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79_I_225

BGE 79 I 225

Bundesgericht (BGE) · 1953-01-01 · Français CH
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224 Staatsrecht. quoi qu'il en soit de la date de la revente et sans obligation de tenir Socal S.A. au courant de ses actes, contredit la these selon la quelle il s'agirait d'un contrat de commission. Le distributeur devient par consequent debiteur personnel de la re courante pour ce qui est de la marchandise qu'elle lui a livree et creancier de ses propres clients. Il supporte ainsi seul le risque de l'affaire, a cela pres seulement que dans le cas Oll le prix de l'essence viendrait a baisser, la recourante aurait a lui bonifier la difference entre l'ancien prix et le nouveau sur la quantite d'essence restant dans le reservoir (art. 10 al. 2 du contrat). Mais c'est la simple- meut une consequence du fait que le distributeur est tenu d'apres le contrat de s'en tenir au prix prescrit par la re courante , tandis que celle-ci s'est reserve le droit de modifier ce prix en tout temps. Pour tout le reste, le distributeur est seul a supporter les risques de l'affaire. Le trait caracteristique du contrat de commission, a savoir que le commissionnaire opere en son propre nom mais pour le compte du commettant, fait donc defaut. D'autre part, on ne saurait pretendre non plus que le distributeur vend l'essence en qualite d'employe de la recourante. Il est vis-a-vis de la recourante dans la situa- tion d'un acheteur independant. Le fait qu'il doit vendre au prix fixe par la recourante et doit se contenter du benefice represente par la « commission», qu'il s'interdit de vendre des marchandises provenant de concurrents de la re courante et s'engage a contribuer dans la plus large mesure au developpement de la vente de l'essence qui lui est fournie, n'exclut pas l'existence d'un contrat de vente. Pour autant qu'ils ne tombent pas sous le coup de l'art. 20 CO, des engagements de ce genre sont parfaitement valables. Le distributeur travaille ainsi pour son compte et a ses risques, et la colonne de distribution, pour etre la pro- prieM de la recourante, n'en constitue pas moms une installation faisant partie de sa propre exploitation. Malgre les entraves apportees par le contrat a la libre activiM I f ! I I I Eigentumsgarnntie. N0 41. 225 economique du distributeur, entraves qui resultent en partie du fait que la recourante est elle-meme membre de l'Union suisse de la benzine, il exploite son affaire, ! C?mpris la vente de l'essence, a titre de commeryant mdependant et non pas en qualite d'employe de la recou- rante. I1 est libre de vendre a qui il veut sans avoir a lui rendre des comptes a ce sujet. Illui achete l'essence et la revend en son nom et pour son propre compte. Sa situation economique fait egalement ressortir sa qualite de debiteur personnel de la recourante et de creancier de ses propres clients. Il dispose librement de son temps, engage lui-meme son personnel et le retribue comme il l'entend. Il supporte enfin les depenses afferentes au service de distribution de l'essence. Cela etant, il faut reconnaitre que les colonnes de distribution que la re courante a installees dans le Valais ne constituent pas des installations de nature a justifier son assujettissement a I'impöt dans ce canton, mais font bien partie d'nne entreprise independante de la sienne, ce- qui distingue precisement l'espece actuelle de celle a laquelle se rapporte l'arret RO 29 I 8 cite par le Canton du Valais. Le Tribunal fCderal prononce : Le recours est admis en tant qu'il est dirige contre le Canton du Valais. IH. EIGENTUMSGARANTIE GARANTIE DE LA PROPRIETE

