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Ch Vb · 1985-02-07 · Deutsch CH
Erwägungen (1 Absätze)

E. 7 Februar 1985

N

195

Waldsterben. Bericht und Massnahmen

83.961

Motion der LdU/EVP-Fraktion

Waldsterben. Mittel- und längerfristige Massnahmen

Motion du groupe Adl/PEP

Dépérissement des forêts. Mesures à moyen et long terme

Wortlaut der Motion vom 16. Dezember 1983

Der Bundesrat wird aufgefordert, folgende Massnahmen im

mittel- und längerfristigen Bereich zu treffen:

4. Zusammenarbeit

- Verstärkte internationale Zusammenarbeit zur Herabset-

zung und Verhinderung von Emissionen durch weiträumige

Luftverfrachtungen;

- Festsetzung von bindenden Massnahmen und Grenzwer-

ten für möglichst alle Länder.

Texte de la motion du 16 décembre 1983

Le Conseil fédéral est chargé de prendre les mesures sui-

vantes ayant un effet à moyen et long terme:

4. Coopération

- Renforcement de la coopération sur le plan international

en vue de réduire et d'empêcher les émissions dues au

transport à grande distance de fret aérien;

- Fixation de mesures et de valeurs limites, liant si possible

tous les pays.

Sprecherin - Porte-parole: Grendelmeier

Antrag des Bundesrates - Proposition du Conseil fédéral

Überweisung als Postulat - Transmettre comme postulat

Antrag der Kommission für Gesundheit und Umwelt

Proposition de la commission de la santé publique et de

l'en vironnement

Abschreiben - Classer

Antrag Oehen

Aufrechterhaltung als Postulat (gemäes Antrag Bundesrat)

Proposition Oehen

Transformer la motion en postulat (selon proposition du

Conseil fédéral)

Gelssbühler: Ich spreche hier namens der SVP-Fraktion zu

einigen Vorstössen in diesem Bereich, vor allem zu den

Kommissionsvorstössen.

Auf besonderes Interesse gestossen ist in unserer Fraktion

das Postulat 84.369 bezüglich der Auswirkungen der Luft-

verschmutzung auf unsere Böden. Aus verständlichen

Gründen wird hier Wert darauf gelegt, dass die Untersu-

chungen der Auswirkungen vor allem des sauren Regens

auf unser Kulturland nach gegebenen Möglichkeiten ausge-

dehnt werden, soweit das nicht schon im Forschungspro-

gramm Sanasilva der Fall ist.

Die sehr rasch fortschreitende Verschlechterung der Situa-

tion in unseren Wäldern legt nahe, dass auch ausserhalb

dieser Wälder schadhafte Einwirkungen auftreten, die

genau zu beobachten sind. Eine gewisse Bremswirkung

dürfte hier wohl die finanzielle Gegebenheit haben. Auf

jeden Fall empfehlen wir Annahme des Postulates im Sinne

des Bundesrates und der Kommission.

Für die Kommissionsmotion erzielten wir einstimmige Un-

terstützung.

Auch uns erschien es unerlässlich, dass bei aller Hektik, die

im Zuge der zu treffenden Massnahmen entstehen dürfte,

auch immer ein genaues Inventar geführt wird über das, was

zur Erreichung des gesteckten Zieles, nämlich Rückführung

der Schadstoffe auf das Niveau der fünfziger bis sechziger

Jahre, noch zu tun übrigbleibt. Wir sind uns voll bewusst,

dass hier viel gefordert wird, aber leider sind wir durch die

aktuelle Situation dazu gezwungen.

Noch ein persönliches Wort zur Motion 84.599 bezüglich der

befristeten Rationierung: Dass man sich jetzt schon Gedan-

ken darüber macht, wie nötigenfalls die Treibstoffe und die

fossilen Brennstoffe rationiert werden könnten, dem könnte

ich heute schon in Postulatsform zustimmen, wohlverstan-

den im Sinne einer ideellen Vorbereitung für die letzte

Alarmstufe. Wenn man aber auch gleich noch die Rationie-

rung der Elektrizität miteinbezieht, scheint nun doch bei den

Verursachern dieser Motion mindestens für einen Moment

der gesunde Menschenverstand ausser Gefecht gestanden

zu haben. Ich beantrage daher Ablehnung dieser Motion.

Das gleiche gilt natürlich auch für die Motion 84.902, mit der

die sofortige Rationierung der Treibstoffe und der Heizöle

verlangt wird. So schnell, Frau Robert, ist doch wohl eine

derart einschneidende und komplizierte Massnahme nicht

zu vollziehen. Auch die SVP des Kantons Bern brachte in

ihrer Resolution sicher nicht zum Ausdruck, dass nun die

Treibstoffrationierung sofort eingeführt werden soll, son-

dern sie drückte sich so aus, dass das für den Notfall

vorzusehen ist, und das ist auch meine persönliche Mei-

nung.

Ich bitte, auch diesen Vorstoss abzulehnen.

Fischer-Sursee: Ich spreche im Namen der CVP-Fraktion.

Diese unterstützt die zentrale und sehr wichtige Kommis-

sionsmotion Nummer 42 betreffend das Gesamtkonzept.

Das Ziel ist es, den Stand der Luftverschmutzung der fünfzi-

ger Jahre klar anzustreben und ihn innert nützlicher Frist,

d. h. nicht erst im Jahre 2000, zu erreichen, denn dieser

Zeitaufschub ist uns nicht gewährt. Sobald uns Ende 1985

dieses Gesamtkonzept vom Bundesrat vorgelegt wird, wird

zu entscheiden sein, ob neben dem technischen Umwelt-

schutz noch weitere Massnahmen zu ergreifen sind, wie

zum Beispiel die Benzinrationierung.

Sehr wichtig ist auch das Kommissionspostulat 43 betref-

fend die Verpackungsmaterialien. Ich weise Sie darauf hin,

dass unser Fraktionskollege Mario Grassi bereits im vergan-

genen November in einer Einfachen Anfrage auf die Umwelt-

belastung durch die PVC-Verpackungen hingewiesen hat.

Es sind daher die Abfälle zu sortieren und das getrennte

Einsammeln und Vernichten vorzunehmen. Der Bundesrat

wird gebeten, bei den zu erlassenden Vorschriften auch

darauf sein Augenmerk zu richten.

Wenn auch feststeht, dass ein Grossteil unserer Luftver-

schmutzung hausgemacht ist, können wir den Kampf gegen

die Umweltverschmutzung nicht gleichsam als kleiner David

alleine führen. Er hat mindestens europaweit zu erfolgen.

Wir bitten daher Bundesrat Egli, auch alle Anstrengungen

auf die internationale Arbeit auszurichten.

Noch einmal ein Wort zur geforderten Benzinrationierung:

Ich habe die Auffassung unserer Fraktion zum Problem

Verkehr bereits dargelegt. Wir lehnen zurzeit die Benzinra-

tionierung als eine Extremlösung ab. Sie käme als ultima

ratio in Frage, wenn alle anderen Stricke reissen, alle Mass-

nahmen versagen. Warum lehnen wir sie ab? Eine abrupte

massive Einschränkung würde - wie ich schon dargelegt

habe - einen Zusammenbruch unserer ganzen wirtschaftli-

chen Tätigkeit mit sich führen, mit unabsehbaren Folgen.

Unsere öffentlichen Verkehrsmittel sind weder vom Perso-

nal noch vom Material her überhaupt in der Lage, einen

grösseren Verkehrsanfall zu bewältigen. Zudem - und dar-

auf möchte ich nochmals kommen -: wir bestrafen die

Falschen. Gerade diejenigen, die jetzt verschwenderisch mit

dem Benzin umgegangen sind, würden begünstigt, und

diejenigen, die jetzt schon massgehalten haben, würden

bestraft. Zudem muss ich Sie auf die Verschiedenartigkeit

unseres Landes hinweisen, auf die Landschaft und die

Bewohner der Bergkantone, die wenig oder ungenügende

öffentliche Verkehrsmittel haben und auf das individuelle

Verkehrsmittel angewiesen sind.

