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MKGE 1 Nr. 105

MKGE 1 Nr. 105 — Sigwalt e. D. G. 3.

Mkg · 1919-12-11 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

179 -.

No. 105 u. 106

begehren dahin, un d es bleibt bei d em Urteil. d er Vorinstanz; au eh bei d er

Empfehlung zur bedingten Begnadigung. -

Die Frage, ob es \Virklich

nõtig war, den dreizehnjãhrigen K.naben forn1ell als Angeklagten in, die

Untersuchung einzubeziehen, ob nicht vielmehr die Überweisung an die

Schulbehõrden eb.enso rechtlich mõglich wie sachlich angezeigt gewesen

wãre, kann nicht entschieden werden.

(11. Dezember ·1919, Schaub e. T. G. 4.)

105.

Verweigerung des Fahneneides ist Dienstverletzung.

Le refus de prêter le serment militaire constitue une violatio·n

des devoirs du service.

"

11 rifiuto di prestare il giuramento militare costituisce una vio-

lazione d ei dove1·i di se1·vizio (art. 69 e 70 CPM).

A .... Die Pflicht zur Leistung des Fahneneides ist ein Ausfluss der

allgemeinen Wehrpflicht, wie sie sich aus Art. 18 der Bundesverfassung

un d Art. l d er Militarorganisation ergibt. Gernãss Art. 198 MO leisten di e

zum aktiven Dienst aufgebotenen Truppen den Kriegseid. Das ist eine

allgemeine reglementarische· Vorschrift, die durch die Art. 69 und 70

MStG geschützt ist. Eine Widerhandlung gegen diese Vorschrift ist als

Dienstverletzung zu bestrafen.

"

(11. Dezember 1919, Sigwalt e. D. G. 3.)

106.

Die Verjahrung de1· Strafklage (!IStGB Art. 38) soll vo1n Ver-

teidiger vorfrage\veise geltend gemacht werden (MStGO Art. 142),

sie ist aber auch vom Gericht von Amtes wegen zu berücksichtigen.

Verjahrung der Veruntreuung ()IStGB Art. 150 ff.) und der Dienst-

verletzung (Art. 69 ff.). Unter «Auflõsung des Korps». (Art. 38,

Ziff. 2) ist auch die Demobilmacliung einer Einbeit wahrend des

allgemeinen Aktivdienstes 1914/18 zu verstehen. Die Bestimmung

des A1·t. 3 des. Bundesratsbeschlusses vom 30. November 1917

(Verjahrung erst nach .der allgemeinen Demobilisation) beziebt

sich nur auf Dienstverweigerung und Ausreissen.

Le défenseur doit soulever préjudiciellement (OJM a1·t. 142)

le moyen tiré de la p1·escription de l'action pénale (CPM art. 38);

mais ce moyen doit aussi être examiné d'office par le tribunal.

Prescription de la malversation (CPM art. 150 et suivants) et de la

violation des devoi1·s du service (art. 69 e t suivants). P ar «li-