41. Auszug aus dem Urteil vom 21. Oktober 1953 i. S. Maschinenfabrik Oerlikon A.G. und Konsorten gegen Stadt Zürich und Regierungsrat des Kantons Zürich. Eigentumsgarantie, Planung. Schaffu~g vo~ Gr~ügen längs Strassen in städtischem Wohn- 9uartier mittels Ziehung von Baulinien. Erfordernis der gesetz. hchen Grundlage. 15 AS 79 I - 1953 226 Staatsrecht. Garantie de la propriete. Plan urbain. Creation par un plan d'alignement de zones de verdure le long de rues dans un quartier urbain d'habitation. Question du fondement legal. Gamnzia della proprieta. Piano urbanistico. Creazione mediante un piano regolatore, di zone di verdura lungo ~trade in un quartiere urbano di abitazione. Requisito deI fondamento legale. A. - Veranlasst durch die ausserordentliche bauliche Entwicklung des Quartiers Schwamendingen, beschloss der Gemeinderat der Stadt Zürich am 9. März 1949 die Fest- setzung und Abänderung verschiedener Baulinien in die- sem Quartier. Unter anderem ist vorgesehen, gewisse Strassen als Promenadestrassen auszubauen durch die Angliederung rund 30 m breiter GrÜllzüge, die als künftige öffentliche Anlagen in die zwischen den Baulinien liegenden Strassenräume einbezogen werden. Solche GrÜllzüge sollen insbesondere freigehalten werden längs der - teils beste- henden, teils projektierten - Saatlenstrasse als Verbin- dung zwischen dem Kern des Quartiers und den Spiel- und Sportplätzen an der "Vallisellenstrasse im Nordwesten, sowie längs der Herzogenmühlestrasse als Verbindung zwischen dem Quartierzentrum und den Erholungsflächen an der Glatt im Norden. Der - auf einer gewissen Strecke bereits bestehende - GrÜllzug an der Saatlenstrasse soll deren mittleres Teilstück auf der Südwestseite begleiten, weshalb dort der bisherige Baulinienabstand von 20 bzw. 24 m nach dieser Seite um 30 m verbreitert werden soll ; weiter östlich soll nur eine Baumreihe angelegt und die Baulinie auf der Nordostseite um 4 m zurückverlegt wer- den. Der Grünzug an der Herzogenmühlestrasse ist auf deren Westseite vorgesehen; der bestehende Baulinien- abstand von 22 m soll nach dieser Seite um 33 bzw. 28 m erweitert werden. Die Maschinenfabrik Oerlikon A.G. ist Eigentümerin der 130 Aren umfassenden Liegenschaft Kat.-Nr. 2297 in dem Dreieck zwischen der - in diesem Teilstück erst geplanten _ Saatlenstrasse, der Luegisland- und der Tulpenstrasse. I Eigentumsgarantie. N° 41. 227 Von diese.r Liegenschaft, die auf der Seite der Saatlen- strasse schon durch die bisherige Baulinie angeschnitten wird, ",ird durch deren Verlegung ein weiterer Streifen von 30 m Breite und 125 m Länge der Bebauung entzogen; das einzige auf ihr stehende Gebäude, ein 'Vohnhaus an der Tulpenstrasse, wird durch die neue Baulinie ange- schnitten. Heinrich Meier ist Eigentümer der von ihm landwirt- schaftlich genutzten Liegenschaft Kat.-Nr. 1547 im Halte von 144 Aren in der von der Saatlen- und der Herzogen- mühlestrasse gebildeten Ecke. Durch die Verlegung der Baulinien kommen seine vier Gebäulichkeiten, die schon von den bisherigen Baulinien angeschnitten werden, samt 40 Aren Umschwung gänzlich in die Bauverbotszone zu liegen. Nördlich davon schliesst sich an der Herzogen- mühlestrasse die langgestreckte, in der Mitte eingeschnürte, 157 Aren messende Liegenschaft Kat.-Nr. 898 an, welche vom Eigentümer, Otto Schellenberg, ebenfalls landwirt- schaftlich genutzt wird. Von diesem Grundstück, welches bereits von der bisherigen Baulinie an der Herzogenmühle- strasse angeschnitten wird, kommen durch die Zurück- setzung dieser Linie 97 Aren mit den Gebäulichkeiten in die Bauverbotszone zu liegen, und der Rest zerfällt in zwei durch einen einspringenden Zipfel der Liegenschaft Meiers getrennte Teile. Auf Rekurs der genannten Grundeigentümer hin hob der Bezirksrat Zürich den Beschluss des Gemeinderates von Zürich vom 9. März 1949 in bezug auf die Saatlen- und die Herzogenmühlestrasse auf. Am 11. Dezember 1952 hiess der Regierungsrat des Kan- tons Zürich einen Rekurs des Stadtrates von Zürich gut und hob den Entscheid des Bezirksrates auf. B. - Gegen den Entscheid des Regierungsrates haben die Maschinenfabrik Oerlikon A.G., Heinrich Meier und Otto Schellenberg staatsrechtliche Beschwerde erhoben mit dem Antrag, er sei wegen Verletzung der Eigentums- garantie (Art. 4 KV) und wegen Willkür (Art. 4 BV) auf- 228 Staatsrecht. zuheben. Es wird unter anderm geltend gemacht, für die durch die angefochtene Verlegung der Baulinien herbei- geführte weitere Beschränkung des Grundeigentums der Beschwerdeführer fehle es an der gesetzlichen Grundlage. Das Bundesgericht weist die Beschwerde ab. A U8 den Erwägungen:

