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93.333 2

Ch Vb · 1993-09-29 · Deutsch CH
Erwägungen (3 Absätze)

E. 29 September 1993 N 1693 Interpellation Strahm Rudolf

2. Quelles sont, au total, les formes classiques de paiements directs et de subventions qui sont versées, à divers titres, aune exploitation typique de montagne et à une exploitation typi- que de plaine, par exemple pour 1 vache, 1 veau, 1 cochon, 1 unité de petit bétail, 1 hectare réservé à une culture typique (fourrage grossier, maïs, orge, blé, pommes de terre)?

3. Qu'est-ce que le Conseil fédéral entend faire pour clarifier la situation et réduire la diversité des formes de subvention? Mitunterzeichner - Cosignataires: Baumann, Bäumlin, Bundi, Danuser, Eggenberger, Fankhauser, von Feiten, Goll, Gross Andreas, Haering Binder, Hafner Ursula, Hämmerle, Herczog, Jori, Ledergerber, Leemann, Leuenberger Ernst, Rechsteiner, Tschäppät Alexander, Vollmer, Züger (21) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 1. September 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 1er septembre 1993 Zur Frage 1 : Eine Auflistung der einzelnen Direktzahlungsarten mit ergän- zenden Informationen gibt Tabelle 1 : Tabelle 1 Direktzahlungen für die Landwirtschaft Direktzahlungsarten Subventionsobjekt primäres Ziel Rechtsgrundlage Kosten beitrage Einkommenspolitik Viehhalter im Berg- BG 28.6. 1974 Kosten- gebiet und in der vor- beiträge an Viehhalter alpinen Hügelzone Kuhhalterbeiträge Produktionslenkung Kuhhalter ohne BB 1 6.2. 1 988 MWB Verkehrsmilchproduktion Flächenbeiträge für Hanglagen Einkommenspolitik Bewirtschafter und Oekologie von Flächen in Hang- BG14.12.1978 und Steillagen Bewirtschaftungs- beiträge Sömmerungsbeiträge Einkommenspolitik und Bewirtschafter, Oekologie die einen Alp- oder BG 1 4. 1 2. 1 979 Sommerungsbetrieb Bewirtschaftungs- führen beitrage Bewirtschaftungsbeiträge für Trockenstandorte Angepasste Nutzung und Streuewiese von Trockenstand- Oekologie orten und Streue- BG 1.6.1 966 NHG flächen Ergänzende Direktzahlungen (31 a) Einkommenspolitik Bäuerliche Bewirt- BG 3. 1 0. 1 951 schafter eines Land- LwG Wirtschaftsbetriebes Oeko-Beiträge(31b) Oekologie Extensiv genutzte BG3.10.1951 LwG Wiesen auf Grünflächen, Streueland, Hecken und Feldgehölze Integrierte Produktion Biologischer Landbau Kontrollierte Freiland- haltung von Nutztieren Bemessungs- Beitragssatz Auszahlungssumme grundlage in Mio. Franken 1992 1993 (B) 273 283 Anzahl Grossvieh- Rindvieh Schafe, einheilen (GVE) Schweine Ziegen inGVE in GVE VHZ 210 Fr. 260 Fr. BZ l 380 Fr. 470 Fr. BZ II 620 Fr. 790 Fr. BZ III 850 Fr. 11 00 Fr. BZ IV 11 00 Fr. 1430 Fr. 122 121 Kuhzahl ab 1.1 1.1993 fürdie2.-10. Kuh

- Bergzone II-IV 1500 Fr. -übrige Gebiete 1400 Fr. fürdie11.-20. Kuh 1400 Fr. fürdie21.-50. Kuh 900 Fr. ab 51. Kuh 450 Fr. 109 110 Fläche Im Berggebiet und voralpine Hügelzone Hanglagen 18-35% 370Fr./ha Steillagen > 35% 510Fr./ha Weideland 110Fr./ha Ausserhalb Berggebiet und voralpine Hügelzone Steillagen > 35% 510Fr./ha 35 35 Anzahl gesömmerte 12 Kategorien Tiere (Rindvieh, 40-1 70 Fr. je GVE Ziegen, Pferde, Schafe) 6 10 Fläche max. Gesamtbeitrag: 1500 Fr. /ha 599 Betrieb, landwirtschaftliche Betriebsbeitrag: Nutzfläche (LN) Grundbeitrag je Betrieb: AZundEUZ 1000 Fr. UZ und VHZ 1500 Fr. BZ I-IV 2000 Fr. Zusatzbeitrag für Tierhalter 2500 Fr. pro Betrieb Betriebsbeitrag abgestuft 3 -4ha 40% 4,01-6 ha 60% 6,01-8 ha 80% 8,01-9ha 90% Flächenbeitrag: Basisbeitrag 250 Fr./ha Grünlandbeitrag 160 Fr./ha 56 Fläche OekologischerAusgleich AZbisVHZ 800Fr./ha BZ l und II 600 Fr./ha BZ III und IV 450 Fr./ha Anzahl Hochstamm-Feldobst- Bäume bäume Pro Baum 1 0 Fr. Fläche Ackerfl./ 400 Fr./ha Spez.-Kulturen übrige LN 100 Fr./ha Betrieb Gesamtbetr. IP max: 1 000 Fr. Betr. Fläche Ackerfl./ Spez. -Kulturen 600 Fr./ha übrige LN 150 Fr./ha Anzahl Tiere (in GVE) 1 0 Nutztierkategorien Tiere Rindergattung 60 Fr./GVE Uebr. Rauhfutter-

