Erwägungen (2 Absätze)
E. 23 juin 1989
C'est pourquoi je prie le Conseil fédéral de répondre aux ques-
tions suivantes:
1. La télévision ne devrait-elle pas, vu son énorme impact, faire
preuve de plus de retenue et se soumettre en particulier à un
devoir de prudence dans la préparation de telles émissions?
2. Le gouvernement estime-t-il normal que des auteurs
d'émissions télévisées imposent leur conception «didactique»
à des centaines de milliers de personnes chargées de tâches
éducatives, sans qu'on puisse s'y soustraire autrement qu'en
pressant le bouton?
3. Une telle émission ne constitue-t-elle pas un précédent
inadmissible eu égard à la révision, actuellement en prépara-
tion, du Code pénal, en particulier des articles 135 et 197?
4. Ne serait-il pas indiqué d'interdire purement et simplement
la diffusion de films ayant pour seul but la représentation de
scènes brutales ou pornographiques à un média tel que la
télévision qui, plus que tout autre s'introduit subrepticement
dans tous les ménages?
Mitunterzeichner- Cosignataire: Keine -Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht
eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 17. Mail 989
Rapport écrit du Conseil fédéral du 17 mail 989
1. Bekanntlich gewährleistet die Bundesverfassung in Artikel
55bis den Rundfunkveranstaltern in der Schweiz, und somit
auch der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft
(SRG), im Rahmen des Leistungsauftrags Unabhängigkeit
vom Staat und Autonomie in der Gestaltung ihrer Programme.
Der Leistungsauftrag der SRG wird in der Konzession vom
5. Oktober 1987 näher umschrieben. Ueber die Einhaltung
der entsprechenden Programmbestimmungen wacht die Un-
abhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen.
Diese wird sich aufgrund mehrerer eingegangener Beschwer-
den mit der inkriminierten Fernsehsendung «Limit» vom 5. Ja-
nuar 1989 befassen. In ihrer ausführlichen Rechtsprechung
hat die Beschwerdeinstanz namentlich auch die Regeln jour-
nalistischer Sorgfalt definiert, welche die Medienschaffenden
bei der Vorbereitung und Gestaltung von Sendungen zu be-
achten haben.
Angesichts der klaren rechtlichen Kompetenzaufteilung steht
es dem Bundesrat nicht zu, sich über Konzept und Ablauf ein-
zelner Sendungen zu äussern.
2. Aus den dargelegten Gründen sind Weisungen des Bun-
desrates an den Rundfunkveranstalter oder seine Mitarbeiter
in bezug auf die Ausübung journalistischer Aktivitäten unzu-
lässig. Der Bundesrat gibt im übrigen folgendes zu bedenken:
Radio und Fernsehen sind Massenmedien, die in einer Gesell-
schaft, in welcher die Meinungen und Ansichten zu den mei-
sten Zeitfragen weit auseinandergehen, verschiedenartige Be-
dürfnisse abzudecken haben. Als Kommunikationsmittel darf
mithin von ihnen erwartet werden, dass sie einen Beitrag zum
besseren Verständnis bedeutender Probleme leisten. Sen-
dungen, in denen - in angemessener Form und unter Beach-
tung der erforderlichen Sorgfalt-aktuelle soziale Phänomene
aufgegriffen und behandelt werden, können sich dazu durch-
aus eignen. Dabei kann aber auch die strikte Beachtung der
einschlägigen journalistischen Sorgfaltspflichten durch die
verantwortlichen Programmschaffenden nicht in jedem Fall
Gewähr dafür bieten, dass eine Sendung, zumal wenn sie bri-
santen Themen gewidmet ist, der Sensibilität eines jeden Zu-
schauers oder Zuhörers gerecht wird. Letztlich trägt in diesem
Sinne auch jeder einzelne Programmkonsument stets Verant-
wortung für einen bewussten und kritischen Umgang mildem
Medium Fernsehen.
3. Die fragliche Sendung hat in der Öffentlichkeit verständli-
cherweise eine breite Diskussion ausgelöst. Der Bundesrat ist
indessen nicht der Ansicht, dass die Entscheidung der eid-
genössischen Räte über die vom Interpellanten erwähnte Re-
vision des Strafgesetzbuches dadurch auf unzulässige Weise
präjudiziert wurde. Der Umstand, dass sich das Parlament mit
der genannten Vorlage befasst, bedeutet nach Auffassung
des Bundesrates nicht, dass dieses Thema nicht auch an-
derswo, sei es in den elektronischen Medien, in der Presse
oder in derweilen Oeffentlichkeil, vorab erörtert werden dürfte.