2. - Für den Kanton Zürich ist die gesetzliche Grund- lage der Ziehung von Baulinien in § 9 Abs. 1 des kantonalen Baugesetzes für Ortschaften mit städtischen Verhältnissen vom 23. April 1893/16. Mai 1943 (BG) enthalten, welcher lautet: « Für die Bauten an bestehenden und zu erstellenden öffent- lichen und privaten Strassen (Gassen), öffentlichen Plätzen und Anlagen sind auf Grund des Bebauungsplanes nach Massgabe des Bedürfnisses die Bau- und Niveaulinien zu bezeichnen. )) Das Bundesgericht kann die Auslegung dieser kantonalen Gesetzesvorschrift, auch soweit sie das Eigentum aus öffentlich-rechtlichen Gründen beschränkt, nur unter dem Gesichtspunkte der Verletzung des Art. 4 BV überprüfen. Insofern fallen die beiden von den Beschwerdeführern erho- benen Rügen der Verletzung der Eigentumsgarantie und der VVillkür zusammen. Die Beschwerdeführer erblicken eine willkürliche An- wendung des § 9 BG darin, dass in ihrem Falle die Baulinie statt für die Bedürfnisse des Verkehrs für die Schaffung von Grünzonen benützt und dadurch das bundesgericht- liehe Urteil vom 31. Oktober 1951 i. S. Rosenberger (BGE 77 I 222) umgangen werde. Dieses Urteil befasste sich mit der Schaffung von Grünzonen durch die neue Bauordnung der Stadt Zürich und den damit verbundenen Zonenplan und stellte fest, dass es hiefür an einer gesetzlichen Grund- lage fehle, soweit die Grünzone nicht « für öffentliche An- lagen erforderliche Gebiete» im Sinne des § 8 b BG um- fasse. Die geplanten Grünzüge an der Saatlen- und der Herzogenmühlestrasse sind zwar ebenfalls im Zonenplan der Stadt Zürich und im Gesamtplan Nr. 1 des Regierungs- Eigentumsgarantie. N0 41. 229 rates der Grünzone zugewiesen worden; doch wurde diese Zuteilung von den Beschwerdeführern nicht angefochten. 1!.~1' heutige Streit ~h~~h1z-.!g um --1!~ BauJig!~!l,.ß:~_r:~ Zi(:lhung eine andersartige Massnahme darstellt, auch :venn sie. ~um T~ildi~" gl;{che-wi!kl!~iiti~n~~~die Z!lweiiilillg zur-GrfulZone~-nä~lich dass das betroffene Gebiet nicht ul>erbaut "werden--darl.--Diese-"M:assna1-;:;:ei~t--i~"§9BG geordllet.Darin"·ist die Bezeichnung von Baulinien aus- drücklich nicht nur für öffentliche und private Strassen, sondern auch für öffentliche Plätze und Anlagen vorge- sehen. VVie in BGE 77 I 222 ausgeführt wurde, versteht das Baugesetz unter öffentlichen Anlagen, in Übereinstim- mung mit dem gewöhnlichen Sprachgebrauch, als Park, Spielplatz oder zu ähnlichen Zwecken ausgestaltete und dem Publikum zur Verfügung gestellte Anlagen. Es ist nicht bestritten, dass die geplanten Grünzüge an der Her- zogenmühle- und dem erst projektierten Teilstück der Saatlenstrasse ähnlich gestaltet werden sollen wie die bereits bestehenden an der westlichen Saatlenstrasse, im Schörli und am Riedgrabenweg : Rasen mit Baumgruppen, durch den sich ein Fussweg zieht und wo Ruhebänke, Kinderspielplätze, Plastiken und Brunnen angebracht sind. Trotz ihrer schmalen und .langgestre(jkten .. ForIl} stellen diese ·Promenaden Parkarilagen -där,-di~·"in~i-ster Linie der Erholung des "Publikums dienen~ Mit:d.em Erholungszwecke verbindet sich ein Verkehrszweck, indem der Fussweg ein Trottoir ersetzt. Nach dem Augenschein kann kein Zweifel darüber bestehen, dass es sich um öffentliche Anlagen im umschriebenen Sinne handelt; die Bestreitung ist denn auch fallen gelassen worden. Auf diesen Charakter hat nicht erst der Regierungsrat im angefochtenen Entscheid, son- dern schon der Stadtrat in seiner VVeisung an den Gemein- derat vom 14. Januar 1949 hingewiesen und damit den Einbezug der Grünzüge in die Baulinien begründet. Daher kann keine Rede davon sein, dass man habe das Urteil des Bundesgerichtes vom 31. Oktober 1951 i. S. Rosen- berger umgehen wollen. 