E. 30 Fr./GVE Schweine 70 Fr./GVE Geflügel 100 Fr./GVE Bemerkungen min. 1 GVE, max. 15GVE/Betrieb, ausreichende Futtergrundlage, Einkommens- und Vermögens- grenze ausreichende Futtergrundlage, Beitragshöhe abhängig von der Milchpreisentwicklung Einkommens- und Vermögens- grenzen Einkommens- und Vermögens- grenzen, genutztes Weideland muss innerhalb der Berg- zonen I-IV liegen Finanzielle Beteiligung der Kan- tone ist Voraussetzung, Verein- barung zwischen Bewirtschafter und Kanton, Nutzungs- beschränkungen Bewirtschaftung von min. 3ha anrechenbare LN .keine Be- triebe der öffentlichen Hand, nicht mehrals7bzw. 12 AK, nicht älter als 65 Jahre, Einkommensgrenze für das landwirtschaftliche Ein- kommen, mindestens 5 GVE maximal für 50 ha LN nur für Wies- und Weideland nur Mähnutzung, geregelte Schnittzeiten, max. 10ha pro Betrieb keine Obstanlagen, min. 20, max. 300 Bäume/Betrieb Einhaltung anerkannter IP-Regeln Einhaltung anerkannter Bio-Regeln Einhaltung anerkannter Regeln derKF

Interpellation Strahm Rudolf 1694 N 29 septembre 1993 Direktzahlungsarten Subventionsobjekt primäres Ziel Rechtsgrundlage Bemessungs- Beitragssatz Auszahlungssumme grundlage in Mio. Franken 1992 1993 (B) Lenkungsmassnahmen Pflanzenbau Stillegung von Ackerland Extensivierung und als: Oekologie -OekologischeAus- Fläche AZ-VHZ 3000Fr./ha 1.6 5 BG3.10.1951 gleichsfläche 2300Fr./ha BG20.3.1959GetrG -Grünbrache Fläche BZ 3000Fr./ha Nachwachsende Fläche Gras und 3000Fr./ha - 10 Rohstoffe Feldholz 1500Fr./ha AZ-VHZ 600Fr./ha Wenig intensiv genutzes Fläche BZ l und II 450Fr./ha 9 9 Wiesland BZ IM und IV 300Fr./ha Extensive Getreideproduktion Fläche 800Fr./ha 47 46 Ausgleichsbeiträgefür Fläche 70%vom Durchschnitt je ha/UN 64 48 erschwerte Produktionsbedingungen bezogene Beiträge 1 990 und 1 991 Anbauprämien Produktionslenkung Futtergetreide und BG 3. 1 0. 1 951 LwG Körnerleguminosen Ausmerzbeiträge Absatzsicherung Absatz von Nutzvieh BG 15. 6. 1962 VI AG (v. a Rindvieh) Beiträge für den Viehexport Absatzsicherung Export von Zucht- und BG 15.6. 1962 VIAG Nutzvieh Entlastungskäufe Absatzsicherung Abbau von kurzfristigen BG 1 5. 6. 1 962 VIAG Ueberangebot von Zucht- und Nutzvieh Siloverbotsentschädigung Qualitätsproduktion Milcheinlieferung in Silo- BB 1 6. 1 2. 1 988 MWB Verbotszonen BB Vers 29. 9. 1953 MB (1.11. -31. 3.) Zulage für verkäste Milch Qualitätsproduktion Ganzjährlich verkäste BB 16. 12. 1988 MWB Milch BB Vers 29.9.1953 MB Familienzulagen Sozialpolitik BG20.6.1992FLG Kinderzulagen Kleinbauern-Familie, landwirtschaftliche Arbeitnehmer Haushaltzulage landwirtschaftliche Arbeitnehmer 88 57 Fläche Futtergetreide: 1.-10.ha 770Fr./ha übeMOha 560Fr./ha Körnerleguminosen 1260Fr./ha Anzahl Tiere, Kilogramm Lebendgewicht Grundbeitrag: 125Rp./kgl_G max: Kühe: 550Fr./Stk. Ochsen, Rinder: 500Fr./Stk. Stiere: 300Fr./Stk. Stückbeitrag für Mastremonten, je nach rassenreinem Blutanteil: 30-150Fr./Stk. 29

E. 33 Anzahl Tiere Duchschnittlicher Beitrag (von Qualität abhängig) 21 35 Fr./Tier 2,8 2,5 Anzahl Tiere Beitrag/Tier Trächtige Rinder/Kühe: 754 Fr Zuchtstiere: 374 Fr. Widder: 58 Fr. Ziegenböcke 62 Fr 56 57 Kilogramm abgelieferte Milch, Grundzulage: 4Rp./kg Sonderzulage für zu Hart- und Halbhartkäse verarb. Milch 7Rp./kg Kilogramm abgelieferte Milch Zulage: Industr. Verarbeitung: 2Rp./kg Gewerb. Verarbeitung: 3 Rp./kg 87 90 Anzahl der unterhaltenen Kinder Talgebiet: 1.und2Kind: 135Fr./Monat ab3. Kind: 140Fr./Monat Berggebiet: 1.und2.Kind: 155Fr./Monat ab3. Kind: 150Fr./Monat Zivilstandoder 100Fr./Monat unterhaltene Kinder Bemerkungen Versuchsweiser Anbau max. 2000ha Brot- und Futtergetreide 50 30 Entlastungskäufe für Zuchtstiere seit 1 . August 1 992 aufgehoben 42 44 nur die vom Bund erbrachten Leistungen Einkommensgrenze für selb- ständig erwerbende Landwirte Zur Frage 2: Der Interpellant verlangt einen Ueberblick der ausbezahlten Direktzahlungsarten und-beitrage für je einen typischen Berg- bzw. Talbetrieb. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf den Anhang 3 im 7. Landwirtschaftsbericht, wo wir ähnliche Berechnungen von Ausgleichszahlungen für Betriebe in ver- schiedenen Zonen angestellt haben. Grundsätzlich gilt es bei solchen Berechnungen zu bemerken, dass aufgrund der un- terschiedlichen Voraussetzung in unserem Land (Klima, Topo- graphie, Bodenbeschaffenheit, Betriebsgrösse usw.) keine einheitliche Produktionsstruktur vorliegt und damit kein typi- scher Betrieb stellvertretend für alle gelten kann. Für die folgenden Berechnungen der ausbezahlten Direktzah- lungen stützen wir uns auf die Betriebsstrukturdaten von soge- nannten Normalbetrieben des Tal- bzw. des Berggebietes. Die hierzu notwendigen Daten stammen von Testbetrieben, die jährlich im Rahmen der Auswertung von Buchhaltungsdaten durch die Eidgenössische Forschungsanstaltfür Betriebswirt- schaft und Landtechnik, Tänikon (FAT) erhoben werden. Bei den nachfolgend aufgeführten Daten der Normalbetriebe han- delt es sich somit um statistische Mittelwerte. Zudem müssen für die Berechnungen eigene Annahmen getroffen werden, nämlich betreffend die Produktionsformen (Extenso-Getreide, ökologische Ausgleichsflächen, Hochstamm-Feldobst usw.), Hangneigung, Bergzoneneinteilung und betreffend den Ver- kauf von Zucht- und Nutzvieh. Unsere Annahmen sind in der nachfolgenden Darstellung mit einem Stern (*) markiert

