Erwägungen (2 Absätze)
E. 16 Dezember 1994 N 2479 Postulat Meier Hans Mitunterzeichner - Cosignataires: Bodenmann, Bundi, Cas- par-Hutter, Danuser, Eggenberger, Gross Andreas, Hafner Ur- sula, Hämmerle, Hubacher, Jori, Leuenberger Ernst, Leuen- berger Moritz, Marti Werner, Meyer Theo, Rechsteiner, Tschäppät Alexander, Vollmer, Züger (18) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Ende Mai 1994 hat die OECD einen Verhaltenskodex gegen die Bestechung ausländischer Beamter publiziert. Korrupti- onszahlungen dienen oft dazu, den internationalen Wettbe- werb auszuschalten und auf unlautere Art und Weise Aufträge zugesprochen zu erhalten. Die Bestechungsgelder werden dann in der Form eines überrissenen Fakturabetrages dem Abnehmer wieder weiterverrechnet. Soweit die Exporte - na- mentlich jene in Schwellen- oder ärmeren Entwicklungslän- dern - durch die Exportrisikogarantie (ERG) versichert wer- den, ist auch die ERG mit dem Schmiergeldproblem konfron- tiert. Schon vor Jahren sind in Togo derartige Fälle publik ge- worden. Es wäre stossend, wenn weiterhin über die defizitäre ERG Bestechungszahlungen mit Steuergeldern versichert und refinanziert würden. Ich ersuche deshalb den Bundesrat, die ERG zu reformieren und bei Lieferungen für Projekte, deren Zuschlag ohne interna- tionale Ausschreibung erfolgt ist und die einen Minimalbetrag übersteigen, eine internationale Warenkontrollgesellschaft wie die Société de surveillance mit der Überprüfung der in Rech- nung gestellten Preise zu beauftragen. Je nach den Resultaten kann der Deckungsgrad der Garantie vermindert oder diese überhaupt verweigert werden. Vom Antragsteller könnte auch eine schriftliche Erklärung verlangt werden, dass weder Beste- chungsgelder noch kartellistische Absprachen den Wettbe- werb und damit Zuschlag und Preis der Lieferung verfälschen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 23. November 1994 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 23 novembre 1994 Im Hinblick auf die im Rahmen der OECD unternommenen, multilateral abgestützten Anstrengungen zur Verhütung und Bekämpfung der Korruption ist der Bundesrat bereit, das Po- stulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis #ST# 94.3404 Postulat Meier Hans Alternativmethoden zu Tierversuchen Expériences sur des animaux. Méthodes de substitution Wortlaut des Postulates vom 5. Oktober 1994 Der Bundesrat wird ersucht, die Tierschutzverordnung bei der laufenden Revision mit folgendem Passus zu ergänzen: «Studierenden der Fachgebiete Biologie, Medizin und Veteri- närmedizin mit Spezialisierungsrichtungen, in denen Tierver- suche üblich sind, müssen ausreichende Kenntnisse vermit- telt werden über Methoden, die Tierversuche ersetzen oder mit weniger Versuchstieren oder geringerer Belastung dersel- ben auskommen. Ohne solche Kenntnisse dürfen im weiteren Ausbildungsgang keine biomedizinischen Arbeiten mit und an Tieren durchgeführt werden.» Texfe du postulat du 5 octobre 1994 Le Conseil fédéral est invité à profiter de la révision en cours de l'ordonnance sur la protection des animaux pour y insérer le passage suivant: «Les étudiants des branches spécialisées de la biologie, de la médecine et de la médecine vétérinaire où des expériences sont pratiquées sur des animaux, doivent acquérir des connaissances suffisantes sur les méthodes qui permettent de renoncer à des expériences sur animaux ou de réduire le nombre des animaux de laboratoire utilisés et les contraintes qui leur sont imposées. Sans ces connaissances, ils ne sont pas autorisés à utiliser des animaux dans des expériences de médecine biologique durant le reste de leur formation.» Mitunterzeichner - Cosignataires: Baumann Ruedi, Bischof, Diener, Dünki, Hafner Rudolf, Hollenstein, Leemann, Loeb François, Maeder, Mauch Rolf, Miesch, Robert, Schmid Peter, Seiler Rolf, Sieber, Stalder, Steffen, Wanner, Weder Hansjürg, Wick (20) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Das Tierschutzgesetz und die zugehörige Verordnung ver- pflichten den Bund, Alternativmethoden