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MKGE 1 Nr. 4

MKGE 1 Nr. 4

Mkg · · Deutsch CH
Erwägungen (2 Absätze)

E. 4 De1· Antrag respo die Rüge gemass MStGO Art. 188, Abs. 2, kanu vor MKG anders begründet werden als vor Divisionsgericht. D er vom O KK als l(riegst~esei·ve gelagerte W eizen ist eine « Sacbe, die der A1·mee dient» (A1·t. 1, Ziff. 8). Das MKG l{ann nicht überprüfen, ob Vo1·satz vo1·handen \Var, sonde1·n nu1·, ob das Di- visionsgericllt den richtigen Rechtsbegriff des Vorsatzes anwandte. Schadenersatz hebt den Tatbestand der Veruntreuung uicht a11f (MStGB Art. 150). Le recours (art. 188, al. 2;; OJM) peut être motivé devant le tribunal de cassation par d'autres arguments que ceux employés devant le tribunal de division. Les stocl{s de blé, réunis par le Commissariat fédéral des guerres comme réserve de guei·re, rentrent dans les « choses destinées à l'usage de l'armée» de l'art. 1' D0 8. Le tribunal de cassatiou ne peut pas examiner s'il y a eu intention crimiuelle, mais seulement si le t1·iblinal de division est parti d'une notion j11ste de ce qu'est l'intention criminelle. L'offre ou le paie- ment de dommages-intérêts au lésé ne supp1·ime pas le délit de malversation (CPM. art. 150) ..

E. 5 No. 4

Le eecezioni i'ndicate dai 111 2 a 6 dell'ai~te 188 della OGl\1[

possono esse1·e motivate davanti alia cassazione in modo diverso

che davanti il tribunale di divisione.

11 grano immagazzinato

come I·isei·va di guerra dai Commissariato federale di guei·ra e

eosa destinata all'us o dell'a1·mata (arte 1, 11° 8). Il tribunal e

militare di eassazione non puõ esamina1·e se vi fosse intenzione

dolosa, ma solo se il tribunale di divisione applicõ co1·rettamente il

concetto della intenzione dolosa. Il risarcimento dei danni non

distrugge il fatto della preva1·icazione (CPM. art. 150).

A... D er Auditor betont, das s d er. Angeklagte erst vor Kassations-

gericht si eh auf d en Standpunkt stellt, d er fragliche W eizen sei ni eh t eine

Sache, die der Armee diene. Daraus ist aber nicht zu schliessen, dass das

Kassationsgericht auf dieses Argument nicht eintreten konne. Es genügt,

dass der Kassationsgrund der sachlichen Unzustandigkeit in der Haupt-

verhandlung Gegenstand eines Antrages des Kassationsklagers war,

wie es für den vorliegenden Fali zutrifft. Der Schlussabsatz von Art. 188

MStGO will lediglich verhindern, dass eine Partei wissentlich und still-

schweigend V erfahrensfehler geschehen lasst, um dan n nachher do eh ei n

Kassationsgesuch. zu stellen, wenn das Urteil für si e ungünstig ausfallt

(MKG in Sachen X. vom 19. Dezember 1912, Z 26, 169, Erw. 2).

Für das Kassationsgericht kon1mt es also n ur darauf an, o b d er auf Art. 188,

Ziff. 3, MStGO gestützte Antrag in der Hauptverhandlung gestellt,

nicht aber darauf, wie er im einzelnen begründet worden ist.

B ... E s fragt si eh, o b di e eingeklagte 1-Iandlung begangen wurde an

Sachen, die der Armee dienen. Auch diese Frage ist nach den vom

Divisionsgericht festgestellten Tatsachen zu bejahen. Es handelt sich

um einen von einer n1ilitarischen V erwaltung angelegten Getreidevorrat;

das deutet schon darauf hin, dass militarische Interessen, und zwar in

überwiegendem Masse, damit verknüpft waren. Die z,veckbestimmung

ergibt sich kiar aus der Stelle des Schreibens des Oberkriegskoinmissa-

riats an die Firma St. & W. vom l. Juli 1915 9 wo es heisst: <<dass der

eingelagerte Weizen eine l{riegsreserve, eine sogenannte eiserne Ration

bildet, die jetzt nicht angegriffen werden darf, da dadurch ihr Zweck

rein illusorisch würde>>. Das bei St. & W. eingelagerte Getreide hat dem-

nach in erster L.inie den Zweck gehabt, die Ernahrung der Armee für

den Kriegsfall sicherzustellen. Diese Bestjn1mung war so lange n1ass-

gebend, als der Vorrat naeh den1 Willen der zustandigen Behõrde un-

angegriffen aufrechterhalten werden 1nusste. Erst in dem Augenblick,

wo das Lager ganz oder teilweise für den Privatgebrauch frejgegeben

'vurde, war der Weizen nicht 1nehr <<eine" Sache, die der Ar1nee diente>>;

eine solche Freigabe durfte aber nicht erfolgen, bevor die Versorgung

der Arn1ee anderweitig gesichert war, konnte also keinenfalls durch den

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

No. 4 4 l'art. l dell'ordinanza 6 agosto 1914.