Dispositiv
  1. Ce rapport fait une analyse approfondie de la situation et propose un diagnostic. Il est évident que certaines don- nées sont sujettes à controverse, parfois même à polémique. t Ce qu'il y a d'intéressant dans ce rapport, ce sont les conclusions qui sont soumises à notre réflexion. Il y est fait une comparaison entre la situation actuelle et celle qui existait entre 1950 et 1960. Aujourd'hui, les émis- . sions d'anhydride sulfureux correspondent à celles de 1960. Il y a donc déjà eu un progrès. En ce qui concerne les émissions d'oxyde d'azote et d'hydrocarbures, il faudrait, pour revenir à la situation des années 60, diminuer de 70 pour cent la charge actuelle et pour «rattraper» celle des années 50, diminuer cette charge de 90 pour cent, ce qui est considérable mais pas impossible, en tout cas pour l'oxyde d'azote au vu des résultats des premières analyses après l'introduction du catalyseur. A partir de ces conclusions, la commission propose de définir un concept, afin de déterminer le niveau auquel la charge polluante de l'air devrait être ramenée. Ce débat n'est pas complètement tranché car la question est com- plexe. La commission a eu raison de ne pas figer la question
  2. Februar 1985 197 Waldsterben. Bericht und Massnahmen en proposant un concept déterminé, en ce qui concerne l'année de référence, pour réduire la charge polluante. Elle laisse entendre qu'il faudrait s'arrêter à une fourchette, précisément celle séparant les années 1950 et 1960. De ce point de vue, la conclusion est la même que celle suggérée par le rapport du Département fédéral de l'intérieur. Il est raisonnable de retenir cette fourchette, qui représente à la fois le maximum possible et le minimum exigible et qui permettra une approche sélective en ce qui concerne tel type d'émission polluante par rapport à tel autre. D'autre part, la motion de la commission propose que soient arrêtés des mesures et un calendrier permettant d'atteindre le but fixé. Ces deux suggestions sont complémentaires et forment un tout. Il est en effet indispensable de parvenir à une planification adequante en fonction, d'une part, de l'urgence respective des mesures à prendre et, d'autre part, de la possibilité pour l'économie, les consommateurs et, en définitive, la collectivité de supporter raisonnablement le coût de l'introduction de ces mesures. Mesures à prendre et calendrier à respecter sont donc indissociables. Enfin, la commission souhaite que le Conseil fédéral exa- mine les dispositions éventuellement constitutionnelles, en tout cas législatives, qui devraient être présentées au Parle- ment pour concrétiser dans les textes la volonté d'élabora- tion de mesures adéquates. Cette motion constitue un instrument de travail sérieux, parce que raisonnable. Elle doit être votée en tant que telle et non pas sous la forme d'un postulat comme semble le suggérer le Conseil fédéral. Mühlemann: Wer diese Debatte verfolgt hat, wird unzweifel- haft erkennen, dass sowohl Bundesrat wie Parlament den Mut haben, der ökologischen Krise mit menschenmöglichen Massnahmen zu begegnen. Natürlich wird es immer Optimi- sten geben, die glauben, die Natur regeneriere sich von selbst. Es existieren auch Diagnostiker, die immer neue Ursachen für das Waldsterben herausfinden. Dabei ist es doch klar, dass wir Raubbau getrieben haben an der Natur, zuerst sichtbar im Wasser, dann in der Luft. Diese Debatte dürfte nicht «Waldsterben» heissen, sondern «Kampf der Luftverschmutzung». Es wird aber ebensosehr Pessimisten geben, die immer wieder den Teufel an die Wand malen und uns eine Weltun- tergangsstimmung heraufbeschwören. Wer das Waldster- ben mit dem Dritten Weltkrieg vergleicht, verzerrt die Pro- portionen. In diesem Zusammenhang sind auch Massnah- men abzulehnen, wie die Benzinrationierung. Wer den Treibstoff rationieren will, wird uns in einen unübersichtli- chen Schwarzmarkt hineinbringen, der zu schweren wirt- schaftlichen Schäden führen kann. Es ist nicht einzusehen, weshalb wir die ökologische Krise zu lösen versuchen, wenn wir gleichzeitig die Ökonomie aus dem Gleichgewicht bringen. Was bleibt, ist nur der realistische Weg, und der ist in Gottes Namen, Frau Robert, ausgerichtet auf die technologische Entwicklung. Die Technik hat zwar viele Schäden hervorge- bracht, sie gibt uns aber auch die Möglichkeit, solch nega- tive Entwicklungen zu beheben. Seit Beginn dieses Jahres funktioniert zum ersten Mal in unserem Lande in der Milch- pulverfabrik Sulgen eine Schwefelentgiftungsanlage, von derthurgauischen Firma Arbonia-Forsterentwickelt, die von einem Tag auf den anderen in einer Region die Schadstoffe um 68 Prozent herabsetzt. Das sind Chancen, die wir nützen müssen und die echte Fortschritte bringen können. Der Bundesrat hat uns 112 Massnahmen vorgelegt. Meines Erachtens zu viele. Sie hätten vom Bundesrat im Rahmen seiner Exekutivgewalt auch prioritätsmässig geordnet wer- den müssen. Zum Teil ist das jetzt in diesem Rat geschehen. Ich glaube, dass die neue Prioritätsordnung eisern durchge- halten werden muss. Bis jetzt waren die 112 Massnahmen auf sechs Departemente verteilt, was zu keiner effizienten Abwicklung führen kann. Es ist gut, dass nun ein Bundesrat zum Koordinator ernannt worden ist. Ich würde gerne wün- schen, dass er diese Koordinationsaufgabe in imperativer Weise wahrnimmt. Alle Massnahmen, die getroffen sind oder getroffen werden, müssen unter dem finanziellen Aspekt geprüft werden, müs- sen in bezug auf Aufwand und Ertragsverhältnis stimmen und müssen auch die Akzeptanz des Volkes finden. Ich bin nicht sicher, dass die differenzierte Geschwindigkeitsbe- schränkung verstanden wird. Wir können doch nicht Kataly- sator-Eidgenossen schaffen, die 130 km/h fahren und andere, die in einer Art Strafexpedition mit 100 km/h hinter- her rollen müssen. In dieser Beziehung würde ich gerne wünschen, dass wir etwas mehr Optimismus aufbringen könnten. Der amerikanische Dichter Thornton Wilder sagt in seinem Theaterstück «Wir sind noch einmal davongekom- men», dass Gott den Menschen die Kraft gegeben hat, das Rad zu erfinden, und er lasse ihm auch die Kraft, weitere Erfindungen zu machen. M. Berger: La motion 42 de la commission nous propose un calendrier de mesures destinées à lutter contre la pollution et ceci dans l'optique de retrouver la situation des années 1950 à 1960. C'est bien, mais elle nous donne l'impression que déjà le malade, c'est-à-dire la forêt, passe au deuxième plan, une forêt qui souffre de plusieurs maux conjugués et qui mérite, elle aussi, de retrouver sa santé des années 1950 à 1960. Aussi, je me permets d'émettre quelques vœux et considérations dans cette optique de voir notre forêt retrou- ver rapidement sa santé. Personne, au cours de tous ces débats, ne nie le rôle vital que joue notre forêt. Mais à rencontre d'une production industrielle, l'économie fores- tière a ceci de particulier qu'elle est liée au sol et de ce fait, comme l'agriculture, la sylviculture, elle ne peut remplir sa fonction qu'à deux conditions: que son milieu vital soit respecté, en l'occurrence le sol et l'air, et deuxièmement, qu'elle représente un intérêt économique pour son proprié- taire et qu'elle soit préservée des lois du marché internatio- nal. Hélas! face aux importations excessives, le marché des bois indigènes s'est dégradé, nous le savons. Les coupes de bois ont diminué, notre forêt a vieilli, elle est devenue vulnérable aux parasites, à la pollution. Dans un récent exposé des motifs, le Gouvernement vaudois, je vous le rappelle, justifie ce vieillissement. Il nous précise qu'une forêt normale exige une coupe annuelle de 6 millions de mètres cubes par an et que ces dernières années, elle s'est limitée à 4 mètres cubes pour la forêt publique et à 2 millions de métrés cubes seulement pour la forêt privée. Ne nous étonnons donc pas que des arbres dépérissent, cela est normal, vu déjà sous l'angle de la sous-exploitation. Indé- pendamment de la pollution atmosphérique qui aggrave encore cette situation, il est urgent de prendre toutes les mesures propres à enrayer le mal. Dans l'immédiat, il s'agit non seulement d'accorder les moyens financiers propres à stopper l'hémorragie, mais surtout de doter l'économie forestière d'un statut la mettant à l'abri d'une concurrence insupportable. Sans cette garantie, il est peu probable, avec ou sans pollution, que la forêt puisse se relever de son mal. Je constate après ce débat, qu'aucune assurance à long terme ne nous garantit une exploitation forestière normale et conforme à ses besoins. M. Egli, conseiller fédéral, s'est prononcé à ce sujet, en spécifiant que le bois indigène est un produit industriel et non agricole. Nous croyons, au vu de la situation de la forêt, que le véritable problème se situe bel est bien à ce niveau. En ce qui concerne le propriétaire de forêt, l'incertitude demeure quant à l'avenir économique réservé à sa production. Je reconnais que des moyens financiers importants sont et seront à disposition de la gestion forestière, mais ne nous faisons aucune illusion, les besoins pour reconstituer notre cheptel forestier sont énormes. Je ne néglige pas ce qui est déjà prévu et j'en remercie le Conseil fédéral. Mais ces mesures ne concer- nent que l'immédiat, pour le moyen et le long terme, c'est encore l'incertitude. Il est absolument nécessaire de recon- naître que la forêt est un produit agricole d'intérêt national, qu'elle répond des mêmes conditions de production que l'agriculture et qu'elle ne peut vivre sans protection vis-à-vis de l'extérieur. Après ce débat, pour plusieurs d'entre nous, les besoins nécessaires pour lutter contre le dépérissement Dépérissement des forêts. Rapport et mesures 198 N 7 février 1985 des forêts demeurent encore une interrogation. Ce sont des intérêts économiques et le manque de protection qui ont détruit la forêt de certains pays aux prises aujourd'hui avec la famine. C'est, à notre avis, prioritairement le manque d'intérêt économique pour le forestier qui fait que notre forêt vieillit et meure, et je pense particulièrement à la forêt de montagne dont la gestion est devenue, pour notre pays industrialisé, un problème vraiment épineux. Plusieurs mesures ont été prises et le seront encore afin de maîtriser la pollution de l'air. Nous avons tout lieu d'en être satisfaits. Il s'agit maintenant d'attendre et d'analyser les résultats des dispositions prises, avant d'envisager d'éventuelles autres mesures. En ce qui concerne le problème forestier, je demeure toute- fois très réservé quant aux effets des mesures prises dans le cadre de la lutte contre la pollution de l'air. Je doute que le diagnostic du malade soit complet. Plus d'une question demeure sans réponse quant aux causes, multiples, il est vrai, de la mort de nos forêts. Aussi par esprit d'objectivité et de responsabilité, je soutiendrai toute intervention destinée à définir sur une base scientifique, sûre et rigoureuse, tout éclairage sur toutes les causes du dépérissement de nos forêts. Ce n'est seulement que sur la base de ce document scientifique reconnu et l'élaboration d'un solide statut fores- tier, que nous aurons une vraie chance de sauver notre forêt. Pour ce faire, nous faisons confiance au Conseil fédéral afin qu'il poursuivre son étude «sauvetage de la forêt» dans ce sens. Seiler: Gestatten Sie mir vorerst eine Bemerkung zum Votum von Herrn Mühlemann: Herr Mühlemann hat davon gesprochen, dass wirtschaftliche Schäden entstehen wür- den in Zusammenhang mit der Treibstoffrationierung. Darf ich Sie darauf aufmerksam machen, Herr Mühlemann, dass mit den rasant fortschreitenden Schäden an den Wäldern ebenfalls wirtschaftliche Schäden entstehen, in einer Grös- senordnung, die in der Schweiz leider nicht beziffert ist. Aber in der Bundesrepublik schätzt man die Schäden an den Wäldern heute auf 10 Milliarden Franken, und täglich käme 1 Million dazu. Auch das haben wir zu berücksichtigen. Aber davon wollte ich nicht sprechen. Ich meine, es ist angebracht, dass man auch diejenigen erwähnt, die im Namen des Umweltschutzes unsere Umwelt belasten, und zwar in nicht unwesentlichem Ausmass. Das ist die öffentliche Hand, das ist der Bund, das sind die Kantone, und das sind die Gemeinden. Nicht nur wegen den grossen Fahrzeugflotten, die zirkulieren, sondern insbeson- dere durch die Art und Weise, wie der Abfall beseitigt wird. Die Kehrichtverbrennungsanlagen sind damit gemeint, und durch diese Kehrichtverbrennungsanlagen werden hochgif- tige Schwermetalle wie Blei, Chrom, Quecksilber, Cadmium usw. durch die Schornsteine gejagt. Man kann nicht anders, als diese Kehrichtverbrennungsanlagen als eigentliche Dreckschleudern zu bezeichnen. Nun versucht man, die giftigen Stoffe mit einer sogenannten Reinigung zu beseiti- gen oder wenigstens diesen Stoffen Herr zu werden. Wird aber die Abluft gefiltert oder gewaschen, dann gerät in der Regel ein Teil der Schwermetalle in die Filtrate von Staub- ausscheidern oder eben in das Abwasser von Rauchgas- waschanlagen, was die Probleme wiederum nicht löst, son- dern eher verschärft. Gemäss Bericht des Bundesrates sol- len 40 solche Kehrichtverbrennungsanlagen saniert werden, damit sie der Luftreinhalteverordnung genügen. Die Frage ist hier angebracht: Sollten wir nicht eher ein generelles Verbot dieser Kehrichtverbrennungsanlagen nach kalifornischem Muster verfügen? Denn es gibt heute Konzepte, es gibt heute weit umweltfreundlichere Verfahren zur Entmischung sowie zur Beseitigung und vor allem Wie- derverwertung der verschiedenen Bestandteile der vielfälti- gen Abfallmixturen. Auch in der Abfallpolitik ist heute eine Wende nötig. Not- wendig ist eine Politik, die weggeht von der Behandlung der giftigen Stoffe hin zu deren Vermeidung. Das bedeutet eine radikale Reduzierung der Schadstoffe am Ort des Entste- hens. Dazu gehört nach meiner Meinung zum Beispiel ein Totalverbot von PVC-haltigen Verpackungen. Das Postulat der Kommission Nummer 43, das diese Materie behandelt, geht zu wenig weit und ist in der Forderung zu wenig deutlich. Es gehört im weiteren dazu, die Einwegverpak- kungsflut einzudämmen und nicht zuletzt wäre die Einfüh- rung einer Rücknahmeverpflichtung von Altgedientem ge- rechtfertigt. Ein weiteres Problem möchte ich ansprechen, nämlich die Orientierung der Bevölkerung und Warnung derselben über bzw. vor Luftverschmutzung. In zahlreichen Städten und Agglomerationen ist heute die Luft zeitweise - zum Teil dauernd - derart verpestet, dass für die Bewohner die •» Gefahr gesundheitlicher Schäden besteht. Einen entspre- chenden Alarmplan gibt es aber praktisch in keiner Gemeinde. Die CVP-Fraktion verlangt daher in einer Motion vom Bundesrat den Erlass von Richtlinien für den Aufbau »' eines solchen Smogalarmsystems. Der Bundesrat soll nach unserer Meinung auch die Grenzwerte festlegen für die Auslösung des Smogalarms. Diese Werte wären so tief anzu- setzen, dass durch frühzeitige Massnahmen der Schadstoff- ausstoss eingeschränkt wird und gesundheitsschädliche Giftkonzentrationen verhindert werden. Darüber hinaus sollte aber auch die Bevölkerung regelmäs- sig und nicht nur, wenn es gefährlich ist, über die Luftquali- tät informiert werden. Wir werden ja heute regelmässig über das Wetter, den Strassenzustand, den Pegelstand des Rheins usw. orientiert. Mein Vorschlag geht dahin, regel- mässig auch über den Zustand der Luft im Sinne eines Luftzustandsberichtes die Bevölkerung zu orientieren, nicht zuletzt deshalb, um uns die Folgen des eigenen Fehlverhal- tens immer und immer wieder deutlich vor Augen oder ins Ohr zu führen. Bremi: Ich komme nicht hierher, um Vorwürfe zu machen, weder an die Forstwirtschaft, weil sie uns zu spät informiert hat, noch an die Forstwissenschaft, weil sie erst nachträg- lich auf den entgleisten Zug aufgesprungen ist, noch an andere Politiker, die alles falsch machen, während wir es doch immer gesagt haben. Im Gegenteil. Ich bin vom Zustand unserer Wälder betroffen und suche den Schuldi- gen sicher nicht bei anderen. Wir haben zwei Debatten über die Wälder durchgeführt: eine im Mai 1984 und eine heute. Vor einem Jahr waren wir noch nicht gerüstet. Im Mai 1984 erklärte der Nationalrat dem Waldsterben den Krieg,fand aber zuerst nur den Bor- kenkäfer. Damals sind sehr viele von uns in panischer Angst dagestanden. Der Ausdruck «panische Angst» kommt vom griechischen Waldgott Pan, der nach Gustav Schwab «gehörnt, geschwänzt und bockfüssig» den Menschen erschreckte. Das hat der Waldgott Pan im Mai 1984 getan. Im Februar 1985 sind wir gerüsteter. Die Technik ist gerü- stet, die Wirtschaft auch, und damit genügt es für den Politiker nicht mehr, aggressiv, verzweifelt und arrogant zu agieren. Heute können wir Instrumente einsetzen, und wir könnten auf die politische Polemik verzichten. Zwei Aspekte darf ich unter diesem Gesichtspunkt darstellen:
  3. Endlich sprechen wir nicht nur bei der Elektrizitätsgewin- nung über den Abfall. Wir alle verbrauchen Energie, und jede Energie erzeugt Rückstände. Methodisch betrachtet heisst das, dass jeder Energieeinsatz, auch jede Sicherheits- massnahme, Sekundärrisiken erzeugt, die wir auf ihre . Gefährlichkeit und ihre Wahrscheinlichkeit zu untersuchen haben. Das gilt bei nuklearen, fossilen und auch bei alter- nativen Energien. Dieser systematische Vergleich, der mitt- lerweile vielfach angestellt wird und der die Belastung pro m/kg pro Sekunde Zeit zeigt, ergibt heute ganz eindeutig eine bessere Beurteilung für die Elektrizität - auch für die Nukleartechnik. Es mag heute nicht populär sein, dies zu sagen, aber es ist nichts destoweniger klar und erkannt, dass heutige und künftige Nukleartechniken zwar auch grosse Risiken im Rückstandsbereich aufweisen, seit lan- gem haben wir aber dort investiert und geforscht, und sie sind heute besser beherrschbar als bei fossilen Brennstof- fen. Gefährlichkeit und Wahrscheinlichkeit wurden weitge- hender gesenkt als bei fossilen Brennstoffen. Deshalb darf
  4. Februar 1985 N 199 Waldsterben. Bericht und Massnahmen Nuklearenergie in der heutigen und künftigen Form nicht ausgeschlossen werden. Wir bitten Sie, sich diesen Entwicklungen nicht zum vorn- herein zu widersetzen, und wir danken Herrn Bundesrat Egli, dass er darauf hingewiesen hat. Fördern Sie bitte die naturwissenschaftliche Forschung auch auf nukleartechni- schem Gebiet, aber fördern Sie sie nicht nur, sondern geben Sie den Resultaten anschliessend eine Chance. Auch der öffentliche Verkehr braucht Strom; mehr SBB heisst mehr Strom, und aus neuen Wasserkraftwerken werden wir ja wahrscheinlich diesen Strom nicht mehr erhalten. Diese Debatte hat doch die Bedeutung des Nuklearstroms deutlich gemacht.
  5. Wer die Debatten um Energien und um Wälder verfolgt, wer in den letzten Wochen die Briefe las, die Sie alle - ich auch - erhalten haben von Schulen, wer das alles unter- sucht und darüber nachdenkt, stellt eine gefährliche Ten- denz fest. Wir stellen uns die Frage: Wie reagieren denn das Volk und seine Politiker heute auf kritische Situationen? Ich stelle zwei gefährliche Tendenzen fest: Erstens sammeln sich leider die nationalen Spaltpilze statt diejenigen, die über alle Parteigrenzen hinweg gemeinsame nationale Mehrheiten suchen. In Fraktionen aufgespalten, können wir keine rasche und wirkungsvolle Politik betreiben. Glücklich- erweise ist bei uns das grüne Gedankengut nicht nur in einer Partei zusammengefasst, sondern in allen Parteien vorhanden. Darin unterscheiden wir uns von den Parteien im Ausland. Wir sehen darin den grossen Vorteil, dass die Meinungsbildung weniger ideologisch belastet ist. Nützen wir diese Chance und widersetzen wir uns diesen neu aufge- tauchten nationalen Spaltpilzen. Zweitens profilieren sich jene, die unsere wirklich ernsten nationalen Sorgen als politische Vehikel benutzen, miss- brauchen. So entsteht Desinformation, so entstehen Schüt- zengräben und umfragegesteuerter Wankelmut bei Parteien statt jene Geschlossenheit, die noch um die Jahrhundert- wende zum Schutz unseres Waldbestandes geführt hat. Wir sind bereit, zur Lösung der Probleme der Wälder und auch zur Lösung der Probleme der Kernenergie alle positi- ven Kräfte zu sammeln. Wir sind bereit sowohl zu investieren wie auch zu verzichten und etwas zu lernen mit allen, die bereit sind, aus den Schützengräben der Vorurteile aufzu- tauchen und positiv beizutragen, dass auch nicht eine Ver- weigerungs- und Verbotsfront entsteht. So ist auch unser Mitentscheid zu verstehen, für unkatalysierte Fahrzeuge die 80-/100-Grenze einzuführen und den katalysierten die frühe- ren Geschwindigkeiten wieder zu ermöglichen und damit einen positiven Anreiz für aktives Mitwirken am Waldschutz zu bieten. Schliesslich und zum Schluss, Herr Bundesrat Egli: Uns beide, Herr Bundesrat, verbindet die persönliche Erfahrung, dass menschliches Schutzgewächs in höheren Lagen, in unseren höheren Lagen, irreversibel verschwinden kann. Ich hoffe, es verbinde uns auch die Entschlossenheit, dieses Schicksal dem Schutzwald zu ersparen. Reichling: Die lange, bald zu Ende gehende Debatte hat gezeigt, dass die Gefahren für unsere Umwelt erkannt und auch ernstgenommen werden. Im Interesse von sachgerech- ten und wirkungsvollen Massnahmen ist zu hoffen, dass nach Abschluss dieser Session die Verpolitisierung des Umweltschutzes langsam abklinge; denn sie müsste einer Lösung des Problems eher hinderlich im Wege stehen. Hierzu gehört meiner Ansicht nach auch die Verketzerung der Kernenergie. Es sind mit vielen Vorstössen zahlreiche Vorschläge gemacht und Massnahmen gefordert worden. Wir werden sehr bald erkennen, dass das Umdenken in einem noch viel grösseren Ausmasse notwendig sein wird. Ich möchte hier nur zwei Beispiele anführen. Wir müssen uns überlegen, ob die heutige Besiedlungspoli- tik in unseren Städten und Dörfern richtig ist, ob wir nicht viel eher die bahnhofnahen Quartiere besser ausnützen müssten, um die bahnhofferneren Gebiete von einer Über- bauung freizuhalten. Das greift ein in die Planungen sämtli- cher Kantone. Wir werden uns auch überlegen müssen, ob die regionalen Entwicklungskonzepte, die Industrie und Gewerbe in unsere Bergtäler tragen wollen - in Gebiete, wo die Heizperiode zwei Monate länger dauert als im Talgebiet -, tatsächlich auch den Erfordernissen des Umweltschutzes gerecht werden. Unsere Session ist mit «Waldsterben» betitelt. Als Bauer und Waldeigentümer bin ich von schädlichen Umwelteinflüssen direkt in meiner Existenz bedroht. Auch meine Söhne haben eine landwirtschaftliche Ausbildung und möchten diesen Beruf weiterführen, den Generationen vor mir ausgeübt haben. Ich kann mich aus diesem Grunde nicht auf den Wald beschränken. Die Obst- und Weingärten, die Ackerkul- turen, sämtliche Feldkulturen sind meine Existenzgrund- lage. Solange ich sie wirtschaftlich betreiben kann, kann ich mich im Winter ohne Ertrag mit Waldbau beschäftigen. Wahrscheinlich ist es nicht richtig, wenn wir vermuten, dass sich der Zustand des Waldes nun in einem Jahr rapid ver- schlechtert hat. Viel wahrscheinlicher ist die Belastungs- schwelle, welche die Natur schadlos verkraften kann, schon vor vielen Jahren überschritten worden. Der Termin fünfzi- ger Jahre dürfte hier gar nicht falsch gewählt sein. Dieser Termin dürfte für viele Kulturen, die heute noch keine Schä- den aufweisen, ebenfalls zutreffen. Der Direktor der Eidgenössischen Forschungsanstalt in Wädenswil hat kürzlich geschrieben: «Es ist unbestritten, dass alle mehrjährigen Pflanzen mehr oder weniger unter der zunehmenden Umweltverunreinigung leiden. Wie schlimm es um unsere Spezialkulturen steht, wissen wir noch zu wenig.» Mich beschäftigen deshalb alle Einflüsse, die auch diese Kulturen wahrscheinlich schädigen und zu sichtbaren Schä- den führen können. Ich lege deshalb besonderes Gewicht auf das Postulat Kühne. Es ist gewissermassen eine Rand- erscheinung in der gesamten Walddebatte. Für alle Bauern dieses Landes muss dieses Postulat zum zentralen Problem werden, denn es betrifft die Ernährungsgrundlage unseres Volkes und die Existenzgrundlage des Bauernstandes. Herr Bundesrat, werten Sie unser Postulat nicht geringer als zahlreiche Motionen, die hier überwiesen worden sind. Wir haben entsprechend der Kompetenzordnung dieses Mittel gewählt. Ich bin aber der Auffassung, dass Schwergewichte gelegt werden müssen in der Forschung, nicht nur beim Wald, sondern ebensosehr beim Kulturland. Als letzter Sprecher der Fraktion der Schweizerischen Volkspartei möchte ich zum Schluss noch einmal betonen, dass wir die heutige Kompetenzordnung zwischen Bundes- rat und Parlament nicht verschieben wollen. Wir danken dem Bundesrat, dass er in Europa pionierhaft früh Mittel und Instrumente geschaffen hat zur Bewältigung des Umweltproblems, und wir vertrauen auf den Bundesrat, dass er diese Mittel auch einsetzen wird. Wir appellieren an das ganze Schweizervolk, diese Massnahmen nun nicht während Monaten und Jahren zu erwarten, sondern ab heute selbst dasjenige zu tun, wofür es keine Gesetze braucht. Wir möchten dem Bundesrat auch den Rücken stärken im Hinblick auf die unbedingt nötigen Verhandlungen mit den Regierungen der umliegenden Länder, und wir hoffen, dass die Kantone beim Vollzug das eingeschlagene Tempo mit- halten können. Frau Robert: Ich kann Herrn Reichling nicht zustimmen, dass man das Thema nicht verpolitisieren solle. Es ist eine vordringliche politische Aufgabe, die uns in der nächsten Zeit politisch vordringlich beschäftigen muss. Es tut mir auch leid, dass ich mich in solchen Angelegenheiten viel- leicht hin und wieder etwas krass ausdrücke, Herr Bremi, aber es ist für die, die sich seit 10 oder 20 Jahren schon um diese Fragen bemühen, einfach auch ein bisschen schwierig einzusehen, dass sehr viele Leute, die an den Hebeln der Macht sitzen und grosse Verantwortung tragen, erst heute entdecken, dass es diese Probleme überhaupt gibt. Ich wollte aber etwas anderes sagen, etwas zur Kommis- sionsmotion. Ich habe gestern einen Antrag vorgelegt, Dépérissement des forêts. Rapport et mesures 200 N 7 février 1985 wonach man die Frist von Ende 1985 auf Juni 1985 vorverle- gen soll. Ich bin der Meinung, dass wir die auf Ende Jahr verlangten Arbeiten eigentlich für diese Debatte hätten vor- gelegt bekommen sollen. Ich finde es traurig, dass es nicht möglich war, und ich möchte Herrn Bundesrat Egli dringend bitten, dafür zu sorgen, dass diese Frist spätestens auf den Juni 1985 vorverschoben werden kann, damit wir hier in diesem Jahr doch noch einige Entscheide fällen und nicht nur Papiere zur Kenntnis nehmen können. Ich möchte Sie bitten, nicht nur Ihr Departement, das am schnellsten geschaltet hat und das ausserordentlich gute Arbeit leistet, das aber von all dieser Arbeit überfordert ist, mit den Abklärungen zu beauftragen. Wir haben Zehntau- sende von Beamten in allen Departernenten. Da ist ein ungeheurer Sachverstand beieinander. Es ist jedoch ein offenes Geheimnis, dass in verschiedenen Departernenten von oben eher gebremst wird. Ich glaube darum, dass es sehr nützlich wäre, den Sachverstand, der in der Verwal- tung, an den Hochschulen, an den bundeseigenen For- schungs- und Versuchsanstalten vorhanden ist, ausserhalb der Verwaltungshierarchie zusammenzunehmen, damit die Umweltfragen mit der nötigen Priorität behandelt werden können. Wir werden einen entsprechenden Antrag noch einreichen. Eine kurze Schlussbemerkung: Ich habe gestern zufällig eine Motion ausgegraben aus dem Jahre 1971. Sie wurde vom Ständerat und vom Nationalrat als Motion überwiesen. Mit dieser Motion wurde verlangt, dass angesichts der bedrohlichen Umweltsituation 1971 nun endlich alle Abklä- rungen getroffen werden sollen, damit wir über die ökologi- sche Belastbarkeit unserer Lebensgrundlagen Bescheid wissen. Das war also 1971. Bis heute ist nichts passiert. Wir hätten diese Grundlagen heute dringend nötig. Der Vorstoss ist von meinem Vater eingereicht worden. Fast bin ich ver- sucht, ihn als nächste Generation noch einmal einzureichen. In der Hoffnung, dass ich die letzte Generation wäre und dass mein Sohn in 15 Jahren sich nicht noch einmal nach den immer noch nicht vorhandenen Grundlagen erkundigen müsste. Gehen: Ich möchte auf zwei Punkte noch kurz eingehen: vorerst auf die Motion des Landesrings und der EVP zur Zusammenarbeit auf internationaler Ebene. Der Bundesrat möchte diese Forderung als Postulat entge- gennehmen. Die Kommission beantragt Abschreibung. Es ist nun aber eine Tatsache, dass die internationale Zusam- menarbeit in unserem kleinräumigen europäischen Raum unabdingbar ist und dass wir es uns nicht leisten können, uns irgendwie auf unsere eigene Kraft allein verlassen zu wollen. Der Bundesrat erklärt in seinem Bericht, dass er diese Tätigkeit ausüben will. Ich bin der Meinung, es schade nicht, sozusagen als «aide mémoire» immer wieder darauf aufmerksam zu machen und das Postulat stehenzulassen. Persönlich bin ich auch der Meinung, es sei deshalb sehr notwendig, weil eben gerade auf internationaler Ebene die Fragen des Einflusses der radioaktiven Abfälle in der Luft ungeklärt sind. Gerade hier ist eine Zusammenarbeit in den kommenden Jahren wichtig. Daran anschliessend gestatte ich mir, Herrn Bundesrat Egli, meinem lieben Freund, etwas zu sagen: Er hat zweimal in diesem Rat darauf hingewiesen, seine Fachleute, die KUeR, hätten erklärt, dass Radioaktivität überhaupt keinen Zusam- -menhang mit dem Waldsterben hätte. Herr Bundesrat, Wis- senschafter können sagen: Es ist so und so, und wenn drei Jahre später neue Erkenntnisse herauskommen, erklären sie ungerührt - das gehört zum Wissenschafter -: «Die Erkenntnisse haben gezeigt, dass wir uns damals geirrt haben, es ist eben anders.» Ein Magistrat aber kann das nicht. Den wird man an einer solchen Aussage später «auf- hängen» und sagen: Der hat uns schön falsches Zeug erzählt. - Ich möchte Sie doch einfach sehr bitten, in dieser Frage als Magistrat vorsichtig zu sein. Sie werden sonst nach meiner Überzeugung eines Tages ein Bad ausbaden müssen, das Ihnen Wissenschafter zubereitet haben, die sich dann schön fein aus der Schlinge ziehen können. Noch ein Wort zum Problem der Rationierung: Ich unter- stütze aus voller Überzeugung die Motion unserer Kollegin Robert. Wenn hier gesagt wurde, die Rationierung wäre die ultima ratio, wenn alle Stricke reissen, für den äussersten Notfall, dann muss ich Sie fragen: Auf was warten Sie denn eigentlich? Sie haben festgestellt, wie das Sterben der Wäl- der in einem ungeheuren Tempo vorangeht. Seit wir uns vor knapp einem Jahr über das Thema unterhalten haben, hat sich die Situation anerkannterweise sehr verschlechtert, beunruhigend verschlechtert. Sind wir denn nicht bereits heute in der Notlage? Es ist doch eine klar bewiesene Tatsache, dass alle Massnahmen, die wir jetzt beschlossen * haben, erst langfristig wirksam werden. Es gibt nur zwei Massnahmen, die sofort Entlastung bringen: das ist einer- seits auf dem Verkehrsgebiet die Temporeduktion und andererseits auf dem Verkehrs- und Heizungsgebiet die * Einsparung an Brennstoffen, also die Rationierung oder Kontingentierung. Wenn Sie wirklich heute etwas tun wollen, das eine Entla- stung bringt, müssen Sie den Verbrauch an Brennstoffen so rasch wie möglich absenken, also zur Rationierung ja sagen. Alle jene, die hier davon sprechen, damit würde unsere Ökonomie kaputtgemacht, übertreiben. Sie irren sich; das ist nicht wahr. Wir können so beginnen, dass wir nur die Verschwendung abbauen, und Verschwendung abbauen bedeutet Kosten einsparen. Es gibt zwar Verlage- rungen - zugegebenerweise -, aber von Ökonomie kaputt- machen kann keine Rede sein. Es ist hier das Stichwort Schwarzmarkt gefallen. Herr Müh- lemann, es ist natürlich schon schlimm, wenn der Antrag- steller - in diesem Falle die Frau Antragstellerin - sich bemüht, Ihnen ein Konzept schriftlich vorzulegen, und man dann hier spricht, ohne davon überhaupt Kenntnis zu neh- men. Ich meine, man sollte die Argumente eines Antragstel- lers, der sich ehrlich Mühe gibt, auch wirklich zur Kenntnis nehmen. Wer heute hier den Glauben an die Technik, die sogenannte Durchbrechertheorie, predigt, der glaubt noch immer an den Turmbau zu Babel. Sie wissen, wie das Ende jenes Turmbaues war. Ich bitte Sie sehr, diesen Überlegungen Rechnung zu tragen und der Motion von Frau Robert zuzustimmen. Aregger: Ich spreche zur Motion 83.961 des Landesrings/ EVP. Es handelt sich um den Motionsteil Ziffer 4, internatio- nale Zusammenarbeit. Der Bundesrat ist bereit, diesen Motionsteil als Postulat entgegenzunehmen. Ich bin nun sehr erstaunt über .den Antrag der Kommission, dieses Postulatsanliegen abzuschreiben, ist es doch der einzige Vorstoss, der ausdrücklich auf die internationalen Zusam- menhänge hinweist. Ich weiss, dass der «inter-nationale» Anteil der Luftver- schmutzung sehr umstritten ist. Die Zahlen gehen da sehr weit auseinander. Aber ich bin auch sicher, dass es einen wesentlichen solchen Anteil gibt. Alle Mitglieder unseres Rates, die sich dann und wann in die Berge begeben, kennen das Phänomen des Sahara-Staubes. Es tritt alle paar Jahre auf und ist ein sichtbarer, deutlicher Beweis für die Weiträumigkeit von Luftverfrachtungen, die bei gewissen atmosphärischen Bedingungen auftreten. Es wäre nun allerdings zu billig, wenn wir die Verantwortung für die Luftverschmutzung einfach ins Ausland exportieren wollten. . Ich möchte meine Intervention absolut nicht in diesem Sinne verstanden wissen. Ich glaube auch, dass unser Land in seiner Geschichte oft bewiesen hat, dass es bei einer ernsten Bedrohung imstande ist, alle Kräfte zur Überwindung dieser Bedrohung aufzubringen. Beim Problem der Luftverschmutzung sind wir aber gegenüber fremden Einflüssen machtlos. In dieser Frage sind unsere Grenzen wirkungslos. Im Gegenteil, die Alpen als europäische Wetterbarriere sind mit ihren Wäldern ganz besonders den meteorologischen Staulageh und Windströmungen ausgesetzt. Es kann und darf uns daher nicht gleichgültig sein, was rund um unser Land oder im weitesten Sinne in Europa geschieht. Es muss uns sehr betreffen, wenn Ballungsräume und Industriekonzentratio-
  6. Februar 1985 N 201 Waldsterben. Bericht und Massnahmen nen im Ausland Schadstoffe produzieren und in die Atmo- sphäre senden, gegen die auch die rigorosesten Einschrän- kungen, die wir Schweizer uns auferlegen, ohne Wirkung bleiben. Spezielle Erwähnung verdienen hier die Zustände in den Ostblockstaaten, wo der Wille und das Geld für die Sanierung der grössten Umweltverschmutzer fehlen. Wir können dem Bundesrat zwar attestieren, dass er in den internationalen Umweltgremien aktiv mitarbeitet. Trotzdem wäre es aber schon psychologisch falsch, wenn wir uns als Parlament damit begnügen würden. Wenn wir das Anliegen des Vorstosses mit dem Inhalt anderer Vorstösse verglei- chen, dann verdient es der Hinweis auf die internationalen Ursachen der Luftverschmutzung erst recht, als Postulat überwiesen zu werden. Zusammen mit der grossen Mehrheit der FdP-Fraktion beantrage ich Ihnen, den Kommissionsantrag abzulehnen und gemäss Vorschlag des Bundesrates dem Postulat zuzu- stimmen. Nussbaumer: Ich spreche zum Kommissionspostulat und bitte Sie, dasselbe zu überweisen. Die Abluft aus Kehrichtverbrennungsanlagen, die unverhält- nismässig grosse Mengen von Schadstoffen enthält, schä- digt nicht nur den Wald, sondern auch den Obstbau und die Bodenfruchtbarkeit. Es ist unbedingt notwendig, dass wir die Kehrichtmenge reduzieren. Wir müssen gegen die Weg- werfmentalität antreten. Es gibt Gemeinden, die den Privat- haushalten Gebühren für die abgelieferte Kehrichtmenge auferlegen, zum Beispiel über Kehrichtsackgebühren. Die Hauptgründe der starken Zunahme des Kehrichts liegen in der Produktion, die am Wegwerfen verdient, in der Erschwe- rung der Reparaturservices, beim Handel, der seinen Erfolg nur nach dem Umsatz misst, bei den Konsumenten, die heute kaufen und morgen gedankenlos wegwerfen und sich an nichts mehr binden wollen, bei der Öffentlichkeit, die die Jugend nicht mehr lehren will, Beschädigtes zu flicken und zu allen Dingen Sorge zu tragen, aber auch bei der Verach- tung der Hausarbeit, die zu Büchsen-, Fertigmahlzeiten und Kühlschrankverpflegung führt. Ferner zeigt sich diese Weg- werfmentalität auch bei den Verpackungen. Wenn Früchte und Gemüse einzeln eingepackt und Kosmetikartikel dop- pelt in PVC-Packungen verkauft werden, dann ist dies ein Unfug. Ich begrüsse Selbsthilfemassnahmen der Konsumentinnen, übertrieben verpackte Gebrauchsartikel an Ort und Stelle auszupacken, damit die Verkäufer im Abfall stecken bleiben. Die Kehrichtmenge nimmt bei grösserem Wirtschaftswachs- tum zu. Ich möchte auch die Nationalbank bitten, nicht die Geldmenge auf Vorrat zu vermehren auf 3 Prozent - ich schliesse mich der Kritik der «Neuen Zürcher Zeitung» an, welche gefordert hat, man hätte die Geldmenge nur 2 Pro- zent vermehren sollen, damit das Wachstum nicht übermäs- sig angeheizt wird. Ich bitte Sie, dem Postulat zuzustimmen und auch daran zu denken, dass wir in den nächsten Jahren das Hauptaugenmerk dem grünen Land zuwenden müssen, damit das neue Bodenrecht dem Landverschleiss Einhalt gebieten kann. Ich möchte mich noch zum Bodenproblem äussern: Das zu grosse Wachstum führt dazu, dass wir Boden voraus konsu- mieren. Wir treiben Raubbau an der Lebensgrundlage zukünftiger Generationen. Das übermässige Wachstum, das den Bodenverschleiss fördert, ruft nach einem vermehrten Schutz des grünen Landes. Diese vordringliche Aufgabe muss angegangen werden. Wir stellen fest, dass das Raum- planungsgesetz nicht genügt und dass der Wille, den Raum so einzuteilen, dass das grüne Land erhalten bleiben kann, weitgehend noch fehlt. Der Flächenverschleiss darf nicht weitergehen, sonst wird unserem Land nicht nur die Ernährungsgrundlage entzo- gen, sondern auch die Grundlage für unseren Tourismus. Wenn das grüne Land schwindet, gehen auch Naturschön- heiten verloren. Bald einmal könnte der Tourismus zurück- gehen, und die wirtschaftlichen Schäden wären grösser als bei einer frühzeitigen Mässigung des Wachstums. Wenn die Bauern aus unseren Bergen verschwinden, weil die guten 26-N Böden vor allem in den Tälern und Bergen verschwinden, dann wird auch der Tourismus beeinträchtigt. Ich erinnere an das Votum des Indianerhäuptlings Seattle vor 130 Jahren, der prophezeite, derweisse Mann stehle die Erde seiner Kinder, sein Hunger werde die Erde als Wüste zurücklassen. Jaeger: Ich möchte einige Bemerkungen zu Ausführungen machen, wie wir sie beispielsweise von Herrn Mühlemann zum Thema Rationierung gehört haben. Sehen Sie, mein ökonomischer Verstand sträubt sich vehement gegen ein Konzept der Rationierung. Ich sage Ihnen ganz offen: Noch mehr als mein ökonomischer Verstand sträubt sich mein soziales Herz dagegen. Wir müssen uns nämlich bewusst sein-und da gebe ich den Kritikern durchaus Recht-, dass eine Rationierung an sich aus ökonomischen Überlegungen nur dann vorgenommen werden darf, wenn ein Mangel besteht und wenn Grenzen geschlossen sind. Hier haben wir diese Situation an sich nicht. Wir haben ein offenes System; es gibt also die Möglichkeit, auf andere Märkte auszuwei- chen, und wir haben zudem ein Gut, das nicht Mangelware ist, sondern einfach ein Gut, dessen Konsum die Umwelt belastet. Daraus ergeben sich natürlich ordnungspolitische Probleme; es ergeben sich administrative Probleme. Wenn wir einen freien Markt zulassen, müssen wir uns bewusst sein, dass in diesem Falle die sozial und ökonomisch Schwächeren den Kürzeren ziehen. All das sehe ich auch. Ich bin mir immer bewusst, dass wir eine solche Massnahme nur als Notmassnahme, als ultimo ratio- wie es auch gesagt worden ist - ergreifen dürfen. Ich bin auch der Auffassung, und ich habe diese Auffassung seit Jahren vertreten, nicht erst seit heute, dass wir alle erdenklichen Vorkehren treffen müssen, um die katastrophale Entwicklung in den Griff zu bekommen, in die wir hineingeraten sind. Ich bin auch der Auffassung, dass wir in dieser Debatte und bei den Beschlüssen, die wir jetzt getroffen haben, noch zuwenig unternommen haben. Wir sollten doch grundsätzlicher umdenken; denn, was bis jetzt geschehen ist, ist ein punktu- elles Umdenken. Mehr nicht. Wir haben einige Nägel einge- schlagen; wir haben einige Pflöcke gesetzt. Aber konzeptio- nell und in der grossen Linie hat das Umdenken noch nicht voll stattgefunden. Wir haben hier in der grossen Linie noch keine Mehrheiten für eine neue Politik zusammen- bekommen. Solche Mehrheiten braucht es aber, um die Katastrophe, in die wir bereits hineingeraten sind, aufhalten zu können. Wir stehen mitten in einer Rettungsaktion. Wir werden bald weitere Gelegenheiten haben, mehr für die Rettung der Umwelt zu tun. Aber denken wir daran : Es braucht fünf- oder zehnmal mehr, als was wir in den letzten Stunden hier beschlossen haben. Es reicht überhaupt nicht, denn wir müssen uns im klaren sein, dass wir die Entwicklungen, die ökologischen Krisen - beispielsweise mit Bezug auf die Luftverschmutzung - die Baumschäden, die Bodenvergif- tung mit unseren Massnahmen in keiner Weise werden aufhalten können. Es braucht mehr. Wenn wir nicht bereit sind, konkreter zu werden, dann müssen wir eine Mass- nahme, wie die Rationierung, die sicher eine Strafe für uns alle ist, einfach akzeptieren. Die ökologische Verantwortung müssen wir ja auch übernehmen. Es fragt sich dann, wer in der ökologischen Krisensituation «Zweiter macht». Auch dort sind es die gesellschaftlich und die materiell schwäche- ren Mitmenschen, die letzten Endes den Kürzeren ziehen. Herr Seiler hat darauf hingewiesen: die ökonomischen Kosten von dem, was jetzt alles in der Natur passiert, können viel grösser werden als das, was wir zum Beispiel mit einer Rationierung in einem Krisenfall auf uns nehmen müssen. Es ist ein Abwägen des sozialen und des ökonomischen Preises mit den ökologischen und gesellschaftlichen Kosten, für die wir eben auch die Verantwortung überneh- men müssen. Ich bitte Sie daher, den Vorstoss von Herrn Günter und von unserer Fraktion so zu verstehen, dass wir uns auf eine solche Situation vorbereiten müssen. Ich bin überzeugt, dass in diesem Sinne einem solchen Vorschlag zuzustim- Dépérissement des forêts. Rapport et mesures 202 N 7 février 1985 men ist. Ich bin überzeugt, dass wir letzten Endes, wenn wir nicht wirklich konsequent das Steuer herumreissen wollen, um solch eingreifende Massnahmen nicht herumkommen werden. Wir sind selber schuld; wir haben es soweit kom- men lassen; und jetzt müssen wir die Konsequenzen tragen. Hunziker: Das Temperament des Vorredners ist zwar dem Ernst der Lage angepasst, d. h. aber nicht, dass man alle Massnahmen, die gestern und heute vorgeschlagen worden sind, unterstützen kann odersoll. Ich äussere mich kritisch zur Benzinrationierung. Wenn schon eine solche Massnahme vorgesehen werden müsste, wird das sinnvoller- und wirksamerweise nur im Rahmen einer gesamteuropäischen Aktion erfolgen können. Ich erinnere Sie daran, dass die Schadstoffe sehr weit durch die Atmosphäre verfrachtet werden. Denken Sie an die beträchtlichen Waldschäden in Graubünden, die trotz gerin- ger Bevölkerungs- und Automobildichte und trotz schwa- cher Industrialisierung entstanden sind, oder denken Sie an die Übersäuerung entfernter Binnengewässer in Nord- schweden. Sie wissen das so gut wie ich. Ich meine auch, dass die administrativen Umtriebe und alles, was mit dem Vollzug einer solchen Massnahme zusammenhängt, einmal ganz realistisch betrachtet werden müssen. Alle nicht über- wachten und alle Selbstbedienungstankstellen müssten geschlossen, sämtliche Benzinbezüge müssten kontrolliert werden. Wir haben in unserem Land 3 Millionen Fahrzeuge. Sie müssen sich vorstellen, was das dann im Vollzug bedeu- tet. Ich glaube, dass eine solche Massnahme Ungereimthei- ten und auch Ungerechtigkeiten in sich birgt. Wer abseits wohnt, braucht das Auto, um zur Arbeit zu fahren und auch sonst viel mehr als einer, der in Zentren wohnt und schafft, oder einem der direkt an der Bahn oder Bushaltestelle zu Hause ist. Sie können sicher sein, dass wir da mit Tausen- den von Beschwerden zu rechnen hätten. Für den, der nahe an der Landesgrenze wohnt, wäre es ein leichtes, im Aus- land seinen Tank nachzufüllen. Mir scheint, dass das Ratio- nierungsinstrument hier fehl am Platze ist. Die Rationierung ist ein Instrument, das für Krisen und für Kriegszeiten geeig- net ist, wo Mangellagen bestehen: Mangellagen bei uns und im umliegenden Ausland. Ein Rationieren von Gütern, die rundum in grosser Fülle vorhanden sind, und dies erst noch in einem einzigen Land, das scheint mir grotesk zu sein. Auch die, die die Rationierung heute fordern, wissen, dass unser Parlament einen solchen Beschluss nicht fassen wird, dass die Mehrheit des Volkes ihn nicht will und dass eine derart einschneidende Massnahme in Zeiten des Über- flusses eine Volksabstimmung nötig machen würde. Die Forderung nach einer Benzinrationierung wird daher höch- stens hier im Ratssaal Wirkung erzielen, aber nicht im Wald. Wir müssen angemessene und realisierbare Massnahmen ergreifen, die biologisch und nicht bloss rhetorisch wirken. Es darf wohl angenommen werden, dass die angestrebte Schadstoffreduktion, zu der ich mich bekenne, schneller erreicht wird, als aufgrund der uns vorgelegten Modellrech- nungen prognostiziert. Diesen Rechnungen liegen zum Teil unrealistische Annahmen zugrunde, so zum Beispiel eine Zunahme des Benzinverbrauchs um 40 Prozent bis ins Jahr
  7. Das darf nicht sein. Ich glaube nicht, dass es stattfin- den wird. Nur wenn solche Konstruktionen vorgenommen werden, entsteht das entsprechende Krisenszenario. An der ETH Zürich ist eine Studie durchgeführt worden, die demnächst publiziert wird; sie wird diesbezüglich realisti- schere Perspektiven aufzeigen. Die Studie der Umweltorga- nisationen vernachlässigt übrigens alle Möglichkeiten des Umrüstens von Altfahrzeugen, d. h. die Verschärfung der Emissionswerte für Altfahrzeuge, was sicher einiges bringen kann. Man wird sicher auch davon ausgehen können, dass die Automobilindustrie und die Konsumenten, kurzum der gesamte Markt, schneller reagieren wird als bisher, so dass die Gesamtemissionen bis 1995 ohne überstürztes Notrecht auf das Niveau der fünfziger Jahre gesenkt werden können. Gestatten Sie mir eine Schlussbemerkung zum Fazit unserer Beratungen. Mir scheint, das Gesamtergebnis dürfe sich sehen lassen. Was wir beschlossen haben und was bereits eingeleitet ist, ist nicht nichts. Es wird nachhaltige Wirkun- gen erzeugen, nicht über Nacht, auch nicht in zwei oder drei . Tagen oder Jahren. Die Schäden sind nicht von heute auf morgen entstanden. Aufeinander abgestimmte und realisti- sche Einzelmassnahmen helfen dem Wald aber mehr als spektakuläre Vorschläge, die ohne Rücksicht auf die Gren- zen der politischen Durchsetzbarkeit und ohne Rücksicht auf die administrativen und finanziellen Konsequenzen gemacht werden. Bei aller Anerkennung des Ernstes der Lage wehre ich mich gegen die apokalyptischen Visionen, die uns dauernd vorgetragen werden. Nutzen wir die Umwelttechnik bei unseren Sanierungsbemühungen. Nicht % gegen, sondern mit der Technik müssen wir die Umweltpro- bleme anpacken. Dazu gehört übrigens auch die Kernener- gie, eine ausgesprochen umweltfreundliche Energie. Viel- leicht rechnen gewisse Ratskollegen hier im Saal ihrer - Bevölkerung einmal vor, wie viele tausend Tonnen Schad- stoffe im Jahr weniger anfallen würden. Wer sich betroffen fühlt, möge dies tun. Unsere Fraktion hat mit der Mehrheit des Rates eine ganze Reihe von griffigen Massnahmen mit teils einschneidendem Charakter unterstützt. Voreiliges Notrecht sowie überris- sene und unrealistische Vorschläge lehnen wir aber ab. Manche mögen gut gemeint sein. Aber gut gemeint ist in der Politik oft das Gegenteil von gut. Es stimmt nicht, dass hier vorwiegend Lippenbekenntnisse vorgetragen werden. Per saldo resultiert ein Massnahmenpaket, das noch vor einem Jahr nie beschlossen worden wäre und das zur Verbesse- rung der Luftqualität und zur Gesundung des Waldes Wesentliches beitragen wird. Zum Schluss: Die Leichtigkeit, mit der hier viele für höchste Krisenzeiten vorgesehenes Notrecht anwenden wollen und sich über klare Kompetenzordnungen betreffend Parlament und Bundesrat hinwegsetzen, gibt mir zu denken. Wir kön- nen und wollen wirksame Sanierungsmassnahmen durch- setzen, ohne dass es zu einer Verwilderung im Kompetenz- bereich kommt. Mme Christinat: J'interviens au sujet de la motion que la majorité de la commission propose en lieu et place de l'initiative parlementaire concernant des mesures urgentes de protection des forêts de montagne. Je vous demande, comme la minorité de la commission emmenée par nos collègues Deneys, Lanz, Savary-Fribourg et Vannay de refuser la motion. Pour vous émouvoir, il aura fallu que la forêt montre des signes évidents de maladie grave pour qu'une pluie d'inter- ventions de toute nature viennent à son secours. Pendant ce temps, une source de pollution à laquelle on ne prête guère attention est en train de faire son bonhomme de chemin, je veux parler de la pollution atmosphérique provoquée par la dégradation de la couche d'ozone. Par une motion déposée en 1979 - comme le temps passe - j'avais tenté d'alerter et le Conseil fédéral et le Parlement en les rendant attentifs aux dangers de cette pollution insidieuse. La solution que je préconisais et que je défends toujours était la suppression pure et simple des gaz propulseurs à base de fluoro-carbone * utilisés dans la plupart des bombes aérosols. Des solutions de rechange existent. Mais ni le Conseil fédéral ni la majorité du Parlement n'ont fait preuve d'une bien grande volonté d'agir. Ma motion transformée en postulat inoffensif n'a eu aucun résultat direct et immédiat, même pas dans la nou- velle loi sur la protection de l'environnement. A l'époque, le Conseil fédéral, plus précisément M. Hürli- mann, conseiller fédéral, m'avait répondu que la pollution de l'air ne connaissant pas les frontières, la Suisse ne pouvait pas faire cavalier seul. Pourtant lorsqu'on sait, si l'on en croit les spécialistes de l'Organisation météorologique mondiale, que le fluoro-carbone litigieux reste au moins trente ans dans l'atmosphère avant de se résorber, on ne peut qu'être inquiet devant les dangers qui nous menacent. Les pluies acides sont également internationales. Le dépé- rissement de nos forêts n'a pas que des causes uniquement . helvétiques. Ce n'est évidemment pas une raison pour ne
  8. Februar 1985 N 203 Waldsterben. Bericht und Massnahmen pas prendre des mesures qui auraient pu et auraient dû être prises depuis longtemps. Je ne partage pourtant pas l'avis de ceux qui n'ont rien trouvé de mieux que de faire supporter aux seuls consom- mateurs des augmentations nouvelles en introduisant une taxe sur les huiles de chauffage, d'autant plus que les mesures d'abaissement de l'anhydride sulfureux acceptées par ce conseil entraîneront une augmentation de l'huile de chauffage de 2 à 3 francs les 100 kilos. Je suis persuadée que l'on aurait pu faire beaucoup plus dans ce domaine, si toutefois l'on a fait quelque chose jusqu'à aujourd'hui. J'en veux pour preuve les très nombreuses cheminées qui, lors des grands froids du mois de janvier, assombrissaient le ciel de Genève, et je présume celui de toutes les autres grandes villes, avec leurs fumées abondantes et polluantes. Certes, ces mesures de contrôle sont de la compétence cantonale, mais le fédéralisme n'empêche pas la Confédéra- tion d'intervenir lorsque les cantons ne montrent pas un zèle suffisant. Exigeons aussi une diminution de la teneur en soufre de l'huile de chauffage lourde utilisée dans l'industrie car, là aussi, pour ne pas dire là surtout, il y a des mesures urgentes à prendre. Mais pour l'heure si l'on admet, et c'est normal, que celui qui pollue doit payer, il faut commencer par faire payer les vrais pollueurs et avant tout les gros pollueurs, même si ce sont ceux qui savent le mieux se défendre. Les consommateurs ne font pas partie de cette catégorie; c'est la raison pour laquelle j'estime que la taxe sur les huiles de chauffage n'est qu'un moyen pour faire supporter des charges supplémen- taires à ceux qui ne sont pas concernés directement. J'au- rais éventuellement souscrit à cette motion si ces mesures étaient destinées à diminuer la consommation de l'huile de chauffage et non pas uniquement à faire de nouveaux chemins dans la forêt. Je vous invite en conséquence à repousser la proposition de la majorité et à accepter celle de la minorité Deneys. M. Ruffy: II est évident qu'après avoir débattu avec tant de sérieux de ce sujet qui le méritait bien, nous serons désor- mais obligés d'adapter notre comportement individuel, de suivre les premiers les recommandations que nous avons faites, de respecter les consignes et les normes que nous avons votées. Nous serons sans aucun doute le point de mire de plus d'un citoyen, de plus d'une citoyenne. Il est tout aussi évident que nous devrons désormais prendre cer- taines décisions, ici ou ailleurs, de caractère politique, en ayant présentes à l'esprit les menaces qui pèsent sur le milieu naturel et sur notre société. L'éventail des domaines abordés au cours de ce débat montre bien que cette nou- velle préoccupation existentielle a des incidences sur la plupart des aspects de la vie quotidienne. Il faudra donc faire preuve d'une conscience constamment en éveil pour garantir désormais la cohérence dans nos actes politiques. Si l'on veut obtenir non seulement l'adhésion mais encore la participation de la population - et on sait que cette dernière est indispensable - nous devons nous efforcer d'être consé- quents. Il en va de notre crédibilité. Pour être concret, je voudrais évoquer un exemple de décision politique qui ne pourra plus être prise sans faire intervenir le principe de la cohérence. Il est d'une brûlante actualité à double titre. La station de Crans-Montana a en effet été choisie pour organi- ser les championnats du monde de ski alpin en 1987 et nous en sommes heureux pour elle. Après les succès de Pirmin Zurbriggen, le Valais est certainement un bon choix. Nous sommes cependant inquiets à l'idée que cette station a envisagé la création de deux pistes de ski supplémentaires en pleine forêt dont l'aménagement entraînerait l'abattage de plusieurs milliers de sapins et de mélèzes. Ces demandes sont actuellement soumises à l'examen de l'Office fédéral des forêts qui appartient à votre Département, Monsieur le Conseiller fédéral Egli. Votre engagement en matière de politique de l'environnement force l'admiration. Vous avez la confiance de ceux qui pensent que nature et culture sont intimement liées, mais permettez-moi cependant, à l'issue de ce débat, de vous dire que ceux qui aiment la forêt, qui œuvrent sincèrement à son sauvetage, ne comprendraient pas que d'autres, recourant à la solution de facilité, soient autorisés à la détruire. Zbinden: Ich möchte die wenige Zeit, die meiner Fraktion noch zur Verfügung steht, benutzen, um eine kurze Bilanz zu ziehen. Wir gehen in unserer Fraktion davon aus, dass Bundesrat und Verwaltung bis anhin schon eine Reihe von Massnah- men getroffen oder in die Wege geleitet haben und dass eine weitere Reihe noch bevorsteht. Wir wollen das anerken- nen. Unsere Fraktion hat jene Vorstösse, die sie als notwen- dig und richtig erachtet, konsequent unterstützt, sei es im Bereich des Waldes, des Strassenverkehrs oder der Feue- rungen. Wir haben immer darnach getrachtet, dass sowohl Massnahmen an der Quelle der Schadstoffe wie auch bei den Auswirkungen getroffen werden. Es geht nun darum, diese zielstrebig in die Tat umzusetzen. Wir haben uns aber konsequent geweigert, Extremlösungen zuzustimmen. Wir haben es abgelehnt, kopflos zu handeln. So lehnen wir auch eine Benzinrationierung ab. Wir haben immer mitbedacht, dass die Massnahmen, die wir beschliessen, auch einer Finanzierung bedürfen, und zwar Finanzierungen, die Chan- cen haben, durchzukommen. Es geht nun darum, dass wir dem Bundesrat Hausaufgaben, schwere Hausaufgaben mit nach Hause geben, damit er auf seiner Regierungsstufe handelt und uns gesetzgeberische Anträge unterbreitet, hinter denen wir dann stehen müssen. Wir haben auch mitberücksichtigt, dass einige Massnahmen Volksabstimmungen bedürfen. In diesem Sinne haben wir jene Vorstösse konsequent unterstützt, die wir als richtig erachten. Es sind jetzt während zweier Tage Worte gefallen. Es gilt jetzt, Taten folgen zu lassen. Unsere Fraktion ist bereit, dabei mitzuwirken. Frau Blunschy, Berichterstatterin: Die LdU- und EVP-Frak- tion verlangt mit Motion 83.955 die Einsetzung eines Umweltschutz-Krisenstabes und internationale Bemühun- gen. Ähnlich ist auch das Begehren derselben Fraktion, das einen Tag später eingereicht wurde, in Punkt 4. Auch dort geht es um internationale Zusammenarbeit. Die Kommission hat festgestellt, dass das sehr wichtige und berechtigte Anliegen sind, dass aber Koordination und inter- nationale Zusammenarbeit nun bereits in Gang gesetzt wor- den sind. Die Koordination ist organisiert, wenn sie auch nicht unter dem Namen Krisenstab läuft. Die internationale Zusammenarbeit ist ebenfalls im Gang. Die Kommission möchte daher diese Vorstösse als erfüllt abschreiben. Es scheint mir nach dieser Diskussion, dass es im Rat noch einige wenige Ratsmitglieder gibt, die den Unterschied zwi- schen Ablehnung und Abschreibung nicht kennen. Selbst- verständlich möchten wir diese berechtigten Vorstösse nicht ablehnen, im Gegenteil. Wir haben mit grosser Befrie- digung zur Kenntnis genommen, dass der Bundesrat diese Motionen erfüllt. Wir sind aber der Ansicht, dass man die Motionen abschreiben kann, weil der Bundesrat alles macht, was in diesen Motionen verlangt wird. Wenn wir inskünftig keine Vorstösse mehr abschreiben, die erfüllt sind und laufend erfüllt werden, dann bleiben sämtliche Motionen und Postulate einfach ewig in den Schubladen liegen. Ich glaube, das ist nicht sehr sinnvoll. Die Kommission ist dagegen der Ansicht, dass das Postulat Segmüller noch nicht abgeschrieben werden könne. Es muss aufrechterhalten bleiben, weil die Untersuchungen, die damit verlangt werden, weitergehen müssen. Bei den übrigen Vorstössen kann sich die Kommission den bundesrätlichen Anträgen anschliessen. Die Motion Landes- ring 84.599, welche eine Rationierung von Treibstoffen, fos- silen Brennstoffen und Elektrizität verlangt, wurde von der Kommission nicht behandelt, weil sie ihr nicht zugewiesen wurde; dasselbe gilt für die Motion Robert. Es handelt sich um Motionen, die erst im Dezember eingereicht wurden und nicht mehr der Kommission zugewiesen wurden. Ich kann dazu nur wiederholen, was ich beim Eintreten und Dépérissement des forêts. Rapport et mesures 204 N 7 février 1985 im Bereich Verkehr gesagt habe. Wenn eine Rationierung von Benzin nötig werden sollte, dann müssen ganz sicher differenzierte Regelungen gesucht und gefunden werden. Stadtbewohner, die das öffentliche Verkehrsmittel vor der Haustüre vorfinden, wären kaum oder nicht sehr stark betroffen. Wer aber auf dem Land oder in einer Bergregion wohnt, hat entweder überhaupt kein öffentliches Verkehrs- mittel zur Verfügung, oder wenn ein solches vorhanden ist, ist der Fahrplan meistens sehr lückenhaft; in der Regel gibt es auch keine Spätverbindungen. Ich bitte die Stadtbewoh- ner, ein klein wenig Verständnis zu zeigen für die Bewohner der Land- und Bergkantone, für die das Auto keineswegs ein Luxus, sondern sowohl beruflich wie auch zur Pflege der menschlichen Beziehungen ein notwendiges Fortbewe- gungsmittel ist. Nur differenzierte Lösungen könnten krasse Ungerechtigkeiten vermeiden. Der Bundesrat möchte die Kommissionsmotion lediglich als Postulat annehmen. Wir halten - Sie sind das gewohnt - an der Motionsform fest. Ziel dieser Motion ist es, die Luftver- schmutzung so zu reduzieren, dass sie auf den Stand zwi- schen 1950 und 1960 zurückgeführt wird. Wie das gesche- hen kann, welcher Zeitplan einzuhalten und welche gesetzli- chen Grundlagen, eventuell dringliche Bundesbeschlüsse nötig sind, darüber verlangt die Kommission einen Bericht bis spätestens Ende 1985. Es heisst ausdrücklich «späte- stens» Ende 1985. Damit haben wir auch das Anliegen von Frau Robert berücksichtigt, die gerne ein früheres Datum hätte. Die Kommission ist durchaus einverstanden und sehr befriedigt, wenn ein früherer Termin eingehalten werden kann. Die Kommission wünscht schliesslich mit einem Postulat, dass die Frage der Kehrichtbeseitigung überprüft werde. Der Kehricht enthält Verpackungsmaterialien aus PVC. Diese Produkte ergeben bei der Kehrichtverbrennung giftige Abgase. Soweit wie möglich sollten umweltfreundlichere Materialien benutzt werden. Das getrennte Einsammeln des Kehrichts muss gefördert und nötigenfalls vorgeschrieben werden. Die Gemeinden könnten hier- und sie tun es auch - ohne Druck von oben jetzt schon Massnahmen treffen. Wiederverwertbares Material wie Glas, Papier, Aluminium und Batterien wird an vielen Orten bereits erfolgreich ausge- sondert. Was kompostierbar ist, zum Beispiel Küchenab- fälle, sollte nicht der Kehrichtverbrennung zugeführt wer- den. Damit könnte ein Beitrag zur Reduzierung der Luftver- schmutzung geleistet werden. Das Postulat verlangt auch eine Informationskampagne gegen die Weg werf mental ität. Ich bitte Sie, den Anträgen der Kommission zuzustimmen und insbesondere die Kommissionsmotion und das Kom- missionspostulat in der vorgeschlagenen Form zu überwei- sen. Ich möchte meinerseits am Schluss dieser Diskussion namens der Kommission danken, dass der Rat doch in den meisten Punkten der Kommission gefolgt ist und damit in diesen zwei Tagen einen grossen Schritt in die richtige Richtung getan hat. Mme Vannay, rapporteur: Dans ce dernier volet appelé «divers», votre commission a étudié plusieurs propositions parlementaires. Elle vous propose par ailleurs une motion et un postulat. ' La motion exige du Conseil fédéral qu'il établisse d'ici à fin 1985 au plus tard un catalogue de mesures et un calendrier fixant tout ce qui doit être entrepris pour ramener le niveau de pollution de l'air à celui des années cinquante à soixante. Cette idée ne me semble pas être contestée dans notre conseil; nous vous prions donc d'accepter cette motion en tant que telle pour qu'elle garde toute son efficacité. Le postulat vise à faire prendre des mesures urgentes pour enrayer les pollutions dues aux matériaux d'emballage et plus particulièrement aux articles en PVC qui finissent à la poubelle souvent après un seul usage. On sait en effet que des polluants très importants sont rejetés dans I' atmo- sphère par les cheminées de nos usines d'incinération d'or- dures: métaux lourds, gaz toxiques entre autres. Ce n'est pas un des moindres paradoxes de notre société de con- sommation et de gaspillage que de voir tous ces millions engloutis dans la destruction de déchets que nous pour- rions fort bien ne pas produire en si grande quantité. Le postulat exige donc que l'on utilise si possible des maté- riaux d'emballage réutilisables ou recyclables dont la destruction n'entraîne pas de nuisances. A cet égard, la commission a appris que l'industrie aura réduit de 60 pour cent les quantités de PVC d'ici à fin 1987. Nous en sommes satisfaits. Il reste toutefois encore beaucoup à faire et nous insistons pour que ce postulat soit accepté. Aux yeux de la commission, il est évident que le combat contre la pollution ne fait que commencer et que nous devons tous nous employer à gagner cette bataille. Il nous reste malheureusement très peu de temps. Nous n'avons pas une minute à perdre. C'est dire que nous ne pourrons pas terminer ce soir notre débat de deux jours en nous disant que nous avons fait du bon travail et que nous pouvons ranger nos dossiers dans un tiroir. Nous devons tous nous efforcer de diminuer toutes les pollutions dont nous sommes responsables. En tout état de cause, ni l'économie ni l'homme ne survivront à un environ- nement pollué et dégradé, surtout si l'on ne prend pas de mesures énergiques. M'adressant plus spécialement à MM. Schule et Mühle- mann, j'ajouterai qu'un rationnement très soigneusement étudié est peut-être la seule mesure qui puisse sauver notre environnement et en même temps l'économie. Nous avons tous besoin d'un environnement sain: l'homme, les ani- maux, les plantes, tous les secteurs économiques aussi, de l'agriculture au tourisme en passant par le secteur secon- daire. C'est dans cet esprit que nous vous prions donc d'accepter la motion et le postulat déposés par la commission. Pour le reste, nous nous écartons de l'avis du Conseil fédéral qui propose de refuser la motion «cellule de crise» et non pas de la classer et de retenir comme postulat la motion du groupe Adl/PEP sur les mesures à moyen et long terme et non pas de la classer. A ce propos, je réponds à M. Aregger que le point 4 de la motion nous semble déjà réalisé ou en cours de réalisation et qu'il n'est point nécessaire d'insister sous forme de postulat auprès du Conseil fédéral pour ce qui a trait à la coopération sur le plan international. Par ailleurs, il est encourageant de constater que la déléga- tion suisse à l'Assemblée parlementaire du Conseil de l'Eu- rope a fait un excellent travail et que certaines interventions suisses - M. Butty nous en a parlé hier - sont en très bon chemin et auront des effets positifs d'ici quelques mois sur les gouvernements européens et - espérons-le aussi - sur ceux des pays de l'Est. Contrairement à la proposition du Conseil fédéral, nous demandons de maintenir tel quel le postulat de Mme Seg- müller que l'on ne peut classer étant donné que toutes les études et mesures ne sont pas encore achevées. Il n'y a pas d'autres divergences. Je vous prie donc de soutenir notre motion et notre postulat. Leuenberger Moritz: Wie Sie wissen, habe ich am Anfang dieser Debatte zwar etwas mehr erwartet, aber ich muss jetzt zugeben: Wir haben uns zusammengerauft, und wir haben unter grossem Zeitaufwand einen politischen Konsens gefunden, der akzeptabel sein kann, und deswegen bin ich ganz ausserordentlich enttäuscht, nun soeben erfahren zu müssen, dass die ständerätliche Kommission beschlossen hat, ihrem Ständerat morgen zu beantragen, auf alle unsere neuen Motionen nicht einzutreten und sie erst in einer späteren Sitzung, d. h. in der Frühjahrssession, zu behan- deln. Das ist mir absolut unbegreiflich. Natürlich haben wir formal diese Motionen erst jetzt beschlossen, aber die Kommis- sionsmotionen haben ja schon längst vorgelegen. Wenn ein Wille bei der ständerätlichen Kommission dagewesen wäre, hätte sie sich vorbereiten können. Ich bitte daher die Fraktionspräsidentenkonferenz, heute abend noch auf ihre Kollegen im Ständerat einzuwirken, damit das Plenum des Ständerates morgen doch minde- stens die wichtigsten Motionen, die wir beschlossen haben,
  9. Februar 1985 N 205 Waldsterben. Bericht und Massnahmen behandelt. Sonst käme das einer Desavouierung der Volks- kammer gleich, die wir uns nach dieser intensiven Arbeit nicht gefallen lassen müssen. Bundesrat Egli: Darf ich die restlichen Vorstösse von bun- desrätlicher Seite her noch wie folgt kommentieren: Motion Landesring 83.955. Umweltschutz. Krisenstab: Wir können uns mit dem Gedanken eines Krisenstabes nicht recht befreunden. Ich habe schon früher meine Abneigung bekundet. Krisenstäbe werden eingesetzt für kurzfristige, handstreichartige Unternehmungen. Sie eignen sich kaum für Daueraufgaben. Der Kampf gegen das Waldsterben ist für den Bundesrat, für mein Departement und für meine Dienste eine Daueraufgabe. Solche Dauerstäbe haben die Tendenz, ein Eigenleben zu entwickeln; sie binden Perso- nal, verlangsamen die Entscheidungsprozesse und begün- stigen die Bürokratie. Der Bundesrat hat am 21. November 1984, wie bereits auch schon erwähnt, in einem ausdrückli- chen Beschluss verfügt, dass das Departement des Innern als Koordinationsstelle für alle Fragen des Waldsterbens fungieren soll. Es besteht also ein Koordinationsorgan, und wir haben bis heute noch keine Reklamationen erhalten und auch noch keine Friktionen festgestellt, die aus dieser Anordnung entstanden wären. Wir bitten Sie also inständig, uns nicht zu einer bürokratischen Massnahme zu zwingen. Wir lehnen diesen Krisenstab und damit Ziffer 1 der Motion ab. Zu Ziffer 2 eine Bemerkung. Wir lehnen Ziffer 2 ja nur ab, weil sie auch noch unter dem Motto «Krisenstab» segelt. An sich können wir sagen, dass die hier verlangte Zusammenar- beit schon längstens intensiv gepflogen wird, und zwar auf allen internationalen Ebenen, und ich danke hier all jenen, welche ihre Anerkennung für unsere bisherige internatio- nale Arbeit ausgesprochen haben. Wir arbeiten auf der Ebene der UNO, der ECE - der sogenannten Wirtschafts- kommission der UNO für Europa -, wo besonders wirksam gearbeitet werden kann, weil dort auch die Oststaaten ko- operieren. Wir arbeiten im Europarat, und wir arbeiten auch im Rahmen der OECD mit anderen Staaten zusammen. Besonders eng ist unsere Zusammenarbeit und unser Kon- takt mit unseren Nachbarstaaten. Ich traf in den letzten zwei Jahren mindestens zehnmal mit meinen Kollegen aus den Nachbarstaaten zusammen, sei es hier in der Schweiz oder sei es am Wirkungsort meiner Kollegen. Ich darf Ihnen also versichern, dass in meinen Diensten sehr intensiv auf inter- nationaler Ebene zusammengearbeitet wird. Zur Motion Landesring/EVP 83.961. Die Kommission hat Ihnen Abschreiben beantragt. Wir wären damit einverstan- den, dass dieses Postulat bestehen bleibt, denn hier stimme ich Ihnen, Herr Gehen, einmal zu. Es besteht tatsächlich eine Daueraufgabe, und darum sind wir mit einem Postulat ein- verstanden, auch wenn viele dieser Arbeiten in Realisierung oder bereits schon erfüllt sind. Das Postulat Segmüller nehmen wir entgegen dem Aufdruck in der Fahne entgegen. Ich kann daher weitere Kommentare unterlassen. Dasselbe gilt für das Postulat Kühne. Herr Ruf, wenn Sie Wert darauf legen, dass wir Ihr Postulat noch nicht abschreiben, wollen wir Gnade vor Recht walten und dieses Postulat aufrechterhalten lassen. Zu den beiden Motionen Landesring/EVP 84.599 und Robert 84.902, die sich mit der Benzinrationierung befassen, ant- worte ich gemeinsam. An sich muss der Staat ständig auf eine Bewirtschaftung von Gütern vorbereitet sein, und wir sind es auch. Es brauchte also keine Motion hierzu. Diese Vorbereitungen sind aber auf eine Mangellage zugeschnitten. Es ist kaum möglich, ein Gut zu rationieren, das im Überfluss vorhanden ist. Was geschähe, so darf ich fragen, in einem solchen Fall mit allen Ausländern, die in unserem Land zirkulieren? Der Schweizer wäre frei, sich im Ausland einzudecken, solange das Ausland bei einer solchen Rationierung nicht mitmacht. Es entstünde ein unkontrollierbarer Schwarzer Markt. Die Auswirkungen auf unsere Wirtschaft - das haben mehrere Redner betont - wären unabsehbar. Wir können gar nicht voraussehen, wie sich eine solche Rationierung auswirken würde. Bei einer konsequenten Durchführung würde, hier bin ich sicher, unsere Wirtschaft darniederliegen. Es besteht nur die Alternative, so viele Ausnahmebewilligungen zu gewähren, dass die Massnahme überhaupt nicht mehr wirk- sam wäre; und von den administrativen Schwierigkeiten möchte ich gar nicht sprechen. Wir müssen daher beide Motionen ablehnen. Zu Frau Mauch noch ein Wort: Sie haben zwar Ihre Motion zurückgezogen. Es ist offenbar ein Missverständnis entstan- den, wenn Sie erklären, ich hätte Ihrer Motion gegenüber in der Kommission Sympathie bekundet. Erstens einmal konnte ich nur meine persönliche Meinung äussern, da sich ja der Bundesrat noch nicht damit befasst hatte. Zweitens verwechseln Sie Ihre Motion oder meine Stellungnahme dazu offenbar mit derjenigen zur Kommissionsmotion. Es trifft zu, dass ich dieser gegenüber meine persönliche Sym- pathie geäussert habe; aber ich habe hier den Standpunkt des Bundesrates zu vertreten, der mir durchaus verständlich ist, und zwar auch und vor allem aus rechtlichen Gründen. Vom Bundesrat wird ein Konzept verlangt, also ein Bericht. Frau Kommissionspräsidentin, Sie verlangen vom Bundes- rat einen Bericht, und Artikel 29 Absatz 2 Ihres Ratsregle- mentes besagt, dass die Erstattung eines Berichtes allein nicht zum Gegenstand einer Motion gemacht werden kann. Aber wir werden selbstverständlich dieses Konzept erarbei- ten und erstellen. Ich bin sogar der Auffassung, es wäre unserem Bericht, den wir Ihnen bereits erstattet haben und den wir hier beraten, wohl angestanden, wenn dieses Kon- zept bereits darin enthalten gewesen wäre. Wir nehmen Ihren Auftrag gerne entgegen. Hingegen müsste ich dem Antrag Robert opponieren, welcher den Termin vorverlegen möchte. Das ist übrigens gar nicht möglich, da ein Motions- text nach Artikel 36 Absatz 1 Ihres Geschäftsreglementes nachträglich gar nicht abgeändert werden kann. Aus all diesen Gründen nehmen wir diese Motion als Postu- lat entgegen. Das Kommissionspostulat nehmen wir eben- falls entgegen. Darf ich dazu als Beispiel noch anfügen, wieviel auch ohne Reglementierung erreicht werden kann: Wir hatten Kontakt mit der Verpackungsbranche und konn- ten auf dem Verhandlungsweg erreichen, dass bis zum Jahre 1987 60 Prozent der Produkte aus Polyvinylchlorid (PVC) - das ist ein Stoff, den Herr Fischer als CVP bezeich- net (Heiterkeit) - nicht mehr in den Verkehr kommen bzw. nicht mehr produziert werden. Wir wollen solche Verhand- lungen auch mit anderen Fabrikanten führen und dann prüfen, wie weit es noch notwendig ist, Verordnungen zu erlassen. Wir sind deshalb bereit, das Kommissionspostulat entgegenzunehmen. Auch meinerseits möchte ich zum Abschluss Ihnen, vor allem aber auch den beiden Kommissionsreferentinnen, meinen herzlichsten Dank aussprechen. Ich möchte vor allem jenen danken, welche dem Bundesrat, meinem Depar- tement und vor allem meinen Mitarbeitern für die bisherige Arbeit die Anerkennung ausgesprochen haben. Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie zugeben, dass doch einiges gelei- stet worden ist. Ich danke aber auch jenen, welche in gewis- sem Sinne ihre Unzufriedenheit bekundet haben und uns noch zu weiterem Beharren und noch zu mehrerem ange- spornt haben. Wir wollen dies tun. Wir können Ihnen dieses Versprechen abgeben. 83.955 Motion der LdU/EVP-Fraktion - Motion du groupe Adl/PEP Siehe Seite 188 hiervor - Voir page 188 ci-devant Präsident: Hier haben wir drei Anträge. Die Kommission beantragt Ihnen Abschreiben, der Bundesrat Ablehnung, und die Motionäre wollen festhalten. Ich beantrage Ihnen, zunächst über den Abschreibungsantrag abzustimmen. Abstimmung - Vote Für die Abschreibung der Motion Dagegen 130 Stimmen 11 Stimmen Dépérissement des forêts. Rapport et mesures 206 N 7 février 1985 83.961 Motion der LdU/EVP-Fraktion - Motion du groupe Adl/PEP Siehe Seite 195 hiervor - Voir page 195 ci-devant Abstimmung - Vote Für die Abschreibung der Motion 93 Stimmen Für die Überweisung als Postulat 74 Stimmen 83.963 Postulat Segmüller Siehe Seite 189 hiervor - Voir page 189 ci-devant Präsident: Der Bundesrat ist damit einverstanden, das Postulat zu überweisen. Überwiesen - Transmis 84.369 Postulat Kühne Siehe Seite 194 hiervor - Voir page 194 ci-devant Präsident: Der Bundesrat ist damit einverstanden, das Postulat zu überweisen. Überwiesen - Transmis 84.461 Postulat Ruf-Bern Siehe Seite 190 hiervor - Voir page 190 ci-devant Präsident: Hier beantragt der Bundesrat auch Annahme. Überwiesen - Transmis 84.931 Motion Mauch Siehe Seite 191 hiervor- Voir page 191 ci-devant Präsident: Frau Mauch zieht ihre Motion zugunsten der Kommissionsmotion zurück. 84.599 Motion der LdU/EVP-Fraktion - Motion du groupe Adl/PEP Siehe Seite 192 hiervor - Voir page 192 ci-devant Namentliche Abstimmung - Vote par appel nominal Für Überweisung der Motion stimmen die folgenden Rats- mitglieder: Votent pour la motion: Ammann-St.Gallen, Bircher, Braunschweig, Brélaz, Bundi, Dünki, Euler, Fankhauser, Günter, Herczog, Hubacher, Jae- ger, Lanz, Leuenberger Moritz, Longet, Maeder-Appenzell, Mascarin, Meyer-Bern, Mort, Müller-Bachs, Nauer, Neu- komm, Oehen, Oester, OU, Pitteloud, Rebeaud, Renschler, Riesen-Fribourg, Robert, Rohrer, Ruf-Bern, Stappung, Stef- fen, Uchtenhagen, Weber Monika, Weder-Basel, Zwygart. /QQ\ Dagegen stimmen die folgenden Ratsmitglieder: Votent contre: Aliesch, Allenspach, Ammann-Bern, Aregger, Aubry, Basler, Berger, Biel, Blunschy, Bonnard, Bonny, Borei, Bremi, Büh- ler-Tschappina, Bürer-Walenstadt, Candaux, Cantieni, Cevey, Chopard, Christinat, Cincera, Clivaz, Columberg, Cottet, Cotti Gianfranco, Couchepin, Coutau, Darbellay, Deneys, Dubois, Eggli-Winterthur, Eggly-Genève, Eisenring, Eng, Eppenberger-Nesslau, Etique, Fehr, Feigenwinter, Fischer-Hägglingen, Fischer-Sursee, Flubacher, Frei- Romanshorn, Frey-Neuchâtel, Früh, Gautier, Geissbühler, Giger, Giudici, Graf, Grassi, Mari, Hess, Hofmann, Hösli, Houmard, Humbel, Hunziker, Iten, Jaggi, Jeanneret, Jung, Keller, Kohler Raoul, Kühne, Landoli, Leuenberger-Solo- thurn, Lüchinger, Magnin, Maître-Genève, Martignoni, Mar- tin, Massy, Meier-Zürich, Meizoz, Mühlemann, Müller-Mei- ' len, Müller-Wiliberg, Nebiker, Nef, Neuenschwander, Nuss- baumer, Oehler, Ogi, Perey, Pfund, Pidoux, Pini, Reich, Reichling, Reimann, Revaclier, Rime, Risi-Schwyz, Rob- biani, Röthlin, Rubi, Ruckstuhl, Rutishauser, Rüttimann, Sager, Salvioni, Savary-Fribourg, Savary-Vaud, Schärli, Schnider-Luzern, Schnyder-Bern, Schule, Schwarz, Seg- müller, Seiler, Soldini, Spalti, Spoerry, Stamm Judith, Stamm Walter, Steinegger, Stucky, Thévoz, Tschuppert,.Uhl- mann, Villiger, Wagner, Wanner, Weber-Schwyz, Weber- Arbon, Wellauer, Widmer, Wyss, Zbinden, Zehnder, Ziegler, Zwingli (132) Der Stimme enthalten sich - S'abstiennent: Carobbio, Ruffy, Vannay (3) Abwesend sind - Sont absents: Auer, Bäumlin, Blocher, Bratschi, Butty, Cavadini, de Cha- stonay, Cotti Flavio, Dirren, Dupont, Eggenberg-Thun, Friedli, Gehler, Gloor, Grendelmeier, Gurtner, Künzi, Loretan, Mauch, Müller-Aargau, Müller-Scharnachtal, Petit- pierre, Ruch-Zuchwil, Schmidhalter, Weber Leo, Wick (26) Präsident Koller Arnold stimmt nicht Monsieur Koller Arnold, président, ne vote pas 84.902 Motion Robert Siehe Seite 193 hiervor - Voir page 193 ci-devant Frau Robert: Nachdem nun schon die blosse Vorbereitung einer Rationierung mit Zweidrittelsmehrheit abgelehnt wor- den ist, möchte ich Ihnen den von Herrn Bonny verlangten Namensaufruf für meine Motion ersparen. Ich gehe davon aus, dass, wenn den Freisinnigen das Bewusstsein für die Rationierung so schnell wächst wie für Tempo 100, wir in einem Jahr hier wieder darüber abstimmen können, und dann mit Erfolg. Präsident: Nachdem Frau Robert ihre Motion zurückgezo- gen hat, entfällt diese Abstimmung. 42 Motion der Kommission - Motion de la commission Siehe Seite 187 hiervor- Voir page 187 ci-devant Präsident: Hier beantragt der Bundesrat Umwandlung in ein Postulat. Die Kommission hält an der Motionsform fest. Abstimmung - Vote Für die Überweisung als Motion Für die Überweisung als Postulat 150 Stimmen 5 Stimmen 43 Kommissionspostulat - Postulat de la commission Siehe Seite 188 hiervor - Voir page 188 ci-devant Überwiesen - Transmis
  10. Februar 1985 N 207 Waldsterben. Bericht und Massnahmen
  11. Abschreibung von Vorstössen, die der Nationalrat behandelt hat i Classement d'interventions déjà traitées par le Conseil national Antrag des Bundesrates - Proposition du Conseil fédéral Siehe Bericht Ziff. 511 - Voir rapport chiffre 511 Abweichender Antrag der Kommission für Gesundheit und Umwelt Proposition divergente de la Commission de la santé publi- que et l'environnement Aufrechterhalten - Maintenir: 83.539 Motion der christlichdemokratischen Fraktion Waldschäden Motion du groupe démocrate-chrétien Dommages aux forêts Wortlaut der Motion vom 19. September 1983 Der Bundesrat wird beauftragt, kurzfristig alle Massnahmen zu treffen...
  12. um Grenzwerte für Schadstoffemissionen aus mit fossi- len Brennstoffen betriebenen Verbrennungsanlagen festzu- setzen und
  13. um unsere Massnahmen mit solchen anderer Länder zu koordinieren. Texte de la motion du 19 septembre 1983 Le Conseil fédéral est chargé de prendre à bref délai toutes mesures utiles:...
  14. Pour fixer les valeurs limites s'appliquant aux émissions de substances nuisibles qui proviennent d'installations utili- sant des combustibles d'origine fossile:
  15. Pour coordonner les mesures prises chez nous avec celles retenues dans d'autres pays. Präsident: Herr Zbinden stellt den Antrag, die Motion der christlichdemokratischen Fraktion aufrechtzuerhalten. Herr Bundesrat Egli opponiert nicht. Diese bleibt damit aufrecht- erhalten. 53.537 Motion der Fraktion PdA/PSA/POCH Waldsterben. Sofortmassnahmen Motion du groupe PdT/PSA/POCH Dépérissement des forêts. Mesures d'urgences Antrag Mascarin Ziffer 4: Aufrechterhalten Proposition Mascarin Chiffre 4: Maintenir Präsident: Der Antrag auf Aufrechterhaltung wurde zurück- gezogen. #ST# 84.226 Parlamentarische Initiative Sofortmassnahmen zum Schütze der Bergwälder Initiative parlementaire Forêts de montagne. Mesures urgentes de protection Bericht und Antrag der Kommission für Gesundheit und Umwelt siehe Seite 112 hiervor Rapport et propositions de la Commission de la santé publique et de l'environnement voir page 112 ci-devant Präsident: Damit kommen wir zur Beschlussfassung über die parlamentarische Initiative der drei Herren Bühler, Nef und Nussbaumer. Die Kommission stellt Ihnen den Antrag, der Initiative sei keine Folge zu geben; sie möchte statt dessen eine Motion überweisen. Ich darf Sie in diesem Zusammenhang auf den Artikel 21quater des Geschäftsreg- lements aufmerksam machen. Er lautet: «Beschliesst der Rat, der Initiative sei Folge zu geben, so beauftragt er eine Kommission, eine Vorlage auszuarbeiten; sie kann einen Gegenentwurf vorlegen.» Wenn der Rat der Initiative Folge gibt, geht sie zurück an die Kommission, die darüber zu beraten hat, worauf sie erst zur Abfassung des Berichtes an den Bundesrat gehen würde. Das nur zur Klarstellung des Verfahrens. Nussbaumer: Ich habe festgestellt, dass verschiedene Kol- legen die beiden Unterschiede zwischen der Motion und der Initiative nicht beachtet haben:
  16. Die Initiative ist auf fünf Jahre befristet; die Motion ist unbefristet.
  17. Die Initiative will Heizölverbraucher entlasten, die schwe- felarmes Öl verbrauchen. Die Motion bringt eine Einheitsbe- lastung für alle Öle und ist daher eher ungerecht und hat keine erzieherische Wirkung.
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Dépérissement des forêts. Rapport et mesures 182 N 7 février 1985 #ST# Siebente Sitzung - Septième séance Donnerstag, 7. Februar 1985, Nachmittag Jeudi 7 février 1985, après-midi 15.00 h Vorsitz - Présidence: Herr Koller Arnold 84.088 Waldsterben. Bericht und Massnahmen Dépérissement des forêts. Rapport et mesures Fortsetzung - Suite Siehe Seite 153 hiervor- Voir page 153 ci-devant

