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Nr. 51 166 Mõglichkeit aus, den Fehler als blosses Kanzleiversehen nach Art. 153 Abs. 4 MStP zu berichtigen (Waiblinger, Kommentar zum bernischen Strafver- fahren, N. 7 zu Art. 297, S.416). Zu prüfen ist indessen, ob der Kassationsgrund von Art. 185 Abs. 1 Bst. f MStP in jedem Fali zur Aufhebung des Urteils führt (absoluter Nich- tigkeitsgrund) oder aber nur dort, wo es wahrscheinlich ist, dass das Urteil wegen des festgestellten Mangels unrichtig ausgefallen ist (relativer Nichtig- keitsgrund; Hauser, Kurzlehrbuch, S. 259). In den Materialien finden sich dazu keine weiterführenden Hinweise. Laut Botschaft (S.102) wurde mit dem Kassationsgrund der Aktenwidrig- keit lediglich eine Lücke des früheren Rechts geschlossen, auf die schon Haefliger in seinem Kommentar zur MStGO hingewiesen hatte (N .3 zu Art. 188 a.E.). Indem das Gesetz von «wesentlichen tatsachlichen Feststellungen des Urteils» spricht, deutet es allerdings an, dass die falsche Feststellung n ur dann zur Kassation führen soll, wenn ein Einfluss auf das Urteil glaubhaft gemacht werden kann (Haefliger a.a.O., N. 1 a.E. zu Art. 188 MStGO). Auch Hauser rat zur Zurückhaltung bei der Annahme absoluter Nichtig- keitsgründe (a.a.O.). Ohne zu dieser Frage ausdrücklich Stellung zu neh- men, hat das Militarkassationsgericht den Vorwurf der Aktenwidrigkeit bis- her stets als Sonderfall der willkürlichen Feststellung des Sachverhalts und damit als relativen Nichtigkeitsgrund behandelt (MKGE vom 12.2.82 i.S. T. und vom 11.3.83 i.S.R.). Von dieser Auslegung abzugehen besteht kein Anlass. Nach den Akten hatte das Divisionsgericht 10B keine Kenntnis vom neuen Verfahren wegen Diebstahls, das in der Folge- nach dem Urteil des Divisionsgerichts- ebenfalls zu einer Verurteilung sowie zum Widerruf des früher gewahrten bedingten Strafvollzugs führte. Ferner stellte es auf die von Rdf Rekr H. gegebene Zusicherung ab, wonach er mit Rücksicht auf seine Heirat nun eine feste Stelle suchen und annehmen werde (Urteil vom 22.9.82 S.11-13). Rdf Rekr H. arbeitete jedoch weiterhin temporar oder ging überhaupt keiner Arbeit nach, kümmerte si eh nicht um eine ihm von de r Schutzaufsicht vermittelte Stelle und le b te im übrigen vom Einkommen sein er als Tanzerin auftretenden Ehefrau (Urteil vom 10.12.82 S. 4). Der Schluss drangt sich auf, dass di e gegenüber de m bedingten Strafvollzug vorhandenen Bedenken für das Divisionsgericht unüberwindbar geworden waren, hatte es- wie das Militarappellationsgericht - nicht nur um die beiden Vorstrafen, sondern auch um das hangige bürgerliche Strafverfahren und die unvorteilhafte per- sõnliche Entwicklung gewusst. Dass zur Zeit der neuen Taten der Vollzug der kurzen Jugendstrafe noch bevorstand, konnte diese ungünstige Wer- tung nicht erheblich beeinflussen, zumal der Strafgerichtsprasident Basel- Stadt von der Mõglichkeit des Vollzugs bloss einer Strafe im Sinne der erwahnten Bundesgerichtspraxis- ohne sichtbaren Erfolg- schon im Urteil vom 28. November 1980 Gebrauch gemacht hatte.
167 Nr. 51, 52 Nimmt man hinzu, wie unbekümmert sich Rdf Rekr H. über seine Dienstpflicht hinwegsetzte, müsste unter diesen Umstanden die Gewah- rung des bedingten Strafvollzugs geradezu als willkürlich erscheinen. Der an sich gegebene Kassationsgrund von Art. 185 Abs. l Bst. f MStP vermag deshalb eine Aufhebung des Urteils vom 11. Januar 1983 nicht zu rechtfertigen. (1. Juni 1983, H. e. MAG 2B) 52. - Mise en danger d'un subordonné (art. 70 CPM) Lésions corporelles par négligence (art. 124 CPM) concours entre ces dispositions (cons. 2a) - Inobservation de prescriptions de service (art. 72 CPM) concours avec les art. 70 et 124 CPM (cons. 2b) Cas de peu de gravité (art. 70, 2e al., 124 eh. l, 2e al. CPM) (cons. 3) - Gefãhrdung eines Untergebenen (Art. 70 MStG) Fahrlãssige Kõrperverletzung (Art. 124 MStG) Konkurrenz zwischen diesen Bestintmungen (Erw. 2a) - Nichtbefolgung von Dienstvorschriften (Art. 72 MStG) Konkurrenz mit Art. 70 und 124 MStG (Erw. 2b) Leichter Fali (Art. 70 Abs. 2, Art. 124 Ziff. l Abs. 2 MStG) (Erw. 3) - Messa in pericolo di un subalterno (art. 70 CPM) lesioni colpose (art. 124 CPM) concorso tra queste norme (cons. 2a) - inosservanza di prescrizioni di servizio (art. 72 CPM) concorso con gli art. 70 e 124 CPM (cons. 2b) - caso poco grave (art. 70 cpv. 2, 124 cfr. l cpv. 2 CPM) (cons. 3) Extrait des faits: B.- Le 1t e. effectuait depuis le 13 juillet 1981 son paiernent de galons comrne chef de section aupres de l'ER gren 214 à Isone. Le 8 octobre 1981, apres un apres-rnidi d'instruction passé dans le V al Bedretto, e. a rassernblé les recrues de sa section pour le ur proposer un exercice don t «les grenadiers se souviendraient», un e sorte d' «exercice de courage». T ou tes les recrues présentes ont consenti à s 'y prêter. eet «exercice» consistait à se rnettre en cercle, à plat ventre, autour d'un point central ou une grenade à main 43 de combat, sans rnanchon brisant, était mise à feu et explosait. L'ernplacernent choisi était de fai b le déclivité e t recouvert d'une couche de neige. La premiere explosion eut li e u alors que les recrues (un e vingtaine) se trouvaient à 4-5 metres de la grenade. Imrnédiatement apres, et alors que les hornmes s'étaient approchés à un e distance entre deux metres e t deux