e. e adunque sottoposto al tribunale militare jn forza del n° 8 dell'ar t. l Cod. proc. pen. mii. e non del n° 7 di detto articolo (v. Commentario Stooss, art. l, no 8, e sentenza Müller, 22 ottobre 1914, Trib. mii. cass.). C. Il ricorrente reputa che l'ordinanza 6 agosto 1914 e incostitu- zionale .. Tale questione fu pero già decisa nel senso che il tribunale mili- tare di cassazione non e competente a pronunciarsi sulla costituzionalità di un'ordinanza che e incaricato di applicare. D. Si potrebbe chiedersi se fos se opportuno di deferire i l ricorrente al tribunale 1nilitare invece di punirlo disciplinar1nente a 1notivo della poca gravità del delitto. Ma la soluzione di questa questione non spetta a questo tribunale, a cui incombe solo di esamin~re se vi fu o meno viola- zione di legge. Al riguardo bisogna constatare anzitutto che la sen- . tenza amnlise uno stato di fatto, che non puo essere modificato. Risulta dallo stesso che il ricorrente ins~ltà ripetutamente una sentinella che eseguiva la sua consegna. Vero e ch'egli disse di essere stato provocato da questa sentinella e che la stessa aveva eseguito scorrettamente la sua consegna. Ma il tribunale non ha accolto queste affermazioni e si limito a tener conto di circostanze forte1nente atlenuanti nell'applica- zione della pena. (11. November 1915, Cattori e. D. G. 5 b.) 4. De1· Antrag respo die Rüge gemass MStGO Art. 188, Abs. 2, kanu vor MKG anders begründet werden als vor Divisionsgericht. D er vom O KK als l(riegst~esei·ve gelagerte W eizen ist eine « Sacbe, die der A1·mee dient» (A1·t. 1, Ziff. 8). Das MKG l{ann nicht überprüfen, ob Vo1·satz vo1·handen \Var, sonde1·n nu1·, ob das Di- visionsgericllt den richtigen Rechtsbegriff des Vorsatzes anwandte. Schadenersatz hebt den Tatbestand der Veruntreuung uicht a11f (MStGB Art. 150). Le recours (art. 188, al. 2;; OJM) peut être motivé devant le tribunal de cassation par d'autres arguments que ceux employés devant le tribunal de division. Les stocl{s de blé, réunis par le Commissariat fédéral des guerres comme réserve de guei·re, rentrent dans les « choses destinées à l'usage de l'armée» de l'art. 1' D0 8. Le tribunal de cassatiou ne peut pas examiner s'il y a eu intention crimiuelle, mais seulement si le t1·iblinal de division est parti d'une notion j11ste de ce qu'est l'intention criminelle. L'offre ou le paie- ment de dommages-intérêts au lésé ne supp1·ime pas le délit de malversation (CPM. art. 150) ..

5 No. 4 Le eecezioni i'ndicate dai 111 2 a 6 dell'ai~te 188 della OGl\1[ possono esse1·e motivate davanti alia cassazione in modo diverso che davanti il tribunale di divisione. 11 grano immagazzinato come I·isei·va di guerra dai Commissariato federale di guei·ra e eosa destinata all'us o dell'a1·mata (arte 1, 11° 8). Il tribunal e militare di eassazione non puõ esamina1·e se vi fosse intenzione dolosa, ma solo se il tribunale di divisione applicõ co1·rettamente il concetto della intenzione dolosa. Il risarcimento dei danni non distrugge il fatto della preva1·icazione (CPM. art. 150). A... D er Auditor betont, das s d er. Angeklagte erst vor Kassations- gericht si eh auf d en Standpunkt stellt, d er fragliche W eizen sei ni eh t eine Sache, die der Armee diene. Daraus ist aber nicht zu schliessen, dass das Kassationsgericht auf dieses Argument nicht eintreten konne. Es genügt, dass der Kassationsgrund der sachlichen Unzustandigkeit in der Haupt- verhandlung Gegenstand eines Antrages des Kassationsklagers war, wie es für den vorliegenden Fali zutrifft. Der Schlussabsatz von Art. 188 MStGO will lediglich verhindern, dass eine Partei wissentlich und still- schweigend V erfahrensfehler geschehen lasst, um dan n nachher do eh ei n Kassationsgesuch. zu stellen, wenn das Urteil für si e ungünstig ausfallt (MKG in Sachen X. vom 19. Dezember 1912, Z 26, 169, Erw. 2). Für das Kassationsgericht kon1mt es also n ur darauf an, o b d er auf Art. 188, Ziff. 3, MStGO gestützte Antrag in der Hauptverhandlung gestellt, nicht aber darauf, wie er im einzelnen begründet worden ist. B ... E s fragt si eh, o b di e eingeklagte 1-Iandlung begangen wurde an Sachen, die der Armee dienen. Auch diese Frage ist nach den vom Divisionsgericht festgestellten Tatsachen zu bejahen. Es handelt sich um einen von einer n1ilitarischen V erwaltung angelegten Getreidevorrat; das deutet schon darauf hin, dass militarische Interessen, und zwar in überwiegendem Masse, damit verknüpft waren. Die z,veckbestimmung ergibt sich kiar aus der Stelle des Schreibens des Oberkriegskoinmissa- riats an die Firma St. & W. vom l. Juli 1915 9 wo es heisst: >. Das bei St. & W. eingelagerte Getreide hat dem- nach in erster L.inie den Zweck gehabt, die Ernahrung der Armee für den Kriegsfall sicherzustellen. Diese Bestjn1mung war so lange n1ass- gebend, als der Vorrat naeh den1 Willen der zustandigen Behõrde un- angegriffen aufrechterhalten werden 1nusste. Erst in dem Augenblick, wo das Lager ganz oder teilweise für den Privatgebrauch frejgegeben 'vurde, war der Weizen nicht 1nehr >; eine solche Freigabe durfte aber nicht erfolgen, bevor die Versorgung der Arn1ee anderweitig gesichert war, konnte also keinenfalls durch den