3. Feuerung/Energie, Industrie und Gewerbe Chauffage/Energie, industrie et artisanat Fortsetzung - Suite Frau Blunschy, Berichterstatterin: Industrie und Gewerbe sowie Haushalte sind die Hauptverursacher der Schwefel- dioxidabgase. Sie geben auch Kohlenwasserstoffe in die Luft ab, etwa in gleichem Ausmass wie der Verkehr. Dage- gen ist die Verschmutzung mit Stickoxiden bedeutend weni- ger gross als beim Verkehr. Dank bisheriger Massnahmen ist die Emission von Schwefeldioxid seit 1970 rückläufig. Immerhin sollte der heutige Schwefeldioxidausstoss etwa halbiert werden können, um ein tragbares Mass zu errei- chen. Es muss daher eine Senkung des Höchstgehalts an Schwefel beim Heizöl erreicht werden. Sie haben nun die Auswahl zwischen verschiedenen vorge- schlagenen Lösungen, die sich nicht unbedingt widerspre- chen. Die Motion Landesring/EVP Nummer 83.956 vom

15. Dezember 1983 verlangt für Heizöl «Extra leicht» die Herabsetzung des Schwefelgehaltes auf 0,15 Prozent, dies durch einen befristeten dringlichen Bundesbeschluss, der vom Bundesrat ausgearbeitet und dann dem Parlament vor- gelegt werden müsste. Die Motion Landesring/EVP Nr. 83.961 vom 16. Dezember 1983, also ein Tag später einge- reicht, verlangt ebenfalls für Heizöl «Extra leicht» eine Her- absetzung auf 0,05 bis 0,1 Prozent, dies im mittel- und längerfristigen Bereich. Schliesslich verlangt die Motion der Kommission beim Heizöl «Leicht», also nicht nur «Extra leicht», eine Herabsetzung des Schwefelgehalts auf 0,15 Prozent und zwar raschmöglichst, spätestens aber auf den

1. Januar 1987, wobei Übergangsfristen für die schweizeri- schen Raffinerien vorzusehen sind. Wenn die Kommission, zusammen mit dem Bundesrat, die Ziffern 1 der beiden Motionen 83.956 und 83.961 nur als Postulat überweisen wollte, so deshalb, weil diese Ziffern 1 der beiden Motionen noch eine Reihe anderer Begehren enthalten. Da nun aber getrennt über die verschiedenen Punkte abgestimmt werden soll, ist der Kommissionsantrag, das ganze Paket als Postulat zu überweisen, überholt. Für die Herabsetzung des Schwefelgehalts von Heizöl «Leicht» auf 0,15 Prozent ist der Motion der Kommission der Vorzug zu geben, weil sie Übergangsfristen enthält. Sollte auch die Motion Landesring als Motion überwiesen werden, so müssten im verlangten dringlichen Bundesbeschluss ver- nünftigerweise auch solche Übergangsfristen eingebaut werden. Herr Nationalrat Kohler hat die Frage aufgeworfen, warum die Kommissionsmotion als Stichtag für die Herabsetzung des Schwefelgehaltes im Heizöl «Leicht» den 1. Januar 1987 vorgesehen habe. Da die Heizperiode im Herbst beginnt, würde so noch während des ganzen Winters 1987/88 mit Heizöl geheizt, das mehr Schwefel enthält. Darauf ist zu erwidern, dass wir ausdrücklich eine raschestmögliche Her- absetzung verlangen und den Termin als spätesten Termin bezeichnen. Sofern es also technisch möglich ist, wäre ein früherer Termin auch gemäss der Kommissionsmotion sehr erwünscht. Herr Nationalrat Müller-Scharnachtal fragte, weshalb die Kommission die Herabsetzung von Schadstoffen nur beim Heizöl «Leicht» verlangt, nicht aber beim Heizöl «Schwer» oder beim Dieselöl. Dazu ist zu bemerken, dass die Luftrein- halte-Verordnung diesbezüglich Vorschriften bringen wird. Ferner haben wir beim Abschnitt «Verkehr» die Motion von Nationalrat Müller-Scharnachtal als Motion überwiesen, und dort ging es ja um Dieselmotoren. Auch bei der Kommis- sionsmotion zum Abschnitt «Verkehr» wurde diese Herab- setzung für Dieselfahrzeuge verlangt, wobei in der Kommis- sionsmotion wahrscheinlich besser von Dieselmotoren hätte gesprochen werden sollen. Aber nachdem wir die Motion Müller-Scharnachtal überwiesen haben, ist die Frage eigent- lich gelöst. Die Motion Landesring/EVP Nummer 83.957 verlangt in Zif- fer 1 eine zweckgebundene Energieabgabe, insbesondere auf fossilen Brennstoffen und auf Elektrizität aus Kernkraft- werken. Kommission und Bundesrat wären mit der Umwandlung in ein Postulat einverstanden gewesen, weil ein Teil der Motion durchaus prüfenswert ist, derjenige, der die Abgabe auf fossilen Brennstoffen verlangt. Man kann einer zweckgebundenen Energieabgabe, insbesondere auf Heizöl, durchaus positiv gegenüberstehen. Ich verweise auf die Motion Bühler-Tschappina, die nun als Postulat überwie- sen werden soll, und auf die Motion der Kommission als Alternative zur parlamentarischen Initiative Bühler/Nef/Nuss- baumer. Dagegen ist eine Abgabe auf Elektrizität, die aus Kernkraftwerken kommt, zu wenig durchdacht. Wer kann schon unterscheiden, ob der Strom, der aus der Steckdose kommt, aus einem Kernkraftwerk oder aus einem Wasser- kraftwerk kommt? Man könnte höchstens beim Kernkraft- werk selbst die Produktion besteuern, wobei dann das Elek- trizitätswerk die Mehrkosten auf sämtliche Strombezüger abwälzen würde, so dass es wirklich einfacher wäre, jegli- chen elektrischen Strom zu besteuern, es sei denn, die Basler wären bereit, für ihren Strom wesentlich mehr zu bezahlen als die Walliser, die Bündner und die Innerschwei- zer, die ihren Strom aus ihren eigenen Wasserkraftwerken beziehen. Punkt 1 der Motion 83.957 könnte also höchstens als Postulat, aber nicht als Motion überwiesen werden. Im letzten Abschnitt der Motion Landesring/EVP Nummer 83.961 wird die individuelle Heizkostenabrechnung für alle Verbraucher verlangt. Der Gedanke ist erwägenswert als Postulat. Als Motion hat das Begehren den Nachteil, dass diese individuelle Heizkostenabrechnung nicht nur bei Neu- bauten verlangt wird, sondern ausdrücklich für alle Verbrau- cher, also auch für Altbauten, wo die nachträglichen Instal- lationen nur mit grossen Mehrkosten, die natürlich ebenfalls auf die Mieter abgewälzt würden, eingebaut werden könn- ten. Doch kann man diesen Punkt der individuellen Heizko- stenabrechnung ohne weiteres auch als Motion überweisen, wenn man den Ingress zu dieser Motion näher anschaut. Es sollen Massnahmen im mittel- und längerfristigen Bereich sein. Was unter «längerfristig» verstanden wird, ist Ausle- gungssache. Sicher ist es nicht für heute und morgen. Noch kurz zum Kommissionspostulat: Wenn Heizöl zur Warmwasseraufbereitung im Sommer durch überschüssige elektrische Energie ersetzt werden kann, wird ein Beitrag zur Verringerung der Luftverschmutzung geleistet. Ich bitte Sie, den Anträgen der Kommission Folge zu leisten. Mme Vannay, rapporteur: Dans toute la problématique de la mort des forêts et jusqu'avant le début de cette session, on a peut-être insisté trop lourdement sur la pollution atmosphé- rique produite par le trafic et les véhicules à moteur, laissant de côté trop souvent les pollutions industrielles et un peu moins celles provoquées par les chauffages domestiques. Il est vrai qu'il est relativement facile de recenser les véhicules

7. Februar 1985 N 183 Waldsterben. Bericht und Massnahmen à moteur, de déterminer la quantité de carburant utilisée et les tonnes d'hydrocarbures, d'oxyde d'azote, de monoxyde de carbone qu'ils rejettent dans l'atmosphère. En revanche, ce que l'on connaît beaucoup moins, c'est ce qui sort des cheminées: les différentes sortes de produits, les quantités crachées dans l'air par les usines d'incinération des ordures, par les ateliers de fabrication et les usines petites et grandes. Il en va de même avec ce qui coule dans les canalisations d'eaux usées qui se déversent dans les rivières et les lacs ou transitent par des stations d'épuration dont les boues chargées de métaux lourds sont ou ont été utilisées de façon tout à fait inappropriée, notamment dans l'agricul- ture. On sait aussi que dans le secteur de l'activité indus- trielle, l'information des autorités, des travailleurs, du public n'est pas toujours satisfaisante. Les incidents ou accidents sont souvent dévoilés trop tard ou partiellement et en tout cas, minimisés. La transparence n'existe pas suffisamment, les mesures à prendre le sont-elles vraiment, les contrôles sont-ils effectués avec suffisamment de régularité et d'effi- cacité, voilà autant de questions auxquelles il est bien diffi- cile de répondre. Il ne faut pas oublier non plus que nous sommes victimes d'une certaine pollution importée, tant il est vrai que les courants et les phénomènes climatiques ne connaissent pas de frontières. En l'occurrence ce chapitre, traitant des interventions groupées sous les rubriques «chauffage/énergie, industrie et artisanat», est à considérer avec, en toile de fond, la loi fédérale sur la protection de l'environnement du 7 octobre 1983. Cette loi, en vigueur depuis le 1er janvier de cette année, fixe comme but «de protéger les hommes, les animaux et les plantes, leurs biocénoses et biotopes des atteintes nuisibles ou incommo- dantes, et de conserver la fertilité du sol». C'est donc dire que les outils existent et qu'il conviendrait de les utiliser le plus rapidement et le plus efficacement possible pour dimi- nuer les pollutions industrielles et domestiques. Le Conseil fédéral a mis en consultation en mai 1984 le projet d'ordon- nance sur la lutte contre la pollution atmosphérique et cette ordonnance devrait entrer en vigueur dès l'été 1985, selon les assurances données à la commission par M. Egli, con- seiller fédéral. La commission attend beaucoup des mesures prévues. Encore faudra-t-il qu'elle soient prises avec célérité et contrôlées sévèrement et régulièrement pour qu'elles produisent les effets que l'on attend d'elles. Cette ordonnance prévoit des mesures dans différents domaines, soit par les limitations préventives des émissions des nouvelles installations stationnaires ou des installations existantes, soit par les contrôles des installations de chauf- fage et les expertises des types, soit encore par les prescrip- tions pour les combustibles et les carburants; enfin, elle prévoit aussi des mesures concernant les immissions. Il est à souhaiter que les délais fixés pour se conformer aux exi- gences soient réduits au strict minimum indispensable.' Nous pouvons donc regretter que cette ordonnance ne soit pas encore prête à être appliquée. Aussi, pour essayer d'obtenir une diminution plus rapide du taux d'anhydride sulfureux en ce qui concerne tout particulièrement l'huile de chauffage, la commission vous propose d'adopter une motion. Nous demandons au Conseil fédéral de modifier l'ordonnance du 10 décembre 1984 sur la lutte contre la pollution atmosphérique due aux installations de chauffage et de ramener à 0,15 pour cent le taux d'anhydride sulfureux le plus vite possible, mais dans le pire des cas, à la fin 1986. Et pour tenir compte des difficultés des raffineries suisses, le Conseil fédéral pourra, si nécessaire, leur accorder un délai transitoire. Et je crois réellement que cette proposition va plus loin que celle de l'Alliance des Indépendants, comme mesure urgente. La majorité de la commission vous propose aussi un posulat invitant lé Conseil fédéral à encourager la consommation du courant électrique d'été excédentaire en Suisse et cela pour remplacer l'utilisation du mazout dans la préparation d'eau chaude, avec à l'appui de cette mesure, des tarifs préféren- tiels pour cette opération. La commission s'est ralliée au principe d'une étude de cette proposition, consciente toute- fois que la fixation des tarifs de l'électricité n'est pas de la compétence de la Confédération et qu'il existe certainement peu d'installations pour lesquelles on peut utiliser l'électri- cité en substitution du mazout. Personnellement, je consi- dère plusieurs des dangers présentés par ce postulat. Je ne l'accepterai pas. D'abord une intervention de l'Etat qui devra bien déterminer à quel moment on passe du mazout à l'électricité et quand on revient au mazout. Puis la justifica- tion de nouvelles installations, de centrales nucléaires et l'installation définitive des chauffages électriques car, à mon avis, il vaudrait mieux dans ce cas surtout, chercher des énergies de substitutions pour l'été au niveau de l'énergie solaire, de l'utilisation du bois de feu ou de la pompe à chaleur et c'est - j'ose l'espérer - une étude que le Conseil fédéral également entreprendra dans le cadre de ce postulat s'il est accepté. J'en viens maintenant à l'impôt sur l'énergie que nous propose la motion du groupe Adl/PEP (83.957). Votre com- mission, à une large majorité, vous demande d'en rester au postulat. De nombreux problèmes se posent. D'abord le principe même d'un impôt sur les produits énergétiques conçu sous forme d'un impôt sur le chiffre d'affaires. Je vous renvoie au message du Conseil fédéral du 25 juin 1980. Cet objet est à l'étude ou peut-être en panne dans une de nos commissions. Deuxièmement, peut-on toujours prévoir des impôts à affec- tation spéciale et si oui, affectés à quoi et comment? Cette question n'a pas non plus de réponse dans cette motion. Et enfin, troisièmement, selon la motion, l'électricité prove- nant des centrales nucléaires devra être imposée. Alors, la Valaisanne que je suis et qui vous parle trouve cela un peu curieux et voudrait d'abord que l'on fasse payer aux con- sommateurs de courant nucléaire le prix réel de ce courant au lieu de l'abaisser artificiellement avec le courant hydro- électrique qui est vendu beaucoup trop cher, lors même que l'on en refuse un meilleur prix au canton producteur ou la restitution de l'impôt sur les bénéfices réalisés, soustraite aussi au canton producteur. Alors, si l'on ne peut pas faire deux prix pour le courant nucléaire et pour le courant électrique, comment peut-on en imposer un et ne pas impo- ser l'autre? Enfin, un mot à l'adresse de M. Coutau: je trouve quand même un peu fort de prétendre qu'en rejetant l'article cons- titutionnel sur l'énergie, le peuple et les cantons ont rejeté l'impôt sur l'énergie, alors même que cet impôt ne figurait pas dans l'article constitutionnel rejeté. En j'en viens à la proposition du décompte généralisé du chauffage individuel pour tous les utilisateurs. Votre commision vous recom- mande là aussi d'en rester au postulat, parce qu'on demande le décompte pour tous les utilisateurs. On sait que dans les bâtiments existants, surtout ceux de construction ancienne, il n'est pratiquement pas possible ou certainement trop coûteux de faire de telles installations. De plus il n'y a pas de facteur de correction, ce système est fort injuste, car il pénalise par exemple, le locataire se trouvant au nord, et privilégie celui dont l'appartement est entouré de toutes parts de locaux chauffés. Que dire encore des immeubles où il fait 25° C au rez-de-chaussée et 16° C au dernier étage? De plus, il existe des coopératives de loge- ments où les frais sont équitablement répartis. Enfin, on ne doit pas non plus accréditer à tout prix l'idée selon laquelle ce n'est qu'en touchant les gens par le biais de leur porte-monnaie qu'on les rend responsables. C'est la raison pour laquelle je suis réticente à accepter, sous cette forme, la proposition qui nous est faite. En effet, elle mérite d'être étudiée. Par conséquent, je suis d'avis qu'il faut en rester au postulat. Bundesrat Egli: Lassen Sie mich auch zu diesem Kapitel einige generelle Gedanken vorausschicken, bevor ich zu einzelnen Vorstössen Stellung nehme. Ich bitte Sie, einmal zur Kenntnis zu nehmen - denn wenn ich die Vorstösse betrachte, ist das noch nicht überall der Fall -, dass das Umweltschutzgesetz seit 1. Januar 1985 in Kraft ist. Es braucht also keinen Vorstoss mehr mit der Bitte an den Bundesrat, dieses Gesetz in Kraft zu setzen. Aller-

