opencaselaw.ch

20060802_d_ch_b_01

02. August 2006 Bundesgericht Deutsch

Finma Versicherungsrecht · 2006-08-02 · Deutsch CH
Sachverhalt

Am 22. Mai 2006 (Posteingang) hat die X als Arbeitgeberin von F beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwer- de gegen einen Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Ab- teilung Sozialversicherungsrecht, vom 21. April 2006 erhoben, mit wel- chem die gegen die Y Krankenkasse, einge- reichte Klage betreffend Leistungen aus Kollektiv—Taggeldversiche- rung nach Versicherungsvertragsgesetz (VVG) abgewiesen wurde. Die Y und (sinngemäss) der Mitinteressierte F schliessen auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt für Gesundheit hat auf eine Vernehmlassung verzichtet. Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 1. Das Eidgenössische Versicherungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob auf die Eingabe der Beschwerdeführerin einzu- treten ist, namentlich ob die sachliche Zuständigkeit des Gerichts gegeben ist (vgl. BGE 131 I 156 Erw. 1, 130 I 317 Erw. 1, 130 ll 510 Erw. 8.1,128 V 89 Erw. 2a, 125 V 347 Erw. 1 a, 122 V 322 Erw. 1). 2. 2.1 Die Streitigkeit betrifft einzig Krankentaggeldleistungen aus Zu- satzversicherung zur sozialen Krankenversicherung, welche dem Bun- desgesetz über den Versicherungsvertrag vom 2. April 1908 (Versi- cherungsvertragsgesetz [VVG], SR 221.229.1; vgl. Art. 12 Abs. 2 und 3 KVG) unterliegt. Sie ist damit nicht sozialversicherungs-, sondern ausschliesslich privatrechtlicher Natur. Als solche fällt sie in die Zu- ständigkeit der Zivilgerichtsbarkeit (vgl. BGE 124 III 232 Erw. 2b; 124 V 135 Erw. 3 und 123 V 328 Erw. 3a), wobei sie erstinstanzlich im Verfahren nach Art. 85 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes betreffend die Aufsicht über Versicherungsunternehmen (Versicherungsaufsichts- gesetz, VAG; 961.01) vom 17. Dezember 2004 (in Kraft seit 1. Januar

2006) zu beurteilen ist. Nach den zutreffenden Erwägungen des kan- tonalen Gerichts überlässt das VAG es den Kantonen, Streitigkeiten aus Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung den kanto- nalen Versicherungsgerichten zur Beurteilung zuzuweisen, was aber nichts daran ändert, dass diese im genannten Bereich Zivilgerichtsbar- Seite 2

keit ausüben. Im Kanton Basel-Landschaft ist das Kantonsgericht als Versicherungsgericht für die Beurteilung von Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung zuständig (§ 54 Abs. 1 lit. a des baselländischen Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung vom 16. Dezember 1993 [VPO]; SGS 271), sodass die Vorinstanz zu Recht auf die Klage der Beschwerdeführerin eingetreten ist. 2.2 Da die beurteilte Streitigkeit betreffend (kollektive) Taggeldversi- cherung nach VVG nicht dem (Bundes-)Sozialversicherungsrecht angehört (Erw. 2.1), ist der kantonale Entscheid - entgegen der dort enthaltenen Rechtsmittelbelehrung - nicht mit Verwaltungsgerichtsbe- schwerde beim Eidgenössischen Versicherungsgericht anfechtbar (vgl. Art. 128 OG); vielmehr ist der zivilrechtliche Rechtsweg zu beschrei- ten, was die nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin auch bei gebotener Aufmerksamkeit nicht erkennen konnte. Ihre Eingabe vom

22. Mai 2006 (samt Akten) ist daher gestützt auf Art. 32 Abs. 4 lit. b und Abs. 5 sowie Art. 132 in Verbindung mit Art. 107 OG an das Kantonsgericht Basel-Landschaft als zuständige kantonale Instanz (Art. 43 ff. in Verbindung mit Art. 54 Abs. 1 OG) zu überweisen, wel- ches gemäss Art. 54 ff., insbesondere Art. 56 Abs. 1 OG, zu verfahren haben wird. Seite 3

Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:

Erwägungen (4 Absätze)

E. 1 Das Eidgenössische Versicherungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob auf die Eingabe der Beschwerdeführerin einzu- treten ist, namentlich ob die sachliche Zuständigkeit des Gerichts gegeben ist (vgl. BGE 131 I 156 Erw. 1, 130 I 317 Erw. 1, 130 ll 510 Erw. 8.1,128 V 89 Erw. 2a, 125 V 347 Erw. 1 a, 122 V 322 Erw. 1).

