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No. 116
B. Eine Verletzung wesentlicher Vorschriften über das Verfahren
un d gleichzeitig eine unzulãssigé Beschrankung d er V erteidigung liegt
nach Auffassung des Kassationskhigers darin, dass das Gericht den von
der Anklage nicht angerufenen Art. lllVIStG über den Ve'rlust des Aktiv-
bürgerrechts angewandt hat, ohne dass der Verteidigung Gelegenheit
geboten worden wãre, sich dagegen vorzusehen. -
Dieser Einwand ist
müssig. Zunãchst ist festzustellen, dass die Anklageschrift sich aus-
drücklich auf Art. 7 1\IStG beruft, dessen letzter Absatz la u tet: > D er Verteidiger, von dent die Kennt-
nis der gesetzlichen Bestimmungen vorauszu.setzen ist, musste also von
vornherein wissen, das s ei ne d er gesetzlichen N ebenstrafen, di e immer
mit Gefangnis verbunden werden kõnnen, in Frage stand, selbst wenn der
Anklãger selber auf deren Anwendung verzichten wollte. -
Aber selbst
"\Venn Art. 7 MStG in der Anklageschrift nicht angerufen 'vorden "\vãre,
so kõnnte von einen1 V erstoss gegen di e V erteidigungsrechte ni eh t di e
Rede sein; d en n di e Art. 97, Abs. l, un d 96 b, auf di e si eh di e Anklage
stützt, umschliessen mit der Androhung von Gefãngnis oder Zuchthaus
ohne weiteres auch die Androhung des Verlustes des Aktivbürgerrechts,
"\Vie der Verteidiger auch dann hãtte wissen müssen, wenn er nicht noch
ausdrücklich auf Art. 7 lVIStG aufmerksa1n gemacht worden \vare.
(25. Februar 1920, Biefer e. D. G. 6 a.)
116.
Sehuldhafte Niehtlienntnis des Aufgebotes entschuldigt den
Dienstverweiget·er ni eh t (1\IStGB Art. 97).
L'insoumis (art. 97 CPJ\tl) 11'est pas excusé Iorsque, p ar sa faute,
il n'a pas eu connaissance de la mise sur pied.
La renitenza (art. 97 d ei CPl\1) no n puõ essere scusata quando
il milite non abbia eonosciuto per colpa propria l'ordine di chiamata
in servizio.
C. . .. l s t das Aufgebot > erfolgt,
ist es also durch Anschlag der Offentlichkeit zur Kenntnis gebracht
worden, dann ist anzunehmen, dass die Angehõrigen der mobilisierten
'Truppe davon Kenntnis erhalten haben. Damit hangt die Pflicht, sich
zu erkundigen, zusammen. Denn es kann weder im Sinne des Art. 94
MStG no eh in1 Sinne des Art. 2 d er Verordnung vom 30. N ovember 1917
ein genügender Rechtfertigungs- oder Entschuldigungsgrund in einem
tatsãchlichen Nichtwissen liegen, solange angenommen werden muss,