Dépérissement des forêts. Rapport et mesures 184 N 7 février 1985 dings bestehen erst kleinere Teile von Ausführungsverord- nungen. Der grössere Teil der Verordnungen ist in Vernehm- lassung; teils sind die Vernehmlassungsauswertungen im Gang, und teilweise gehen die Verordnungen soeben jetzt in Vernehmlassung. Immerhin sollte man wenigstens diejeni- gen Verordnungen zur Kenntnis nehmen, die wir bereits in Kraft setzen konnten. So ist Ihnen, Frau Mauch, vermutlich entgangen, dass wir am 10. Dezember 1984 eine Verord- nung über Luftreinhalte-Massnahmen bei Feuerungen erlas- sen haben, welche bereits seit I.Januar 1985 in Kraft ist. Diese Verordnung enthält Vorschriften über Typenprüfung für Heizkessel und Zerstäuberbrenner, dazu Vorschriften für Heizöl «Extra leicht» und Vorschriften über die Ölfeuerungs- kontrolle. Die von Ihnen vermissten Vorschriften über ratio- nelle Verwendung von Heizstoffen in Haushaltungen wer- den ja gerade durch diese Typenprüfung geregelt. Wir haben also bereits in dieser Hinsicht doch etwas mehr gearbeitet, als offenbar vermutet wird. Eine zweite Bemerkung: In verschiedenen Vorstössen wird die Besteuerung von Energie, insbesondere von Heizöl, verlangt. Die Energiebesteuerung ist ja ein altes Postulat des Bundesrates, und Sie wissen ja, dass - man kann schon sagen seit Jahren - eine Botschaft des Bundesrates zur Besteuerung der Energie erlassen worden ist. Die Warenum- satzsteuer für die Energie. Diese Botschaft ruht irgendwo in einer Parlamentsschublade, auch das kommt offenbar vor, nicht nur bei der Verwaltung. Grundsätzlich steht also der Bundesrat auf dem Boden der Energiebesteuerung. Wir sehen deshalb nicht ein, weshalb wir durch Motionen oder Postulate noch speziell dazu aufgefordert werden sollen. Drittens noch eine Bemerkung zur schon mehrmals erwähn- ten Luftreinhalte-Verordnung: Verschiedene Voten, die gefallen sind, veranlassen mich, nochmals davon zu spre- chen, obwohl ich schon des öftern darüber geredet habe. Ich kann Ihnen bestätigen, dass diese Luftreinhalte-Verord- nung nach unserem besten Wissen im Laufe dieses Som- mers in Kraft gesetzt werden soll. Sie war in Vernehmlas- sung, und es gingen mehr als 1400 Seiten Vernehmlas- sungsantworten ein. Sie begreifen, dass es Zeit erfordert, diese Eingänge zu sichten. Aber ich darf Ihnen auch versi- chern, weil aus verschiedenen Voten etwas Skepsis hervor- gegangen ist: Wir sind gewillt, eine griffige Verordnung zu schaffen. Ich glaube, dass ich die Stimmung dieses Parla- mentes durchaus erfasst habe. Wir werden nichts Unmögli- ches und nichts Untragbares verlangen in dieser Verord- nung. Aber, wie schon in meinem Eintretensvotum gesagt, wenn es um die Gesundheit des Menschen geht, dann muss die Tragbarkeitsgrenze sehr hoch angesetzt werden. Zum nachgeholten Vorstoss, der bereits in einem früheren Kapitel traktandiert war, Landesring/EVP 83.957 Ziffer 1: Auch dort wird die Besteuerung von Energie verlangt. Warum bei der Elektrizität nur die Kernenergie besteuert werden soll, ist uns allerdings etwas unverständlich. Vorerst ist dies kaum praktikabel, wie das bereits Frau Präsidentin Blunschy ausgeführt hat. Sodann erlauben Sie mir doch die Feststellung, dass Kernenergie und hydraulische Energie am wenigsten Umwelt in Anspruch nehmen. Dies muss einmal festgestellt werden. Nun zu den Vorstössen gemäss Fahne: Vorstoss LdU/EVP 83.961. Ich nehme zifferweise Stellung. Feuerungsanlagen, Absatz 1, Herabsetzung der Grenzwerte auf 0,05 bis 0,1: Lassen Sie uns doch einmal wenigstens das anvisierte Ziel von 0,15 erreichen und schrauben Sie unsern Ehrgeiz nicht allzu hoch. Ziffer 2: Einführung von tieferen Emissionsgrenzen für alle Grossfeuerungsanlagen. Diese Vorschriften werden in der Luftreinhalte-Verordnung vorgesehen. Ziffer 3: Verschärfte Kontrolle hinsichtlich eines rationellen Einsatzes von Brennstoff: Diesbezügliche Vorschriften sind bereits in Kraft. Ich verweise nochmals auf die Verordnung vom 10. Dezember 1984, in der insbesondere über die Typenprüfung Vorschriften erlassen werden. Mit .dieser Typenprüfung soll ja erreicht werden, dass der Heizstoff möglichst rationell verwendet wird. Ziffer 4: Die Bevorschussung oder Subventionierung der in der Motion genannten Investitionen ist an sich prüfenswert, und zwar insbesondere im Zusammenhang mit dem Votum Reirrfann von heute morgen, prüfenswert in bezug auf Rauchwaschanlagen, bei der Verwendung von Heizöl «Schwer». Denn - wie uns scheint - schrecken noch immer viele Unternehmer in der Industrie, welche Heizöl «Schwer» verwenden, von der Investition zurück, die eine solche Rauchwaschanlage erfordert. Sie käme aber nach unseren Berechnungen möglicherweise billiger, als wenn in der Raf- finerie die Entschwefelung von Heizöl «Schwer» vorgenom- men werden muss. Ziffer 5: Vorschriften für die Gebäudeisolation: Eine solche Vorschrift ist vom zuständigen Departement vorbereitet wor- den. Sie war in der Vernehmlassung. Wir müssen sämtliche Ausführungsbestimmungen zum Umweltschutzgesetz in Vernehmlassung bringen, weil uns das Gesetz dazu verpflichtet. Die Vernehmlassungsfrist für die hier zur Diskussion stehende Vorschrift ist abgelaufen. Der Bundesrat wird sich im Laufe dieses Frühjahrs mit dieser Verordnung befassen. Ziffer 6: Individuelle Heizkostenabrechnung: Diese Möglich- keit wird zurzeit geprüft. Es steht noch nicht fest, ob wir die rechtliche Kompetenz haben, e'ine solche Verordnung zu erlassen. Da die Frage zurzeit geprüft wird, bitten wir Sie, die gesamte Motion in ein Postulat umzuwandeln. Zum Postulat bzw. zur Motion Bühler-Tschappina: Auch hier vorerst die Bemerkung, dass der Bundesrat die Energie grundsätzlich besteuern will. Nicht verständlich ist uns, wes- halb nur Heizöl und nicht auch andere - insbesondere fossile - Brennstoffe wie Kohle und Gas besteuert werden sollen. Allerdings wäre auch zu berücksichtigen - das ist die andere Seite -, dass Heizöl zum Lebensgrundbedarf vieler Haushalte gehört. Wir bitten Sie, auch diese Motion als Postulat zu überweisen. Zur Interpellation von Frau Aubry: Frau Aubry, Sie haben sich von der Antwort als nicht befriedigt erklärt. Darf ich noch folgendes beifügen? Erstens: Wir bejahen die Nütz- lichkeit von Fernheizsystemen, bei denen die Abwärme von Kernkraftwerken Anwendung findet. Zweitens: Dass Kernkraftwerke keinen Einfluss auf das Waldsterben haben, haben wir in unserem Bericht auf Seite 29 dargestellt. Ich bedaure, Herr Gehen und Herr Weder, das entgegen Ihrer Auffassung hier nochmals bestätigen zu müssen. Auch wir haben haben Fachleute und Wissenschaf- ter in unserer Eidgenössischen Kommission zur Überwa- chung der Radioaktivität, der sogenannten KUeR. Wiederholte Messungen haben ergeben, dass diese Kraft- werke keinen Einfluss auf das Waldsterben ausüben. Frau Uchtenhagen, zu Ihrer Interpellation: Ich verstehe Ihre Ungeduld. Auch uns brennt es gelegentlich unter den (Nägeln, wenn es uns nicht schnell genug vorangeht. Die Verordnung, welche Gegenstand Ihrer Interpellation ist, wurde vom zuständigen Departement vorbereitet. Sie ging in die Vernehmlassung; diese lief Ende Oktober 1984 ab. Wir mussten sie durchführen, weil das Umweltschutzgesetz sie

- wie bereits erwähnt- vorschreibt. Die Antworten waren in der Sache mehrheitlich positiv. 15 Kantone haben allerdings grundsätzlich Einwände erhoben, in dem Sinne, dass über den Umweg des Umweltschutzes keine Energiepolitik betrieben werden solle. Die Kantone befürchten eine Legife- rierung des Bundes in ihrem - also im kantonalen - Bereich. Der Bundesrat wird sich aber noch im Laufe dieses Früh- jahrs mit dieser Verordnung befassen. Zur Kommissionsmotion: Die Senkung des Schwefelgehal- tes im Heizöl auf 0,15 Prozent kommt nicht schneller, ob nun diese Reduktion in der Luftreinhalte-Verordnung vorge- schrieben wird oder ob wir sie separat anordnen. Sie wird eingeführt, sobald die technischen Voraussetzungen erfüllt sind! Ich wiederhole, was ich bereits früher sagen durfte: dass wir nach unseren Erkundigungen bei den Raffinerien nicht früher damit rechnen dürfen als 1987. Ich verweise auf das, was Herr Stucky Ihnen heute vormittag aus seiner Fachkenntnis heraus dargelegt hat, und ich bitte Sie, uns zu glauben, dass wir diese Herabsetzung - sobald es technisch möglich ist-veranlassen werden. Wir würden es sogar noch

7. Februar 1985 N 185 Waldsterben. Bericht und Massnahmen tun, bevor die Luftreinhalte-Verordnung in Kraft ist, falls das technisch möglich wäre, was wir allerdings kaum anzuneh- men wagen. Ich bitte Sie daher, diese Motion als Postulat zu überweisen. Mit dem Kommissionspostülat erklären wir uns einver- standen. 83.941 Postulat Bratschi Siehe Seite 168 hiervor - Voir page 168 ci-devant Überwiesen - Transmis 83.956 Motion der LdU/EVP-Fraktion - Motion du groupe Adl/PEP Siehe Seite 164 hiervor - Voir page 164 ci-devant Präsident: Wir müssen hier wiederum alineaweise abstim- men. Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass die erste Ziffer, Herabsetzung der Grenzwerte für Schwefel im Heizöl «Extra leicht» auf 0,15 Prozent, inhaltlich mit der Kommis- sionsmotion übereinstimmt. Die Ratsmitglieder, die eine namentliche Abstimmung verlangt haben, sind bereit, dar- auf zu verzichten, falls die Kommissionsmotion angenom- men wird. Das scheint mir aus Gründen rationeller Arbeits- methodik richtig. Ziff. 1 (Grenzwerte für Schwefel im Heizöl) Ch. 1 (valeurs limites pour la teneur en soufre du mazout) Abstimmung - Vote Für die Überweisung als Motion 110 Stimmen Für die Überweisung als Postulat 31 Stimmen Ziff. 2 (Feuerungskontrollen) Ch. 2 (contrôles obligatoires des installations de chauffage) Präsident: Hier sind die Antragssteller mit der Überweisung in der Form des Postulates einverstanden. Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat Ziff. 3 (Abgas-Reinigung) Ch. 3 (installations de lavage des fumées) Präsident: Hier beantragen Ihnen Bundesrat und Mehrheit der Kommission Umwandlung in ein Postulat. Die Motionäre halten fest. Abstimmung - vote Für die Überweisung als Motion Für die Überweisung als Postulat 64 Stimmen 97 Stimmen Ziff. 4 (Feuerungen mit Schweröl) Ch. 4 (installations de chauffage à l'huile lourde) Präsident: Hier beantragen Ihnen Bundesrat und Kommis- sion auch Umwandlung in ein Postulat. Die Motionäre wol- len festhalten. Abstimmung - Vote Für die Überweisung als Motion Für die Überweisung als Postulat 58 Stimmen 99 Stimmen 83.961 Motion der LdU/EVP-Fraktion - Motion du groupe Adl/PEP Siehe Seite 170 hiervor - Voir page 170 ci-devant Ziff. 1 (Feuerungsanlagen) Ch. 1 (installations de chauffage) Abs. 1-4 - AI. 1-4 Präsident: Hier sind die Antragsteller mit der Umwandlung in ein Postulat einverstanden. Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat Abs. 5 (Gebäudeisolation) - AI. 5 (isolation des bâtiments) Präsident: Hier halten die Motionäre fest. Bundesrat und Kommission empfehlen Ihnen Umwandlung in ein Postulat. Abstimmung - Vote Für die Überweisung als Motion 60 Stimmen Für die Überweisung als Postulat 99 Stimmen Abs. 6 (Individuelle Heizkostenabrechnung) AI. 6 (décomptes de chauffage individuels) Namentliche Abstimmung - Vote par appel nominal Für die Überweisung als Motion stimmen die folgenden Ratsmitglieder: Votent pour la motion: Ammann-St. Gallen, Basler, Biel, Bircher, Bratschi, Braun- schweig, Bühler-Tschappina, Bundi, Carobbio, Chopard, Clivaz, Dünki, Eggenberg-Thun, Eggli-Winterthur, • Euler, Fankhauser, Fehr, Friedli, Geissbühler, Giger, Grendelmeier, Günter, Gurtner, Hari, Herczog, Hess, Hofmann, Hubacher, Humbel, Jaeger, Jaggi, Jung, Keller, Leuenberger-Solo- thurn, Leuenberger Moritz, Longet, Maeder-Appenzell, Mas- carin, Mauch, Meier-Zürich, Meyer-Bern, Müller-Aargau, Müller-Bachs, Nauer, Neukomm, Nussbaumer, Gehen, Oeh- ler, Oester, Ott, Pitteloud, Rebeaud, Reimann, Renschier, Robbiani, Robert, Rohrer, Rubi, Ruch-Zuchwil, Ruckstuhl, Ruf-Bern, Ruffy, Salvioni, Schnyder-Bern, Seiler, Stamm Judith, Stamm Walter, Stappung, Steffen, Uchtenhagen, Wagner, Weber Monika, Weber-Arbon, Weder-Basel, Wid- mer, Ziegler, Zwingli.Zwygart (78) Für die Überweisung als Postulat stimmen die folgenden Ratsmitglieder: Votent pour le postulat: Aliesch, Allenspach, Ammann-Bern, Aregger, Aubry, Berger, Blunschy, Bonnard, Bonny, Bremi, Bürer-Walenstadt, Butty, Candaux, Cantieni, Cevey, de Chastonay, Cincera, Colum- berg, Cottet, Cotti Flavio, Coutau, Deneys, Dirren, Dubois, Eggly-Genève, Eisenring, Eng, Eppenberger-Nesslau, Eti- que, Feigenwinter, Fischer-Hägglingen, Fischer-Sursee, Flu- bacher, Frei-Romanshorn, Frey-Neuchâtel, Früh, Gautier, Giudici, Graf, Grassi, Hösli, Houmard, Hunziker, Jeanneret, Kohler Raoul, Kühne, Künzi, Landoli, Lanz, Lüchinger, Maître-Genève, Martin, Massy, Morf, Mühlemann, Müller- Scharnachtal, Müller-Meilen, Müller-Wiliberg, Nebiker, Nef, Neuenschwander, Ogi, Pfund, Pidoux, Pini, Reich, Reich- ling, Revaclier, Riesen-Fribourg, Risi-Schwyz, Röthlin, Rutis- hauser, Rüttimann, Sager, Savary-Fribourg, Savary-Vaud, Schärli, Schmidhalter, Schnider-Luzern, Schule, Schwarz, Segmüller, Spalti, Spoerry, Steinegger, Stucky, Thévoz, Tschuppert, Uhlmann, Vannay, Villiger, Wanner, Weber- Schwyz, Wellauer, Wyss, Zbinden (96) Der Stimme enthält sich - S'abstient: Borei Abwesend sind die folgenden Ratsmitglieder: Sont absents: Auer, Bäumlin, Blocher, Brélaz, Cavadini, Christinat, Cotti Gianfranco, Couchepin, Darbellay, Dupont, Gehler, Gloor, Iten, Loretan, Magnin, Martignoni, Meizoz, Perey, Petit- pierre, Rime, Soldini, Weber Leo, Wick, Zehnder (24) Präsident Koller Arnold stimmt nicht M. Koller Arnold, président, ne vote pas

Dépérissement des forêts. Rapport et mesures 186 N 7 février 1985 Ziff. 3 (Energie - Ch. 3 (énergie) Präsident: Hier beantragen Ihnen Bundesrat und Kommis- sion auch die Umwandlung in ein Postulat. Die Motionäre halten an der Motion fest. Abstimmung - Vote Für die Überweisung als Motion 70 Stimmen Für die Überweisung als Postulat 91 Stimmen 84.339 Motion Bühler-Tschappina Heizöl. Umweltschutzabgabe Taxe écologique sur le mazout Wortlaut der Motion vom 7. März 1984 Der Bundesrat wird beauftragt, Bestimmungen in dem Sinne vorzuschlagen, dass auf Heizöl eine zeitlich begrenzte Umweltschutzabgabe von 5 Rappen pro Kilogramm erho- ben wird. Der Ertrag dieser Abgabe soll verwendet werden:

a. zur Sanierung der geschädigten Wälder;

b. zur Förderung der Forschung, die der sparsamen und umweltfreundlichen Energieversorgung dient;

c. zur Finanzierung von Massnahmen, die in erheblichem Ausmass zur Bekämpfung der Luftverschmutzung bei- tragen. Texte de la motion du 7 mars 1984 Le Conseil fédéral est chargé d'élaborer des dispositions visant à instituer pour une durée déterminée une taxe «éco- logique» de 5 centimes par kilogramme de mazout. Le produit de cette taxe servira à:

a. Restaurer les forêts malades,

b. Promouvoir la recherche d'énergies économiques et non polluantes,

c. financer des méthodes efficaces de lutte contre la pollu- tion atmosphérique. Mitunterzeichner - Cosignataires: Columberg, Cottet, Diinki, Graf, Hegg, Maeder-Appenzell, Müller-Scharnachtal, Nef, Oehen, Ogi, Rebaud, Robert, Ruf-Bern, Sager, Soldini (15) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die prekäre Situation der Luftverschmutzung zwingt uns, alle möglichen Anstrengungen zur Reduktion der Schad- stoffe zu unternehmen. Im Bereich des motorisierten Ver- kehrs sind durch verschiedene Massnahmen (bleifreies Ben- zin, Temporeduktionen usw.) Verbesserungen in Vorberei- tung bzw. in Diskussion. Der Verkehr kann aber nicht als alleiniger Verursacher betrachtet werden. Etwa die Hälfte der Schadstoffe stammen aus der Wärmeerzeugung durch Heizöl. Es wäre völlig ungenügend und auch ungerecht, nur den einen Teil der Verursacher mit Sanierungsmassnahmen zu belasten. Um möglichst sofort eine breite Wirkung zu erzie- len, sind gleichzeitig bei allen Verursachern Massnahmen zu treffen und die notwendigen Mittel für die Sanierung der geschädigten Wälder zu beschaffen. Diesem Ziel würde die Abgabe von 5 Rappen dienen, und gleichzeitig dürfte davon eine positive Beeinflussung des Sparwillens jedes einzelnen erwartet werden. Durch die Förderung der Forschung auf dem Gebiete der alternativen umweltfreundlichen Energien soll die Substitu- tion von Erdöl gefördert und damit eine Ursache der Luftver- unreinigung vermindert werden. Mit der Formulierung «Sanierung der geschädigten Wälder» soll die Gesunderhal- tung und Pflege sichergestellt und eine zweckmässige Nut- zung des Waldes gewährleistet werden, um die Folgen von Sekundärschädlingen in engen Grenzen zu halten. Absatz c eröffnet die Möglichkeit, dass Gewerbe- und Indu- striebetriebe, die zum Beispiel eine Sanierung ihrer Gross- feuerungsaniage nicht verkraften könnten oder dadurch in ihrer Existenz gefährdet würden, unterstützt werden können. Antrag des Bundesrates - Proposition du Conseil fédéral Überweisung als Postulat - Transmettre comme postulat Antrag der Kommission für Gesundheit und Umwelt Proposition de la Commission de la santé publique et de l'environnement Vgl. parlamentarische Initiative 84.226 cf. initiative parlementaire 84.226 Präsident: Bundesrat und Kommission beantragen Ihnen die Umwandlung in ein Postulat. Herr Bühler ist damit ein- verstanden. Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat 83.957 Motion der LdU/EVP-Fraktion - Motion du groupe Adl/PEP Siehe Seite 171 hiervor-Voir page 171 ci-devant Ziff. 1 - Ch. 1 Präsident: Hier wird ein Namensaufruf verlangt. Wir haben folgende Anträge: Der Bundesrat beantragt Ihnen Umwand- lung in ein Postulat, so auch die Mehrheit der Kommission. Herr Coutau beantragt Ihnen Ablehnung. Der Namensaufruf ist für die erste Eventualabstimmung (Postulat oder Motion) verlangt worden. Namentliche Abstimmung - Vote par appel nominal Eventuell-.A titre préliminaire Für die Überweisung als Motion stimmen die folgenden Ratsmitglieder: Votent pour la motion: Ammann-St. Gallen, Biel, Bratschi, Braunschweig, Bundi, Carobbio, Dünki, Euler, Fankhauser, Friedli, Grendelmeier, Günter, Gurtner, Hubacher, Jaeger, Leuenberger Moritz, Maeder-Appenzell, Mascarin, Mauch, Meizoz, Morf, Müller- Aargau, Müller-Bachs, Nauer, Neukomm, Oehen, Oester, Ott, Pitteloud, Rebeaud, Renschier, Robbiani, Robert, Roh- rer, Ruf-Bern, Seiler, Stappung, Stoffen, Uchtenhagen, Wag- ner, Weber Monika, Weder-Basel, Widmer, Zwygart (44) Für die Überweisung als Postulat stimmen die folgenden Ratsmitglieder: Votent pour le postulat: Aliesch, Allenspach, Ammann-Bern, Aregger, Aubry, Basler, Berger, Bircher, Blunschy, Bonnard, Bonny, Borei, Bremi, Bühler-Tschappina, Bürer-Walenstadt, Butty, Candaux, Can- tieni, de Chastonay, Chopard, Cincera, Clivaz, Columberg, Cottet, Cotti Flavio, Coutau, Deneys, Dirren, Dubois, Eggen- berg-Thun, Eggli-Winterthur, Eggly-Genève, Eisenring, Eng, Eppenberger-Nesslau, Etique, Fehr, Feigenwinter, Fischer- Hägglingen, Fischer-Sursee, Flubacher, Frei-Romanshorn, Frey-Neuchâtel, Früh, Gautier, Geissbühler, Giger, Giudici, Graf, Grassi, Hari, Hess, Hofmann, Hösli, Houmard, Humbel, Hunziker, Jeanneret, Jung, Keller, Kohler Raoul, Kühne, Künzi, Landoli, Lanz, Lüchinger, Maître-Genève, Martin, Massy, Meier-Zürich, Meyer-Bern, Mühlemann, Müller- Scharnachtal, Müller-Meilen, Müller-Wiliberg, Nebiker, Nef, Neuenschwander, Nussbaumer, Oehler, Ogi, Perey, Pfund, Pidoux, Pini, Reich, Reichling, Reimann, Revaclier, Risi- Schwyz, Röthlin, Rubi, Ruch-Zuchwil, Ruckstuhl, Rutishau- ser, Rüttimann, Sager, Salvioni, Savary-Fribourg, Savary- Vaud, Schärli, Schmidhalter, Schnider-Luzern, Schnyder-

7. Februar 1985 N 187 Waldsterben. Bericht und Massnahmen Bern, Schule, Schwarz, Segmüller, Spalti, Spoerry, Stamm Judith, Stamm Walter, Steinegger, Stucky, Thévoz, Tschup- pert, Uhlmann, Vannay, Villiger, Wanner, Weber-Schwyz, Weber-Arbon, Wellauer, Wyss, Zbinden, Ziegler, Zwingli (126) Der Stimme enthalten sich die folgenden Ratsmitglieder: S'abstiennent: Herczog, Jaggi, Leuenberger-Solothurn, Longet, Riesen-Fri- bourg, Ruffy (6) Abwesend sind die folgenden Ratsmitglieder: Sont absents: Auer, Bäumlin, Blocher, Brélaz, Cavadini, Cevey, Christinat, Cotti Gianfranco, Couchepin, Darbellay, Dupont, Gehler, Gloor, Iten, Loretan, Magnin, Martignoni, Petitpierre, Rime, Soldini, Weber Leo, Wick, Zehnder (23) Präsident Koller Arnold stimmt nicht M. Koller Arnold, président, ne vote pas Definitiv - Définitivement Für die Überweisung als Postulat 67 Stimmen Dagegen 102 Stimmen Präsident: Die übrigen Punkte haben wir bereits bereinigt. 83.931 Interpellation Aubry Luftverschmutzung. Massnahmen Lutte contre la pollution atmosphérique Wortlaut der Interpellation vom 12. Dezember 1983 Die beunruhigende Zunahme.des Baum- und Waldsterbens macht deutlich, wie notwendig es ist, ernsthafte, rasche und überlegte Massnahmen zu treffen, wenn man die Luftver- schmutzung wirksam vermindern will. Immer häufiger wird man mit einer Informationskampagne konfrontiert, die dar- auf abzielt, die Bevölkerung mit der Behauptung zu verunsi- chern, ohne Kernkraftwerke gäbe es wahrscheinlich keinen sauren Regen. Nach meiner Auffassung ist diese Behaup- tung total falsch. Der Beitrag, den die Kernkraftwerke zur Reinhaltung der Luft leisten - er ist heute schon gross-, könnte in nützlicher Frist erheblich gesteigert werden, namentlich durch die Erstellung von Fernheizsystemen, welche die fossilen Energieträger, deren Verbrennung eine der direkten Ursa- chen des sauren Regens ist, ersetzen können. Als wie hoch beurteilen der Bundesrat und die von ihm eingesetzten Organe zur Überwachung der Radioaktivität den Anteil der von den Kernkraftwerken abgestrahlten gerin- gen Radioaktivität an der in der Umwelt vorhandenen Radio- aktivität? Inwiefern trägt nach ihrer Meinung diese künstli- che Abstrahlung zur Bildung von saurem Regen bei? Texte de l'interpellation du 12 décembre 1983 L'accroissement inquiétant du dépérissement des arbres et des forêts souligne la nécessité de prendre des mesures sérieuses, rapides et réfléchies si l'on veut réduire de manière efficace la pollution atmosphérique. On assiste de plus en plus à une campagne d'information qui est destinée à inquiéter la population en lui faisant croire que sans les centrales nucléaires, il n'y aurait probablement pas de pluies acides. A nos yeux cette information est totalement inexacte. La contriubtion des centrales nucléaires au maintien de la pureté de l'air, contribution déjà importante à l'heure actuelle, pourrait être massivement augmentée en temps utile, en particulier par l'implantation de systèmes de.chauf- fage à distance qui permettent de remplacer des agents énergétiques fossiles, dont la combustion fait partie des causes directes des pluies acides. Comment le Conseil fédéral et les organes de surveillance de la radioactivité qu'il a constitués jugent-ils la contribution des faibles quantités de radioactivité rejetée par les installa- tions nucléaires à la radiation présente dans l'environne- ment? Comment jugent-ils également le rôle éventuel de l'irradiation artificielle dans la formation des pluies acides? Mitunterzeichner - Consignataires: Columberg, Cottet, Dünki, Graf, Hegg, Maeder-Appenzell, Müller-Scharnachtal, Nef, Oehen, Ogi, Rebeaud, Robert, Ruf-Bern, Sager, Soldini (15) Antwort des Bundesrates - Réponse du Conseil fédéral Bericht 84.088 - Rapport 84.088 Präsident: Mme Aubry hat Gelegenheit zu erklären, ob sie von der Antwort des Bundesrates befriedigt ist. Mme Aubry: Après les déclarations de M. Egli, conseiller fédéral, selon lesquelle l'énergie nucléaire est non pol- luante, je m'estime satisfaite de la réponse du Conseil fé- déral. 84.935 Interpellation Uchtenhagen Siehe Seite 173 hiervor - Voir page 173 ci-devant Präsident: Frau Uchtenhagen erklärt sich von der Antwort des Bundesrates teilweise befriedigt. 33 Motion der Kommission Motion de la commission Siehe Seite 168 hiervor - Voir page 168 ci-devant Abstimmung - Vote Für die Überweisung als Motion 133 Stimmen Für die Überweisung als Postulat 21 Stimmen 34 Postulat der Kommission Postulat de la commission Siehe Seite 168 hiervor - Voir page 168 ci-devant Präsident: Hier beantragt Ihnen Herr Oehen Ablehnung. Abstimmung - Vote Für die Überweisung des Postulates 116 Stimmen Dagegen 25 Stimmen

4. Verschiedenes - Divers 42 Motion der Kommission Luftbelastung. Konzept Im Bericht des EDI «Waldsterben und Luftverschmutzung» wird ausgesagt, dass zur Gewährleistung des Schutzes der Wälder die Luftverschmutzung auf einen Stand zurückge- führt werden müsste, der demjenigen zwischen 1950 und 1960 entspricht. Der Bundesrat wird eingeladen, bis spätestens Ende 1985 ein Konzept vorzulegen, das festhält,

- auf welchen Stand die Luftbelastung zurückgeführt wer- den soll,

- mit welchen Massnahmen und nach welchem Zeitplan dieses Ziel erreicht werden soll,

Dépérissement des forêts. Rapport et mesures 188 N 7 février 1985

- welche verfassungsmässigen oder gesetzlichen Grundla- gen geschaffen werden müssen und ob dringliche Bundes- beschlüsse in Aussicht genommen werden. Antrag Robert Der Bundesrat wird eingeladen, bis spätestens Ende Juni 1985... 42 Motion de la commission Charge polluante de l'air. Concept Dans le rapport du Département fédéral de l'intérieur intitulé «Dépérissement des forêts et pollution de l'air», l'accent est mis sur le fait qu'il conviendrait, pour sauvegarder les forêts, de ramener le niveau de la pollution de l'air à celui des années 1950 à 1960. Le Conseil fédéral est invité à présenter, jusqu'à fin 1985 au plus tard, un concept qui arrête

- le niveau auquel la charge polluante de l'air doit être ramené,

- les mesures et le calendrier qui permettront d'atteindre ce but,

- les dispositions constitutionnelles ou législatives à élabo- rer, ou si des arrêtés fédéraux urgents sont à envisager. Proposition Robert ... Le Conseil fédéral est invité à présenter, jusqu'à fin juin 1985 au plus tard, ... 43 Postulat der Kommission Vorschriften über die Verwendung von Verpackungsmaterialien Der Bundesrat wird eingeladen, zur Verminderung des Schadstoffausstosses der Kehrichtverbrennungsanlagen Vorschriften über die Verwendung oder Zulassung von luft- hygienisch bedenklichen Verpackungsmaterialien und kurz- lebigen PVC-Artikeln aller Art zu erlassen. Zudem sollen periodische Aufklärungskampagnen zur Bekämpfung der Wegwerfmentalität in der Bevölkerung landesweit durchge- führt werden. 43 Postulat de la commission Prescriptions pour l'emploi de matériaux d'emballage Le Conseil fédéral est invité à promulguer des prescriptions pour l'emploi ou l'admission de matériaux d'emballage et d'articles en PVC de toute sorte et de durée éphémère, en tenant compte de l'hygiène de l'air. De plus, il s'agit de mener des campagnes d'information périodiques dans tout le pays pour lutter contre la mentalité «de tout jeter» dans la population. 83.955 Motion der LdU/EVP-Fraktlon Umweltschutz-Krisenstab Motion du groupe Adl/PEP Protection de l'environnement. Cellule de crise Wortlaut der Motion vom 15. Dezember 1983

1. Der Bundesrat wird aufgefordert, unter Beizug von Ver- tretern der schweizerischen Umwelt-Organisationen unver- züglich einen Krisenstab zu bilden. Dem Krisenstab obliegen folgende Aufgaben:

a. eine Bestandesaufnahme über die unmittelbaren Gefah- ren, die der Umwelt drohen, als Grundlage für die künftige Umweltschutzpolitik;

b. eine laufende Beratung des Bundesrates über die jeweils dringend notwendigen Massnahmen gesetzgeberischer oder administrativer Art.

2. Auf internationaler Ebene sei darauf hinzuwirken,

a. dass die nationalen Krisenstäbe möglichst eng zusam- menarbeiten;

b. dass so bald als möglich auch ein europäischer Umwelt- schutz-Krisenstab gebildet wird. Texte de la motion du 15 décembre 1983

1. Le Conseil fédéral est invité à créer dans les meilleurs délais une cellule de crise avec la participation de représen- tants d'organisations suisses de protection de l'environne- ment. Cette cellule devra:

a. Dresser une liste des dangers écologiques immédiats qui servira à élaborer la politique à suivre en matière de protec- tion de l'environnement;

b. Informer régulièrement le Conseil fédéral sur les mesures législatives et administratives qui s'imposent d'urgence.

2. Sur le plan international, il faut chercher à obtenir

a. Une collaboration aussi étroite que possible entre les cellules de crise des différents Etats;

b. La constitution à brève échéance d'une cellule euro- péenne de crise destinée à lutter contre la pollution de l'environnement. Sprecher - Porte-parole: Weder-Basel Antrag des Bundesrates - Proposition du Conseil fédéral Ablehnung - Refuser Antrag der Kommission für Gesundheit und Umwelt Proposition de la Commission de la santé publique et de l'environnement Abschreiben - Classer Weder-Basel: Meiner Forderung nach Einsetzung eines Kri- senstabes möchte ich ein paar Thesen voranstellen. These 1: Der traditionelle Natur- und Umweltschutz, wie er noch immer abläuft, kann unsere Umweltprobleme nicht lösen. These 2: Der von uns gepflegte Lebensstil wird von der Natur nicht mehr verkraftet. These 3: Konsumansprüche und Interessenverflechtungen rufen nach Koordination aller Kräfte, um der Zerstörung der Biosphäre Einhalt gebieten zu können. These 4: Als Fortschritt und Entwicklung soll deshalb nur noch gelten, was mit der Natur geschieht, und nichts gegen sie. Wo scheinbarer Fortschritt auf Raubbau an der Natur gründet, muss der Kurs so schnell wie möglich gewechselt werden, sonst sind ökologische Katastrophen nicht mehr zu vermeiden. These 5: Die Grundlagen ökologischer Abläufe und die dazu gehörenden Ökosysteme müssen erhalten bleiben. These 6: Tiere, Pflanzen und ihre Lebensräume sind zu hegen und zu pflegen. Das Überleben der Tiere und Pflan- zen in all ihren Erscheinungsformen ist unter allen Umstän- den zu sichern. Ein Krisenstab müsste kurzfristig einen Plan zur Abwendung der uns bedrohenden Umweltgefahren ausarbeiten, ebenso langfristig einen Überlebensplan für die Natur. Anno 1980 hat der WWF mit der Lancierung einer Welterhaltungsstrate- gie einen Meilenstein im weltweiten Naturschutz gesetzt. Um diese Ziele zu erreichen, stellt die Strategie einen gan- zen Katalog von Forderungen auf. Ich erwähne die wichtig- sten: Ein Krisenstab müsste eine Bestandesaufnahme vorle- gen, nicht erreichte Ziele feststellen, Prioritäten festlegen. Staatliche und nichtstaatliche Umweltorganisationen sollen die Aufgaben gemeinsam anpacken, um Mittel und Kräfte nicht zu zersplittern. Ökologische Aspekte sind in die wirt- schaftlichen Überlegungen einzubeziehen. Natur und Umweltschutz sollen nicht mehr länger als notwendiges Übel betrachtet werden, sondern müssen als Bedingung für langfristiges, sinnvolles, ökonomisches Handeln akzeptiert werden. Nicht nur Symptome, auch Ursachen der Umwelt-

7. Februar 1985 N 189 Waldsterben. Bericht und Massnahmen Zerstörung sind zu bekämpfen. Vorbeugen, um nicht heilen zu müssen; vorausschauende Politik ist zu betreiben. Ökolo- gische Buchhaltung ist einzuführen. Sie zeigt zum Beispiel auch die Kosten einer Umweltzerstörung, die bisher in der traditionellen Buchhaltung gefehlt haben. Zum Schluss: Die nationalen Forschungsprogrammesollen den ökologischen Fragen Priorität einräumen. Die Koordina- tion zwischen den verschiedenen Forschungsstellen muss gefördert werden. Dann gibt es - wie Sie wissen, fordern wir ja einen Krisen- stab, der über unsere Grenzen hinweg tätig wird - auch Forderungen auf internationaler Ebene. Hier seien nur zwei, drei ganz kurz gestreift. Ich meine, wir sollten den Beitritt zu internationalen Konventionen vorantreiben, Konventionen, die mit dem Schutz von Natur und Umwelt übereinstimmen. Die Erhaltung der genetischen Vielfalt in Entwicklungslän- dern ist international anzustreben, und die interessierte Industrie soll helfen, dies mitzutragen. Entwicklungshilfe- organisationen sind dafür zu gewinnen, in erster Linie öko- logisch sinnvolle Projekte zu unterstützen. Als viertes: Die Atmosphäre, offene Ozeane, Antarktis und tropische Regenwälder sind Erbe der gesamten Menschheit. Sie dürfen nicht durch einzelne Interessen gefährdet wer- den, auch nicht durch Schweizer Interessen. Alle diese Forderungen können nur gemeinsam gelöst wer- den. Ein Krisenstab müsste zusammengesetzt sein aus Ver- tretern in erster Linie der Umweltorganisationen. An dieser Stelle möchte ich einmal den vier grossen schweizerischen Umweltorganisationen dankeschön sagen für ihre Tätigkeit und für ihre Denkarbeit. Was sie vorausschauend für die Schweiz tun, das werden Sie spätestens in ein paar Jahren mit nachvollziehen, ist unerhört wertvoll für dieses Land. Der Krisenstab müsste also zusammengesetzt sein aus Leu- ten der Umweltorganisationen, der Wirtschaft, der Verwal- tung, aus Vertretern der Behörden sowie Vertretern der Wissenschaft und der Forschung. Die Aufgaben, die ich angeführt habe, müssen wir anpacken. Je früher wir sie anpacken, desto grösser ist die Aussicht auf Erfolg. Ich frage mich: Wenn die Schweiz das nicht macht, wer soll denn eigentlich das machen? Wer hat bessere Vorausset- zungen dazu als die Schweiz mit ihren internationalen Ver- flechtungen und wirtschaftlichen Beziehungen? Wer ausser der Schweiz kann sich finanziell an eine solche Aufgabe heranwagen? Wer ausser der Schweiz hat ähnlich gute finanzielle Voraussetzungen zu einem solchen Wagnis? Die Forderungen in dieser Motion sind hochgesteckt, das ist mir klar. Im Interesse der Schweiz und ihres guten Rufes einerseits, im Interesse der Natur, der Tiere, Pflanzen und unserer Umwelt andererseits packen wir diese Aufgabe mutig an! 83.963 Postulat Segmüller. Luftverschmutzung. Konsequenzen Pollution atmosphérique. Conséquences Wortlaut des Postulates vom 16. Dezember 1983 •Das Parlament hat in der Herbstsession ausgiebig über die katastrophalen Folgen der Luftverschmutzung auf den Wald gesprochen. Der Bundesrat hat sich bereit erklärt, in der ersten Hälfte des Jahres 1984 darüber einen umfassenden Bericht vorzule- gen. Die Massnahmen, welche der Bundesrat im Interesse der Abklärung der Waldschäden und ihrer Behebung bereits beschlossen hat, verdienen volle Unterstützung. Der Bun- desrat wird jedoch gebeten, im geplanten Bericht den ganz- heitlichen, die gesamte Naturgrundlage umfassenden Aspekt der Problematik zu würdigen und insbesondere kon- krete Vorschläge betreffend die folgenden Fragen zu unter- breiten:

1. Die Notwendigkeit, das Untersuchungsprogramm sowohl auf alle naturnahen Lebensgemeinschaften, aber auch auf die bebaute Umwelt des Menschen auszudehnen, um mög- lichst rasch bessere Kenntnisse des Ausmasses und der Entwicklung der'Schadensituation sowie deren Behebung auch ausserhalb des Waldes zu erhalten;

2. Zusätzliche Massnahmen zu den bereits im Projekt Sana- silva getroffenen vorzusehen, wie

a. eine Kartierung der Populationsverbreitung .und -entwicklung von ausgewählten Bio-lndikatoren wie Flech- ten und Pilzarten, welche als gute Zeiger für die Belastung von Schadstoffen in- und ausserhalb des Waldes besonders geeignet sind;

b. die regelmässige Aufnahme eines Netzes von baulichen Objekten zum Bestimmen des Ausmasses der Schäden;

c. die Ergänzung der bisherigen und zusätzlich vorgesehe- nen Messpunkte zur Untersuchung der physikalischen und chemischen Eigenschaften der Niederschläge (gemäss Pro- gramm NABEL) durch Bio-lndikation;

d. die Aufnahme von regelmässig zu beobachtenden Dauer- flächen in Lebensgemeinschaften, die wegen ihrer oligotro- phen Standortbedingungen auf Immissionen jeglicher Art besonders empfindlich sind wie Flach-, Zwischen- und Hochmoore, Streuewiesen, Halbtrockenrasen und Trocken- rasen sowie kleinere oligotrophe Gebirgsseen.

