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87.318

Ch Vb · 1987-06-19 · Deutsch CH
Dispositiv
  1. Est-il comme nous d'avis que chaque Etat, et à plus forte raison la Suisse neutre, porte une coresponsabilité morale quant à la nécessité d'empêcher ou de mettre fin à tout conflit aussi insensé que dévastateur?
  2. Ne pense-t-il pas que même le maintien de postes de travail en Suisse ne doit pas se faire au prix de vies humaines dans d'autres parties du monde?
  3. Ne croit-il pas qu'il existe des cas où l'esprit et l'intention d'un acte législatif, comme la loi sur le matériel de guerre, sont violés, même si la lettre en est respectée?
  4. N'admet-il pas en conséquence que de telles lacunes juridiques doivent être comblées et que les faits cités en relation avec la guerre Iran-Irak constituent un motif suffi- samment impérieux de revision de la loi sur le matériel de guerre? Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Blunschy, Borei, Braunschweig, Clivaz, Deneys, Fankhau- ser, Fehr, Fierz, Friedli, Gloor, Hubacher, Jaggi, Lanz, Leuenberger Moritz, Longet, Maeder-Appenzell, Müller- Bachs, Nauer, Neukomm, Pini, Pitteloud, Rechsteiner, Renschler, Robbiani, Ruch-Zuchwil, Ruffy, Stappung, Uchtenhagen (29) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Interpellant verzichtet auf eine Begründung und ver- langt eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 20. Mai 1987 Rapport écrit du Conseil fédéral du 20 mai 1987 Gemäss Artikel 1 der Verordnung über das Kriegsmaterial werden Bestandteile, die eine zivile Verwendung finden, nicht als Kriegsmaterial betrachtet. Diese Auslegung entspricht dem Willen des Gesetzgebers. Bereits in seinem Bericht vom 7. Juni 1971 an die Bundes- versammlung über das Volksbegehren betreffend vermehrte Rüstungskontrolle und ein Waffenausfuhrverbot hatte der Bundesrat festgehalten, dass im Bundesgesetz über das Kriegsmaterial nur spezifisches Kriegsmaterial der Ausfuhr- bewilligung unterstellt werden soll und im Gesetz «auf die Aufführung einer Reihe von Geräten und Einrichtungen wie Uebermittlungsapparate, Chiffriergeräte, Elektromotoren und dergleichen zu verzichten» sei. Wenn demzufolge solche Geräte nicht als Kriegsmaterial gelten, können auch vergleichbare Bestandteile solcher Geräte nicht als Kriegsmaterial betrachtet werden. Der Bundesrat hat keinen Anlass, dem Parlament eine Aen- derung des Kriegsmaterialgesetzes vorzuschlagen. Le président: L'interpellateur n'est pas satisfait de la réponse du Conseil fédéral. #ST# 87.318 Interpellation Chopard Schwerverkehrsabgabe. Ausnahmen Redevance sur les poids lourds. Dérogations Wortlaut der Interpellation vom 4. März 1987 Ist der Bundesrat bereit, so bald als möglich eine weitere Teilrevision der Verordnungen über die Strassenverkehrsab- gaben oder über Bau und Ausrüstung der Strassenfahr- zeuge (BAV) zugunsten der schweizerischen Klein-Zirkusse vorzunehmen? Insbesondere frage ich den Bundesrat an, ob nicht folgende Aenderungen möglich wären: I.Verordnung über die Schwerverkehrsabgabe, Artikels Absatz 1 Buchstabe m neu: Die Abgabe muss nicht bezahlt werden für: Fahrzeuge von schweizerischen Zirkussen.
  5. Verordnung über die Schwerverkehrsabgabe, Artikel 4 Absatz 3 Buchstabe b neu: Die Abgabe muss nicht bezahlt werden für: Sachtransportanhänger für Zirkusse. Oder allenfalls:
  6. Die Aenderung der Verordnung über den Bau und Ausrü- stung der Strassenfahrzeuge (BAV) in dem Sinne, dass Fahrzeuge von Zirkussen den Arbeitsmotorwagen nach Arti- kel 3 Absatz 4 (sie werden mit blauen Kontrollschildern immatrikuliert und unterliegen der Erhebung einer Schwer- verkehrsabgabe nicht) gleichgestellt werden. Texte de l'interpellation du 4 mars 1987 Le Conseil fédéral est-il prêt à procéder aussi tôt que possi- ble à une nouvelle révision partielle des ordonnances sur les redevances routières, ou sur la construction et l'équipement des véhicules routiers (OCE), de façon à alléger les charges et conditions imposées aux petits cirques de notre pays? Je demande en particulier au Conseil fédéral s'il ne serait pas possible d'y apporter les modifications suivantes:
  7. Ordonnance réglant la redevance sur le trafic des poids lourds, articles, 1er alinéa, lettre m (nouvelle): Sont exonérés de la redevance: Les véhicules de cirques suisses.
