opencaselaw.ch

<td class="metadataCell">20013186</td>

Ch Vb · 1985-03-11 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

11. März 1985 N 389 Fragestunde #ST# Sechste Sitzung - Sixième séance Montag, 11. März 1985, Nachmittag Lundi 11 mars 1985, après-midi 14.30 h Vorsitz - Présidence: Herr Koller Arnold Präsident: Ich heisse Sie willkommen und erkläre die Sit- zung als eröffnet. Volk und Stände haben am vergangenen Wochenende über vier Verfassungsänderungen abgestimmt. Angenommen wurden aus dem Gesamtpaket der Neuverteilung der Aufga- ben zwischen Bund und Kantonen die Vorlagen zur Aufhe- bung der Bundesbeiträge an die Primarschulen sowie an die Lebensmittelkontrolle. Beide Vorlagen betreffen Bagatell- subventionen und führen namentlich zu einer administrati- ven Vereinfachung im Verhältnis des Bundes zu den Kanto- nen. Sie waren in der parlamentarischen Beratung und auch vor der Volksabstimmung nicht bestritten. Dennoch haben Volk und Stände namentlich die Vorlage über das Gesund- heitswesen nur äusserst knapp angenommen. Bevor die detaillierte Abstimmungsanalyse ausgewertet ist, kennen wir die Motive der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger nicht. Immerhin wurde offenkundig, dass die Einsicht in die staatspolitische Notwendigkeit einer Aufgabenteilung zwi- schen Bund und Kantonen bei unserem Volk noch zuwenig verbreitet ist. Abgelehnt wurde die Entlastung des Bundes von der Mitfi- nanzierung der Ausbildungsbeiträge. Offensichtlich befürchtete eine Mehrheit der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger und der Stände, dass die Qualität der Ausbil- dung leiden könnte, wenn sich der Bund von der Mitfinan- zierung der Stipendien zurückziehen würde. Aus der Vertei- lung der Standesstimmen ergibt sich, dass nur in der Ost- und teilweise der Zentralschweiz eine Mehrheit das Ver- trauen hatte, dass die Kantone die wegfallenden Bundesbei- träge kompensieren würden. Es bleibt zu hoffen; dass Volk und Stände bei den Abstimmungen über die restlichen Vor- lagen des ersten Paketes der Aufgabenneuverteilung im Juni dieses Jahres und später bei den Vorlagen des zweiten Paketes den Anträgen der Bundesversammlung folgen wer- den, so dass im Interesse einer besseren Verteilung der Aufgaben zwischen Bund und Kantonen und einer bürger- nahen und ökonomischen Verwaltung ein Grossteil des Gesamtpaketes verwirklicht werden kann. Den deutlichsten Entscheid fällten Volk und Stände bei der Ferieninitiative. Hiebei wurden offensichtlich die Fort- schritte gewürdigt, die der indirekte Gegenvorschlag der Bundesversammlung gebracht hat. Mitgewirkt hat wohl auch die Überzeugung, dass weitere Verbesserungen bes- ser im Rahmen von Gesamtarbeitsverträgen auszuhandeln als durch Gesetz vorzuschreiben sind. Ich darf Ihnen sodann in Erinnerung rufen, dass während der Dauer der Session auf dem Bundesplatz jeweilen von Montag bis Freitag ein vom Gemeinderat der Stadt Bern zum Schütze ungestörter Verhandlungen der Bundesver- sammlung erlassenes Demonstrationsverbot gilt. Ich möchte bei dieser Gelegenheit der stadtbernischen Polizei für ihre meist unauffälligen, aber stets sorgfältigen Dienste, die sie für die Bundesversammlung erbringt, herzlich danken. An Ihren Plätzen finden Sie eine Notiz des Generalsekretärs über die neuen Bestimmungen des Geschäftsverkehrsgeset- zes und des Geschäftsreglementes des National rates, die ich Ihnen zur Lektüre empfehle. #ST# Fragestunde - Heure des questions Frage 1 : Spalti. UNO-Mitgliedschaft der Schweiz Entrée de la Suisse à l'ONU Der österreichische Völkerrechtler Felix Ermacora hat für die UNO-Menschenrechtskommission einen Untersu- chungsbericht