3. Rechtzeitige Berücksichtigung der sich aus den erwähn- ten Punkten ergebenden Bedürfnisse in personeller, finan- zieller und organisatorischer Hinsicht, insbesondere, was den Natur- und Heimatschutz, die Abteilung 2 exakte und Naturwissenschaften des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und die Schweizerische Naturforschende Gesellschaft anbelangt. Texte du postulat du 16 décembre 1983 Au cours de la session d'automne, le Parlement a discuté longuement des effets catastrophiques de la pollution atmosphérique sur la forêt. Le Conseil fédéral s'est déclaré prêt à présenter un rapport circonstancié à.ce sujet, au cours du premier semestre de

1984. Les mesures déjà arrêtées par le gouvernement, en vue de préciser l'ampleur des dégâts subis par la forêt et d'y remédier, méritent notre plein appui. Le Conseil fédéral est cependant invité à apprécier, dans le rapport en question, les aspects globaux des problèmes et à les considérer dans leur intégralité, puis à soumettre notamment des proposi- tions concrètes concernant les questions suivantes:

1. Nécessité d'étendre le programme de recherche aussi bien à la biocénose qu'aux bâtiments qui nous entourent, afin d'obtenir le plus rapidement possible de meilleures connaissances sur l'ampleur des dommages, l'évolution de ceux-ci et sur les moyens d'y remédier, sans que ce pro- gramme soit limité à la forêt;

2. Prévoir des mesures qui soient complémentaires de celles qui sont déjà prises grâce au projet Sanasilva, telles que:

a. Dresser des cartes faisant apparaître l'extension et le développement de la population de bio-indicateurs sélec- tionnés, tels que familles de lichens et de champignons qui se prêtent particulièrement bien comme indicateurs de la charge en substances nocives, à l'intérieur comme à l'exté- rieur des forêts;

b. Contrôler régulièrement un réseau de bâtiments et de constructions, afin de déterminer l'ampleur des dégâts;

c. Compléter, par des bio-indicateurs, les points de mesure existants et prévus en supplément, aux fins d'analyser les propriétés physiques et chimiques des précipitations (con- formément au programme RNOPA = Réseau national d'ob- servation des polluants atmosphériques);

d. Analyser des surfaces intangibles (prés à litières par exemple), à contrôler régulièrement dans des biocénoses qui - à l'instar de bas-marais, de hauts-marais et de zones humides intermédiaires, de prés d'épandage, de pelouses sèches et semi-humides, ainsi que de certains petits lacs de montagne oligotrophiques-sont particulièrement sensibles

Dépérissement des forêts. Rapport et mesures 190 N 7 février 1985 aux immissions de tout genre, du fait de leur emplacement oligotropique.

3. Prendre assez tôt en considération les besoins en per- sonnel, en crédits et ceux qui résultent de l'organisation et découlent des points susmentionnés, en particulier pour ce qui a trait aux organismes de la protection de la nature et du paysage, à ceux de la division 2 des sciences exactes et naturelles du Fonds national suisse pour l'encouragement de la recherche scientifique et de la Société suisse de recherches naturelles. Mitunterzeichner - Cosignataires: Auer, Bircher, Blunschy, Butty, Cantieni, de Chastonay, Christinat, Cotti Gianfranco, Couchepin, Fankhauser, Feigenwinter, Geissbühler, Gren- delmeier, Houmard, Jaeger, Jaggi, Keller, Koller Arnold, Kopp, Kühne, Landoli, Longet, Loretan, Maitre-Genf, Martin, Müller-Zürich, Nussbaumer, Oehler, Oester, Petitpierre, Revaclier, Ruckstuhl, Salvioni, Seiler, Stamm Judith, Vetsch, Weber Monika, Wick, Ziegler (39) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Leider besteht kein Zweifel, dass die Schadstoffe in der Luft nicht nur den Wald, sondern die gesamte Flora und Fauna, somit alle Lebensgemeinschaften, treffen. Aber auch die vom Menschen errichteten Bauten und Anlagen, vor allem die unser kulturelles Erbe darstellenden Baudenkmäler, bleiben von den schädigenden Einflüssen der Luftver- schmutzung nicht verschont. Es lassen sich deshalb auch ausserhalb des Waldes Schäden in noch ungeahntem Aus- mass erwarten. Mit anderen Worten werden nicht nur die Forstwirtschaft, sondern auch Natur- und Heimatschutz und Denkmalpflege betroffen. Bei den Kunstdenkmälern sind derartige Schäden längst bekannt. Für die Bundesrepublik Deutschland werden die jährlichen Schäden an Bauwerken durch die Luftverschmut- zung auf rund 4,5 Milliarden D-Mark beziffert. In der nicht überbauten Landschaft ausserhalb des Waldes treten die Schäden vorläufig noch wenig in Erscheinung. Vor allem lassen sie sich kaum quantifizieren, weil die dringend not- wendigen Grundkenntnisse über den Arten- und Individuen- reichtum der verschiedenen, von keinen Schadstoffen bela- steten Lebensgemeinschaften und über die sie regelnden Kräfte weitgehend fehlen. Immerhin sei darauf verwiesen, dass die Schadwirkung der Luftverschmutzung auf aquati- sche Ökosysteme am Beispiel der Versauerung eine Reihe von Tessiner Bergseen bereits deutlich in Erscheinung tritt. Für eine genauere Beurteilung fehlen uns leider vorläufig noch die notwendigen Daten. Fachleute warnen aber bereits heute vor einem «Umkippen» dieser Ökosysteme ausserhalb des Waldes, und damit vor unermesslichen ideellen und wissenschaftlichen Verlusten, aber auch vor Schwierigkei- ten und Folgekosten von steigender wirtschaftlicher Bedeu- tung, wenn man sich zum Beispiel einen Rückgang der Fruchtbarkeit unserer Böden vor Augen hält. Es erscheint daher unumgänglich, im geplanten Bericht den ganzheitlichen, die gesamte Naturgrundlage umfassenden Aspekt der Problematik zu würdigen und rechtzeitig und ernsthaft in die Bundesmassnahmen einzubeziehen. Antrag des Bundesrates - Proposition du Conseil fédéral Abschreiben - Classer Antrag der Kommission für Gesundheit und Umwelt Proposition de la commission de la santé publique et de l'en vironnement Überweisung als Postulat - Transmettre comme postulat Frau Segmüller: Zu Beginn dieser Debatte wurde immer wieder auf die Forschungslücken hingewiesen, auf die Tat- sache, dass wir die Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung der Luftverschmutzung zu wenig kennen, dass wir von den Schadenereignissen überrascht wurden und wer- den. Die in diesem Jahr in Kraft tretende Luftreinhalte- Verordnung fordert «eine Atmosphäre, welche Menschen, Tiere, Pflanzen und ihre Lebensgemeinschaften und Lebensräume nicht gefährdet, die Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden nicht erheblich stört, Bauwerke nicht beschä- digt, die Fruchtbarkeit des Bodens, die Vegetation und die Gewässer nicht beeinträchtigt». Saure Seen, Waldkrankhei- ten, Gebäudeschäden weisen darauf hin, dass diese Forde- rungen heute in der Schweiz nicht erfüllt sind. Welche weiteren Schäden bereits aufgetreten sind oder noch auftre- ten werden und inwiefern die Schäden mit der Belastung der Atmosphäre und ihren Folgewirkungen zusammenhän- gen, darüber sind wir mangels exakter Grundlagen über den bisherigen Verlauf und die künftige Entwicklung noch zu sehr auf Vermutungen angewiesen. Die bebaute Umwelt * reagiert meist unmittelbar auf Veränderungen der Luftquali- tät. Die Folgen lassen sich aber mit den heutigen Kenntnis- sen im Frühstadium nicht in ihrer vollen Tragweite erfassen. Die belebte Umwelt vermag aufgrund ihrer Regelmechanis: men eine gewisse Belastung ohne offensichtlich chronische und irreversible Schäden zu ertragen. Bei steigender Bela- stung treten die Schäden erst nach einer längeren Einwir- kungszeit auf, dafür aber mit grosser Geschwindigkeit. Das Waldsterben ist ein Beispiel dafür. Weil wir derzeit nicht in der Lage sind, ungünstige Entwicklungen früh zu erfassen, muss jederzeit mit dem Auftreten völlig neuartiger, gravie- render Schäden in unseren Natur-, Kultur- und Zivilisations- landschaften gerechnet werden. Bei voller Würdigung und Anerkennung der Bedeutung und Notwendigkeit aller bereits laufenden Forschungspro- gramme halte ich daher darüber hinaus eine Ausdehnung der Untersuchungen auf alle naturnahen Lebensgemein- schaften und die bebaute Umwelt im Sinne meines Postula- tes für unerlässlich. Interessant ist hierzu die neueste Studie der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft vom Januar 1985 betreffend die Auswirkungen der anthropoge- nen Luftbelastung auf den Menschen, seine natürliche und kulturelle Umwelt, Forschungsstand und Forschungslük- ken, in der es heisst: «Es ist nicht zu erwarten, dass die gegenwärtig laufenden Forschungsarbeiten - es werden alle Programme aufgezählt, vom NFP14 bis zum Sanasilva - die potentiellen und wirklichen Auswirkungen der Luftbela- stung in der Schweiz in ihrer gesamten Breite aufdecken und erklären werden. Die genannten Forschungspro- gramme konzentrieren sich entweder nicht primär auf die Auswirkungen, oder sie tun dies in den Bereichen ausser- halb des Waldes nur sehr beschränkt.» Die Bemühungen um die Gesundung unserer Wälder wer- den mit Sicherheit nur dann bleibenden Erfolg zeitigen, wenn sie sich auf möglichst umfassende, über längere Zeit gewonnene Einsichten in die Ganzheit des ökologischen Systems abstützen. Vom Verstehen dieser wichtigen Zusam- menhänge hängen fundierte Prognosen und eine wirksame Umweltpolitik ab. Bundesrat Egli hat in seinem Eintretens- votum gesagt: «Wir wollen forschen!» Ich ersuche Sie daher mit der Kommission, mein Postulat aufrechtzuerhalten. Dieses sollte also nicht als Dauergast in in die Schublade wandern, sondern rasch in breit angelegte und gut koordinierte Forschungsarbeit umgesetzt werden, damit aus den heutigen «Blindflugverhältnissen» in bezug . auf unsere Kenntnisse - so steht es heute in der Presse - raschmöglichst ein Klarsichtflug werde, zugunsten unserer Umwelt und von uns allen! 84.461 Postulat Ruf-Bern Saurer Regen. Messungen Pluies acides. Mesure du pH Wortlaut des Postulates vom 15. Juni 1984 Der Bundesrat wird gebeten, durch das Bundesamt für Umweltschutz (in Zusammenarbeit mit den Kantonen) die erforderlichen Massnahmen zu prüfen, damit regelmässig pH-Wert-Messungen der Niederschläge in den dafür einge- richteten Kläranlagen - zwecks umfassender Erhebungen über den sauren Regen -'durchgeführt werden können. Die

7. Februar 1985 N 191 Waldsterben. Bericht und Massnahmen Messergebnisse, ergänzt durch Angaben über die jeweiligen Witterungsverhältnisse (allgemeine Wetter- und insbeson- dere Windlage), müssten periodisch an das Bundesamt für Umweltschutz weitergeleitet werden. Texte du postulat du 15 juin 1984 Le Conseil fédéral est prié d'organiser une étude générale des pluies acides en chargeant l'Office de la protection de l'environnement d'examiner, en collaboration avec les can- tons, les dispositions nécessaires pour mesure régulière- ment l'acidité (pH) des eaux pluviales recueillies dans les bassins collecteurs installés à cet effet. Les résultats de ces mesures, accompagnés de précisions sur les conditions météorologiques dans lesquelles elles ont été faites (situa- tion générale et plus particulièrement régime des vents), devront être transmis périodiquement à l'office. Mitunterzeichner - Cosignataires: Brélaz, Hegg, Meier- Zürich, Müller-Zürich, Gehen, Soldini (6) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Im Zusammenhang mit dem Waldsterben wurde festgestellt, dass die Niederschläge (Regen- und Schneefälle) vielerorts stark sauer sind und eine erhebliche Umweltbelastung dar- stellen. pH-Werte von 4 sind keine Seltenheit. Seit längerer Zeit ist überdies bekannt, dass der saure Regen durch seine hohe Azidität (Säuregehalt) auch steinerne Bauwerke schä- digt. Sämtliche Massnahmen gegen den sauren Regen setzen möglichst umfassende Kenntnisse über dessen Ursachen und Begleitumstände voraus, wozu vor allem auch breitge- fächerte Angaben über die Azidität, deren Verbreitung über das ganze Land und die jeweiligen meteoroligischen Ver- hältnisse gehören. Es ist deshalb erforderlich, dass an mög- lichst vielen Stellen in der Schweiz regelmässige pH-Wert- Messungen durchgeführt werden. Nebst meteorologischen Stationen verfügt der grösste Teil der mehr als 800 Abwas- serreinigungsanlagen, die gesamtschweizerisch in Betrieb stehen, über ein Laboratorium mit der für die fraglichen Messungen notwendigen technischen Einrichtung eines pH-Meters. Mit einem minimalen Aufwand können die Nie- derschläge gefasst und deren Azidität bestimmt werden. Das Amt für Gewässerschutz des Kantons Graubünden hat vor kurzem eine entsprechende Weisung für ein pH-Wert- Messprogramm in Kläranlagen ergehen lassen. Ähnliche Messungen in der übrigen Schweiz würden umfangreiche und wertvolle Erkenntnisse über den sauren Regen liefern. Antrag des Bundesrates Abschreiben Proposition du Conseil fédéral Classer Ruf-Bern: Mein Postulat «Saurer Regen. Messungen» ersucht den Bundesrat, durch seine Amtsstellen in Zusam- menarbeit mit den Kantonen die erforderlichen Massnah- men zu prüfen, damit regelmässig pH-Wert-Messungen der Niederschläge in den dafür eingerichteten Kläranlagen zwecks umfassender Erhebungen über den sauren Regen durchgeführt werden können. Die Messergebnisse, ergänzt durch Angaben über die jeweiligen Witterungsverhältnisse, müssten periodisch an den Bund weitergeleitet werden. Im Zusammenhang mit dem Waldsterben - dies ist eine bekannte Tatsache - wurde festgestellt, dass die Nieder- schläge (Regen- und Schneefälle) vielerorts stark sauer sind und eine erhebliche Umweltbelastung darstellen. pH-Werte von 4 sind keine Seltenheit. Sämtliche Massnahmen gegen den sauren Regen - und damit auch gegen das Waldsterben

- setzen möglichst umfassende Kenntnisse über dessen Ursachen und die Begleitumstände voraus, wozu vor allem auch breit gefächerte Angaben über die Azidität, deren Verbreitung über das ganze Land und die jeweiligen meteo- rologischen Verhältnisse gehören. Es ist deshalb dringend erforderlich, dass an möglichst vielen Stellen in der Schweiz regelmässig solche pH-Wert-Messungen durchgeführt werden. Nebst meteorologischen Stationen verfügt der grösste Teil der mehr als 800 Abwasserreinigungsanlagen, die gesamt- schweizerisch in Betrieb stehen, über ein Laboratorium mit der für die fraglichen Messungen notwendigen technischen Einrichtung eines pH-Meters. Mit einem minimalen Aufwand können die Niederschläge gefasst und deren Azidität bestimmt werden. Das Amt für Gewässerschutz des Kantons Graubünden hat aus diesen Gründen bereits im Frühjahr 1984 eine entsprechende Weisung für ein pH-Wert-Messpro- gramm in den Bündner Kläranlagen ergehen lassen. Ähnli- che Messungen in der übrigen Schweiz würden umfangrei- che und wertvolle Erkenntnisse über den sauren Regen liefern. Bundesrat und Kommission beantragen nun, das Postulat abzuschreiben mit Hinweis auf die acht zurzeit bestehenden Messstationen des Nationalen Beobachtungsnetzesfür Luft- fremdstoffe- dem sogenannten NABEL-, das in zwei weite- ren Phasen um drei bzw. fünf bis acht weitere Stationen ausgebaut werden soll. Gleichzeitig weist der Bundesrat jedoch in seinem Bericht unter dem Titel «Negative Auswir- kungen» darauf hin, dass diese weiteren Stationen Infra- struktur- und Personalkosten verursachten. Zweifellos ist der geplante NABEL-Ausbau richtig und unerlässlich. Mit gesamthaft 10 bis 15 Stationen kann man allerdings nur einen relativ grobmaschigen Raster für die Datenerfassung über das ganze Land legen, um die Schadstoffentwicklung in der Luft geographisch zu lokalisieren, Vergleichsmöglich- keiten zu erhalten sowie Veränderungen der Konzentratio- nen und Zusammensetzungen der Schadstoffe zu verfolgen. Für die von mir vorgeschlagenen pH-Wert-Messungen der Niederschläge in Kläranlagen stehen hingegen mehrere hundert Laboratorien bereits zur Verfügung. Wesentlich ist dabei, dass derartige Erhebungen praktisch nichts kosten und dass sie vor allem - dank der grossen geographischen Dichte der möglichen Messungen - das NABEL der EMPA Dübendorf in wertvoller Weise ergänzen könnten. Wenn die Messungen des Säuregehaltes der Niederschläge auch kein vollständiges Bild über die Luftverschmutzung ergeben, die sich ja bekanntlich im Regen direkt nieder- schlägt, so erlauben Angaben über die Azidität, zusammen mit Informationen über die im Zeitpunkt der Messungen herrschenden meteorologischen Verhältnisse, doch eine wissenschaftlich durchaus sinnvolle erste Beurteilung des Verschmutzungsgrades, namentlich des Schwefelgehaltes in der Luft. Ich wiederhole, dass im Kanton Graubünden bereits derartige Messungen in Kläranlagen zuhanden der kantonalen Amtsstellen mit Erfolg durchgeführt werden. Zu prüfen wäre zudem, ob in den Laboratorien der Kläranla- gen nicht auch vertiefte Analysen durchgeführt werden könnten, die weitergehende Informationen über Charakter und Herkunft der Verunreinigungen zu geben vermöchten. Ich bitte sie, das Postulat nicht abzuschreiben. 84.931 Motion Mauch Waldsterben, Längerfristige Massnahmen Dépérissement des forêts. Mesures à long terme Wortlaut der Motion vom 14. Dezember 1984

1. Der Bundesrat wird gebeten, bis Ende 1985 ein detaillier- tes Massnahmenprogramm (einschliesslich Varianten) vor- zulegen, durch welches die Emissionen von Schwefeldioxid, Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen bis 1995 auf den Stand von 1950 zurückgeführt werden können.

2. Das Programm soll angeben, welche der vorgeschlage- nen Massnahmen der Bundesrat in eigener Kompetenz ergreifen kann und nach welchem Zeitplan er sie in Kraft zu setzen gedenkt.

3. Reichen die verfassungsmässigen oder gesetzlichen Grundlagen nicht aus, um das Massnahmenprogramm zu

Dépérissement des forêts. Rapport et mesures 192 N 7 février 1985 verwirklichen, so wird der Bundesrat beauftragt, rechtzeitig dem Parlament die erforderlichen Vorlagen zu unterbreiten.

4. Wenn nötig, sind die Anträge zur Schaffung neuer Rechtsgrundlagen vom Bundesrat ohne vorgängiges Ver- nehmlassungsverfahren in der Form dringlicher Bundesbe- schlüsse dem Parlament vorzulegen. Texte de la motion du 14 décembre 1984

1. Le Conseil fédéral est chargé d'élaborer d'ici fin 1985 un programme détaillé de mesures (y compris les variantes éventuelles) visant à ramener les taux d'émission d'anhy- dride sulfureux, d'oxydes d'azote et d'hydrocarbures jus- qu'à 1995 à leur niveau de 1950.

2. Le programme devra préciser lesquelles des mesures proposées relèvent de la compétence propre du Gouverne- ment et selon quel calendrier il entend les introduire.

3. Si les bases constitutionnelles et législatives actuelles ne suffisent pas à l'exéc.ution du programme susmentionné, le Conseil fédéral présentera au Parlement les projets de modi- fication en temps utile.

4. Au besoin, les propositions visant à créer de nouvelles bases légales seront soumises directement aux Chambres sans procédure de consultation préalable, sous la forme d'arrêtés fédéraux urgents. Mitunterzeichner - Cosignataires: Bircher, Borei, Bratschi, Braunschweig, Bundi, Chopard, Christinat, Eggenberg- Thun, Euler, Fankhauser, Friedli, Gloor, Lanz, Leuenberger- Solothurn, Leuenberger Moritz, Longet, Meyer-Bern, Morf, Nauer, Pitteloud, Rubi, Ruch-Zuchwil, (Schmid), Stamm Walter, Stappung, Uchtenhagen, Wagner, Weber-Arbon (28) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Bericht II zum Waldsterben vom 21. November 1984 gibt einen wertvollen und umfassenden Überblick über zahlrei- che mögliche Massnahmen, die zur Bekämpfung des Wald- sterbens an die Hand genommen werden können. Die Mass- nahmen werden qualitativ und teilweise auch quantitativ gewertet. Ausserdem legt der Bundesrat in Ziffer 6 des Berichtes dar, welche Schwerpunkte er in Zukunft im gesamten Massnahmenbereich zu setzen gedenkt. Dem Massnahmenkatalog liegt aber insofern kein Konzept zugrunde, als dass der Bundesrat keine lufthygienischen Zielvorgaben macht und nicht aussagt, in welchem zeitli- chen Raum er die gesteckten Ziele mit welchen Massnah- men zu erreichen versuchen will. Im Waldbericht l vom September 1984 ist die Entwicklung der lufthygienischen Situation in den letzten 30 Jahren dar- gestellt, die Hauptemissionsquellen sind quantifiziert und der Ist-Zustand definiert worden. Die Waldschadenforscher und die Lufthygieniker sind sich einig, dass die Schäden an den Bäumen in den fünfziger Jahren eingesetzt haben und dass nicht nur zugunsten des Waldes, sondern zweifellos auch zum Wohl der Menschen die Luftschadstoffbelastung auf den Stand derfrühen fünfzi- ger Jahre reduziert werden muss. Dieses Ziel soll in zehn Jahren erreicht werden. Das Mass- nahmenprogramm soll zeitlich und sachlich auf dieses Ziel ausgerichtet werden. Daraus ist das politische Arbeitspro- gramm abzuleiten. Frau Mauch: Die Motion fordert eigentlich das, was der Bundesrat von sich aus hätte tun müssen. Auf Seite 28 des Waldberichtes II steht nur, der Bundesrat sei bereit, alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Luftverunreinigung möglichst rasch abzubauen. Das ist sehr allgemein und heisst eigentlich gar nichts, wenn er nicht gleichzeitig sagt, welches lufthygienische Ziel er wie und in welchem Zeit- raum zu erreichen gedenkt. Herr Bundesrat Egli hatte sich offenbar in der ständerätli- chen und in der nationalrätlichen Kommission persönlich bereit erklärt, meine Motion sowie die entsprechenden Kom- missionsmotionen als Motionen entgegenzunehmen. Ich bin daher über den Gesamtbundesrat enttäuscht, dass er die Motionen nur als Postulate akzeptieren will. Für die Abstim- mung ziehe ich meine Motion zugunsten der fast gleichlau- tenden Motion der Kommission zurück und bitte Sie, dieser Motion als Motion zuzustimmen. 84.599 Motion der LdU/EVP-Fraktlon Treibstoff- und Heizölrationierung Motion du groupe Adl/PEP Rationnement des carburants et combustibles Wortlaut der Motion vom 12. Dezember 1984 Gestützt auf Artikel 89bis der Bundesverfassung wird der Bundesrat ersucht, die notwendigen Massnahmen in die Wege zu leiten, um bei einem weiteren Fortschreiten des Baumsterbens sofort eine zeitlich befristete Rationierung der Treibstoffe und der fossilen Brennstoffe sowie der Elek- trizität zu verfügen. Texte de la motion du 12 décembre 1984 Au cas où le dépérissement des forêts se poursuivrait, le Conseil fédéral est prié de prendre les mesures nécessaires pour que puisse immédiatement être décidé, en vertu de l'article 89b" de la constitution fédérale, le rationnement temporaire des carburants et des combustibles d'origine fossile ainsi que de l'électricité. Sprecher- Porte-parole: Günter Begründung - Développement In den letzten drei Jahren nahmen nach Angaben namhafter Experten die Schäden an den Bäumen exponentiell zu; neuerdings treten in ähnlicher Geschwindigkeit zusätzlich Bodenschädigungen auf. Die Reversion dieser Schäden benötigt im günstigsten Fall viele Jahre, in den Bergen oft Jahrhunderte, falls sie überhaupt möglich ist. Es müssen daher für den Fall, dass sich diese erschreckende Entwick- lung fortsetzt, Radikalmassnahmen mit sofortigem Wir- kungseintritt vorgesehen werden, da die entstehenden Schäden jetzt rasch ins Unermessliche steigen. Die Ratio- nierung ist unter diesen Umständen trotz ihrer Problematik das Mittel der Wahl. Ihre Anwendung muss daher sofort vorbereitet werden. Zwar stellt die Rationierung eine äusserst undifferenzierte, zum Teil sogar unsoziale Massnahme dar. Sie kann aber sofort wirksam werden und die Zeit bis zum Wirken anderer Sofortmassnahmen überbrücken. Wenn die Rationierung gut vorbereitet ist, lassen sich ihre unsozialen Auswirkun- gen stark vermindern. Daher sind diesbezügliche Mass- nahmen möglichst rasch zu treffen. Zudem ist zu beachten, dass ein unkontrolliertes Weiterschreiten der Zerstörung der Umwelt enorme soziale Probleme verursachen wird. Man denke zum Beispiel nur an die Zerstörung von Bergdörfern durch Lawinen oder die zunehmende Gefährdung von Ver- kehrswegen in den Bergregionen. Der Miteinbezug der Elektrizität in die Rationierung soll nicht eine neue Diskussion um Kernkraftwerke hervorrufen. Er erfolgt nur deshalb, um ein allgemeines Ausweichen auf Elektrizität bei Einführung von Einschränkungen im Bei- reich der fossilen Brennstoffe zu vermeiden, da dies zu Zusammenbrüchen der Netze führen müsste. Günter: Über Ursache und Ablauf des Waldsterbens haben wir uns jetzt genug unterhalten. Wir sollten nun noch etwas über die kurzfristig wirksamen Massnahmen diskutieren. Es ist ja nicht so, dass irgendjemand Freude an den Mass- nahmen hätte, die wir hier beschliessen sollten. Aber es ist eine Tatsache, dass der Wald genau das macht, was ihm seine Umwelt diktiert und eben nicht auf unsere Kompro- misse hört. Es ist ihm auch gleich, ob wir damit einverstan- den sind, Massnahmen zu treffen oder nicht. Wir stehen hier vor der Macht des Faktischen. Die Dinge geschehen, und wir können sie nur aufhalten, wenn wir selbst etwas tun, auch wenn es uns im Prinzip unangenehm ist.

7. Februar 1985 N 193 Waldsterben. Bericht und Massnahmen Leider ist es so, dass es nur zwei Massnahmen gibt, welche wir heute beschliessen können, die bereits morgen wirken können. Das eine ist die Tempobeschränkung, der wir zuge- stimmt haben. Das zweite - der zugegebenermassen grö- bere Klotz- ist die Benzinrationierung und die Brennstoffra- tionierung. Dies sind die zwei einzigen Massnahmen, die wir heute beschliessen können, die morgen sofort zu wirken beginnen. Alle anderen Massnahmen bedingen vorerst grosse Investitionen. Sie benötigen Geld, und andererseits brauchen sie Zeit, bis die Wirkungen eintreten. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: der Katalysator. Auch wenn wir heute beschliessen würden - was wir leider nicht tun -, das Obligatorium ab sofort für Neuwagen in Kraft zu setzen, würde es dennoch bis Mitte der neunziger Jahre gehen, bis die meisten Wagen mit einem Katalysator ausgerüstet wären. Mit anderen Worten: Alle anderen Massnahmen brauchen sehr lange Zeit. Weil die Rationierung nun aber eine einschneidende Mass- nahme ist, die sich möglicherweise unsozial auswirken könnte, müssen wir sie uns gut überlegen. Der Inhalt unse- rer Motion geht daher dahin, dass der Bundesrat alle not- wendigen Massnahmen in die Wege leiten soll, damit er bei einem weiteren Fortschreiten des Baumsterbens sofort eine zeitlich befristete Rationierung einführen kann. Wir müssen so weit sein, dass wir, wenn das Baumsterben im bisherigen Ausmass weitergeht, sofort handeln können. Das Baumster- ben schreitet nicht etwa linear fort, sondern es nimmt im Quadrat zu. Es schreitet also überproportional fort: zum Beispiel waren im Kanton Bern 1982 8 Prozent der Bäume geschädigt, 198318 Prozent und letztes Jahr 36 Prozent. Wir müssen bereit sein, um die Notbremse ziehen zu können. Die Rationierung ist eine Notbremse. Wir verlangen vom Bundesrat, dass er diese Vorbereitungen trifft. Herr Bundesrat Egli hat bei seinen einführenden Worten zweimal erwähnt, dass die Treibstoffrationierung und Brennstoffrationierung vorläufig noch nicht nötig sei, mit deutlicher Betonung des Wortes «vorläufig». Das heisst, dass auch der Bundesrat diese Rationierung offenbar als Möglichkeit ins Auge fasst. Sie muss exakt vorbereitet wer- den. Wir stellen uns vor, dass eine Rationierung mit einem freien Markt geschaffen werden sollte, um Kriminalität und Schwarzmarkt zu vermeiden. Es geht uns darum, dass die totale Brennstoffmenge gesenkt wird, dass aber der Rah- men an und für sich dafür möglichst liberal ist. Konkrete Vorschläge für die Ausgestaltung liegen vor. Einen davon haben wir Ihnen eben vorhin verteilt; er zeigt auf, wie man es machen könnte. Nachdem sogar die SVP des Kantons Bern, die sich bis jetzt nicht durch übermässig progressive Haltungen auszeich- nete, verlangt hat, dass notfalls die Rationierung einzufüh- ren sei - die Schweizerische SVP spricht allerdings nur von «Vorbereiten zum Einführen» -, meine ich, sollte das politi- sche Spektrum der Befürworter breit genug sein, dass Sie tatsächlich alle unserer Motion in der Form der Motion zustimmen können. 84.902 Motion Robert «Rettet den Wald» - »Sauvez la forêt» Wortlaut der Motion vom 12. Dezember 1984 Die Waldvergiftung hat innert kürzester Zeit katastrophale Ausmasse angenommen. Die Konsequenzen für unser Land sind nicht auszudenken, wenn sich das Waldsterben im bisherigen Tempo oder - was ohne drastische Gegenmass- nahmen wahrscheinlicher ist -beschleunigt fortsetzen wird. Die bis dahin beschlossenen und die angekündigten «vor- sorglichen» Massnahmen sind zwar notwendig, aber bei weitem nicht hinreichend, weil sie zu wenig wirksam sind und zum grossen Teil erst «posthum» zum Tragen kommen werden. Die entscheidende Reduktion der Schadstoffbela- stung der Luft muss in den nächsten zwei" bis drei Jahren erfolgen, wenn noch eine Chance bestehen soll für unsere Wälder, sich wieder zu erholen. Die einzige genügend rasch wirkende und ins Gewicht fallende Massnahme ist eine entscheidende Senkung des Treibstoff- und Heizölver- brauchs. Der Bundesrat wird deshalb aufgefordert, die der Krisensi- tuation angemessene Rationierung

a. der Treibstoffe

b. der Heizöle raschestmöglich, spätestens aber im Herbst 1985, in Kraft zu setzen und einen Krisenstab einzusetzen für die Durchfüh- rung aller damit zusammenhängenden Aufgaben. Texte de la motion du 12 décembre 1984 Le dépérissement des forêts a pris en peu de temps des dimensions catastrophiques. Les conséquences pour notre pays seront incalculables si ce fléau continue à se propager au rythme actuel, ou, ce qui est plus vraisemblable en l'absence de mesures draconiennes, s'il s'accélère. Les décisions prises ou annoncées jusqu'ici en vue d'enrayer le mal sont certes nécessaires mais de loin pas suffisantes parce que trop peu efficaces et parce que leurs effets se font sentir dans une large mesure à titre «posthume». Une réduc- tion notable de la pollution atmosphérique doit survenir dans les deux ou trois ans à venir si l'on veut que nos bois puissent se restaurer. Or les seules mesures rapidement efficaces qui soient envisageables consistent à abaisser radicalement la consommation de carburant et d'huile de chauffage. En conséquence le Conseil fédéral est chargé d'introduire dans les plus brefs délais mais au plus tard d'ici à l'automne 1985 un rationnement des carburants et des huiles de chauf- fage, et de former un état-major de crise ayant pour mission de surveiller l'exécution de toutes les tâches y relatives. Mitunterzeichner - Cosignataires: Brélaz, Müller-Bachs, Rebeaud (3) Frau Robert: Wir haben zwei Tage geredet und haben vor lauter Details - Einzelforderungen, Zahlen, Prozente usw. - unser gemeinsames Ziel vergessen. Es ist höchste Zeit, dass wir uns darauf zurückbesinnen. Unser erklärtes gemeinsa- mes Ziel ist, die Luftverschmutzung auf den Stand der fünfziger Jahre zurückzubringen, und das möglichst rasch. Jeder ungenutzte Monat, der verstreicht, bringt uns in aus- weglosere ökologische Sachzwänge. Was bedeutet nun aber dieses Ziel, das Sie gestern alle proklamiert und dekla- riert haben? Sie haben die Berechnungen vom Bundesamt für Umwelt- schutz erhalten; Sie kennen alle die Infrastudie, die heraus- gekommen ist. Alle Massnahmen sind in der BUS-Studie und in der Infrastudie aufgelistet. Es wird gezeigt, wann und wieviel Wirkung von jeder dieser rund 100 Massnahmen einzeln zu erwarten ist. Wir haben einige wenige davon heute beschlossen. Die Schlussfolgerung aus beiden Studien ist die gleiche, und sie ist eindeutig. Wenn wir alle diese Massnahmen in Kraft setzen - im Bereich Industrie, privat, Feuerung, Ver- kehr, inklusive Temporeduktionen, Katalysatoren usw. -, dann werden wir nach dem Jahr 2000 immer noch meilen- weit vom gesetzten Ziel entfernt sein. Das heisst, wir über- lassen diese ganzen schrecklichen Dinge, die wir hier ange- richtet haben, ungelöst unseren Kindern, weil wir nur Mass- nahmen addieren, die zu wenig bringen und die zu spät kommen. Es gibt nur eine realistische Möglichkeit, unser Ziel bis im Jahre 2000 annähernd zu erreichen, und das ist, dass wir über das genannte Paket von Massnahmen hinaus, die wir selbstverständlich alle auch beschliessen müssen, den Treibstoffverbrauch ganz massiv senken. Wir müssen ihn ungefähr um 50 Prozent senken, d. h. nichts anderes als Treibstoffrationierung. Das ist hart, aber es ist wahr. Nun kommt die Gretchenfrage: Wir müssen uns entscheiden, ob es uns mit dem Ziel ernst ist. Schöne Worte nützen nichts, wenn wir nicht die einzig logischen und möglichen Konse- quenzen dann auch wirklich ziehen und ja sagen zur Ratio-