  8. Ordonnance réglant la redevance sur le trafic des poids lourds, article 4, Se alinéa, lettre b (nouvelle): Sont exonérés de la redevance: Les remorques servant au transport du matériel des cirques - ou, le cas échéant:
  9. Modifier l'ordonnance sur la construction et l'équipement des véhicules routiers (OCE) de façon telle que les véhicules des cirques soient assimilés aux voitures automobiles de travail, au sens de l'article 3, 4e alinéa (elles ont des plaques bleues et sont exonérées de la taxe sur les poids lourds). Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Bäumlin, Bircher, Borei, Braunschweig, Bundi, Eggenberg- Thun, Eggli-Winterthur, Fankhauser, Fehr, Fetz, Flubacher, Gloor, Grendelmeier, Günter, Gurtner, Mari, Herczog, Huba- cher, Humbel, Jaggi, Keller, Kühne, Lanz, Leuenberger- Solothurn, Leuenberger Moritz, Maeder-Appenzell, Mauch, Meizoz, Meyer-Bern, Morf, Müller-Aargau, Müller-Bachs, Nauer, Nef, Neukomm, Oester, Rechsteiner, Reimann, Interpellation Ogi 1026 N 19 juin 1987 Renschier, Robbiani, Ruch-Zuchwil, Schmidhalter, Stamm Judith, Stamm Walter, Stappung, Uchtenhagen, Wagner, Weber Monika, Weber-Arbon, Zehnder, Zwygart (52) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die schweizerischen Zirkusse leisten einen wesentlichen kulturellen Beitrag für unser Land. Leider kommen aber besonders Klein-Zirkusse wie Zirkus Olympia, Zirkus Nock, Zirkus Stey, Zirkus Royal usw. immer wieder in fast unüber- windbare finanzielle Schwierigkeiten, welche den Fortbe- stand dieser Klein-Zirkusse ernsthaft gefährden oder ein Ueberleben sogar verunmöglichen. Der Bundesrat wird des- halb gebeten zu helfen, die Situation zu verbessern, indem er ein weiteres Mal die Verordnung über die Strassenver- kehrsabgaben entsprechend abändert, was gesetzlich mög- lich ist. Zu den grossen finanziellen Belastungen dieser Zirkusse gehören zweifelsohne nach wie vor die geltenden Strassen- verkehrsabgaben. Und weil die Schwerverkehrsabgaben nicht leistungsbezogen sind - wie ursprünglich vom Bun- desrat beantragt - müssen die Klein-Zirkusse, obwohl sie pro Jahr nur rund 3000 Kilometer auf unseren Strassen zurücklegen, für die Lastwagen die vollen Gebühren und für die Sachtransportanhänger 50 Prozent der Gebühren bezahlen, was diese Kleinbetriebe natürlich enorm belastet. Dazu kommt noch, dass die Kleinzirkusse vielfach die Fahr- zeuge nicht auf die Bahn verladen können oder höchstens für wenige Teilstrecken, weil die Klein-Zirkusse meistens in mittleren bis kleinen Ortschaften und sogar in Bergorten gastieren, wo gar keine Bahnanschlüsse vorhanden sind. Weil nun in absehbarer Zeit keine leistungsbezogene Schwerverkehrsabgabe erwartet werden kann, bleibt nur die Möglichkeit der Aenderung der vorgenannten Verordnun- gen, um die Situation der Klein-Zirkusse zu verbessern. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 20. Mai 1987 Rapport écrit du Conseil fédéral du 20 mai 1987
  10. Schausteller und Zirkusse ersuchten schon seit längerer Zeit um eine Vorzugsbehandlung ihrer Fahrzeuge mit der Begründung, dass diese verhältnismässig wenig auf den Strassen verkehren. Diesem Wunsch stand aber der Umstand im Wege, dass die Schwerverkehrsabgabe in ihrer seit dem 1. Januar 1985 geltenden Form eine Pauschalab- gabe darstellt, die von der Kilometerleistung unabhängig ist. Nach verschiedenen Interventionen ist der Bundesrat diesen Gewerbezweigen angesichts ihrer kulturellen Bedeutung wie folgt entgegengekommen: Für das Jahr 1985 halbierte er rückwirkend die Abgaben für Wohnanhänger dieser Berufsgruppen. Seit dem I.Januar 1986 sind diese Wohnanhänger sogar ganz von der Schwer- verkehrsabgabe befreit, während Sachentransportanhänger für Schausteller und Zirkusse nur noch der halben Abgabe unterliegen (Art. 3 Abs. 1 Bst. l und Art. 4 Abs. 3 Bst. b der Verordnung über die Schwerverkehrsabgabe; SR 741.71). Der Bundesrat hat somit den Schaustellern und Zirkussen als einziger Berufsgruppe besondere und ins Gewicht fal- lende Vergünstigungen gewährt.
