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No. 54 - 80 - werden unter 1-\usschluss des Rechtsmittels der Kassation ausreichend ·durch die Bestimmung des Art. 167 MStGO gewahrt, wonach der in Abwesenheit V erurteilte, vvenn er si eh stellt o d er wenn er ergriffen wird, verlangen kann, dass das gegen ihn ergangene Strafurteil aufge- lloben wird, womit dasselbe hinHillig vvird, was die \Viederaufnahme des ordentlichen Verfahrens zur Folge hat. (20. September 1917, Verteidiger des Rapp e. D. G. 3.) 54~ · Die Unzustandigkeit der Militargericl1te líann dttrcll {lie Kassa- tionsbesehlverde geltend gemacht lVerden, aucl1 wenn in der llaupt- verhandlung }{ein dahingehender fõrmlicher Antrag gcstellt, sQn- ·dern die Zustandigl{eit bloss gei~ügt Wllrde .(MStGO AI~t. 188, Ziff. 3 uud Abs. 2). Ein fals~hes Zeugnis (MStGB Art. 159), lvelcl1es sicb 11icllt gegen besti1nmte Militarpersonen 1·ichtet, ist, aucl1 wenn es zu einer Beweisaufnahme nach MStGO AI~t. 108 gefüh1~t ltat, keine «strafbare Handlttng an Personen, die zttl" Armee gehoi~en» (MStGO Art. 1, Ziff. 8) un d begründet dal1e1· ni eh t di e Z ustandigl{eit d er J\!lilitarg ericl1te., L'incompétence des tribunaux militaires peut être invoquée {~omme moyen de cassation, aloi~s même que des conclusions décli- Jiatoires formelles n'ont pas été pi~ises à l'audience de jugement, le déiaut de compétenee de la juridiction nantie ayant été seulement signalé (OJM art. 188, chif. 3 et al. 2). Un faux témoignage (a1·t. 159,CPM) qui n'est Ilas dirigé eontre des n1ilitaires déterminés, ne cons- titue pas un «délit contre une personne appat·tenant à l'arméei> (OJM art. 1, cbif. 8), mê1ne s'il a provoquéPouvei·tuiled'une enquête en complé1nent de preuves (OJM 108). Ce faux témoignage ne peut done justifier la compétence des tribunaux militai1·es. L'incompetenza dei tribunali militari puõ essere invocata come motivo di cassazione anche se al dibattimento essa venne solo :segnalata e poi decisa col n1erito ph1ttosto che mediante sentenza preliminare (OGJ\11 art., 188, cifra 3, al. 2)., U na falsa testimonianza (art. 159 de l CPl\11), no n a danno di detet·minati militar i, no n costi- tuisce un delitto contro persone appartenenti all'ai~mata (OGl\1 art. 1, cifra 8) e no n detet~mina quin(li la .eompetenza {lei tribunal i militari. A. Di e forn1ellen \r oraussetzungen für das Eintreten auf di e Kassa- tionsbesch,verde sin d erfüllt. Dass d er \T erteidiger in der Hauptverhand-
81 No. 54 lung vor dem materiellen Eintreten auf die Anklage nicht einen fõrm- lichen Antrag auf Ablehnung der militãrgerichtlichen Zustãndigkeit ge- .stellt, sondern ~ie Zustãndigkeit bloss gerügt hat, schliesst die Geltend- Inachung des Kassationsgrundes der Ziffer 3 von Art. 188 MStGO nicht .aus. Denn nachdem das Gericht auf d en vom V erteidiger in sein em Vor- trag zur Sache nachgeholten Antrag eingetreten ist und die Frage seiner _Zustãndigkeit behandelt uud beurteilt hat, bildet der Entscheid über ·dieselbe einen Bestandteil des Urteils, und es muss gegen denselben so;gut wie gegen das übrigen Urteil das Rechtsmittel der I}.,~ssation gegeben sein. Es mag deshalb dahingestellt bleiben, ob angesfchts der Bestim- rnung des Abs. 2 zu Art. 188 MStGO die zu Beginn der Hauptverhandlung ·erhobenen Rüge nicht schon eine genügende Einsprache gegen die Zu- .stãndigkeit des Gerichtes bedeute, so dass daraufhin der Grossrichter diese Einsprache ohne weiteres gen1ãss Art. 142 zur vorfragsvveisen Er- ledigung zu bringen hatte. B. Das Territorialgericht hat bei Bejahung seiner Zustandigkeit auf die unzutveffende Erwagung abgestellt, dass das von den Ange- klagten d ur eh di e Diebstahlsanzeige in Gang gesetzte V erfahren ausschliess- Iich gegen >, gerichtet gewesen sei, bzw. bei Weiterführung sich nur habe gegen eine Militãrperson richten kõnnen, das s infolgedessen das von ihnen in diese1n V erfahren abgegebene falsche Zeugnis e ine strafbare Handlung an >, darstelle. Nun handelte es sich jedoch bei dem stattgehabten Verfahren nicht um eine gerichtliche Voruntersuchung im Sinne des Art. 109 ff. lVIStGO gegen bestim1nte Militãrpersonen, sondern un1 eine Beweisaufnahn1e gemass Art. 108 zum Zwecke der vorlaufigen Fest- :stellung der Tat und der Ermittlung des Taters, als welcher zwar eine Militarperson verdachtigt war, aber schliE~sslich auch eine Zivilperson in Frage kon1men konnte. Wenn aber das Verfahren nicht gegen be- .stünmte l\1ilitãrpersonen gerichtet war, so kann auch das von den beiden Angeklagten in demselben bewiesene wahrheitswidrige V erhalten, ihre _bewusst unrichtigen Behauptungen hinsichtlich des Vorliegens eines Diebstahls - ganz abgesehen von der Frage, ob darin der Tatbestand,des gerichtlichen falschen Zeugnisses gemass Art. 159MStG erfüllt liege -, nicht als strafbare Handlung an Militarpersonen beurteilt werden, so dass die Kompetenz der lVIilitargerichte zur Verfolgung derselben aus Art. l, Ziff. 8, nicht herzuleiten ist. Ob überhaupt das gerichtliche falsche Zeugnis al s V ergehen gegen eine Person un d nicht vielmehr al s eine Verletzung der Militãrgerichtsbarkeit aufzufassen und als solche, wenn von Zivilpersonen begangen, mangels einer bezüglichen Bestim- lnung des Gesetzes der Zustandigkeit der Militargerichte entzogen ist, kanu bei dieser Sachlage unerõrtert bleiben ... (25. September 1917, D. und L. Felzhalb e. T. G. 4.) 6