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79_IV_45

BGE 79 IV 45

Bundesgericht (BGE) · 1953-01-01 · Deutsch CH
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44 Verfahren. N• 10. tions contraires edictees par la Confäderation et par les cantons. Dans !'affirmative le pourvoi devrait etre admis, car la recourante a fait opposition moins de 14 jours apres avoir-re~m le prononce administratif. En realite, toutefois, l'art. 62 bis al. 3 LT continue de sortir e:ffet. Cela resulte d'abord de l'art. 279 in fine PPF, qui reserve expressement les prescriptions contraires des lois qu'il mentionne et des ordonnances d'execution, de sorte que la dause abrogatoire generale de l'art. 342 al. 1 ne vise pas ces prescriptions. Au surplus l'art. 169 OJ, qui abroge aussi toutes les dispositions contraireg', enonce que les art. 8, 62, 62 bis et 63 LT restent en vigueur dans lateneur queleur adonnee la loi sur la juridiction adminis- trative et disciplinaire. Cette exception est decisive, car la loi d'organisation judiciaire est posterieure a la loi sur la procedure penale. On n'arrive pas a une solution differente en tant que le prononce du 22 octobre se fonde sur l'art. 15 AIA: en effet, l'art. 17 al. 2 de cet. arrete declare applicables par analogie, entre autres dispositions, les art. 61 a 63 LT.

2. - La recourante ne conteste pas avoir forme oppo- sition apres l'expiration du delai de 8 jours prevu par l'art. 62 bis LT. Mais, soutenant que ce retard ne lui est pas imputable a faute, elle estime que le delai devait lui etre restitue conformement a l'art. 35 OJ. L'applicabilite de cette disposition n'est pas evidente. La quatrieme partie de la loi sur la procedure penale ne s'y refäre pas et ne contient pas davantage un renvoi a l'art. 99 PPF. II est vrai qu'elle ne constitue pas une reglementation complete. Cela resulte notamment du fait qu'elle fixe des delais (a~t. 295, 296, 298, 302), mais ne dit pas comment les calculer. Cette precision ne :figure pas non plus a l'art. 62 bis LT. II y a Ia une lacune, qui doit etre comblee au moyen de l'art. 32 OJ. On ne voit aucune raison, les art. 32 a 35 OJ for:mant un tout, de ne pas appliquer egalement cette derniere disposition. La mesure qu'elle prevoit n'est pas incompatible avec les Verfahren. No ll. 45 particularites de la procedure en matiere de contraventions aux lois fiscales de la Confäderation.

3. - (Les conditions de l'art. 35 OJ ne sont pas remplies.)

11. Auszug aus dem Entscheid der Anklagekammer vom 15. 1-lai 1953 i. S. Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern gegen Ver~ höramt des Kantons Zug.

1. Formelle Anforderungen an ein Gesuch nach Art. 351 StGB, Art. 264 BStP (Erw. 1).

2. Art. 350 StGB, 263 BStP. Wo ist der Täter für strafbare Hand- lungen zu verfolgen, die er auf der Flucht aus einer Strafan- stalt begeht, um sich durchzuschlagen? (Erw. 4).

1. Formes de la requete visee par les art. 351 OP et 264 PPF (consid. 1).

2. Art. 350 OP et 263 PPF. For de la poursuite d'infractions que l'auteur a commises pour assurer sa subsistance apres s'etre evade d'un penitencier (consid. 4).

1. Requisiti formali dell'istanza a norma degli art. 351 OP e 264 PPF (consid. 1).

2. Art. 350 OP e 263 PPF. Foro nel caso di reati ehe il colpevole ha commessi per procurarsi quanto e necessario a sostentare la vita dopo l'evasione da uno stabilimento penitenziario (con- sid. 4). A. - Wigand von Mentlen und Hermann Furrer brachen in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 1952 aus dem luzernischen Straflager Wauwilermoos aus. Auf ihrer gemeinsamen Flucht stahlen sie in den Kantonen Luzern, Zug, Zürich, Schwyz und St. Gallen Fahrräder, Kleider, Lebensmittel und dergleichen, um sich durchzuschlagen. B. - Die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern, die während längerer Zeit das Verhöramt des Kantons Zug erfolglos zu bestimmen versucht hat, den Gerichtsstand Zug zur Verfolgung und Beurteilung von Mentlens und Furrers anzuerkennen, beantragt der Anklagekammer des Bundesgerichts mit Eingabe vom 24. April 1953, die Behörden dieses Kantons zuständig zu erklären.

