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Nr. 40 134 B.- Am 3. Februar 1982 sprach das Divisionsgericht 8 Füs Rekr L. der Dienstverweigerung gemass Art. 81 Ziff. l Abs. l MStG schuldig un d verur- teilte ihn zu neun Monaten Gefangnis. Gegen di e ses U rteil erklarten sowohl d er Auditor wie d er V erurteilte di e Appellation. Am l. J uni 1982 verurteilte das Militarappellationsgericht 2A Füs Rekr L. wegen Dienstverweigerung gemass Art. 81 Ziff. l Abs. l MStG zu sieben Monaten Gefangnis und zum Ausschluss aus der Armee. C.- Der Verurteilte führt Kassationsbeschwerde mit dem Antrag, Zif- fer 2 des Erkenntnisses sei aufzuheben und der bedingte Strafvollzug zu gewahren. Aus den Erwiigungen: 1.- Die Vorinstanz hat dem Verurteilten den bedingten Strafvollzug verweigert. Einzig dagegen ri eh tet si eh di e Kassationsbeschwerde. Gemass Art. 32 Ziff. l Abs. l MStG kann d er Richter de n Vollzug einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als 18 Monaten aufschieben, wenn Vorleben un d Charakter des V erurteilten erwarten lassen, er werde dadur eh von wei- teren Verbrechen oder Vergehen abgehalten. Das Gesetz knüpft die Gewahrung des bedingten Strafvollzugs unter anderem an folgende zwei Voraussetzungen: Zum einen muss die Prognose des Richters in bezug auf alle durch Strafrechtsnormen sanktionierten Ver- haltensgebote günstig ausfallen. Die Aussicht allein auf jenes Wohlverhal- ten, welches der Ta te r selber als richtig erachtet, genügt somit ni eh t. Unsere in demokratischer Willensbildung entstandene Rechtsordnung ist als Gan- zes für jeden Rechtsunterworfenen verbindlich und es bleibt daher nicht dem Belieben des Einzelnen überlassen, inwieweit er diese Rechtsordnung respektieren will. Zum andern muss auf Grund der gesetzlichen Formulie- rung «dadurch» die bestimmte Erwartung bestehen, der Verurteilte lasse sich durch die in der Gewahrung des bedingten Strafvollzugs liegende War- nung dauernd bessern. Mit andern Worten muss allein schon der bedingte Aufschub des Strafvollzugs den Verurteilten so beeindrucken und innerlich wandeln, dass seine Bereitschaft oder Neigung zur Begehung weiterer Ver- brechen o d er Vergehen beseitigt wird. O b de r Verurteilte jemals in di e La g e kommt, seine Besserung zu beweisen oder erneut straffallig zu werden, ist unerheblich. Di e s gilt ohne Einschrankung au eh für d en Dienstverweigerer, der trotz strafrechtlicher Verurteilung seinen Willen bekundet, auch künf- tige Dienste zu verweigern. Ein nicht zur Umkehr bereiter Dienstverweige- rer lasst kiar erkennen, dass er mit der Gewahrung des bedingten Strafvoll- zugs nicht z u bessern ist. Wird er aus de r Armee ausgeschlossen o d er ausge- mustert, so kann er zwar das Vergehen der Dienstverweigerung nicht mehr begehen. Di ese Voraussicht ist jedoch nicht di e Folge sein er inneren Wand- lung, sondern eines ausseren Umstands, namlich einer sichernden Mass- nahrne oder Nebenstrafe im Sinne der Art. 12 Abs. l, Art. 36 Abs. 2 und
135 Nr. 40, 41 Art. 81 Ziff. 2 Abs. l MStG oder eines Verwaltungsakts. Bedarf es zur Deliktsverhütung aber solcher Hilfen, so ist erwiesen, dass mit einer blossen Warnstrafe die innere Wandlung und dauernde Besserung des Verurteilten eben nicht zu erreichen ist. Diese Grundsãtze ergeben sich aus dem klaren Wortlaut des Gesetzes. Das Militãrkassationsgericht hat sie in konstanter Rechtsprechung zur Anwendung gebracht (vgl. MKGE 6 N r. 82, 7 N r. 12; ferner MKGE 14.9.1978 i.S.C., 5.12.1980 i.S.G., 11.2.1981 i.S.D., 28.4.1981 i.S.D., 24.12.1981 i.S.Z. und 4.10.1982 i.S.J.). 2.- .. . 3.-.. . (7. Dezember 1982, L. e. MAG 2A) 41. Nichtbefolgung von Dienstvorschriften, Ausreissen und Missbrauch und Verschleuderung von Material (Art. 72, 73 und 83 MStG) - Die V ernachlassigung d er Pflicht, sich selbst um sein e persõnliche Aus- rüstung wahrend des Dienstes zu kümmern, erfüllt den Tatbestand des Missbrauchs un d d er V erschleuderung von Material (Erw. 3); Ausreissen einerseits und Nichtbefolgung von Dienstvorschriften und Missbrauch und V erschleuderung von Material anderseits kõnnen in Ideal- oder Realkonkurrenz begangen werden (Erw. 4). Inobservation de prescriptions de service, désertion, abus et dilapida- tion de matériel (art. 72, 73 et 83 CPM) Le fait de négliger le devoir de se soucier soi-même de son équipement personnel pendant le service est constitutif de l'infraction d'abus et dila- pidation de matériel (cons. 3); La désertion, d'une part, et l'inobservation de prescriptions de service, ainsi que l'abus et dilapidation de matériel, d'autre part, peuvent être commises en concours idéal ou réel (cons. 4). Inosservanza di prescrizioni di servizio, diserzione, abuso e sperpero di materiali (art. 72, 73 et 83 CPM) La trascuranza de li' obbligo di preoccuparsi de l proprio equipaggia- mento personale durante il servizio adempie gli estremi del reato di abuso e sperpero di materiali (cons. 3); I reati di diserzione, da un canto, e inosservanza di prescrizioni di servi- zio e abuso e sperpero di materiali, dall'altro, possono essere commessi in concorso ideale o reaJe (cons. 4).