Dépérissement des forêts. Rapport et mesures 194 N 7 février 1985 nierung. Wir müssen das jetzt tun und nicht dann, wenn es zu spät ist! Wenn Sie nun eine Benzinrationierung - wie das in der Debatte geschehen ist - als extrem und als Phantasterei ablehnen, dann geben Sie damit zu, dass Sie auch das Ziel, das Sie sich selbst gesteckt haben, als extrem und als Phantasterei ablehnen. Aber dann müssen wir aufhören, hier so zu tun als ob. Wir müssen aufhören, den Leuten etwas vorzugaukeln; ist es unredlich, was wir hier machen. Nun zur Massnahme der Rationierung selbst: Es ist nicht nur gesagt worden, sie sei extrem, sondern auch, es sei eine Massnahme, die Verzweiflung, Panik und Hysterie auslöse. Ich glaube, Sie täuschen sich. Eine repräsentative Anfrage hat gezeigt, dass bereits heute ein Drittel der Bevölkerung für eine Rationierung ist, ohne dass man näher darüber informiert hat, dass die Auswirkungen gar nicht so schreck- lich wären, wie viele meinen. Ein Drittel ist schon heute dafür: das ist eine ganz erstaunliche Akzeptanz! Und wir wissen aus den letzten Wochen und Monaten, dass die Bewusstseinsbildung heute sehr rasch fortschreitet. Viele Automobilisten sind bereit, sich einzuschränken, aber nur wenn für alle das gleiche gilt. Ich habe Ihnen ein Blatt des Vereins «Waldleben» verteilen lassen, das eine Möglich- keit aufzeigt, wie eine solche Benzinrationierung konkret durchgeführt werden könnte. Es gibt verschiedene Modelle, verschiedene Möglichkeiten. Sie zeigen alle, dass eine Rationierung durchaus möglich ist, dass sie sozial gerecht machbar ist, dass keine grosse Bürokratie dafür nötig ist, dass auch die ganze Frage der Grenzkontrolle lösbar ist. Allerdings braucht es vorübergehend - auch die Rationie- rung ist eine vorübergehende Massnahme - mehr Personal. Ich glaube aber, das wäre nicht der dümmste Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Wir können die Rationierung stufenweise einführen, zum Beispiel 30 Prozent ab Herbst 1985 und dann auf 40 und auf 50 Prozent gehen. 30 Prozent bedeutet noch keine echte Einschränkung. 30 Prozent betrifft völlig überflüssigen Autokonsum, reinen Luxusautokonsum. Ich will Ihnen dazu ein Beispiel geben: Im Innerortsverkehr sind 40 Prozent aller Fahrten unter 2 Kilometern! 60 Prozent betreffen Fahrten unter 6 Kilometern. Eine Rationierung macht uns überhaupt nicht immobil und schränkt uns nicht ein. Wir haben auch noch Fusse, wir haben Velos, wir haben Trams, wir haben Busse, und wir haben nota bene das dichteste Eisenbahn- netz der Welt - es müsste nur billiger werden. Wir müssen lediglich einige gedankenlose Gewohnheiten umstellen. Wir könnten zum Beispiel als Pendler zu viert zur Arbeit fahren, und dann hätten wir schon wieder drei Viertel gespart... Es gibt tausend Möglichkeiten, wenn wir eine Rationierung einführen, dass wir ohne Härte sparen können. Es wird uns leichter fallen, wenn wir es alle miteinander machen. Es besteht also kein Grund zur Panik. Ich möchte Sie davor warnen, diese Massnahme gegen die anderen Massnahmen auszuspielen, denn wir brauchen alle dringend. Ich möchte Sie auch warnen vor der Flucht in die Technikgläubigkeit, die in den zwei Tagen hier zum Aus- druck gekommen ist. Es ist eine irrationale und unrealisti- sche Flucht, und es ist ein gefährliches Spiel. Es ist das Spiel, das darauf abzielt, mit unserer unsinnigen Wachs- tums- und Verschwendungshaltung weiterfahren zu können wie in den letzten Jahrzehnten. Es sind die gleichen Kreise, die mitgeholfen haben, mit allen Mitteln rechtzeitige Umweltschutzmassnahmen zu verschleppen und zu hinter- treiben, die von der Umweltzerstörung profitiert haben und die heute mit der sterbenden Natur noch einmal das grosse Geld machen möchten. Ich mache mir keine Illusionen. Sie werden diese Rationie- rung auf den Herbst 1985 nicht annehmen. Wir haben uns so weit von unseren Wurzeln und so weit von den Werten des Lebens entfernt, dass viele von uns nicht betroffen sind, nicht wirklich betroffen sind, durch das, was heute in der Natur passiert. Aber je länger wir mit dem Notwendigen warten, um so bitterer werden wir zu bezahlen haben. Der Landesring fordert lediglich die Vorbereitung der Ratio- nierung. Das finde ich eine selbstverständliche Pflicht der Landesregierung, denn wir befinden uns in einem Kriegs- und Krisenzustand, wenn auch nicht der herkömmlichen Art, es geht um die innere Landesverteidigung! Die Vorberei- tung ist also selbstverständlich, nur reduziert sie die Schad- stoffbelastung nicht um ein Milligramm. Darum fordern wir einen ersten konkreten Schritt auf den Herbst 1985. Es ist Zeit, dass wir nun handeln. (Starker Beifall auf der Tribüne) Präsident: Ich muss das Publikum auf der Tribüne bitten, von unserem Geschäftsreglement Kenntnis zu nehmen, wonach Ruhe zu wahren und jede Äusserung des Beifalls oder der Missbilligung zu unterlassen ist. y Damit haben alle Initianten zu ihren Vorstössen Stellung genommen. Wir kommen zu den Einzelrednern. 84.369 Postulat Kühne Luftverschmutzung. Auswirkungen auf das Kulturland Pollution atmosphérique. Effets sur les cultures Wortlaut des Postulates vom 14. März 1984 Der Bundesrat wird eingeladen, einen Bericht zu erstellen,

- der über die Auswirkungen der Luftverschmutzung und des sauren Regens auf die Pflanzen und die Fruchtbarkeit des Kulturlandes Auskunft gibt,

- der mögliche Schäden am Kulturland regional erfasst und

- der Massnahmen aufzeigt, mit denen das Kulturland und die Pflanzen geschützt werden können (Ursachen- und Sym- ptombekämpfupg). Texte du postulat du 14 mars 1984 Le Conseil fédéral est invité à établir un rapport

- sur les effets de la pollution atmosphérique et des pluies acides sur les plantes et la fertilité du sol,

- sur les dommages éventuels causés aux cultures, dans chaque région, et

- sur les mesures à prendre afin de protéger les cultures et les plantes (lutte contre les causes et les symptômes). Mitunterzeichner - Cosignataires: Blunschy, Bühler- Tschappina, Bundi, Bürer-Walenstadt, Cantieni, de Chasto- nay, Columberg, Dirren, Eppenberger-Nesslau, Feigenwin- ter, Frei-Romanshorn, Geissbühler, Giger, Hari, Hess, Hösli, Humbel, Iten, Jung, Keller, Koller Arnold, Landolt, Müller- Scharnachtal, Nebiker, Nef, Nussbaumer, Ogi, Ott, Reich- ling, Risi-Schwyz, Röthlin, Ruckstuhl, Rüttimann, Savary- Freiburg, Segmüller, Seiler, Thévoz, Tschuppert, Vetsch, Wellauer (40) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Luftverschmutzung und der saure Regen gefährden und schädigen unsere Umwelt. Das augenfälligste Bild der zer- störerischen Kraft der atmosphärischen Verschmutzung bie- tet das Waldsterben. Den Auswirkungen der Luftverschmut- zung auf andere Pflanzen und insbesondere auf die Frucht- barkeit des Kulturlandes wurde hingegen bis heute wenig Beachtung beschenkt. Es ist aber unerlässlich, auch das Kulturland in die laufenden Untersuchungen über die Fol- gen der Luftverschmutzung einzubeziehen. In einem Bericht sind deshalb die Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die Pflanzen und auf die Fruchtbarkeit des Kulturlandes aufzuzeigen. Mögliche Schädigungen sind regional zu erfassen und Massnahmen zum Schutz der Pflanzen und der Kulturlandes auszuarbeiten. Antrag des Bundesrates Proposition du Conseil fédéral Annahme - Accepter

7. Februar 1985 N 195 Waldsterben. Bericht und Massnahmen 83.961 Motion der LdU/EVP-Fraktion Waldsterben. Mittel- und längerfristige Massnahmen Motion du groupe Adl/PEP Dépérissement des forêts. Mesures à moyen et long terme Wortlaut der Motion vom 16. Dezember 1983 Der Bundesrat wird aufgefordert, folgende Massnahmen im mittel- und längerfristigen Bereich zu treffen:

4. Zusammenarbeit

- Verstärkte internationale Zusammenarbeit zur Herabset- zung und Verhinderung von Emissionen durch weiträumige Luftverfrachtungen;

- Festsetzung von bindenden Massnahmen und Grenzwer- ten für möglichst alle Länder. Texte de la motion du 16 décembre 1983 Le Conseil fédéral est chargé de prendre les mesures sui- vantes ayant un effet à moyen et long terme:

4. Coopération

- Renforcement de la coopération sur le plan international en vue de réduire et d'empêcher les émissions dues au transport à grande distance de fret aérien;

- Fixation de mesures et de valeurs limites, liant si possible tous les pays. Sprecherin - Porte-parole: Grendelmeier Antrag des Bundesrates - Proposition du Conseil fédéral Überweisung als Postulat - Transmettre comme postulat Antrag der Kommission für Gesundheit und Umwelt Proposition de la commission de la santé publique et de l'en vironnement Abschreiben - Classer Antrag Oehen Aufrechterhaltung als Postulat (gemäes Antrag Bundesrat) Proposition Oehen Transformer la motion en postulat (selon proposition du Conseil fédéral) Gelssbühler: Ich spreche hier namens der SVP-Fraktion zu einigen Vorstössen in diesem Bereich, vor allem zu den Kommissionsvorstössen. Auf besonderes Interesse gestossen ist in unserer Fraktion das Postulat 84.369 bezüglich der Auswirkungen der Luft- verschmutzung auf unsere Böden. Aus verständlichen Gründen wird hier Wert darauf gelegt, dass die Untersu- chungen der Auswirkungen vor allem des sauren Regens auf unser Kulturland nach gegebenen Möglichkeiten ausge- dehnt werden, soweit das nicht schon im Forschungspro- gramm Sanasilva der Fall ist. Die sehr rasch fortschreitende Verschlechterung der Situa- tion in unseren Wäldern legt nahe, dass auch ausserhalb dieser Wälder schadhafte Einwirkungen auftreten, die genau zu beobachten sind. Eine gewisse Bremswirkung dürfte hier wohl die finanzielle Gegebenheit haben. Auf jeden Fall empfehlen wir Annahme des Postulates im Sinne des Bundesrates und der Kommission. Für die Kommissionsmotion erzielten wir einstimmige Un- terstützung. Auch uns erschien es unerlässlich, dass bei aller Hektik, die im Zuge der zu treffenden Massnahmen entstehen dürfte, auch immer ein genaues Inventar geführt wird über das, was zur Erreichung des gesteckten Zieles, nämlich Rückführung der Schadstoffe auf das Niveau der fünfziger bis sechziger Jahre, noch zu tun übrigbleibt. Wir sind uns voll bewusst, dass hier viel gefordert wird, aber leider sind wir durch die aktuelle Situation dazu gezwungen. Noch ein persönliches Wort zur Motion 84.599 bezüglich der befristeten Rationierung: Dass man sich jetzt schon Gedan- ken darüber macht, wie nötigenfalls die Treibstoffe und die fossilen Brennstoffe rationiert werden könnten, dem könnte ich heute schon in Postulatsform zustimmen, wohlverstan- den im Sinne einer ideellen Vorbereitung für die letzte Alarmstufe. Wenn man aber auch gleich noch die Rationie- rung der Elektrizität miteinbezieht, scheint nun doch bei den Verursachern dieser Motion mindestens für einen Moment der gesunde Menschenverstand ausser Gefecht gestanden zu haben. Ich beantrage daher Ablehnung dieser Motion. Das gleiche gilt natürlich auch für die Motion 84.902, mit der die sofortige Rationierung der Treibstoffe und der Heizöle verlangt wird. So schnell, Frau Robert, ist doch wohl eine derart einschneidende und komplizierte Massnahme nicht zu vollziehen. Auch die SVP des Kantons Bern brachte in ihrer Resolution sicher nicht zum Ausdruck, dass nun die Treibstoffrationierung sofort eingeführt werden soll, son- dern sie drückte sich so aus, dass das für den Notfall vorzusehen ist, und das ist auch meine persönliche Mei- nung. Ich bitte, auch diesen Vorstoss abzulehnen. Fischer-Sursee: Ich spreche im Namen der CVP-Fraktion. Diese unterstützt die zentrale und sehr wichtige Kommis- sionsmotion Nummer 42 betreffend das Gesamtkonzept. Das Ziel ist es, den Stand der Luftverschmutzung der fünfzi- ger Jahre klar anzustreben und ihn innert nützlicher Frist,

d. h. nicht erst im Jahre 2000, zu erreichen, denn dieser Zeitaufschub ist uns nicht gewährt. Sobald uns Ende 1985 dieses Gesamtkonzept vom Bundesrat vorgelegt wird, wird zu entscheiden sein, ob neben dem technischen Umwelt- schutz noch weitere Massnahmen zu ergreifen sind, wie zum Beispiel die Benzinrationierung. Sehr wichtig ist auch das Kommissionspostulat 43 betref- fend die Verpackungsmaterialien. Ich weise Sie darauf hin, dass unser Fraktionskollege Mario Grassi bereits im vergan- genen November in einer Einfachen Anfrage auf die Umwelt- belastung durch die PVC-Verpackungen hingewiesen hat. Es sind daher die Abfälle zu sortieren und das getrennte Einsammeln und Vernichten vorzunehmen. Der Bundesrat wird gebeten, bei den zu erlassenden Vorschriften auch darauf sein Augenmerk zu richten. Wenn auch feststeht, dass ein Grossteil unserer Luftver- schmutzung hausgemacht ist, können wir den Kampf gegen die Umweltverschmutzung nicht gleichsam als kleiner David alleine führen. Er hat mindestens europaweit zu erfolgen. Wir bitten daher Bundesrat Egli, auch alle Anstrengungen auf die internationale Arbeit auszurichten. Noch einmal ein Wort zur geforderten Benzinrationierung: Ich habe die Auffassung unserer Fraktion zum Problem Verkehr bereits dargelegt. Wir lehnen zurzeit die Benzinra- tionierung als eine Extremlösung ab. Sie käme als ultima ratio in Frage, wenn alle anderen Stricke reissen, alle Mass- nahmen versagen. Warum lehnen wir sie ab? Eine abrupte massive Einschränkung würde - wie ich schon dargelegt habe - einen Zusammenbruch unserer ganzen wirtschaftli- chen Tätigkeit mit sich führen, mit unabsehbaren Folgen. Unsere öffentlichen Verkehrsmittel sind weder vom Perso- nal noch vom Material her überhaupt in der Lage, einen grösseren Verkehrsanfall zu bewältigen. Zudem - und dar- auf möchte ich nochmals kommen -: wir bestrafen die Falschen. Gerade diejenigen, die jetzt verschwenderisch mit dem Benzin umgegangen sind, würden begünstigt, und diejenigen, die jetzt schon massgehalten haben, würden bestraft. Zudem muss ich Sie auf die Verschiedenartigkeit unseres Landes hinweisen, auf die Landschaft und die Bewohner der Bergkantone, die wenig oder ungenügende öffentliche Verkehrsmittel haben und auf das individuelle Verkehrsmittel angewiesen sind. Aus diesen Gründen kann es nach unserer Auffassung zurzeit nicht in Frage kommen, eine Benzinrationierung einzuführen, sondern sie wäre für den Fall, dass alles andere versagt, zu prüfen. Wir von der CVP unterstützen alle wirksamen und taugli- chen Massnahmen. Was jetzt aber nottut, ist nicht eine weitgehend politisch motivierte, hektische Betriebsamkeit, wie es zum Beispiel mit dem Schlagwort Benzinrationierung versucht wird, sondern vernünftiges, kluges und wirksames

Dépérissement des forêts. Rapport et mesures 196 N 7 février 1985 Handeln. Wir können beim besten Willen nicht die Luftver- schmutzung, die wir während Jahrzehnten immer vergrös- sert haben, innert wenigen Monaten eliminieren, vor allem nicht mit marktschreierischen Worten. Wir müssen uns hüten, nachdem wir die Ökologie schon geschädigt haben, dass wir nicht auch noch die Ökonomie zerstören. Schule: Erlauben Sie mir namens der Fraktion noch eine Frage zum Vorgehen im Wald selbst und eine Bemerkung: Wir fragen uns, ob wir im Bereiche der Therapie nicht allzu zurückhaltend sind. Wir meinen damit den gezielten Einsatz chemischer Mittel zur Düngung der geschädigten Wälder und unterstützen Herrn Graf, der zu diesem Thema schon einiges ausgeführt hat. Aufgrund der Erfahrungen und auch der wissenschaftlichen Erkenntnisse, wie sie uns aus der Bundesrepublik bekanntgeworden sind, sollten wir mit gezielten, auch grösseren Versuchen nicht zurückhalten. Der von Bronchitis befallene Mensch wird vom Arzt ja auch nicht vertröstet auf jenen Zeitpunkt, da die schlechte Luft, die eigentliche Ursache seiner Krankheit, wieder'rein und gesund sein wird. Wir erwarten eine positive Haltung vom Bundesrat in diesem Anliegen, das kein Freipass für die Chemie sein soll, sich für alle Zeiten im Wald zu installieren. Zum zweiten Punkt: Die Bekämpfung der Luftverschmut- zung erfordert Opfer, und zwar von allen. Viele Redner haben dies im Verlaufe dieser zweitägigen Debatte zum Ausdruck gebracht. Wir appellieren an den einzelnen, umzu- denken und sich in der Zukunft, die schon begonnen hat, umweltgerechter zu verhalten. Wir machen Auflagen: den Automobilisten, den Gebäudebesitzern, den Haushalten und Mietern, der Industrie und dem Gewerbe. Das kostet etwas. Ich frage Sie nun: Wer soll diese Kosten schlussendlich tragen? Diese entscheidende Frage wurde noch zuwenig diskutiert. Wir haben sie uns in der Fraktion gestellt und so beantwortet: Wir alle müssen zusammenstehen und unse- ren Beitrag leisten. Wenn wir aber die Kosten unseres Kamp- fes gegen die Luftverschmutzung einfach in den Konsumen- tenpreisindex einfliessen lassen, so führt das automatisch zu zwei Effekten: Statt der einzelne muss plötzlich die Wirt- schaft alle diese Kosten tragen. Für den einzelnen wiederum entfällt der Anreiz oder eben der Zwang, sich in der vorgese- henen Weise umweltgerecht zu verhalten. Die FdP-Fraktion hat darum einen Vorstoss unternommen und schlägt in einem Postulat vor, die Wirkungen der im Zusammenhang mit dem Waldsterben ergriffenen energie- und umweltpolitischen Massnahmen auf den Landesindex der Konsumentenpreise zu eliminieren. Wollen wir den Kampf gegen die Luftverschmutzung solidarisch führen, ist dieser Schritt unerlässlich. Wir sind gespannt auf Ihre Stellungnahme zu diesem Vor- schlag. Lanz: Die SP-Fraktion, in deren Namen ich hier spreche, anerkennt die verschiedenen von der Kommission für Gesundheit und Umwelt beantragten und die übrigen vom Rat angenommenen Motionen. Dies sind Schritte in der richtigen Richtung; jedoch - und das ist unsere Überzeu- gung - sind ihre Wirkungen noch weit entfernt vom unab- dinglichen Ziel, die Luftverschmutzung auf den Stand von 1950 zu reduzieren, eine Zielsetzung, die gleichlautend auch von der ständerätlichen Kommission formuliert und von Herrn Bundesrat Egli ausdrücklich unterstützt wurde. Was bedeutet Senkung der Luftverschmutzung auf den Stand von 1950 konkret? Lassen Sie mich nochmals kurz erklären. Die Schwefeldioxide sind zu reduzieren von den 90 000 Tonnen pro Jahr (Stand 1982) auf etwa 40 000 Ton- nen pro Jahr. Die Stickoxid-Emissionen, die 1982 182000 Tonnen pro Jahr betrugen, sind auf ungefähr 25 000 Tonnen zu reduzieren, also in der Grössenordnung von 150000 Tonnen pro Jahr, und die Kohlenwasserstoff-Emissionen von etwa 193 000 Tonnen auf ungefähr 25 000 Tonnen. Wir sind uns bewusst, dass die zur Erreichung dieser Schad- stoffreduktion zu treffenden Massnahmen zwar tragbar und zumutbar sein müssen, jedoch nicht ohne merkliche Ein- schränkungen des einzelnen und nicht ohne enormen tech- nischen Aufwand durchführbar sein werden. Dabei scheint es uns klar- und da sind wir mit Herrn Bundesrat Egli einig -, dass dort, wo es um Gesundheit und Leben des Men- schen geht, die Grenze der Tragbarkeit verhältnismässig hoch angesetzt werden muss. Einschränkungen und Dirigi- mus sind uns Sozialdemokraten auch nicht sympathisch. Der Freiheit des einen sind jedoch Grenzen zu setzen, wenn durch sein Tun oder Nichttun dem anderen Nachteile er- wachsen. Dass das anvisierte hochgesteckte, aber unbedingt zu errei- chende Ziel, den Stand der Luftverschmutzung wieder auf das Jahr 1950 herabzusetzen, von weiten Bevölkerungskrei- * sen begrüsst wird, haben die vielen Zuschriften der letzten Tage belegt. Nebst den vier grossen Umweltorganisationen und vielen Einzelpersonen, die zwar von gewissen Leuten als «Grüne» oder «Linke» apostrophiert werden, sind es *" auch Organisationen, die sich nicht ohne weiteres in die- selbe Ecke abdrängen lassen. Ich erwähne nur vier: der Schweizerische Forstverein, der Schweizerische Zimmer- meister-Verband, der Schweizerische Bund Garten- und Landschaftsarchitekten und - heute schon einmal erwähnt - die SVP des Kantons Bern. Die SP-Fraktion begrüsst die Kommissionsmotion (auf Seite 21 der Fahne) und erwartet vom Bundesrat ein griffiges Konzept, welches ermöglicht, den Stand der Luftverschmut- zung von 1950 sobald wie möglich wieder zu erreichen. Sie stimmt darum der Kommissionsmotion zu und bittet Sie, dasselbe auch zu tun. Selbstverständlich ist die SP-Fraktion auch mit der Stoss- richtung des Kommissionspostulates - ebenfalls auf Seite 21 der Fahne - einverstanden. Die gesetzlichen Grundlagen für den Erlass der beantragten Vorschriften sind vorhanden: Umweltschutzgesetz Artikel 32 Absatz 4 Buchstabe e. Ver- einbarungen zur Reduktion des PVC-Verpackungsmaterials mit den zuständigen Wirtschaftskreisen sind zwar gut. Zur Bewältigung der aktuellen Probleme sind Weisungen und Verordnungen jedoch besser. Wer sich freiwillig Zurückhal- tung auferlegt, wird von diesbezüglichen Vorschriften ja kaum betroffen. Die Renitenten jedoch können damit besser an die Kandare genommen werden. Darum stimmt die SP- Fraktion dem Postulat zu. Noch ein ganz kurzes Wort zur Motion 84.599 der LdU/EVP- Fraktion. Sie geht in die richtige Richtung und ist einem Teil unserer Fraktion nicht unsympathisch. Wir meinen, eine Treibstoffkontingentierung - Rationierung scheint uns nicht das richtige Wort - für den äussersten Notfall vorzubereiten, sei klug und nötig, und wir erwarten vom Bundesrat in dieser Richtung Aktivitäten und sobald wie möglich einen Bericht. M. Maître-Genève: Permettez-moi de retenir quelques ins- tants votre attention, au nom du groupe démocrate-chrétien, sur la motion 42. Cette motion est en fait le prolongement du rapport du Département fédéral de l'intérieur de septembre

1984. Ce rapport fait une analyse approfondie de la situation et propose un diagnostic. Il est évident que certaines don- nées sont sujettes à controverse, parfois même à polémique. t Ce qu'il y a d'intéressant dans ce rapport, ce sont les conclusions qui sont soumises à notre réflexion. Il y est fait une comparaison entre la situation actuelle et celle qui existait entre 1950 et 1960. Aujourd'hui, les émis- . sions d'anhydride sulfureux correspondent à celles de 1960. Il y a donc déjà eu un progrès. En ce qui concerne les émissions d'oxyde d'azote et d'hydrocarbures, il faudrait, pour revenir à la situation des années 60, diminuer de 70 pour cent la charge actuelle et pour «rattraper» celle des années 50, diminuer cette charge de 90 pour cent, ce qui est considérable mais pas impossible, en tout cas pour l'oxyde d'azote au vu des résultats des premières analyses après l'introduction du catalyseur. A partir de ces conclusions, la commission propose de définir un concept, afin de déterminer le niveau auquel la charge polluante de l'air devrait être ramenée. Ce débat n'est pas complètement tranché car la question est com- plexe. La commission a eu raison de ne pas figer la question

7. Februar 1985 197 Waldsterben. Bericht und Massnahmen en proposant un concept déterminé, en ce qui concerne l'année de référence, pour réduire la charge polluante. Elle laisse entendre qu'il faudrait s'arrêter à une fourchette, précisément celle séparant les années 1950 et 1960. De ce point de vue, la conclusion est la même que celle suggérée par le rapport du Département fédéral de l'intérieur. Il est raisonnable de retenir cette fourchette, qui représente à la fois le maximum possible et le minimum exigible et qui permettra une approche sélective en ce qui concerne tel type d'émission polluante par rapport à tel autre. D'autre part, la motion de la commission propose que soient arrêtés des mesures et un calendrier permettant d'atteindre le but fixé. Ces deux suggestions sont complémentaires et forment un tout. Il est en effet indispensable de parvenir à une planification adequante en fonction, d'une part, de l'urgence respective des mesures à prendre et, d'autre part, de la possibilité pour l'économie, les consommateurs et, en définitive, la collectivité de supporter raisonnablement le coût de l'introduction de ces mesures. Mesures à prendre et calendrier à respecter sont donc indissociables. Enfin, la commission souhaite que le Conseil fédéral exa- mine les dispositions éventuellement constitutionnelles, en tout cas législatives, qui devraient être présentées au Parle- ment pour concrétiser dans les textes la volonté d'élabora- tion de mesures adéquates. Cette motion constitue un instrument de travail sérieux, parce que raisonnable. Elle doit être votée en tant que telle et non pas sous la forme d'un postulat comme semble le suggérer le Conseil fédéral. Mühlemann: Wer diese Debatte verfolgt hat, wird unzweifel- haft erkennen, dass sowohl Bundesrat wie Parlament den Mut haben, der ökologischen Krise mit menschenmöglichen Massnahmen zu begegnen. Natürlich wird es immer Optimi- sten geben, die glauben, die Natur regeneriere sich von selbst. Es existieren auch Diagnostiker, die immer neue Ursachen für das Waldsterben herausfinden. Dabei ist es doch klar, dass wir Raubbau getrieben haben an der Natur, zuerst sichtbar im Wasser, dann in der Luft. Diese Debatte dürfte nicht «Waldsterben» heissen, sondern «Kampf der Luftverschmutzung». Es wird aber ebensosehr Pessimisten geben, die immer wieder den Teufel an die Wand malen und uns eine Weltun- tergangsstimmung heraufbeschwören. Wer das Waldster- ben mit dem Dritten Weltkrieg vergleicht, verzerrt die Pro- portionen. In diesem Zusammenhang sind auch Massnah- men abzulehnen, wie die Benzinrationierung. Wer den Treibstoff rationieren will, wird uns in einen unübersichtli- chen Schwarzmarkt hineinbringen, der zu schweren wirt- schaftlichen Schäden führen kann. Es ist nicht einzusehen, weshalb wir die ökologische Krise zu lösen versuchen, wenn wir gleichzeitig die Ökonomie aus dem Gleichgewicht bringen. Was bleibt, ist nur der realistische Weg, und der ist in Gottes Namen, Frau Robert, ausgerichtet auf die technologische Entwicklung. Die Technik hat zwar viele Schäden hervorge- bracht, sie gibt uns aber auch die Möglichkeit, solch nega- tive Entwicklungen zu beheben. Seit Beginn dieses Jahres funktioniert zum ersten Mal in unserem Lande in der Milch- pulverfabrik Sulgen eine Schwefelentgiftungsanlage, von derthurgauischen Firma Arbonia-Forsterentwickelt, die von einem Tag auf den anderen in einer Region die Schadstoffe um 68 Prozent herabsetzt. Das sind Chancen, die wir nützen müssen und die echte Fortschritte bringen können. Der Bundesrat hat uns 112 Massnahmen vorgelegt. Meines Erachtens zu viele. Sie hätten vom Bundesrat im Rahmen seiner Exekutivgewalt auch prioritätsmässig geordnet wer- den müssen. Zum Teil ist das jetzt in diesem Rat geschehen. Ich glaube, dass die neue Prioritätsordnung eisern durchge- halten werden muss. Bis jetzt waren die 112 Massnahmen auf sechs Departemente verteilt, was zu keiner effizienten Abwicklung führen kann. Es ist gut, dass nun ein Bundesrat zum Koordinator ernannt worden ist. Ich würde gerne wün- schen, dass er diese Koordinationsaufgabe in imperativer Weise wahrnimmt. Alle Massnahmen, die getroffen sind oder getroffen werden, müssen unter dem finanziellen Aspekt geprüft werden, müs- sen in bezug auf Aufwand und Ertragsverhältnis stimmen und müssen auch die Akzeptanz des Volkes finden. Ich bin nicht sicher, dass die differenzierte Geschwindigkeitsbe- schränkung verstanden wird. Wir können doch nicht Kataly- sator-Eidgenossen schaffen, die 130 km/h fahren und andere, die in einer Art Strafexpedition mit 100 km/h hinter- her rollen müssen. In dieser Beziehung würde ich gerne wünschen, dass wir etwas mehr Optimismus aufbringen könnten. Der amerikanische Dichter Thornton Wilder sagt in seinem Theaterstück «Wir sind noch einmal davongekom- men», dass Gott den Menschen die Kraft gegeben hat, das Rad zu erfinden, und er lasse ihm auch die Kraft, weitere Erfindungen zu machen. M. Berger: La motion 42 de la commission nous propose un calendrier de mesures destinées à lutter contre la pollution et ceci dans l'optique de retrouver la situation des années 1950 à 1960. C'est bien, mais elle nous donne l'impression que déjà le malade, c'est-à-dire la forêt, passe au deuxième plan, une forêt qui souffre de plusieurs maux conjugués et qui mérite, elle aussi, de retrouver sa santé des années 1950 à 1960. Aussi, je me permets d'émettre quelques vœux et considérations dans cette optique de voir notre forêt retrou- ver rapidement sa santé. Personne, au cours de tous ces débats, ne nie le rôle vital que joue notre forêt. Mais à rencontre d'une production industrielle, l'économie fores- tière a ceci de particulier qu'elle est liée au sol et de ce fait, comme l'agriculture, la sylviculture, elle ne peut remplir sa fonction qu'à deux conditions: que son milieu vital soit respecté, en l'occurrence le sol et l'air, et deuxièmement, qu'elle représente un intérêt économique pour son proprié- taire et qu'elle soit préservée des lois du marché internatio- nal. Hélas! face aux importations excessives, le marché des bois indigènes s'est dégradé, nous le savons. Les coupes de bois ont diminué, notre forêt a vieilli, elle est devenue vulnérable aux parasites, à la pollution. Dans un récent exposé des motifs, le Gouvernement vaudois, je vous le rappelle, justifie ce vieillissement. Il nous précise qu'une forêt normale exige une coupe annuelle de 6 millions de mètres cubes par an et que ces dernières années, elle s'est limitée à 4 mètres cubes pour la forêt publique et à 2 millions de métrés cubes seulement pour la forêt privée. Ne nous étonnons donc pas que des arbres dépérissent, cela est normal, vu déjà sous l'angle de la sous-exploitation. Indé- pendamment de la pollution atmosphérique qui aggrave encore cette situation, il est urgent de prendre toutes les mesures propres à enrayer le mal. Dans l'immédiat, il s'agit non seulement d'accorder les moyens financiers propres à stopper l'hémorragie, mais surtout de doter l'économie forestière d'un statut la mettant à l'abri d'une concurrence insupportable. Sans cette garantie, il est peu probable, avec ou sans pollution, que la forêt puisse se relever de son mal. Je constate après ce débat, qu'aucune assurance à long terme ne nous garantit une exploitation forestière normale et conforme à ses besoins. M. Egli, conseiller fédéral, s'est prononcé à ce sujet, en spécifiant que le bois indigène est un produit industriel et non agricole. Nous croyons, au vu de la situation de la forêt, que le véritable problème se situe bel est bien à ce niveau. En ce qui concerne le propriétaire de forêt, l'incertitude demeure quant à l'avenir économique réservé à sa production. Je reconnais que des moyens financiers importants sont et seront à disposition de la gestion forestière, mais ne nous faisons aucune illusion, les besoins pour reconstituer notre cheptel forestier sont énormes. Je ne néglige pas ce qui est déjà prévu et j'en remercie le Conseil fédéral. Mais ces mesures ne concer- nent que l'immédiat, pour le moyen et le long terme, c'est encore l'incertitude. Il est absolument nécessaire de recon- naître que la forêt est un produit agricole d'intérêt national, qu'elle répond des mêmes conditions de production que l'agriculture et qu'elle ne peut vivre sans protection vis-à-vis de l'extérieur. Après ce débat, pour plusieurs d'entre nous, les besoins nécessaires pour lutter contre le dépérissement

Dépérissement des forêts. Rapport et mesures 198 N 7 février 1985 des forêts demeurent encore une interrogation. Ce sont des intérêts économiques et le manque de protection qui ont détruit la forêt de certains pays aux prises aujourd'hui avec la famine. C'est, à notre avis, prioritairement le manque d'intérêt économique pour le forestier qui fait que notre forêt vieillit et meure, et je pense particulièrement à la forêt de montagne dont la gestion est devenue, pour notre pays industrialisé, un problème vraiment épineux. Plusieurs mesures ont été prises et le seront encore afin de maîtriser la pollution de l'air. Nous avons tout lieu d'en être satisfaits. Il s'agit maintenant d'attendre et d'analyser les résultats des dispositions prises, avant d'envisager d'éventuelles autres mesures. En ce qui concerne le problème forestier, je demeure toute- fois très réservé quant aux effets des mesures prises dans le cadre de la lutte contre la pollution de l'air. Je doute que le diagnostic du malade soit complet. Plus d'une question demeure sans réponse quant aux causes, multiples, il est vrai, de la mort de nos forêts. Aussi par esprit d'objectivité et de responsabilité, je soutiendrai toute intervention destinée à définir sur une base scientifique, sûre et rigoureuse, tout éclairage sur toutes les causes du dépérissement de nos forêts. Ce n'est seulement que sur la base de ce document scientifique reconnu et l'élaboration d'un solide statut fores- tier, que nous aurons une vraie chance de sauver notre forêt. Pour ce faire, nous faisons confiance au Conseil fédéral afin qu'il poursuivre son étude «sauvetage de la forêt» dans ce sens. Seiler: Gestatten Sie mir vorerst eine Bemerkung zum Votum von Herrn Mühlemann: Herr Mühlemann hat davon gesprochen, dass wirtschaftliche Schäden entstehen wür- den in Zusammenhang mit der Treibstoffrationierung. Darf ich Sie darauf aufmerksam machen, Herr Mühlemann, dass mit den rasant fortschreitenden Schäden an den Wäldern ebenfalls wirtschaftliche Schäden entstehen, in einer Grös- senordnung, die in der Schweiz leider nicht beziffert ist. Aber in der Bundesrepublik schätzt man die Schäden an den Wäldern heute auf 10 Milliarden Franken, und täglich käme 1 Million dazu. Auch das haben wir zu berücksichtigen. Aber davon wollte ich nicht sprechen. Ich meine, es ist angebracht, dass man auch diejenigen erwähnt, die im Namen des Umweltschutzes unsere Umwelt belasten, und zwar in nicht unwesentlichem Ausmass. Das ist die öffentliche Hand, das ist der Bund, das sind die Kantone, und das sind die Gemeinden. Nicht nur wegen den grossen Fahrzeugflotten, die zirkulieren, sondern insbeson- dere durch die Art und Weise, wie der Abfall beseitigt wird. Die Kehrichtverbrennungsanlagen sind damit gemeint, und durch diese Kehrichtverbrennungsanlagen werden hochgif- tige Schwermetalle wie Blei, Chrom, Quecksilber, Cadmium usw. durch die Schornsteine gejagt. Man kann nicht anders, als diese Kehrichtverbrennungsanlagen als eigentliche Dreckschleudern zu bezeichnen. Nun versucht man, die giftigen Stoffe mit einer sogenannten Reinigung zu beseiti- gen oder wenigstens diesen Stoffen Herr zu werden. Wird aber die Abluft gefiltert oder gewaschen, dann gerät in der Regel ein Teil der Schwermetalle in die Filtrate von Staub- ausscheidern oder eben in das Abwasser von Rauchgas- waschanlagen, was die Probleme wiederum nicht löst, son- dern eher verschärft. Gemäss Bericht des Bundesrates sol- len 40 solche Kehrichtverbrennungsanlagen saniert werden, damit sie der Luftreinhalteverordnung genügen. Die Frage ist hier angebracht: Sollten wir nicht eher ein generelles Verbot dieser Kehrichtverbrennungsanlagen nach kalifornischem Muster verfügen? Denn es gibt heute Konzepte, es gibt heute weit umweltfreundlichere Verfahren zur Entmischung sowie zur Beseitigung und vor allem Wie- derverwertung der verschiedenen Bestandteile der vielfälti- gen Abfallmixturen. Auch in der Abfallpolitik ist heute eine Wende nötig. Not- wendig ist eine Politik, die weggeht von der Behandlung der giftigen Stoffe hin zu deren Vermeidung. Das bedeutet eine radikale Reduzierung der Schadstoffe am Ort des Entste- hens. Dazu gehört nach meiner Meinung zum Beispiel ein Totalverbot von PVC-haltigen Verpackungen. Das Postulat der Kommission Nummer 43, das diese Materie behandelt, geht zu wenig weit und ist in der Forderung zu wenig deutlich. Es gehört im weiteren dazu, die Einwegverpak- kungsflut einzudämmen und nicht zuletzt wäre die Einfüh- rung einer Rücknahmeverpflichtung von Altgedientem ge- rechtfertigt. Ein weiteres Problem möchte ich ansprechen, nämlich die Orientierung der Bevölkerung und Warnung derselben über bzw. vor Luftverschmutzung. In zahlreichen Städten und Agglomerationen ist heute die Luft zeitweise - zum Teil dauernd - derart verpestet, dass für die Bewohner die •» Gefahr gesundheitlicher Schäden besteht. Einen entspre- chenden Alarmplan gibt es aber praktisch in keiner Gemeinde. Die CVP-Fraktion verlangt daher in einer Motion vom Bundesrat den Erlass von Richtlinien für den Aufbau »' eines solchen Smogalarmsystems. Der Bundesrat soll nach unserer Meinung auch die Grenzwerte festlegen für die Auslösung des Smogalarms. Diese Werte wären so tief anzu- setzen, dass durch frühzeitige Massnahmen der Schadstoff- ausstoss eingeschränkt wird und gesundheitsschädliche Giftkonzentrationen verhindert werden. Darüber hinaus sollte aber auch die Bevölkerung regelmäs- sig und nicht nur, wenn es gefährlich ist, über die Luftquali- tät informiert werden. Wir werden ja heute regelmässig über das Wetter, den Strassenzustand, den Pegelstand des Rheins usw. orientiert. Mein Vorschlag geht dahin, regel- mässig auch über den Zustand der Luft im Sinne eines Luftzustandsberichtes die Bevölkerung zu orientieren, nicht zuletzt deshalb, um uns die Folgen des eigenen Fehlverhal- tens immer und immer wieder deutlich vor Augen oder ins Ohr zu führen. Bremi: Ich komme nicht hierher, um Vorwürfe zu machen, weder an die Forstwirtschaft, weil sie uns zu spät informiert hat, noch an die Forstwissenschaft, weil sie erst nachträg- lich auf den entgleisten Zug aufgesprungen ist, noch an andere Politiker, die alles falsch machen, während wir es doch immer gesagt haben. Im Gegenteil. Ich bin vom Zustand unserer Wälder betroffen und suche den Schuldi- gen sicher nicht bei anderen. Wir haben zwei Debatten über die Wälder durchgeführt: eine im Mai 1984 und eine heute. Vor einem Jahr waren wir noch nicht gerüstet. Im Mai 1984 erklärte der Nationalrat dem Waldsterben den Krieg,fand aber zuerst nur den Bor- kenkäfer. Damals sind sehr viele von uns in panischer Angst dagestanden. Der Ausdruck «panische Angst» kommt vom griechischen Waldgott Pan, der nach Gustav Schwab «gehörnt, geschwänzt und bockfüssig» den Menschen erschreckte. Das hat der Waldgott Pan im Mai 1984 getan. Im Februar 1985 sind wir gerüsteter. Die Technik ist gerü- stet, die Wirtschaft auch, und damit genügt es für den Politiker nicht mehr, aggressiv, verzweifelt und arrogant zu agieren. Heute können wir Instrumente einsetzen, und wir könnten auf die politische Polemik verzichten. Zwei Aspekte darf ich unter diesem Gesichtspunkt darstellen:

1. Endlich sprechen wir nicht nur bei der Elektrizitätsgewin- nung über den Abfall. Wir alle verbrauchen Energie, und jede Energie erzeugt Rückstände. Methodisch betrachtet heisst das, dass jeder Energieeinsatz, auch jede Sicherheits- massnahme, Sekundärrisiken erzeugt, die wir auf ihre . Gefährlichkeit und ihre Wahrscheinlichkeit zu untersuchen haben. Das gilt bei nuklearen, fossilen und auch bei alter- nativen Energien. Dieser systematische Vergleich, der mitt- lerweile vielfach angestellt wird und der die Belastung pro m/kg pro Sekunde Zeit zeigt, ergibt heute ganz eindeutig eine bessere Beurteilung für die Elektrizität - auch für die Nukleartechnik. Es mag heute nicht populär sein, dies zu sagen, aber es ist nichts destoweniger klar und erkannt, dass heutige und künftige Nukleartechniken zwar auch grosse Risiken im Rückstandsbereich aufweisen, seit lan- gem haben wir aber dort investiert und geforscht, und sie sind heute besser beherrschbar als bei fossilen Brennstof- fen. Gefährlichkeit und Wahrscheinlichkeit wurden weitge- hender gesenkt als bei fossilen Brennstoffen. Deshalb darf

7. Februar 1985 N 199 Waldsterben. Bericht und Massnahmen Nuklearenergie in der heutigen und künftigen Form nicht ausgeschlossen werden. Wir bitten Sie, sich diesen Entwicklungen nicht zum vorn- herein zu widersetzen, und wir danken Herrn Bundesrat Egli, dass er darauf hingewiesen hat. Fördern Sie bitte die naturwissenschaftliche Forschung auch auf nukleartechni- schem Gebiet, aber fördern Sie sie nicht nur, sondern geben Sie den Resultaten anschliessend eine Chance. Auch der öffentliche Verkehr braucht Strom; mehr SBB heisst mehr Strom, und aus neuen Wasserkraftwerken werden wir ja wahrscheinlich diesen Strom nicht mehr erhalten. Diese Debatte hat doch die Bedeutung des Nuklearstroms deutlich gemacht.

