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71 No. 49 Le délai de 24 heures pout· annoncer un recours en cassation n'est pas prolongé même s'il expire un dimanche. 11 termine per t·icorrere in cassazione e di 24 ore (art. 189, :al. 2, LOGJ\1) anche se scade in domenica. Il est certain et il ne peut être contesté que le recours est tardif. Le délai expirait le dimanche 22 juillet à midi 3/4· La lettre con- tenant la déclaration de recours a été consignée le lertdemain seulement,à la poste. Il n'est pas possible d'admettre l'opinion du grand juge prorogeant de 24 heures le délai, parce qu'il tombait s ur un dünanche. N ulle part, la l oi n1ilitaire ne prévoit u ne telle possibilité; (21. August 1917, Matthey e. T .. G. 2.) 49. Geliilfenschaft bei der Meuterei. MStGB Art. 23, 58, 59. Notion (le complieité d'un délit de mutinerie. Art. 23, 58, :59 CPl\1. N ozione de lia complicità ne l delitto di sedizione (a1·t. 23,,58, 59 CPl\11). Durch Urteil des Divisionsgerichts 5 a wurden Unieroffiziere :und ]:;'üsiliere, z.vorunter Füsilier Z., wegen Insubordinaiion und j\1 euierei, ferner S eh. zvegen (;ehilfenschafi z u M euierei, verurieilt . . .(;egen das Urteil ergriff Sch. Kassalionsbeschwerde. Sie zvurde .abgezviesen. Le tribunal de division 5 a avail condamné des sous-officiers .et fusiliers, entre auires le fusilier Z., pour insubordinaiion ei mu-. tinerie, de phzs Sch. pour complicilé de mutinerie. Sch. recourut en .cassaiion; son recours fui rejeté. I l iribunale di. divisione 5 a aveva condannato de i soii' ufficiali .e soldati, ira i quali il fuciliere Z. per insubordinazione e sedizione; inolire Sch. per complicità nella sedizione. Sch. ricorse in cassazione. ll suo ricorso fu respinio. Z. hatte versucht, seine Kameraden zur Befreiung von vier in Arrest gesetzten U nteroffizieren aufzuwiegeln. lVIit Bezug auf S eh. stellte das Divisionsgericht fest, dass derselbe sich dahin geaussert habe, es ware haarig, wenn 1nan die Unteroffiziere im Stich liesse, Z. habe Recht,,er sei gleicher Ansicht wie dieser. Diese Áusserung, sagt das Divisions- gericht, "\Var geeignet, die durch die Reden des Z. bewirkte unruhige und aufrührerische Stimmung zu fõrdern. Das Verhalten des Sch., der ledig- lich auf das von Z. Gesagte Bezug nahm, den Z. unterstützte, kann
No. 49 72 nun aber, so argu1nentiert das Divisionsgericht weiter, nicht als lVIit- urheberschaft, sondern bloss als ein- geringerer Grad der Teilnahme an der Meuterei angesehen werden, sei es Gehilfenschaft oder Begünstigung~ Diese mildere Form ist auch bei der Meuterei moglich, denn das Gesetz. unterscheidet hier nicht, wie z. B. bein1 Aufruhr in Art. 52 und 53 MStG,. jn der Strafandrohung gewisser verschiedener Grade - Anstifter, .A.n- führer, Urheber, übrige Teilnehmer- und stellt zudem in Art. 60, lit. e,. ein nicht unbedeutendes Strafminimum von 6 Monaten Gefangnis auf.. Das Gericht hat Gehilfenschaft angenomn1en, und zwar schon deshalb,. weil nicht anzunehmen sei, dass, als Sch. seine Ausserungen getan, die von Z. verübte Meuterei schon abgeschlossen war, sondern dass vielmehr heide Handlungen teilweise nebeneinander hergingen, da Z. seine Ãusse- rungen mehrfach wiederholte. D. Sch. ist nach den aktengemassen F.,eststellungen unstreitig ent- weder Miturheber oder Gehilfe oder Begünstiger der Meuterei. Als Haupt- urheber wurde der Füsilier Z. bestraft, und zwar mit vollem Rechte. C)b dabei auf Art. 58 und 59 MStG abgestellt wird, ist nicht entscheidend. Das .Divisionsgericht hat bei de al s anwendbar era eh tet. D er V erteidiger des Rekurrenten vertritt die Ansicht, dass es sich bloss u1n den Tat- bestand des Art. 59 handeln kõnne. Der vorliegende Tatbestand erfüllt das Delikt der Aufwiegelung zu1n Aufruhr. Die Grosszahl der Mannschaft im Zünmer 37 behielt nicht von ungefahr Hosen und Strümpfe im Bette an, geplant war die gewalt- same Befreiung d er in Arrest vetsetzten vier U nteroffiziere. Selbst- verstandlich ist au eh d er Tatbestand des Art. 59 gegeben; es war di e Anstiftung der lVIannschaft zu grober