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93.3061

Ch Vb · 1993-03-02 · Deutsch CH
Erwägungen (5 Absätze)

E. 1 Wie weit sind die bilateralen Gespräche vorangekommen?

E. 2 Zeigen sich Widerstände bei den bilateralen Verhand- lungen?

E. 3 Was muss unser Land unternehmen, um möglichst rasch ein Abkommen abschliessen zu können?

E. 4 Wie beurteilt der Bundesrat die Chancen eines Abkommens und in welchem Zeitrahmen?

E. 5 D'ici à la conclusion d'un accord bilatéral, dans quelle me- sure la Suisse pourra-t-elle continuer à participer aux program- mes de recherche et d'éducation de la CE au même titre qu'avant le 6 décembre 1992? Mitunterzeichner- Cosignataires: Bisig, Ruesch, Schoch (3) Iten Andreas: Ich bin Frau Bundesrätin Dreifuss sehr dankbar, wenn sie uns über den aktuellen Stand der Verhandlungen mit der Europäischen Gemeinschaft betreffend Forschungs- und Bildungsprogramme der EG für die Jahre 1993 bis 1996 infor- miert und die Fragen der Interpellation beantwortet Es ist für die Schweiz, die den EWR-Vertrag abgelehnt hat, in- teressant zu verfolgen, wie sich die EG der Schweiz als einem kleinen Land gegenüber verhält Noch vor der EWR-Abstim- mung wurde die Beteiligung an den Forschungs- und Bil- dungsprogrammen als Modellfall des Dialogs kleiner Länder mit der EG gelobt Die Weiterführung der Zusammenarbeit auf diesem Sektor von seilen der EG ist für die Schweiz einerseits ein Testfall für den ernsthaften Willen der Gemeinschaft, skep- tische Nationen zur Integration zu animieren; andererseits be- deutet die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung einen Brückenschlag zur Europäischen Gemeinschaft Wenn der Weg über die Wirtschaftspolitik heute noch nicht zum Ziele führt, so könnte der Weg über die Forschung, die Bildung und die Kultur die Schweiz näher an Europa heranführen. Nun hören wir aber von seilen der «Kohäsionsländer», offen- bar von Spanien und Portugal, dass die EG kein «Büffet» sei, an dem sich jeder bedienen könne. Wenn sich die Schweiz an der Forschung beteiligen wolle, so müsse sie sich auch an den «Kohäsionstöpfen» beteiligen. Dieser abwehrenden und fordernden Haltung können wir keine Sympalhie abgewinnen. Einerseils bezahll die Schweiz die Beteiligung an den Pro- grammen; andererseils muss man aus einer solchen Hallung die Drohung der Slärkeren herauslesen, die bei den Bürgerin- nen und Bürgern eines kleinen Landes stets den Stolz verielzl und negalive Gefühle auslöst Gerade bei der Beteiligung an den Forschungsprogrammen könnte die EG die angemes- sene Psychologie im Umgang mil den kleinen Ländern enl- wickeln, die ihr für das grosse Inlegrationsunternehmen dien- lich und förderlich sein kann. Eine Schweiz, die abseils steht, ist ein Stachel im Fleisch und auf die Dauer ein unbequemer Spiegel. Demokraten anderer Länder könnte das Beispiel der Schweiz zu einer Krilik anregen, wie sich Ralf