Erwägungen (1 Absätze)
E. 18 décembre 1992
serzinsen könnten zu einem Produktionsrückgang führen.
Ausserdem kann nicht davon ausgegangen werden, dass die
Erhöhung der Kosten der Energie, die mit Wasserkraft gewon-
nen wird, beim Konsumenten automatisch zum Sparen führt.
Der Konsumentenpreisindex ist für die Begründung einer Er-
höhung der Wasserzinsen wenig geeignet. Ein dafür geeigne-
ter Index müsste zahlreichen Faktoren Rechnung tragen (Pro-
duktionskosten, Stromverkaufspreis, Preis anderer Energie-
träger usw.), deren ausgewogenes Verhältnis schwer zu defi-
nieren ist.
Die Wasserzinsen sind nicht die einzigen Leistungen, die den
Beliehenen auferlegt werden. Bei zu hohen Abgaben könnten
deshalb Betriebe, die grosse Energiemengen benötigen, wel-
che sie selber produzieren, einen Transfer ihrer Tätigkeiten ins
Ausland in Betracht ziehen.
Die Anpassung der Obergrenze für den Wasserzins könnte ra-
scher über den Gesetzesweg erfolgen, wenn der Bundesrat
befugt wäre, den in Artikel 49 des WRG festgelegten Betrag
periodisch anzugleichen. Obwohl diese Lösung 1985 vom
Parlament abgelehnt wurde, kann sie heute einer erneuten
Prüfung unterzogen werden.
Der Bundesrat erklärt sich bereit, die Frage einer Erhöhung
des höchstzulässigen Wasserzinses zu überprüfen und bean-
tragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
2. Aufhebung des eidgenössischen Wasserzinsmaximums
Die im ersten Abschnitt aufgeführten Argumente gelten auch
für die Aufhebung des Wasserzinsmaximums. Die Frage der
Aufhebung wurde bereits 1985 anlässlich der Revision des
WRG sowie durch das 1990 angenommene Postulat Aliesch
aufgeworfen. Die Idee istfolglich nicht neu. Obwohl bestimmte
Konsequenzen dieser Aufhebung einleuchtend erscheinen
(Freiheit der Kantone, unterschiedliche Wasserzinssätze),
können andere Folgen in ihren konkreten Auswirkungen
schwer eingeschätzt werden. Das Fehlen eines bundesrechtli-
chen Wasserzinsmaximums würde dem Willen des Verfas-
sungsgebers widersprechen. 1975 hat er es als notwendig
erachtet, Grenzen für die Erhebung von Wasserzinsen festzu-
setzen, um die steuerlichen Interessen der Kantone mit der
Förderung der Nutzung der Wasserkraft miteinander in Ein-
klang zu bringen. Eine Aufhebung würde eine Abänderung
des Artikels 24bis Absatz 3 der Bundesverfassung bedingen.
Es ist wenig wahrscheinlich, dass die angestrebte Deregulie-
rung ihr Ziel erreichen würde. Die Kantone benötigen auf-
grund des Legalitätsprinzips eine gesetzliche Grundlage zur
Festlegung der Höhe der Wasserzinsen, das heisst, dass sie
legiferieren müssten. Eine Deregulierung auf Bundesebene
würde durch Regulierungen der Kantone ersetzt
Das Gesetz von Angebot und Nachfrage kommt im Bereich
der Wasserkraft kaum zum Tragen, solange die verleihenden
Kantone und Gemeinden dafür ein Monopol besitzen.
Das Programm «Energie 2000» strebt bis ins Jahr 2000 eine
Erhöhung um 5 Prozent der Energieerzeugung durch Wasser-
kraft an. Der Bund setzt sich im Rahmen dieses Programms für
die Entwicklung günstiger Bedingungen für die Produktions-
steigerung ein. Die Aufhebung des Wasserzinsmaximums
könnte die gewünschte Entwicklung gefährden. In diesem Zu-
sammenhang ist darauf hinzuweisen, dass einige Kantone
(beispielsweise BE, LU, SO, SG) den Wasserzinsfür Kleinkraft-
werke aufgehoben oder reduziert haben.