29. September 1993 N 1695 Interpellation Strahm Rudolf Betriebsstrukturdaten der Normalbetriebe Talgebiet Berggebiet BZ II* Bodennutzung: (Angaben in Hektaren) Landwirtschaftliche Nutzfläche 19,3 20,3 Wiesland 9,4 18,0 Alpweiden (in Normalflächen umgerechnet) - 0,9 Ackerbau: (offenes Ackerland 9,7 1,4

- Brotgetreide 3,2

- Futtergetreide 1,9 0,9

- Körnermais 0,5 -Silomais 1,3 0,2 -übriger Pflanzenbau 3,8 0,3 Hanglage (18 bis 35 Prozent Neigung) -* 6,0* Steillage (35 Prozent und mehr Neigung 0,5* 2,0* Obstanlage Anzahl Bäume 30,0* Tierbestand: (Total rauhfutterverzehrende GVE) 24,5 24,0 -Kühe(GVE) 16,5 14,4 -Aufzuchtvieh/Stiere (GVE) 7,0 9,4 -GrossesMastvieh (GVE) 0,9 0,1 -Schafe (GVE) 0,1 0,1 -Mastkälber (Stück) 1,2 0,2

- Aufzuchtschweine (Stück) 2,4 1,4

- Mastschweine (Stück) 11,1 5,8

- Legehennen (Stück) 15,5 9,1 Direktzahlungen (ohne Familienzulagen) im einzelnen Talgebiet Berggebiet BZ II* (in Fr.) (in Fr.) Kostenbeiträge - 8117 Flächenbeiträge 255 3 240 Sömmerungsbeiträge (nur Berg: 10 Kühe, 15 Rinder)* - 2225 Ergänzende Direktzahlungen (Art 31aLwG):

- Betriebsbeitrag (Grundbeitrag und Zusatzbeitrag fürTierhalter) 3500 4500

- Flächenbeiträge (Basis- und

- Grünlandbeitrag) 6 329 7 955 Beiträge für besonders ökologische Leistungen (Art 31 bLwG):

- Extensiv genutzte Wiesen (Tal: 0,5 ha; Berg: 1ha)* 400 600

- Hochstamm-Feldobstbäume (nurTal: 30 Bäume) 300 Produktionslenkung im Pflanzenbau:

- Extenso-Getreideproduktion (nur Futtergetreide)* 1520 720

- Anbauprämien 1463 693 -Ausgleichsbeiträge (nur Berg: 0,9 ha Futtergetreide; 0,2 ha Kartoffeln)* - 1096 Ausmerzbeiträge: (nur Berg: 3 Rinder)* - 1500 Viehexport: (nur Berg: Verkauf eines Rindes)* - 2000 Total Direktzahlungen (ohne Familienzulagen) 13 767 32 646 Nicht eingeschlossen sind ferner Kuhhalterbeiträge sowie all- fällige Beiträge für freiwillige Produktionsformen wie inte- grierte Produktion, biologischer Landbau, kontrollierte Frei- landhaltung und wenig intensive Wiesen. Die verschiedenen Direktzahlungsarten und -beitrage für die einzelnen Kategorien (Kuh, Kalb, Schwein usw.) können aus der Tabelle 1 entnommen werden. Zur Frage 3: Der Bundesrat hat im 7. Landwirtschaftsbericht eine Vereinfa- chung des agrarpolitischen Instrumentariums angekündigt (vgl. 7. Landwirtschaftsbericht, Abschnitt 359). Diese Arbeiten sind inzwischen aufgenommen und im Gange. Zu erwähnen sind beispielsweise:

- die Integration der Tierhalterbeiträge in die Direktzahlungen nach Artikel 31aLwG, -der graduelle Abbau der Ausmerzbeiträge beim Nutzvieh, der Anbauprämien sowie der Ausgleichsbeiträge im Pflan- zenbau. Neben den drei im Dezember 1992 vom Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement ernannten ausserparlamentari- schen Expertenkommissionen für Pflanzenbau, Viehwirtschaft und Agrarwirtschaft sind zurzeit auch interne Arbeitsgruppen der Verwaltung an der Ausarbeitung von Lösungen zur Verein- fachung im Sinne des Interpellanten. Ueber das Ergebnis dieser laufenden Arbeiten werden wir bei Gelegenheit orien- tieren. Es muss an dieser Stelle betont werden, dass eine absolute Vereinheitlichung der verschiedenen Direktzahlungen nicht zweckmässig wäre. Das heute geltende Bündel ist letztlich ein Abbild der grossen Vielfalt an unterschiedlichen Produktions- bedingungen in unserem Land; damit können auch die unter- schiedlichen agrarpolitischen Zielsetzungen präziser verfolgt werden. Eine zu starke Vereinheitlichung würde diesen An- sprüchen nicht gerecht werden. Im weiteren stösst die Verein- fachung auch da an Grenzen, wo grosse Umverteilungsef- fekte ausgelöst würden und entsprechend starke Widerstände zu erwarten wären (Kantone, Gemeinden, Verbände usw.). Ohne den oben erwähnten Arbeiten vorzugreifen, sehen wir für die Zukunft, im Sinne einer Vereinfachung, folgende Glie- derung der Direktzahlungen entsprechend ihren Hauptzielset- zungen:

1. Ergänzende Direktzahlungen Die ergänzenden Direktzahlungen entsprechen dem Konzept gemäss Artikel 31 a des Landwirtschaftsgesetzes (Aenderung vom 9. Oktober 1992). Sie dienen primär zur Sicherung der bäuerlichen Einkommen und sind eine Abgeltung für die er- brachten gemeinwirtschaftlichen Leistungen der Landwirt- schaft.