Insubordination und Dienstver- letzung gewollt. Die von Z. gebrauchten Ausdrücke lassen darüber keinen Zweifel aufkoininen. Sch., den sein Kompagniekommandant als \Vühler und Hetzer bezeichnet, wusste dies und unterstützte Z. darin. Und nun die rechtliche Qualifikation der Handlung des Rekurrenten .. Festgestellt ist, dass er, ün Anschluss an die Reden des Z., sich ausserte,. >. Ni eh t festgestellt i s t, das s di e zustimmende Ãusserung des Rekurrenten zu den aufrührerischen Reden des Z. erst erfolgte nach dem letzten derartigen Ausspruche des Z. Dieser sprach sich namlich nicht bloss einmal im gleichen Sinne aus, sondern wiederholt, sowohl als Korporal Zw. den Zin1merappell vornehmen 'vollte,. als dem Oberlieutenant li.. gegenüber, der auf den Rapport des Korporals. z,v. hin erschien, um Ruhe zu schaffen und die Vornahme des Abend- verlesens zu überwachen. Es ist anzunehmen, dass Z. auch in der Zvvi- schenzeit aufreizende Reden geführt hat. Das Divisionsgericht ging offenbar davon aus, Scp. habe gleich zu Anfang seine laute Zustimmung zu1n V erhalten des Z. kundgegeben un d erblickte darin ei ne Gehilfen-
73 No. 49' schaft, wahrend der Auditor· den Sch. als Tater ansieht und auch der Vertreter des Armeeauditors diesen Standpunkt zu teilen scheint. Aber au eh di e Auffassung d er Vorinstanz lâsst si eh ganz wohl vertreten; auf jeden Fall kann darin keine Gesetzesverletzung erblickt 'verden. Würde Miturheberschaft angeno1nmen, so hatte di e Kassation · ausgesprochen 'verden müssen, wenn der Auditor Rekurs eingeleitet :Q.ãtte. Dà er dies nicht getan, 1nuss die Kassation des Urteils unterbleiben, weil sie zu einer wesentlichen Erhõhung des Strafmasses führen müsste. Dagegen wãre auf Kassation zu erkennen, wenn statt Gehilfenschaft blosse Be- günstigung angenommen würde. Art. 23 MStG normiert, dass, wer vorsatzlich die Vollbringung des Verbrechens durch Rat und Tat, aúch durch vorlãufige Zusage eines erst nach verübter Tat zu leistenden Bei-. standes, befordert, Gehilfe ist. Die Strafe des Gehilfen betragt nach Art. 24, lit. b~ mindestens ein Viertel der dem Urheber gesetzlich zu- gedachten Strafe. Art. 25 statuiert: >. Nach Art. 2& richtet sich die Strafe des Begünstigers nach. derjenigen des Urhebers,. doch darf ihn hochstens die Halfte der auf die Übertretung gesetzten Strafe treffen. Ein Straf1ninimum ist gesetzlich nicht vorgesehen. Der .L~nsicht des Auditors, dass ün V erhalten des S eh. ein selbstandiges De- likt zu erblicken sei, entweder dasjenige der Insubordination oder aber der Meuterei, kann im Hinblick auf die vorinstanzliche Feststellung der den1 Sch. zur Last fallenden Handlung nicht beigepflichtet werden. D er Auditor unterlasst e s, si eh darüber, welchen V ergehens d er Ange- klagte sich schuldig gernacht habe, bestim1nt auszusprechen, scheint aber eher geneigt zu sein, Insubordination anzunehmen irn Sinne von Art. 61, 62, speziell Art. 63, Al. l, MStG. Den Vertunstandungen des Falles entspricht jedoch die Anwendung von Art. 58 oder 59 MStG. Es ginge wohl zu weit, den Sch. als Urheber, bzw. Miturheber der Meuterei anzuklagen. Das grosse W ort führte von Anbeginn Z. S eh. kam erst spater dazu, er unterstützte den Z. in seiner l'atigkeit durch Spendung von Beifall und durch Zusage eines nach verübter Tat zu leistenden Bei- standes; es kon n te wenigstens Z. di e zustimmenden Ãusserungen des Sch. sehr wohl in diese1n Sinne auffassen. Die lViõglichkeit einer andern Qualifikation des V erhaltens des Rekurrenten ist ni eh t ausgeschlossen; ein Rechtsirrt1-Irn kann aber in der vorn Divisionsgericht seine1n Urteil zugrunde gelegten Qualifikation des l'atbestandes nicht erblickt werden. Jedenfalls würde es sich, wenn Gehilfenschaft nicht vorliegen sollte, u1n Begünstigung i m Sinne von Art. 25 handeln, un d es 'vãre di e Theorie des Verteidigers, dass eine solche deshalb ausgeschlossen sei, weil eine Fõrderung des Taters in bezug auf das von ih1n begangene Verbrechen nicht in Frage steht, entschieden zurückzuweisen. (21. August 1917, Schellharniner e. D. G. 5 a.)