Dahrendorf über den Maastrichter Vertrag äusserte, als er sagte, es handle sich eher um eine bürokratische Verschwörung als um eine ge- meinsame Ausübung von Souveränität durch demokratische Länder. Wenn die EG lernt, das schweizerische Nein zum EWR positiv zu interprelieren, dann geschiehl dies nichl zu ihrem Scha- den, sondern eher zu ihrem Nulzen. Das Unbehagen der klei- nen Länder und vieler Regionalisten gegenüber der EG be- zieht sich nämlich auf Ideologie, Denkweise und Handlungs- methoden und auf die Struktur und den Aktionsstil der Brüsse- ler Administralion. Es wird vermulel, dass ein Machlkreislauf zwischen Bürokralie, slaallichen Verwallungen sowie Wirt- schaft und ihren Interessenvertrelern institulionalisiert werde. Wenn sich die EG nun gerade in der Forschungs- und Bil- dungspolilik gegenüber der Schweiz «sperrig» zeigen sollte, wird dieser Eindruck verstärkt und das Bild der EG negativ ver- festigt Es darf dann nicht verwundern, wenn die Macher der EG als «Ingenieure der Integralion», wie Karl Schmid schon vor vielen Jahren sagte, verteufell werden. Die Schweiz isl ein Teil von Europa und will es bleiben. Sie isl von ihrer Lage, ihrer Geschichte und von ihrer Kultur her zu- tiefst europäisch. Wir denken trolz des EWR-Neins nicht an eine Abschottung, an eine hermetische Abschliessung und ei- nen engslirnigen Separalismus. Die Minister, die das Dossier Forschungs- und Bildungsprogramme behandeln, müsslen erkennen - und die schweizerische Verhandlungsdelegalion müssle dies zu erkennen geben -, dass sich gerade auf die- sem Gebiel modellhaft die Chance der Zusammenarbeil und des innovaliven Dialogs eröffnet Damil wird der Weg geebnel, das Misslrauen wird abgebaul, und die Vorzüge der Koopera- lion werden sichtbar. Ich danke der Schweizer Delegation und vor allem Slaalsse- krelär Heinrich Ursprung für die konsequente und zielstrebige Verhandlung mit dem klaren Ziel, durch bilaterale Kontakle zu posiliven Ergebnissen zu kommen. Ich appelliere aber auch an die Forschungsminister und an den Minislerral, gerade auf diesem so wichligen Gebiet gegenüber der Schweiz Finger- spitzengefühl zu zeigen. Bei solchen Verhandlungen, die der EG schliesslich auch Vorteile bringen, zeigt sich das diploma- tische Geschick der Europäischen Gemeinschaft der Schweiz gegenüber, die ja gerade an einem Exempel statuieren will, dass sie sich nicht in den Schmollwinkel zurückgezogen hat Wenn es der EG ernst damit isl, auch die Schweiz in den Inte- gralionsprozess hineinzunehmen, dann öffnet sie den Weg durch Verhandlungen. Ich danke Ihnen im voraus für die Beantwortung meiner Fragen. Mme Dreifuss, conseillère fédérale: Je remercie M. Iten An- dreas des aimables paroles qu'il a eues à l'intention de M. Ursprung, secrélaire d'Elat, pour la façon effectivemenl orienlée vers le succès avec laquelle il mène les conlacls avec la Communauté européenne.

