Erwägungen (3 Absätze)
E. 15 Dezember 1989
N
2231
Motion Matthey
nen und anderseits weil sie als unredliche Mittel die Leistun-
gen verfälschen. Die Durchsetzung des Dopingverbots im In-
land möchte er - entsprechend dem schweizerischen Sport-
konzept-den Sportverbänden überlassen, die bereits jetzt mit
Hilfe von Kontrollen und Sanktionen gegen Dopingfällevorge-
hen. In den letzten Jahren machte die Zahl der positiven Do-
pingfälle in der Schweiz 0,8 bis 1 Prozent von den jeweils rund
tausend durchgeführten Proben pro Jahr aus (internationaler
Durchschnitt zwischen 2 und 2,5 Prozent). Eine vom Schwei-
zerischen Landesverband für Sport (SLS) einberufene inter-
disziplinär zusammengesetzte Projektgruppe hat ein Mass-
nahmenkonzept ausgearbeitet, das als Grundlage für neue
Verfahrensrichtlinien und Réglemente dient. Das Konzept
überträgt die Durchführung von Kontrollen und Sanktionen
den Sportverbänden. Sanktionen für Zuwiderhandlungen ge-
gen die Dopingnormen des Vereins- und Verbandsrechts wer-
den im wesentlichen durch das interne Disziplinarsystem der
Vereine und Verbände, insbesondere der internationalen Ver-
bände ausgesprochen und durchgesetzt. Sanktionen sollen
korrekt und nach rechtsstaatlichen Grundsätzen durchgeführt
werden. Schliesslich bemüht sich der SLS um eine Harmoni-
sierung der Bekämpfungsmassnahmen sowohl im Inland wie
auf internationaler Ebene.
2. Während des Trainings sind unerwartete Dopingkontrollen
nötig. Ihre Einführung wird vom SLS und den Verbänden vor-
bereitet. Im Frühjahr 1990 kann voraussichtlich mit der Einfüh-
rung derartiger Ueberraschungskontrollen für Eliteathleten
gerechnet werden. Diese Kontrollen fallen ausschliesslich in
die Kompetenz des SLS, wobei die betroffenen Athleten unter
notarieller Aufsicht ausgelost werden sollen. Zudem plant der
SLS die Einsetzung einer mobilen Equipe, die stichproben-
weise die Kontrollen der Verbände an Wettkämpfen überprüft.
Für die Verbandskontrolleure ist eine zentrale Aus- und Weiter-
bildung durch den SLS vorgesehen.
3. Das schweizerische Sportkonzept ruht auf einem öffent-
lich-rechtlichen und einem privatrechtlichen Pfeiler. Der öffent-
lich-rechtliche Bereich ist im Bundesgesetz vom 17. März
1972 über Turnen und Sport (SR 415.0) geregelt. Für den pri-
vatrechtlichen Bereich (Verbandsrecht inkl. Hochleistungs-
sport) ist der SLS verantwortlich. Die Schaffung der in der Mo-
tion geforderten rechtlichen Grundlage zur Durchsetzung ei-
nes Dopingverbots in der Schweiz würde diesen privatrecht-
lichen Bereich stark einengen. Die Anstrengungen der Ver-
bände im Diszi pli narbereich, die Begrenzung der erheblichen
Sachverhalte auf einen relativ engen Lebensbereich mit be-
sonderen Zielen und Wertvorstellungen, die Abhängigkeit des
sanktionierten Verhaltens von einer nicht staatlichen Regel-
umschreibung sowie die im Hinblick auf den legalen Ge-
brauch solcher Substanzen in der Medizin schwer lösbaren
Abgrenzungsprobleme sprechen aber derzeit gegen eine Er-
gänzung des Strafgesetzbuches mit entsprechenden Straf-
normen oder die Einführung entsprechender Verwaltungs-
strafrechtsnormen. Ein solcher Eingriff wäre nur dann gerecht-
fertigt, wenn sich der privatrechtlich organisierte Sport nicht
selber zu regulieren vermöchte.
