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Ch Vb · 1996-12-02 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

2. Dezember 1996 N 2081 Fragestunde Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Fünfte Sitzung – Cinquième séance Montag, 2. Dezember 1996 Lundi 2 décembre 1996 14.30 h Vorsitz – Présidence: Stamm Judith (C, LU)/Leuenberger Ernst (S, SO) ___________________________________________________________ Präsidentin: Erlauben Sie mir, dass ich zu Beginn der Sit- zung auf das vergangene Abstimmungswochenende ein- gehe. Das Schweizervolk hat bei einer erfreulich hohen Stimmbe- teiligung zu zwei wichtigen Fragen Stellung genommen. Die Volksinitiative «gegen die illegale Einwanderung» wurde vom Parlament zur Ablehnung empfohlen und ist auch klar abge- lehnt worden. Die Bevölkerung hat die offizielle Politik unter- stützt, wonach verfolgte Menschen bei uns nach wie vor Auf- nahme finden sollen und Missbräuche zu verhindern sind – mit Mitteln, denen Parlament und Volk bereits zugestimmt haben. Wir wollen und müssen zu einer Migrationspolitik fin- den, die vom Schweizervolk wie von den Betroffenen glei- chermassen akzeptiert werden kann. Die gestrige Abstim- mung ist auf diesem Weg ein ermutigendes Zeichen. Die Revision des Arbeitsgesetzes, die im Nationalrat knapp angenommen worden war, wurde von der Bevölkerung mar- kant verworfen. Das Nein galt sicher nicht nur den umstritte- nen Punkten, das Nein galt auch dem Umbruch, der das schweizerische Wirtschaftsgefüge bis in seine Tiefen er- schüttert. Das Nein war – so interpretiere ich es – ein Ja zur Sozialpartnerschaft, die bis jetzt das ordnende Prinzip für die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in diesem Lande war. Auf welcher Seite wir auch standen: Sorgen wir dafür, dass jetzt die Gespräche rasch wiederaufgenommen werden! Wir haben gute Vorarbeiten geleistet; wir haben die Thematik diskutiert. Wir wissen, wo die neuralgischen Punkte liegen. Finden wir uns zu einer neuen Vorlage zusammen, hinter der wir und das Volk stehen können. Denn was sich heute im Wirtschaftsleben unseres Landes tut, ist meiner Ansicht nach erst der Anfang eines gewaltigen Umbruchs. Wir werden un- sere Kräfte nicht weiterhin damit verschleissen wollen und können, die gegenseitigen Standpunkte zu markieren. Wir werden unsere Kräfte dafür einsetzen müssen, gemeinsam zu Lösungen zu finden, die Volk und Land dienen. (Teilwei- ser Beifall) Fragestunde Heure des questions ___________________________________________________________ Bäumlin Ursula (S, BE): Ich bin mit der schriftlichen Beant- wortung meiner und vieler anderer Fragen heute in der Fra- gestunde nicht zufrieden. Meine Frage wurde, zusammen mit anderen, im Multipack abgefertigt. Ich habe mich darauf verlassen, dass ich eine Zusatzfrage stellen kann, wie vielleicht andere auch. Ich verlange, dass die abwesenden Bundesräte die Fragen durch ihre Stellvertreter beantworten lassen oder dass die Stellvertreter mindestens die Zusatzfragen entgegennehmen und dass diese am nächsten Montag beantwortet werden. Ich würde mich auch einverstanden erklären, diese Zusatz- fragen gemäss Artikel 42 Absatz 5 des Ratsreglementes schriftlich einzureichen, so dass ich am nächsten Montag eine befriedigende Antwort erhalten könnte. Eine weitere Möglichkeit wäre auch, der Stellvertreterin des Bundespräsi- denten, Frau Dreifuss, meine Frage mündlich oder schriftlich abzugeben. Aber es eilt in dieser Frage; ich kann nicht darauf warten, dass ich irgend einmal eine befriedigende oder eine einlässli- chere Antwort bekommen werde. Ich bitte Sie, diesen Ordnungsantrag zu unterstützen. Abstimmung – Vote Für den Ordnungsantrag Bäumlin 73 Stimmen Dagegen 17 Stimmen 96.5152 Frage Steinemann Schäden am Bundeshaus anlässlich der Bauerndemo Question Steinemann Dommages causés au Palais fédéral suite à la manifestation des paysans __________________________________________________________ Wortlaut der Frage vom 2. Dezember 1996 Wer bezahlt die Schäden am Bundeshaus, die anlässlich der Bauerndemonstration im Oktober 1996 entstanden sind, und auf wieviel werden diese beziffert? Texte de la question du 2 décembre 1996 Qui va payer les dommages causés au Palais fédéral suite à la manifestation des paysans qui s’est déroulée au mois d’oc- tobre 1996, et à combien s’élèvent-ils? Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Les dégâts occasionnés au Palais fédéral lors de la manifestation des paysans d’oc- tobre 1996 sont des bris de verre. L’Office des constructions fédérales a immédiatement procédé aux réparations néces- saires. Le coût définitif n’est pas encore arrêté, mais il s’élè- vera à un peu plus de 2000 francs, dont 800 francs de verre. Ces coûts sont pris en charge par l’Administration fédérale des finances, à la position budgétaire 601.3110.000, Dom- mages non assurés aux immeubles. Steinemann Walter (F, SG): Danke für die Beantwortung. Ich habe erwartet, dass der Schweizer Steuerzahler wieder herangezogen wird. Ich möchte nur fragen, ob es eine Möglichkeit gäbe, die Ver- anstalter für durch Demonstranten verursachte Schäden haftbar zu machen, vielleicht sogar über eine Haftpflichtver- sicherung. Ich finde es einfach nicht in Ordnung, dass der Steuerzahler solche Dinge berappen muss. Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Je crains de ne pas pou- voir répondre de façon tout à fait satisfaisante à M. Steine- mann, dans la mesure où il pose une question beaucoup plus générale qui tient au droit en matière de manifestations, aux règles et, en particulier, de responsabilité civile des organisa- teurs de manifestations. J’aimerais attirer son attention sur le fait que les dégâts qui ont suscité sa question ne sont pas de nature à engager une procédure lourde, puisque, je le répète, il s’agit de frais de l’ordre de 2000 francs. Je ne peux malheureusement pas lui indiquer non plus le budget général des frais d’entretien du Palais fédéral pendant toute l’année. Ces frais sont bien sûr beaucoup plus élevés que ces 2000 francs.

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