opencaselaw.ch

90.775

Ch Vb · 1990-12-14 · Deutsch CH
Erwägungen (3 Absätze)

E. 14 décembre 1990

#ST# 90.775

Motion Rechsteiner

Schaffung von Informationsrechten

Droit du citoyen à l'information

Wortlaut der Motion vom 3. Oktober 1990

Der Bundesrat wird eingeladen, die Schaffung von Informa-

tionsrechten der Bürgerinnen und Bürger im schweizerischen

Recht eingehend zu prüfen und den eidgenössischen Räten

eine Vorlage für die erforderlichen gesetzlichen Grundlagen

zu unterbreiten.

Texte de la motion du 3 octobre 1990

Le Conseil fédéral est chargé d'étudier de manière approfon-

die l'inscription dans la législation du droit à l'information en

faveur des citoyennes et citoyens, et de soumettre aux Cham-

bres fédérales une proposition visant la création des bases lé-

gales nécessaires.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin Ursula, Béguelin,

Bodenmann, Braunschweig, Brügger, Bundi, Danuser, Eg-

genberger Georges, Fankhauser, Haering Binder, Hafner Ur-

sula, Haller, Hubacher, Jeanprêtre, Ledergerber, Leuenberger

Moritz, Matthey, Mauch Ursula, Neukomm, Ott, Pitteloud, Rei-

mann Fritz, Stappung, Uchtenhagen, Ulrich, Vollmer, Züger

(27)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Es sollte heute unbestritten sein, dass das Prinzip der Oeffent-

lichkeit und der Zugänglichkeit der relevanten Informationen

eine der entscheidenden Voraussetzungen der Demokratie

ist. Der Grundsatz ist im schweizerischen Recht nur ungenü-

gend verwirklicht, nachdem nach wie vor das Prinzip der Ge-

heimhaltung dominiert (z. B. über die Geheimnisartikel des

StGB). Die im Datenschutzgesetz vorgesehenen Auskunfts-

und Einsichtsrechte bilden hierzu nur ein ungenügendes Kor-

rektiv, weil sie die Zugänglichkeit höchstens hinsichtlich derje-

nigen Daten gewährleisten, welche die die Auskunft bean-

spruchende Person persönlich betreffen. Es drängt sich auf,

auch für das schweizerische Recht die Schaffung von Informa-

tionsrechten zu prüfen und in geeigneter Form auf dem Weg

der Gesetzgebung vorzuschlagen. Andere Länder (insbeson-

dere Schweden und die USA mit dem «freedom of information

act» bzw. dem «right to know») haben mit dem Oeffentlich-

keitsprinzip seit längerem gute Erfahrungen gemacht.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

vom 26. November 1990

Rapport écrit du Conseil fédéral

du 26 novembre 1990

Durch zwei Motionen (80.544 Informanten und Journalisten,

Rechtsstellung; Binder; 80.467 Aktenklassifizierung und öf-

fentliche Meinung; Jelmini) wurde der Bundesrat 1982 beauf-

tragt, bestimmte Aspekte des Informations- und Geheimhal-

tungsrechts zu überprüfen. Der Bundesrat setzte daraufhin für

den Teilaspekt der Ueberprüfung des Geheimhaltungsrechts

und der Geheimhaltungspraxis der Bundesverwaltung eine

Arbeitsgruppe «Oeffentlichkeit und Geheimhaltung» ein.

Diese lieferte ihren Bericht im Juli 1986 ab. Der Bundesrat

nahm am 1. Juli 1987 von diesem Bericht Kenntnis und legte

das weitere Vorgehen fest. Hierbei beauftragte er die Bundes-

kanzlei, aufgrund des Schlussberichts der Arbeitsgruppe im

Bereich Information aus der Bundesverwaltung Vorschläge zu

unterbreiten. Ein in der Folge ausgearbeiteter erster Entwurf

«Weisungen über die Auskunfterteilung und die Akteneinsicht

in Bundesangelegenheiten» wurde von der Verwaltung mit

Skepsis aufgenommen. In der Zwischenzeit hat eine neue in-

terdépartementale Arbeitsgruppe «Akteneinsichtskonferenz»

unter Federführung der Bundeskanzlei am 18. September

1990 ihre Arbeit aufgenommen. Das Ziel dieser Arbeitsgruppe

wird sein, die unterschiedlichen Regelungen zu koordinieren

und harmonisieren. Sie soll ihre Anträge bis Ende Jahr ablie-

fern.