4. Der Europarat hat eine Konvention zur Bekämpfung des Do-
pingmissbrauchs im Sport ausgearbeitet. Sie liegt seit dem
E. 16 November 1989 zur Unterzeichnung auf. Die Konvention sieht unter anderem Massnahmen zur Einschränkung der Ver- fügbarkeit (Verkehr, Besitz, Einfuhr, Vertrieb und Verkauf) von Dopingmitteln vor. Gegenwärtig wird abgeklärt, welche Kon- sequenzen die Ratifikation dieser Konvention für die Schweiz haben würde. Dabei stellt sich unter anderem die Frage der Einfuhrkontrolle und ob sich eine Einfuhrbeschränkung von Dopingmitteln, soweit es sich um Medikamente handelt, im Rahmen eines Bundesgesetzes über die Einfuhrkontrolle von Heilmitteln verwirklichen Hesse. Immer wieder fordern ver- schiedenste Kreise eine Einfuhr- und Ausfuhrkontrolle für Me- dikamente. Die Heilmittelkontrolle, als Sache der Kantone, wird gegenwärtig geprüft.
5. Das Bundesamt für Gesundheitswesen (BAG), die Eidge- nössische Sportschule Magglingen (ESSM) und die Interkan- tonale Kontrollstelle für Heilmittel (IKS) erstellen gegenwärtig eine Liste der Dopingsubstanzen enthaltenden Medikamente. Diese soll nach der Fertigstellung in der Fachpresse veröffent- licht werden und dazu beitragen, dass Aerzte und Apotheker keine Dopingsubstanzen enthaltenden Medikamente irrtümli- cherweise an Sportler abgeben. Schrittliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln. Le président: Cette motion transformée en postulat est com- battue par M. Humbel. La discussion interviendra ultérieure- ment. Verschoben - Renvoyé #ST# 89.599 Motion Matthey BVG - Institutionen und Risikokapital Participation des institutions de prévoyance professionnelle à la formation du capital-risque Wortlaut der Motion vom 20. September 1989 Der Bundesrat wird ersucht, die erforderlichen Massnahmen zu ergreifen oder vorzuschlagen, damit sich die Einrichtungen der beruflichen Vorsorge an der Risikokapitalbildung beteili- gen. Diese Einrichtungen sollten einen Teil ihres Vermögens (zum Beispiel zwei bis drei Promille) in bestehende oder noch zu gründende Gesellschaften für Risikokapitalfinanzierung anlegen, die in Industrieunternehmen mit Sitz und Haupttätig- keit in der Schweiz investieren. Texte de la motion du 20 septembre 1989 Le Conseil fédéral est prié de prendre ou de proposer les me- sures nécessaires pour faire participer les institutions de prévoyance professionnelle à la formation de capital-risque par le placement d'une part de leur fortune (deux à trois pour mille par exemple) dans des sociétés de capital-risque exis- tantes ou à créer et investissant dans des sociétés industrielles dont le siège et l'activité principale sont en Suisse. Mitunterzeichner- Cosignataires: Aguet, Ammann, Béguelin, Bodenmann, Borei, Braunschweig, Carobbio, Danuser, Eg- genberg-Thun, Euler, Hubacher, Jeanprètre, Lanz, Lederger- ber, Longet, Ott, Reimann Fritz, Ruffy, Stappung, Uchtenha- gen, Ulrich, Züger (22) Schrittliche Begründung - Développement par écrit Selon la loi fédérale sur la prévoyance professionnelle vieil- lesse, survivants et invalidité (art. 71) et l'OPP 2 (art. 50 et ss), le placement de la fortune des institutions de prévoyance doit sa- tisfaire en priorité aux exigences de la sécurité. Ces restrictions limitent ainsi la participation de ces institutions au capital-ris- que dont ont besoin l'industrie et les nouvelles entreprises de notre pays pour assurer leur innovation, leur création et leur développement. Etant donné que c'est en bonne partie sur la capacité d'inno- ver et de se développer en matière de technologies et de tech- niques nouvelles que dépendent l'avenir économique et le ni- veau de l'emploi de notre pays, il est souhaitable que les insti- tutions du 2e pilier, par l'épargne qu'elles accumulent, partici- pent au risque de financement de l'innovation. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 8. November 1989 Rapport écrit du Conseil fédéral du 8 novembre 1989