über die Kriegführung der sowjetischen Truppen in Afghanistan erstellt, dessen erschütternde Ergebnisse am 1. März 1985 in Genf veröffentlicht wurden. Giftgaseinsatz, Bombardierung von gekennzeichneten Spi- tälern, abgeworfenes Kinderspielzeug als Sprengfallen missbraucht und eine brutale Folterungspraxis werden nachgewiesen. Die Sowjetunion und Afghanistan sind UNO- Mitglieder, unterzeichneten die UNO-Konvention von 1949, die dadurch verletzt worden ist. Der Bericht der UNO-Men- schenrechtskommission und dessen Veröffentlichung bewirken kaum Resultate. Wie wirksam beurteilt der Bun- desrat solche Berichte und wie könnte sich der Bundesrat bei einer allfälligen UNO-Mitgliedschaft für die Beachtung der UNO-Konventionen durch Mitgliedstaaten einsetzen? M. Aubert, conseiller fédéral: Le Conseil fédéral répond comme suit à M. Spalti. L'Assemblée générale des Nations Unies a effectivement condamné, à plusieurs reprises, l'invasion soviétique de l'Afghanistan. Elle l'a fait une fois encore le 15 novembre 1984, par 119 voix contre 20 et 14 abstentions. Elle a exigé le retrait immédiat des troupes étrangères de l'Afghanistan et réaffirmé la volonté de la communauté internationale de restaurer la souveraineté, l'intégrité territoriale et l'indépen- dance politique de ce pays. Le Conseil fédéral a, lui aussi, condamné l'intervention des troupes soviétiques en Afghanistan, mais il n'a pu, n'étant pas membre de l'organisation, s'associer aux décisions prises aux Nations Unies par la communauté internationale. En ce qui concerne le rapport dont vous faites état, Mon- sieur Spalti, sur la situation des droits de l'homme en Afgha- nistan, nous ne pouvons que nous féliciter de la décision de l'avoir fait établir par un juriste de renom international, le professeur autrichien Ermacora. Le Conseil fédéral, qui est intervenu à plusieurs reprises auprès des autorités soviétiques pour leur dire combien les violations des règles du droit international humanitaire et des principes humanitaires universellement reconnus le préoccupaient, se réjouit de savoir que les Nations Unies vont s'occuper de plus près des violations des droits de .l'homme qui ont lieu en Afghanistan. Un tel rapport est important parce qu'il met en lumière des cas concrets de violation des droits de l'homme. Il permet aux instances internationales d'ouvrir la discussion et à l'opinion publique de prendre conscience de la situation tragique dans laquelle vivent tant d'hommes et de femmes. De tels rapports provoquent des débats qui maintiennent la vigilance de la communauté internationale et exercent une pression certaine sur les auteurs des violations des droits de l'homme. Le Conseil fédéral regrette cependant de ne pas être en mesure de participer à la discussion au sein des Nations Unies et de ne pouvoir joindre sa voix à celles de tous ceux qui s'engagent en faveur du peuple afghan. Question 2: Soldini. Politische Flüchtlinge aus Zaïre. Diplomatische Intervention der Schweiz in Zentralafrika Réfugiés politiques zaïrois. Intervention diplomatique de la Suisse en République Centrafricaine Le 20 novembre 1984, deux réfugiés politiques zaïrois, ins- tallés à Lausanne, étaient arrêtés à Bangui pour entrée

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Mitteilungen des Präsidenten Communications du président In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1985 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 06 Séance Seduta Geschäftsnummer --- Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 11.03.1985 - 14:30 Date Data Seite 389-389 Page Pagina Ref. No 20 013 186 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.