  11. Angesichts dieser Entwicklung hält es der Bundesrat nicht für angezeigt, noch einen Schritt weiter zu gehen und - entsprechend der Vorstellung des Interpellanten - sämtli- che Fahrzeuge von Klein-Zirkussen ganz von der Schwer- verkehrsabgabe zu befreien. Zur Begründung möchte er folgendes ausführen: a) Die Motorwagen der Zirkusse und Schausteller (Lastwa- gen, Sattelschlepper, Traktoren und Motorkarren) dürfen jederzeit für Transporte zugunsten Dritter verwendet wer- den. Weder ihr Aussehen noch die Art ihrer Immatrikulation erlauben es, sie von entsprechenden Fahrzeugen anderer Verkehrsteilnehmer zu unterscheiden, welche die volle Abgabe zahlen. b) Die Zirkusse wurden stets gleich behandelt wie die Schausteller. Es wäre nicht richtig, die Zirkusse besser zu stellen als die Schausteller, die unter ähnlichen Bedingun- gen leben und arbeiten. c) Einige Kantone sehen für die Anhänger von Schaustellern und Zirkussen eine ermässigte Motorfahrzeugsteuer vor. Auch diese Kantone wenden aber auf deren Lastwagen die vollen Ansätze an. Der Grund dafür ist aus Buchstabe a ersichtlich. d) Entscheidend ist die Ueberlegung, dass es mit der Rechtsgleichheit nicht vereinbar wäre, die Fahrzeuge von schweizerischen Zirkussen, die ja die Strassen auch benüt- zen, ganz von der Schwerverkehrsabgabe zu befreien. Es gibt auch andere Halter schwerer Motorfahrzeuge, die dieso verhältnismässig wenig benützen, aber die volle Schwerver- kehrsabgabe zu entrichten haben. e) Der Bundesrat beabsichtigt dem Parlament bald nach Annahme der Verfassungsgrundlage für eine koordinierte Verkehrspolitik eine Botschaft für die Einführung einer loi- stungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe vorzulegen, wel- che somit die geltende, schematische Regelung in absehba- rer Zeit ablösen dürfte. Das neue Gesetz wird auch die Zirkusunternehmen im Verhältnis zur Fahrleistung belasten und damit dem Anliegen der Interpellation entgegen- kommen. Le président: L'interpellateur n'est que partiellement satis- fait de la réponse du Conseil fédéral. #ST# 87.333 Interpellation Ogi Eindämmung der Währungsfluktuation Fluctuations monétaires Wortlaut der Interpellation vom 11. März 1987 Bis 1985 hatte der Wert des US-Dollars gegenüber dem Schweizerfranken einen rasanten Anstieg zu verzeichnen. Anfangs 1985 notierte er beinahe 3 Franken. Seither hat sich sein Wert praktisch halbiert. Für die mit den Weltmärkten verflochtene Wirtschaft sind die Wechselkursrelationen zur alles dominierenden Determinante geworden. Insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmungen, die nicht über Produktionsstützpunkte in ändern Währungsgebieten, bei- spielsweise im Dollarraum, verfügen, ist es bei stark schwan- kenden Wechselkursen kaum möglich, mittel- und längerfri- stig zu disponieren, eine solide Unternehmungsplanung auszuarbeiten sowie konzeptionelle Vorstellungen zu entwickeln und umzusetzen. Die Gefahr der Verunsiche- rung, des Attentismus und der Wirtschaftsstagnation ist offensichtlich. Die Schweiz ist zweifellos nicht in der Lage, das Weltwäh- rungssystem im Alleingang grundlegend zu beeinflussen. Mit Blick auf die auf dem Spiele stehenden Werte wäre es aber falsch zu resignieren. Ich bitte den Bundesrat,
  12. die Möglichkeiten und Grenzen von Bundesrat und Natio- nalbank zur Eindämmung überbordender Wechselkurs- Schwankungen aufzuzeigen;
  13. Bericht zu erstatten über die in jüngster Zeit ergriffenen Massnahmen;
  14. darzulegen, was Bundesrat und Nationalbank zu tun gedenken, um das Problem zu entschärfen. Texte de l'interpellation du 11 mars 1987 Jusqu'en 1985, la valeur du dollar américain par rapport au franc suisse est montée très rapidement. Au début de 1985, la devise américaine était cotée à près de 3 francs. Depuis, sa valeur a pratiquement diminué de moitié. Pour l'écono- mie, qui a des liens très étroits avec les marchés mondiaux, les cotations monétaires sont devenues un élément détermi- nant primordial. En particulier pour les petites et moyennes entreprises qui ne disposent pas de points de production Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Chopard Schwerverkehrsabgabe. Ausnahmen Interpellation Chopard Redevance sur les poids lourds. Dérogations In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1987 Année Anno Band II Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 87.318 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 19.06.1987 - 08:00 Date Data Seite 1025-1026 Page Pagina Ref. No 20 015 547 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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19.Juni 1987 1025 Interpellation Chopard setz zwar dem Buchstaben nach eingehalten, dem Geiste und der Intention seiner Entstehung nach aber verletzt wird?