2. Ausgleichszahlungen für erschwerte Produktionsbedin- gungen (Hügel-und Berggebiet) Diese Gruppe von Direktzahlungen bezweckt eine Einkom- mensverbesserung für Landwirte im Hügel- und Berggebiet im Sinne von Artikel 2 des Landwirtschaftgesetzes. Sie sollen soweit möglich die Mehrkosten und Mindererträge, verursacht durch die erschwerten Produktionsbedingungen bzw. -Struk- turen, ausgleichen. Mit den eigenständigen «Ausgleichszah- lungen für erschwerte Produktionsbedingungen» können die regionalen Unterschiede (Berg-fTalgebiet) besser berücksich- tigt werden als bei der ersten Gruppe.

3. Oekologische Direktzahlungen Die ökologischen Direktzahlungen entsprechen dem Konzept gemäss Artikel 31 b des Landwirtschaftsgesetzes (Aenderung vom 9. Oktober 1992). Freiwillig erbrachte und näher bezeich- nete ökologische Leistungen der Landwirte, die über die ge- setzlichen Anforderungen hinausgehen, sollen mit finanziel- len Anreizen honoriert werden. Die heute bestehenden Pro- gramme (ökologischer Ausgleich, integrierte Produktion, bio- logischer Landbau, kontrollierte Freilandhaltung usw.) wer- den soweit nötig weiter ausgebaut und differenziert. Massnah- men, gestützt auf die Pflanzenbauverordnung, mit ähnlich ökologischer Zielsetzung sollen in die Oekobeitragsverord- nung nach Artikel 31 b LwG integriert werden.

4. Produktionsbezogene Direktzahlungen Zu dieserGruppe gehören Direktzahlungen mit folgender Ziel- setzung:

- Produktionslenkung (inkl. Extensivierung), z. B. Anbauprä- mien und Grünbrache-Beitrag; -Absatzsicherung, z. B. für Zucht- und Nutzvieh;

- Qualitätsverbesserung, z. B. Milch.

5. Sozialpolitisch motivierte Direktzahlungen In diese Gruppe gehören heute vor allem die Familienzulagen in Form von Kinder- und Haushaltszulagen an Bauernfamilien bzw. landwirtschaftliche Angestellte. Allfällige Direktzahlun- gen für Sozialmassnahmen - sie werden in einer der oben er- wähnten Expertenkommissionen studiert -, die zur Milderung sozialer Härten durch den Strukturwandel eingesetzt werden sollen, dürften künftig ebenfalls dieser Gruppe angehören. Erklärung des Interpellanten: befriedigt Déclaration de l'interpellateur: satisfait

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Strahm Rudolf Uebersicht über Direktzahlungen in der Landwirtschaft Interpellation Strahm Rudolf Contrôle sur les paiements directs dans l'agriculture In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 07 Séance Seduta Geschäftsnummer 93.3332 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 29.09.1993 - 08:00 Date Data Seite 1692-1695 Page Pagina Ref. No 20 023 188 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Interpellation Strahm Rudolf 1692 N 29 septembre 1993 Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 25. August 1993 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 25 août 1993 Le Conseil fédéral est prêt à accepter la motion. Ueberwiesen - Transmis #ST# 93.3221 Postulat Bürgi Landwirtschaftliche Preisbeschlüsse des Bundesrates Décisions du Conseil fédéral en matière de prix agricoles Wortlaut des Postulates vom 28. April 1993 Ist der Bundesrat bereit:

- zu überprüfen, ob durch diese Beschlüsse nicht innerhalb der einzelnen Bauernbetriebe eine enorme Umverteilung des Einkommens stattfindet und damit Betriebe in existenzbedro- hende Schwierigkeiten kommen;

- einen entsprechenden Bericht vorzulegen, welcher über die Auswirkungen Auskunft gibt;

- sofern notwendig, allfällige Korrekturen vorzunehmen? Texte du postulat du 28 avril 1993 Le Conseil fédéral est-il prêt:

- à examiner si les décisions qu'il a prises n'auront pas pour conséquence une énorme redistribution des revenus entre les exploitations agricoles, menaçant du même coup la survie de certaines d'entre elles?

- à rédiger un rapport dans lequel il donnera des informations sur la question? -enfin à opérer, le cas échéant, les corrections qui s'im- posent? Mitunterzeichner - Cosignataires: Blatter, Bühler Simeon, Co- lumberg, Engler, Gobet, Kühne, Leu Josef, Ruckstuhl, Schnider (9) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Einkommensbeschlüsse des Bundesrates vom 26. April 1993 haben für die Landwirtschaft insgesamt und für den ein- zelnen Betrieb im besonderen nicht absehbare Auswirkun- gen. Der Einkommensrückstand hat im vergangenen Jahr stark zugenommen und ist mit diesem Entscheid nicht ge- stoppt worden. Die 10 Rappen Milchpreisreduktion sind für den einzelnen Bauern ein zu grosser Schritt, da es nicht der einzige Einkommensabbau bedeutet. Weitere Reduktionen sind: Kürzung der Tierhalterbeiträge, Reduktion der Ausmerzbei- träge, tiefere Erlöse für Nutz- und Schlachtvieh. Die Brennobst- preise werden sich trotz dem EWR-Nein nicht mehr erholen. Gewässerschutz und Tierschutzmassnahmen zwangen den Bauern, durch hohe Baukosten den Betrieb zu verschulden. Ebenso sind die Produktionskosten stark gestiegen. Alle diese Verschlechterungen können mit den neuen Direkt- zahlungen im Einzelfall nicht kompensiert werden. Die neuen Preisbeschlüsse des Bundesrates werden voraussichtlich in der Landwirtschaft zu grossen Umverteilungen der Einkom- mensbestandteile unter den Betrieben führen. Es muss be- fürchtet werden, dass Regionen und Betriebe mit milchwirt- schaftlicher Ausrichtung benachteiligt werden. In gewissen Fällen könnte das zu einschneidenden Einkommensver- schlechterungen führen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 25. August 1993 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 25 août 1993 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 93.3332 Interpellation Strahm Rudolf Uebersicht über Direktzahlungen in der Landwirtschaft Contrôle sur les paiements directs dans l'agriculture Wortlaut der Interpellation vom 17. Juni 1993 Nach der Einführung der neuen Direktzahlungen nach den Ar- tikeln 31 a und 31 b LwG ist die Vielfalt der Kosten-, Bewirtschaf- tungs-, Tierhalter-Beiträge etc. in der Landwirtschaft noch un- übersichtlicher geworden und die Auflistung aller Subventi- onsarten im 7. Landwirtschaftsbericht ist überholt Wir bitten den Bundesrat, dem Parlament und der interessier- ten Oeffentlichkeit einen Ueberblick zu verschaffen und fol- gende Fragen zu beantworten:

