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No. 24
a.uf die deshalb eingetreten werden muss, weil die Erfordernisse des
.subjektiven Tatbestandes streitig sin d ...
Im Urteil des Territorialgerichts dreht sich die Erõrterung über
den subjektiven Tatbestand um die Frage, ob die Angeklagten die
übertretenen Vorschriften gekannt haben. Das ist ein unrichtiger Stand-
punkt. Ist ein Strafgesetz in gehõriger Weise verõffentlicht, so ~chützt
die Unkenntnis des Gesetzes auch da nicht vor Strafe, wo der Tat-
bestand V orsatz verlangt. E s kann ein Tatbestand, d er das Ge&etz ver-
letzt, vorsãtzlich verwirklicht ·"rerden, ohne dass der Tãter das Gesetz
:gekannt un d richtig ausgelegt hat. D er V orsatz ist gegeben, sobalcl
die Tat gewollt war. Das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit ist nicht
Tatbestandsmerkmal des Vorsatzes (so das Militãrkassationsgericht in
wiederholten Entscheiden, z. B. in Sachen Farinelli [Brotversorgung],
Ghicloni un d Konsorten [Brotversorgung], bei de vo1n 11. 'lV1ai l 915,
Manhart [Ausfuhrverbot] vom 3. November 1915).
(20. Mãrz 1916, Pfenninger und, Konsorten e. T. G. 5.)
24.
Gehilfenschait (MStGB Art. 23), insbesondere bei der Über-
;ti·etung eines Ausiuhrverbotes.
Notion de la complicité (a1·t. 23 CPl\1), particulierement en
matiere de violation d'une défense d'exportation.
Complicità (art. 23 CPM), in ispecie nelle violazioni d ei di-
vieti di esportazione.
B. Der Grundsatz > "vãre dann verletzt, wenn
die Angeklagten wegen blossen Verkaufs von Speiseõl verurteilt 'vorden
wãren, da d er I-Iandel mit dieser W are an si eh ni eh t un te r Strafe steht.
Di e ·V erurteilung erfolgte aber deswegen, weil das Gericht in d en be-
sondern Umstãnden, unter denen die Angeklagten in zwei Fãllen ihre
W are absetzten, eine Gehilfenschaft bei Übertretung des Ausfuhrver-
botes erblickte. Dieser Tatbestand steht unter gesetzlicher Strafan-
drohung ....
C. Es fragt sich nur noch, ob die Voraussetzungen der Gehilfen-
:schaft (Art. 23 MStG) erfüllt seien. Nõtig ist Vorsatz. Das Territorial-
gericht verlangt zuviel, wenn es die an der Grenze wohnenden Handel-
treibenden für verpflichtet erklãrt, z u prüfen, o b di e "VvT are vo1n Kãufer
für das Ausland bestimmt sei. Das würde zu dem gesetzwidrigen Schluss
führen, das s schon di e blosse Fahrlãssigkeit ei ne Strafe wegen Gehilfen-
schaft begründen kõnnte. Diese unrichtige Auffassung fãllt aber des-
halb für die Beurteilung des vorliegenden Falles ausser Betracht, 'veil
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