4. Vermag der Bundesrat die Ansicht zu teilen, dass Geset- zeslücken, die solches ermöglichen, durch Revisionen zu schliessen seien und dass die genannten Vorfälle im Irak- Iran-Konflikt einen besonders starken Denkanstoss darstel- len, um beim Kriegsmaterialgesetz eine entsprechende Novellierung zu studieren und vorzubereiten? Texte de l'interpellation du 18 mars 1987 Depuis septembre 1980, un des conflits armés les plus absurdes, cruels et meurtriers de l'après-guerre fait rage et semble s'éterniser. Une grave responsabilité revient aux pays tiers qui, pour les motifs les plus divers, fournissent des armes aux Etats engagés dans ce conflit et prolongent ainsi ce massacre insensé au lieu de mettre tout en oeuvre pour y mettre fin. L'industrie suisse est elle aussi soupçonnée depuis peu (Oerlikon-Bührle, selon le «Schweizerische Beobachter» du 30 janvier 1987), de soutenir un des Etats combattants par des livraisons d'armes et de pièces de rechange. Une enquête du Ministère public de la Confédération a conclu que la lettre des dispositions de la loi sur le matériel de guerre n'a pas été formellement violée, car les livraisons en question ne consistaient qu'en composants à usage mixte (militaire et civil), selon le communiqué officiel. Il n'en reste pas moins que ces livraisons ont bien eu lieu et que l'utilisation effective des composants fournis ne fait aucun doute. Au vu de ces faits, certaines questions se posent, auxquelles je prie le Conseil fédéral de répondre.

