Volltext (verifizierbarer Originaltext)
Interpellation Blatter 1282 N 22 juin 1990 der Anliegen des Umweltschutzes - der Optimierung der Aus- nützung liegt. 6./7. Die Reformbestrebungen für die «Armee 95» und die Arbeiten der Kommission Schoch verfolgen das Ziel, das Lei- stungsprinzip und die Eigenverantwortlichkeit des einzelnen Armeeangehörigen im Rahmen des im Dienstreglement defi- nierten Begriffs der Disziplin zu fördern. Sie liegen damit durchaus auf der Linie der vom Interpellanten schon vor 25 Jahren geäusserten Auffassung. Le président: Lïnterpellateur n'est pas satisfait de la réponse du Conseil fédéral. #ST# 90.502 Interpellation Loretan GSoA. Aufruf zur Massendienstverweigerung Refus collectif du service militaire. Appel du GSsA Wortlaut der Interpellation vom 23. März 1990 Eine Vollversammlung der GSoA hat am 18. März 1990 be- schlossen, es sei ein Aufruf zur Massendienstverweigerung im Rahmen der Gesamtverteidigung auszuarbeiten. Mit diesem Beschluss entlarvt sich die GSoA selbst. Sie ist of- fensichtlich fest entschlossen, unsere demokratischen Spiel- regeln zu missachten. Obwohl sich Volk und Stände klar für die Notwendigkeit der militärischen Landesverteidigung aus- gesprochen haben, sollen Mitbürgerinnen und Mitbürger nun- mehr systematisch angehalten werden, Schritte in die Illegali- tätzutun. Wie beurteilt der Bundesrat diese Aktion, und welche Mass- nahmen gedenkt er vorzukehren? Texte de l'interpellation du 23 mars 1990 A l'occasion de son assemblée pionière qui s'est tenue le 18 mars 1990, le GSsA a décidé de préparer un appel au refus col- lectif de servir dans le cadre de la défense générale. Par cette résolution, le GSsA s'est trahi lui-même. Manifeste- ment, il est fermement décidé à bafouer les règles du jeu démocratique. Bien que le peuple et les cantons se soient dits clairement favorables à la nécessité d'une défense nationale militaire, les citoyennes et citoyens seront désormais incités systématiquement à entrer dans l'illégalité. Comment le Conseil fédéral juge-t-il cette action et quelles me- sures compte-t-il prendre? Mitunterzeichner - Cosignataires: Aliesch, Allenspach, Areg- ger, Auer, Biel, Bonny, Bühler, Burckhardt, Büttiker, Cavadini, Couchepin, Coutau, Dietrich, Dubois, Eggly, Eisenring, Ep- penberger Susi, Fischer-Hägglingen, Fischer-Sursee, Fride- rici, Früh, Giger, Gros, Guinand, Gysin, Hess Otto, Hess Peter, Houmard, Jeanneret, Jung, Kohler, Kühne, Leuba, Nebiker, Neuenschwander, Portmann, Reimann Maximilian, Ruck- stuhl, Rutishauser, Schmidhalter, Schule, Schwab, Spoerry, Stucky, Weber-Schwyz, Wellauer, Widrig, Wyss Paul, Zölch, Zwingli (50) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 11. Juni 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 11 juin 1990 Nach Artikel 276 Ziffer 1 des Strafgesetzbuches wird mit Ge- fängnis bestraft, «wer öffentlich zum Ungehorsam gegen mili- tärische Befehle, zur Dienstverletzung, zur Dienstverweige- rung oder zum Ausreissen auffordert». Diese Widerhandlun- gen gelten als politische Delikte und unterliegen als solche der Bundesgerichtsbarkeit. Deren gerichtliche Verfolgung setzt gemäss Artikel 105 des Bundesstrafprozesses die Ermächti- gung des Bundesrates voraus, welche in früheren gleichgela- gerten Fällen bisher stets erteilt wurde. Die Durchführung des Verfahrens wurde jeweils den kantonalen Straf behörden über- tragen. Das Militärstrafgesetz enthält einen gleichlautenden Tatbe- stand (Art. 98 Ziff. 1), der auf Täter Anwendung findet, die z. B. während des Militärdienstes dem Militärstrafrecht unterste- hen. Nach Artikel 84 Ziffer 1 des Zivilschutzgesetzes wird u. a. mit Haft oder Busse bestraft, «wer öffentlich dazu auffordert, sich an Kursen, Uebungen oder anderen Veranstaltungen des Zi- vilschutzes nicht zu beteiligen oder amtlich angeordnete Massnahmen zu missachten». Die Verfolgung obliegt den Kantonen. Sollte ein Aufruf der GSoA Aufforderungen im Sinhe der vor- stehenden gesetzlichen Bestimmungen enthalten, wäre er als illegal und mithin als strafbar zu beurteilen. Es handelt sich hier um Offizialdelikte, d. h. die zuständigen Strafverfolgungsbehörden werden gegen die Personen, die sich strafbar gemacht haben (wie Verfasser, aber auch Mitun- terzeichner des öffentlichen Aufrufs), von Amtes wegen vorge- hen müssen. Der zuständige Richter wird zu entscheiden ha- ben. Unabhängig von diesen rechtlichen Erwägungen stellt der Bundesrat mit Bedauern fest, dass es der in unserem Land üb- lichen politischen Kultur widerspricht, wenn eine in einer Volksabstimmung unterlegene Minderheit zur Durchsetzung ihrer Ziele den Weg in die Illegalität zu beschreiten gedenkt. Le président: Lïnterpellateur est satisfait de la réponse du Conseil fédéral. #ST# 90.410 Interpellation Blatter Kreditkürzungen beim Nationalstrassenbau Routes nationales. Réduction des crédits Wortlaut der Interpellation vom 13. März 1990 Die beschlossenen Kreditkürzungen für den National- und Hauptstrassenbau von 30 Prozent werden unweigerlich Aus- wirkungen auf die finanzschwachen Rand- und Berggebiete haben. Ich stelle dem Bundesrat daher folgende Fragen:
1. Vertritt der Bundesrat nicht auch die Auffassung, dass eine so starke Kürzung der Zahlungskredite vor allem die finanz- schwachen Rand- und Berggebiete trifft?
2. Welche Auswirkungen hat diese Kreditkürzung zum Bei- spiel auf den Ausbau der N 8? Nach jahrzehntelangem Projek- tieren und Ringen um die beste Linienführung müssen die im Durchgangsverkehr erstickenden Gemeinden endlich entla- stet werden.
3. Warum ist das Finanzdepartement nicht in der Lage, einen allfälligen Mehraufwand der Treibstoffzollrechnung 1990 über die Rückstellungen zu verbuchen? Texte de l'interpellation du 13 mars 1990 La décision de réduire de 30 pour cent les crédits de subven- tions destinés à la construction des routes nationales et des routes principales aura des conséquences inévitables pour les régions périphériques et les régions de montagne à faible capacité financière.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Loretan GSoA. Aufruf zur Massendienstverweigerung Interpellation Loretan Refus collectif du service militaire. Appel du GSsA In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1990 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.502 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 22.06.1990 - 08:00 Date Data Seite 1282-1282 Page Pagina Ref. No 20 018 768 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.