Erwägungen (3 Absätze)
E. 14 Dezember 1990 2463 Interpellation Fierz #ST# 90.698 Interpellation der christlichdemokratischen Fraktion Instruktorenmangel in der Armee Interpellation du groupe démocrate-chrétien Pénurie d'instructeurs à l'armée Wortlaut der Interpellation vom 19. September 1990 Jüngste Vorkommnisse in Rekrutenschulen, so in Colombier, haben gezeigt, dass die Ursache für Führungs- und Organisa- tionsmängel auch im Mangel an hauptberuflichen Instrukto- ren liegt.
1. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass die 1987 von der Arbeitsgruppe Hess vorgebrachten Vorschläge zur Behebung des Instruktorenmangels nach wie vor gültig sind?
2. Was gedenkt der Bundesrat zu tun, um dem Mangel an In- struktoren insbesondere in Rekrutenschulen möglichst rasch und wirksam zu begegnen?
3. Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat überdies mittel- fristig, die Arbeitsbedingungen der Instruktoren zu verbessern und die Attraktivität dieses Berufes für geeignete Anwärter zu erhöhen? Texte de l'interpellation du 19 septembre 1990 De récents incidents qui se sont produits dans les écoles des recrues, par exemple à Colombier, prouvent que la pénurie d'instructeurs professionnels est l'une des causes des caren- ces constatées sur le plan de la conduite des hommes et de l'organisation.
1. Le Conseil fédéral est-il d'avis que les propositions faites en 1987 par le groupe de travail Hess pour mettre fin à la pénurie d'instructeurs restent valables?
2. Qu'entend-il faire pour pallier rapidement cette pénurie, en particulier dans les écoles de recrues?
3. Comment pourrait-on, à son avis, améliorer en outre à moyen terme les conditions de travail des instructeurs et ac- croître l'attractivité de cette profession pour les candidats vala- bles? Sprecher - Porte-parole: Hess Peter Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 14. November 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 14 novembre 1990
1. Die von der Arbeitsgruppe Hess im Jahre 1987 formulierten Vorschläge zur Behebung des Instruktorenmangels in der Ar- mee hält der Bundesrat nach wie vor für gültig. Dem Antrag der Arbeitsgruppe, das Personalkontingent des Instruktionskorps in einer ersten Phase um 85 Stellen zu erhöhen, um die Lage bezüglich Stellvertretungen rasch zu verbessern, wurde Rech- nung getragen. Mit Zustimmung der eidgenössischen Räte wurden seit 1987 zusätzliche 100 Instruktorenstellen geschaf- fen (1988:40; 1989:45; 1990:15 Stellen). Dagegen haben die eidgenössischen Räte den Vorschlag abgelehnt, die Instrukto- ren im Angestelltenverhältnis, d. h. die noch in der Grundaus- bildung stehenden Instruktoren, nicht mehr dem bewilligten Instruktorenbestand zuzurechnen.
2. Zurzeit werden verschiedene Reformvorschläge im Zusam- menhang mit dem Projekt «Armee 95» - u. a. auch solche der Arbeitsgruppe Schoch - gesammelt und ausgewertet. Zu ge- gebener Zeit wird der Ausbildungschef fürdenlnstruktorenbe- reich kurz- und mittelfristige Massnahmen beantragen, um in erster Linie dem Instruktorenmangel in den Rekrutenschulen wirksam zu begegnen. Insbesondere wird eine vermehrte Un- terstützung durch Milizoffiziere ins Auge gefasst. Auch die Möglichkeit der Zusammenlegung von Schulen wird zu prüfen sein.