I.Juni 1993 313 Interpellation Iten Andreas Nous avons, dans notre réponse écrite, donné toutes les éta- pes de ces contacts, telles qu'elles ont eu lieu jusqu'à présent. Je peux uniquement compléter - et cela expliquera peut-être aussi la raison pour laquelle je considère que l'attitude de la Communauté est beaucoup plus positive que votre commen- taire ne l'a laissé entendre-qu'effectivement un expert suisse, M. Zinsli, vice-directeur de l'Office fédéral de l'éducation et de la science, a pu participer en tant qu'expert à une réunion, qui vient d'avoir lieu, du Comité de recherche scientifique et tech- nique (Crest), qui est le Comité consultatif de la Commission et du Conseil des ministres; cela montre l'intérêt que l'on ac- corde à la participation de l'expertise suisse. M. Zinsli a non seulement pu apporter son expérience et ses connaissances dans un groupe qui s'efforce de préparer le quatrième pro- gramme-cadre, alors qu'il n'est pas encore assuré que nous puissions en être, mais il a encore pu s'exprimer au nom de la Suisse, c'est-à-dire faire valoir le point de vue de notre pays. De même, la position des ministres de la recherche qui souhai- tent effectivement la participation accrue des pays de l'AELE au programme-cadre et qui cherchent la voie qui permette de prendre l'ensemble des pays de l'AELE et non seulement ceux qui auront ratifié l'Accord sur l'EEE, montre qu'il y a là une vo- lonté positive de collaboration avec la Suisse. Il est cependant compréhensible que ces négociations se situent dans un en- semble et que la Communauté est actuellement d'abord préoccupée par la mise en place de l'Espace économique eu- ropéen, ce qui ne lui permet pas de donner la priorité aux né- gociations avec la Suisse. Je crois donc que nos réponses donnent à la fois un état lucide, mais certainement pas pessi- miste, de la fin de ces négociations. C'est en montrant à la fois de la compréhension pour la façon dont nous jouissons malgré tout d'un statut particulièrement favorable et pour le fait que nous ne pouvons pas demander un traitement prioritaire pour la Suisse dans la situation ac- tuelle de la Communauté que j'aimerais donner l'état de nos efforts à ce jour dans le domaine de la recherche. Je crois que nous avons des raisons d'espérer que ces négo- ciations aboutiront; je ne peux pas en dire davantage au- jourd'hui. Iten Andreas: Die Antwort von Frau Bundesrätin Dreifuss ist sehr kurz ausgefallen. Sie sind auf die einzelnen gestellten Fragen nicht eingegangen. Ich habe jedoch einen Bericht ge- lesen, in dem Sie diese Fragen in einem anderen Zusammen- hang beantwortet haben. Es hätte mich trotzdem interessiert, ob diese Forderungen der «Kohäsionsländer» - offenbar Spa- nien und Portugal - immer noch aufrechterhalten werden. Sind diese Länder der Meinung, die Schweiz könne an diesen Programmen nur partizipieren, wenn wir auch etwas in den Kohäsionsfonds hineingeben? Das würde bedeuten, dass diese Programme nicht zum Zuge kommen, dass wir draus- sen stehenbleiben und dass wir nicht das Resultat erhalten, das Sie sich wünschen. Es wäre interessant für mich, wenn Sie diese Frage beantwor- ten könnten. Im übrigen entnehme ich Ihrer Antwort, dass der feste Wille des Bundesrates vorhanden ist, zu Ergebnissen zu kommen. Es ist auch so, dass Herr Ursprung bereits Verhandlungen auf- genommen hat, dass der Bundesrat demnächst wieder in Brüssel vorstellig werden wird. Deshalb hoffe ich, dass wir spä- testens im Juli von guten Resultaten hören werden. Ich will nicht weiter insistieren, es wäre aber interessant, wenn Sie diese Fragen noch behandeln könnten. M™ Dreifuss, conseillère fédérale: II est clair que, depuis le 24 décembre 1992 où les premières démarches ont été entre- prises par M. Cotti, conseillerfédéral, dans le sens d'une infor- mation faite à Bruxelles sur le voeu de la Suisse de participer pleinement aux programmes communautaires de recherche et d'éducation, les négociations se sont poursuivies, y com- pris dans le comité mixte qui nous lie à la Communauté, par toute une série de contacts bilatéraux auxquels a procédé jus- tement M. Ursprung, secrétaire d'Etat, ce qui lui a permis de visiter tous les Etats membres de la CE. Le résultat de ces né- gociations a été confirmé encore, ainsi que l'attitude de la Suisse, par une lettre que j'ai adressée à l'ensemble des mi- nistres de la Communauté en charge de la recherche. Je vous donnais tout simplement le dernier état de ces contacts qui sont à la fois cette décision positive du 29 avril 1993 et l'attitude très positive que l'on remarque dans la préparation, y compris encore une fois par la participation d'un expert suisse à la pré- paration du quatrième programme. Donc, la Communauté a une attitude d'écoute par rapport à notre voeu, et nous formu- lons avec une très grande clarté notre souhait de participer aux activités de recherche. A la question que vous posez, à savoir dans quelle mesure nous pouvons effectivement mener ces négociations sans qu'il y ait interférence d'autres sujets ou souhaits de la part de pays membres de la Communauté à l'égard de la Suisse, je ne peux pas, au stade actuel, apporter effectivement une ré- ponse. Tout ce que nous savons, c'est que notre désir de dis- cussion sur ce thème est annoncé, qu'il est compris par les ministres en charge de la recherche dans les pays de la Com- munauté, que nous pouvons en parler, mais quant à savoir dans quelle mesure cela sera lié par le voeu de la Commu- nauté à d'autres sujets d'intérêt bilatéral, nos négociateurs l'ignorent actuellement. La question que vous posez est la question fondamentale de l'avenir et du succès de ces négociations bilatérales. Je pense malgré tout que les éléments d'information que je vous ai don- nés démontrent que, dans le domaine de la recherche, le cli- mat entre nous et nos partenaires de la Communauté est posi- tif. C'est dans ce sens qu'un certain optimisme est, à mon avis, justifié. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort befriedigt Schluss der Sitzung um 20.00 Uhr La séance est levée à 20 h 00