Motion Hafner Ursula 2232 N 15 décembre 1989 Le Conseil fédéral partage l'avis de l'auteur de la motion sui- vant lequel la formation du capital-risque revêt une grande im- portance politico-économique. Il s'agit tout d'abord de définir soigneusement dans quelle mesure les institutions de la prévoyance professionnelle peuvent elles aussi y contribuer de façon accrue. Les placements des institutions de prévoyance doivent en premier lieu garantir qu'elles fourniront les prestations prévues par le règlement lorsque celles-ci vien- dront à échéance. En outre, elles doivent veiller à obtenir un rendement conforme au marché. Pour parvenir à cet objectif, on peut, dans le cadre d'une diversification étendue, recourir le cas échéant à des participations à des sociétés dont le but est de financer le capital-risque. De tels placements sont par- faitement admissibles dans les limites imparties aux actions par l'Ordonnance sur la prévoyance professionnelle vieillesse, survivants et invalidité (OPP 2). On ne dispose cependant d'aucune statistique permettant de savoir dans quelle mesure les institutions ont effectivement déjà pris de tels engage- ments. Un encouragement plus étendu de ce genre de placements, en imposant l'obligation de placer une part minimale de la for- tune, poserait toutefois des problèmes. Non seulement il res- treindrait la libre appréciation et, par conséquent, la responsa- bilité de prévoyance pour les placements dans ce secteur, mais on ne pourrait garantir qu'il y aurait toujours une de- mande suffisante pour un tel capital sans parler du risque que de telles participations devraient être faites sans liquidité suffi- sante. Le Conseil fédéral est cependant disposé à examiner de quelle manière et dans quelle mesure il serait possible et approprié d'encourager les placements du capital-risque. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en postu- lat. Ueberwiesen aïs Postulat- Transmis comme postulat #ST# 89.600 Motion Hafner Ursula AHV-Beitragspflicht auf Ersatzeinkommen Cotisations AVS sur les revenus de substitution Wortlaut der Motion vom 20. September 1989 Leistungen der Arbeitgeber für den Lohnausfall infolge Unfalls oder Krankheit sind der AHV-Beitragspflicht unterstellt, des- gleichen Leistungen der Arbeitgeber für den Lohnausfall in- folge Militärdienstes. - Nicht AHV-beitragspflichtig sind dage- gen die Leistungen der Unfallversicherung nach UVG und die Leistungen von Krankentaggeldversicherungen, die im Rah- men des Arbeitsverhältnisses abgeschlossen worden sind; dies gilt auch für private Taggeldversicherungen, die zur Deckung des Lohnausfalls nach Ablauf der Lohnzahlungs- pflicht nach OR abgeschlossen wurden. Der Bundesrat wird beauftragt, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass auch Lohnersatzzahlungen aus Taggeldern der Kranken- oder Unfallversicherung der AHV-Beitragspflicht unterstehen. Texte de la motion du 20 septembre 1989 Les prestations que l'employeur paie au travailleur dans le cas d'une perte de gain résultant d'un accident ou d'une maladie sont soumises au versement de cotisations à l'AVS, à l'instar des prestations que l'employeur doit au travailleur dans le cas de la perte de gain entraînée par le service militaire. Par contre, il n'y a pas d'obligation de verser des cotisations à l'AVS pour les bénéficiaires de prestations de l'assurance-accidents se- lon la LAA, ainsi que d'indemnités journalières allouées en cas de maladie par des assurances en vertu de contrats passés dans le cadre de rapports de travail; il en va de même des bénéficiaires d'indemnités journalières payées par des assu- rances privées pour couvrir la perte de gain qui se produit au moment où l'obligation de verser un traitement selon le CO prend fin. Le Conseil fédéral est chargé de prendre les dispositions nécessaires pour que l'obligation de verser des cotisations à l'AVS s'applique également aux bénéficiaires de revenus de substitution versés au titre d'indemnités journalières par l'as- surance-maladie ou par l'assurance-accidents. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Ammann, Bäumlin Richard, Bäumlin Ursula, Béguelin, Bodenmann, Braun- schweig, Bundi, Carobbio, Danuser, Eggenberg-Thun, Euler, Fankhauser, Fehr, Haller, Hubacher, Jeanprêtre, Lanz, Leder- gerber, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Longet, Matthey, Mauch Ursula, Mort, Neukomm, Ott, Pitteloud, Rech- steiner, Reimann Fritz, Ruffy, Stappung, Uchtenhagen, Ulrich, Züger (35) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Für Versicherte, die im Laufe ihres Erwerbslebens für längere Zeit krank sind oder wiederholt Unfälle erleiden, kann die heu- tige Regelung zu einer empfindlichen Senkung des AHV- pflichtigen Durchschnittseinkommens und damit des Renten- anspruchs führen. Noch härter als manche AHV-Rentner oder -Rentnerinnen werden Personen getroffen, die vor Erreichung des AHV-Alters invalid werden. Die Tatsache, dass zwar Lohnzahlungen der Arbeitgeber nach OR der AHV-Beitragspflicht unterstehen, nicht aber Lohner- satzzahlungen der Krankenversicherung oder nach UVG, kann zu stossenden Ergebnissen führen. So bekommt unter Umständen jemand, der im Anschluss an eine längerdau- ernde Krankheit invalid wird, eine beachtlich geringere Rente, wenn sein Arbeitgeber nicht nach OR seine Lohnzahlungs- pflicht erfüllen muss, weil er eine früh einsetzende Taggeldver- sicherung abgeschlossen hat, die den Lohnausfall der Arbeit- nehmerdeckt. Das Eidgenössische Versicherungsgericht hält in einem Urteil vom 17. April 1989 fest: «Die heutige gesetzliche Regelung, welche gewisse Ersatzeinkünfte (Taggelder der Arbeitslosen- versicherung: Art. 22 Abs. 2 AVIG; der Invalidenversicherung: Art. 25ter IVG; Tagesentschädigungen der Erwerbsersatzord- nung: Art. 19a EOG) der Beitragspflicht unterstellt, andere - wie die vorliegend interessierenden Taggelder der Kranken- versicherung und diejenigen der Unfallversicherung -jedoch nicht, ist unbefriedigend. Eine Vereinheitlichung kann indes- sen nicht vom Richter, sondern müsste vom Gesetzgeber her- beigeführt werden.» Mit der Unterstellung von Lohnersatzzahlungen aus Kranken- taggeldversicherungen oder Unfalltaggeldversicherungen unter die AHV-Beitragspflicht würde konsequent weiterge- führt, was in den letzten Jahren getan worden ist: dass nämlich Lohnersatzzahlungen zunehmend AHV-beitragspflichtig er- klärtwerden. Diese Verbesserung der sozialen Sicherheit würde zudem der AHV unter dem Strich kaum Kosten verursachen, sondern wohl im Gegenteil Mehreinnahmen verschaffen. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 22. November 1989 Rapport écrit du Conseil fédéral du 22 novembre 1989 Dem Bundesrat sind die Probleme um die Erhebung von Bei- trägen an die AHV und ihr angeschlossenen Versicherungen auf Ersatzeinkommen in Form von Versicherungsleistungen bekannt. Sie können sich für die einzelnen Sozialversiche- rungszweige sehr unterschiedlich stellen. Der Bundesrat gibt deshalb einem schrittweisen Vorgehen nach sorgfältiger Prü- fung der Gegebenheiten des jeweiligen Versicherungszwei- ges den Vorzug vor einer allumfassenden Pauschallösung. Gegenwärtig werden bereits beitragsmässig erfasst die Tag-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Matthey BVG - Institutionen und Risikokapital Motion Matthey Participation des institutions de prévoyance professionnelle à la formation du capital-risque In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1989 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 89.599 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 15.12.1989 - 08:00 Date Data Seite 2231-2232 Page Pagina Ref. No
