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22. März 1985 N 729 Postulat Ruf-Bern #ST# 84.600 Postulat Fankhauser Familien-Generalabonnement Abonnement général pour familles Wortlaut des Postulates vom 12. Dezember 1984 Der Bundesrat wird eingeladen, mit den SBB die Einführung eines preisgünstigen Familien-Generalabonnements zu ver- wirklichen. Texte du postulat du 12 décembre 1984 Le Conseil fédéral est invité, de concert avec les CFF, à introduire un abonnement général pour familles à des con- ditions avantageuses. Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Bircher, Borei, Clivaz, Deneys, Fehr, Gloor, Hubacher, Lanz, Leuenberger Moritz, Longet, Mauch, Nauer, Neukomm, Reimann, Ren- schler, Robbiani, Ruffy, Schmid, Stamm Walter, Uchtenha- gen, Vannay, Wagner, Weber-Arbon, Zehnder (25) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Besonders in der Zeit der grösseren Anstrengung zugunsten des Umweltschutzes sollte das Bahnfahren auch für Fami- lien attraktiv werden, aber auch aus sozialen Gründen. Die SBB haben für Unternehmungen und Betriebe mit Erfolg übertragbare Generalabonnemente eingeführt. Das gleiche Recht sollten die Familien bekommen! Da Familien- mitglieder aber - aus sehr begrüssenswerten Gründen - auch gleichzeitig reisen, sollte eine kombinierte Form der Übertragbarkeit und der Ergänzungsabonnemente mit redu- ziertem Preis verwirklicht werden. Gerade für Familien wirkt sich die aktuelle Konkurrenzsitua- tion Bahnpreise/Autokosten zuungunsten der Bahnbenüt- zung aus, wenn diese Familien nicht nur gelegentlich die Bahn benützen wollen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 27. Februar 1985 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 27 février 1985 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis #ST# 84.568 Postulat Ruf-Bern Verkehrsbauten und Kulturland Ouvrages routiers et ferroviaires et terres cultivables Wortlaut des Postulates vom 5. Oktober 1984 Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen, ob beim allfälli- gen Ausbau des Schienen- und Nationalstrassennetzes der Erhaltung und Rückgewinnung des Kulturlandes nicht höhere Priorität eingeräumt werden könnte und müsste, indem beispielsweise gewisse Strecken tiefgelegt und über- deckt werden. Texte du postulat du S octobre 1984 Le Conseil fédéral est invité à examiner la possibilité d'ac- corder une importance accrue à la sauvegarde des terres cultivables, voire à leur récupération, lors de tout aménage- ment des résaux routier et ferroviaire, notamment par la construction de tranchées profondes couvertes ou de tun- nels pour certains tronçons. Mitunterzeichner - Cosignataires: Hegg, Meier-Zürich, Gehen, Soldini (4) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Seit der Verankerung des Grundsatzes der Walderhaltung im Bundesgesetz aus dem Jahre 1902 betreffend die eidge- nössische Oberaufsicht über die Forstpolizei ist uns der Wald wenigstens quantitativ bewahrt geblieben. Wenn wir ihm, der Luft und dem Boden konsequent Sorge tragen, werden sich auch unsere nachfolgenden Generationen noch daran erfreuen können. Vom Kulturland als unserer eigentlichen Ernährungsbasis kann dasselbe leider nur noch bruchstückhaft gesagt wer- den, da dessen Verlust durch keine dem Waldschutz entsprechende Begrenzung verhindert oder auch nur gebremst worden ist - ungeachtet der eminenten Bedeu- tung ausreichender Kulturlandflächen für die langfristige Existenz unseres Landes. Als Folge des Glaubens an ein grenzenloses Wirtschafts- wachstum, aufgrund einer drastischen Bevölkerungszu- nahme (zur Hauptsache durch die Einwanderung von über einer Million Ausländern) sowie eines gestiegenen Wohl- standes und der damit einhergehenden Anspruchsinflation jedes einzelnen gingen seit dem Ende des Zweiten Weltkrie- ges riesige Flächen Kulturland unwiederbringlich unter Asphalt und Beton verloren. Insgesamt wurden der landwirt- schaftlichen Nutzung in den letzten 40 Jahren rund 130 000 Hektaren Wies- und Ackerland entzogen, was täglich einem Bauernhof in der Grössenordnung von nahezu 10 Hektaren entspricht. Unter dem engen Blickwinkel künstlich geschaf- fener baulicher «Bedürfnisse» wird noch immer jede Sekunde ein Quadratmeter Boden geopfert. Allein der Bau des Nationalstrassennetzes machte bisher einen Kulturland- bedarf von ungefähr 80 000 Hektaren aus. Der primäre Sek- tor sieht sich zusehends auf schlechtere Böden und in Hanglagen verdrängt. Guter Landwirtschaftsboden, vor allem in den klimatisch günstigeren Gebieten, wurde zur effektiven Mangelware. Der Bericht Häberli/Stalder über die «Entwicklung der landwirtschaftlichen Nutzflächen in der Schweiz, 1939 bis 1975» stellt fest, dass der Kompensation von Landverlusten durch weitere Intensivierung und Steige- rung des Ackeranteils Grenzen gesetzt sind, und fragt sich sogar, ob diese Grenzen in einzelnen Landesteilen nicht bereits erreicht oder überschritten seien. Ergebnis des fatalen Landverschleisses ist die alarmierende Tatsache, dass unser Land in normalen Zeiten nur noch etwa die Hälfte des Kalorienbedarfs aus eigener Produktion zu decken vermag. Gemäss Ernährungsplan 80 ergibt sich für Kriegs- und Krisenzeiten ein Bedarf von 450 000 Hekt- aren ackerfähigen Landes, damit eine minimale Ernährung einer Bevölkerung von 6,3 Millionen Einwohnern (Bevölke- rungszahl heute: 6,5 Millionen!) sichergestellt werden kann. In der Beantwortung der Interpellation Reichling (84.433) und Gerber (84.437) schreibt der Bundesrat selbst unter anderem: «Die Frage, ob überhaupt noch genügend ackerbaulich geeignetes Land vorhanden ist, auf dem der Mehranbau stattfinden kann, wurde erst in den letzten Jahren ange- sichts der massiven Kulturlandverluste akut. Dem Bundesrat fehlen dazu ganz genaue Angaben. In der Landwirtschafts- zählung von 1980 wurden 275 000 Hektaren offenes Acker- land und 106 000 Hektaren Kunstwiesen, zusammen 381 000 Hektaren Ackerfläche, ermittelt. Weiter ist davon auszuge- hen, dass unter den erhobenen 561 000 Hektaren Naturwie- sen sich noch einzelne Flächen befinden, die unter erschwerten Bedingungen ebenfalls ackerbaulich nutzbar wären. Ob und wo jedoch die zu den 450000 Hektaren minimal benötigten Fruchtfolgeflächen (ackerfähiges Kul- turland) noch fehlenden rund 70 000 Hektaren tatsächlich vorhanden sind, kann zurzeit nicht genau gesagt werden. Wesentliche Reserven bestehen vermutlich nicht. In den bestgeeigneten, traditionellen Ackerbaugebieten wird heute 92-N
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Fankhauser Familien-Generalabonnement Postulat Fankhauser Abonnement général pour familles In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1985 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 84.600 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 22.03.1985 - 08:00 Date Data Seite 729-729 Page Pagina Ref. No 20 013 266 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.