4. Der Bundesrat hat bereite in seiner Bolschaft vom
E. 26 Juni 1985 zur erwähnten Revision des Slrafgeselzbuches
dargelegl, aus welchen Gründen sich seiner Meinung nach
ein ausdrückliches Verbol der Verbreitung pornographischer
Bild- und Tonaufzeichnungen durch Radio und Fernsehen
empfiehll (vgl. Art. 197 Ziff. 1 Abs. 3 des Enlwurfs zum SlGB).
Aehnliche Ueberlegungen gellen für das Verbol der Verbrei-
tung von Brutalilälsdarslellungen (Art. 135 des genannten
Entwurfs). Mil Rücksichlauf die verbreitete Besorgnis über ein
zunehmendes Angebof brutaler, das sittliche Empfinden ver-
lelzender Filme hai der Bundesral zudem in Artikel 6 Absatz 1
seines Enlwurfs vom 28. September 1987 zum Bundesgeselz
über Radio und Fernsehen Sendungen für unzulässig erklärt,
in denen Gewall verharmlosl oder verherrlichl wird. Beide Vor-
lagen sind Gegenstand laufender parlamenlarischer Beratun-
gen.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes-
rates teilweise befriedigt
#ST# 89.309
Interpellation Bär
Beratertätigkeit
von Beamten bzw. Bundesämtern
Fonctionnaires fédéraux appelés
à titre de consultants
Wortlaut der Interpellation vom 31. Januar 1989
Gemäss Aussage von Herrn Kurt Suler (Berner Zeilung vom
19.1.89), Direktor des Bundesamtes für Slrassenbau, pflegl
sein Ami mil den verschiedensten Slaalen Gedankenaus-
tausch über Tunnels, Brücken und weitere Bauprojekte, die
«in mehr oder weniger detaillierte Beratungen ausmünden».
In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesral um Beanl-
wortung der folgenden Fragen:
Dispositiv
- In welchen Ländern leisten oder haben Beamte des Bun- desamtes für Slrassenbau Beralertäligkeil geleistel?
- Isl diese Praxis mil den beamlenrechllichen Vorschriften zu vereinbaren?
- Wie wird diese Beralertäligkeil entgolten?
- Gibl es weitere Chefbeamle, andere Bundesämter, die für ausländische Slaalen Beralertäligkeil durchführen?
- Lassi sich die Schweiz von anderen Slaalen in vergleich- barer Weise und zu vergleichbaren Bedingungen beraten? Texte de l'interpellation du 31 janvier 1989 II ressort d'une déclaration publiée le 19 janvier 1989 dans la «Berner Zeilung» par le directeur de l'Office fédéral des routes, M. Kurt Suter, que son service a des échanges de vues avec les organes compétente de nombreux Etais sur des projels de lunnels, de ponte et de routes, entreliens qui aboutissenl à l'élaboration d'avis plus ou moins détaillés. A ce propos, je demande au Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
- Dans quels pays des foncfionnaires de l'office susmen- tionné ont-ils exercé un mandai de consultante?
- Une telle activité est-elle conciliatile avec le slalut de fonc- tionnaire?
- Commenl cette aclivilé est-elle rémunérée?
- D'autres fonclionnaires supérieurs el d'aulres offices exer- cenl-ils également des mandais de consultante au service d'Etals élrangers? Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Schmid Darstellung von Grausamkeiten in einer Fernsehsendung Interpellation Schmid Scènes de cruauté dans une émission télévisée In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1989 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 89.306 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 23.06.1989 - 08:00 Date Data Seite 1191-1192 Page Pagina Ref. No 20 017 550 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
Volltext (verifizierbarer Originaltext)
23. Juni 1989 N 1191 Interpellation Schmid #ST# 89.305 Interpellation Wanner Auswirkungen der Lötschberg-Variante der Neat NLFA. Incidences de la variante du Loetschberg Wortlaut der Interpellation vom 31. Januar 1989 Den Medien konnte dieser Tage entnommen werden, dass eine Entscheidung für die Lötschberg-Variante der Neat eine dritte Spur auf der Neubaustrecke Mattstetten - Rothrist nötig macht. Dies würde zwangsläufig eine neue Belastung für die betroffenen Regionen bedeuten (Boden, Lärm, usw.). Ich frage deshalb den Bundesrat an, ob diese Aussage zutrifft. Wenn ja, ist er bereit, auch nach Abschluss des Vernehmlas- sungsverfahrens die betroffenen Kantone darauf aufmerksam zu machen? Wäre es zudem denkbar, dass in einer ersten Phase die Neat durch den Lötschberg' in Betrieb genommen würde und später aus zwingenden Gründen