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MKGE 12 Nr. 24

MKGE 12 Nr. 24 — G. e. Prãs Div Ger 6

Mkg · 2002-12-12 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Nr. 24, 25

128

Das Militãrkassationsgericht hat erwogen:

1.

Gemãss Art. 195 lit. f MStP kann Rekurs gegen Entseheide geführt werden,

die Divisions- und Militãrappellationsgeriehte über Kostenauflage und Ent-

sehãdigungsbegehren gefãllt haben. Vorliegend geht es um die Entsehãdi-

gung an den amtliehen Verteidiger.

Der amtliehe Verteidiger erfüllt seine Aufgabe im Rahmen einer dureh das

militãrisehe Reehnungswesen geregelten dienstliehen Verriehtung. Er be-

zieht für seine Amtshandlungen, an denen er in Uniform teilnimmt, gemãss

Ziff. 2 des Anhanges 3 zur Verordnung über die Militãrstrafreehtspflege vom

24. Oktober 1979 (MStV) einen Sold und die übrigen Kompetenzen seines

Grades, sowie eine Zulage bis zum Sold eines Hauptmannes, wenn er ei-

nen niedrigeren Grad als den eines Hauptmannes bekleidet. Für die Vorbe-

reitung einer vorlãufigen Beweisaufnahme, Voruntersuehung oder Haupt-

verhandlung ist der amtliehe Verteidiger gemãss Ziff. 4 des Anhanges 3 zur

MStV naeh Zeitaufwand zu entsehãdigen, wobei je naeh Verfahrensstadium

der Oberauditor, der Auditor oder der Geriehtsprãsident diese auf Verord-

nungsstufe nieht nãher umsehriebene Zeitaufwandentsehãdigung festsetzt.

In jenen Fãllen also, die dem Gerieht überwiesen werden, setzt nieht das

Gerieht die Entsehãdigung an den amtliehen Verteidiger fest, sondern des-

sen Prãsident. Die Entsehadigung an den amtliehen Verteidiger, anders als

jene an einen gewãhlten Verteidiger (vgl. Art. 117 Abs. 3 lit. e und Art. 153

Abs. 2 MStP), ist damit nieht Bestandteil des Urteils des Geriehtes.

Das Militãrkassationsgerieht hat auf Grund dieser Überlegungen bereits in

einem Entseheid vom 13. Mãrz 1985 i. S. D. (MKGE 1 O N r. 78) erkannt,

dass der amtliehe Verteidiger Entsehãdigungsfragen grundsãtzlieh nieht mit

Rekurs weiterziehen kann. Eine fehlerhafte Reehtsmittelbelehrung vermag

keine Reehtsmittelmogliehkeit zu sehaffen, die naeh dem einsehlãgigen

Verfahrensreeht nieht besteht (vgl. statt vieler BGE 125 11 293 E. 1 d S. 300

mit Hinweis). Auf vorliegenden Rekurs kan n folglieh ni eh t einzutreten wer-

den.

(757, 12. Dezember 2002, G. e. Prãs Div Ger 6)

25.

Voie de droit contre un jugement de premiere instance à la suite d'une dis-

pense de comparaitre (art. 130 al. 3 PPM)

L'accusé dispensé de comparaitre et représenté par son défenseur aux dé-

bats n'est pas jugé par défaut mais en contradictoire. La voie de droit contre

un tel jugement rendu en premiàre instance est celle de l'appel (art. 172 ss

PPM) non celle de la cassation (art. 184 ss PPM). Cause transmise d'office

au tribunal militaire d'appel compétent.