1. Wir bitten um Auflistung sämtlicher in der Agrarpolitik ange- wandten (neuen und bisherigen) Direktzahlungsarten, und zwar mit Angabe des Subventionsobjekts, der Bemessungs- grundlage, der Beitragsansätze und der Auszahlungssumme im Jahr 1992 (bei den neuen Direktzahlungen: gemäss Bud- get 1993) für jede Beitragsart

2. Welche Direktzahlungsarten und -beitrage werden ins- gesamt, unter allen Direktzahlungs- und Subventionstiteln, ex- emplarisch bei einem typischen Bergbetrieb und einem typischen Talbetrieb zum Beispiel ausbezahlt für 1 Kuh, 1 Kalb, 1 Schwein, 1 Kleinvieheinheit, 1 Hektar typischer Kultu- ren (Rauhfutter, Mais, Gerste, Weizen, Kartoffeln)?

3. Was gedenkt der Bundesrat zu tun, um den Subventions- wirrwarr in der Agrarpolitik zu straffen und die Vielfalt der Bei- tragsarten zu vereinfachen? Texte cte l'interpellation du 17 juin 1993 A la suite de l'institution des nouveaux paiements directs aux termes des articles 31 a et 31 b de la loi sur l'agriculture, la di- versité des contributions versées dans l'agriculture pour cou- vrir les coûts au titre de l'aide aux exploitations et aux déten- teurs de bétail etc., s'est encore accrue; la liste des sortes de subventions établie dans le 7e rapport sur l'agriculture est de ce fait désuète. Nous prions le Conseil fédéral de présenter au Parlement et au public intéressé une vue d'ensemble de ces paiements et de répondre aux questions suivantes:

1. Nous le prions de dresser une liste de toutes les sortes (an- ciennes et nouvelles) de paiements directs qui sont utilisées dans l'agriculture, avec indication de l'objet de la subvention, des bases de calcul, des taux de contribution et de la somme versée en 1992 (pour les nouveaux paiements directs con- formément au budget de 1993) pour chaque forme de contri- bution.

29. September 1993 N 1693 Interpellation Strahm Rudolf

2. Quelles sont, au total, les formes classiques de paiements directs et de subventions qui sont versées, à divers titres, aune exploitation typique de montagne et à une exploitation typi- que de plaine, par exemple pour 1 vache, 1 veau, 1 cochon, 1 unité de petit bétail, 1 hectare réservé à une culture typique (fourrage grossier, maïs, orge, blé, pommes de terre)?

3. Qu'est-ce que le Conseil fédéral entend faire pour clarifier la situation et réduire la diversité des formes de subvention? Mitunterzeichner - Cosignataires: Baumann, Bäumlin, Bundi, Danuser, Eggenberger, Fankhauser, von Feiten, Goll, Gross Andreas, Haering Binder, Hafner Ursula, Hämmerle, Herczog, Jori, Ledergerber, Leemann, Leuenberger Ernst, Rechsteiner, Tschäppät Alexander, Vollmer, Züger (21) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 1. September 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 1er septembre 1993 Zur Frage 1 : Eine Auflistung der einzelnen Direktzahlungsarten mit ergän- zenden Informationen gibt Tabelle 1 : Tabelle 1 Direktzahlungen für die Landwirtschaft Direktzahlungsarten Subventionsobjekt primäres Ziel Rechtsgrundlage Kosten beitrage Einkommenspolitik Viehhalter im Berg- BG 28.6. 1974 Kosten- gebiet und in der vor- beiträge an Viehhalter alpinen Hügelzone Kuhhalterbeiträge Produktionslenkung Kuhhalter ohne BB 1 6.2. 1 988 MWB Verkehrsmilchproduktion Flächenbeiträge für Hanglagen Einkommenspolitik Bewirtschafter und Oekologie von Flächen in Hang- BG14.12.1978 und Steillagen Bewirtschaftungs- beiträge Sömmerungsbeiträge Einkommenspolitik und Bewirtschafter, Oekologie die einen Alp- oder BG 1 4. 1 2. 1 979 Sommerungsbetrieb Bewirtschaftungs- führen beitrage Bewirtschaftungsbeiträge für Trockenstandorte Angepasste Nutzung und Streuewiese von Trockenstand- Oekologie orten und Streue- BG 1.6.1 966 NHG flächen Ergänzende Direktzahlungen (31 a) Einkommenspolitik Bäuerliche Bewirt- BG 3. 1 0. 1 951 schafter eines Land- LwG Wirtschaftsbetriebes Oeko-Beiträge(31b) Oekologie Extensiv genutzte BG3.10.1951 LwG Wiesen auf Grünflächen, Streueland, Hecken und Feldgehölze Integrierte Produktion Biologischer Landbau Kontrollierte Freiland- haltung von Nutztieren Bemessungs- Beitragssatz Auszahlungssumme grundlage in Mio. Franken 1992 1993 (B) 273 283 Anzahl Grossvieh- Rindvieh Schafe, einheilen (GVE) Schweine Ziegen inGVE in GVE VHZ 210 Fr. 260 Fr. BZ l 380 Fr. 470 Fr. BZ II 620 Fr. 790 Fr. BZ III 850 Fr. 11 00 Fr. BZ IV 11 00 Fr. 1430 Fr. 122 121 Kuhzahl ab 1.1 1.1993 fürdie2.-10. Kuh