zu Tierversuchen auf allen Ebenen zu fördern. Wir verweisen dazu auf Artikel 2, Grundsätze, Artikel 13, Beschränkungen auf das unerlässli- che Mass, und insbesondere Artikel 19 Absatz 2, der lautet: «Er (der Bund) fördert und unterstützt in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Industrie insbesondere die Entwicklung und Anwendung von Methoden, die Tierversuche ersetzen oder mit weniger Versuchstieren und geringerer Belastung derselben auskommen.» Bisherige Fördermassnahmen beschränken sich auf den Forschungsbereich, vor allem im Rahmen der Stiftung For- schung 3R. Wie die bisherige Erfahrung zeigt, ist das bei wei- tem nicht ausreichend. Die Verwendung von Alternativmetho- den ist noch immer marginal, und dies wird sich in der Praxis erst ändern, wenn die erforderlichen Kenntnisse und Techni- ken durch gezielte Anstrengungen bei Studierenden verbrei- tet werden. Als Forum für eine gezielte Vermittlung bieten sich in allererster Linie die Hochschulen an. Studierende der Fach- gebiete Biologie, Medizin und Veterinärmedizin sollten in ge- sonderten Unterrichtseinheiten über die Möglichkeiten, Tier- versuche zu ersetzen oder zu reduzieren und die Versuchs- tiere weniger zu belasten, informiert werden. An einigen aus- ländischen Hochschulen wird dies bereits in vorbildlicher Weise praktiziert. Wir verweisen auf die Vorlesungsreihe im Sommersemester 1994 an der Universität Konstanz «Alternati- ven zu Tierversuchen, das 3R-Prinzip von Russell und Burch», auf das Seminar «Tierschutz in der biomedizinischen For- schung: Anwendungsmöglichkeiten von Alternativmethoden sowie ethische, wissenschaftliche und gesetzliche Rahmen- bedingungen von Tierversuchen» an der Freien Universität Berlin im Januar 1994, auf die Diplomkurse der Ecole natio- nale vétérinaire d'Alfort an der Universität Paris VI im Februar 1994, auf das Seminar «Responsible Conduci of Science in- volving Animais», das an der University of California im Früh- jahr 1995 geplant ist In der Schweiz bieten bisher einzig die ETH und die Universität Zürich in beschränktem Umfang eine solche Möglichkeit an. An der ETH Zürich wird im Rahmen der Vorlesungsreihe «Menschen und Kulturtiere» über die Grund- lagen von Alternativmethoden informiert, und an der Universi- tät Zürich werden im Fach «Labortiere» ansatzweise Kennt- nisse über Alternativmethoden vermittelt Diese genannten Beispiele, insbesondere die ausländischen, zeigen jedoch deutlich, dass man an fortschrittlichen Hoch- schulen die Aktualität des Problems erkannt hat und entspre- chend handelt. In der Schweiz genügen die bisherigen Bemühungen zur Er- füllung des Tierschutzgesetzes und der Verordnung jedoch bei weitem nicht. Dazu bedarf es der Institutionalisierung die- ses Unterrichts, und zwar für bestimmte Spezialisationsrich- tungen auf obligatorischer Basis an allen Hochschulen. Bei der Revision der Tierschutzverordnung 1994/95 wird diese Forderung bereits für die Ausbildung von Versuchsleitern er- hoben, sie sollte jedoch schon während des Studiums zum Zuge kommen.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Zbinden Exportrisikogarantie und Schmiergeldzahlungen Postulat Zbinden Garantie contre les risques à l'exportation et pots-de-vin In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1994 Année Anno Band IV Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 94.3425 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 16.12.1994 - 08:00 Date Data Seite 2478-2479 Page Pagina Ref. No
E. 20 024 971 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
Volltext (verifizierbarer Originaltext)