E. 20 018 091 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
Volltext (verifizierbarer Originaltext)
15. Dezember 1989 N 2231 Motion Matthey nen und anderseits weil sie als unredliche Mittel die Leistun- gen verfälschen. Die Durchsetzung des Dopingverbots im In- land möchte er - entsprechend dem schweizerischen Sport- konzept-den Sportverbänden überlassen, die bereits jetzt mit Hilfe von Kontrollen und Sanktionen gegen Dopingfällevorge- hen. In den letzten Jahren machte die Zahl der positiven Do- pingfälle in der Schweiz 0,8 bis 1 Prozent von den jeweils rund tausend durchgeführten Proben pro Jahr aus (internationaler Durchschnitt zwischen 2 und 2,5 Prozent). Eine vom Schwei- zerischen Landesverband für Sport (SLS) einberufene inter- disziplinär zusammengesetzte Projektgruppe hat ein Mass- nahmenkonzept ausgearbeitet, das als Grundlage für neue Verfahrensrichtlinien und Réglemente dient. Das Konzept überträgt die Durchführung von Kontrollen und Sanktionen den Sportverbänden. Sanktionen für Zuwiderhandlungen ge- gen die Dopingnormen des Vereins- und Verbandsrechts wer- den im wesentlichen durch das interne Disziplinarsystem der Vereine und Verbände, insbesondere der internationalen Ver- bände ausgesprochen und durchgesetzt. Sanktionen sollen korrekt und nach rechtsstaatlichen Grundsätzen durchgeführt werden. Schliesslich bemüht sich der SLS um eine Harmoni- sierung der Bekämpfungsmassnahmen sowohl im Inland wie auf internationaler Ebene.
2. Während des Trainings sind unerwartete Dopingkontrollen nötig. Ihre Einführung wird vom SLS und den Verbänden vor- bereitet. Im Frühjahr 1990 kann voraussichtlich mit der Einfüh- rung derartiger Ueberraschungskontrollen für Eliteathleten gerechnet werden. Diese Kontrollen fallen ausschliesslich in die Kompetenz des SLS, wobei die betroffenen Athleten unter notarieller Aufsicht ausgelost werden sollen. Zudem plant der SLS die Einsetzung einer mobilen Equipe, die stichproben- weise die Kontrollen der Verbände an Wettkämpfen überprüft. Für die Verbandskontrolleure ist eine zentrale Aus- und Weiter- bildung durch den SLS vorgesehen.
3. Das schweizerische Sportkonzept ruht auf einem öffent- lich-rechtlichen und einem privatrechtlichen Pfeiler. Der öffent- lich-rechtliche Bereich ist im Bundesgesetz vom 17. März 1972 über Turnen und Sport (SR 415.0) geregelt. Für den pri- vatrechtlichen Bereich (Verbandsrecht inkl. Hochleistungs- sport) ist der SLS verantwortlich. Die Schaffung der in der Mo- tion geforderten rechtlichen Grundlage zur Durchsetzung ei- nes Dopingverbots in der Schweiz würde diesen privatrecht- lichen Bereich stark einengen. Die Anstrengungen der Ver- bände im Diszi pli narbereich, die Begrenzung der erheblichen Sachverhalte auf einen relativ engen Lebensbereich mit be- sonderen Zielen und Wertvorstellungen, die Abhängigkeit des sanktionierten Verhaltens von einer nicht staatlichen Regel- umschreibung sowie die im Hinblick auf den legalen Ge- brauch solcher Substanzen in der Medizin schwer lösbaren Abgrenzungsprobleme sprechen aber derzeit gegen eine Er- gänzung des Strafgesetzbuches mit entsprechenden Straf- normen oder die Einführung entsprechender Verwaltungs- strafrechtsnormen. Ein solcher Eingriff wäre nur dann gerecht- fertigt, wenn sich der privatrechtlich organisierte Sport nicht selber zu regulieren vermöchte.