- Bergzone II-IV 1500 Fr. -übrige Gebiete 1400 Fr. fürdie11.-20. Kuh 1400 Fr. fürdie21.-50. Kuh 900 Fr. ab 51. Kuh 450 Fr. 109 110 Fläche Im Berggebiet und voralpine Hügelzone Hanglagen 18-35% 370Fr./ha Steillagen > 35% 510Fr./ha Weideland 110Fr./ha Ausserhalb Berggebiet und voralpine Hügelzone Steillagen > 35% 510Fr./ha 35 35 Anzahl gesömmerte 12 Kategorien Tiere (Rindvieh, 40-1 70 Fr. je GVE Ziegen, Pferde, Schafe) 6 10 Fläche max. Gesamtbeitrag: 1500 Fr. /ha 599 Betrieb, landwirtschaftliche Betriebsbeitrag: Nutzfläche (LN) Grundbeitrag je Betrieb: AZundEUZ 1000 Fr. UZ und VHZ 1500 Fr. BZ I-IV 2000 Fr. Zusatzbeitrag für Tierhalter 2500 Fr. pro Betrieb Betriebsbeitrag abgestuft 3 -4ha 40% 4,01-6 ha 60% 6,01-8 ha 80% 8,01-9ha 90% Flächenbeitrag: Basisbeitrag 250 Fr./ha Grünlandbeitrag 160 Fr./ha 56 Fläche OekologischerAusgleich AZbisVHZ 800Fr./ha BZ l und II 600 Fr./ha BZ III und IV 450 Fr./ha Anzahl Hochstamm-Feldobst- Bäume bäume Pro Baum 1 0 Fr. Fläche Ackerfl./ 400 Fr./ha Spez.-Kulturen übrige LN 100 Fr./ha Betrieb Gesamtbetr. IP max: 1 000 Fr. Betr. Fläche Ackerfl./ Spez. -Kulturen 600 Fr./ha übrige LN 150 Fr./ha Anzahl Tiere (in GVE) 1 0 Nutztierkategorien Tiere Rindergattung 60 Fr./GVE Uebr. Rauhfutter- 30 Fr./GVE verzehr Tiere 30 Fr./GVE Schweine 70 Fr./GVE Geflügel 100 Fr./GVE Bemerkungen min. 1 GVE, max. 15GVE/Betrieb, ausreichende Futtergrundlage, Einkommens- und Vermögens- grenze ausreichende Futtergrundlage, Beitragshöhe abhängig von der Milchpreisentwicklung Einkommens- und Vermögens- grenzen Einkommens- und Vermögens- grenzen, genutztes Weideland muss innerhalb der Berg- zonen I-IV liegen Finanzielle Beteiligung der Kan- tone ist Voraussetzung, Verein- barung zwischen Bewirtschafter und Kanton, Nutzungs- beschränkungen Bewirtschaftung von min. 3ha anrechenbare LN .keine Be- triebe der öffentlichen Hand, nicht mehrals7bzw. 12 AK, nicht älter als 65 Jahre, Einkommensgrenze für das landwirtschaftliche Ein- kommen, mindestens 5 GVE maximal für 50 ha LN nur für Wies- und Weideland nur Mähnutzung, geregelte Schnittzeiten, max. 10ha pro Betrieb keine Obstanlagen, min. 20, max. 300 Bäume/Betrieb Einhaltung anerkannter IP-Regeln Einhaltung anerkannter Bio-Regeln Einhaltung anerkannter Regeln derKF