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Iten Andreas Forschungs- und Bildungsprogramme der EG. Beteiligung der Schweiz Interpellation Iten Andreas Programme de recherche et d'éducation de la CE. Participation de la Suisse In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 01 Séance Seduta Geschäftsnummer 93.3061 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 01.06.1993 - 18:15 Date Data Seite 312-313 Page Pagina Ref. No 20 023 018 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Interpellation Iten Andreas 312 1er juin 1993 #ST# 93.3061 Interpellation Iten Andreas Forschungs- und Bildungsprogramme der EG. Beteiligung der Schweiz Programme de recherche et d'éducation de la CE. Participation de la Suisse Wortlaut der Interpellation vom 2. März 1993 In der Dezembersession hat der Nationalrat einen Verpflich- tungskredit von 477 Millionen Franken für die integrale Beteili- gung der Schweiz an den Forschungs- und Bildungsprogram- men der EG verabschiedet In der Botschaft wurde darauf hin- gewiesen, dass im Falle einer Ablehnung des EWR-Vertrages das Ziel der integralen Programmbeteiligung auf bilateralem Weg angestrebt wird. Herr Bundesrat Cotti hat denn auch in Brüssel entsprechende Sondierungsgespräche geführt Ich frage den Bundesrat an:

1. Wie weit sind die bilateralen Gespräche vorangekommen?

2. Zeigen sich Widerstände bei den bilateralen Verhand- lungen?

3. Was muss unser Land unternehmen, um möglichst rasch ein Abkommen abschliessen zu können?

4. Wie beurteilt der Bundesrat die Chancen eines Abkommens und in welchem Zeitrahmen?

5. Inwiefern kann die Schweiz sich in der Form, wie dies vor dem 6. Dezember 1992 möglich war, bis zum Abschluss eines bilateralen Vertrages weiter an den EG-Forschungs- und -Bil- dungsprogrammen beteiligen? Texte de l'interpellation du 2 mars 1993 Lors de la session de décembre, le Conseil national a ap- prouvé un crédit d'engagement de 477 millions de francs pour la participation intégrale de la Suisse aux programmes de re- cherche et d'éducation de la CE. Dans le message à ce sujet, le Conseil fédéral a souligné que, en cas de rejet de l'Accord sur l'EEE, il chercherait, par voie bilatérale, à faire en sorte que la Suisse puisse participer intégralement aux programmes précités. M. Cotti, conseiller fédéral, a d'ailleurs mené des entretiens exploratoires à Bruxelles. Je pose les questions suivantes au Conseil fédéral:

1. A quel stade en sont les entretiens bilatéraux?

2. Les négociations bilatérales ont-elles suscité des opposi- tions?

3. Que doit entreprendre notre pays pour pouvoir conclure un accord au plus vite?

4. De l'avis du Conseil fédéral, quelles sont les chances pour qu'un accord soit conclu, et dans quel délai le serait-il?

