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93 No. 63 1nit Bezug auf die durch den dienstlichen Ve1·kehr mit den Vorge- setzten uud Militarbehõrden gebotenen Pflichten. Beschimpiung der Vorgesetzten im dienstlichen Verkehr ausse~·halb des Dienstes ist nicht gemass MStGB Art. 65, sonde1·n gemass Art. 162 zu be- strafen. D'apres l'at·t. l, chiff. 5, OJ1\I sont soumises à la jui"idiction des tribunatiX militaires les personnes astreintes au service, même,en dehors du service, et cela aussi en raison des devoirs qui leu1· incombent dans les t•elations de se1·vice avec des supé1'ieurs et (les autorités Inilitaires. Des injures adressées à un supérieur à l'occa- sion de relations de se1·vice en dehors du service, sont punissables en application de l'art. 162 CPl\1, et tuon pas en ve1·tu de l'a1·t. 65o Secondo l'art. 1, cifra 5, dell'OGM sono sottoposti alia giu- t·isdizione dei tribuuali Inilitari gli obbligati al serviziolj nella vita civile, auche pe1· ciõ clte si riferisce ai loro doveri nelle relazioni di se1·vizio coi superio1·i e colle auto1·ità militari. Ingiurie dirette ad un superiore in relazioni di servizio nella vita civile sono punibili a 11orma dell'art. 162 del CPM e non (lelP art. 65. Art. l, Ziff. 5, der lVIStGO unterstellt der lVIilitargerichtsbarkeit 1nilitarpflichtige Personen ausserhalb des Dienstes mit Bezug auf ihre dienstlichen Pflichten. Dass letztere nicht nur die vom Kassationsklager angeführten Pflichten zur Instandhaltung der n1ilitarischen Ausrüstung, Befolgung von Vorschriften über das militarische Kontrollwesen, Ein- rücken zum Dienst und ahnliche, sondern in einem weitern Sinne auch di e durch d en dienstlichen V erkehr mit de n militarischen Vorgesetzten und den Inilitarischen Behõrden gebotenen Pflichten begreifen, ergibt sich aus der Entstehungsgeschichte der Ziffer 5 unzweideutig. In der Fassung des bundesratlichen Entwurfes hatte die Ziffer folgenden \Vort- laut: >, welchen Fallen di e bundesratliche Botschaft ausdrücklich diejenigen Falle als nicht von der Bestünrnung getroffen gegenüberstellte, da Wehrpflichtige >. In d er nationalratlichen Kornmission wurde dann zwar der·zweite 'Teil der Bestirnmung gestrichen, allein diese Streichung bedeutete lediglich eine redaktionelle und nicht eine Ãnderung im Sinne. Die Kommission hielt darauf, zu Protokoll ausdrücklich fest- zustellen, >.
No. 63 94 In diese1n Sinne hat dann auch das Bundesgericht im staatsrechtlichen Rekursfalle Huber gegen Zürich (AS 25, I, S. 4 ff.) die Bestimmung ausgelegt und ebenso der Bundesrat in einem Entscheid vom 23. Juni 1903 (wiedergegeben bei A. Martin: L'article 65 de laloi fédérale sur la justice Inilitaire pénale pour les troupes militaires, Schweizerische Zeit- schrift für Strafrecht, B d. 23, S. 318 ff.). - (V gl. über di e Auslegung des Art. 1, Ziff. 5, MStGO: Martin a. a. 0., Eugster, Die persõnliche und sach- liche Zustandigkeit der Militargerichte, S. 68 ff., und A. Stooss, Koin- Inentar zur MStGO, S. 7 ff.).- Und un1 dienstlichen Verkehr handelte es si eh nu n zweifellos im vorliegenden Fali e. Ni eh t n ur war das U nter-· stü tzungsgesuch, in dessen V erfolg di e bei d en inkriminierten Briefe ge- schrieben wurden, eine dienstliche Angelegenheit, weil es ün Dienstweg einzureichen war und eine militarische Stelle darüber zu befinden hatte, · sondern eine dienstliche Angelegenheit war auch - und noch in hõheren1 l\~Iasse - das V ersetzungsbegehren, das schon im ersten Briefe enthalten~ besonders aber in1 zweiten in aller Form angebracht war. Dazu kon1mt noch, dass der zweite Brief von W. in Beantwortung einer Anfrage und in Befolgung eines Befehls, den ihm - kompetenterweise - sein Vor- gesetzter erteilt hatte, geschrieben worden war.- Der Angeklagte unter- steht daher in der Tat hinsichtlich der beiden Briefe der lVIilitargerichts- barkeit. Sein e Nichtigkeitsbeschwerde ist in diese1n Punkte abzuweisen. - Dagegen ist die Beschwerde begründet zu erklaren, soweit sie sich gegen die Verurteilung wegen Insubordination auf Grund von Art. 65 lVIStG richtet. Art. 65 ist nach der Rechtsprechung des Kassationsgerichts nur anwendbar auf Verfehlungen wahrend des Aktiv- resp. Instruktions- dienstes, wobei > im Sinne des ersten Satzes diejenige Zeit bedeutet, wahrend welcher der rfater entweder dienstliche Verrichtungen ausübt oder sonstwie unter der direkten Ein\virkung der Vorgesetzten steht, > ün Sinne des zweiten Satzes dagegen die freie Zeit wahrend des Ausganges. Vergehen, die ausserhalb des Aktiv- resp. Instruktionsdienstes verübt werden, fallen nicht unter Art. 65 (vgL Sammlung von Entscheiden der Militargerichte 1914-1~)16, S. 26, lVIKG vo1n 13. Januar 1915). Die Verurteilung des Angeklagten ist daher zu Unrecht auf Grund dieses Artikels erfolgt. - Dagegen hat sich der Angeklagte der Ehrverletzung schuldig gemacht. Das Kassationsgericht befindet sich in dieser Beziehung nicht etwa vor einem freisprechenden Urteil des Divisionsgerichts, das 1uangels Anfechtung durch den Auditor nicht zuungunsten des Angeklagten abgeandert werden dürfte. Denn entgegen de1u, was der Kassationsklager behauptet, hat das Divisions- gericht den Tatbestand der l~hrverletzung nicht verneint, es hat im Ge- genteil die Ehrverletzung ausdrücklich festgestellt, aber angenommen, das s si e üu Delikte d er Insubordination a ufgehe. Di e heftigen un d \Vieder- holten Aussetzungen, Drohungen und Angriffe gegen die Vorgesetzten, die in den beiden Briefen enthalten sind, gehen über das Mass bloss ein-