudice d'isti·n- zione invece ebe al segretario (art. 189, al. 2, O Gl\1). La scelta d ei mezzi di prova e sottoposta all'apprezzamento del magistrato (art. 130 e 142 OGM). ])as Revisionsgesuch des B. war gutgeheissen (oben Nr. 51) un d vom Divisionsgericht 2 b e in neues U rteil gefiillt zvorden. D er amtliche V erteidiger stellte e in K assationsbegehren, das abgewiesen zvurde. La demande de révision de B. avait été admise (voir supra n° 51) ei le tribunal de division 2 b avait rendu un nouveau jugement. Le défenseur d'office déposa un recours en cassation qui fui écarté. La domanda di revisione di B. era stata ammessa (vecli sopra n° 51) ecl i l tribunale di clivisione 2 b aveva emanato un nuovo giu- dizio. Il clifensore cl'ufficio introdusse un ricorso in cassazzone,. che venne respinto. A. Die vom Auditor aufgeworfene Frage, ob eine Doppelverteidigung in1 militargerichtlichen Verfahren zulassig sei, ist für die Beurteilung des vorliegenden Kassationsgesuches belanglos; das Gesuch ist von d em amtlich bestellten Verteidiger eingereicht worden, dessen . Kompetenz zur Vertretung der Interessen des B. ausser Frage steht.
105 No. 68 B. Auch de1u Umstand, dass der amtliche Verteidiger zunãchst nur als Mandatar des Advokaten H. in R. das Kassationsgesuch einreichte und dass der letztere sich nicht durch eine schriftliche Vollmacht als Anwalt,des B. ausgewiesen hat, ist nicht entscheidend. Art. 189 MStGO gibt d em V erteidiger neben den1 Angeklagten ein Re eh t, Kassation z u verlangen; o b de r V etteidiger de n Anstoss z ur Einlegung d er Ka s sa tions-; beschwerde vo1n Angeklagten selber oder von dritter Seite erhalte, ist ohne Bedeutung. Ob der Verteidiger gegen den Willen des Angeklagten handeln dürfe, braucht nicht entschieden zu werden, da B. sich nach- trãglich mit der Kas~ationsbeschwerde einverstanden erklãrt hat. C. Das Kassationsbegehren ist nach Art. 189, Abs. 2, MStGO binnen 24 Stunden nach der Erõffnung des Urteilsspruches dem,Gerichtsschreiber zuhanden des Grossrichters anzumelden. Der amtliche Verteidiger hat die Anmeldung innert der gesetzlichen Frist angebracht, aber nicht beün Gerichtsschreiber, sondern beün U11tersuchungsrichter. Der Gross- richter erhielt nach Ablauf der 24 Stunden Kenntnis von1 Kassations- gesuch. E s fragt si eh, o b in diesem U mstand ei ne V erletzung einer we- sentlichen Vorschrift für die Einleitung des Kassationsverfahrens er- blickt werden Inüsse, so dass auf die Behandlung des Gesuches nicht eingetreten werden kõnnte. - Zunãchst ist festzustellen, dass es nicht nõtig ist, dem Grossrichter innert 24 Stunden Kenntnis vom Kassations- gesuch zu geben, nur die Anmeldung beim Gerichtsschreiber hat innerhalb dieser Frist zu erfolgen. Die Benachrichtigung des Grossrichten? ist nicht Sache des Rekurrenten, und es ist hierfür keine Frist vorgesehen. - In1 vorliegenden Fali ist die 24stündige Frist zur An1ueldung des Kassa- tionsgesuches eingehalten worden; di e Anmeldung erfolgte bei eine1n d em Divisionsgericht zugeteilten J ustizoffizier; e ine V erzogerung in d er Behandlung des Gesuches ist nicht eingetreten. Der Hauptgrund, aus de1u offenbar das Gesetz die Anmeldung beim Gerichtsschreiber ver- langt, trifft auf den Fali kaum zu. Normalervveise tritt der Untersuchungs- richter mit Abschluss d er Voruntersuchung ausser Dienst; hier stand der Untersuchungsrichter, nicht aber der Gerichtsschreiber, wãhrend der Rekursfrist am Sitz des Gerichts im Dienst. Da das Kassations- gericht auch sonst von einer streng formalistischen Auffassung der Vor- schriften über die Einleitung des Kassationsverfahrens abzusehen pflegt~ so· rechtfertigt es sich auch hier, den festgestellten Verstoss als nicht wesentlich zu behandeln. Das Kassationsgericht beschliesst daher, auf das Gesuch einzutreten .... E. Der KassationskHiger erblickt eine unzuHissige Beschrãnkung der Verteidigungsrechte in der Abweisung eines Bevveisergãnzungsantrages. - Zunãchst ist festzustellen, dass das Gericht nicht gehalten ist, allen Beweisantrãgen der Parteien ohne weiteres Folge zu geben. Die Frage der Auswahl der Beweis1uittel steht unter Offizi.alprinzip, vgl. Art. 130 und 142 l\1StGO. Auch gegenüber Beweisantrãgen, die schon vor der