2. Wer die Debatten um Energien und um Wälder verfolgt, wer in den letzten Wochen die Briefe las, die Sie alle - ich auch - erhalten haben von Schulen, wer das alles unter- sucht und darüber nachdenkt, stellt eine gefährliche Ten- denz fest. Wir stellen uns die Frage: Wie reagieren denn das Volk und seine Politiker heute auf kritische Situationen? Ich stelle zwei gefährliche Tendenzen fest: Erstens sammeln sich leider die nationalen Spaltpilze statt diejenigen, die über alle Parteigrenzen hinweg gemeinsame nationale Mehrheiten suchen. In Fraktionen aufgespalten, können wir keine rasche und wirkungsvolle Politik betreiben. Glücklich- erweise ist bei uns das grüne Gedankengut nicht nur in einer Partei zusammengefasst, sondern in allen Parteien vorhanden. Darin unterscheiden wir uns von den Parteien im Ausland. Wir sehen darin den grossen Vorteil, dass die Meinungsbildung weniger ideologisch belastet ist. Nützen wir diese Chance und widersetzen wir uns diesen neu aufge- tauchten nationalen Spaltpilzen. Zweitens profilieren sich jene, die unsere wirklich ernsten nationalen Sorgen als politische Vehikel benutzen, miss- brauchen. So entsteht Desinformation, so entstehen Schüt- zengräben und umfragegesteuerter Wankelmut bei Parteien statt jene Geschlossenheit, die noch um die Jahrhundert- wende zum Schutz unseres Waldbestandes geführt hat. Wir sind bereit, zur Lösung der Probleme der Wälder und auch zur Lösung der Probleme der Kernenergie alle positi- ven Kräfte zu sammeln. Wir sind bereit sowohl zu investieren wie auch zu verzichten und etwas zu lernen mit allen, die bereit sind, aus den Schützengräben der Vorurteile aufzu- tauchen und positiv beizutragen, dass auch nicht eine Ver- weigerungs- und Verbotsfront entsteht. So ist auch unser Mitentscheid zu verstehen, für unkatalysierte Fahrzeuge die 80-/100-Grenze einzuführen und den katalysierten die frühe- ren Geschwindigkeiten wieder zu ermöglichen und damit einen positiven Anreiz für aktives Mitwirken am Waldschutz zu bieten. Schliesslich und zum Schluss, Herr Bundesrat Egli: Uns beide, Herr Bundesrat, verbindet die persönliche Erfahrung, dass menschliches Schutzgewächs in höheren Lagen, in unseren höheren Lagen, irreversibel verschwinden kann. Ich hoffe, es verbinde uns auch die Entschlossenheit, dieses Schicksal dem Schutzwald zu ersparen. Reichling: Die lange, bald zu Ende gehende Debatte hat gezeigt, dass die Gefahren für unsere Umwelt erkannt und auch ernstgenommen werden. Im Interesse von sachgerech- ten und wirkungsvollen Massnahmen ist zu hoffen, dass nach Abschluss dieser Session die Verpolitisierung des Umweltschutzes langsam abklinge; denn sie müsste einer Lösung des Problems eher hinderlich im Wege stehen. Hierzu gehört meiner Ansicht nach auch die Verketzerung der Kernenergie. Es sind mit vielen Vorstössen zahlreiche Vorschläge gemacht und Massnahmen gefordert worden. Wir werden sehr bald erkennen, dass das Umdenken in einem noch viel grösseren Ausmasse notwendig sein wird. Ich möchte hier nur zwei Beispiele anführen. Wir müssen uns überlegen, ob die heutige Besiedlungspoli- tik in unseren Städten und Dörfern richtig ist, ob wir nicht viel eher die bahnhofnahen Quartiere besser ausnützen müssten, um die bahnhofferneren Gebiete von einer Über- bauung freizuhalten. Das greift ein in die Planungen sämtli- cher Kantone. Wir werden uns auch überlegen müssen, ob die regionalen Entwicklungskonzepte, die Industrie und Gewerbe in unsere Bergtäler tragen wollen - in Gebiete, wo die Heizperiode zwei Monate länger dauert als im Talgebiet -, tatsächlich auch den Erfordernissen des Umweltschutzes gerecht werden. Unsere Session ist mit «Waldsterben» betitelt. Als Bauer und Waldeigentümer bin ich von schädlichen Umwelteinflüssen direkt in meiner Existenz bedroht. Auch meine Söhne haben eine landwirtschaftliche Ausbildung und möchten diesen Beruf weiterführen, den Generationen vor mir ausgeübt haben. Ich kann mich aus diesem Grunde nicht auf den Wald beschränken. Die Obst- und Weingärten, die Ackerkul- turen, sämtliche Feldkulturen sind meine Existenzgrund- lage. Solange ich sie wirtschaftlich betreiben kann, kann ich mich im Winter ohne Ertrag mit Waldbau beschäftigen. Wahrscheinlich ist es nicht richtig, wenn wir vermuten, dass sich der Zustand des Waldes nun in einem Jahr rapid ver- schlechtert hat. Viel wahrscheinlicher ist die Belastungs- schwelle, welche die Natur schadlos verkraften kann, schon vor vielen Jahren überschritten worden. Der Termin fünfzi- ger Jahre dürfte hier gar nicht falsch gewählt sein. Dieser Termin dürfte für viele Kulturen, die heute noch keine Schä- den aufweisen, ebenfalls zutreffen. Der Direktor der Eidgenössischen Forschungsanstalt in Wädenswil hat kürzlich geschrieben: «Es ist unbestritten, dass alle mehrjährigen Pflanzen mehr oder weniger unter der zunehmenden Umweltverunreinigung leiden. Wie schlimm es um unsere Spezialkulturen steht, wissen wir noch zu wenig.» Mich beschäftigen deshalb alle Einflüsse, die auch diese Kulturen wahrscheinlich schädigen und zu sichtbaren Schä- den führen können. Ich lege deshalb besonderes Gewicht auf das Postulat Kühne. Es ist gewissermassen eine Rand- erscheinung in der gesamten Walddebatte. Für alle Bauern dieses Landes muss dieses Postulat zum zentralen Problem werden, denn es betrifft die Ernährungsgrundlage unseres Volkes und die Existenzgrundlage des Bauernstandes. Herr Bundesrat, werten Sie unser Postulat nicht geringer als zahlreiche Motionen, die hier überwiesen worden sind. Wir haben entsprechend der Kompetenzordnung dieses Mittel gewählt. Ich bin aber der Auffassung, dass Schwergewichte gelegt werden müssen in der Forschung, nicht nur beim Wald, sondern ebensosehr beim Kulturland. Als letzter Sprecher der Fraktion der Schweizerischen Volkspartei möchte ich zum Schluss noch einmal betonen, dass wir die heutige Kompetenzordnung zwischen Bundes- rat und Parlament nicht verschieben wollen. Wir danken dem Bundesrat, dass er in Europa pionierhaft früh Mittel und Instrumente geschaffen hat zur Bewältigung des Umweltproblems, und wir vertrauen auf den Bundesrat, dass er diese Mittel auch einsetzen wird. Wir appellieren an das ganze Schweizervolk, diese Massnahmen nun nicht während Monaten und Jahren zu erwarten, sondern ab heute selbst dasjenige zu tun, wofür es keine Gesetze braucht. Wir möchten dem Bundesrat auch den Rücken stärken im Hinblick auf die unbedingt nötigen Verhandlungen mit den Regierungen der umliegenden Länder, und wir hoffen, dass die Kantone beim Vollzug das eingeschlagene Tempo mit- halten können. Frau Robert: Ich kann Herrn Reichling nicht zustimmen, dass man das Thema nicht verpolitisieren solle. Es ist eine vordringliche politische Aufgabe, die uns in der nächsten Zeit politisch vordringlich beschäftigen muss. Es tut mir auch leid, dass ich mich in solchen Angelegenheiten viel- leicht hin und wieder etwas krass ausdrücke, Herr Bremi, aber es ist für die, die sich seit 10 oder 20 Jahren schon um diese Fragen bemühen, einfach auch ein bisschen schwierig einzusehen, dass sehr viele Leute, die an den Hebeln der Macht sitzen und grosse Verantwortung tragen, erst heute entdecken, dass es diese Probleme überhaupt gibt. Ich wollte aber etwas anderes sagen, etwas zur Kommis- sionsmotion. Ich habe gestern einen Antrag vorgelegt,

Dépérissement des forêts. Rapport et mesures 200 N 7 février 1985 wonach man die Frist von Ende 1985 auf Juni 1985 vorverle- gen soll. Ich bin der Meinung, dass wir die auf Ende Jahr verlangten Arbeiten eigentlich für diese Debatte hätten vor- gelegt bekommen sollen. Ich finde es traurig, dass es nicht möglich war, und ich möchte Herrn Bundesrat Egli dringend bitten, dafür zu sorgen, dass diese Frist spätestens auf den Juni 1985 vorverschoben werden kann, damit wir hier in diesem Jahr doch noch einige Entscheide fällen und nicht nur Papiere zur Kenntnis nehmen können. Ich möchte Sie bitten, nicht nur Ihr Departement, das am schnellsten geschaltet hat und das ausserordentlich gute Arbeit leistet, das aber von all dieser Arbeit überfordert ist, mit den Abklärungen zu beauftragen. Wir haben Zehntau- sende von Beamten in allen Departernenten. Da ist ein ungeheurer Sachverstand beieinander. Es ist jedoch ein offenes Geheimnis, dass in verschiedenen Departernenten von oben eher gebremst wird. Ich glaube darum, dass es sehr nützlich wäre, den Sachverstand, der in der Verwal- tung, an den Hochschulen, an den bundeseigenen For- schungs- und Versuchsanstalten vorhanden ist, ausserhalb der Verwaltungshierarchie zusammenzunehmen, damit die Umweltfragen mit der nötigen Priorität behandelt werden können. Wir werden einen entsprechenden Antrag noch einreichen. Eine kurze Schlussbemerkung: Ich habe gestern zufällig eine Motion ausgegraben aus dem Jahre 1971. Sie wurde vom Ständerat und vom Nationalrat als Motion überwiesen. Mit dieser Motion wurde verlangt, dass angesichts der bedrohlichen Umweltsituation 1971 nun endlich alle Abklä- rungen getroffen werden sollen, damit wir über die ökologi- sche Belastbarkeit unserer Lebensgrundlagen Bescheid wissen. Das war also 1971. Bis heute ist nichts passiert. Wir hätten diese Grundlagen heute dringend nötig. Der Vorstoss ist von meinem Vater eingereicht worden. Fast bin ich ver- sucht, ihn als nächste Generation noch einmal einzureichen. In der Hoffnung, dass ich die letzte Generation wäre und dass mein Sohn in 15 Jahren sich nicht noch einmal nach den immer noch nicht vorhandenen Grundlagen erkundigen müsste. Gehen: Ich möchte auf zwei Punkte noch kurz eingehen: vorerst auf die Motion des Landesrings und der EVP zur Zusammenarbeit auf internationaler Ebene. Der Bundesrat möchte diese Forderung als Postulat entge- gennehmen. Die Kommission beantragt Abschreibung. Es ist nun aber eine Tatsache, dass die internationale Zusam- menarbeit in unserem kleinräumigen europäischen Raum unabdingbar ist und dass wir es uns nicht leisten können, uns irgendwie auf unsere eigene Kraft allein verlassen zu wollen. Der Bundesrat erklärt in seinem Bericht, dass er diese Tätigkeit ausüben will. Ich bin der Meinung, es schade nicht, sozusagen als «aide mémoire» immer wieder darauf aufmerksam zu machen und das Postulat stehenzulassen. Persönlich bin ich auch der Meinung, es sei deshalb sehr notwendig, weil eben gerade auf internationaler Ebene die Fragen des Einflusses der radioaktiven Abfälle in der Luft ungeklärt sind. Gerade hier ist eine Zusammenarbeit in den kommenden Jahren wichtig. Daran anschliessend gestatte ich mir, Herrn Bundesrat Egli, meinem lieben Freund, etwas zu sagen: Er hat zweimal in diesem Rat darauf hingewiesen, seine Fachleute, die KUeR, hätten erklärt, dass Radioaktivität überhaupt keinen Zusam- -menhang mit dem Waldsterben hätte. Herr Bundesrat, Wis- senschafter können sagen: Es ist so und so, und wenn drei Jahre später neue Erkenntnisse herauskommen, erklären sie ungerührt - das gehört zum Wissenschafter -: «Die Erkenntnisse haben gezeigt, dass wir uns damals geirrt haben, es ist eben anders.» Ein Magistrat aber kann das nicht. Den wird man an einer solchen Aussage später «auf- hängen» und sagen: Der hat uns schön falsches Zeug erzählt. - Ich möchte Sie doch einfach sehr bitten, in dieser Frage als Magistrat vorsichtig zu sein. Sie werden sonst nach meiner Überzeugung eines Tages ein Bad ausbaden müssen, das Ihnen Wissenschafter zubereitet haben, die sich dann schön fein aus der Schlinge ziehen können. Noch ein Wort zum Problem der Rationierung: Ich unter- stütze aus voller Überzeugung die Motion unserer Kollegin Robert. Wenn hier gesagt wurde, die Rationierung wäre die ultima ratio, wenn alle Stricke reissen, für den äussersten Notfall, dann muss ich Sie fragen: Auf was warten Sie denn eigentlich? Sie haben festgestellt, wie das Sterben der Wäl- der in einem ungeheuren Tempo vorangeht. Seit wir uns vor knapp einem Jahr über das Thema unterhalten haben, hat sich die Situation anerkannterweise sehr verschlechtert, beunruhigend verschlechtert. Sind wir denn nicht bereits heute in der Notlage? Es ist doch eine klar bewiesene Tatsache, dass alle Massnahmen, die wir jetzt beschlossen * haben, erst langfristig wirksam werden. Es gibt nur zwei Massnahmen, die sofort Entlastung bringen: das ist einer- seits auf dem Verkehrsgebiet die Temporeduktion und andererseits auf dem Verkehrs- und Heizungsgebiet die * Einsparung an Brennstoffen, also die Rationierung oder Kontingentierung. Wenn Sie wirklich heute etwas tun wollen, das eine Entla- stung bringt, müssen Sie den Verbrauch an Brennstoffen so rasch wie möglich absenken, also zur Rationierung ja sagen. Alle jene, die hier davon sprechen, damit würde unsere Ökonomie kaputtgemacht, übertreiben. Sie irren sich; das ist nicht wahr. Wir können so beginnen, dass wir nur die Verschwendung abbauen, und Verschwendung abbauen bedeutet Kosten einsparen. Es gibt zwar Verlage- rungen - zugegebenerweise -, aber von Ökonomie kaputt- machen kann keine Rede sein. Es ist hier das Stichwort Schwarzmarkt gefallen. Herr Müh- lemann, es ist natürlich schon schlimm, wenn der Antrag- steller - in diesem Falle die Frau Antragstellerin - sich bemüht, Ihnen ein Konzept schriftlich vorzulegen, und man dann hier spricht, ohne davon überhaupt Kenntnis zu neh- men. Ich meine, man sollte die Argumente eines Antragstel- lers, der sich ehrlich Mühe gibt, auch wirklich zur Kenntnis nehmen. Wer heute hier den Glauben an die Technik, die sogenannte Durchbrechertheorie, predigt, der glaubt noch immer an den Turmbau zu Babel. Sie wissen, wie das Ende jenes Turmbaues war. Ich bitte Sie sehr, diesen Überlegungen Rechnung zu tragen und der Motion von Frau Robert zuzustimmen. Aregger: Ich spreche zur Motion 83.961 des Landesrings/ EVP. Es handelt sich um den Motionsteil Ziffer 4, internatio- nale Zusammenarbeit. Der Bundesrat ist bereit, diesen Motionsteil als Postulat entgegenzunehmen. Ich bin nun sehr erstaunt über .den Antrag der Kommission, dieses Postulatsanliegen abzuschreiben, ist es doch der einzige Vorstoss, der ausdrücklich auf die internationalen Zusam- menhänge hinweist. Ich weiss, dass der «inter-nationale» Anteil der Luftver- schmutzung sehr umstritten ist. Die Zahlen gehen da sehr weit auseinander. Aber ich bin auch sicher, dass es einen wesentlichen solchen Anteil gibt. Alle Mitglieder unseres Rates, die sich dann und wann in die Berge begeben, kennen das Phänomen des Sahara-Staubes. Es tritt alle paar Jahre auf und ist ein sichtbarer, deutlicher Beweis für die Weiträumigkeit von Luftverfrachtungen, die bei gewissen atmosphärischen Bedingungen auftreten. Es wäre nun allerdings zu billig, wenn wir die Verantwortung für die Luftverschmutzung einfach ins Ausland exportieren wollten. . Ich möchte meine Intervention absolut nicht in diesem Sinne verstanden wissen. Ich glaube auch, dass unser Land in seiner Geschichte oft bewiesen hat, dass es bei einer ernsten Bedrohung imstande ist, alle Kräfte zur Überwindung dieser Bedrohung aufzubringen. Beim Problem der Luftverschmutzung sind wir aber gegenüber fremden Einflüssen machtlos. In dieser Frage sind unsere Grenzen wirkungslos. Im Gegenteil, die Alpen als europäische Wetterbarriere sind mit ihren Wäldern ganz besonders den meteorologischen Staulageh und Windströmungen ausgesetzt. Es kann und darf uns daher nicht gleichgültig sein, was rund um unser Land oder im weitesten Sinne in Europa geschieht. Es muss uns sehr betreffen, wenn Ballungsräume und Industriekonzentratio-

7. Februar 1985 N 201 Waldsterben. Bericht und Massnahmen nen im Ausland Schadstoffe produzieren und in die Atmo- sphäre senden, gegen die auch die rigorosesten Einschrän- kungen, die wir Schweizer uns auferlegen, ohne Wirkung bleiben. Spezielle Erwähnung verdienen hier die Zustände in den Ostblockstaaten, wo der Wille und das Geld für die Sanierung der grössten Umweltverschmutzer fehlen. Wir können dem Bundesrat zwar attestieren, dass er in den internationalen Umweltgremien aktiv mitarbeitet. Trotzdem wäre es aber schon psychologisch falsch, wenn wir uns als Parlament damit begnügen würden. Wenn wir das Anliegen des Vorstosses mit dem Inhalt anderer Vorstösse verglei- chen, dann verdient es der Hinweis auf die internationalen Ursachen der Luftverschmutzung erst recht, als Postulat überwiesen zu werden. Zusammen mit der grossen Mehrheit der FdP-Fraktion beantrage ich Ihnen, den Kommissionsantrag abzulehnen und gemäss Vorschlag des Bundesrates dem Postulat zuzu- stimmen. Nussbaumer: Ich spreche zum Kommissionspostulat und bitte Sie, dasselbe zu überweisen. Die Abluft aus Kehrichtverbrennungsanlagen, die unverhält- nismässig grosse Mengen von Schadstoffen enthält, schä- digt nicht nur den Wald, sondern auch den Obstbau und die Bodenfruchtbarkeit. Es ist unbedingt notwendig, dass wir die Kehrichtmenge reduzieren. Wir müssen gegen die Weg- werfmentalität antreten. Es gibt Gemeinden, die den Privat- haushalten Gebühren für die abgelieferte Kehrichtmenge auferlegen, zum Beispiel über Kehrichtsackgebühren. Die Hauptgründe der starken Zunahme des Kehrichts liegen in der Produktion, die am Wegwerfen verdient, in der Erschwe- rung der Reparaturservices, beim Handel, der seinen Erfolg nur nach dem Umsatz misst, bei den Konsumenten, die heute kaufen und morgen gedankenlos wegwerfen und sich an nichts mehr binden wollen, bei der Öffentlichkeit, die die Jugend nicht mehr lehren will, Beschädigtes zu flicken und zu allen Dingen Sorge zu tragen, aber auch bei der Verach- tung der Hausarbeit, die zu Büchsen-, Fertigmahlzeiten und Kühlschrankverpflegung führt. Ferner zeigt sich diese Weg- werfmentalität auch bei den Verpackungen. Wenn Früchte und Gemüse einzeln eingepackt und Kosmetikartikel dop- pelt in PVC-Packungen verkauft werden, dann ist dies ein Unfug. Ich begrüsse Selbsthilfemassnahmen der Konsumentinnen, übertrieben verpackte Gebrauchsartikel an Ort und Stelle auszupacken, damit die Verkäufer im Abfall stecken bleiben. Die Kehrichtmenge nimmt bei grösserem Wirtschaftswachs- tum zu. Ich möchte auch die Nationalbank bitten, nicht die Geldmenge auf Vorrat zu vermehren auf 3 Prozent - ich schliesse mich der Kritik der «Neuen Zürcher Zeitung» an, welche gefordert hat, man hätte die Geldmenge nur 2 Pro- zent vermehren sollen, damit das Wachstum nicht übermäs- sig angeheizt wird. Ich bitte Sie, dem Postulat zuzustimmen und auch daran zu denken, dass wir in den nächsten Jahren das Hauptaugenmerk dem grünen Land zuwenden müssen, damit das neue Bodenrecht dem Landverschleiss Einhalt gebieten kann. Ich möchte mich noch zum Bodenproblem äussern: Das zu grosse Wachstum führt dazu, dass wir Boden voraus konsu- mieren. Wir treiben Raubbau an der Lebensgrundlage zukünftiger Generationen. Das übermässige Wachstum, das den Bodenverschleiss fördert, ruft nach einem vermehrten Schutz des grünen Landes. Diese vordringliche Aufgabe muss angegangen werden. Wir stellen fest, dass das Raum- planungsgesetz nicht genügt und dass der Wille, den Raum so einzuteilen, dass das grüne Land erhalten bleiben kann, weitgehend noch fehlt. Der Flächenverschleiss darf nicht weitergehen, sonst wird unserem Land nicht nur die Ernährungsgrundlage entzo- gen, sondern auch die Grundlage für unseren Tourismus. Wenn das grüne Land schwindet, gehen auch Naturschön- heiten verloren. Bald einmal könnte der Tourismus zurück- gehen, und die wirtschaftlichen Schäden wären grösser als bei einer frühzeitigen Mässigung des Wachstums. Wenn die Bauern aus unseren Bergen verschwinden, weil die guten 26-N Böden vor allem in den Tälern und Bergen verschwinden, dann wird auch der Tourismus beeinträchtigt. Ich erinnere an das Votum des Indianerhäuptlings Seattle vor 130 Jahren, der prophezeite, derweisse Mann stehle die Erde seiner Kinder, sein Hunger werde die Erde als Wüste zurücklassen. Jaeger: Ich möchte einige Bemerkungen zu Ausführungen machen, wie wir sie beispielsweise von Herrn Mühlemann zum Thema Rationierung gehört haben. Sehen Sie, mein ökonomischer Verstand sträubt sich vehement gegen ein Konzept der Rationierung. Ich sage Ihnen ganz offen: Noch mehr als mein ökonomischer Verstand sträubt sich mein soziales Herz dagegen. Wir müssen uns nämlich bewusst sein-und da gebe ich den Kritikern durchaus Recht-, dass eine Rationierung an sich aus ökonomischen Überlegungen nur dann vorgenommen werden darf, wenn ein Mangel besteht und wenn Grenzen geschlossen sind. Hier haben wir diese Situation an sich nicht. Wir haben ein offenes System; es gibt also die Möglichkeit, auf andere Märkte auszuwei- chen, und wir haben zudem ein Gut, das nicht Mangelware ist, sondern einfach ein Gut, dessen Konsum die Umwelt belastet. Daraus ergeben sich natürlich ordnungspolitische Probleme; es ergeben sich administrative Probleme. Wenn wir einen freien Markt zulassen, müssen wir uns bewusst sein, dass in diesem Falle die sozial und ökonomisch Schwächeren den Kürzeren ziehen. All das sehe ich auch. Ich bin mir immer bewusst, dass wir eine solche Massnahme nur als Notmassnahme, als ultimo ratio- wie es auch gesagt worden ist - ergreifen dürfen. Ich bin auch der Auffassung, und ich habe diese Auffassung seit Jahren vertreten, nicht erst seit heute, dass wir alle erdenklichen Vorkehren treffen müssen, um die katastrophale Entwicklung in den Griff zu bekommen, in die wir hineingeraten sind. Ich bin auch der Auffassung, dass wir in dieser Debatte und bei den Beschlüssen, die wir jetzt getroffen haben, noch zuwenig unternommen haben. Wir sollten doch grundsätzlicher umdenken; denn, was bis jetzt geschehen ist, ist ein punktu- elles Umdenken. Mehr nicht. Wir haben einige Nägel einge- schlagen; wir haben einige Pflöcke gesetzt. Aber konzeptio- nell und in der grossen Linie hat das Umdenken noch nicht voll stattgefunden. Wir haben hier in der grossen Linie noch keine Mehrheiten für eine neue Politik zusammen- bekommen. Solche Mehrheiten braucht es aber, um die Katastrophe, in die wir bereits hineingeraten sind, aufhalten zu können. Wir stehen mitten in einer Rettungsaktion. Wir werden bald weitere Gelegenheiten haben, mehr für die Rettung der Umwelt zu tun. Aber denken wir daran : Es braucht fünf- oder zehnmal mehr, als was wir in den letzten Stunden hier beschlossen haben. Es reicht überhaupt nicht, denn wir müssen uns im klaren sein, dass wir die Entwicklungen, die ökologischen Krisen - beispielsweise mit Bezug auf die Luftverschmutzung - die Baumschäden, die Bodenvergif- tung mit unseren Massnahmen in keiner Weise werden aufhalten können. Es braucht mehr. Wenn wir nicht bereit sind, konkreter zu werden, dann müssen wir eine Mass- nahme, wie die Rationierung, die sicher eine Strafe für uns alle ist, einfach akzeptieren. Die ökologische Verantwortung müssen wir ja auch übernehmen. Es fragt sich dann, wer in der ökologischen Krisensituation «Zweiter macht». Auch dort sind es die gesellschaftlich und die materiell schwäche- ren Mitmenschen, die letzten Endes den Kürzeren ziehen. Herr Seiler hat darauf hingewiesen: die ökonomischen Kosten von dem, was jetzt alles in der Natur passiert, können viel grösser werden als das, was wir zum Beispiel mit einer Rationierung in einem Krisenfall auf uns nehmen müssen. Es ist ein Abwägen des sozialen und des ökonomischen Preises mit den ökologischen und gesellschaftlichen Kosten, für die wir eben auch die Verantwortung überneh- men müssen. Ich bitte Sie daher, den Vorstoss von Herrn Günter und von unserer Fraktion so zu verstehen, dass wir uns auf eine solche Situation vorbereiten müssen. Ich bin überzeugt, dass in diesem Sinne einem solchen Vorschlag zuzustim-

Dépérissement des forêts. Rapport et mesures 202 N 7 février 1985 men ist. Ich bin überzeugt, dass wir letzten Endes, wenn wir nicht wirklich konsequent das Steuer herumreissen wollen, um solch eingreifende Massnahmen nicht herumkommen werden. Wir sind selber schuld; wir haben es soweit kom- men lassen; und jetzt müssen wir die Konsequenzen tragen. Hunziker: Das Temperament des Vorredners ist zwar dem Ernst der Lage angepasst, d. h. aber nicht, dass man alle Massnahmen, die gestern und heute vorgeschlagen worden sind, unterstützen kann odersoll. Ich äussere mich kritisch zur Benzinrationierung. Wenn schon eine solche Massnahme vorgesehen werden müsste, wird das sinnvoller- und wirksamerweise nur im Rahmen einer gesamteuropäischen Aktion erfolgen können. Ich erinnere Sie daran, dass die Schadstoffe sehr weit durch die Atmosphäre verfrachtet werden. Denken Sie an die beträchtlichen Waldschäden in Graubünden, die trotz gerin- ger Bevölkerungs- und Automobildichte und trotz schwa- cher Industrialisierung entstanden sind, oder denken Sie an die Übersäuerung entfernter Binnengewässer in Nord- schweden. Sie wissen das so gut wie ich. Ich meine auch, dass die administrativen Umtriebe und alles, was mit dem Vollzug einer solchen Massnahme zusammenhängt, einmal ganz realistisch betrachtet werden müssen. Alle nicht über- wachten und alle Selbstbedienungstankstellen müssten geschlossen, sämtliche Benzinbezüge müssten kontrolliert werden. Wir haben in unserem Land 3 Millionen Fahrzeuge. Sie müssen sich vorstellen, was das dann im Vollzug bedeu- tet. Ich glaube, dass eine solche Massnahme Ungereimthei- ten und auch Ungerechtigkeiten in sich birgt. Wer abseits wohnt, braucht das Auto, um zur Arbeit zu fahren und auch sonst viel mehr als einer, der in Zentren wohnt und schafft, oder einem der direkt an der Bahn oder Bushaltestelle zu Hause ist. Sie können sicher sein, dass wir da mit Tausen- den von Beschwerden zu rechnen hätten. Für den, der nahe an der Landesgrenze wohnt, wäre es ein leichtes, im Aus- land seinen Tank nachzufüllen. Mir scheint, dass das Ratio- nierungsinstrument hier fehl am Platze ist. Die Rationierung ist ein Instrument, das für Krisen und für Kriegszeiten geeig- net ist, wo Mangellagen bestehen: Mangellagen bei uns und im umliegenden Ausland. Ein Rationieren von Gütern, die rundum in grosser Fülle vorhanden sind, und dies erst noch in einem einzigen Land, das scheint mir grotesk zu sein. Auch die, die die Rationierung heute fordern, wissen, dass unser Parlament einen solchen Beschluss nicht fassen wird, dass die Mehrheit des Volkes ihn nicht will und dass eine derart einschneidende Massnahme in Zeiten des Über- flusses eine Volksabstimmung nötig machen würde. Die Forderung nach einer Benzinrationierung wird daher höch- stens hier im Ratssaal Wirkung erzielen, aber nicht im Wald. Wir müssen angemessene und realisierbare Massnahmen ergreifen, die biologisch und nicht bloss rhetorisch wirken. Es darf wohl angenommen werden, dass die angestrebte Schadstoffreduktion, zu der ich mich bekenne, schneller erreicht wird, als aufgrund der uns vorgelegten Modellrech- nungen prognostiziert. Diesen Rechnungen liegen zum Teil unrealistische Annahmen zugrunde, so zum Beispiel eine Zunahme des Benzinverbrauchs um 40 Prozent bis ins Jahr

2000. Das darf nicht sein. Ich glaube nicht, dass es stattfin- den wird. Nur wenn solche Konstruktionen vorgenommen werden, entsteht das entsprechende Krisenszenario. An der ETH Zürich ist eine Studie durchgeführt worden, die demnächst publiziert wird; sie wird diesbezüglich realisti- schere Perspektiven aufzeigen. Die Studie der Umweltorga- nisationen vernachlässigt übrigens alle Möglichkeiten des Umrüstens von Altfahrzeugen, d. h. die Verschärfung der Emissionswerte für Altfahrzeuge, was sicher einiges bringen kann. Man wird sicher auch davon ausgehen können, dass die Automobilindustrie und die Konsumenten, kurzum der gesamte Markt, schneller reagieren wird als bisher, so dass die Gesamtemissionen bis 1995 ohne überstürztes Notrecht auf das Niveau der fünfziger Jahre gesenkt werden können. Gestatten Sie mir eine Schlussbemerkung zum Fazit unserer Beratungen. Mir scheint, das Gesamtergebnis dürfe sich sehen lassen. Was wir beschlossen haben und was bereits eingeleitet ist, ist nicht nichts. Es wird nachhaltige Wirkun- gen erzeugen, nicht über Nacht, auch nicht in zwei oder drei . Tagen oder Jahren. Die Schäden sind nicht von heute auf morgen entstanden. Aufeinander abgestimmte und realisti- sche Einzelmassnahmen helfen dem Wald aber mehr als spektakuläre Vorschläge, die ohne Rücksicht auf die Gren- zen der politischen Durchsetzbarkeit und ohne Rücksicht auf die administrativen und finanziellen Konsequenzen gemacht werden. Bei aller Anerkennung des Ernstes der Lage wehre ich mich gegen die apokalyptischen Visionen, die uns dauernd vorgetragen werden. Nutzen wir die Umwelttechnik bei unseren Sanierungsbemühungen. Nicht % gegen, sondern mit der Technik müssen wir die Umweltpro- bleme anpacken. Dazu gehört übrigens auch die Kernener- gie, eine ausgesprochen umweltfreundliche Energie. Viel- leicht rechnen gewisse Ratskollegen hier im Saal ihrer - Bevölkerung einmal vor, wie viele tausend Tonnen Schad- stoffe im Jahr weniger anfallen würden. Wer sich betroffen fühlt, möge dies tun. Unsere Fraktion hat mit der Mehrheit des Rates eine ganze Reihe von griffigen Massnahmen mit teils einschneidendem Charakter unterstützt. Voreiliges Notrecht sowie überris- sene und unrealistische Vorschläge lehnen wir aber ab. Manche mögen gut gemeint sein. Aber gut gemeint ist in der Politik oft das Gegenteil von gut. Es stimmt nicht, dass hier vorwiegend Lippenbekenntnisse vorgetragen werden. Per saldo resultiert ein Massnahmenpaket, das noch vor einem Jahr nie beschlossen worden wäre und das zur Verbesse- rung der Luftqualität und zur Gesundung des Waldes Wesentliches beitragen wird. Zum Schluss: Die Leichtigkeit, mit der hier viele für höchste Krisenzeiten vorgesehenes Notrecht anwenden wollen und sich über klare Kompetenzordnungen betreffend Parlament und Bundesrat hinwegsetzen, gibt mir zu denken. Wir kön- nen und wollen wirksame Sanierungsmassnahmen durch- setzen, ohne dass es zu einer Verwilderung im Kompetenz- bereich kommt. Mme Christinat: J'interviens au sujet de la motion que la majorité de la commission propose en lieu et place de l'initiative parlementaire concernant des mesures urgentes de protection des forêts de montagne. Je vous demande, comme la minorité de la commission emmenée par nos collègues Deneys, Lanz, Savary-Fribourg et Vannay de refuser la motion. Pour vous émouvoir, il aura fallu que la forêt montre des signes évidents de maladie grave pour qu'une pluie d'inter- ventions de toute nature viennent à son secours. Pendant ce temps, une source de pollution à laquelle on ne prête guère attention est en train de faire son bonhomme de chemin, je veux parler de la pollution atmosphérique provoquée par la dégradation de la couche d'ozone. Par une motion déposée en 1979 - comme le temps passe - j'avais tenté d'alerter et le Conseil fédéral et le Parlement en les rendant attentifs aux dangers de cette pollution insidieuse. La solution que je préconisais et que je défends toujours était la suppression pure et simple des gaz propulseurs à base de fluoro-carbone * utilisés dans la plupart des bombes aérosols. Des solutions de rechange existent. Mais ni le Conseil fédéral ni la majorité du Parlement n'ont fait preuve d'une bien grande volonté d'agir. Ma motion transformée en postulat inoffensif n'a eu aucun résultat direct et immédiat, même pas dans la nou- velle loi sur la protection de l'environnement. A l'époque, le Conseil fédéral, plus précisément M. Hürli- mann, conseiller fédéral, m'avait répondu que la pollution de l'air ne connaissant pas les frontières, la Suisse ne pouvait pas faire cavalier seul. Pourtant lorsqu'on sait, si l'on en croit les spécialistes de l'Organisation météorologique mondiale, que le fluoro-carbone litigieux reste au moins trente ans dans l'atmosphère avant de se résorber, on ne peut qu'être inquiet devant les dangers qui nous menacent. Les pluies acides sont également internationales. Le dépé- rissement de nos forêts n'a pas que des causes uniquement . helvétiques. Ce n'est évidemment pas une raison pour ne