Schriftliche Erklärung des E'undesrates

Déclaration écrite du Consßil fédéral

Der Bundesrat beantragt, die Motion Rechsteiner in ein Postu-

lat umzuwandeln.

Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat

#ST# 90.796

Motion Zwygart

Eisenbahn-Langtunnel in Ligerz

Tunnel ferroviaire

contournant Gléresse

Wortlaut der Motion vom 3. Oktober 1990

Der Bundesrat wird beauftragt, für den Doppelspurausbau im

Rahmen der «Bahn 2000» auf der Strecke La Neuveville-

Twann einen Langtunnel p anen zu lassen, damit nicht nur Li-

gerz, sondern auch die Weiler Schafis und Bipschal geschont

werden. Nur so ist es mogi eh, dass ein landschafts- und orts-

bildschutzverträgliches Projekt entsteht.

Texte de la motion du 3 octobre 1990

Dans la perspective du dédoublement de la voie ferrée entre

Douanne et La Neuveville, dédoublement prévu dans le cadre

de RAIL 2000, le Conseil fédéral est chargé de faire établir les

plans d'un long tunnel ferroviaire qui contournerait le village

de Gléresse mais aussi les hameaux de Chavannes et de Bip-

schal. Ce projet est le seul moyen de préserver le site et le pay-

sage.

Mitunterzeichner-Cosignataires: Bär, Bonny, Daepp, Dietrich,

Dünki, Fierz, Günter, Hafner Rudolf, Haller, Herczog, Kohler,

Kühn, Loretan, Luder, Maeder, Reimann Fritz, Ruf, Schwab,

Seiler Hanspeter, Vollmer, Weder-Basel, Wyss William

(22)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Das linke Bielerseeufer mit seiner harmonischen Rebberg-

landschaft sowie den weitgehend intakten und historisch wert-

vollen Ortsbildern (Tüscherz, Twann, Wingreis, Bipschal, Li-

gerz, Schafis) wurde vom Bundesrat als Landschaft von natio-

naler Bedeutung erklärt (Aufnahme ins erste Bundesinventar

BLN, 1977). Die erwähnten 3emeinden und Weiler wurden zu-

dem in das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder

der Schweiz (ISOS) aufgenommen. Aus dieser Landschaft

sticht ügerz heraus, welches über ein weitgehend unverän-

dertes Dorfbild mit gut erhaltenen Gebäuden aus dem 16. bis

E. 18 Jahrhundert verfügt. Das aufgelegte Projekt eines Doppelspurausbaus sieht nur eine Umfahrung des Dorfkorns von Ligerz vor. Der direkt am See gelegene Weiler Bipschal sowie der zu La Neuveville ge- hörende Weiler Schafis werden nicht geschont. Zwei Bahn- übergänge würden die Staatsstrasse queren, was für eine Neuplanung unbefriedigend ist, trotz der Autobahn N 5. Diese massiven Eingriffe würden zu einer Umklammerung von Li- gerz führen. Massive Eingrilfe führten zu vielen negativen Aus- wirkungen wie Landverlust, Lärmbelastungen und Eingriffe ins Rebgelände. Von den höheren finanziellen Aufwendungen braucht man nicht zurückzuschrecken, wenn man daran denkt, dass dieser Eingriff für immer bestehenbleibt. Ligerz hat bei der Autobahn lange gekämpft. Die mit dem langen N-5-Strassentunnel in Aussicht stehende Entlastung von Schafis, Ligerz und Bip-