Die Aufhebung des bundesrechtlichen Höchstwertes könnte
ausserdem im Hinblick auf bestehende Konzessionen zu Pro-
blemen führen, insbesondere bei den Bundeskonzessionen,
die mit der Zustimmung ausländischer Staaten verliehen wur-
den. Die Höhe des Wasserzinses kann nicht ohne die Zustim-
mung dieser Staaten verändert werden. Bei allen Konzessio-
nen ist zudem auf das Prinzip von Treu und Glauben hinzuwei-
sen, das eingehalten werden muss.
Schliesslich würde die Aufhebung des Wasserzinsmaximums
neue Fragen im Zusammenhang mit der sich zurzeit in Ausar-
beitung befindenden Verordnung über die Ausrichtung von
Ausgleichsbeträgen für Einbussen bei Verzicht auf Wasser-
kraftnutzung aufwerfen.
Trotz zahlreicher Argumente, die gegen ein Fallenlassen der
bundesrechtlichen Grenzen für die Wasserzinsen sprechen,
ist sich der Bundesrat jedoch der finanziellen Schwierigkeiten
bewusst, mit denen Kantone und Gemeinden zu kämpfen ha-
ben. Auch aus Solidaritätsgründen gegenüber den Wasser-
herkunftsgebieten erklärt er sich deshalb bereit, die Frage des
Motionärs zu prüfen, und beantragt die Umwandlung in ein
Postulat.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu-
wandeln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
#ST# 92.3431
Motion Cavadini Adriano
Alpentransit durch den Gotthard.
Linienführung Lugano-Grenze
Mozione Cavadini Adriano
Alptransit del Gottardo.
Definire il tracciato da Lugano
al Confine con l'Italia
Motion Cavadini Adriano
Transit à travers le Gothard.
Tracé entre Lugano et la frontière italienne
Wortlaut der Motion vom 8. Oktober 1992
Der Bundesrat wird eingeladen:
1. die Kontakte mit den italienischen Behörden zu intensivie-
ren, um
a festzulegen, auf welchen Linien (Chiasso-Mailand und/
oder Tessin-Luino) der Verkehr von der künftigen Gotthard-
Transversale her weitergeführt wird;
b. zu prüfen, ob die gewählten italienischen Linienführungen
in der Lage sind, den stärker gewordenen Verkehr zu bewälti-
gen, und, wenn nicht, sicherzustellen, dass Italien rechtzeitig
die entsprechenden Investitionen und Anpassungen vor-
nimmt;
2. mit Italien die Untersuchungen und die Projektierung der Ei-
senbahnlinie Lugano-Grenze weiter voranzutreiben, weil erst
nach deren Festlegung die Projekte der Linienführung Bellin-
zona-Lugano und des künftigen Bahnhofs Lugano genau um-
schrieben werden können;
3. dem Parlament nötigenfalls einen Kreditbeschluss für die
Projektierung der Linie Lugano-Chiasso und eventuell Tes-
sin-Luino, wie in Punkt 2 dargelegt, vorzulegen.
Testo de//a mozione dell'8 ottobre 1992
II Consiglio federale è invitato a:
Dispositiv
- Intensificare i contatti con le Autorità italiane per: a stabilire su quali linee (Chiasso-Milano, e/o Ticino-Luino) awiare il traffico in provenienza dalla futura trasversale ferro- viaria del Gottardo; b. Verificare se le linee italiane scelte sono sufficienti per soste- nere il maggior traffico e in caso negativo per accertarsi che l'Italia proweda per tempo ai relativi investimenti e adatta- menti.
- Continuare con gli studi e con la progettazione della linea ferroviaria Lugano-Confine con l'Italia, la cui soluzione è indi- spensabile per poter definire i progetti nel tratto Bellinzona- Lugano e quelli della futura stazione di Lugano.
