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269 No. 151 das Urteil mangels eines Antrages der Überprüfung entzogen. - Das Kassationsgericht kann auch nicht gestützt ~uf Art. 97 MStG zu eíner andern Auffassung· kommen. Art. 97 stellt denjenigen dem Ausreisser gleich, der einem Aufgebot nicht Folge le.istet. Ware J. nicht eingerückt, dann ware es fraglich, o b er al s Dienstverweigerer hatte bestraft werden . · kõnnen. Aber Art. 97 gilt ausdrücklich n ur für >; auch ist kein Aufgebot an ihn ergangen. Das heisst aber ni eh t,. dass er, wenn er einmal die Stellung angetreten hatte, damit nicht die Verpflichtungen übernahm, die u. a. durch Art. 93 ff. lVIStG:, strafrechtlich geschützt sind. Ein Anstellungsverhaltnis kann übrigens auch l\1ilitardienst im vollen Sinn des vVortes begründen (Fortwachter usw.). Es ist álso nicht nõtig, dass ein militarisches Aufgebot voraus- gegangen sei, bevor 1uilitarische V erpflichtungen, wie di e hier in Frage stehende, begründet 'verden kõnnen. · (20. Juni 1925, Ilg e. D. G. 6 a.) 151. Der Dienstpilichtige, welclter in eine1· ausserhalb (les Dienstes eingereichten militai~ischen Beschwerdeschrift sich eh1·verletzende Xusserungen gegen Militarbehõi·den zuschulden. l{ommen lasst, untersteht nach MStGO Art. 1, Ziff. 5, de1· Militai·gerichtshai·keit.- Die Kassation eines divisionsgerichtlichen Urteils kann nicht wegen Al{tenwidrigl{eit begeh1·t werden. Le militaire qui, dans une I'éclamation formnlée en dehors dtl service e t ayant trait à une affaire de service, se }lermet des expres- sious offensantes envers (les auto1·ités militaires, est soumis à la jttridiction militaire conformément à l'art. 1, chif. 5, OJM.- On ne Jleut recourir en cassation par le moyen que les faits admis par le t1·ibunal seraient en contradiction avec les piece·s du dossier. l/obbligato al servizio, il quale, in un ricorso, inoltrato fuori di servizio, si rende eolpevole di espressioni ingiuriose contro i superio1·i mi1itari, e soggetto alia giurisdizione militare a norma dell'art. l, cifra 5, della OGM. - Non si puõ domandare la cassa- zione del giudizio di un tribunale di divisione, sostenendo ·eh e sia COiltrario alle risultanze degli atti. S p. zvurde au f sein '' erlangen vor Antriit e in er dreitiigigen Arreststrafe e in er arztlichen U ntersuchung unierzogen. Di ese zvurde vom Kreiskommandanten angeordnet und vom Stellvertreter des Platz-
No. 151 270 - arztes vorgenommen. Der Arzt kam zum Schluss, dass Sp. den Arresl bestehen konne. Die Slrafe zvurde in einem geheizten Lokal bei Spezial- kost ohne Schiidigung ertragen. Einige Wochen spiiier reichte Sp. d em kantonalen .. M. ilitiirdepartement e ine BeschLverdeschrifi gegen d en P latzarzistelluertreter ei n, in zvelcher des s en V erhalten un d di e Anordnungen des Kreiskommandanlen anliisslich d er arztlichen U nter- suchung kritisiert zvurden un d welche ehrverletzende A usserungen gegenüber den beiden Offizieren enthielt. Das Diziisionsgericht, uerurleilte den Sp. wegen Ehruerletzung gegenüber de1n Kreis- kommandanten zu zi.vei Tagen Gefiingnis. Sp. uerlangie Kassation zvegen Unzustiindigkeit d er lVI ilitéirgerichtsbarkeit un d zvegen Akien- zvidrigkeit. Er zvurde abgezviesen. ~4uant de subir une peine de irois jours d'arrêis, S]J. fui, s ur S(I demande, soumis à un examen médical. Le commandant d'arron-· dissernent fil faire cet examen par le remplaçani du 1nédecin de place~ qui conclui que Á_Sp. étaii en élat de subir sa peine. Celle-ci fui subie dans un local chauffé, /5p. reçut une nourriture spéciale, sans qu'il en survint aucun dommage. Quelques semaines plus tard, Sp. qdressa au Déparlement militaire cantonal une réclamation dans .laquelle il critiquait l'attilude du remplaçant du médecin de place, ainsi que les ordres donnés p ar le commandant d'arrondissemenl à l'occasion. de l'examen médical, ei qui renfermaii des expressions offensantes JJour ces deux officiers. Sp. fui condamné par le tribunal de division à la p e ine de de u x jours d'emprisonnement pour atteinte à l'honneur envers le commandanl de place. !l recourut en cassation en invoquant l'incompélence de la juridiciion militaire ei en alléguani que le tribunal auait adn1is des jaits en coniradiction avec les pieces du dossier. Son recours fui écarté. Sp. venne, dietro sua richiesta, sottoposto a uisiia Inedica, prima di incominciare una punizione di ire giorni di arresli. I...ia visita uenne ordinata dal comandanle di circondario ed effeituaia dal rimJJiazzante del medico di piazza. ll medico irovà che Sp. poieua subire la punizione. Questa venne compiuta in un locale riscaldaio, con uilto speciale e senza danni. Alcune seiiimane dopo Sp. inoltrà contro il medico un ricorso al diparlimenio militare· cantonale, criticando l'attiiudine del medico e le disposizioni del comandanie di circondario e d us an do para le ingiuriose contro ambedue g li ufficiali. ll tribuna/e di divisione lo condannà a due giorni di deienzione per offesé all'onore de l comandante di circondario. S p. eh i ese la cassazione
271 No. 151 per incompetenza della giuridizione militare e perche la senienza era contraria alle risultanze degli atti. Il ricorso venne respinio. A. Das Urteil des Divisionsgerichts wird in erster Linie gemass Art. 188, Ziff. 3, lVIStGO wegen Inangelnder sachlicher Zustandigkeit des Militargerichts angefochten. Der Rekurrent Inacht geltend, das Divi- sionsgericht habe die Tragweite von Art. l, Ziff. 5, l\1StGO, womit es seine Kompetenz begründete, verkannt. Nach dieser Gesetzesbestimmung sind der lVIilitargerichtsbarkeit unterworfen: >. Die eingeklagte Handlung ist von einer militarpfliehtigen Pers.on ausserhalb des Dienstes begangen worden. Es ist also nur zu unter- suchen, ob diese Handlung auf dienstliche ]Jjlichten Bezug hatte.