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Rechsteiner Schaffung von Informationsrechten Motion Rechsteiner Droit du citoyen à l'information In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1990 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.775 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 14.12.1990 - 08:00 Date Data Seite 2428-2428 Page Pagina Ref. No

E. 20 019 334 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Motion Zwygart 2428 N 14 décembre 1990 #ST# 90.775 Motion Rechsteiner Schaffung von Informationsrechten Droit du citoyen à l'information Wortlaut der Motion vom 3. Oktober 1990 Der Bundesrat wird eingeladen, die Schaffung von Informa- tionsrechten der Bürgerinnen und Bürger im schweizerischen Recht eingehend zu prüfen und den eidgenössischen Räten eine Vorlage für die erforderlichen gesetzlichen Grundlagen zu unterbreiten. Texte de la motion du 3 octobre 1990 Le Conseil fédéral est chargé d'étudier de manière approfon- die l'inscription dans la législation du droit à l'information en faveur des citoyennes et citoyens, et de soumettre aux Cham- bres fédérales une proposition visant la création des bases lé- gales nécessaires. Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin Ursula, Béguelin, Bodenmann, Braunschweig, Brügger, Bundi, Danuser, Eg- genberger Georges, Fankhauser, Haering Binder, Hafner Ur- sula, Haller, Hubacher, Jeanprêtre, Ledergerber, Leuenberger Moritz, Matthey, Mauch Ursula, Neukomm, Ott, Pitteloud, Rei- mann Fritz, Stappung, Uchtenhagen, Ulrich, Vollmer, Züger (27) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Es sollte heute unbestritten sein, dass das Prinzip der Oeffent- lichkeit und der Zugänglichkeit der relevanten Informationen eine der entscheidenden Voraussetzungen der Demokratie ist. Der Grundsatz ist im schweizerischen Recht nur ungenü- gend verwirklicht, nachdem nach wie vor das Prinzip der Ge- heimhaltung dominiert (z. B. über die Geheimnisartikel des StGB). Die im Datenschutzgesetz vorgesehenen Auskunfts- und Einsichtsrechte bilden hierzu nur ein ungenügendes Kor- rektiv, weil sie die Zugänglichkeit höchstens hinsichtlich derje- nigen Daten gewährleisten, welche die die Auskunft bean- spruchende Person persönlich betreffen. Es drängt sich auf, auch für das schweizerische Recht die Schaffung von Informa- tionsrechten zu prüfen und in geeigneter Form auf dem Weg der Gesetzgebung vorzuschlagen. Andere Länder (insbeson- dere Schweden und die USA mit dem «freedom of information act» bzw. dem «right to know») haben mit dem Oeffentlich- keitsprinzip seit längerem gute Erfahrungen gemacht. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 26. November 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 26 novembre 1990 Durch zwei Motionen (80.544 Informanten und Journalisten, Rechtsstellung; Binder; 80.467 Aktenklassifizierung und öf- fentliche Meinung; Jelmini) wurde der Bundesrat 1982 beauf- tragt, bestimmte Aspekte des Informations- und Geheimhal- tungsrechts zu überprüfen. Der Bundesrat setzte daraufhin für den Teilaspekt der Ueberprüfung des Geheimhaltungsrechts und der Geheimhaltungspraxis der Bundesverwaltung eine Arbeitsgruppe «Oeffentlichkeit und Geheimhaltung» ein. Diese lieferte ihren Bericht im Juli 1986 ab. Der Bundesrat nahm am 1. Juli 1987 von diesem Bericht Kenntnis und legte das weitere Vorgehen fest. Hierbei beauftragte er die Bundes- kanzlei, aufgrund des Schlussberichts der Arbeitsgruppe im Bereich Information aus der Bundesverwaltung Vorschläge zu unterbreiten. Ein in der Folge ausgearbeiteter erster Entwurf «Weisungen über die Auskunfterteilung und die Akteneinsicht in Bundesangelegenheiten» wurde von der Verwaltung mit Skepsis aufgenommen. In der Zwischenzeit hat eine neue in- terdépartementale Arbeitsgruppe «Akteneinsichtskonferenz» unter Federführung der Bundeskanzlei am 18. September 1990 ihre Arbeit aufgenommen. Das Ziel dieser Arbeitsgruppe wird sein, die unterschiedlichen Regelungen zu koordinieren und harmonisieren. Sie soll ihre Anträge bis Ende Jahr ablie- fern. Schriftliche Erklärung des E'undesrates Déclaration écrite du Consßil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion Rechsteiner in ein Postu- lat umzuwandeln. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 90.796 Motion Zwygart Eisenbahn-Langtunnel in Ligerz Tunnel ferroviaire contournant Gléresse Wortlaut der Motion vom 3. Oktober 1990 Der Bundesrat wird beauftragt, für den Doppelspurausbau im Rahmen der «Bahn 2000» auf der Strecke La Neuveville- Twann einen Langtunnel p anen zu lassen, damit nicht nur Li- gerz, sondern auch die Weiler Schafis und Bipschal geschont werden. Nur so ist es mogi eh, dass ein landschafts- und orts- bildschutzverträgliches Projekt entsteht. Texte de la motion du 3 octobre 1990 Dans la perspective du dédoublement de la voie ferrée entre Douanne et La Neuveville, dédoublement prévu dans le cadre de RAIL 2000, le Conseil fédéral est chargé de faire établir les plans d'un long tunnel ferroviaire qui contournerait le village de Gléresse mais aussi les hameaux de Chavannes et de Bip- schal. Ce projet est le seul moyen de préserver le site et le pay- sage. Mitunterzeichner-Cosignataires: Bär, Bonny, Daepp, Dietrich, Dünki, Fierz, Günter, Hafner Rudolf, Haller, Herczog, Kohler, Kühn, Loretan, Luder, Maeder, Reimann Fritz, Ruf, Schwab, Seiler Hanspeter, Vollmer, Weder-Basel, Wyss William (22) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Das linke Bielerseeufer mit seiner harmonischen Rebberg- landschaft sowie den weitgehend intakten und historisch wert- vollen Ortsbildern (Tüscherz, Twann, Wingreis, Bipschal, Li- gerz, Schafis) wurde vom Bundesrat als Landschaft von natio- naler Bedeutung erklärt (Aufnahme ins erste Bundesinventar BLN, 1977). Die erwähnten 3emeinden und Weiler wurden zu- dem in das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) aufgenommen. Aus dieser Landschaft sticht ügerz heraus, welches über ein weitgehend unverän- dertes Dorfbild mit gut erhaltenen Gebäuden aus dem 16. bis