1. Est-il comme nous d'avis que chaque Etat, et à plus forte raison la Suisse neutre, porte une coresponsabilité morale quant à la nécessité d'empêcher ou de mettre fin à tout conflit aussi insensé que dévastateur?

2. Ne pense-t-il pas que même le maintien de postes de travail en Suisse ne doit pas se faire au prix de vies humaines dans d'autres parties du monde?

3. Ne croit-il pas qu'il existe des cas où l'esprit et l'intention d'un acte législatif, comme la loi sur le matériel de guerre, sont violés, même si la lettre en est respectée?

4. N'admet-il pas en conséquence que de telles lacunes juridiques doivent être comblées et que les faits cités en relation avec la guerre Iran-Irak constituent un motif suffi- samment impérieux de revision de la loi sur le matériel de guerre? Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Blunschy, Borei, Braunschweig, Clivaz, Deneys, Fankhau- ser, Fehr, Fierz, Friedli, Gloor, Hubacher, Jaggi, Lanz, Leuenberger Moritz, Longet, Maeder-Appenzell, Müller- Bachs, Nauer, Neukomm, Pini, Pitteloud, Rechsteiner, Renschler, Robbiani, Ruch-Zuchwil, Ruffy, Stappung, Uchtenhagen (29) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Interpellant verzichtet auf eine Begründung und ver- langt eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 20. Mai 1987 Rapport écrit du Conseil fédéral du 20 mai 1987 Gemäss Artikel 1 der Verordnung über das Kriegsmaterial werden Bestandteile, die eine zivile Verwendung finden, nicht als Kriegsmaterial betrachtet. Diese Auslegung entspricht dem Willen des Gesetzgebers. Bereits in seinem Bericht vom 7. Juni 1971 an die Bundes- versammlung über das Volksbegehren betreffend vermehrte Rüstungskontrolle und ein Waffenausfuhrverbot hatte der Bundesrat festgehalten, dass im Bundesgesetz über das Kriegsmaterial nur spezifisches Kriegsmaterial der Ausfuhr- bewilligung unterstellt werden soll und im Gesetz «auf die Aufführung einer Reihe von Geräten und Einrichtungen wie Uebermittlungsapparate, Chiffriergeräte, Elektromotoren und dergleichen zu verzichten» sei. Wenn demzufolge solche Geräte nicht als Kriegsmaterial gelten, können auch vergleichbare Bestandteile solcher Geräte nicht als Kriegsmaterial betrachtet werden. Der Bundesrat hat keinen Anlass, dem Parlament eine Aen- derung des Kriegsmaterialgesetzes vorzuschlagen. Le président: L'interpellateur n'est pas satisfait de la réponse du Conseil fédéral. #ST# 87.318 Interpellation Chopard Schwerverkehrsabgabe. Ausnahmen Redevance sur les poids lourds. Dérogations Wortlaut der Interpellation vom 4. März 1987 Ist der Bundesrat bereit, so bald als möglich eine weitere Teilrevision der Verordnungen über die Strassenverkehrsab- gaben oder über Bau und Ausrüstung der Strassenfahr- zeuge (BAV) zugunsten der schweizerischen Klein-Zirkusse vorzunehmen? Insbesondere frage ich den Bundesrat an, ob nicht folgende Aenderungen möglich wären: I.Verordnung über die Schwerverkehrsabgabe, Artikels Absatz 1 Buchstabe m neu: Die Abgabe muss nicht bezahlt werden für: Fahrzeuge von schweizerischen Zirkussen.

