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83.424

Ch Vb · 1983-10-05 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Interpellation Günter 1440 N 5 octobre 1983 Kantone abgeleitet worden ist. Wir können sie nur in Form des Postulates entgegennehmen. Abstimmung - Vote Für Überweisung als Motion Für Überweisung als Postulat 22 Stimmen 37 Stimmen #ST# 83.424 Interpellation Günter Invalidenversicherung. Existenzsicherung Assurance-invalidité. Minimum vital Wortlaut der Interpellation vom B.Juni 1983 Der Verfassungsauftrag der existenzsichernden Rente (BV Art.34quater Abs.2) wird im Bereiche der Invalidenversiche- rung vermutlich in erheblichem Ausmass nicht erfüllt. Mit dem Inkrafttreten des Beruflichen Vorsorgegesetzes (BVG) (zweite Säule) wird sich die Situation für alle Behinderten, die sich dieser Institution nicht anschliessen können, noch verschärfen. Vor allem langfristig muss eine zunehmende Verschlechterung ihrer finanziellen Situation befürchtet werden. Der Bundesrat wird daher gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

1. Wie viele IV-Bezüger erhalten heute Ergänzungsleistun- gen (absolute Zahl und in Prozenten der Bezüger einer vollen Rente)?

2. In wie vielen Fällen wird die Existenzsicherung trotz Ergänzungsleistungen vermutlich nicht erreicht?

3. Wie sieht der Bundesrat die langfristige Entwicklung der Invalidenversicherung und ihrer Leistungen, vor allem im Hinblick auf die Tatsache, dass die zweite Säule vielen Behinderten verschlossen bleiben wird und die Wirtschaft stagniert?

4. Welche Massnahmen sind geplant, um die sich langfri- stig abzeichnende weitere Verschlechterung der finanziel- len Situation der Behinderten aufzuhalten bzw. die rötigen Verbesserungen sicherzustellen, um den Verfassungsauf- trag der existenzsichernden Rente zu erfüllen? Texte de l'interpellation du 6 juin 1983 La constitution dispose que les rentes doivent couvrir les besoins vitaux (art. 34"""", 2e al., est.). Or, dans le domaine de l'assurance-invalidité, cela ne sera vraisemblablement pas le cas, tant s'en faut. Lorsque la loi sur la prévoyance profes- sionnelle (deuxième pilier) sera en vigueur, la situation des handicapés qui ne pourront pas bénéficier de cette institu- tion s'aggravera encore. Il est à craindre que leur situation financière ne se détériore toujours plus, à longue échéance surtout. Compte tenu de ce qui précède, je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:

1. Combien y a-t-il aujourd'hui de personnes ayant droit à une rente Al qui reçoivent une rente complémentaire (en valeur absolue et en pour cent du nombre des personnes touchant une rente complète)?

2. Dans combien de cas doit-on présumer que le minimum vital n'est pas atteint, malgré la rente complémentaire?

3. Quelle sera, de l'avis du Conseil fédéral, l'évolution à long terme de l'assurance-invalidité et des prestations de celle-ci, compte tenu notamment du fait que beaucoup de handi- capés ne bénéficieront pas de la prévoyance professionnelle et que l'économie connaît une période de stagnation?

4. Quelles sont les mesures prévues aux fins de stopper une nouvelle dégradation - qui se dessine à longue échéance - de la situation financière des handicapés ou, en d'autres termes, en vue d'apporter les améliorations nécessaires pour permettre de verser des rentes couvrant les besoins vitaux, comme l'exige la constitution? Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Interpellant verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral

1. Im März 1982 richtete die IV rund 86 500 invaliden Versi- cherten mit Wohnsitz in der Schweiz eine ordentliche und rund 18 700 Personen eine ausserordentliche (beitragslose) Rente aus. Im Jahre 1982 bezogen in rund 19800 Fällen Invalide oder 18,8 Prozent der Rentenberechtigten eine Ergänzungsleistung. Diese Quote ist naturgemäss höher als bei den Betagten (12,9 Prozent) oder bei den Witwen (5,7 Prozent).

2. Die Zahl der Behinderten, deren Existenzsicherung weder durch die IV-Renten noch durch Ergänzungsleistun- gen erreicht wird, ist nicht bekannt. Die dafür notwendigen Angaben müssten jedem einzelnen EL-Dossier entnommen und durch eine persönliche Einschätzung der Bedürfnisse ergänzt werden. Bekanntlich unterscheiden sich diese letz- teren stark von Fall zu Fall. Sie werden im wesentlichen bestimmt durch die Art des Gebrechens, das Ausmass der Autonomie in der Gestaltung des alltäglichen Lebens und die Pflegebedürftigkeit der behinderten Person.

3. Der Bundesrat beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit der oft schwierigen Situation der Geburts- und Kind- heitsinvaliden sowie der Frühinvaliden, deren vielverspre- chende Karriere durch den Eintritt eines invalidierenden Ereignisses unterbrochen worden ist. Seit 1973 werden zugunsten der genannten Behindertengruppen Rentenzu- schläge ausgerichtet (minimal 230 Franken pro Monat ab 1.Januar 1984). Man wollte dieses Problem nicht aus- schliesslich mit Hilfe der Ergänzungsleistungen lösen. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass die von der IV gewährten Beiträge an den Bau und den Betrieb von Heimen für Behinderte ebenfalls zur Senkung der Pflege- und Beherbergungskosten dieser Personen bei- tragen. Es ist richtig, dass die erwähnten Behinderten grossenteils zu den unteren Einkommenskategorien gehören und des- halb nicht in den Genuss von Leistungen der zweiten Säule (berufliche Vorsorge) kommen können. Ihre Lebensbedürf- nisse müssten im Prinzip durch die staatliche AHV/IV gedeckt werden. Die Vielfalt der Einzelfälle schliesst jedoch eine pauschale Massnahme, wie sie eine massive Rentener- höhung darstellen würde, aus. Nötig sind im Gegenteil den individuellen Bedürfnissen angepasste Lösungen.

4. Der Bundesrat sieht keine Notwendigkeit, das beste- hende System grundlegend zu ändern, wird jedoch darauf achten, dass das bisher Erreichte mindestens erhalten, wenn nicht verbessert werden kann. Insbesondere wird er die Möglichkeit prüfen, die Ergänzungsleistungen derjeni- gen Behinderten zu erhöhen, die zu Hause gepflegt oder in einem Heim untergebracht werden müssen. Ausserdem schliesst er für den Fall eines ausgewiesenen Bedürfnisses nicht aus, eine Erhöhung der Beiträge an die gemeinnützi- gen Institutionen (insbesondere Pro Infirmis und Pro Senec- tute) vorzuschlagen, um so die Hilfe für die besonders Benachteiligten zu verstärken. Präsident: Herr Günter ist teilweise befriedigt.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Günter Invalidenversicherung. Existenzsicherung Interpellation Günter Assurance-invalidité. Minimum vital In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1983 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 13 Séance Seduta Geschäftsnummer 83.424 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 05.10.1983 - 15:00 Date Data Seite 1440-1440 Page Pagina Ref. No 20 011 817 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.