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gt_hb-2008

GT Hb (Beschluss vom 4. November 2008)

Eschk · 2008-11-04 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Eidgenössische Schiedskommission für die Verwertung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten ESchK Commission arbitrale fédérale pour la gestion de droits d'auteur et de droits voisins CAF Commissione arbitrale federale per la gestione dei diritti d'autore e dei diritti affini CAF Cumissiun federala da cumpromiss per la gestiun da dretgs d'autur e da dretgs cunfinants CFDC

Beschluss vom 4. November 2008 betreffend den Gemeinsamen Tarif Hb (GT Hb) Musikaufführungen zu Tanz und Unterhaltung

2/8 ESchK CAF Beschluss vom 4. November 2008 betreffend den GT Hb CFDC ____________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________ I. In tatsächlicher Hinsicht hat sich ergeben: 1. Die Gültigkeitsdauer des mit Beschluss vom 4. Dezember 1998 genehmigten und seit- her mehrmals (letztmals am 11. September 2007) verlängerten Gemeinsamen Tarifs Hb (Musikaufführungen zu Tanz und Unterhaltung) läuft am 31. Dezember 2008 ab. Mit Eingabe vom 28. Mai 2008 haben die an diesem Tarif beteiligten Verwertungsge- sellschaften SUISA und Swissperform der Schiedskommission Antrag auf eine erneute Verlängerung des GT Hb um ein weiteres Jahr bis zum 31. Dezember 2009 gestellt.

2. In ihrem Antrag weisen die beiden Verwertungsgesellschaften darauf hin, dass die An- wendung des GT Hb mit keinen grossen Schwierigkeiten verbunden war. Dies führen sie namentlich auch darauf zurück, dass mit einer Grosszahl von Verbänden für die Regelung der Nutzung von Musik gemäss diesem Tarif Gesamtverträge bestehen, de- ren Abwicklung zu keinen Problemen Anlass gebe und die sich seit Jahren bewährt haben.

Die Einnahmen aus dem GT Hb in den letzten zehn Jahren werden wie folgt angege- ben:

SUISA Swissperform

1998 Fr. 1'365'107 Fr. 61'270

1999 Fr. 1'354'884 Fr. 143'935

2000 Fr. 1'532'930 Fr. 220'421

2001 Fr. 1'866'177 Fr. 321'072

2002 Fr. 2'209'297 Fr. 393'809

2003 Fr. 2'422'287 Fr. 429'595

2004 Fr. 1'834'453 Fr. 336'349

2005 Fr. 1'825'018 Fr. 369'425

2006 Fr. 1'721'732 Fr. 367'358

2007 Fr. 1'733'199 Fr. 334'347

Die deutliche Zunahme der Einnahmen in den Jahren 2001 bis 2003 führen die Ver- wertungsgesellschaften einerseits darauf zurück, dass seit 2001 die von der Schieds- kommission vorgeschlagene Übergangsregelung gemäss Ziff. 23 des Tarifs nicht mehr zur Anwendung gelangt. Andererseits seien in den letzten Jahren vermehrt grosse An- lässe durchgeführt worden und zusätzlich habe die Markterfassung beim Inkasso ver- bessert werden können. Allerdings habe der seit 2004 einsetzende Abwärtstrend bis heute nicht aufgefangen werden können. Dies hängt ihrer Auffassung nach damit zu-

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3. Die Verwertungsgesellschaften verweisen erneut darauf, dass sie seit längerem eine Neugestaltung des GT Hb anstreben. Um die Auswirkungen der geplanten Neugestal- tung auf die bestehenden Gesamtverträge prüfen zu können, seien allerdings neue Er- hebungen zum Nutzungsumfang notwendig. Ergebnisse aus derartigen Erhebungen seien allerdings nicht vor Ende 2008 zu erwarten.

Zu den Verhandlungspartnern wird ausgeführt, dass im vergangenen Jahr erstmals auch der Schweizerische Gemeindeverband und der Schweizerische Städteverband zu den Verhandlungen eingeladen worden seien; dies in der Annahme, die Mitglieder die- ser Verbände würden im massgeblichen Umfang Nutzungen nach GT Hb durchführen. Dabei hätten sich diese beiden Verbände wie auch der Schweizerische Gewerbever- band durch den DUN vertreten lassen. Weder der DUN noch die anderen genannten Verbände hätten jedoch Angaben zum Ausmass der Nutzungen ihrer Mitglieder ma- chen können. Zwischenzeitlich sei auch festgestellt worden, dass Musiknutzungen bei Stadt- und Gemeindefesten sowie von Gewerbetreibenden teilweise durch die beste- henden Gesamtverträge abgegolten würden. Die beiden Verwertungsgesellschaften gehen daher davon aus, dass Städte, Gemeinden und Gewerbetreibende tatsächlich in einem sehr viel geringeren Umfang selbst als Veranstalter auftreten würden als bisher angenommen. Sie behalten sich daher vor, nach vertieften Abklärungen den Schweize- rischen Städteverband, den Schweizerischen Gemeindeverband sowie den Schweize- rischen Gewerbeverband im Rahmen des GT Hb nicht mehr zu weiteren Verhandlun- gen einzuladen. Auch soll der Verein Street Parade Zürich inskünftig nicht mehr zu den

