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liegt somit eine V erletzung d er angeführten \Veseutlichen Vorschriften
über ·das Verfahren vor, und es ist das Urteil gemãss Art. 188, Ziff. 5,_
zu kassieren.
E. Es erübrigt sich deshalb, zu untersuchen, ob die Rechte der Ver-
teidigúng nicht insofern verletzt wurden, als sie über die fraglichen Fest-·
stellungen nicht gehõrt worden ist. Eine Gelegenheit zur Rüge wãhrend
der Hauptverhandlung gemãss Art. 188, letzter Absatz, MStGO war nicht
vorhanden, weshalb der Kassationsgrund von Art 188, Ziff. 6, MStGO·
nicht ausgeschlossen wãre.
(21. Januar 1920, Iten e. D. G. 4.)
110.
Vertretung de1· Richter in « Verhinderungsfallen». Eine ~a1
1tei,.
di e si eh auf das V erfahren vor einem bestiinmten Ge1·icht einge-
lassen hat, }{ann nur noch dessen Entscheidungen anfechten, nicht
aber das Ge1-icht selbst ablehnen.
Remplacement des juges «en cas d'empêchement». lJne partie·
qui a laissé commencei· les débats devant un tribunal déterminé,.
ne peut pas récuser le tribunal lui-même, elle n'a plus que la faculté·
d'attaquer ses décisions.
Sostituzione dei giudiei in caso d'impedimento. Una parte
cl1e ha Iasciato incomincia1·e i dibattimenti davanti un detern1inato
tribunale, non puõ piu ricusarlo, ma puõ solo impugnarne le
decisioni.
A. Der Kassationsgrund der unrichtigen Besetzung des erkennenden
Gerichts (Art. 188, Ziff. 2, MStGO) wird zunãchst darin erblickt, dass.
Wachtmeister H. als Richter beigezogen wurde, obschon Feldweibel K.,
der ordentlicher l{ichter des T. G. ist, nicht verhindert \Var. Die Bei-
ziehung des Ersatzrichters verstosse gegen Art. 12 MStGO (der aber auf-
gehoben ist) und Art. 3, Abs. 2, des BG vom 23. Dezember 1911, wonach
in V erhinderungsfallen di e Richter durch Stellvertreter ersetzt werden .
. . . Das Gesetz sagt ni eh t, was es un te r > versteht. E s.
stellt die Auslegung der Praxis also doch wohl auch dem praktischen
Bedürfnis anheim. Nun ist es vom Standpunkt der Prozessõkonomie
aus selbstverstandlich, dass der Grossrichter wenn imn1er mõglich nicht
solche Richter aufbietet, ge.gen die Ablehnungsgründe vorliegen. Im
vorliegenden Fali war ein Rekusationsbegehren des Auditors gegen Feld-
weibel K. mit Sicherheit z u erwarten ...
B., .. Aus der angeführten Protokollstelle und aus der Begründung
des Kassationsbegehrens selber ergibt sich, dass die Verteidigung jede n