2. Verordnung über die Schwerverkehrsabgabe, Artikel 4 Absatz 3 Buchstabe b neu: Die Abgabe muss nicht bezahlt werden für: Sachtransportanhänger für Zirkusse. Oder allenfalls:

3. Die Aenderung der Verordnung über den Bau und Ausrü- stung der Strassenfahrzeuge (BAV) in dem Sinne, dass Fahrzeuge von Zirkussen den Arbeitsmotorwagen nach Arti- kel 3 Absatz 4 (sie werden mit blauen Kontrollschildern immatrikuliert und unterliegen der Erhebung einer Schwer- verkehrsabgabe nicht) gleichgestellt werden. Texte de l'interpellation du 4 mars 1987 Le Conseil fédéral est-il prêt à procéder aussi tôt que possi- ble à une nouvelle révision partielle des ordonnances sur les redevances routières, ou sur la construction et l'équipement des véhicules routiers (OCE), de façon à alléger les charges et conditions imposées aux petits cirques de notre pays? Je demande en particulier au Conseil fédéral s'il ne serait pas possible d'y apporter les modifications suivantes:

1. Ordonnance réglant la redevance sur le trafic des poids lourds, articles, 1er alinéa, lettre m (nouvelle): Sont exonérés de la redevance: Les véhicules de cirques suisses.

2. Ordonnance réglant la redevance sur le trafic des poids lourds, article 4, Se alinéa, lettre b (nouvelle): Sont exonérés de la redevance: Les remorques servant au transport du matériel des cirques

- ou, le cas échéant:

3. Modifier l'ordonnance sur la construction et l'équipement des véhicules routiers (OCE) de façon telle que les véhicules des cirques soient assimilés aux voitures automobiles de travail, au sens de l'article 3, 4e alinéa (elles ont des plaques bleues et sont exonérées de la taxe sur les poids lourds). Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Bäumlin, Bircher, Borei, Braunschweig, Bundi, Eggenberg- Thun, Eggli-Winterthur, Fankhauser, Fehr, Fetz, Flubacher, Gloor, Grendelmeier, Günter, Gurtner, Mari, Herczog, Huba- cher, Humbel, Jaggi, Keller, Kühne, Lanz, Leuenberger- Solothurn, Leuenberger Moritz, Maeder-Appenzell, Mauch, Meizoz, Meyer-Bern, Morf, Müller-Aargau, Müller-Bachs, Nauer, Nef, Neukomm, Oester, Rechsteiner, Reimann,