trotzdem eine dritte Spur auf der erwähnten Neubaustrecke errichtet wird? Die betroffenen Regionen haben schon heute Anrecht auf eine umfassende und vollständige Information. Texfe de l'interpellation du 31 janvier 1989 Les médias ont relevé ces derniers jours que le choix de la va- riante du Loetschberg de la NLFA rendra nécessaire la cons- truction d'une troisième voie sur le nouveau tronçon Mattstet- ten - Rothrist. Inévitablement, les régions concernées subi- raient de nouvelles atteintes (sol, bruit, etc.). Le Conseil fédéral peut-il confirmer l'exactitude de cette infor- mation? Si oui, est-il prêt à insister sur cet aspect auprès des cantons à l'issue de la procédure de consultation? En outre, est-il concevable que la NLFA par le Loetschberg soit mise en service lors d'une première étape et ne soit, pour des raisons impérieuses, complétée qu'ultérieurement par une troisième voie sur le tronçon évoqué? Les régions concernées ont droit, dès à présent, à une infor- mation exhaustive. Mitunterzeichner - Cosignataires: Büttiker, Hänggi, Leuenber- ger-Solothurn, Nussbaumer, Scheidegger, Ulrich (6) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 26. April 1989 Rapport écrit du Conseil fédéral du 26 avril 1989 Die Kapazitätsgrenze der heutigen Doppelspur Bern-Olten liegt zwischen 220 und 250 Zügen im Tag. Die zweite Doppel- spur, bestehend aus der im Konzept «Bahn 2000» vorgesehe- nen Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist und der Grauholz- linie, ermöglicht eine Entmischung von schnellen und langsa- meren Zügen und erhöht damit zusammen mit der bestehen- den Linie die Streckenkapazität zwischen Bern und Ölten um mehr als das Doppelte. Die Experten haben die Frage der ausreichenden Streckenka- pazität zwischen Bern und Ölten im Planungsfall einer neuen Eisenbahn-Alpentransversalen Lötschberg-Simplon geprüft. Sie kamen zum Schluss, dass mit der Neubaustrecke Mattstet- ten-Rothrist und Grauholzlinie die Kapazität ausreicht. Die Vernehmlassungsgrundlagen gehen denn auch davon aus, dass zwischen Bern und Ölten keine dritte Spur nötig sein wird. Die Zweckmässigkeitsprüfung über eine neue Eisen- bahn-Alpentransversale führt dazu aus, dass die Transitachse Lötschberg-Simplon in das Konzept «Bahn 2000» eingebettet ist und dass die gemäss Zweckmässigkeitsprüfung definierte Infrastuktur genügt, um die Nachfrage im optimistisch-bahn- freundlichen Szenarium zu bewältigen. Tritt zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere wesentliche Ver- kehrssteigerung ein, können die Kapazitätsgrenzen erreicht und weitere Infrastrukturausbauten erforderlich sein. Nach Meinung der Experten bestünde diesfalls die Möglichkeit des Ausbaus der Jura-Linie Basel-Delémont-Biel. Grundsätzlich können sich ähnliche Probleme zeitverschoben auch in den ändern Planungsfällen ergeben. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates befriedigt. #ST# 89.306 Interpellation Schmid Darstellung von Grausamkeiten in einer Fernsehsendung Scènes de cruauté dans une émission télévisée Wortlaut der Interpellation vom 31. Januar 1989 In der Fernsehsendung «Limit» vom S.Januar 1989 wurde während eineinhalb Stunden ein sogenannter Brutalofilm vor- geführt mit der Begründung, über diese Thematik könne nur kompetent diskutieren, wer einen solchen Film ganz und im Zusammenhang gesehen habe. Einmal abgesehen davon, dass es in solchen Filmen überhaupt nicht um Zusammen- hänge geht, sondern nur um die Aneinanderreihung grausam- ster Szenen, haben sich meines Erachtens die Verantwortli- chen dieser Sendung und die Programmdirektion des Fernse- hens DRS über die ungewollten Nebenwirkungen, die ein sol- ches Unterfangen hervorruft, offenbar keine Gedanken ge- macht. Ich ersuche daher den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:
1. Sollte ein derart starkes Medium wie das Fernsehen in der Moderation von Sendungen nicht etwas mehr Feingefühl an den Tag legen und sich einer besonderen Sorgfaltspflicht un- terziehen?
2. Findet es der Bundesrat in.Ordnung, dass sich Fernsehmo- deratoren anmassen, Hunderttausenden von Erziehungsver- antwortlichen ihre Version von «Aufklärung» aufzuzwingen, der man sich nur noch durch autoritären Knopfdruck entzie- hen kann?