4. Der Europarat hat eine Konvention zur Bekämpfung des Do- pingmissbrauchs im Sport ausgearbeitet. Sie liegt seit dem
16. November 1989 zur Unterzeichnung auf. Die Konvention sieht unter anderem Massnahmen zur Einschränkung der Ver- fügbarkeit (Verkehr, Besitz, Einfuhr, Vertrieb und Verkauf) von Dopingmitteln vor. Gegenwärtig wird abgeklärt, welche Kon- sequenzen die Ratifikation dieser Konvention für die Schweiz haben würde. Dabei stellt sich unter anderem die Frage der Einfuhrkontrolle und ob sich eine Einfuhrbeschränkung von Dopingmitteln, soweit es sich um Medikamente handelt, im Rahmen eines Bundesgesetzes über die Einfuhrkontrolle von Heilmitteln verwirklichen Hesse. Immer wieder fordern ver- schiedenste Kreise eine Einfuhr- und Ausfuhrkontrolle für Me- dikamente. Die Heilmittelkontrolle, als Sache der Kantone, wird gegenwärtig geprüft.
5. Das Bundesamt für Gesundheitswesen (BAG), die Eidge- nössische Sportschule Magglingen (ESSM) und die Interkan- tonale Kontrollstelle für Heilmittel (IKS) erstellen gegenwärtig eine Liste der Dopingsubstanzen enthaltenden Medikamente. Diese soll nach der Fertigstellung in der Fachpresse veröffent- licht werden und dazu beitragen, dass Aerzte und Apotheker keine Dopingsubstanzen enthaltenden Medikamente irrtümli- cherweise an Sportler abgeben. Schrittliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln. Le président: Cette motion transformée en postulat est com- battue par M. Humbel. La discussion interviendra ultérieure- ment. Verschoben - Renvoyé #ST# 89.599 Motion Matthey BVG - Institutionen und Risikokapital Participation des institutions de prévoyance professionnelle à la formation du capital-risque Wortlaut der Motion vom 20. September 1989 Der Bundesrat wird ersucht, die erforderlichen Massnahmen zu ergreifen oder vorzuschlagen, damit sich die Einrichtungen der beruflichen Vorsorge an der Risikokapitalbildung beteili- gen. Diese Einrichtungen sollten einen Teil ihres Vermögens (zum Beispiel zwei bis drei Promille) in bestehende oder noch zu gründende Gesellschaften für Risikokapitalfinanzierung anlegen, die in Industrieunternehmen mit Sitz und Haupttätig- keit in der Schweiz investieren. Texte de la motion du 20 septembre 1989 Le Conseil fédéral est prié de prendre ou de proposer les me- sures nécessaires pour faire participer les institutions de prévoyance professionnelle à la formation de capital-risque par le placement d'une part de leur fortune (deux à trois pour mille par exemple) dans des sociétés de capital-risque exis- tantes ou à créer et investissant dans des sociétés industrielles dont le siège et l'activité principale sont en Suisse. Mitunterzeichner- Cosignataires: Aguet, Ammann, Béguelin, Bodenmann, Borei, Braunschweig, Carobbio, Danuser, Eg- genberg-Thun, Euler, Hubacher, Jeanprètre, Lanz, Lederger- ber, Longet, Ott, Reimann Fritz, Ruffy, Stappung, Uchtenha- gen, Ulrich, Züger (22) Schrittliche Begründung - Développement par écrit Selon la loi fédérale sur la prévoyance professionnelle vieil- lesse, survivants et invalidité (art. 71) et l'OPP 2 (art. 50 et ss), le placement de la fortune des institutions de prévoyance doit sa- tisfaire en priorité aux exigences de la sécurité. Ces restrictions limitent ainsi la participation de ces institutions au capital-ris- que dont ont besoin l'industrie et les nouvelles entreprises de notre pays pour assurer leur innovation, leur création et leur développement. Etant donné que c'est en bonne partie sur la capacité d'inno- ver et de se développer en matière de technologies et de tech- niques nouvelles que dépendent l'avenir économique et le ni- veau de l'emploi de notre pays, il est souhaitable que les insti- tutions du 2e pilier, par l'épargne qu'elles accumulent, partici- pent au risque de financement de l'innovation. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 8. November 1989 Rapport écrit du Conseil fédéral du 8 novembre 1989