Interpellation Ogi 1026 N 19 juin 1987 Renschier, Robbiani, Ruch-Zuchwil, Schmidhalter, Stamm Judith, Stamm Walter, Stappung, Uchtenhagen, Wagner, Weber Monika, Weber-Arbon, Zehnder, Zwygart (52) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die schweizerischen Zirkusse leisten einen wesentlichen kulturellen Beitrag für unser Land. Leider kommen aber besonders Klein-Zirkusse wie Zirkus Olympia, Zirkus Nock, Zirkus Stey, Zirkus Royal usw. immer wieder in fast unüber- windbare finanzielle Schwierigkeiten, welche den Fortbe- stand dieser Klein-Zirkusse ernsthaft gefährden oder ein Ueberleben sogar verunmöglichen. Der Bundesrat wird des- halb gebeten zu helfen, die Situation zu verbessern, indem er ein weiteres Mal die Verordnung über die Strassenver- kehrsabgaben entsprechend abändert, was gesetzlich mög- lich ist. Zu den grossen finanziellen Belastungen dieser Zirkusse gehören zweifelsohne nach wie vor die geltenden Strassen- verkehrsabgaben. Und weil die Schwerverkehrsabgaben nicht leistungsbezogen sind - wie ursprünglich vom Bun- desrat beantragt - müssen die Klein-Zirkusse, obwohl sie pro Jahr nur rund 3000 Kilometer auf unseren Strassen zurücklegen, für die Lastwagen die vollen Gebühren und für die Sachtransportanhänger 50 Prozent der Gebühren bezahlen, was diese Kleinbetriebe natürlich enorm belastet. Dazu kommt noch, dass die Kleinzirkusse vielfach die Fahr- zeuge nicht auf die Bahn verladen können oder höchstens für wenige Teilstrecken, weil die Klein-Zirkusse meistens in mittleren bis kleinen Ortschaften und sogar in Bergorten gastieren, wo gar keine Bahnanschlüsse vorhanden sind. Weil nun in absehbarer Zeit keine leistungsbezogene Schwerverkehrsabgabe erwartet werden kann, bleibt nur die Möglichkeit der Aenderung der vorgenannten Verordnun- gen, um die Situation der Klein-Zirkusse zu verbessern. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 20. Mai 1987 Rapport écrit du Conseil fédéral du 20 mai 1987

1. Schausteller und Zirkusse ersuchten schon seit längerer Zeit um eine Vorzugsbehandlung ihrer Fahrzeuge mit der Begründung, dass diese verhältnismässig wenig auf den Strassen verkehren. Diesem Wunsch stand aber der Umstand im Wege, dass die Schwerverkehrsabgabe in ihrer seit dem 1. Januar 1985 geltenden Form eine Pauschalab- gabe darstellt, die von der Kilometerleistung unabhängig ist. Nach verschiedenen Interventionen ist der Bundesrat diesen Gewerbezweigen angesichts ihrer kulturellen Bedeutung wie folgt entgegengekommen: Für das Jahr 1985 halbierte er rückwirkend die Abgaben für Wohnanhänger dieser Berufsgruppen. Seit dem I.Januar 1986 sind diese Wohnanhänger sogar ganz von der Schwer- verkehrsabgabe befreit, während Sachentransportanhänger für Schausteller und Zirkusse nur noch der halben Abgabe unterliegen (Art. 3 Abs. 1 Bst. l und Art. 4 Abs. 3 Bst. b der Verordnung über die Schwerverkehrsabgabe; SR 741.71). Der Bundesrat hat somit den Schaustellern und Zirkussen als einziger Berufsgruppe besondere und ins Gewicht fal- lende Vergünstigungen gewährt.

2. Angesichts dieser Entwicklung hält es der Bundesrat nicht für angezeigt, noch einen Schritt weiter zu gehen und

- entsprechend der Vorstellung des Interpellanten - sämtli- che Fahrzeuge von Klein-Zirkussen ganz von der Schwer- verkehrsabgabe zu befreien. Zur Begründung möchte er folgendes ausführen:

a) Die Motorwagen der Zirkusse und Schausteller (Lastwa- gen, Sattelschlepper, Traktoren und Motorkarren) dürfen jederzeit für Transporte zugunsten Dritter verwendet wer- den. Weder ihr Aussehen noch die Art ihrer Immatrikulation erlauben es, sie von entsprechenden Fahrzeugen anderer Verkehrsteilnehmer zu unterscheiden, welche die volle Abgabe zahlen.

b) Die Zirkusse wurden stets gleich behandelt wie die Schausteller. Es wäre nicht richtig, die Zirkusse besser zu stellen als die Schausteller, die unter ähnlichen Bedingun- gen leben und arbeiten.