Postulat Zbinden 2478 N 16 décembre 1994 Bisher gibt es eine Vergünstigung für den Transport von Ar- meeangehörigen an ihren Wohnort, für den sie aber einen Pauschalbetrag von 5 Franken zahlen müssen. Um im Rahmen des Möglichen zu vermeiden, dass die Armee- angehörigen für die Fahrt in den Urlaub oder bei ihrer Entlas- sung private Fahrzeuge benützen und damit unsere Strassen zusätzlich belasten, bitte ich die zuständige Bundesbehörde, die derzeit geltende Vergünstigung für öffentliche Verkehrs- mittel (Bahn, Postauto, Schiffe, Luft- oder Standseilbahnen usw.) in eine Gratisbenützung umzuwandeln. Testo del postulato del 21 settembre 1994 II postulante sottopone all'attenzione dell'autorità federale competente il problema della gratuità dei trasporti pubblici a favore dei nostri militi dell'esercito svizzero. Finora, l'agevolazione riguarda il trasporto di militi dell'eser- cito ai loro rispettivi domicili civili, tramite il pagamento forfetta- rio di 5 franchi. Allo scopo di evitare, nel limite del possibile pratico, l'uso di mezzi motorizzati privati sulle nostre strade per il rientro in con- gedo, temporaneo, o definitivo, dei nostri militi, il postulato, che sottopongo all'attenzione del Consiglio federale, chiede, esplicitamente, di trasformare l'attuale agevolazione di tra- sporto con mezzi pubblici (treno, autopostali, battelli o funico- lari, come funivie, ecc.) in trasporto pubblico gratuito. Texte du postulat du 21 septembre 1994 L'auteur du présent postulat attire l'attention de l'autorité fédé- rale compétente sur le problème de la gratuité des transports publics pour les membres de notre armée. Jusqu'à présent, une faveur a été accordée pour le transport des militaires jusqu'à leur domicile civil, moyennant paiement d'un montant forfaitaire de 5 francs. Afin d'éviter, dans la mesure des possibilités pratiques, l'usage par nos soldats de moyens de transport motorisé pri- vés sur nos routes pour le retour lors d'un congé temporaire ou définit, l'auteur du présent postulat adressé au Conseil fé- déral demande explicitement que l'on transforme la faveur ac- tuellement accordée pour le transport en commun (train, car postal, bateau, funiculaire, téléphérique, etc.) en transport pu- blic gratuit. Mitunterzeichner - Cofirmatari - Cosignataires: Bezzola, Cou- chepin (2) Schriftliche Begründung-Motivazione scritta - Développement par écrit L'autore rinuncia alla motivazione e desidera una risposta scritta Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 16. November 1994 Risposta scritta del Consiglio federale del 16 novembre 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 16 novembre 1994 II Consiglio federale è disposto, nell'ambito delle possibilità fi- nanziarie, ad accogliere il postulato. Le président: MM. Dreher et Hess Peter combattent cette intervention. La discussion est renvoyée. Verschoben - Renvoyé #ST# 94.3373 Postulat WAK-NR (93.095) Arbeitslosenversicherung. Statistik Postulat CER-CN (93.095) Assurance-chômage. Statistique Wortlaut des Postulates vom 26. September 1994 Der Bundesrat ergänzt so schnell wie möglich die Arbeitslo- senstatistik mit folgenden Angaben: -Anzahl der Ausgesteuerten;
- Anzahl Sozialhilfebezüger in Kantonen und Gemeinden;
- Gesamtausgaben aller öffentlichen und privaten Stellen als Folge der Arbeitslosigkeit Texte du postulat du 26 septembre 1994 Le Conseil fédéral est chargé de compléter aussitôt que possi- ble les statistiques en matière d'assurance-chômage avec les données suivantes:
- nombre de chômeurs en fin de droit;
- nombre de personnes à charge de l'assistance publique des cantons et communes; -dépenses globales des institutions publiques et privées dues au chômage. Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 9. November 1994 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Déclaration écrite du Conseil fédéral du 9 novembre 1994 Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat Überwiesen - Transmis #ST# 94.3425 Postulat Zbinden Exportrisikogarantie und Schmiergeldzahlungen Garantie contre les risques à l'exportation et pots-de-vin Wortlaut des Postulates vom 6. Oktober 1994 Der Bundesrat wird eingeladen, mit geeigneten Massnahmen der Versicherung von Schmiergeldzahlungen durch die Ex- portrisikogarantie (ERG) vorzubeugen. Texte du postulat du 6 octobre 1994 Le Conseil fédéral est invité à prendre les mesures qui s'impo- sent pour que la garantie contre les risques à l'exportation (GRE) ne serve pas à couvrir les paiements de pots-de-vin.