Motion Hafner Ursula 2232 N 15 décembre 1989 Le Conseil fédéral partage l'avis de l'auteur de la motion sui- vant lequel la formation du capital-risque revêt une grande im- portance politico-économique. Il s'agit tout d'abord de définir soigneusement dans quelle mesure les institutions de la prévoyance professionnelle peuvent elles aussi y contribuer de façon accrue. Les placements des institutions de prévoyance doivent en premier lieu garantir qu'elles fourniront les prestations prévues par le règlement lorsque celles-ci vien- dront à échéance. En outre, elles doivent veiller à obtenir un rendement conforme au marché. Pour parvenir à cet objectif, on peut, dans le cadre d'une diversification étendue, recourir le cas échéant à des participations à des sociétés dont le but est de financer le capital-risque. De tels placements sont par- faitement admissibles dans les limites imparties aux actions par l'Ordonnance sur la prévoyance professionnelle vieillesse, survivants et invalidité (OPP 2). On ne dispose cependant d'aucune statistique permettant de savoir dans quelle mesure les institutions ont effectivement déjà pris de tels engage- ments. Un encouragement plus étendu de ce genre de placements, en imposant l'obligation de placer une part minimale de la for- tune, poserait toutefois des problèmes. Non seulement il res- treindrait la libre appréciation et, par conséquent, la responsa- bilité de prévoyance pour les placements dans ce secteur, mais on ne pourrait garantir qu'il y aurait toujours une de- mande suffisante pour un tel capital sans parler du risque que de telles participations devraient être faites sans liquidité suffi- sante. Le Conseil fédéral est cependant disposé à examiner de quelle manière et dans quelle mesure il serait possible et approprié d'encourager les placements du capital-risque. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en postu- lat. Ueberwiesen aïs Postulat- Transmis comme postulat #ST# 89.600 Motion Hafner Ursula AHV-Beitragspflicht auf Ersatzeinkommen Cotisations AVS sur les revenus de substitution Wortlaut der Motion vom 20. September 1989 Leistungen der Arbeitgeber für den Lohnausfall infolge Unfalls oder Krankheit sind der AHV-Beitragspflicht unterstellt, des- gleichen Leistungen der Arbeitgeber für den Lohnausfall in- folge Militärdienstes. - Nicht AHV-beitragspflichtig sind dage- gen die Leistungen der Unfallversicherung nach UVG und die Leistungen von Krankentaggeldversicherungen, die im Rah- men des Arbeitsverhältnisses abgeschlossen worden sind; dies gilt auch für private Taggeldversicherungen, die zur Deckung des Lohnausfalls nach Ablauf der Lohnzahlungs- pflicht nach OR abgeschlossen wurden. Der Bundesrat wird beauftragt, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass auch Lohnersatzzahlungen aus Taggeldern der Kranken- oder Unfallversicherung der AHV-Beitragspflicht unterstehen. Texte de la motion du 20 septembre 1989 Les prestations que l'employeur paie au travailleur dans le cas d'une perte de gain résultant d'un accident ou d'une maladie sont soumises au versement de cotisations à l'AVS, à l'instar des prestations que l'employeur doit au travailleur dans le cas de la perte de gain entraînée par le service militaire. Par contre, il n'y a pas d'obligation de verser des cotisations à l'AVS pour les bénéficiaires de prestations de l'assurance-accidents se- lon la LAA, ainsi que d'indemnités journalières allouées en cas de maladie par des assurances en vertu de contrats passés dans le cadre de rapports de travail; il en va de même des bénéficiaires d'indemnités journalières payées par des assu- rances privées pour couvrir la perte de gain qui se produit au moment où l'obligation de verser un traitement selon le CO prend fin. Le Conseil fédéral est chargé de prendre les dispositions nécessaires pour que l'obligation de verser des cotisations à l'AVS s'applique également aux bénéficiaires de revenus de substitution versés au titre d'indemnités journalières par l'as- surance-maladie ou par l'assurance-accidents. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Ammann, Bäumlin Richard, Bäumlin Ursula, Béguelin, Bodenmann, Braun- schweig, Bundi, Carobbio, Danuser, Eggenberg-Thun, Euler, Fankhauser, Fehr, Haller, Hubacher, Jeanprêtre, Lanz, Leder- gerber, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Longet, Matthey, Mauch Ursula, Mort, Neukomm, Ott, Pitteloud, Rech- steiner, Reimann Fritz, Ruffy, Stappung, Uchtenhagen, Ulrich, Züger (35) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Für Versicherte, die im Laufe ihres Erwerbslebens für längere Zeit krank sind oder wiederholt Unfälle erleiden, kann die heu- tige Regelung zu einer empfindlichen Senkung des AHV- pflichtigen Durchschnittseinkommens und damit des Renten- anspruchs führen. Noch härter als manche AHV-Rentner oder -Rentnerinnen werden Personen getroffen, die vor Erreichung des AHV-Alters invalid werden. Die Tatsache, dass zwar Lohnzahlungen der Arbeitgeber nach OR der AHV-Beitragspflicht unterstehen, nicht aber Lohner- satzzahlungen der Krankenversicherung oder nach UVG, kann zu stossenden Ergebnissen führen. So bekommt unter Umständen jemand, der im Anschluss an eine längerdau- ernde Krankheit invalid wird, eine beachtlich geringere Rente, wenn sein Arbeitgeber nicht nach OR seine Lohnzahlungs- pflicht erfüllen muss, weil er eine früh einsetzende Taggeldver- sicherung abgeschlossen hat, die den Lohnausfall der Arbeit- nehmerdeckt. Das Eidgenössische Versicherungsgericht hält in einem Urteil vom 17. April 1989 fest: «Die heutige gesetzliche Regelung, welche gewisse Ersatzeinkünfte (Taggelder der Arbeitslosen- versicherung: Art. 22 Abs. 2 AVIG; der Invalidenversicherung: Art. 25ter IVG; Tagesentschädigungen der Erwerbsersatzord- nung: Art. 19a EOG) der Beitragspflicht unterstellt, andere - wie die vorliegend interessierenden Taggelder der Kranken- versicherung und diejenigen der Unfallversicherung -jedoch nicht, ist unbefriedigend. Eine Vereinheitlichung kann indes- sen nicht vom Richter, sondern müsste vom Gesetzgeber her- beigeführt werden.» Mit der Unterstellung von Lohnersatzzahlungen aus Kranken- taggeldversicherungen oder Unfalltaggeldversicherungen unter die AHV-Beitragspflicht würde konsequent weiterge- führt, was in den letzten Jahren getan worden ist: dass nämlich Lohnersatzzahlungen zunehmend AHV-beitragspflichtig er- klärtwerden. Diese Verbesserung der sozialen Sicherheit würde zudem der AHV unter dem Strich kaum Kosten verursachen, sondern wohl im Gegenteil Mehreinnahmen verschaffen. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 22. November 1989 Rapport écrit du Conseil fédéral du 22 novembre 1989 Dem Bundesrat sind die Probleme um die Erhebung von Bei- trägen an die AHV und ihr angeschlossenen Versicherungen auf Ersatzeinkommen in Form von Versicherungsleistungen bekannt. Sie können sich für die einzelnen Sozialversiche- rungszweige sehr unterschiedlich stellen. Der Bundesrat gibt deshalb einem schrittweisen Vorgehen nach sorgfältiger Prü- fung der Gegebenheiten des jeweiligen Versicherungszwei- ges den Vorzug vor einer allumfassenden Pauschallösung. Gegenwärtig werden bereits beitragsmässig erfasst die Tag-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Matthey BVG - Institutionen und Risikokapital Motion Matthey Participation des institutions de prévoyance professionnelle à la formation du capital-risque In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1989 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 89.599 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 15.12.1989 - 08:00 Date Data Seite 2231-2232 Page Pagina Ref. No 20 018 091 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.