230 Staatsrecht. § 9 BG sieht die Ziehung von Baulinien vor für die Bau- ten an « bestehenden und zu erstellenden » Strassen, Plätzen und Anlagen. Nach § 29 Abs. 1 ist die Gemeinde für die Ausführung einer Strasse oder die Durchführung einer Bau- linie an keine Frist gebunden, und nach § 30 Abs. 2 können die Plätze oder Anlagen später als die Strassen zur Aus- führung kommen. Es ist keineswegs willkürlich, entspricht vielmehr dem Wortlaut und Sinn dieser Bestimmungen und dem Zweck der Baulinien, die Verwirklichung des Bebau- ungsplanes sicherzustellen, wenn solche Linien auch für erst noch zu erstellende Strassen, Plätze und Anlagen gezogen werden. Sie sind gemäss § 9 BG « nach Massgabe des Bedürfnisses» zu bezeichnen. Das kann angesichts ihres Zweckes und der eben zitierten weiteren Bestimmun- gen nicht heissen, dass sie erst zu ziehen sind, wenn die Strasse, der Platz oder die Anlage unverzüglich erstellt werden muss; vielmehr tritt schon dann, wenn ersichtlich ist, dass die Erstellung über kurz oder lang notwendig sein wird, das Bedürfnis ein, künftige Hindernisse der Aus- führung durch die Ziehung von Baulinien auszuschalten. Freilich dient auch das Institut der Baulinien nicht etwa der Sicherstellung einer Landreserve für allfällige künftige Bedürfnisse nach öffentlichen Anlagen: insofern gilt für § 9 BG Ähnliches, wie es in BGE 77 I 224 mit Bezug auf § 8 b ausgeführt wurde. In beiden Fällen muss das Bedürf- nis aktuell sein. Das bedeutet aber nicht, dass es schon eingetreten sein muss; es genügt, dass es ersichtlich, sein Eintritt mit Sicherheit zu erwarten ist und nicht bloss eine unter Umständen zu gewärtigende Möglichkeit darstellt ...

42. Auszug aus dem Urteil vom 2. Dezember 1953 i. S. Sager gegen Gemeinde Rothrist und Regierungsrat des Kantons Aargan. Eigentu'lnsgarantie. Die Verweigerung einer Baubewilligung aus allgemeinen polizei. lichen Gründen verstösst nicht gegen die Eigentumsgarantie (Erw. 4). Eigentumsgarantie. N0 42. 231 Durch Bauten, deren Abwasser nicht einwandfrei beseitigt werden können, wird ein polizeiwidriger Zustand geschaffen (Erw. 5-7). Garantie de la proprü3te. Le refus d'une autorisation de bätir fonde sur des motifs de police gem3rale ne viole pas la garantie de la proprieM (consid. 4). La construction de bätiments dont les eaux usees ne peuvent etre evacuees d'une maniere satisfaisante cree une situation con- traire alL"K regles d'une bonne police (consid. 5-7). Garanzia della propl'ietd. Il rifiuto d'una licenza di costruire fondato su motivi di polizia generale non viola la garanzia della proprieta (consid. 4). La costruzione di edifici, 1e cui acque di rifiuto non possono essere evacuate in modo soddisfacente, crea una situazione contraria alle norme di polizia (consid, 5-7). A U8 dem Tatbe8tand : A. - Reinbert Sager ist Eigentümer der 151 Aren haltenden Parzelle 40 in der Holzweid, Gemeinde Rothrist, Am 6. März 1953 schloss er mit der Baufirma Gyger- Brack A. G., Zofingen, einen Vorvertrag über den Verkauf dieses Grundstücks unter der Bedingung, dass der Gemein- derat die Bewilligung zur Überbauung desselben mit Chalets erteile. Die Firma beabsichtigte, darauf etwa 20 Chalets zu erstellen, und reichte am 1. April 1953 ein Gesuch um Baubewilligung für zwei Chalets ein. Am 24. April 1953 lehnte der Gemeinderat Rothrist dieses Gesuch ab mit der Begründung, die Holzweid liege ausserhalb des durch den Zonenplan ausgeschiedenen Baugebietes ; deshalb seien dort nach Art. 1 der Zonenordnung Kana- lisations- und Elektrizitätsanschlüsse nur für landwirt- schaftliche Bauten zu bewilligen. Nach Bescheid der kantonalen Baudirektion müsste das generelle Kanalisa- tionsprojekt auf das Gebiet der Holzweid ausgedehnt werden, falls dort eine Baubewilligung erteilt würde ; ein Anschluss an die Drainageleitung von Oberwil in die Aare werde von ihr von vornherein verweigert. Die Erteilung der Baubewilligung hätte also zur Folge, dass die Gemeinde mit grossen Kosten eine neue Kanalisationsleitung in das bestehende Netz erstellen müsste; das sei ihr nicht zuzu- muten.