- Sottoporre al Parlamento, se necessario, la richiesta di cre- dito per studiare la progettazione dei tratti Lugano-Chiasso ed eventualmente Ticino-Luino, come indicato al punto 2.
- Dezember 1992 N 2747 Motion Zisyadis Texte de la motion du 8 octobre 1992 Le Conseil fédéral est chargé de:
- multiplier les contacts avec les autorités italiennes afin de a déterminer par quelle ligne (Chiasso-Milan et/ou Tessin- Luino) le trafic en provenance de la future transversale du Gothard sera acheminé; b. vérifier si les lignes italiennes choisies sont suffisantes pour supporter le trafic accru, et dans le cas contraire s'assurer que l'Italie effectuera à temps les investissements et les travaux né- cessaires;
- poursuivre les études concernant la liaison ferroviaire entre Lugano et la frontière italienne, qui sont un préalable à la défi- nition des projets de tronçon Bellinzone-Lugano et de la fu- ture gare de Lugano;
- soumettre au Parlement si besoin est la demande de crédit pour l'étude du projet de tronçon Lugano-Chiasso et le cas échéant du tronçon Tessin-Luino, déjà mentionné au chiffre 2. Mitunterzeichner-Cofirmatari-Cosignataires: Borradori, Cac- cia, Carobbio, Cotti, Pini (5) Schriftliche Begründung - Motivazione scritta - Développement par écrit Dopo la votazione del 27 settembre 1992, si passa ora alla fase della progettazione delle trasversali ferroviarie alpine. Per il Goliardo è importante intensificare i contatti con l'Italia per avere la garanzia che, una volta terminati i lavori sul tratto sviz- zero, anche le linee italiane abbiano una sufficiente capacità di trasporto per fronteggiare l'aumento di traffico. Anche l'Italia deve agire con tempestività e solo un lavoro comune e coordi- nato può consentire di individuare il tracciato migliore nell'inte- resse delle due Nazioni. Questa esigenza di lavorare di co- mune accordo con l'Italia si manifestò chiaramente durante i lavori commissionali e parlamentari. Si tratta poi di definire l'ultimo tratto sul territorio svizzero che, secondo la variante scelta, potrà misurare da un minimo di 12 a un massimo di 30 chilometri e di stabilire la sua naturale con- tinuazione in Italia Un recente studio effettuato dall'INFRAS di Zurigo ha indicato che la soluzione a sud di Lugano dovrà es- sere cercata in un corridoio centrale. La zona scelta porrà pro- blemi per l'elevata densificazione di abitazioni e per la difficile configurazione del territorio (attraversamento del lago per esempio). E' perciò indispensabile che il tracciato venga ora scelto in forma definitiva, attraverso un approfondito esame e un indispensabile coinvolgimento del Cantone e dei Comuni. Questa esigenza è tanto più importante se si considera che nessun tracciato fino a Lugano potrà essere deciso senza sa- pere quale sarà la futura linea (o le future linee) di uscita verso l'Italia Un'esigenza ancora più evidente perché da questa scelta dipenderà anche la stazione di Lugano, i cui progetti de- finitivi sono da tempo sempre stati rinviati perché non si sa- peva cosa sarebbe capitato con l'AIptransit. Senza quindi co- noscere il tracciato fino al confine, non si potrà nemmeno av- viare la progettazione definitiva della stazione di Lugano né si potranno migliorare i collegamenti con Milano, riducendo sen- sibilmente i tempi di percorrenza. La mozione chiede di affrontare subito questi problemi e se necessario chiedere al Parlamento il relativo credito. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 11. November 1992 Risposta scritta del Consiglio federale dell'11 novembre 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 11 novembre 1992 L'articolo 5 capoverso 1 del decreto federale concernente la costruzione di una ferrovia transalpina (decreto sul transito al- pino) prevede la costruzione di una nuova linea da Arth-Gol- dau a Lugano. Il capoverso 2 dello stesso articolo obbliga la Confederazione a concepire la nuova linea in modo da per- mettere un'eventuale estensione all'area di Luino. A questo proposito vi sono diverse possibilità, a seconda che il raccordo all'area di Luino-Ponte Tresa passi attraverso il Gambarogno o attraverso la Val Vedeggio. Queste varianti in- fluiscono essenzialmente sulla progettazione del tratto Bellin- zona-Lugano previsto nell'ambito della NTFA. L'articolo 5 capoverso 2 può essere applicato unicamente se è appurata la possibilità di estendere in futuro la nuova tratta verso l'Italia. Il Consiglio federale non può approvare nessun progetto preliminare (art. 11 decreto sul transito alpino) che non tenga conto dell'esigenza di cui all'articolo 5 capoverso 2. Per questo motivo, il proseguimento della nuova tratta fino al confine con l'Italia è oggetto di studi approfonditi. Questi studi sono condotti in stretta collaborazione con le Fer- rovie dello Stato italiane al fine di poter garantire i necessari raccordi alla frontiera I crediti per l'approntamento di detti studi possono essere stanziati, fino a nuovo ordine, nel quadro dei crediti d'impegno previsti per la realizzazione del progetto di NTFA L'applicazione dell'articolo 5 capoverso 2 coincide con gli obiettivi della mozione Cavadini Adriano ed è già stata avviata Pertanto, non vi è nessun impedimento di tipo materiale ad ac- cettare la mozione. Poiché però l'intervento fa riferimento a un campo la cui appli- cazione è già stata affidata al Consiglio federale, la mozione tocca la sua sfera di competenza. L'intervento non può perciò venire accettato per ragioni formali. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Dichiarazione scritta del Consiglio federale Déclaration écrite du Conseil fédéral II Consiglio federale chiede di trasformare la mozione in pos- tulato. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 92.3394 Motion Zisyadis Entschädigungsgesetz. Sozial ausgerichtete Aenderung Loi sur les indemnités parlementaires. Modification d'inspiration sociale Wortlaut der Motion vom 28. September 1992 Ich ersuche das Büro des Rates, eine Aenderung des Entschä- digungsgesetzes vorzubereiten. Im Laufe der jüngsten Abstimmungskampagne haben die Par- lamentarier zu den Entschädigungen ganz unterschiedlich Stellung genommen. Für sie handelt es sich dabei offensicht- lich um eine variable Grosse. Für die einen sind diese Entschä- digungen unverzichtbar, für die anderen sind sie lediglich ein Zustupf, eine Art Taschengeld. In Anbetracht dieser Situation schlage ich vor, eine neue Defi- nition der Entschädigung einzuführen. Dabei ist die festge- stellte Diskrepanz zu berücksichtigen und ein Ausgleich zwi- schen den Parlamentariern einzuführen, so dass eine mini- male Gleichheit sichergestellt wird. Texte de la motion du 28 septembre 1992 Je demande au Bureau du conseil d'engager une modification de la loi sur les indemnités parlementaires. Suite aux multiples arguments développés au cours de la ré- cente campagne de votation, il est apparu que pour certains parlementaires, les indemnités représentaient une part très va- riable, allant de la ressource indispensable à un simple com- plément, sous forme d'argent de poche. Face à cette situation, je propose d'établir une nouvelle défini- tion des indemnités, tenant compte de ces disparités et intro- duisant une péréquation entre les parlementaires, pour assu- rer un minimum d'égalité. Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Cavadini Adriano Alpentransit durch den Gotthard. Linienführung Lugano- Grenze Motion Cavadini Adriano Transit à travers le Gothard. Tracé entre Lugano et la frontière italienne Mozione Cavadini Adriano Alptransit del Gottardo. Definire il tracciato da Lugano al Confine con l'Italia In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1992 Année Anno Band VI Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 92.3431 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 18.12.1992 - 08:00 Date Data Seite 2746-2747 Page Pagina Ref. No 20 022 111 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
Volltext (verifizierbarer Originaltext)
Motion Cavadini Adriano 2746 N 18 décembre 1992 serzinsen könnten zu einem Produktionsrückgang führen. Ausserdem kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Erhöhung der Kosten der Energie, die mit Wasserkraft gewon- nen wird, beim Konsumenten automatisch zum Sparen führt. Der Konsumentenpreisindex ist für die Begründung einer Er- höhung der Wasserzinsen wenig geeignet. Ein dafür geeigne- ter Index müsste zahlreichen Faktoren Rechnung tragen (Pro- duktionskosten, Stromverkaufspreis, Preis anderer Energie- träger usw.), deren ausgewogenes Verhältnis schwer zu defi- nieren ist. Die Wasserzinsen sind nicht die einzigen Leistungen, die den Beliehenen auferlegt werden. Bei zu hohen Abgaben könnten deshalb Betriebe, die grosse Energiemengen benötigen, wel- che sie selber produzieren, einen Transfer ihrer Tätigkeiten ins Ausland in Betracht ziehen. Die Anpassung der Obergrenze für den Wasserzins könnte ra- scher über den Gesetzesweg erfolgen, wenn der Bundesrat befugt wäre, den in Artikel 49 des WRG festgelegten Betrag periodisch anzugleichen. Obwohl diese Lösung 1985 vom Parlament abgelehnt wurde, kann sie heute einer erneuten Prüfung unterzogen werden. Der Bundesrat erklärt sich bereit, die Frage einer Erhöhung des höchstzulässigen Wasserzinses zu überprüfen und bean- tragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
2. Aufhebung des eidgenössischen Wasserzinsmaximums Die im ersten Abschnitt aufgeführten Argumente gelten auch für die Aufhebung des Wasserzinsmaximums. Die Frage der Aufhebung wurde bereits 1985 anlässlich der Revision des WRG sowie durch das 1990 angenommene Postulat Aliesch aufgeworfen. Die Idee istfolglich nicht neu. Obwohl bestimmte Konsequenzen dieser Aufhebung einleuchtend erscheinen (Freiheit der Kantone, unterschiedliche Wasserzinssätze), können andere Folgen in ihren konkreten Auswirkungen schwer eingeschätzt werden. Das Fehlen eines bundesrechtli- chen Wasserzinsmaximums würde dem Willen des Verfas- sungsgebers widersprechen. 1975 hat er es als notwendig erachtet, Grenzen für die Erhebung von Wasserzinsen festzu- setzen, um die steuerlichen Interessen der Kantone mit der Förderung der Nutzung der Wasserkraft miteinander in Ein- klang zu bringen. Eine Aufhebung würde eine Abänderung des Artikels 24bis Absatz 3 der Bundesverfassung bedingen. Es ist wenig wahrscheinlich, dass die angestrebte Deregulie- rung ihr Ziel erreichen würde. Die Kantone benötigen auf- grund des Legalitätsprinzips eine gesetzliche Grundlage zur Festlegung der Höhe der Wasserzinsen, das heisst, dass sie legiferieren müssten. Eine Deregulierung auf Bundesebene würde durch Regulierungen der Kantone ersetzt Das Gesetz von Angebot und Nachfrage kommt im Bereich der Wasserkraft kaum zum Tragen, solange die verleihenden Kantone und Gemeinden dafür ein Monopol besitzen. Das Programm «Energie 2000» strebt bis ins Jahr 2000 