16. Dezember 1994 N 2479 Postulat Meier Hans Mitunterzeichner - Cosignataires: Bodenmann, Bundi, Cas- par-Hutter, Danuser, Eggenberger, Gross Andreas, Hafner Ur- sula, Hämmerle, Hubacher, Jori, Leuenberger Ernst, Leuen- berger Moritz, Marti Werner, Meyer Theo, Rechsteiner, Tschäppät Alexander, Vollmer, Züger (18) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Ende Mai 1994 hat die OECD einen Verhaltenskodex gegen die Bestechung ausländischer Beamter publiziert. Korrupti- onszahlungen dienen oft dazu, den internationalen Wettbe- werb auszuschalten und auf unlautere Art und Weise Aufträge zugesprochen zu erhalten. Die Bestechungsgelder werden dann in der Form eines überrissenen Fakturabetrages dem Abnehmer wieder weiterverrechnet. Soweit die Exporte - na- mentlich jene in Schwellen- oder ärmeren Entwicklungslän- dern - durch die Exportrisikogarantie (ERG) versichert wer- den, ist auch die ERG mit dem Schmiergeldproblem konfron- tiert. Schon vor Jahren sind in Togo derartige Fälle publik ge- worden. Es wäre stossend, wenn weiterhin über die defizitäre ERG Bestechungszahlungen mit Steuergeldern versichert und refinanziert würden. Ich ersuche deshalb den Bundesrat, die ERG zu reformieren und bei Lieferungen für Projekte, deren Zuschlag ohne interna- tionale Ausschreibung erfolgt ist und die einen Minimalbetrag übersteigen, eine internationale Warenkontrollgesellschaft wie die Société de surveillance mit der Überprüfung der in Rech- nung gestellten Preise zu beauftragen. Je nach den Resultaten kann der Deckungsgrad der Garantie vermindert oder diese überhaupt verweigert werden. Vom Antragsteller könnte auch eine schriftliche Erklärung verlangt werden, dass weder Beste- chungsgelder noch kartellistische Absprachen den Wettbe- werb und damit Zuschlag und Preis der Lieferung verfälschen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 23. November 1994 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 23 novembre 1994 Im Hinblick auf die im Rahmen der OECD unternommenen, multilateral abgestützten Anstrengungen zur Verhütung und Bekämpfung der Korruption ist der Bundesrat bereit, das Po- stulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis #ST# 94.3404 Postulat Meier Hans Alternativmethoden zu Tierversuchen Expériences sur des animaux. Méthodes de substitution Wortlaut des Postulates vom 5. Oktober 1994 Der Bundesrat wird ersucht, die Tierschutzverordnung bei der laufenden Revision mit folgendem Passus zu ergänzen: «Studierenden der Fachgebiete Biologie, Medizin und Veteri- närmedizin mit Spezialisierungsrichtungen, in denen Tierver- suche üblich sind, müssen ausreichende Kenntnisse vermit- telt werden über Methoden, die Tierversuche ersetzen oder mit weniger Versuchstieren oder geringerer Belastung dersel- ben auskommen. Ohne solche Kenntnisse dürfen im weiteren Ausbildungsgang keine biomedizinischen Arbeiten mit und an Tieren durchgeführt werden.» Texfe du postulat du 5 octobre 1994 Le Conseil fédéral est invité à profiter de la révision en cours de l'ordonnance sur la protection des animaux pour y insérer le passage suivant: «Les étudiants des branches spécialisées de la biologie, de la médecine et de la médecine vétérinaire où des expériences sont pratiquées sur des animaux, doivent acquérir des connaissances suffisantes sur les méthodes qui permettent de renoncer à des expériences sur animaux ou de réduire le nombre des animaux de laboratoire utilisés et les contraintes qui leur sont imposées. Sans ces connaissances, ils ne sont pas autorisés à utiliser des animaux dans des expériences de médecine biologique durant le reste de leur formation.» Mitunterzeichner - Cosignataires: Baumann Ruedi, Bischof, Diener, Dünki, Hafner Rudolf, Hollenstein, Leemann, Loeb François, Maeder, Mauch Rolf, Miesch, Robert, Schmid