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79_IV_156

BGE 79 IV 156

Bundesgericht (BGE) ·IV · 1953-10-30 · Deutsch CH
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Sachverhalt

Das Amtsgericht Solothurn-Lebern verurteilte

Strub am 26. März 1947 zu vier Monaten Gefängnis, weil

er am 25. März 1947 mit einem siebenjährigen Mädchen

eine unzüchtige Handlung vorgenommen hatte. Es schob

den Vollzug der Strafe bedingt auf und stellte den Ver-

urteilten für vier Jahre unter Probe.

Auf Gesuch des Verurteilten bewilligte das Obergericht

des Kantons Solothurn am 20. Juni 1953 gemäss Art. 397

StGB die Wiederaufnahme des Verfahrens, weil er die Tat

in einer dem Amtsgericht nicht bekannt gewesenen die

Zurechnungsfähigkeit vermindernden schweren Sexual-

neurose begangen habe. Es hob das Urteil des Amtsgerich-

tes auf, verurteilte Strub zu einer bedingt vollziehbaren

Gefängnisstrafe von zwei Monaten und bestimmte : « Die

Probezeit beginnt von heute an zu laufen. >i

B. -

Strub führt Nichtigkeitsbeschwerde mit dem An-

trag, das Urteil des Obergerichts sei aufzuheben und dahin

abzuändern, dass von der Auferlegung einer neuen Probe-

zeit von zwei Jahren, beginnend mit dem 20. Juni 1953,

Umgang genommen werde.

Er macht geltend, die neu angesetzte zweijährige Probe-

zeit sollte richtigerweise vom 26. März 194 7 an berechnet

werden. Die damals angesetzte vierjährige Probezeit habe

ihren Zweck erfüllt, der Beschwerdeführer habe sich in

dieser Zeit ausgezeichnet bewährt; er habe sich ärztlich

behandeln lassen und sei heute von seiner Sexualneurose

geheilt. Er habe alle Nachteile eines bedingten Urteils

während vier Jahren zu tragen gehabt; er sei in seinem

Fortkommen behindert gewesen. Die neue Probezeit stelle

158

Strafgesetzbuch. N° 38.

ihn unbegründeterweise schlechter, als wenn er die Wieder-

aufnahme des Verfahrens nicht veranlasst hätte. Das

Gericht dürfe zwar in solchen Fällen im Wiederaufnahme-

verfahren eine. Probezeit festsetzen, doch müsse sie vom

Tage des ersten Urteils an berechnet werden. Der Be-

schwerdeführer habe sie somit schon bestanden, und es

könne zu keinem neuen Eintrag in das Strafregister kom-

men.

G. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn bean-

tragt, die Nichtigkeitsbeschwerde sei gutzuheissen, das

angefochtene Urteil aufzuheben und dahin abzuändern,

dass die Probezeit von zwei Jahren, als vom 26. März 1947

an laufend, als bestanden angenommen werde.

Der Kassationshof zieht

Erwägungen (2 Absätze)

E. 1 Das Obergericht ist der Auffassung, die dem Be-

schwerdeführer angesetzte, auf zwei Jahre verkürzte Pro-

bezeit müsse mit der Ausfüllung seines Entscheides neu

laufen, weil dieser « ein neues, selbständiges Urteil >> sei. .