Interpellation Strahm Rudolf 1694 N 29 septembre 1993 Direktzahlungsarten Subventionsobjekt primäres Ziel Rechtsgrundlage Bemessungs- Beitragssatz Auszahlungssumme grundlage in Mio. Franken 1992 1993 (B) Lenkungsmassnahmen Pflanzenbau Stillegung von Ackerland Extensivierung und als: Oekologie -OekologischeAus- Fläche AZ-VHZ 3000Fr./ha 1.6 5 BG3.10.1951 gleichsfläche 2300Fr./ha BG20.3.1959GetrG -Grünbrache Fläche BZ 3000Fr./ha Nachwachsende Fläche Gras und 3000Fr./ha - 10 Rohstoffe Feldholz 1500Fr./ha AZ-VHZ 600Fr./ha Wenig intensiv genutzes Fläche BZ l und II 450Fr./ha 9 9 Wiesland BZ IM und IV 300Fr./ha Extensive Getreideproduktion Fläche 800Fr./ha 47 46 Ausgleichsbeiträgefür Fläche 70%vom Durchschnitt je ha/UN 64 48 erschwerte Produktionsbedingungen bezogene Beiträge 1 990 und 1 991 Anbauprämien Produktionslenkung Futtergetreide und BG 3. 1 0. 1 951 LwG Körnerleguminosen Ausmerzbeiträge Absatzsicherung Absatz von Nutzvieh BG 15. 6. 1962 VI AG (v. a Rindvieh) Beiträge für den Viehexport Absatzsicherung Export von Zucht- und BG 15.6. 1962 VIAG Nutzvieh Entlastungskäufe Absatzsicherung Abbau von kurzfristigen BG 1 5. 6. 1 962 VIAG Ueberangebot von Zucht- und Nutzvieh Siloverbotsentschädigung Qualitätsproduktion Milcheinlieferung in Silo- BB 1 6. 1 2. 1 988 MWB Verbotszonen BB Vers 29. 9. 1953 MB (1.11. -31. 3.) Zulage für verkäste Milch Qualitätsproduktion Ganzjährlich verkäste BB 16. 12. 1988 MWB Milch BB Vers 29.9.1953 MB Familienzulagen Sozialpolitik BG20.6.1992FLG Kinderzulagen Kleinbauern-Familie, landwirtschaftliche Arbeitnehmer Haushaltzulage landwirtschaftliche Arbeitnehmer 88 57 Fläche Futtergetreide: 1.-10.ha 770Fr./ha übeMOha 560Fr./ha Körnerleguminosen 1260Fr./ha Anzahl Tiere, Kilogramm Lebendgewicht Grundbeitrag: 125Rp./kgl_G max: Kühe: 550Fr./Stk. Ochsen, Rinder: 500Fr./Stk. Stiere: 300Fr./Stk. Stückbeitrag für Mastremonten, je nach rassenreinem Blutanteil: 30-150Fr./Stk. 29 33 Anzahl Tiere Duchschnittlicher Beitrag (von Qualität abhängig) 21 35 Fr./Tier 2,8 2,5 Anzahl Tiere Beitrag/Tier Trächtige Rinder/Kühe: 754 Fr Zuchtstiere: 374 Fr. Widder: 58 Fr. Ziegenböcke 62 Fr 56 57 Kilogramm abgelieferte Milch, Grundzulage: 4Rp./kg Sonderzulage für zu Hart- und Halbhartkäse verarb. Milch 7Rp./kg Kilogramm abgelieferte Milch Zulage: Industr. Verarbeitung: 2Rp./kg Gewerb. Verarbeitung: 3 Rp./kg 87 90 Anzahl der unterhaltenen Kinder Talgebiet: 1.und2Kind: 135Fr./Monat ab3. Kind: 140Fr./Monat Berggebiet: 1.und2.Kind: 155Fr./Monat ab3. Kind: 150Fr./Monat Zivilstandoder 100Fr./Monat unterhaltene Kinder Bemerkungen Versuchsweiser Anbau max. 2000ha Brot- und Futtergetreide 50 30 Entlastungskäufe für Zuchtstiere seit 1 . August 1 992 aufgehoben 42 44 nur die vom Bund erbrachten Leistungen Einkommensgrenze für selb- ständig erwerbende Landwirte Zur Frage 2: Der Interpellant verlangt einen Ueberblick der ausbezahlten Direktzahlungsarten und-beitrage für je einen typischen Berg- bzw. Talbetrieb. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf den Anhang 3 im 7. Landwirtschaftsbericht, wo wir ähnliche Berechnungen von Ausgleichszahlungen für Betriebe in ver- schiedenen Zonen angestellt haben. Grundsätzlich gilt es bei solchen Berechnungen zu bemerken, dass aufgrund der un- terschiedlichen Voraussetzung in unserem Land (Klima, Topo- graphie, Bodenbeschaffenheit, Betriebsgrösse usw.) keine einheitliche Produktionsstruktur vorliegt und damit kein typi- scher Betrieb stellvertretend für alle gelten kann. Für die folgenden Berechnungen der ausbezahlten Direktzah- lungen stützen wir uns auf die Betriebsstrukturdaten von soge- nannten Normalbetrieben des Tal- bzw. des Berggebietes. Die hierzu notwendigen Daten stammen von Testbetrieben, die jährlich im Rahmen der Auswertung von Buchhaltungsdaten durch die Eidgenössische Forschungsanstaltfür Betriebswirt- schaft und Landtechnik, Tänikon (FAT) erhoben werden. Bei den nachfolgend aufgeführten Daten der Normalbetriebe han- delt es sich somit um statistische Mittelwerte. Zudem müssen für die Berechnungen eigene Annahmen getroffen werden, nämlich betreffend die Produktionsformen (Extenso-Getreide, ökologische Ausgleichsflächen, Hochstamm-Feldobst usw.), Hangneigung, Bergzoneneinteilung und betreffend den Ver- kauf von Zucht- und Nutzvieh. Unsere Annahmen sind in der nachfolgenden Darstellung mit einem Stern (*) markiert

29. September 1993 N 1695 Interpellation Strahm Rudolf Betriebsstrukturdaten der Normalbetriebe Talgebiet Berggebiet BZ II* Bodennutzung: (Angaben in Hektaren) Landwirtschaftliche Nutzfläche 19,3 20,3 Wiesland 9,4 18,0 Alpweiden (in Normalflächen umgerechnet) - 0,9 Ackerbau: (offenes Ackerland 9,7 1,4

- Brotgetreide 3,2

- Futtergetreide 1,9 0,9

- Körnermais 0,5 -Silomais 1,3 0,2 -übriger Pflanzenbau 3,8 0,3 Hanglage (18 bis 35 Prozent Neigung) -* 6,0* Steillage (35 Prozent und mehr Neigung 0,5* 2,0* Obstanlage Anzahl Bäume 30,0* Tierbestand: (Total rauhfutterverzehrende GVE) 24,5 24,0 -Kühe(GVE) 16,5 14,4 -Aufzuchtvieh/Stiere (GVE) 7,0 9,4 -GrossesMastvieh (GVE) 0,9 0,1 -Schafe (GVE) 0,1 0,1 -Mastkälber (Stück) 1,2 0,2

- Aufzuchtschweine (Stück) 2,4 1,4

- Mastschweine (Stück) 11,1 5,8

- Legehennen (Stück) 15,5 9,1 Direktzahlungen (ohne Familienzulagen) im einzelnen Talgebiet Berggebiet BZ II* (in Fr.) (in Fr.) Kostenbeiträge - 8117 Flächenbeiträge 255 3 240 Sömmerungsbeiträge (nur Berg: 10 Kühe, 15 Rinder)* - 2225 Ergänzende Direktzahlungen (Art 31aLwG):

- Betriebsbeitrag (Grundbeitrag und Zusatzbeitrag fürTierhalter) 3500 4500

- Flächenbeiträge (Basis- und

- Grünlandbeitrag) 6 329 7 955 Beiträge für besonders ökologische Leistungen (Art 31 bLwG):

- Extensiv genutzte Wiesen (Tal: 0,5 ha; Berg: 1ha)* 400 600

- Hochstamm-Feldobstbäume (nurTal: 30 Bäume) 300 Produktionslenkung im Pflanzenbau:

