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MKGE 1 Nr. 13

MKGE 1 Nr. 13

Mkg · · Deutsch CH
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19 No. 13 13. Das Recht, Gerichtspersonen wegen Befangenheit abzulehnen (1\IStGO Art. 53), kann nicht gegen das zustandige Gericht als solches geltend gemacht werden. Das Militarstrafrecht kennt keine ~tlntragsdelikte. Eine K1·itik, die in de1· Form allgemein gehalten ist, kann tatsaclilich die Ehre bestimmter Personen verletzen. Das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit gehõrt nach dem MStG,B (Art. 13) nicht zum Begriff des Vorsatzes. ~ Le droit de propose1· la récusation de fonctionnaires judiciaires, à raison de circonstances compromettant le ur impartialité (art. 53 OJPPl\1), ne pe11t pas être exercé contre le tribunal compétent comme tel. Le di·Qit pénal militaire ne connait pas de délits pour- suivables seulement en cas de plainte. Une critique, même rédigée sous une forme généx·ale, peut. en fait porter atteinte à l'honneu1· de personnes déterminées. Pour qu'il y ait iritention ci·iminelle, il n'est pas nécessaire, d'apres l'art. 13 du CPM, que l'auteui· d'un acte ait en conscience de son ca1·actere délictueux. Il diritto di ricttsa 11revisto dall'art. 53 della legge organica giudiziaria per l'armata, non puõ farsi valere contro l'intero tri- bunale, co1ne tale. Il diritto penale Inilita1·e Jlon conosce delitti di azione privata. Una critica puõ offendere l'onore di dete1·minate pe1·sone aiicl1e se concepita in termini generali. Perche esista l'in- · tenzione dolosa non e necessaria a mente del codice penale milita1·e (art. 13) la conoscenza della illegittin1ità dell'azione. A. war Lvegen Insubordination und Ehrverletzung verurteill zvorden Lvegen Zeitungsartikeln,. di e si eh, n a eh d en Feststellungen des Divisionsgerichies, auf die Offiziere der 6. Division bezogen. A. avait éié condamné pour insubordinaiion ei aileinte à l'hon- neur à rai son rr articles de journaux qúi, selan les faiis établis par le tribunal de division, visaient les offici-ers de la ()e clivision. A. era sia to condannato p er insubordinazione e d offese all'onore, co1npiuto meclianie pubblicazione di articoli di giornale, che, secondo le constaiazioni del tribunale di divisione, si riferivano agli ufficiali della 6e divisione. C ... Die Kritik ist unbegründet, da ein persõnliches lnteresse am Ausgang des Prozesses im Sinne eines U nfahigkeitsgrundes (Art. 52 lVIStGO) in der Zugehorigkeit einzelner Richter zu1n Offizierskorps der

6. Division nicht liegen kann. So weit reicht das Recht auf Ablehnung

No. 13 20 der Richter nicht, dass das ganze gesetzlich zustandige Gericht verworfen werden kann. G ... Das durch Art. 65 l\1StG geschützte Rechtsgut ist nicht die Ehre, sondern di e militiirische Subordination, deren Wahrung von vornherein nicht in das Belieben von unmittelbar betroffeneii Privatpersonen ge- stellt, also auch nicht von einem Strafantrag derselben abhangig ge- macht werden konnte (MKG in Sachen Pfenninger vom 11. l\1ai 1915). l-L Das Militarstrafrecht kennt aber überhaupt keine Antragsdelikte. Der Einwand des mangelnden Strafantrages von seiten der Verletzten kann also auch der Verurteilung wegen groberer Ehrverletzung (Art. 162 MStG) nicht entgegengehalten werden. Damit fallen die gegen die > von Oberst-Divisionar Schiessle angeführten Gründe dahin.. Der Kon1mandant der 6. Division hatte sich auch gar nicht zu, da er nicht als Prozesspartei aufgetreten ist und von keinen Parteirechten Gebrauch gemacht hat. Der Befehl zur Anhebung der Voruntersuchung ist rechtlich als Dienstbefehl, nicht als Strafantrag eines persõnlich Interessierten aufzufassen (vgl. Art. 110 MStGO). - Das Gesetz steht aus den vom Divisionsgericht zutreffend ausgeführten Gründen auf d em Standpunkt, das s alle gegenüber W ehrn1annern be- gangenen strafbaren I-Iandlungen das militarische Interesse berühren; daher stellt es d en Grundsatz d er V erfolgung von An1tes wegen allgemein auch bei Ehrverletzungen auf. Daraus folgt aber auch, dass es Pflicht der hõhern Offiziere ist, gegen Handlungen einzuschreiten, die mili- tarische Interessen in strafbarer W ei se verletzen, selbst wenn keine dienstliche l\1eldung und kein Strafantrag der unmittelbar Betroffenen vorliegt. Das ist auch dann der Fall, wenn der Akt der Insubordination "' oder der Ehrverletzung sich nicht gegen individuell bezeichnete Ange- hõrige der Armee richtet. K... Di e Form ei n er 1nehr o d er weniger allge1neinen Kritik schliesst 'veder die Absicht noch die Wirkung eines Angriffs auf die Ehre be- stiminter Personen aus; solche V ergehen bedienen si eh haufig einer Maske, eine blosse Anspielung auf eÍnen Namen kann z. B. genügen, um dem Angriff die persõnliche Richtung zu geben. Das ist aber in1 einzelnen Fall wieder eine reine Beweiswürdigun.gsfrage ... E... Die vom Kassationsklager aufgestellte Definition des rechts- widrigen Vorsatzes trifft nicht zu. Er zitiert ljszt (L.ehrbuch), wonach überall dort, wo. das Gesetz das l\Ierkn1al der Rechtswidrigkeit in den 1'atbestand eines Verbrechens aufgenommen hat, neben dem Vorsatz das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit auf seiten des Taters vorhanden sein n1üsse. - Einmal stützt sich diese Auffassung auf den Sprachge- brauch des deutschen Strafgesetzbuches und erhebt daher Anspruch auf Gültigkeit nur für das Strafrecht des Deutschen Reiches. Dânn ist ja .das Merkmal der Rechtswidrigkeit i~ die Tatbestande der Insubordination