Dem ist nicht beizupflichten. Die Aufhebung eines frü-

heren Urteils und die Ausfüllung eines neuen nach der

Wiederaufnahme eines Strafverfahrens bedeutet nicht, dass

der Richter über Rechtsfolgen, die auf Grund des rechts-

kräftig gewesenen früheren Urteils bereits eingetreten sind,

hinwegsehen dürfe, als ob dieses Urteil überhaupt nie aus-

gefällt worden wäre. Die Selbständigkeit des neuen Urteils

kann nur den Sinn haben, dass sich fortan nach diesem

entscheidet, ob der Angeklagte die ihm zur Last gelegte

Tat begangen habe und, wenn ja, welche Rechtsfolgen

bestehen bleiben und welche anderen allenfalls dahinfallen

oder wiedergutzumachen seien. Das versteht sich von selbst

hinsichtlich einer vollzogenen Strafe; den Verurteilten

nochmals in die Strafanstalt einzuweisen, ihn nochmals in

der bürgerlichen Ehrenfähigkeit einzustellen usw., weil das

frühere Urteil aufgehoben und das neue selbständig sei,

vertrüge sich nicht mit dem allgemein anerkannten Grund-

satz, dass der Täter nicht für eine und dieselbe Tat zweimal

Strafgesetzbuch. N° 38.

159

bestraft werden darf, sowie mit der in verschiedenen Be-

stimmungen des Strafgesetzbuches zum Ausdruck gekom-

menen Regel, dass auf Rechtsfolgen, die er wegen seiner

Tat vor der Ausfüllung des letzten Urteils erlitten hat,

Rücksicht zu nehmen ist, so durch Anrechnung einer im

Auslande verbüssten Strafe (Art. 4 Abs. 2, Art. 6 Ziff. 2

Abs. 4 StGB), Anrechnung von Untersuchungshaft (Art. 69

StGB; vgl. auch Art. 375 Abs. 1 StGB), Anrechnung bereits

verbüsster Strafen auf eine nachträglich ausgefällte Ge-

samtstrafe (Art. 336 lit. d StGB; analog sind die Fälle der

Art. 336 lit. c und 350 Ziff. 2 StGB zu behandeln). Dann

kann aber auch nicht zweifelhaft sein, dass ein Verurteilter,

der zufolge eines früheren rechtskräftig gewordenen Urteils

unter Bewährungsprobe gestanden hat, durch ein nach

"Wiederaufnahme des Strafverfahrens ausgefälltes neues

Urteil nicht neu unter Probe gestellt werden darf. Ist wegen

Nichtbewährung während der Probezeit vor Abschluss des

wiederaufgenommenen Strafverfahrens der Strafvollzug

angeordnet und die Strafe vollzogen worden, so würde die

Ansetzung einer neuen Probezeit jeden vernünftigen Sinnes

entbehren, weil im Falle erneuter Nichtbewährung die

Strafe nicht nochmals vollzogen werden dürfte (vgl. BGE

69 IV 152). Aber auch wenn sich der Verurteilte bewährt

hat oder die Nichtbewährung noch nicht festgestellt ist,

war es für ihn ein Rechtsnachteil, auf die Probe gestellt

zu sein, gleichgültig ob damit Schutzaufsicht oder Weisun-

gen verbunden waren. Dieser Rechtsnachteil darf in einem

nach Wiederaufnahme des Strafverfahrens ausgefällten

Urteil nicht erneuert werden.

Freilich muss der Richter, wenn er den Angeklagten

abermals verurteilt, auch in diesem Urteil zu der Frage

des bedingten Strafvollzuges Stellung nehmen. Das hat

aber nur den Sinn einer Feststellung darüber, ob diese

Massnahme im früheren Urteil zu Recht ausgesprochen und

ob sie hinsichtlich Dauer der Probezeit, Weisungen, Schutz-

aufsicht richtig ausgestaltet worden sei. Wie lange die

Probezeit gedauert, ob der Verurteilte zu Recht unter

160

Strafgesetzbuch. N° 38.

Schutzaufsicht gestanden und welche Weisungen er zu

befolgen gehabt habe, beurteilt sich dann zwar auf Grund

des neuen Urteils; für die Frage, ob er sich in der ihm

zugemuteten _Weise bewährt habe, ist dagegen sein Ver-

halten in der Zeit nach Eintritt der Rechtskraft des frü-

heren Urteils, nicht das Verhalten im Anschluss an das

neue Urteil massgebend.