Peter, Seiler Rolf, Sieber, Stalder, Steffen, Wanner, Weder Hansjürg, Wick (20) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Das Tierschutzgesetz und die zugehörige Verordnung ver- pflichten den Bund, Alternativmethoden zu Tierversuchen auf allen Ebenen zu fördern. Wir verweisen dazu auf Artikel 2, Grundsätze, Artikel 13, Beschränkungen auf das unerlässli- che Mass, und insbesondere Artikel 19 Absatz 2, der lautet: «Er (der Bund) fördert und unterstützt in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Industrie insbesondere die Entwicklung und Anwendung von Methoden, die Tierversuche ersetzen oder mit weniger Versuchstieren und geringerer Belastung derselben auskommen.» Bisherige Fördermassnahmen beschränken sich auf den Forschungsbereich, vor allem im Rahmen der Stiftung For- schung 3R. Wie die bisherige Erfahrung zeigt, ist das bei wei- tem nicht ausreichend. Die Verwendung von Alternativmetho- den ist noch immer marginal, und dies wird sich in der Praxis erst ändern, wenn die erforderlichen Kenntnisse und Techni- ken durch gezielte Anstrengungen bei Studierenden verbrei- tet werden. Als Forum für eine gezielte Vermittlung bieten sich in allererster Linie die Hochschulen an. Studierende der Fach- gebiete Biologie, Medizin und Veterinärmedizin sollten in ge- sonderten Unterrichtseinheiten über die Möglichkeiten, Tier- versuche zu ersetzen oder zu reduzieren und die Versuchs- tiere weniger zu belasten, informiert werden. An einigen aus- ländischen Hochschulen wird dies bereits in vorbildlicher Weise praktiziert. Wir verweisen auf die Vorlesungsreihe im Sommersemester 1994 an der Universität Konstanz «Alternati- ven zu Tierversuchen, das 3R-Prinzip von Russell und Burch», auf das Seminar «Tierschutz in der biomedizinischen For- schung: Anwendungsmöglichkeiten von Alternativmethoden sowie ethische, wissenschaftliche und gesetzliche Rahmen- bedingungen von Tierversuchen» an der Freien Universität Berlin im Januar 1994, auf die Diplomkurse der Ecole natio- nale vétérinaire d'Alfort an der Universität Paris VI im Februar 1994, auf das Seminar «Responsible Conduci of Science in- volving Animais», das an der University of California im Früh- jahr 1995 geplant ist In der Schweiz bieten bisher einzig die ETH und die Universität Zürich in beschränktem Umfang eine solche Möglichkeit an. An der ETH Zürich wird im Rahmen der Vorlesungsreihe «Menschen und Kulturtiere» über die Grund- lagen von Alternativmethoden informiert, und an der Universi- tät Zürich werden im Fach «Labortiere» ansatzweise Kennt- nisse über Alternativmethoden vermittelt Diese genannten Beispiele, insbesondere die ausländischen, zeigen jedoch deutlich, dass man an fortschrittlichen Hoch- schulen die Aktualität des Problems erkannt hat und entspre- chend handelt. In der Schweiz genügen die bisherigen Bemühungen zur Er- füllung des Tierschutzgesetzes und der Verordnung jedoch bei weitem nicht. Dazu bedarf es der Institutionalisierung die- ses Unterrichts, und zwar für bestimmte Spezialisationsrich- tungen auf obligatorischer Basis an allen Hochschulen. Bei der Revision der Tierschutzverordnung 1994/95 wird diese Forderung bereits für die Ausbildung von Versuchsleitern er- hoben, sie sollte jedoch schon während des Studiums zum Zuge kommen.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Zbinden Exportrisikogarantie und Schmiergeldzahlungen Postulat Zbinden Garantie contre les risques à l'exportation et pots-de-vin In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1994 Année Anno Band IV Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 94.3425 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 16.12.1994 - 08:00 Date Data Seite 2478-2479 Page Pagina Ref. No 20 024 971 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.