3. Wirkt sich die unverfrorene Ausstrahlung eines solchen Machwerks nicht auf unzulässige Weise präjudizierend aus auf die gegenwärtige Revision des Strafgesetzbuches, ins- besondere auf die neu vorgesehenen Artikel 135 und 197?
4. Wäre es nicht angebracht, einem Massenmedium, dessen Programm wie kein anderes sozusagen ungebeten in sämt- liche Wohnstuben dringt, die Vorführung von Filmen, welche allein die Darstellung brutaler und pornographischer Szenen bezweckt, unter allen Umständen zu verbieten? Texte de l'interpellation du 31 janvier 1989 Au cours de l'émission «Limit» diffusée le 5 janvier 1989 par la télévision alémanique, un film d'une heure et demi mettant en scène des actes dé brutalité a été projeté, sous prétexte qu'une discussion sur ce thème ne pouvait être menée en con- naissance de cause que par des personnes ayant assisté à un tel film dans sa totalité. Outre le fait qu'un tel film n'éclairait nul- lement le contexte social de tels actes et qu'il se bornait à ali- gner des scènes de la plus grande cruauté, il me paraît évident que les responsables de l'émission et la direction des pro- grammes de la télévision alémanique ne se sont pas préoc- cupés des répercussions indésirables qu'un tel film peut avoir.
Interpellation Bär 1192 N 23 juin 1989 C'est pourquoi je prie le Conseil fédéral de répondre aux ques- tions suivantes:
1. La télévision ne devrait-elle pas, vu son énorme impact, faire preuve de plus de retenue et se soumettre en particulier à un devoir de prudence dans la préparation de telles émissions?
2. Le gouvernement estime-t-il normal que des auteurs d'émissions télévisées imposent leur conception «didactique» à des centaines de milliers de personnes chargées de tâches éducatives, sans qu'on puisse s'y soustraire autrement qu'en pressant le bouton?
3. Une telle émission ne constitue-t-elle pas un précédent inadmissible eu égard à la révision, actuellement en prépara- tion, du Code pénal, en particulier des articles 135 et 197?
4. Ne serait-il pas indiqué d'interdire purement et simplement la diffusion de films ayant pour seul but la représentation de scènes brutales ou pornographiques à un média tel que la télévision qui, plus que tout autre s'introduit subrepticement dans tous les ménages? Mitunterzeichner- Cosignataire: Keine -Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 17. Mail 989 Rapport écrit du Conseil fédéral du 17 mail 989
1. Bekanntlich gewährleistet die Bundesverfassung in Artikel 55bis den Rundfunkveranstaltern in der Schweiz, und somit auch der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG), im Rahmen des Leistungsauftrags Unabhängigkeit vom Staat und Autonomie in der Gestaltung ihrer Programme. Der Leistungsauftrag der SRG wird in der Konzession vom
5. Oktober 1987 näher umschrieben. Ueber die Einhaltung der entsprechenden Programmbestimmungen wacht die Un- abhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen. Diese wird sich aufgrund mehrerer eingegangener Beschwer- den mit der inkriminierten Fernsehsendung «Limit» vom 5. Ja- nuar 1989 befassen. In ihrer ausführlichen Rechtsprechung hat die Beschwerdeinstanz namentlich auch die Regeln jour- nalistischer Sorgfalt definiert, welche die Medienschaffenden bei der Vorbereitung und Gestaltung von Sendungen zu be- achten haben. Angesichts der klaren rechtlichen Kompetenzaufteilung steht es dem Bundesrat nicht zu, sich über Konzept und Ablauf ein- zelner Sendungen zu äussern.
2. Aus den dargelegten Gründen sind Weisungen des Bun- desrates an den Rundfunkveranstalter oder seine Mitarbeiter in bezug auf die Ausübung journalistischer Aktivitäten unzu- lässig. Der Bundesrat gibt im übrigen folgendes zu bedenken: Radio und Fernsehen sind Massenmedien, die in einer Gesell- schaft, in welcher die Meinungen und Ansichten zu den mei- sten Zeitfragen weit auseinandergehen, verschiedenartige Be- dürfnisse abzudecken haben. Als Kommunikationsmittel darf mithin von ihnen erwartet werden, dass sie einen Beitrag zum besseren Verständnis bedeutender Probleme leisten. Sen- dungen, in denen - in angemessener Form und unter Beach- tung der erforderlichen Sorgfalt-aktuelle soziale Phänomene aufgegriffen und behandelt werden, können sich dazu durch- aus eignen. Dabei kann aber auch die strikte Beachtung der einschlägigen journalistischen Sorgfaltspflichten durch die verantwortlichen Programmschaffenden nicht in jedem Fall Gewähr dafür bieten, dass eine Sendung, zumal wenn sie bri- santen Themen gewidmet ist, der Sensibilität eines jeden Zu- schauers oder Zuhörers gerecht wird. Letztlich trägt in diesem Sinne auch jeder einzelne Programmkonsument stets Verant- wortung für einen bewussten und kritischen Umgang mildem Medium Fernsehen.