E. 2 Die Nichtigkeitsbeschwerde ist daher insoweit gutzuheissen, als sie sich gegen die Ansetzung einer erst mit dem 20. JuiP. 1953 beginnenden Probezeit richtet. Dagegen kann nicht die Probezeit überhaupt gestrichen oder die Probe als bestanden erklärt werden. Die Verhän- gtmg einer Probezeit von zwei Jahren im neuen Urteil hat den Sinn, dass es so zu halten sei, als habe der Be- schwerdeführer vom Eintritt der Rechtskraft des am

26. März 194 7 ausgefällten Urteils an nur während zwei Jahren unter Probe gestanden. Ob er sich während dieser Zeit bewährt oder nicht bewährt hat, ist aber nicht von Bundesrechts wegen vom Richter im wiederaufgenom- menen Verfahren zu beurteilen. Wenn nicht das kantonale Prozessrecht es anders bestimmt, bildet diese Frage, wie immer, Gegenstand eines selbständigen Verfahrens auf Anordnung des Strafvollzuges (Art. 41 Ziff. 3 StGB) oder auf Löschung des Urteils im Strafregister (Art. 41 Ziff. 4 StGB). Die Vorinstanz hat sie nicht beurteilt. Daher hat auch der Kassationshof sich nicht mit ihr zu befassen. Demnach erkennt der Kassationshof: Die Nichtigkeitsbeschwerde wird dahin teilweise gutge- heissen, dass der in Spruch 2 des Urteils des solothurnischen Obergerichtes vom 20. Juni 1953 stehende Satz: <<Die Probezeit beginnt von heute an zu laufen » im Sinne der Erwägungen aufgehoben wird. Strafgesetzbuch. N° 39. 161

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

38. Urteil des Kassationshofes vom 30. Oktober 1953 i. S. Strub

gegen Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn.

Art. 41Ziff.1 Abs. 5 StGB. Von wann an läuft die Probezeit, wenn

ein Verurteilter, der unter Probe gestanden hat, im wiederauf-

genommenen Strafverfahren wieder zu einer bedingt aufge-

schobenen Freiheitsstrafe verurteilt wird ?

)

Strafgesetzbuch. No 38.

157

Art. 41 eh. 1 al. 5 CP. Condamnation avec sursis. Revision du pro-

ces obtenue apres l'expiration du premier delai d'epreuve et

aboutissant a une peine attenuee, avec sursis egalement. Point

de depart du nouveau delai d'epreuve ?

Art. 41 cifra 1 cp. 5 CP. Condanna col beneficio della sospensione

condizionale della pena. Revisione della sentenza ottenuta dopo

ehe fosse spirato il periodo di prova e ehe si concluse con la

condanna ad una pena attenuata, col beneficio della sospensione

condizionale. Quando prende inizio il nuovo periodo di prova ?

A. -

Das Amtsgericht Solothurn-Lebern verurteilte

Strub am 26. März 1947 zu vier Monaten Gefängnis, weil

er am 25. März 1947 mit einem siebenjährigen Mädchen

eine unzüchtige Handlung vorgenommen hatte. Es schob

den Vollzug der Strafe bedingt auf und stellte den Ver-

urteilten für vier Jahre unter Probe.

Auf Gesuch des Verurteilten bewilligte das Obergericht

des Kantons Solothurn am 20. Juni 1953 gemäss Art. 397

StGB die Wiederaufnahme des Verfahrens, weil er die Tat

in einer dem Amtsgericht nicht bekannt gewesenen die

Zurechnungsfähigkeit vermindernden schweren Sexual-

neurose begangen habe. Es hob das Urteil des Amtsgerich-

tes auf, verurteilte Strub zu einer bedingt vollziehbaren

Gefängnisstrafe von zwei Monaten und bestimmte : « Die

Probezeit beginnt von heute an zu laufen. >i

B. -

Strub führt Nichtigkeitsbeschwerde mit dem An-

trag, das Urteil des Obergerichts sei aufzuheben und dahin

abzuändern, dass von der Auferlegung einer neuen Probe-

zeit von zwei Jahren, beginnend mit dem 20. Juni 1953,

Umgang genommen werde.