3. Die Attraktivität des Instruktorenberufs soll in erster Linie durch verbesserte Arbeitsbedingungen erhöht werden. Auf den 1. Januar 1991 soll die neue Verordnung über das Instruk- tionskorps in Kraft treten, die verschiedenen Zielsetzungen der Arbeitsgruppe Hess Rechnung tragen wird, so vor allem der Forderung nach einem einheitlichen Dienstrecht - unab- hängig von der Art des Einsatzes. Ein Konzept ist in Bearbei- tung, das die interne und externe Information und Kommuni- kation der Instruktoren verbessern soll. Schliesslich wird die Grundausbildung der Instruktoren neu konzipiert und verlän- gert. Im Rahmen eines Pilotprojekts sind erste Realisierungs- schritte eingeleitet worden. Präsident: Die Interpellanten sind von der Antwort des Bun- desrates befriedigt. #ST# 90.812 Interpellation Fierz Sind die Sparer die Dummen? L'épargne ne paie pas Wortlaut der Interpellation vom 4. Oktober 1990 Wäre es nicht gerechter, und würde es nicht zur Entspannung auf dem Hypothekarmarkt beitragen, wenn bei Spargeldern, Kassenobligationen und Obligationen nur die reale Rendite (nach Abzug des Inflationsverlustes) besteuert werden müsste? Sieht der Bundesrat eine Möglichkeit, diesen Ansatz zu realisieren? Sind in der heutigen Situation nicht die Sparer die Dummen? Texte de l'interpellation du 4 octobre 1990 Ne serait-il pas plus équitable de n'imposer que le rendement réel (établi après déduction de la perte due à l'inflation) obtenu sur l'épargne, les obligations de caisse et les autres obliga- tions? Une telle mesure ne contribuerait-elle pas à détendre la situation sur le marché hypothécaire? Le Conseil fédéral pense-t-il qu'il y a moyen de réaliser une telle proposition? Dans la situation actuelle, les épargnants ne sont-ils pas les dupes? Mitunterzeichner - Cosignataires: Diener, Hafner Rudolf, Schmid (3) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Erhöhte Hypothekarzinsen resultieren aus einem Ungleichge- wicht von hoher Nachfrage nach und geringem Angebot von Leihgeld. Das Angebot von Leihgeld wird nicht primär von den Banken bestimmt, sondern vom Verhalten der Sparer. Kleine und mittlere Anleger hätten an sich ein Interesse, ihr Geld in der Schweiz sicher anzulegen, z. B. in Kassenobligationen oder Obligationen. Bei hoher Inflationsrate wird dies jedoch völlig unattraktiv: Von einer Rendite von 7 bis 7,5 Prozent frisst die Inflation 6 Prozent,-die reale Rendite beträgt 1 bis 1,5 Pro- zent. Versteuert werden muss aber nicht nur diese reale Ren- dite, sondern auch noch die Inflationsprämie, was die Realren- dite wegfrisst oder sogar zu einem Realverlust von bis zu ei- nem Prozent pro Jahr führt. Somit entsteht die perverse Situa- tion, dass der Sparer über die Inflation enteignet wird und gleichzeitig noch dafür besteuert wird: Der Exekutierte muss gleichsam auch noch seine Exekution bezahlen. Unter sol- chen Verhältnissen spart ja nur ein Trottel, und das Angebot an Hypothekargeldern wird wegen falscher Marktkräfte noch knapper.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation der christlichdemokratischen Fraktion Instruktorenmangel in der Armee Interpellation du groupe démocrate-chrétien Pénurie d'instructeurs à l'armée In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1990 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung
E. 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.698 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 14.12.1990 - 08:00 Date Data Seite 2463-2463 Page Pagina Ref. No
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Volltext (verifizierbarer Originaltext)
14. Dezember 1990 2463 Interpellation Fierz #ST# 90.698 Interpellation der christlichdemokratischen Fraktion Instruktorenmangel in der Armee Interpellation du groupe démocrate-chrétien Pénurie d'instructeurs à l'armée Wortlaut der Interpellation vom 19. September 1990 Jüngste Vorkommnisse in Rekrutenschulen, so in Colombier, haben gezeigt, dass die Ursache für Führungs- und Organisa- tionsmängel auch im Mangel an hauptberuflichen Instrukto- ren liegt.
1. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass die 1987 von der Arbeitsgruppe Hess vorgebrachten Vorschläge zur Behebung des Instruktorenmangels nach wie vor gültig sind?
2. Was gedenkt der Bundesrat zu tun, um dem Mangel an In- struktoren insbesondere in Rekrutenschulen möglichst rasch und wirksam zu begegnen?
3. Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat überdies mittel- fristig, die Arbeitsbedingungen der Instruktoren zu verbessern und die Attraktivität dieses Berufes für geeignete Anwärter zu erhöhen? Texte de l'interpellation du 19 septembre 1990 De récents incidents qui se sont produits dans les écoles des recrues, par exemple à Colombier, prouvent que la pénurie d'instructeurs professionnels est l'une des causes des caren- ces constatées sur le plan de la conduite des hommes et de l'organisation.
1. Le Conseil fédéral est-il d'avis que les propositions faites en 1987 par le groupe de travail Hess pour mettre fin à la pénurie d'instructeurs restent valables?
2. Qu'entend-il faire pour pallier rapidement cette pénurie, en particulier dans les écoles de recrues?
3. Comment pourrait-on, à son avis, améliorer en outre à moyen terme les conditions de travail des instructeurs et ac- croître l'attractivité de cette profession pour les candidats vala- bles? Sprecher - Porte-parole: Hess Peter Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 14. November 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 14 novembre 1990
1. Die von der Arbeitsgruppe Hess im Jahre 1987 formulierten Vorschläge zur Behebung des Instruktorenmangels in der Ar- mee hält der Bundesrat nach wie vor für gültig. Dem Antrag der Arbeitsgruppe, das Personalkontingent des Instruktionskorps in einer ersten Phase um 85 Stellen zu erhöhen, um die Lage bezüglich Stellvertretungen rasch zu verbessern, wurde Rech- nung getragen. Mit Zustimmung der eidgenössischen Räte wurden seit 1987 zusätzliche 100 Instruktorenstellen geschaf- fen (1988:40; 1989:45; 1990:15 Stellen). Dagegen haben die eidgenössischen Räte den Vorschlag abgelehnt, die Instrukto- ren im Angestelltenverhältnis, d. h. die noch in der Grundaus- bildung stehenden Instruktoren, nicht mehr dem bewilligten Instruktorenbestand zuzurechnen.