3. Die fragliche Sendung hat in der Öffentlichkeit verständli- cherweise eine breite Diskussion ausgelöst. Der Bundesrat ist indessen nicht der Ansicht, dass die Entscheidung der eid- genössischen Räte über die vom Interpellanten erwähnte Re- vision des Strafgesetzbuches dadurch auf unzulässige Weise präjudiziert wurde. Der Umstand, dass sich das Parlament mit der genannten Vorlage befasst, bedeutet nach Auffassung des Bundesrates nicht, dass dieses Thema nicht auch an- derswo, sei es in den elektronischen Medien, in der Presse oder in derweilen Oeffentlichkeil, vorab erörtert werden dürfte.
4. Der Bundesrat hat bereite in seiner Bolschaft vom
26. Juni 1985 zur erwähnten Revision des Slrafgeselzbuches dargelegl, aus welchen Gründen sich seiner Meinung nach ein ausdrückliches Verbol der Verbreitung pornographischer Bild- und Tonaufzeichnungen durch Radio und Fernsehen empfiehll (vgl. Art. 197 Ziff. 1 Abs. 3 des Enlwurfs zum SlGB). Aehnliche Ueberlegungen gellen für das Verbol der Verbrei- tung von Brutalilälsdarslellungen (Art. 135 des genannten Entwurfs). Mil Rücksichlauf die verbreitete Besorgnis über ein zunehmendes Angebof brutaler, das sittliche Empfinden ver- lelzender Filme hai der Bundesral zudem in Artikel 6 Absatz 1 seines Enlwurfs vom 28. September 1987 zum Bundesgeselz über Radio und Fernsehen Sendungen für unzulässig erklärt, in denen Gewall verharmlosl oder verherrlichl wird. Beide Vor- lagen sind Gegenstand laufender parlamenlarischer Beratun- gen. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt #ST# 89.309 Interpellation Bär Beratertätigkeit von Beamten bzw. Bundesämtern Fonctionnaires fédéraux appelés à titre de consultants Wortlaut der Interpellation vom 31. Januar 1989 Gemäss Aussage von Herrn Kurt Suler (Berner Zeilung vom 19.1.89), Direktor des Bundesamtes für Slrassenbau, pflegl sein Ami mil den verschiedensten Slaalen Gedankenaus- tausch über Tunnels, Brücken und weitere Bauprojekte, die «in mehr oder weniger detaillierte Beratungen ausmünden». In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesral um Beanl- wortung der folgenden Fragen:
1. In welchen Ländern leisten oder haben Beamte des Bun- desamtes für Slrassenbau Beralertäligkeil geleistel?
2. Isl diese Praxis mil den beamlenrechllichen Vorschriften zu vereinbaren?
3. Wie wird diese Beralertäligkeil entgolten?
4. Gibl es weitere Chefbeamle, andere Bundesämter, die für ausländische Slaalen Beralertäligkeil durchführen?
5. Lassi sich die Schweiz von anderen Slaalen in vergleich- barer Weise und zu vergleichbaren Bedingungen beraten? Texte de l'interpellation du 31 janvier 1989 II ressort d'une déclaration publiée le 19 janvier 1989 dans la «Berner Zeilung» par le directeur de l'Office fédéral des routes, M. Kurt Suter, que son service a des échanges de vues avec les organes compétente de nombreux Etais sur des projels de lunnels, de ponte et de routes, entreliens qui aboutissenl à l'élaboration d'avis plus ou moins détaillés. A ce propos, je demande au Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
1. Dans quels pays des foncfionnaires de l'office susmen- tionné ont-ils exercé un mandai de consultante?
2. Une telle activité est-elle conciliatile avec le slalut de fonc- tionnaire?
3. Commenl cette aclivilé est-elle rémunérée?
4. D'autres fonclionnaires supérieurs el d'aulres offices exer- cenl-ils également des mandais de consultante au service d'Etals élrangers?
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Schmid Darstellung von Grausamkeiten in einer Fernsehsendung Interpellation Schmid Scènes de cruauté dans une émission télévisée In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1989 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 89.306 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 23.06.1989 - 08:00 Date Data Seite 1191-1192 Page Pagina Ref. No 20 017 550 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.