Er macht geltend, die neu angesetzte zweijährige Probe-

zeit sollte richtigerweise vom 26. März 194 7 an berechnet

werden. Die damals angesetzte vierjährige Probezeit habe

ihren Zweck erfüllt, der Beschwerdeführer habe sich in

dieser Zeit ausgezeichnet bewährt; er habe sich ärztlich

behandeln lassen und sei heute von seiner Sexualneurose

geheilt. Er habe alle Nachteile eines bedingten Urteils

während vier Jahren zu tragen gehabt; er sei in seinem

Fortkommen behindert gewesen. Die neue Probezeit stelle

158

Strafgesetzbuch. N° 38.

ihn unbegründeterweise schlechter, als wenn er die Wieder-

aufnahme des Verfahrens nicht veranlasst hätte. Das

Gericht dürfe zwar in solchen Fällen im Wiederaufnahme-

verfahren eine. Probezeit festsetzen, doch müsse sie vom

Tage des ersten Urteils an berechnet werden. Der Be-

schwerdeführer habe sie somit schon bestanden, und es

könne zu keinem neuen Eintrag in das Strafregister kom-

men.

G. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn bean-

tragt, die Nichtigkeitsbeschwerde sei gutzuheissen, das

angefochtene Urteil aufzuheben und dahin abzuändern,

dass die Probezeit von zwei Jahren, als vom 26. März 1947

an laufend, als bestanden angenommen werde.

Der Kassationshof zieht in Erwägung :

1. -

Das Obergericht ist der Auffassung, die dem Be-

schwerdeführer angesetzte, auf zwei Jahre verkürzte Pro-

bezeit müsse mit der Ausfüllung seines Entscheides neu

laufen, weil dieser « ein neues, selbständiges Urteil >> sei. .

Dem ist nicht beizupflichten. Die Aufhebung eines frü-

heren Urteils und die Ausfüllung eines neuen nach der

Wiederaufnahme eines Strafverfahrens bedeutet nicht, dass

der Richter über Rechtsfolgen, die auf Grund des rechts-

kräftig gewesenen früheren Urteils bereits eingetreten sind,

hinwegsehen dürfe, als ob dieses Urteil überhaupt nie aus-

gefällt worden wäre. Die Selbständigkeit des neuen Urteils

kann nur den Sinn haben, dass sich fortan nach diesem

entscheidet, ob der Angeklagte die ihm zur Last gelegte

Tat begangen habe und, wenn ja, welche Rechtsfolgen

bestehen bleiben und welche anderen allenfalls dahinfallen

oder wiedergutzumachen seien. Das versteht sich von selbst

hinsichtlich einer vollzogenen Strafe; den Verurteilten

nochmals in die Strafanstalt einzuweisen, ihn nochmals in

der bürgerlichen Ehrenfähigkeit einzustellen usw., weil das

frühere Urteil aufgehoben und das neue selbständig sei,

vertrüge sich nicht mit dem allgemein anerkannten Grund-

satz, dass der Täter nicht für eine und dieselbe Tat zweimal

Strafgesetzbuch. N° 38.