E. 2.1 Die Streitigkeit betrifft einzig Krankentaggeldleistungen aus Zu- satzversicherung zur sozialen Krankenversicherung, welche dem Bun- desgesetz über den Versicherungsvertrag vom 2. April 1908 (Versi- cherungsvertragsgesetz [VVG], SR 221.229.1; vgl. Art. 12 Abs. 2 und

E. 2.2 Da die beurteilte Streitigkeit betreffend (kollektive) Taggeldversi- cherung nach VVG nicht dem (Bundes-)Sozialversicherungsrecht angehört (Erw. 2.1), ist der kantonale Entscheid - entgegen der dort enthaltenen Rechtsmittelbelehrung - nicht mit Verwaltungsgerichtsbe- schwerde beim Eidgenössischen Versicherungsgericht anfechtbar (vgl. Art. 128 OG); vielmehr ist der zivilrechtliche Rechtsweg zu beschrei- ten, was die nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin auch bei gebotener Aufmerksamkeit nicht erkennen konnte. Ihre Eingabe vom

22. Mai 2006 (samt Akten) ist daher gestützt auf Art. 32 Abs. 4 lit. b und Abs. 5 sowie Art. 132 in Verbindung mit Art. 107 OG an das Kantonsgericht Basel-Landschaft als zuständige kantonale Instanz (Art. 43 ff. in Verbindung mit Art. 54 Abs. 1 OG) zu überweisen, wel- ches gemäss Art. 54 ff., insbesondere Art. 56 Abs. 1 OG, zu verfahren haben wird. Seite 3

Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:

E. 3 KVG) unterliegt. Sie ist damit nicht sozialversicherungs-, sondern ausschliesslich privatrechtlicher Natur. Als solche fällt sie in die Zu- ständigkeit der Zivilgerichtsbarkeit (vgl. BGE 124 III 232 Erw. 2b; 124 V 135 Erw. 3 und 123 V 328 Erw. 3a), wobei sie erstinstanzlich im Verfahren nach Art. 85 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes betreffend die Aufsicht über Versicherungsunternehmen (Versicherungsaufsichts- gesetz, VAG; 961.01) vom 17. Dezember 2004 (in Kraft seit 1. Januar

2006) zu beurteilen ist. Nach den zutreffenden Erwägungen des kan- tonalen Gerichts überlässt das VAG es den Kantonen, Streitigkeiten aus Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung den kanto- nalen Versicherungsgerichten zur Beurteilung zuzuweisen, was aber nichts daran ändert, dass diese im genannten Bereich Zivilgerichtsbar- Seite 2

keit ausüben. Im Kanton Basel-Landschaft ist das Kantonsgericht als Versicherungsgericht für die Beurteilung von Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung zuständig (§ 54 Abs. 1 lit. a des baselländischen Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung vom 16. Dezember 1993 [VPO]; SGS 271), sodass die Vorinstanz zu Recht auf die Klage der Beschwerdeführerin eingetreten ist.

Dispositiv
  1. Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nicht eingetreten.
  2. Die Akten werden an das Kantonsgericht Basel Landschaft überwie- sen, damit es im Sinne der Erwägungen verfahre.
  3. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
  4. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonsgericht Basel-Land- schaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, dem Bundesamt für Pri- vatversicherungen, dem Bundesamt für Gesundheit und F zugestellt. Luzern, 2. August 2006
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Eidgenössisches Versicherungsgericht Tribunal fédéral des assurances Tribunale federale delle assicurazioni Tribunal federal d'assicuranzas Sozialversicherungsabteilung des Bundesgerichts Prozess K 66/06 Urteil vom 2. August 2006 III. Kammer Besetzung Parteien Vorinstanz Präsident Ferrari, Bundesrichter Meyer und Lusten- berger; Gerichtsschreiberin Amstutz X Beschwerdeführerin, gegen Y Krankenkasse Beschwerdegegnerin, Kantonsgericht Basel-Landschaft, Liestal (Entscheid vom 21. April 2006)