46 Verfahren. No 11. Die Anklagekammer zieht in Erwägung:

1. - Wie die Anklagekammer in ihrem Kreisschreiben• vom 31. Januar 1946 an die Kantonsregierungen zu Randen der zuständigen Amtsstellen ausgeführt hat, müssen einem Gesuche nach Art. 351 StGB und Art. 264 BStP ohne Durchsicht der Akten die für die Bestimmung des Gerichtsstandes wesentlichen Tatsachen entnommen werden können, hat also die gesuchstellende Behörde die dem Verfolgten vorgeworfenen Tatbestände und deren rechtliche Würdigung in kurzer aber vollständiger Über- sicht darzulegen und summarisch die vorgenommenen Verfolgungshandlungen anzugeben. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern hat das in ihrer Eingabe vom 24. April 1953 nicht getan. Sie hat sich darauf beschränkt, auf ihren Brief an das Verhöramt des Kantons Zug vom 17. April und auf die Antwort dieser Amtsstelle vom 22. April zu verweisen und zu letzterem Schreiben Stellung zu nehmen. Damit ist sie den erwähnten Anforderungen an ein Gesuch um Bestim- mung des Gerichtsstandes umsoweniger nachgekommen, als nicht einmal ihr Schreiben vom l 7. April alle den Beschuldigten zur Last gelegten Tatbestände· erwähnt, sondern sich nur mit den im Gebiete des Kantons Luzern verübten strafbaren Handlungen befasst. Im vorliegenden Falle kann es bei diesem Hinweis sein Bewenden haben, da das Gesuch ohnehin als offensichtlich unbegründet abgewiesen werden muss und die Strafver- folgung wegen des Streites um den Gerichtsstand schon erheblich verzögert worden ist.

2. und 3. - ... (Ausführungen darüber, dass die im Kanton Luzern begangenen Verbrechen nicht mit leich- terer Strafe bedroht sind als die in den anderen Kantonen verübten und dass die Behörden des Kantons Luzern die Untersuchung zuerst angehoben haben.)

4. - Selbst wenn der eine oder andere von der Gesuch- stellerin vertretene Gesichtspunkt formell standhielte, Verfahren. N• 11. 47 könnte das Gesuch nicht gutgeheissen werden. Denn die Unterscheidungen, welche die Gesuchstellerin macht, sind zu subtil, als dass sie gegen die Gründe der Billigkeit und Zweckmässigkeit, die für den Gerichtsstand Luzern spre- chen, aufzukommen vermöchten. Den Beschuldigten wer- den ausschliesslich Vermögensdelikte vorgeworfen, die sie begangen haben, um sich nach ihrer Flucht aus dem Straflager Wauwilermoos durchzuschlagen, und zwar liegt das Schwergewicht ihrer strafbaren Tätigkeit weder nach Zahl noch nach Art der Delikte im einen oder anderen der fünf beteiligten Kantone. In solchen Fällen ist es nicht nur zweckmässig, sondern auch billig, dass die Strafverfolgung von den Behörden jenes Kantons durch- geführt werde, aus dessen Anstalt der Beschuldigte ent- wichen ist und in dessen Gebiet er die Kette von strafbaren Handlungen begonnen hat. In diesem Sinne hat die Anklagekammer schon bisher entschieden. Demnach erkennt die .Ankl,agekammer: Die Behörden des Kantons Luzern werden berechtigt und verpflichtet erklärt, von Mentlen und Furrer für die ihnen zur Last gelegten strafbaren Handlungen zu ver- folgen und zu beurteilen. IMPRIMERJES REUNIES S. A., LAUSANNE