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MKGE 1 Nr. 46

MKGE 1 Nr. 46 — Kagi e. D. G. 5 a.

Mkg · 1917-07-20 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

67 No. 46 nicht so weit gehen, auch die einzelnen Umstãnde, unter denen der Er- folg eintrat, in das Erfordernis der Voraussehbarkeit einzubeziehen. Nicht darum handelt es sich, ob K. voraussehen konnte, dass W. das Gewehr aus dem Rechen nehmen werde, um nach der Nu1n1ner zu sehen, und dass er dabei an den Abzug geraten werde, wahrend ~die Mündung gegen einen Kameraden gerichtet war; diese Umstande stellen freilich für den Angeklagten einen nicht voraussehbaren Zufall dar, aber einen Zufall, der bei pflichtgemasser Aufmerksan1keit des Angeklagten das U nglück eben ni eh t herbeige{ührt hat te. E s · handelt si eh einzig darum, o b K. wissen musste, dass sein \r erhalten au f alle Fiille diejenige Gefahr in sich schloss, die sich dann verwirklicht hat. Der Erfolg muss nicht als ein notwendiger, er muss nur als ein moglicher voraussehbar ge- wesen sein; es genügt, dass er im Bereich allgemeiner Erfahrung und der de1n Tãter zuzumutenden besondern Voraussicht liegt. E. Di e Voraussehbarkeit des Erfolges in diesem Sinne kann ernstlich nicht bestritten werden. Es war Hingst vor der Totung S.s jeder- mann bekannt, dass das unvorsichtige Urngehen 1nit geladenen Waffen gerade die Folge haben kann, die hier eingetreten ist. Die Gefahr war im vorliegenden Fall tun so grosser, al s K. ein geladenes un d ungesichertes Gewehr ins Kantonnernent getragen und dort unter entladene und ge- sicherte gestellt hat, und dem Angeklagten war um so 1nehr zuzu1nuten, dass er die Gefahr erkenne, als er für die Entladung und Sicherung der Gewehre seiner Untergebenen verantwortlich war. F. Ob W. dadurch eine Unvorsichtigkeit begangen, dass er an den Abzug griff, wãhrend das Gewehr gegen S. gerichtet war, ist nicht zu untersuchen; aber au eh wenn er vorn Divisionsgericht verurteilt worden ware, so ware damit K. nicht ohne weiteres entlastet, sondern er wãre im1ner noch rnitverantwortlich für den in erster Linie dureh seine Fahr- lãssigkeit verursachten Erfolg. (20. Juli 1917, Kagi e. D. G. 5 a.) 46. Die Kassationsbescbwerde muss innerhalb 24 Stunden der Post übergeben sein; die Abstempelung der Sendung innerbalb dieser Frist ist nicl1t erforderlich (MStGO Art. 189, Abs. 2). Das l\lilitarsti·afrecl1t liennt lieine stufen\veise V erantwortlicbkeit für Pressdelikte; docb kann der Redaktor einer Zeitung fü1· einen AI·til{el, der einen st.rafbaren Tatbestand erfüllt, als Teilnehmer (l\IStGB AI~t. 20) verantwortlich· sein, aucl1 wenn er den Artikel nicbt vei~fasst, sondern n ur überarbeitet un d zur V ei~offentlichung gebt·acbt hat. Matei~iellrechtliche Wirliung des Offizialprinzips

No. 46 68 auf die Ehr\"ei~letzung: sie ist aucl1 dann strafba1·, lvenn sicl1 der Angegrifféne nicht vet·letzt fühlt (1\iiStGB Art. 162). Le I·ecout·s en cassation doit être mis à la poste dans les 24 lieu1·es; mais il n'est pas nécessaire que le timbre postal soit apposé dans ce délai (a1·t. 189, al. 2, OJM). Le droit pénal militaire ne connait pas de responsabilité en cascade pour les dé- lits de p1·esse. Cependant le rédacteur d'un journal peut être respon- sable d'un a1·ticle délictueux en qualité de « participaut» (art. 20 CPM), même qttan(l il n'est pas l'auteur de l'article, s'il l'a remariié et fait parait1·e. Conséquences du principe que l'atteinte à l'honneu1· se poursuit d'office pour la notion même de ce délit: il y a aussi lieu à punition quand celui qui a été l'objet de l'offense déclare ne p as se sentir atteint (art. 162 CPl\1). Basta che un 1·icoi·so in cassazione sia consegnato alia posta entro il termine di 24 ore; non e necessario che sia timb1·ato (lalla posta entro tale termine (art. 189, al. 2, LOGM). 11 diritto penale milita1·e non conosce una 1·esponsabilità scalare per delitti di stampa. 11 1·edattore di un giot·nale puõ perõ essere condannato come partecipante ad un reato di stampa (a1·t. 20 CPM) an eh e se no n e l'autol~e dell" at·ticolo ineriminato, qualora lo abbia l~iveduto e fatto pubblicai~e. Un delitto contro l'onore (art. 162 CPl\1) e punibile anche se colui contro e ni e dit·etto no n si riti ene offeso: ciõ in conseguenza del principio che i delitti milita1~i sono perseguibili d'ufficio. A. lVIit Unrecht behauptet der Auditor, das Kassationsgesuch sei verspatet eingereicht worden. Aufgabe zur Post innert der Frist von 24 Stunden genügt (MKG in Sachen G. Scherrer vom 21. Mai 1914); es kommt nicht darauf an, welchen Poststempel die Sendung tragt, da der Aufgeber über den Zeitpunkt, in dem die Sendung abgestempelt wird, ni eh t verfügen kann ... C ... Der Angeklagte bestreitet, strafrechtlich verantwortlich gemacht werden z u kõnnen für diesen Artikel, weil er ni eh t d er V erfasser sei. Es ist richtig, das s das Militãrstrafrecht di e stufenweise V erantwortlich- keit für Pressdelikte nicht kennt. Das Territorialgericht hat sich aber ni eh t auf ei ne stufenweise V er antwortlichkeit gestützt, sondern auf di e Bestim1nungen der Art. 20 ff. MStG, wonach alle Teilnehmer einer straf- baren Handlung strafbar sind und als Urheber derjenige gilt, der un- Inittelbar oder 1nittelbar die Hauptursache der Übertretung ist. Der Angeklagte wurde also keineswegs für das V erhalten eines andern, d er nicht gefunden 'verden konnte, sondern für seine eigene Handlung ver- antwortlich ge1nacht. Das Territorialgericht hat festgestellt, dass der