c) Einige Kantone sehen für die Anhänger von Schaustellern und Zirkussen eine ermässigte Motorfahrzeugsteuer vor. Auch diese Kantone wenden aber auf deren Lastwagen die vollen Ansätze an. Der Grund dafür ist aus Buchstabe a ersichtlich.

d) Entscheidend ist die Ueberlegung, dass es mit der Rechtsgleichheit nicht vereinbar wäre, die Fahrzeuge von schweizerischen Zirkussen, die ja die Strassen auch benüt- zen, ganz von der Schwerverkehrsabgabe zu befreien. Es gibt auch andere Halter schwerer Motorfahrzeuge, die dieso verhältnismässig wenig benützen, aber die volle Schwerver- kehrsabgabe zu entrichten haben.

e) Der Bundesrat beabsichtigt dem Parlament bald nach Annahme der Verfassungsgrundlage für eine koordinierte Verkehrspolitik eine Botschaft für die Einführung einer loi- stungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe vorzulegen, wel- che somit die geltende, schematische Regelung in absehba- rer Zeit ablösen dürfte. Das neue Gesetz wird auch die Zirkusunternehmen im Verhältnis zur Fahrleistung belasten und damit dem Anliegen der Interpellation entgegen- kommen. Le président: L'interpellateur n'est que partiellement satis- fait de la réponse du Conseil fédéral. #ST# 87.333 Interpellation Ogi Eindämmung der Währungsfluktuation Fluctuations monétaires Wortlaut der Interpellation vom 11. März 1987 Bis 1985 hatte der Wert des US-Dollars gegenüber dem Schweizerfranken einen rasanten Anstieg zu verzeichnen. Anfangs 1985 notierte er beinahe 3 Franken. Seither hat sich sein Wert praktisch halbiert. Für die mit den Weltmärkten verflochtene Wirtschaft sind die Wechselkursrelationen zur alles dominierenden Determinante geworden. Insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmungen, die nicht über Produktionsstützpunkte in ändern Währungsgebieten, bei- spielsweise im Dollarraum, verfügen, ist es bei stark schwan- kenden Wechselkursen kaum möglich, mittel- und längerfri- stig zu disponieren, eine solide Unternehmungsplanung auszuarbeiten sowie konzeptionelle Vorstellungen zu entwickeln und umzusetzen. Die Gefahr der Verunsiche- rung, des Attentismus und der Wirtschaftsstagnation ist offensichtlich. Die Schweiz ist zweifellos nicht in der Lage, das Weltwäh- rungssystem im Alleingang grundlegend zu beeinflussen. Mit Blick auf die auf dem Spiele stehenden Werte wäre es aber falsch zu resignieren. Ich bitte den Bundesrat,

1. die Möglichkeiten und Grenzen von Bundesrat und Natio- nalbank zur Eindämmung überbordender Wechselkurs- Schwankungen aufzuzeigen;

2. Bericht zu erstatten über die in jüngster Zeit ergriffenen Massnahmen;

3. darzulegen, was Bundesrat und Nationalbank zu tun gedenken, um das Problem zu entschärfen. Texte de l'interpellation du 11 mars 1987 Jusqu'en 1985, la valeur du dollar américain par rapport au franc suisse est montée très rapidement. Au début de 1985, la devise américaine était cotée à près de 3 francs. Depuis, sa valeur a pratiquement diminué de moitié. Pour l'écono- mie, qui a des liens très étroits avec les marchés mondiaux, les cotations monétaires sont devenues un élément détermi- nant primordial. En particulier pour les petites et moyennes entreprises qui ne disposent pas de points de production

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Chopard Schwerverkehrsabgabe. Ausnahmen Interpellation Chopard Redevance sur les poids lourds. Dérogations In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1987 Année Anno Band II Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 87.318 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 19.06.1987 - 08:00 Date Data Seite 1025-1026 Page Pagina Ref. No 20 015 547 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.