eine Erhöhung um 5 Prozent der Energieerzeugung durch Wasser- kraft an. Der Bund setzt sich im Rahmen dieses Programms für die Entwicklung günstiger Bedingungen für die Produktions- steigerung ein. Die Aufhebung des Wasserzinsmaximums könnte die gewünschte Entwicklung gefährden. In diesem Zu- sammenhang ist darauf hinzuweisen, dass einige Kantone (beispielsweise BE, LU, SO, SG) den Wasserzinsfür Kleinkraft- werke aufgehoben oder reduziert haben. Die Aufhebung des bundesrechtlichen Höchstwertes könnte ausserdem im Hinblick auf bestehende Konzessionen zu Pro- blemen führen, insbesondere bei den Bundeskonzessionen, die mit der Zustimmung ausländischer Staaten verliehen wur- den. Die Höhe des Wasserzinses kann nicht ohne die Zustim- mung dieser Staaten verändert werden. Bei allen Konzessio- nen ist zudem auf das Prinzip von Treu und Glauben hinzuwei- sen, das eingehalten werden muss. Schliesslich würde die Aufhebung des Wasserzinsmaximums neue Fragen im Zusammenhang mit der sich zurzeit in Ausar- beitung befindenden Verordnung über die Ausrichtung von Ausgleichsbeträgen für Einbussen bei Verzicht auf Wasser- kraftnutzung aufwerfen. Trotz zahlreicher Argumente, die gegen ein Fallenlassen der bundesrechtlichen Grenzen für die Wasserzinsen sprechen, ist sich der Bundesrat jedoch der finanziellen Schwierigkeiten bewusst, mit denen Kantone und Gemeinden zu kämpfen ha- ben. Auch aus Solidaritätsgründen gegenüber den Wasser- herkunftsgebieten erklärt er sich deshalb bereit, die Frage des Motionärs zu prüfen, und beantragt die Umwandlung in ein Postulat. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 92.3431 Motion Cavadini Adriano Alpentransit durch den Gotthard. Linienführung Lugano-Grenze Mozione Cavadini Adriano Alptransit del Gottardo. Definire il tracciato da Lugano al Confine con l'Italia Motion Cavadini Adriano Transit à travers le Gothard. Tracé entre Lugano et la frontière italienne Wortlaut der Motion vom 8. Oktober 1992 Der Bundesrat wird eingeladen:
1. die Kontakte mit den italienischen Behörden zu intensivie- ren, um a festzulegen, auf welchen Linien (Chiasso-Mailand und/ oder Tessin-Luino) der Verkehr von der künftigen Gotthard- Transversale her weitergeführt wird;
b. zu prüfen, ob die gewählten italienischen Linienführungen in der Lage sind, den stärker gewordenen Verkehr zu bewälti- gen, und, wenn nicht, sicherzustellen, dass Italien rechtzeitig die entsprechenden Investitionen und Anpassungen vor- nimmt;
2. mit Italien die Untersuchungen und die Projektierung der Ei- senbahnlinie Lugano-Grenze weiter voranzutreiben, weil erst nach deren Festlegung die Projekte der Linienführung Bellin- zona-Lugano und des künftigen Bahnhofs Lugano genau um- schrieben werden können;
3. dem Parlament nötigenfalls einen Kreditbeschluss für die Projektierung der Linie Lugano-Chiasso und eventuell Tes- sin-Luino, wie in Punkt 2 dargelegt, vorzulegen. Testo de//a mozione dell'8 ottobre 1992 II Consiglio federale è invitato a:
1. Intensificare i contatti con le Autorità italiane per: a stabilire su quali linee (Chiasso-Milano, e/o Ticino-Luino) awiare il traffico in provenienza dalla futura trasversale ferro- viaria del Gottardo;
b. Verificare se le linee italiane scelte sono sufficienti per soste- nere il maggior traffico e in caso negativo per accertarsi che l'Italia proweda per tempo ai relativi investimenti e adatta- menti.
2. Continuare con gli studi e con la progettazione della linea ferroviaria Lugano-Confine con l'Italia, la cui soluzione è indi- spensabile per poter definire i progetti nel tratto Bellinzona- Lugano e quelli della futura stazione di Lugano.