5. D'ici à la conclusion d'un accord bilatéral, dans quelle me- sure la Suisse pourra-t-elle continuer à participer aux program- mes de recherche et d'éducation de la CE au même titre qu'avant le 6 décembre 1992? Mitunterzeichner- Cosignataires: Bisig, Ruesch, Schoch (3) Iten Andreas: Ich bin Frau Bundesrätin Dreifuss sehr dankbar, wenn sie uns über den aktuellen Stand der Verhandlungen mit der Europäischen Gemeinschaft betreffend Forschungs- und Bildungsprogramme der EG für die Jahre 1993 bis 1996 infor- miert und die Fragen der Interpellation beantwortet Es ist für die Schweiz, die den EWR-Vertrag abgelehnt hat, in- teressant zu verfolgen, wie sich die EG der Schweiz als einem kleinen Land gegenüber verhält Noch vor der EWR-Abstim- mung wurde die Beteiligung an den Forschungs- und Bil- dungsprogrammen als Modellfall des Dialogs kleiner Länder mit der EG gelobt Die Weiterführung der Zusammenarbeit auf diesem Sektor von seilen der EG ist für die Schweiz einerseits ein Testfall für den ernsthaften Willen der Gemeinschaft, skep- tische Nationen zur Integration zu animieren; andererseits be- deutet die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung einen Brückenschlag zur Europäischen Gemeinschaft Wenn der Weg über die Wirtschaftspolitik heute noch nicht zum Ziele führt, so könnte der Weg über die Forschung, die Bildung und die Kultur die Schweiz näher an Europa heranführen. Nun hören wir aber von seilen der «Kohäsionsländer», offen- bar von Spanien und Portugal, dass die EG kein «Büffet» sei, an dem sich jeder bedienen könne. Wenn sich die Schweiz an der Forschung beteiligen wolle, so müsse sie sich auch an den «Kohäsionstöpfen» beteiligen. Dieser abwehrenden und fordernden Haltung können wir keine Sympalhie abgewinnen. Einerseils bezahll die Schweiz die Beteiligung an den Pro- grammen; andererseils muss man aus einer solchen Hallung die Drohung der Slärkeren herauslesen, die bei den Bürgerin- nen und Bürgern eines kleinen Landes stets den Stolz verielzl und negalive Gefühle auslöst Gerade bei der Beteiligung an den Forschungsprogrammen könnte die EG die angemes- sene Psychologie im Umgang mil den kleinen Ländern enl- wickeln, die ihr für das grosse Inlegrationsunternehmen dien- lich und förderlich sein kann. Eine Schweiz, die abseils steht, ist ein Stachel im Fleisch und auf die Dauer ein unbequemer Spiegel. Demokraten anderer Länder könnte das Beispiel der Schweiz zu einer Krilik anregen, wie sich Ralf Dahrendorf über den Maastrichter Vertrag äusserte, als er sagte, es handle sich eher um eine bürokratische Verschwörung als um eine ge- meinsame Ausübung von Souveränität durch demokratische Länder. Wenn die EG lernt, das schweizerische Nein zum EWR positiv zu interprelieren, dann geschiehl dies nichl zu ihrem Scha- den, sondern eher zu ihrem Nulzen. Das Unbehagen der klei- nen Länder und vieler Regionalisten gegenüber der EG be- zieht sich nämlich auf Ideologie, Denkweise und Handlungs- methoden und auf die Struktur und den Aktionsstil der Brüsse- ler Administralion. Es wird vermulel, dass ein Machlkreislauf zwischen Bürokralie, slaallichen Verwallungen sowie Wirt- schaft und ihren Interessenvertrelern institulionalisiert werde. Wenn sich die EG nun gerade in der Forschungs- und Bil- dungspolilik gegenüber der Schweiz «sperrig» zeigen sollte, wird dieser Eindruck verstärkt und das Bild der EG negativ ver- festigt Es darf dann nicht verwundern, wenn die Macher der EG als «Ingenieure der Integralion», wie Karl Schmid schon vor vielen Jahren sagte, verteufell werden. Die Schweiz isl ein Teil von Europa und will es bleiben. Sie isl von ihrer Lage, ihrer Geschichte und von ihrer Kultur her zu- tiefst europäisch. Wir denken trolz des EWR-Neins nicht an eine Abschottung, an eine hermetische Abschliessung und ei- nen engslirnigen Separalismus. Die Minister, die das Dossier Forschungs- und Bildungsprogramme behandeln, müsslen erkennen - und die schweizerische Verhandlungsdelegalion müssle dies zu erkennen geben -, dass sich gerade auf die- sem Gebiel modellhaft die Chance der Zusammenarbeil und des innovaliven Dialogs eröffnet Damil wird der Weg geebnel, das Misslrauen wird abgebaul, und die Vorzüge der Koopera- lion werden sichtbar. Ich danke der Schweizer Delegation und vor allem Slaalsse- krelär Heinrich Ursprung für die konsequente und zielstrebige Verhandlung mit dem klaren Ziel, durch bilaterale Kontakle zu posiliven Ergebnissen zu kommen. Ich appelliere aber auch an die Forschungsminister und an den Minislerral, gerade auf diesem so wichligen Gebiet gegenüber der Schweiz Finger- spitzengefühl zu zeigen. Bei solchen Verhandlungen, die der EG schliesslich auch Vorteile bringen, zeigt sich das diploma- tische Geschick der Europäischen Gemeinschaft der Schweiz gegenüber, die ja gerade an einem Exempel statuieren will, dass sie sich nicht in den Schmollwinkel zurückgezogen hat Wenn es der EG ernst damit isl, auch die Schweiz in den Inte- gralionsprozess hineinzunehmen, dann öffnet sie den Weg durch Verhandlungen. Ich danke Ihnen im voraus für die Beantwortung meiner Fragen. Mme Dreifuss, conseillère fédérale: Je remercie M. Iten An- dreas des aimables paroles qu'il a eues à l'intention de M. Ursprung, secrélaire d'Elat, pour la façon effectivemenl orienlée vers le succès avec laquelle il mène les conlacls avec la Communauté européenne.