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Die Verwertungsgesellschaften geben weiter an, dass sie sich mit den Verhandlungs- teilnehmern auf die Verlängerung des GT Hb um ein Jahr geeinigt haben und an- schliessend alle Verhandlungspartner (vgl. S. 1 f.) um Zustimmung zu dieser Verlänge- rung ersucht worden seien. Die folgenden Verhandlungspartner hätten der Verlänge- rung ausdrücklich zugestimmt (vgl. Gesuchsbeilage 8): ─ Dachverband der Urheber- und Nachbarrechtsnutzer (DUN), auch in Vertretung des Schweizerischen Gemeinde- und des Schweizerischen Städteverbandes ─ Helvetischer Fasnachtsring (HEFARI) ─ Schweizerischer Samariterbund (SSB) ─ Schweizerischer Turnverband (STV) ─ Verein IG Techno & House

4. Bezüglich der Angemessenheit des vorgelegten Tarifs verweisen die Verwertungsge- sellschaften auf das im Jahre 1998 durchgeführte Genehmigungsverfahren und den Beschluss vom 4. Dezember 1998 sowie die nachfolgenden Verlängerungsverfahren mit den entsprechenden Beschlüssen. Zudem habe das Bundesgericht mit der Abwei- sung einer Verwaltungsgerichtsbeschwerde am 17. Februar 2000 die Angemessenheit dieses Tarifs ebenfalls bestätigt.

5. Mit Präsidialverfügung vom 3. Juni 2008 wurde gemäss Art. 57 Abs. 2 URG in Verbin- dung mit Art. 10 Abs. 1 URV die Spruchkammer zur Behandlung des Gesuchs der Verwertungsgesellschaften eingesetzt und die Tarifeingabe gleichzeitig gestützt auf Art. 10 Abs. 2 URV den Verhandlungspartnern der Verwertungsgesellschaften zur Stel- lungnahme zugestellt. Den Vernehmlassungsadressaten wurde eine Frist bis zum 4. Juli 2008 angesetzt, um sich zum Antrag zu äussern; dies unter Hinweis darauf, dass im Säumnisfall Zustimmung zum Verlängerungsantrag angenommen werde.

In der Folge haben sowohl der DUN wie auch der Schweizerische Fussballverband ihre Zustimmung zur beantragten Verlängerung des GT Hb bestätigt. Die Zustimmung des DUN erfolgte auch im Namen seiner Mitglieder Schweizerischer Gemeindeverband, Schweizerischer Gewerbeverband sowie Schweizerischer Städteverband.

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Mit Antwort vom 17. Juli 2008 verzichtete der Preisüberwacher auf eine Untersuchung und auf die Abgabe einer Empfehlung zur beantragten Tarifverlängerung. Dies begrün- det er mit dem Umstand, dass die massgebenden Nutzerverbände der Verlängerung des bisherigen Tarifs bis Ende 2009 ausdrücklich oder stillschweigend zugestimmt ha- ben und in der Annahme, dass die Zustimmung der Betroffenen ein wichtiges Indiz da- für bilde, dass der Tarif nicht auf einer missbräuchlichen Ausnutzung der Monopolstel- lung der Verwertungsgesellschaften beruht.

7. Da es im vorliegenden Verfahren um die Verlängerung eines bestehenden Tarifs geht und die betroffenen Nutzerkreise dem Verlängerungsantrag nicht opponiert haben und auch gestützt auf die Präsidialverfügung vom 18. August 2008 seitens der Mitglieder der Spruchkammer kein Antrag auf Durchführung einer Sitzung gestellt wurde, erfolgt die Behandlung der Tarifeingabe der Verwertungsgesellschaften gemäss Art. 11 URV auf dem Zirkulationsweg.

II. Die Schiedskommission zieht in Erwägung: 1. Die Verwertungsgesellschaften SUISA und Swissperform haben ihren Antrag auf Ver- längerung des Gemeinsamen Tarifs Hb mit Wirkung ab dem 1. Januar 2009 am 28. Mai 2008 und damit innert der Eingabefrist gemäss Art. 9 Abs. 2 URV eingereicht. Aus den entsprechenden Gesuchsunterlagen geht zudem hervor, dass die Verhandlungen im Sinne von Art. 46 Abs. 2 URG ordnungsgemäss durchgeführt worden sind. Zur Fra- ge, ob auch der Schweizerische Gewerbeverband sowie der Schweizerische Gemein- deverband und der Schweizerische Städteverband bzw. der Verein Street Parade Zü- rich im GT Hb zu den massgebenden Nutzerverbänden gehören, muss sich die Schiedskommission in diesem Verfahren nicht äussern, zumal die Verwertungsgesell- schaften diese Frage noch näher abklären wollen.

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Die Schiedskommission hat den GT Hb in der nach wie vor geltenden Fassung mit Be- schluss vom 4. Dezember 1998 auf seine Angemessenheit gemäss Art. 59 f. URG ge- prüft und genehmigt. Die gegen diesen Beschluss erhobene Verwaltungsgerichtsbe- schwerde wurde vom Bundesgericht mit Entscheid vom 17. Februar 2000 abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden konnte. Seither ist dieser Tarif mit verschiedenen Beschlüssen der Schiedskommission mehrfach verlängert worden.

Unter Berücksichtigung des Einverständnisses der beteiligten Nutzerorganisationen zur erneut beantragten Verlängerung des GT Hb sowie des Verzichts des Preisüberwa- chers auf die Abgabe einer Empfehlung gibt der Antrag der Verwertungsgesellschaften zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass. Der bisherige GT Hb ist somit bis zum 31. Dezember 2009 zu verlängern.

3. Die Gebühren und Auslagen dieses Verfahrens richten sich nach Art. 16a Abs. 1 und Abs. 2 Bst. a und d URV (in der Fassung vom 1. Juli 2008) und sind gemäss Art. 16b URV unter solidarischer Haftung von den am Verfahren beteiligten Verwertungsgesell- schaften zu tragen.

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31. Dezember 2009 verlängert. […]

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