7. Februar 1985 N 203 Waldsterben. Bericht und Massnahmen pas prendre des mesures qui auraient pu et auraient dû être prises depuis longtemps. Je ne partage pourtant pas l'avis de ceux qui n'ont rien trouvé de mieux que de faire supporter aux seuls consom- mateurs des augmentations nouvelles en introduisant une taxe sur les huiles de chauffage, d'autant plus que les mesures d'abaissement de l'anhydride sulfureux acceptées par ce conseil entraîneront une augmentation de l'huile de chauffage de 2 à 3 francs les 100 kilos. Je suis persuadée que l'on aurait pu faire beaucoup plus dans ce domaine, si toutefois l'on a fait quelque chose jusqu'à aujourd'hui. J'en veux pour preuve les très nombreuses cheminées qui, lors des grands froids du mois de janvier, assombrissaient le ciel de Genève, et je présume celui de toutes les autres grandes villes, avec leurs fumées abondantes et polluantes. Certes, ces mesures de contrôle sont de la compétence cantonale, mais le fédéralisme n'empêche pas la Confédéra- tion d'intervenir lorsque les cantons ne montrent pas un zèle suffisant. Exigeons aussi une diminution de la teneur en soufre de l'huile de chauffage lourde utilisée dans l'industrie car, là aussi, pour ne pas dire là surtout, il y a des mesures urgentes à prendre. Mais pour l'heure si l'on admet, et c'est normal, que celui qui pollue doit payer, il faut commencer par faire payer les vrais pollueurs et avant tout les gros pollueurs, même si ce sont ceux qui savent le mieux se défendre. Les consommateurs ne font pas partie de cette catégorie; c'est la raison pour laquelle j'estime que la taxe sur les huiles de chauffage n'est qu'un moyen pour faire supporter des charges supplémen- taires à ceux qui ne sont pas concernés directement. J'au- rais éventuellement souscrit à cette motion si ces mesures étaient destinées à diminuer la consommation de l'huile de chauffage et non pas uniquement à faire de nouveaux chemins dans la forêt. Je vous invite en conséquence à repousser la proposition de la majorité et à accepter celle de la minorité Deneys. M. Ruffy: II est évident qu'après avoir débattu avec tant de sérieux de ce sujet qui le méritait bien, nous serons désor- mais obligés d'adapter notre comportement individuel, de suivre les premiers les recommandations que nous avons faites, de respecter les consignes et les normes que nous avons votées. Nous serons sans aucun doute le point de mire de plus d'un citoyen, de plus d'une citoyenne. Il est tout aussi évident que nous devrons désormais prendre cer- taines décisions, ici ou ailleurs, de caractère politique, en ayant présentes à l'esprit les menaces qui pèsent sur le milieu naturel et sur notre société. L'éventail des domaines abordés au cours de ce débat montre bien que cette nou- velle préoccupation existentielle a des incidences sur la plupart des aspects de la vie quotidienne. Il faudra donc faire preuve d'une conscience constamment en éveil pour garantir désormais la cohérence dans nos actes politiques. Si l'on veut obtenir non seulement l'adhésion mais encore la participation de la population - et on sait que cette dernière est indispensable - nous devons nous efforcer d'être consé- quents. Il en va de notre crédibilité. Pour être concret, je voudrais évoquer un exemple de décision politique qui ne pourra plus être prise sans faire intervenir le principe de la cohérence. Il est d'une brûlante actualité à double titre. La station de Crans-Montana a en effet été choisie pour organi- ser les championnats du monde de ski alpin en 1987 et nous en sommes heureux pour elle. Après les succès de Pirmin Zurbriggen, le Valais est certainement un bon choix. Nous sommes cependant inquiets à l'idée que cette station a envisagé la création de deux pistes de ski supplémentaires en pleine forêt dont l'aménagement entraînerait l'abattage de plusieurs milliers de sapins et de mélèzes. Ces demandes sont actuellement soumises à l'examen de l'Office fédéral des forêts qui appartient à votre Département, Monsieur le Conseiller fédéral Egli. Votre engagement en matière de politique de l'environnement force l'admiration. Vous avez la confiance de ceux qui pensent que nature et culture sont intimement liées, mais permettez-moi cependant, à l'issue de ce débat, de vous dire que ceux qui aiment la forêt, qui œuvrent sincèrement à son sauvetage, ne comprendraient pas que d'autres, recourant à la solution de facilité, soient autorisés à la détruire. Zbinden: Ich möchte die wenige Zeit, die meiner Fraktion noch zur Verfügung steht, benutzen, um eine kurze Bilanz zu ziehen. Wir gehen in unserer Fraktion davon aus, dass Bundesrat und Verwaltung bis anhin schon eine Reihe von Massnah- men getroffen oder in die Wege geleitet haben und dass eine weitere Reihe noch bevorsteht. Wir wollen das anerken- nen. Unsere Fraktion hat jene Vorstösse, die sie als notwen- dig und richtig erachtet, konsequent unterstützt, sei es im Bereich des Waldes, des Strassenverkehrs oder der Feue- rungen. Wir haben immer darnach getrachtet, dass sowohl Massnahmen an der Quelle der Schadstoffe wie auch bei den Auswirkungen getroffen werden. Es geht nun darum, diese zielstrebig in die Tat umzusetzen. Wir haben uns aber konsequent geweigert, Extremlösungen zuzustimmen. Wir haben es abgelehnt, kopflos zu handeln. So lehnen wir auch eine Benzinrationierung ab. Wir haben immer mitbedacht, dass die Massnahmen, die wir beschliessen, auch einer Finanzierung bedürfen, und zwar Finanzierungen, die Chan- cen haben, durchzukommen. Es geht nun darum, dass wir dem Bundesrat Hausaufgaben, schwere Hausaufgaben mit nach Hause geben, damit er auf seiner Regierungsstufe handelt und uns gesetzgeberische Anträge unterbreitet, hinter denen wir dann stehen müssen. Wir haben auch mitberücksichtigt, dass einige Massnahmen Volksabstimmungen bedürfen. In diesem Sinne haben wir jene Vorstösse konsequent unterstützt, die wir als richtig erachten. Es sind jetzt während zweier Tage Worte gefallen. Es gilt jetzt, Taten folgen zu lassen. Unsere Fraktion ist bereit, dabei mitzuwirken. Frau Blunschy, Berichterstatterin: Die LdU- und EVP-Frak- tion verlangt mit Motion 83.955 die Einsetzung eines Umweltschutz-Krisenstabes und internationale Bemühun- gen. Ähnlich ist auch das Begehren derselben Fraktion, das einen Tag später eingereicht wurde, in Punkt 4. Auch dort geht es um internationale Zusammenarbeit. Die Kommission hat festgestellt, dass das sehr wichtige und berechtigte Anliegen sind, dass aber Koordination und inter- nationale Zusammenarbeit nun bereits in Gang gesetzt wor- den sind. Die Koordination ist organisiert, wenn sie auch nicht unter dem Namen Krisenstab läuft. Die internationale Zusammenarbeit ist ebenfalls im Gang. Die Kommission möchte daher diese Vorstösse als erfüllt abschreiben. Es scheint mir nach dieser Diskussion, dass es im Rat noch einige wenige Ratsmitglieder gibt, die den Unterschied zwi- schen Ablehnung und Abschreibung nicht kennen. Selbst- verständlich möchten wir diese berechtigten Vorstösse nicht ablehnen, im Gegenteil. Wir haben mit grosser Befrie- digung zur Kenntnis genommen, dass der Bundesrat diese Motionen erfüllt. Wir sind aber der Ansicht, dass man die Motionen abschreiben kann, weil der Bundesrat alles macht, was in diesen Motionen verlangt wird. Wenn wir inskünftig keine Vorstösse mehr abschreiben, die erfüllt sind und laufend erfüllt werden, dann bleiben sämtliche Motionen und Postulate einfach ewig in den Schubladen liegen. Ich glaube, das ist nicht sehr sinnvoll. Die Kommission ist dagegen der Ansicht, dass das Postulat Segmüller noch nicht abgeschrieben werden könne. Es muss aufrechterhalten bleiben, weil die Untersuchungen, die damit verlangt werden, weitergehen müssen. Bei den übrigen Vorstössen kann sich die Kommission den bundesrätlichen Anträgen anschliessen. Die Motion Landes- ring 84.599, welche eine Rationierung von Treibstoffen, fos- silen Brennstoffen und Elektrizität verlangt, wurde von der Kommission nicht behandelt, weil sie ihr nicht zugewiesen wurde; dasselbe gilt für die Motion Robert. Es handelt sich um Motionen, die erst im Dezember eingereicht wurden und nicht mehr der Kommission zugewiesen wurden. Ich kann dazu nur wiederholen, was ich beim Eintreten und

Dépérissement des forêts. Rapport et mesures 204 N 7 février 1985 im Bereich Verkehr gesagt habe. Wenn eine Rationierung von Benzin nötig werden sollte, dann müssen ganz sicher differenzierte Regelungen gesucht und gefunden werden. Stadtbewohner, die das öffentliche Verkehrsmittel vor der Haustüre vorfinden, wären kaum oder nicht sehr stark betroffen. Wer aber auf dem Land oder in einer Bergregion wohnt, hat entweder überhaupt kein öffentliches Verkehrs- mittel zur Verfügung, oder wenn ein solches vorhanden ist, ist der Fahrplan meistens sehr lückenhaft; in der Regel gibt es auch keine Spätverbindungen. Ich bitte die Stadtbewoh- ner, ein klein wenig Verständnis zu zeigen für die Bewohner der Land- und Bergkantone, für die das Auto keineswegs ein Luxus, sondern sowohl beruflich wie auch zur Pflege der menschlichen Beziehungen ein notwendiges Fortbewe- gungsmittel ist. Nur differenzierte Lösungen könnten krasse Ungerechtigkeiten vermeiden. Der Bundesrat möchte die Kommissionsmotion lediglich als Postulat annehmen. Wir halten - Sie sind das gewohnt - an der Motionsform fest. Ziel dieser Motion ist es, die Luftver- schmutzung so zu reduzieren, dass sie auf den Stand zwi- schen 1950 und 1960 zurückgeführt wird. Wie das gesche- hen kann, welcher Zeitplan einzuhalten und welche gesetzli- chen Grundlagen, eventuell dringliche Bundesbeschlüsse nötig sind, darüber verlangt die Kommission einen Bericht bis spätestens Ende 1985. Es heisst ausdrücklich «späte- stens» Ende 1985. Damit haben wir auch das Anliegen von Frau Robert berücksichtigt, die gerne ein früheres Datum hätte. Die Kommission ist durchaus einverstanden und sehr befriedigt, wenn ein früherer Termin eingehalten werden kann. Die Kommission wünscht schliesslich mit einem Postulat, dass die Frage der Kehrichtbeseitigung überprüft werde. Der Kehricht enthält Verpackungsmaterialien aus PVC. Diese Produkte ergeben bei der Kehrichtverbrennung giftige Abgase. Soweit wie möglich sollten umweltfreundlichere Materialien benutzt werden. Das getrennte Einsammeln des Kehrichts muss gefördert und nötigenfalls vorgeschrieben werden. Die Gemeinden könnten hier- und sie tun es auch

- ohne Druck von oben jetzt schon Massnahmen treffen. Wiederverwertbares Material wie Glas, Papier, Aluminium und Batterien wird an vielen Orten bereits erfolgreich ausge- sondert. Was kompostierbar ist, zum Beispiel Küchenab- fälle, sollte nicht der Kehrichtverbrennung zugeführt wer- den. Damit könnte ein Beitrag zur Reduzierung der Luftver- schmutzung geleistet werden. Das Postulat verlangt auch eine Informationskampagne gegen die Weg werf mental ität. Ich bitte Sie, den Anträgen der Kommission zuzustimmen und insbesondere die Kommissionsmotion und das Kom- missionspostulat in der vorgeschlagenen Form zu überwei- sen. Ich möchte meinerseits am Schluss dieser Diskussion namens der Kommission danken, dass der Rat doch in den meisten Punkten der Kommission gefolgt ist und damit in diesen zwei Tagen einen grossen Schritt in die richtige Richtung getan hat. Mme Vannay, rapporteur: Dans ce dernier volet appelé «divers», votre commission a étudié plusieurs propositions parlementaires. Elle vous propose par ailleurs une motion et un postulat. ' La motion exige du Conseil fédéral qu'il établisse d'ici à fin 1985 au plus tard un catalogue de mesures et un calendrier fixant tout ce qui doit être entrepris pour ramener le niveau de pollution de l'air à celui des années cinquante à soixante. Cette idée ne me semble pas être contestée dans notre conseil; nous vous prions donc d'accepter cette motion en tant que telle pour qu'elle garde toute son efficacité. Le postulat vise à faire prendre des mesures urgentes pour enrayer les pollutions dues aux matériaux d'emballage et plus particulièrement aux articles en PVC qui finissent à la poubelle souvent après un seul usage. On sait en effet que des polluants très importants sont rejetés dans I' atmo- sphère par les cheminées de nos usines d'incinération d'or- dures: métaux lourds, gaz toxiques entre autres. Ce n'est pas un des moindres paradoxes de notre société de con- sommation et de gaspillage que de voir tous ces millions engloutis dans la destruction de déchets que nous pour- rions fort bien ne pas produire en si grande quantité. Le postulat exige donc que l'on utilise si possible des maté- riaux d'emballage réutilisables ou recyclables dont la destruction n'entraîne pas de nuisances. A cet égard, la commission a appris que l'industrie aura réduit de 60 pour cent les quantités de PVC d'ici à fin 1987. Nous en sommes satisfaits. Il reste toutefois encore beaucoup à faire et nous insistons pour que ce postulat soit accepté. Aux yeux de la commission, il est évident que le combat contre la pollution ne fait que commencer et que nous devons tous nous employer à gagner cette bataille. Il nous reste malheureusement très peu de temps. Nous n'avons pas une minute à perdre. C'est dire que nous ne pourrons pas terminer ce soir notre débat de deux jours en nous disant que nous avons fait du bon travail et que nous pouvons ranger nos dossiers dans un tiroir. Nous devons tous nous efforcer de diminuer toutes les pollutions dont nous sommes responsables. En tout état de cause, ni l'économie ni l'homme ne survivront à un environ- nement pollué et dégradé, surtout si l'on ne prend pas de mesures énergiques. M'adressant plus spécialement à MM. Schule et Mühle- mann, j'ajouterai qu'un rationnement très soigneusement étudié est peut-être la seule mesure qui puisse sauver notre environnement et en même temps l'économie. Nous avons tous besoin d'un environnement sain: l'homme, les ani- maux, les plantes, tous les secteurs économiques aussi, de l'agriculture au tourisme en passant par le secteur secon- daire. C'est dans cet esprit que nous vous prions donc d'accepter la motion et le postulat déposés par la commission. Pour le reste, nous nous écartons de l'avis du Conseil fédéral qui propose de refuser la motion «cellule de crise» et non pas de la classer et de retenir comme postulat la motion du groupe Adl/PEP sur les mesures à moyen et long terme et non pas de la classer. A ce propos, je réponds à M. Aregger que le point 4 de la motion nous semble déjà réalisé ou en cours de réalisation et qu'il n'est point nécessaire d'insister sous forme de postulat auprès du Conseil fédéral pour ce qui a trait à la coopération sur le plan international. Par ailleurs, il est encourageant de constater que la déléga- tion suisse à l'Assemblée parlementaire du Conseil de l'Eu- rope a fait un excellent travail et que certaines interventions suisses - M. Butty nous en a parlé hier - sont en très bon chemin et auront des effets positifs d'ici quelques mois sur les gouvernements européens et - espérons-le aussi - sur ceux des pays de l'Est. Contrairement à la proposition du Conseil fédéral, nous demandons de maintenir tel quel le postulat de Mme Seg- müller que l'on ne peut classer étant donné que toutes les études et mesures ne sont pas encore achevées. Il n'y a pas d'autres divergences. Je vous prie donc de soutenir notre motion et notre postulat. Leuenberger Moritz: Wie Sie wissen, habe ich am Anfang dieser Debatte zwar etwas mehr erwartet, aber ich muss jetzt zugeben: Wir haben uns zusammengerauft, und wir haben unter grossem Zeitaufwand einen politischen Konsens gefunden, der akzeptabel sein kann, und deswegen bin ich ganz ausserordentlich enttäuscht, nun soeben erfahren zu müssen, dass die ständerätliche Kommission beschlossen hat, ihrem Ständerat morgen zu beantragen, auf alle unsere neuen Motionen nicht einzutreten und sie erst in einer späteren Sitzung, d. h. in der Frühjahrssession, zu behan- deln. Das ist mir absolut unbegreiflich. Natürlich haben wir formal diese Motionen erst jetzt beschlossen, aber die Kommis- sionsmotionen haben ja schon längst vorgelegen. Wenn ein Wille bei der ständerätlichen Kommission dagewesen wäre, hätte sie sich vorbereiten können. Ich bitte daher die Fraktionspräsidentenkonferenz, heute abend noch auf ihre Kollegen im Ständerat einzuwirken, damit das Plenum des Ständerates morgen doch minde- stens die wichtigsten Motionen, die wir beschlossen haben,

7. Februar 1985 N 205 Waldsterben. Bericht und Massnahmen behandelt. Sonst käme das einer Desavouierung der Volks- kammer gleich, die wir uns nach dieser intensiven Arbeit nicht gefallen lassen müssen. Bundesrat Egli: Darf ich die restlichen Vorstösse von bun- desrätlicher Seite her noch wie folgt kommentieren: Motion Landesring 83.955. Umweltschutz. Krisenstab: Wir können uns mit dem Gedanken eines Krisenstabes nicht recht befreunden. Ich habe schon früher meine Abneigung bekundet. Krisenstäbe werden eingesetzt für kurzfristige, handstreichartige Unternehmungen. Sie eignen sich kaum für Daueraufgaben. Der Kampf gegen das Waldsterben ist für den Bundesrat, für mein Departement und für meine Dienste eine Daueraufgabe. Solche Dauerstäbe haben die Tendenz, ein Eigenleben zu entwickeln; sie binden Perso- nal, verlangsamen die Entscheidungsprozesse und begün- stigen die Bürokratie. Der Bundesrat hat am 21. November 1984, wie bereits auch schon erwähnt, in einem ausdrückli- chen Beschluss verfügt, dass das Departement des Innern als Koordinationsstelle für alle Fragen des Waldsterbens fungieren soll. Es besteht also ein Koordinationsorgan, und wir haben bis heute noch keine Reklamationen erhalten und auch noch keine Friktionen festgestellt, die aus dieser Anordnung entstanden wären. Wir bitten Sie also inständig, uns nicht zu einer bürokratischen Massnahme zu zwingen. Wir lehnen diesen Krisenstab und damit Ziffer 1 der Motion ab. Zu Ziffer 2 eine Bemerkung. Wir lehnen Ziffer 2 ja nur ab, weil sie auch noch unter dem Motto «Krisenstab» segelt. An sich können wir sagen, dass die hier verlangte Zusammenar- beit schon längstens intensiv gepflogen wird, und zwar auf allen internationalen Ebenen, und ich danke hier all jenen, welche ihre Anerkennung für unsere bisherige internatio- nale Arbeit ausgesprochen haben. Wir arbeiten auf der Ebene der UNO, der ECE - der sogenannten Wirtschafts- kommission der UNO für Europa -, wo besonders wirksam gearbeitet werden kann, weil dort auch die Oststaaten ko- operieren. Wir arbeiten im Europarat, und wir arbeiten auch im Rahmen der OECD mit anderen Staaten zusammen. Besonders eng ist unsere Zusammenarbeit und unser Kon- takt mit unseren Nachbarstaaten. Ich traf in den letzten zwei Jahren mindestens zehnmal mit meinen Kollegen aus den Nachbarstaaten zusammen, sei es hier in der Schweiz oder sei es am Wirkungsort meiner Kollegen. Ich darf Ihnen also versichern, dass in meinen Diensten sehr intensiv auf inter- nationaler Ebene zusammengearbeitet wird. Zur Motion Landesring/EVP 83.961. Die Kommission hat Ihnen Abschreiben beantragt. Wir wären damit einverstan- den, dass dieses Postulat bestehen bleibt, denn hier stimme ich Ihnen, Herr Gehen, einmal zu. Es besteht tatsächlich eine Daueraufgabe, und darum sind wir mit einem Postulat ein- verstanden, auch wenn viele dieser Arbeiten in Realisierung oder bereits schon erfüllt sind. Das Postulat Segmüller nehmen wir entgegen dem Aufdruck in der Fahne entgegen. Ich kann daher weitere Kommentare unterlassen. Dasselbe gilt für das Postulat Kühne. Herr Ruf, wenn Sie Wert darauf legen, dass wir Ihr Postulat noch nicht abschreiben, wollen wir Gnade vor Recht walten und dieses Postulat aufrechterhalten lassen. Zu den beiden Motionen Landesring/EVP 84.599 und Robert 84.902, die sich mit der Benzinrationierung befassen, ant- worte ich gemeinsam. An sich muss der Staat ständig auf eine Bewirtschaftung von Gütern vorbereitet sein, und wir sind es auch. Es brauchte also keine Motion hierzu. Diese Vorbereitungen sind aber auf eine Mangellage zugeschnitten. Es ist kaum möglich, ein Gut zu rationieren, das im Überfluss vorhanden ist. Was geschähe, so darf ich fragen, in einem solchen Fall mit allen Ausländern, die in unserem Land zirkulieren? Der Schweizer wäre frei, sich im Ausland einzudecken, solange das Ausland bei einer solchen Rationierung nicht mitmacht. Es entstünde ein unkontrollierbarer Schwarzer Markt. Die Auswirkungen auf unsere Wirtschaft - das haben mehrere Redner betont - wären unabsehbar. Wir können gar nicht voraussehen, wie sich eine solche Rationierung auswirken würde. Bei einer konsequenten Durchführung würde, hier bin ich sicher, unsere Wirtschaft darniederliegen. Es besteht nur die Alternative, so viele Ausnahmebewilligungen zu gewähren, dass die Massnahme überhaupt nicht mehr wirk- sam wäre; und von den administrativen Schwierigkeiten möchte ich gar nicht sprechen. Wir müssen daher beide Motionen ablehnen. Zu Frau Mauch noch ein Wort: Sie haben zwar Ihre Motion zurückgezogen. Es ist offenbar ein Missverständnis entstan- den, wenn Sie erklären, ich hätte Ihrer Motion gegenüber in der Kommission Sympathie bekundet. Erstens einmal konnte ich nur meine persönliche Meinung äussern, da sich ja der Bundesrat noch nicht damit befasst hatte. Zweitens verwechseln Sie Ihre Motion oder meine Stellungnahme dazu offenbar mit derjenigen zur Kommissionsmotion. Es trifft zu, dass ich dieser gegenüber meine persönliche Sym- pathie geäussert habe; aber ich habe hier den Standpunkt des Bundesrates zu vertreten, der mir durchaus verständlich ist, und zwar auch und vor allem aus rechtlichen Gründen. Vom Bundesrat wird ein Konzept verlangt, also ein Bericht. Frau Kommissionspräsidentin, Sie verlangen vom Bundes- rat einen Bericht, und Artikel 29 Absatz 2 Ihres Ratsregle- mentes besagt, dass die Erstattung eines Berichtes allein nicht zum Gegenstand einer Motion gemacht werden kann. Aber wir werden selbstverständlich dieses Konzept erarbei- ten und erstellen. Ich bin sogar der Auffassung, es wäre unserem Bericht, den wir Ihnen bereits erstattet haben und den wir hier beraten, wohl angestanden, wenn dieses Kon- zept bereits darin enthalten gewesen wäre. Wir nehmen Ihren Auftrag gerne entgegen. Hingegen müsste ich dem Antrag Robert opponieren, welcher den Termin vorverlegen möchte. Das ist übrigens gar nicht möglich, da ein Motions- text nach Artikel 36 Absatz 1 Ihres Geschäftsreglementes nachträglich gar nicht abgeändert werden kann. Aus all diesen Gründen nehmen wir diese Motion als Postu- lat entgegen. Das Kommissionspostulat nehmen wir eben- falls entgegen. Darf ich dazu als Beispiel noch anfügen, wieviel auch ohne Reglementierung erreicht werden kann: Wir hatten Kontakt mit der Verpackungsbranche und konn- ten auf dem Verhandlungsweg erreichen, dass bis zum Jahre 1987 60 Prozent der Produkte aus Polyvinylchlorid (PVC) - das ist ein Stoff, den Herr Fischer als CVP bezeich- net (Heiterkeit) - nicht mehr in den Verkehr kommen bzw. nicht mehr produziert werden. Wir wollen solche Verhand- lungen auch mit anderen Fabrikanten führen und dann prüfen, wie weit es noch notwendig ist, Verordnungen zu erlassen. Wir sind deshalb bereit, das Kommissionspostulat entgegenzunehmen. Auch meinerseits möchte ich zum Abschluss Ihnen, vor allem aber auch den beiden Kommissionsreferentinnen, meinen herzlichsten Dank aussprechen. Ich möchte vor allem jenen danken, welche dem Bundesrat, meinem Depar- tement und vor allem meinen Mitarbeitern für die bisherige Arbeit die Anerkennung ausgesprochen haben. Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie zugeben, dass doch einiges gelei- stet worden ist. Ich danke aber auch jenen, welche in gewis- sem Sinne ihre Unzufriedenheit bekundet haben und uns noch zu weiterem Beharren und noch zu mehrerem ange- spornt haben. Wir wollen dies tun. Wir können Ihnen dieses Versprechen abgeben. 83.955 Motion der LdU/EVP-Fraktion - Motion du groupe Adl/PEP Siehe Seite 188 hiervor - Voir page 188 ci-devant Präsident: Hier haben wir drei Anträge. Die Kommission beantragt Ihnen Abschreiben, der Bundesrat Ablehnung, und die Motionäre wollen festhalten. Ich beantrage Ihnen, zunächst über den Abschreibungsantrag abzustimmen. Abstimmung - Vote Für die Abschreibung der Motion Dagegen 130 Stimmen 11 Stimmen

Dépérissement des forêts. Rapport et mesures 206 N 7 février 1985 83.961 Motion der LdU/EVP-Fraktion - Motion du groupe Adl/PEP Siehe Seite 195 hiervor - Voir page 195 ci-devant Abstimmung - Vote Für die Abschreibung der Motion 93 Stimmen Für die Überweisung als Postulat 74 Stimmen 83.963 Postulat Segmüller Siehe Seite 189 hiervor - Voir page 189 ci-devant Präsident: Der Bundesrat ist damit einverstanden, das Postulat zu überweisen. Überwiesen - Transmis 84.369 Postulat Kühne Siehe Seite 194 hiervor - Voir page 194 ci-devant Präsident: Der Bundesrat ist damit einverstanden, das Postulat zu überweisen. Überwiesen - Transmis 84.461 Postulat Ruf-Bern Siehe Seite 190 hiervor - Voir page 190 ci-devant Präsident: Hier beantragt der Bundesrat auch Annahme. Überwiesen - Transmis 84.931 Motion Mauch Siehe Seite 191 hiervor- Voir page 191 ci-devant Präsident: Frau Mauch zieht ihre Motion zugunsten der Kommissionsmotion zurück. 84.599 Motion der LdU/EVP-Fraktion - Motion du groupe Adl/PEP Siehe Seite 192 hiervor - Voir page 192 ci-devant Namentliche Abstimmung - Vote par appel nominal Für Überweisung der Motion stimmen die folgenden Rats- mitglieder: Votent pour la motion: Ammann-St.Gallen, Bircher, Braunschweig, Brélaz, Bundi, Dünki, Euler, Fankhauser, Günter, Herczog, Hubacher, Jae- ger, Lanz, Leuenberger Moritz, Longet, Maeder-Appenzell, Mascarin, Meyer-Bern, Mort, Müller-Bachs, Nauer, Neu- komm, Oehen, Oester, OU, Pitteloud, Rebeaud, Renschler, Riesen-Fribourg, Robert, Rohrer, Ruf-Bern, Stappung, Stef- fen, Uchtenhagen, Weber Monika, Weder-Basel, Zwygart. /QQ\ Dagegen stimmen die folgenden Ratsmitglieder: Votent contre: Aliesch, Allenspach, Ammann-Bern, Aregger, Aubry, Basler, Berger, Biel, Blunschy, Bonnard, Bonny, Borei, Bremi, Büh- ler-Tschappina, Bürer-Walenstadt, Candaux, Cantieni, Cevey, Chopard, Christinat, Cincera, Clivaz, Columberg, Cottet, Cotti Gianfranco, Couchepin, Coutau, Darbellay, Deneys, Dubois, Eggli-Winterthur, Eggly-Genève, Eisenring, Eng, Eppenberger-Nesslau, Etique, Fehr, Feigenwinter, Fischer-Hägglingen, Fischer-Sursee, Flubacher, Frei- Romanshorn, Frey-Neuchâtel, Früh, Gautier, Geissbühler, Giger, Giudici, Graf, Grassi, Mari, Hess, Hofmann, Hösli, Houmard, Humbel, Hunziker, Iten, Jaggi, Jeanneret, Jung, Keller, Kohler Raoul, Kühne, Landoli, Leuenberger-Solo- thurn, Lüchinger, Magnin, Maître-Genève, Martignoni, Mar- tin, Massy, Meier-Zürich, Meizoz, Mühlemann, Müller-Mei- ' len, Müller-Wiliberg, Nebiker, Nef, Neuenschwander, Nuss- baumer, Oehler, Ogi, Perey, Pfund, Pidoux, Pini, Reich, Reichling, Reimann, Revaclier, Rime, Risi-Schwyz, Rob- biani, Röthlin, Rubi, Ruckstuhl, Rutishauser, Rüttimann, Sager, Salvioni, Savary-Fribourg, Savary-Vaud, Schärli, Schnider-Luzern, Schnyder-Bern, Schule, Schwarz, Seg- müller, Seiler, Soldini, Spalti, Spoerry, Stamm Judith, Stamm Walter, Steinegger, Stucky, Thévoz, Tschuppert,.Uhl- mann, Villiger, Wagner, Wanner, Weber-Schwyz, Weber- Arbon, Wellauer, Widmer, Wyss, Zbinden, Zehnder, Ziegler, Zwingli (132) Der Stimme enthalten sich - S'abstiennent: Carobbio, Ruffy, Vannay (3) Abwesend sind - Sont absents: Auer, Bäumlin, Blocher, Bratschi, Butty, Cavadini, de Cha- stonay, Cotti Flavio, Dirren, Dupont, Eggenberg-Thun, Friedli, Gehler, Gloor, Grendelmeier, Gurtner, Künzi, Loretan, Mauch, Müller-Aargau, Müller-Scharnachtal, Petit- pierre, Ruch-Zuchwil, Schmidhalter, Weber Leo, Wick (26) Präsident Koller Arnold stimmt nicht Monsieur Koller Arnold, président, ne vote pas 84.902 Motion Robert Siehe Seite 193 hiervor - Voir page 193 ci-devant Frau Robert: Nachdem nun schon die blosse Vorbereitung einer Rationierung mit Zweidrittelsmehrheit abgelehnt wor- den ist, möchte ich Ihnen den von Herrn Bonny verlangten Namensaufruf für meine Motion ersparen. Ich gehe davon aus, dass, wenn den Freisinnigen das Bewusstsein für die Rationierung so schnell wächst wie für Tempo 100, wir in einem Jahr hier wieder darüber abstimmen können, und dann mit Erfolg. Präsident: Nachdem Frau Robert ihre Motion zurückgezo- gen hat, entfällt diese Abstimmung. 42 Motion der Kommission - Motion de la commission Siehe Seite 187 hiervor- Voir page 187 ci-devant Präsident: Hier beantragt der Bundesrat Umwandlung in ein Postulat. Die Kommission hält an der Motionsform fest. Abstimmung - Vote Für die Überweisung als Motion Für die Überweisung als Postulat 150 Stimmen 5 Stimmen 43 Kommissionspostulat - Postulat de la commission Siehe Seite 188 hiervor - Voir page 188 ci-devant Überwiesen - Transmis

7. Februar 1985 N 207 Waldsterben. Bericht und Massnahmen

4. Abschreibung von Vorstössen, die der Nationalrat behandelt hat i Classement d'interventions déjà traitées par le Conseil national Antrag des Bundesrates - Proposition du Conseil fédéral Siehe Bericht Ziff. 511 - Voir rapport chiffre 511 Abweichender Antrag der Kommission für Gesundheit und Umwelt Proposition divergente de la Commission de la santé publi- que et l'environnement Aufrechterhalten - Maintenir: 83.539 Motion der christlichdemokratischen Fraktion Waldschäden Motion du groupe démocrate-chrétien Dommages aux forêts Wortlaut der Motion vom 19. September 1983 Der Bundesrat wird beauftragt, kurzfristig alle Massnahmen zu treffen...

5. um Grenzwerte für Schadstoffemissionen aus mit fossi- len Brennstoffen betriebenen Verbrennungsanlagen festzu- setzen und

6. um unsere Massnahmen mit solchen anderer Länder zu koordinieren. Texte de la motion du 19 septembre 1983 Le Conseil fédéral est chargé de prendre à bref délai toutes mesures utiles:...

5. Pour fixer les valeurs limites s'appliquant aux émissions de substances nuisibles qui proviennent d'installations utili- sant des combustibles d'origine fossile:

6. Pour coordonner les mesures prises chez nous avec celles retenues dans d'autres pays. Präsident: Herr Zbinden stellt den Antrag, die Motion der christlichdemokratischen Fraktion aufrechtzuerhalten. Herr Bundesrat Egli opponiert nicht. Diese bleibt damit aufrecht- erhalten. 53.537 Motion der Fraktion PdA/PSA/POCH Waldsterben. Sofortmassnahmen Motion du groupe PdT/PSA/POCH Dépérissement des forêts. Mesures d'urgences Antrag Mascarin Ziffer 4: Aufrechterhalten Proposition Mascarin Chiffre 4: Maintenir Präsident: Der Antrag auf Aufrechterhaltung wurde zurück- gezogen. #ST# 84.226 Parlamentarische Initiative Sofortmassnahmen zum Schütze der Bergwälder Initiative parlementaire Forêts de montagne. Mesures urgentes de protection Bericht und Antrag der Kommission für Gesundheit und Umwelt siehe Seite 112 hiervor Rapport et propositions de la Commission de la santé publique et de l'environnement voir page 112 ci-devant Präsident: Damit kommen wir zur Beschlussfassung über die parlamentarische Initiative der drei Herren Bühler, Nef und Nussbaumer. Die Kommission stellt Ihnen den Antrag, der Initiative sei keine Folge zu geben; sie möchte statt dessen eine Motion überweisen. Ich darf Sie in diesem Zusammenhang auf den Artikel 21quater des Geschäftsreg- lements aufmerksam machen. Er lautet: «Beschliesst der Rat, der Initiative sei Folge zu geben, so beauftragt er eine Kommission, eine Vorlage auszuarbeiten; sie kann einen Gegenentwurf vorlegen.» Wenn der Rat der Initiative Folge gibt, geht sie zurück an die Kommission, die darüber zu beraten hat, worauf sie erst zur Abfassung des Berichtes an den Bundesrat gehen würde. Das nur zur Klarstellung des Verfahrens. Nussbaumer: Ich habe festgestellt, dass verschiedene Kol- legen die beiden Unterschiede zwischen der Motion und der Initiative nicht beachtet haben:

1. Die Initiative ist auf fünf Jahre befristet; die Motion ist unbefristet.

2. Die Initiative will Heizölverbraucher entlasten, die schwe- felarmes Öl verbrauchen. Die Motion bringt eine Einheitsbe- lastung für alle Öle und ist daher eher ungerecht und hat keine erzieherische Wirkung. Im Namen der Initianten bitte ich Sie, der Initiative zuzu- stimmen. Abstimmung - Vote Für Annahme der Initiative Dagegen 41 Stimmen 75 Stimmen Präsident: Wir haben nun noch über die Motion abzustim- men. Die Mehrheit der Kommission empfiehlt Ihnen, anstelle der Initiative diese Motion zu überweisen. Eine Minderheit der Kommission lehnt die Motion ab. Abstimmung - Vote Für die Überweisung der Motion Dagegen 66 Stimmen 62 Stimmen

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Waldsterben. Bericht und Massnahmen Dépérissement des forêts. Rapport et mesures In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1985 Année Anno Band I Volume Volume Session Februarsession Session Session de février Sessione Sessione di febbraio Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 07 Séance Seduta Geschäftsnummer 84.088 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 07.02.1985 - 15:00 Date Data Seite 182-207 Page Pagina Ref. No 20 013 150 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.