I.Juni 1993 313 Interpellation Iten Andreas Nous avons, dans notre réponse écrite, donné toutes les éta- pes de ces contacts, telles qu'elles ont eu lieu jusqu'à présent. Je peux uniquement compléter - et cela expliquera peut-être aussi la raison pour laquelle je considère que l'attitude de la Communauté est beaucoup plus positive que votre commen- taire ne l'a laissé entendre-qu'effectivement un expert suisse, M. Zinsli, vice-directeur de l'Office fédéral de l'éducation et de la science, a pu participer en tant qu'expert à une réunion, qui vient d'avoir lieu, du Comité de recherche scientifique et tech- nique (Crest), qui est le Comité consultatif de la Commission et du Conseil des ministres; cela montre l'intérêt que l'on ac- corde à la participation de l'expertise suisse. M. Zinsli a non seulement pu apporter son expérience et ses connaissances dans un groupe qui s'efforce de préparer le quatrième pro- gramme-cadre, alors qu'il n'est pas encore assuré que nous puissions en être, mais il a encore pu s'exprimer au nom de la Suisse, c'est-à-dire faire valoir le point de vue de notre pays. De même, la position des ministres de la recherche qui souhai- tent effectivement la participation accrue des pays de l'AELE au programme-cadre et qui cherchent la voie qui permette de prendre l'ensemble des pays de l'AELE et non seulement ceux qui auront ratifié l'Accord sur l'EEE, montre qu'il y a là une vo- lonté positive de collaboration avec la Suisse. Il est cependant compréhensible que ces négociations se situent dans un en- semble et que la Communauté est actuellement d'abord préoccupée par la mise en place de l'Espace économique eu- ropéen, ce qui ne lui permet pas de donner la priorité aux né- gociations avec la Suisse. Je crois donc que nos réponses donnent à la fois un état lucide, mais certainement pas pessi- miste, de la fin de ces négociations. C'est en montrant à la fois de la compréhension pour la façon dont nous jouissons malgré tout d'un statut particulièrement favorable et pour le fait que nous ne pouvons pas demander un traitement prioritaire pour la Suisse dans la situation ac- tuelle de la Communauté que j'aimerais donner l'état de nos efforts à ce jour dans le domaine de la recherche. Je crois que nous avons des raisons d'espérer que ces négo- ciations aboutiront; je ne peux pas en dire davantage au- jourd'hui. Iten Andreas: Die Antwort von Frau Bundesrätin Dreifuss ist sehr kurz ausgefallen. Sie sind auf die einzelnen gestellten Fragen nicht eingegangen. Ich habe jedoch einen Bericht ge- lesen, in dem Sie diese Fragen in einem anderen Zusammen- hang beantwortet haben. Es hätte mich trotzdem interessiert, ob diese Forderungen der «Kohäsionsländer» - offenbar Spa- nien und Portugal - immer noch aufrechterhalten werden. Sind diese Länder der Meinung, die Schweiz könne an diesen Programmen nur partizipieren, wenn wir auch etwas in den Kohäsionsfonds hineingeben? Das würde bedeuten, dass diese Programme nicht zum Zuge kommen, dass wir draus- sen stehenbleiben und dass wir nicht das Resultat erhalten, das Sie sich wünschen. Es wäre interessant für mich, wenn Sie diese Frage beantwor- ten könnten. Im übrigen entnehme ich Ihrer Antwort, dass der feste Wille des Bundesrates vorhanden ist, zu Ergebnissen zu kommen. Es ist auch so, dass