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MKGE 1 Nr. 14

MKGE 1 Nr. 14 — .A.rnmann e. D. G. 6 a.

Mkg · 1915-12-27 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

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No. 14

und der Ehrverletzung (1-\.rt. 65 und 162 1\lStG) auch gar ·nicht auf-

genommen. Aus Art. 13 MStG ist keineswegs zu schliessen, dass das

Bewusstsein der Rechtswidrigkeit in unserem lVIilitarstrafrecht allge-

Ineine Voraussetzung der Strafbarkeit sei, verlangt wird nur die Tat-

sache d er Rechtswidrigkeit des V orsatzes. N o eh weniger liesse si eh di e

Forderung rechtfertigen, dass schon der Beweggrund des Tãters rechts-

vádrig sein müsse, um eine Bestrafung zu begründen ...

(27. Dezember 1915, .A.rnmann e. D. G. 6 a.)

14.

Das MStGB }{eunt }{eine besonde1·e Bestimmung über den

Notstand. Handlungen, die im Notstand begangen sind, sind nicht

nacl1 Analogie voi~ Art. 31 (Notltvehr), sondern nacb Art. 33, lit. b

(Bescltranl{ung d er Willensfreiheit du1·ch erheblicbe Umstande),

zu behandeln.

Le CPM n'a pas de disposition spéciale sur l'état de nécessité.

On ne peut pas appliquet· par analogie Part. 31 (légitime défense)

à Pétat de nécessité, mais il faut le fah·e rentrer dans les cas de

Pa1·t. 33, litt. b (privation de la 1lleine liberté de volonté ·llar suite

de ci1·constances ma j eures).

Il codice penale Inilitare non contiene disposizioni speciali

circa lo stato di necessità. Ad azioni compiute in tale stato non e

applicabile per analogia Pa1·t. 31 (legittima difesa), Ina l'art. 33,

lett. b (Iimitazione de Ha libertà d 'agire dovuta a notevoli t~irco­

stauze) .

. . . lViit Bezug auf d en Strafminderungsgrund d er beschrankten \Villens-

freiheit (lVIStG Art. 33, lit. b) stellt sich das Divisionsgericht zu Unrecht

auf den Standpunkt, es sei, da das MStG den Beg~iff des Notstandes

nicht kenne, eventuell Art. 31, der von d er Notwehr hándelt, analog heran-

zuziehen. Allerdings ist d er N otstand im l\1 S t G nicht speziell behandelt.

Allein darauf kon1mt es nicht an, sondern darauf, dass Art. 33, lit. b,

als strafmindernd ausdri:icklich die Beschrankung der \\Tillensfreiheit

durch erhebliche Un1stande anführt, 1nag nun diese Beschrünkung unter ·

d en allgerneinen Begriff des N otstandes fallen o d er ni eh t. Gerade ei ne

solche Beschrankung aber behauptet der l{assationsklager und erblickt

sie in de1n Zwang, der auf ihn ausgeübt worden sei dadurch, dass rnan

ihn vor die Wahl gesten-t habe, an die Front zu gehen oder Nachrichten-

dienst zu leisten. Allein es kann gar keine Rede davon sein, dass in dieser

Alternative eine Beschrankung der Willensfreiheit liege.

Der Ange-

klagte vvar durchaus frei, den ihrn von den deutschen Offizieren gemachten