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No. 108 186 - .ausgesprochen hat, nicht erhõht werden; es rechtfertigt si eh aber auch keineswegs, unter das ausserordentlich geringfügige Strafmass hinunter- zugehen. Als Verurteilte haben die Rekurrenten die erstinstanzlichen Kosten zu tragen. Dagegen fãllt das Disposjtiv im Zivilpunkt als Akzes- sorium des Strafpunktes dahin, obschon die Verteidigung dagegen nicht rekurriert hat, und es ist damit die misshrãuchliche Gutheissung eines ohne Auftrag und Kompetenz vom Auditor namens der Erben des Ge- tõteten gestellten Entschãdigungsanspruches beseitigt. (21. Januar 1920, Huber und Wenker e. T. G. 4.) 108. Mass der erfoi·derliclien ·Übereinstimmung zwiscben de1· in ·der Anklage bezeichneten und der .dem verurteilenden Erkenntnis zugrunde liegenden Tat (MStGO Art. 159) • . Mesure de l'identité requise entre le fai t articulé p ar l'accusation et celui sur la base duquel la eondamnation est prononcée (OJM art. 159). Quale sia l'identità richiesta tra il fatto indicato dall'atto di accusa e quello sul quale si ionda la sentenza (art. 159 CPM). W. zvar angeklagi gezvesen, mii andern sich auf die Geleise des Bahnhofes G. begeben und sich dorl aufgesielll zu haben, um mii der dorl siehenden Menge die Einfahrt des Zuges und rlie Raumung der Geleise d ur eh das M iliidr z u uerhindern. ·Das Gerichi verurieilte ilzn nichi nur zvegen dieser Tai, sondern ausserdem, weil er versuclzt haile, mii M eissel u11d H ammer di e Schiene11 z u besclzadige11. Dari11 erblickl das Kassaiio11sbegehre11 ei11e Verlelzu11g zvesentlicher Ver- jahrensuorschrifien. 'Hl. avait été prévenu de s'être rendu avec d'auires s ur les voies de la gare de G. ei de s'y êire posié pour empêcher, avec la fou le qui éiaii là, le lrain d'e11lrer en gare ei la iroupe de déblayer les voies. Le Tribunal le condamna 11011 seulemeni pour ce faii, mais en ouire p o ur avoir ie11ié de détériorer les rails au mo ye11 d'un ciseau ei d'un marleau. La demande de cassation voit dans ce fait un e vio- laiion des disposiiions essentielles de la procédure. W. era impuiaio di essersi recaio con altri sui binari della slazione di G. p er impedire, colla falla che u i si trovava, l'e11irala al ireno, ed alla iruppa lo sgombero dei binari. - 1l iribunale lo co11clannà, non solo per questo falta, ma anche perche egli aveua tenta~o con u11o
187 No. 108 .scalpello ed un martello di danneggiare le rolaie. -- ll ricorso in -cassazione del condannato nan venne ammesso. B. Eine streng formelle Auffassung kõnnte dazu führen, das Urteil wegen Verletzung des Art. 159 MStGO aufzuheben und,zu neuer Behand- lung zurückzuweisen. In der neuen Hauptverhandlung ware aber auf -die ergiin'zte Anklage (Art. 154, Abs. 2) abzustellen, so dass offenbar der Rekurrent von einem solchen Verfahren nichts zu erwarten hatte, als dass ·er wiederum im Umfang seines Gestandnisses schuldig erklart und verur- teilt würde; es würde demnach eine Formalitat nachgeholt, an der er in Wirklichkeit gar nieht interessiett ist.- Der vom KassationskHiger .geltend gemachte Verstoss gegen die Formvorschriften hatte offenbar keinen Einfluss auf das Endergebnis, so dass man sich unter diesem Ge- ·sichtspunkt fragen kõnnte, ob es sich um eine wesentliche Verletzung prozessualer V orschriften handle. C. Dazu gesellt sich eine weitere Erwagung, die es rechtlich recht- fertigt, den schon praktisch Z\Vecklos erscheinenden Rekurs abzulehnen. - W. war angeklagt der vorsatzlichen Hinderung und Stõrung des Be- triebes einer õffentlichen Verkehrsanstalt~ begangen auf dem Geleise des Bahnhofes Grenchen-Nord am 14. November 1918 (Art. 4 der VO vom
11. N ovember l 918); g en au so ist in d er Anklageschrift au eh di e Bear- beitung d er Schienen mit M eis sel un d Hammer qualifiziert; si e fallt rechtlich wie zeitlich und õrtlich mit der dem W. ohnehin zur Last ge- legten Tat zusarnmen. Wird die Anklage im angedeuteten Sinn erganzt, so bedeutet das nicht das Einklagen einer neuen I-Iandlung, die mit der ·ersten in Realkonkurrenz steht; d er unbefugte Aufenthalt auf d en Schienen ist im Angriff auf diese Schienen mit l\1eissel und Hammer ent- halten. - So stellt sich also das neue Element, das von der Anklage be- rücksichtigt würde, nicht als eine andere Tat, sondern nur als Geltend- machung von vorher nieht erwahnten Begleitumstiinden dar, und diese Begleitumstande sind kein neuer gesetzlicher Tatbestand, wenn sie auch das V erschulden schwerer erscheinen lassen. E s bleibt beim Delikt des Art. 4 d er VO vom 11. N ove1nber 1918, un d es bleibt insbeso.ndere heim gleichen Strafrahmen. ~ Es fragt sich nun, ob das Gericht nicht herechtigt war, die erwahnten Begleitumstãnde neben den1 ausdrücklich ·eingeklagten Vorgang den1 Urteil zugrunde zu legen.- Nach der deutschen J u dika tur un d Literatur z u § 263 de r deutschen bürgerlichen Strafprozess- ordnung, der wõrtlich gleich lautet wie unser Art. 159 MStGO, ist die Frage zu bejahen. Das Urteil muss dasselbe historische Vorkommnis,
d. h. entweder dasselbe konkrete Tun des Angeklagten oder doeh seine, wenn gleich in einem andern Tun bestehende Beteiligung an demselben Vorgang betreffen, welcher die Substanz der Anschuldigung bildet {vgl. I~õwe, Kommentar, 8. Aufl., 522/23). Nach Kries, Lehrbuch des deutschen Strafprozessrechts, werden n ur diejenigen Tats8.chen von d er