Sachverhalt: Am 22. Mai 2006 (Posteingang) hat die X als Arbeitgeberin von F beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwer- de gegen einen Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Ab- teilung Sozialversicherungsrecht, vom 21. April 2006 erhoben, mit wel- chem die gegen die Y Krankenkasse, einge- reichte Klage betreffend Leistungen aus Kollektiv—Taggeldversiche- rung nach Versicherungsvertragsgesetz (VVG) abgewiesen wurde. Die Y und (sinngemäss) der Mitinteressierte F schliessen auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt für Gesundheit hat auf eine Vernehmlassung verzichtet. Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 1. Das Eidgenössische Versicherungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob auf die Eingabe der Beschwerdeführerin einzu- treten ist, namentlich ob die sachliche Zuständigkeit des Gerichts gegeben ist (vgl. BGE 131 I 156 Erw. 1, 130 I 317 Erw. 1, 130 ll 510 Erw. 8.1,128 V 89 Erw. 2a, 125 V 347 Erw. 1 a, 122 V 322 Erw. 1). 2. 2.1 Die Streitigkeit betrifft einzig Krankentaggeldleistungen aus Zu- satzversicherung zur sozialen Krankenversicherung, welche dem Bun- desgesetz über den Versicherungsvertrag vom 2. April 1908 (Versi- cherungsvertragsgesetz [VVG], SR 221.229.1; vgl. Art. 12 Abs. 2 und 3 KVG) unterliegt. Sie ist damit nicht sozialversicherungs-, sondern ausschliesslich privatrechtlicher Natur. Als solche fällt sie in die Zu- ständigkeit der Zivilgerichtsbarkeit (vgl. BGE 124 III 232 Erw. 2b; 124 V 135 Erw. 3 und 123 V 328 Erw. 3a), wobei sie erstinstanzlich im Verfahren nach Art. 85 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes betreffend die Aufsicht über Versicherungsunternehmen (Versicherungsaufsichts- gesetz, VAG; 961.01) vom 17. Dezember 2004 (in Kraft seit 1. Januar

2006) zu beurteilen ist. Nach den zutreffenden Erwägungen des kan- tonalen Gerichts überlässt das VAG es den Kantonen, Streitigkeiten aus Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung den kanto- nalen Versicherungsgerichten zur Beurteilung zuzuweisen, was aber nichts daran ändert, dass diese im genannten Bereich Zivilgerichtsbar- Seite 2

keit ausüben. Im Kanton Basel-Landschaft ist das Kantonsgericht als Versicherungsgericht für die Beurteilung von Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung zuständig (§ 54 Abs. 1 lit. a des baselländischen Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung vom 16. Dezember 1993 [VPO]; SGS 271), sodass die Vorinstanz zu Recht auf die Klage der Beschwerdeführerin eingetreten ist. 2.2 Da die beurteilte Streitigkeit betreffend (kollektive) Taggeldversi- cherung nach VVG nicht dem (Bundes-)Sozialversicherungsrecht angehört (Erw. 2.1), ist der kantonale Entscheid - entgegen der dort enthaltenen Rechtsmittelbelehrung - nicht mit Verwaltungsgerichtsbe- schwerde beim Eidgenössischen Versicherungsgericht anfechtbar (vgl. Art. 128 OG); vielmehr ist der zivilrechtliche Rechtsweg zu beschrei- ten, was die nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin auch bei gebotener Aufmerksamkeit nicht erkennen konnte. Ihre Eingabe vom

22. Mai 2006 (samt Akten) ist daher gestützt auf Art. 32 Abs. 4 lit. b und Abs. 5 sowie Art. 132 in Verbindung mit Art. 107 OG an das Kantonsgericht Basel-Landschaft als zuständige kantonale Instanz (Art. 43 ff. in Verbindung mit Art. 54 Abs. 1 OG) zu überweisen, wel- ches gemäss Art. 54 ff., insbesondere Art. 56 Abs. 1 OG, zu verfahren haben wird. Seite 3

Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:

1. Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Akten werden an das Kantonsgericht Basel Landschaft überwie- sen, damit es im Sinne der Erwägungen verfahre.

3. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 4. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonsgericht Basel-Land- schaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, dem Bundesamt für Pri- vatversicherungen, dem Bundesamt für Gesundheit und F zugestellt. Luzern, 2. August 2006 Im Namen des Eidgenössischen Versicherungsgerichts Der Präsident der Ill. Kammer: Die Gerichtsschreiberin:; Seite 4