159

bestraft werden darf, sowie mit der in verschiedenen Be-

stimmungen des Strafgesetzbuches zum Ausdruck gekom-

menen Regel, dass auf Rechtsfolgen, die er wegen seiner

Tat vor der Ausfüllung des letzten Urteils erlitten hat,

Rücksicht zu nehmen ist, so durch Anrechnung einer im

Auslande verbüssten Strafe (Art. 4 Abs. 2, Art. 6 Ziff. 2

Abs. 4 StGB), Anrechnung von Untersuchungshaft (Art. 69

StGB; vgl. auch Art. 375 Abs. 1 StGB), Anrechnung bereits

verbüsster Strafen auf eine nachträglich ausgefällte Ge-

samtstrafe (Art. 336 lit. d StGB; analog sind die Fälle der

Art. 336 lit. c und 350 Ziff. 2 StGB zu behandeln). Dann

kann aber auch nicht zweifelhaft sein, dass ein Verurteilter,

der zufolge eines früheren rechtskräftig gewordenen Urteils

unter Bewährungsprobe gestanden hat, durch ein nach

"Wiederaufnahme des Strafverfahrens ausgefälltes neues

Urteil nicht neu unter Probe gestellt werden darf. Ist wegen

Nichtbewährung während der Probezeit vor Abschluss des

wiederaufgenommenen Strafverfahrens der Strafvollzug

angeordnet und die Strafe vollzogen worden, so würde die

Ansetzung einer neuen Probezeit jeden vernünftigen Sinnes

entbehren, weil im Falle erneuter Nichtbewährung die

Strafe nicht nochmals vollzogen werden dürfte (vgl. BGE

69 IV 152). Aber auch wenn sich der Verurteilte bewährt

hat oder die Nichtbewährung noch nicht festgestellt ist,

war es für ihn ein Rechtsnachteil, auf die Probe gestellt

zu sein, gleichgültig ob damit Schutzaufsicht oder Weisun-

gen verbunden waren. Dieser Rechtsnachteil darf in einem

nach Wiederaufnahme des Strafverfahrens ausgefällten

Urteil nicht erneuert werden.

Freilich muss der Richter, wenn er den Angeklagten

abermals verurteilt, auch in diesem Urteil zu der Frage

des bedingten Strafvollzuges Stellung nehmen. Das hat

aber nur den Sinn einer Feststellung darüber, ob diese

Massnahme im früheren Urteil zu Recht ausgesprochen und

ob sie hinsichtlich Dauer der Probezeit, Weisungen, Schutz-

aufsicht richtig ausgestaltet worden sei. Wie lange die

Probezeit gedauert, ob der Verurteilte zu Recht unter

160

Strafgesetzbuch. N° 38.

Schutzaufsicht gestanden und welche Weisungen er zu

befolgen gehabt habe, beurteilt sich dann zwar auf Grund

des neuen Urteils; für die Frage, ob er sich in der ihm

zugemuteten _Weise bewährt habe, ist dagegen sein Ver-

halten in der Zeit nach Eintritt der Rechtskraft des frü-

heren Urteils, nicht das Verhalten im Anschluss an das

neue Urteil massgebend.

2. -

Die Nichtigkeitsbeschwerde ist daher insoweit

gutzuheissen, als sie sich gegen die Ansetzung einer erst

mit dem 20. JuiP. 1953 beginnenden Probezeit richtet.

Dagegen kann nicht die Probezeit überhaupt gestrichen

oder die Probe als bestanden erklärt werden. Die Verhän-

gtmg einer Probezeit von zwei Jahren im neuen Urteil

hat den Sinn, dass es so zu halten sei, als habe der Be-

schwerdeführer vom Eintritt der Rechtskraft des am

26. März 194 7 ausgefällten Urteils an nur während zwei

Jahren unter Probe gestanden. Ob er sich während dieser

Zeit bewährt oder nicht bewährt hat, ist aber nicht von

Bundesrechts wegen vom Richter im wiederaufgenom-

menen Verfahren zu beurteilen. Wenn nicht das kantonale

Prozessrecht es anders bestimmt, bildet diese Frage, wie

immer, Gegenstand eines selbständigen Verfahrens auf

Anordnung des Strafvollzuges (Art. 41 Ziff. 3 StGB) oder

auf Löschung des Urteils im Strafregister (Art. 41 Ziff. 4

StGB). Die Vorinstanz hat sie nicht beurteilt. Daher hat

auch der Kassationshof sich nicht mit ihr zu befassen.

Demnach erkennt der Kassationshof:

Die Nichtigkeitsbeschwerde wird dahin teilweise gutge-

heissen, dass der in Spruch 2 des Urteils des solothurnischen

Obergerichtes vom 20. Juni 1953 stehende Satz: <<Die

Probezeit beginnt von heute an zu laufen » im Sinne der

Erwägungen aufgehoben wird.

Strafgesetzbuch. N° 39.

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