- Extenso-Getreideproduktion (nur Futtergetreide)* 1520 720

- Anbauprämien 1463 693 -Ausgleichsbeiträge (nur Berg: 0,9 ha Futtergetreide; 0,2 ha Kartoffeln)* - 1096 Ausmerzbeiträge: (nur Berg: 3 Rinder)* - 1500 Viehexport: (nur Berg: Verkauf eines Rindes)* - 2000 Total Direktzahlungen (ohne Familienzulagen) 13 767 32 646 Nicht eingeschlossen sind ferner Kuhhalterbeiträge sowie all- fällige Beiträge für freiwillige Produktionsformen wie inte- grierte Produktion, biologischer Landbau, kontrollierte Frei- landhaltung und wenig intensive Wiesen. Die verschiedenen Direktzahlungsarten und -beitrage für die einzelnen Kategorien (Kuh, Kalb, Schwein usw.) können aus der Tabelle 1 entnommen werden. Zur Frage 3: Der Bundesrat hat im 7. Landwirtschaftsbericht eine Vereinfa- chung des agrarpolitischen Instrumentariums angekündigt (vgl. 7. Landwirtschaftsbericht, Abschnitt 359). Diese Arbeiten sind inzwischen aufgenommen und im Gange. Zu erwähnen sind beispielsweise:

- die Integration der Tierhalterbeiträge in die Direktzahlungen nach Artikel 31aLwG, -der graduelle Abbau der Ausmerzbeiträge beim Nutzvieh, der Anbauprämien sowie der Ausgleichsbeiträge im Pflan- zenbau. Neben den drei im Dezember 1992 vom Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement ernannten ausserparlamentari- schen Expertenkommissionen für Pflanzenbau, Viehwirtschaft und Agrarwirtschaft sind zurzeit auch interne Arbeitsgruppen der Verwaltung an der Ausarbeitung von Lösungen zur Verein- fachung im Sinne des Interpellanten. Ueber das Ergebnis dieser laufenden Arbeiten werden wir bei Gelegenheit orien- tieren. Es muss an dieser Stelle betont werden, dass eine absolute Vereinheitlichung der verschiedenen Direktzahlungen nicht zweckmässig wäre. Das heute geltende Bündel ist letztlich ein Abbild der grossen Vielfalt an unterschiedlichen Produktions- bedingungen in unserem Land; damit können auch die unter- schiedlichen agrarpolitischen Zielsetzungen präziser verfolgt werden. Eine zu starke Vereinheitlichung würde diesen An- sprüchen nicht gerecht werden. Im weiteren stösst die Verein- fachung auch da an Grenzen, wo grosse Umverteilungsef- fekte ausgelöst würden und entsprechend starke Widerstände zu erwarten wären (Kantone, Gemeinden, Verbände usw.). Ohne den oben erwähnten Arbeiten vorzugreifen, sehen wir für die Zukunft, im Sinne einer Vereinfachung, folgende Glie- derung der Direktzahlungen entsprechend ihren Hauptzielset- zungen:

1. Ergänzende Direktzahlungen Die ergänzenden Direktzahlungen entsprechen dem Konzept gemäss Artikel 31 a des Landwirtschaftsgesetzes (Aenderung vom 9. Oktober 1992). Sie dienen primär zur Sicherung der bäuerlichen Einkommen und sind eine Abgeltung für die er- brachten gemeinwirtschaftlichen Leistungen der Landwirt- schaft.

2. Ausgleichszahlungen für erschwerte Produktionsbedin- gungen (Hügel-und Berggebiet) Diese Gruppe von Direktzahlungen bezweckt eine Einkom- mensverbesserung für Landwirte im Hügel- und Berggebiet im Sinne von Artikel 2 des Landwirtschaftgesetzes. Sie sollen soweit möglich die Mehrkosten und Mindererträge, verursacht durch die erschwerten Produktionsbedingungen bzw. -Struk- turen, ausgleichen. Mit den eigenständigen «Ausgleichszah- lungen für erschwerte Produktionsbedingungen» können die regionalen Unterschiede (Berg-fTalgebiet) besser berücksich- tigt werden als bei der ersten Gruppe.

3. Oekologische Direktzahlungen Die ökologischen Direktzahlungen entsprechen dem Konzept gemäss Artikel 31 b des Landwirtschaftsgesetzes (Aenderung vom 9. Oktober 1992). Freiwillig erbrachte und näher bezeich- nete ökologische Leistungen der Landwirte, die über die ge- setzlichen Anforderungen hinausgehen, sollen mit finanziel- len Anreizen honoriert werden. Die heute bestehenden Pro- gramme (ökologischer Ausgleich, integrierte Produktion, bio- logischer Landbau, kontrollierte Freilandhaltung usw.) wer- den soweit nötig weiter ausgebaut und differenziert. Massnah- men, gestützt auf die Pflanzenbauverordnung, mit ähnlich ökologischer Zielsetzung sollen in die Oekobeitragsverord- nung nach Artikel 31 b LwG integriert werden.

4. Produktionsbezogene Direktzahlungen Zu dieserGruppe gehören Direktzahlungen mit folgender Ziel- setzung:

- Produktionslenkung (inkl. Extensivierung), z. B. Anbauprä- mien und Grünbrache-Beitrag; -Absatzsicherung, z. B. für Zucht- und Nutzvieh;

- Qualitätsverbesserung, z. B. Milch.

5. Sozialpolitisch motivierte Direktzahlungen In diese Gruppe gehören heute vor allem die Familienzulagen in Form von Kinder- und Haushaltszulagen an Bauernfamilien bzw. landwirtschaftliche Angestellte. Allfällige Direktzahlun- gen für Sozialmassnahmen - sie werden in einer der oben er- wähnten Expertenkommissionen studiert -, die zur Milderung sozialer Härten durch den Strukturwandel eingesetzt werden sollen, dürften künftig ebenfalls dieser Gruppe angehören. Erklärung des Interpellanten: befriedigt Déclaration de l'interpellateur: satisfait

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Strahm Rudolf Uebersicht über Direktzahlungen in der Landwirtschaft Interpellation Strahm Rudolf Contrôle sur les paiements directs dans l'agriculture In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 07 Séance Seduta Geschäftsnummer 93.3332 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 29.09.1993 - 08:00 Date Data Seite 1692-1695 Page Pagina Ref. No 20 023 188 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.