Herr Ursprung bereits Verhandlungen auf- genommen hat, dass der Bundesrat demnächst wieder in Brüssel vorstellig werden wird. Deshalb hoffe ich, dass wir spä- testens im Juli von guten Resultaten hören werden. Ich will nicht weiter insistieren, es wäre aber interessant, wenn Sie diese Fragen noch behandeln könnten. M™ Dreifuss, conseillère fédérale: II est clair que, depuis le 24 décembre 1992 où les premières démarches ont été entre- prises par M. Cotti, conseillerfédéral, dans le sens d'une infor- mation faite à Bruxelles sur le voeu de la Suisse de participer pleinement aux programmes communautaires de recherche et d'éducation, les négociations se sont poursuivies, y com- pris dans le comité mixte qui nous lie à la Communauté, par toute une série de contacts bilatéraux auxquels a procédé jus- tement M. Ursprung, secrétaire d'Etat, ce qui lui a permis de visiter tous les Etats membres de la CE. Le résultat de ces né- gociations a été confirmé encore, ainsi que l'attitude de la Suisse, par une lettre que j'ai adressée à l'ensemble des mi- nistres de la Communauté en charge de la recherche. Je vous donnais tout simplement le dernier état de ces contacts qui sont à la fois cette décision positive du 29 avril 1993 et l'attitude très positive que l'on remarque dans la préparation, y compris encore une fois par la participation d'un expert suisse à la pré- paration du quatrième programme. Donc, la Communauté a une attitude d'écoute par rapport à notre voeu, et nous formu- lons avec une très grande clarté notre souhait de participer aux activités de recherche. A la question que vous posez, à savoir dans quelle mesure nous pouvons effectivement mener ces négociations sans qu'il y ait interférence d'autres sujets ou souhaits de la part de pays membres de la Communauté à l'égard de la Suisse, je ne peux pas, au stade actuel, apporter effectivement une ré- ponse. Tout ce que nous savons, c'est que notre désir de dis- cussion sur ce thème est annoncé, qu'il est compris par les ministres en charge de la recherche dans les pays de la Com- munauté, que nous pouvons en parler, mais quant à savoir dans quelle mesure cela sera lié par le voeu de la Commu- nauté à d'autres sujets d'intérêt bilatéral, nos négociateurs l'ignorent actuellement. La question que vous posez est la question fondamentale de l'avenir et du succès de ces négociations bilatérales. Je pense malgré tout que les éléments d'information que je vous ai don- nés démontrent que, dans le domaine de la recherche, le cli- mat entre nous et nos partenaires de la Communauté est posi- tif. C'est dans ce sens qu'un certain optimisme est, à mon avis, justifié. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort befriedigt Schluss der Sitzung um 20.00 Uhr La séance est levée à 20 h 00

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Iten Andreas Forschungs- und Bildungsprogramme der EG. Beteiligung der Schweiz Interpellation Iten Andreas Programme de recherche et d'éducation de la CE. Participation de la Suisse In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 01 Séance Seduta Geschäftsnummer 93.3061 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 01.06.1993 - 18:15 Date Data Seite 312-313 Page Pagina Ref. No 20 023 018 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.