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MKGE 1 Nr. 47

MKGE 1 Nr. 47 — Schmid Jacques e. T. G. 4.

Mkg · 1917-08-07 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

69.

No. 47

Angeklagte den Artikel zum mindesten u1nredigiert und persõnlich zur

Verõffentlichung gebracht habe; enthalt der Artikel eine Übertretung,

so liegt ei ne der Hauptursachen zweifellos im Handeln des Angeklagtep;

auch eine Bestrafung des ursprünglichen Verfassers würde die Haftbar-

keit des Redakteurs in einem solchen Falle nicht ausschliessen. Seinen1

Entschluss ist es zuzuschreiben, dass die Vorwürfe in der Offentlichkeit

erhoben wurden, und er hat durch redaktionelle Überarbeitung auch die

Form bestimmt, in der die Vorwürfe dem Leserkreise zur l{enntnis ge-

bracht 'vurden.

D. Auch dem Einwand, dass sich der Angegriffene nicht verletzt

fühle,

~ann keine grundsatzliche Bedeutung beigemessen werden.

Da die Ehrverletzung nach lVIilitarstrafrecht nicht Antragsdelikt ist,

so hangt die Strafbarkeit nicht vom Willen einer Privatperson ab. Das

Rechtsgut der Ehre liegt nicht in dern persõnlichen Empfinden, sondern

Ü1 der mehr aussern Tatsache der gesellschaftlichen Anerkennung; das

Gesetz \Vill übrigens nicht nur private Interessen, sondern vor allem die

vom Armeeauditor erwahnten offentlichen Interessen gegen Angriffe

schützen.

(7. August 1917, Schmid Jacques e. T. G. 4.)

47.

Durch die Prasumtion des Art. 94 1\IIStGB wird nicbt ein vom

allgemeinen Vorsatzbegt·iff (MStGB Art. 13) abweichender Begriff

aufgestellt, sondern nut· die Beweislast verschoben. In der Nieht-

beachtung dieser Vorschrift über di e Beweislast liegt e ine V erletzung

des Strafgesetzes (MStGO At·t. 188, Ziff. 1).

La préso1nption de l'at·t. 94 CPM ne fait que déplacet· le fardea11 .

de la preuve; elle n'introduit pas dans la loi une notion spéciale de

l'intention ci·iminelle, autre que celle p1·évue de façon génét·ale

à l'art. 13 CPM. La méconnaissanee de cette regle sur le fardeau

de la preuve coitstitue une violation de la loi pénale, au sens d~

l'at·t. 188, chiffre 1, OJM.

La presunzio11e dell'art. 94 CPM non fa ebe inve1·tii·e l'onere

della prova: essa non modifica il principio della punibilità di un

{lelitto so lo quando e compiuto eon intenzione dolosa (art. 13 CPl\11).

La non osservanza di questa regola circa Ponere della p1·ova co-

stituisce una violazione della Iegge penale (art. 188, al. 1, IÁO GJ\1).

B. Der objektive Tatbestand des Art. 97 l\1StG ist erfüllt, "\vas auch

vo1n urteilenden Gericht angeno1nmen wird.

Dagegen erachtet das

Territorialgericht 4 den subjektiven Tatbestand nicht als verwirklicht,