a) D en Begriff d er > in1 Sinne von Art. l, Ziff. 5, lVIStGO hat die CTesetzgebung nirgends abschliessend festgelegt, und es ist z'veifelhaft, ob eine genaue lTmschreibung überhaupt Inõg- lich ware., Das l\~Iilitarkassationsgericht hat in Sachen W iilchli vom 10. No- vernber 1917 1) unter 1-Iinweis auf die Entstehungsgeschichte von Art~ 1, Ziff. 5, I\1Stc;o clie 1nilitargerichtliche Zustancligkeit angenon11nen, so- bald ein l)ienstpflichtiger mit n1ilitarischen Vorgesetzten oder Behõrden in dienstlichen Verkehr tritt und in diese1n Verkehr eine strafbare Hand- lung begeht. I)iesen Standpunkt haben früher schon das Bundesgericht
i. S. liuber vom 22. 1\Iarz 1899 (Be; r~ 25 1 4 ff.) un d der Bundesrat in 'einem Entscheid vom 22. Juni 1903 (ZStR 23 318 f.) eingenommen. Die gleiche Auffassung wird vertreten durch 111 artin (ZStR 23 321) und Eugster, Persõnliche und sachliche Zustancligkeit der schweizerische11 1\~Iilitar gerichte, 70 ff. Nach dieser übereinstimmenden und von der Wissenschaft unter- stützten Rechtsprechungist di e sachliche Zustandigkeit der lVlilitargerichts- barkeit auch iln vorliegenden Fali anzunehmen. b J Dabei erü~rigt es si eh, z u untersuchen, o b jede strafbare Handlung, die ausserhalb des l\~Iilitardienstes, aber im dienstlichen Verkehr einer militarpflichtigen Person mit einen1 \T orgesetzten begangen wird, di e sachliche Zustandigkeit der lVIilitargerichte begründen kõnnte. Denn es handelt sich hier um die Verletzung bestimmt vorgeschriebener Pflich- ten, die auch ausserhalb des l\1ilitardienstes Geltung haben. Art. 9 l\10 bestin1mt: > D ami t ist für di e Auslegung des Begriffs > hingewiesen auf Vorschriften, di e si eh in andern
1) Oben Nr. 63.
No . .151 272 Gesetzen, Verordnungen und Einzelerlassen zustãndiger militarischer Stellen fin de n.
e) E s fragt si eh somit n ur no eh, o b de m Angeklagten ei ne I-Iandlung zur Last gelegt wird, wodurch die für die Ausübung des militãrischen Beschwerderechts geltenden Bestin1mungen verletzt worden sind. Trifft dies zu, so ist au eh die von Art. l, Ziff. 5, lVIStGO verlangte Beziehung z u dienstlichen Pflichten gegeben. Das Beschwerderecht des Wehrmannes ist in Art .. 196 und 197 lVIStG und in den Ziff. 47 ff. des Dienstregleinentes· garantiert. Der Wehrmann, d er· in einer militãrischen Angelegenheit Beschwerde führt, handelt dienstlich, gleichgültig, ob er zur Zeit der Einreichung der Be- schwerde ün Militardienst ist o d er ni eh t. N a eh Ziff. 48 Dienstreglement sin d Beschwerden immer > einzugeben. Das ist in1 vorliegenden Fall auch geschehen. Weiter stellt das Dienstregleme:qt in Ziff. 47 die Vorschrift auf, dass Beschwerden >. Über eine solche Anklage zu urteilen ist nach Art. l, Ziff. 5, .Sache des Militãrgerichts. Damit ist nur festgestellt, dass das Divisions- gericht mit Recht auf die Beurteilung der Anklage eingetreten, nicht aher, dass die Anklage selber be\viesen ist. Die Beweisfrage zu prüfen lag in der Kompetenz und Aufgabe des Divisionsgerichts. B. Der Re:kurrent 1nacht in zweiter Linie geltend, das Urteil verletze das Strafgesetz (Art. 188, Ziff. 1, MStGO). Mit der Erõrterung einer Reihe von Einzelpunkten will der Verteidiger den Nachweis erbringen, dass der Angeklagte bei allen beleidigenden Ã.usserungen gegenüber Major H. gutglãuhig gewesen sei. Er bezeichnet den Sachverhalt, den das Divisions- . gericht dem Urteil zugrunde legte, als teils lückenhaft, teils aktenwidrig. Das Kassationsgericht kann als reines Rechtsrügegericht der Be- schwerde auf di ese m W ege ni eh t folgen. Über Tatfragen entscheidet das Divisionsgericht nach seiner freien Überzeugung, und es hat diese Über- zeugung nicht aus den >, sondern aus der Hauptverhandlung zu schõpfen (Art. 158 MStGO). Darum gibt es auch keinen Kassations-