18. Jahrhundert verfügt. Das aufgelegte Projekt eines Doppelspurausbaus sieht nur eine Umfahrung des Dorfkorns von Ligerz vor. Der direkt am See gelegene Weiler Bipschal sowie der zu La Neuveville ge- hörende Weiler Schafis werden nicht geschont. Zwei Bahn- übergänge würden die Staatsstrasse queren, was für eine Neuplanung unbefriedigend ist, trotz der Autobahn N 5. Diese massiven Eingriffe würden zu einer Umklammerung von Li- gerz führen. Massive Eingrilfe führten zu vielen negativen Aus- wirkungen wie Landverlust, Lärmbelastungen und Eingriffe ins Rebgelände. Von den höheren finanziellen Aufwendungen braucht man nicht zurückzuschrecken, wenn man daran denkt, dass dieser Eingriff für immer bestehenbleibt. Ligerz hat bei der Autobahn lange gekämpft. Die mit dem langen N-5-Strassentunnel in Aussicht stehende Entlastung von Schafis, Ligerz und Bip-

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Rechsteiner Schaffung von Informationsrechten Motion Rechsteiner Droit du citoyen à l'information In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1990 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.775 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 14.12.1990 - 08:00 Date Data Seite 2428-2428 Page Pagina Ref. No 20 019 334 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.