3. Sottoporre al Parlamento, se necessario, la richiesta di cre- dito per studiare la progettazione dei tratti Lugano-Chiasso ed eventualmente Ticino-Luino, come indicato al punto 2.
18. Dezember 1992 N 2747 Motion Zisyadis Texte de la motion du 8 octobre 1992 Le Conseil fédéral est chargé de:
1. multiplier les contacts avec les autorités italiennes afin de a déterminer par quelle ligne (Chiasso-Milan et/ou Tessin- Luino) le trafic en provenance de la future transversale du Gothard sera acheminé;
b. vérifier si les lignes italiennes choisies sont suffisantes pour supporter le trafic accru, et dans le cas contraire s'assurer que l'Italie effectuera à temps les investissements et les travaux né- cessaires;
2. poursuivre les études concernant la liaison ferroviaire entre Lugano et la frontière italienne, qui sont un préalable à la défi- nition des projets de tronçon Bellinzone-Lugano et de la fu- ture gare de Lugano;
3. soumettre au Parlement si besoin est la demande de crédit pour l'étude du projet de tronçon Lugano-Chiasso et le cas échéant du tronçon Tessin-Luino, déjà mentionné au chiffre 2. Mitunterzeichner-Cofirmatari-Cosignataires: Borradori, Cac- cia, Carobbio, Cotti, Pini (5) Schriftliche Begründung - Motivazione scritta - Développement par écrit Dopo la votazione del 27 settembre 1992, si passa ora alla fase della progettazione delle trasversali ferroviarie alpine. Per il Goliardo è importante intensificare i contatti con l'Italia per avere la garanzia che, una volta terminati i lavori sul tratto sviz- zero, anche le linee italiane abbiano una sufficiente capacità di trasporto per fronteggiare l'aumento di traffico. Anche l'Italia deve agire con tempestività e solo un lavoro comune e coordi- nato può consentire di individuare il tracciato migliore nell'inte- resse delle due Nazioni. Questa esigenza di lavorare di co- mune accordo con l'Italia si manifestò chiaramente durante i lavori commissionali e parlamentari. Si tratta poi di definire l'ultimo tratto sul territorio svizzero che, secondo la variante scelta, potrà misurare da un minimo di 12 a un massimo di 30 chilometri e di stabilire la sua naturale con- tinuazione in Italia Un recente studio effettuato dall'INFRAS di Zurigo ha indicato che la soluzione a sud di Lugano dovrà es- sere cercata in un corridoio centrale. La zona scelta porrà pro- blemi per l'elevata densificazione di abitazioni e per la difficile configurazione del territorio (attraversamento del lago per esempio). E' perciò indispensabile che il tracciato venga ora scelto in forma definitiva, attraverso un approfondito esame e un indispensabile coinvolgimento del Cantone e dei Comuni. Questa esigenza è tanto più importante se si considera che nessun tracciato fino a Lugano potrà essere deciso senza sa- pere quale sarà la futura linea (o le future linee) di uscita verso l'Italia Un'esigenza ancora più evidente perché da questa scelta dipenderà anche la stazione di Lugano, i cui progetti de- finitivi sono da tempo sempre stati rinviati perché non si sa- peva cosa sarebbe capitato con l'AIptransit. Senza quindi co- noscere il tracciato fino al confine, non si potrà nemmeno av- viare la progettazione definitiva della stazione di Lugano né si potranno migliorare i collegamenti con Milano, riducendo sen- sibilmente i tempi di percorrenza. La mozione chiede di affrontare subito questi problemi e se necessario chiedere al Parlamento il relativo credito. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 11. November 1992 Risposta scritta del Consiglio federale dell'11 novembre 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 11 novembre 1992 L'articolo 5 capoverso 1 del decreto federale concernente la costruzione di una ferrovia transalpina (decreto sul transito al- pino) prevede la costruzione di una nuova linea da Arth-Gol- dau a Lugano. Il capoverso 2 dello stesso articolo obbliga la Confederazione a concepire la nuova linea in modo da per- mettere un'eventuale estensione all'area di Luino. A questo proposito vi sono diverse possibilità, a seconda che il raccordo all'area di Luino-Ponte Tresa passi attraverso il Gambarogno o attraverso la Val Vedeggio. Queste varianti in- fluiscono essenzialmente sulla progettazione del tratto Bellin- zona-Lugano previsto nell'ambito della NTFA. L'articolo 5 capoverso 2 può essere applicato unicamente se è appurata la possibilità di estendere in futuro la nuova tratta verso l'Italia. Il Consiglio federale non può approvare nessun progetto preliminare (art. 11 decreto sul transito alpino) che non tenga conto dell'esigenza di cui all'articolo 5 capoverso 2. Per questo motivo, il proseguimento della nuova tratta fino al confine con l'Italia è oggetto di studi approfonditi. Questi studi sono condotti in stretta collaborazione con le Fer- rovie dello Stato italiane al fine di poter garantire i necessari raccordi alla frontiera I crediti per l'approntamento di detti studi possono essere stanziati, fino a nuovo ordine, nel quadro dei crediti d'impegno previsti per la realizzazione del progetto di NTFA L'applicazione dell'articolo 5 capoverso 2 coincide con gli obiettivi della mozione Cavadini Adriano ed è già stata avviata Pertanto, non vi è nessun impedimento di tipo materiale ad ac- cettare la mozione. Poiché però l'intervento fa riferimento a un campo la cui appli- cazione è già stata affidata al Consiglio federale, la mozione tocca la sua sfera di competenza. L'intervento non può perciò venire accettato per ragioni formali. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Dichiarazione scritta del Consiglio federale Déclaration écrite du Conseil fédéral II Consiglio federale chiede di trasformare la mozione in pos- tulato. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 92.3394 Motion Zisyadis Entschädigungsgesetz. Sozial ausgerichtete Aenderung Loi sur les indemnités parlementaires. Modification d'inspiration sociale Wortlaut der Motion vom 28. September 1992 Ich ersuche das Büro des Rates, eine Aenderung des Entschä- digungsgesetzes vorzubereiten. Im Laufe der jüngsten Abstimmungskampagne haben die Par- lamentarier zu den Entschädigungen ganz unterschiedlich Stellung genommen. Für sie handelt es sich dabei offensicht- lich um eine variable Grosse. Für die einen sind diese Entschä- digungen unverzichtbar, für die anderen sind sie lediglich ein Zustupf, eine Art Taschengeld. In Anbetracht dieser Situation schlage ich vor, eine neue Defi- nition der Entschädigung einzuführen. Dabei ist die festge- stellte Diskrepanz zu berücksichtigen und ein Ausgleich zwi- schen den Parlamentariern einzuführen, so dass eine mini- male Gleichheit sichergestellt wird. Texte de la motion du 28 septembre 1992 Je demande au Bureau du conseil d'engager une modification de la loi sur les indemnités parlementaires. Suite aux multiples arguments développés au cours de la ré- cente campagne de votation, il est apparu que pour certains parlementaires, les indemnités représentaient une part très va- riable, allant de la ressource indispensable à un simple com- plément, sous forme d'argent de poche. Face à cette situation, je propose d'établir une nouvelle défini- tion des indemnités, tenant compte de ces disparités et intro- duisant une péréquation entre les parlementaires, pour assu- rer un minimum d'égalité.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Cavadini Adriano Alpentransit durch den Gotthard. Linienführung Lugano- Grenze Motion Cavadini Adriano Transit à travers le Gothard. Tracé entre Lugano et la frontière italienne Mozione Cavadini Adriano Alptransit del Gottardo. Definire il tracciato da Lugano al Confine con l'Italia In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1992 Année Anno Band VI Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 92.3431 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 18.12.1992 - 08:00 Date Data Seite 2746-2747 Page Pagina Ref. No 20 022 111
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