2. Zurzeit werden verschiedene Reformvorschläge im Zusam- menhang mit dem Projekt «Armee 95» - u. a. auch solche der Arbeitsgruppe Schoch - gesammelt und ausgewertet. Zu ge- gebener Zeit wird der Ausbildungschef fürdenlnstruktorenbe- reich kurz- und mittelfristige Massnahmen beantragen, um in erster Linie dem Instruktorenmangel in den Rekrutenschulen wirksam zu begegnen. Insbesondere wird eine vermehrte Un- terstützung durch Milizoffiziere ins Auge gefasst. Auch die Möglichkeit der Zusammenlegung von Schulen wird zu prüfen sein.
3. Die Attraktivität des Instruktorenberufs soll in erster Linie durch verbesserte Arbeitsbedingungen erhöht werden. Auf den 1. Januar 1991 soll die neue Verordnung über das Instruk- tionskorps in Kraft treten, die verschiedenen Zielsetzungen der Arbeitsgruppe Hess Rechnung tragen wird, so vor allem der Forderung nach einem einheitlichen Dienstrecht - unab- hängig von der Art des Einsatzes. Ein Konzept ist in Bearbei- tung, das die interne und externe Information und Kommuni- kation der Instruktoren verbessern soll. Schliesslich wird die Grundausbildung der Instruktoren neu konzipiert und verlän- gert. Im Rahmen eines Pilotprojekts sind erste Realisierungs- schritte eingeleitet worden. Präsident: Die Interpellanten sind von der Antwort des Bun- desrates befriedigt. #ST# 90.812 Interpellation Fierz Sind die Sparer die Dummen? L'épargne ne paie pas Wortlaut der Interpellation vom 4. Oktober 1990 Wäre es nicht gerechter, und würde es nicht zur Entspannung auf dem Hypothekarmarkt beitragen, wenn bei Spargeldern, Kassenobligationen und Obligationen nur die reale Rendite (nach Abzug des Inflationsverlustes) besteuert werden müsste? Sieht der Bundesrat eine Möglichkeit, diesen Ansatz zu realisieren? Sind in der heutigen Situation nicht die Sparer die Dummen? Texte de l'interpellation du 4 octobre 1990 Ne serait-il pas plus équitable de n'imposer que le rendement réel (établi après déduction de la perte due à l'inflation) obtenu sur l'épargne, les obligations de caisse et les autres obliga- tions? Une telle mesure ne contribuerait-elle pas à détendre la situation sur le marché hypothécaire? Le Conseil fédéral pense-t-il qu'il y a moyen de réaliser une telle proposition? Dans la situation actuelle, les épargnants ne sont-ils pas les dupes? Mitunterzeichner - Cosignataires: Diener, Hafner Rudolf, Schmid (3) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Erhöhte Hypothekarzinsen resultieren aus einem Ungleichge- wicht von hoher Nachfrage nach und geringem Angebot von Leihgeld. Das Angebot von Leihgeld wird nicht primär von den Banken bestimmt, sondern vom Verhalten der Sparer. Kleine und mittlere Anleger hätten an sich ein Interesse, ihr Geld in der Schweiz sicher anzulegen, z. B. in Kassenobligationen oder Obligationen. Bei hoher Inflationsrate wird dies jedoch völlig unattraktiv: Von einer Rendite von 7 bis 7,5 Prozent frisst die Inflation 6 Prozent,-die reale Rendite beträgt 1 bis 1,5 Pro- zent. Versteuert werden muss aber nicht nur diese reale Ren- dite, sondern auch noch die Inflationsprämie, was die Realren- dite wegfrisst oder sogar zu einem Realverlust von bis zu ei- nem Prozent pro Jahr führt. Somit entsteht die perverse Situa- tion, dass der Sparer über die Inflation enteignet wird und gleichzeitig noch dafür besteuert wird: Der Exekutierte muss gleichsam auch noch seine Exekution bezahlen. Unter sol- chen Verhältnissen spart ja nur ein Trottel, und das Angebot an Hypothekargeldern wird wegen falscher Marktkräfte noch knapper.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation der christlichdemokratischen Fraktion Instruktorenmangel in der Armee Interpellation du groupe démocrate-chrétien Pénurie d'instructeurs à l'armée In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1990 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.698 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 14.12.1990 - 08:00 Date Data Seite 2463-2463 Page Pagina Ref. No 20 019 380 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.