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78_II_21

BGE 78 II 21

Bundesgericht (BGE) · 1952-01-01 · Deutsch CH
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Saohenreoht. No 4. d'apprecier si les 9 ares que Morattel consent a cooer permettent d'assurer une utilisation rationnelle des ouvra- ges de la commune. Aussi doit-elle renvoyer la cause aux premiers juges pour qu'iIs elucident ce point.

3. - L'admission du premier chef des conclusions entrame i'annulation du jugement en ce qui concerne le montant de I'indemnite, puisque celle-ci est due desormais non pour l'immeuble entier, mais pour la fraction qui sera attribuee a la defenderesse. La Cour vaudoise devra donc la fixer a nouveau, en s'inspirant des considerants suivants. La commune de SedeiIIes devra payer la valeur objec- tive de la surface cedoo, c'est-a-dire, s'agissant d'un terrain non cultive, sa valeur venale (cf. art. 617 al. 2 CO). En ce qui concerne les eaux, il faut tabler Bur Ia situation actuelle. En captant, la premiere, sur son fonds, les eaux du bassin d'accumulation commun aux deux parcelles, la defenderesse a acquis un droit definitif sur ces eaux. Par consequent Morattel, a qui il aurait ete loisible d'exiger un captage commun sous les conditions de l'art. 708 ce, ne peut plus les capter. TI s'ensuit que l'eau qui s'ecoule de la partie superieure de son immeuble ne Iui appartient plus et ne represente des lors plus une valeur dont il y aurait lieu de tenir compte. TI n'est toutefois pas exclu que le terrain qu'il devra ceder renferme des sources independantes, qui n'ont pas ete toucMes par I'installa_ tion, et dont l'intimee disposera dorenavant. Dans cette hypothese, le terrain en question vaudrait tMoriquement davantage. TI faudrait alors apprecier si ces sources auraient eM effectivement captees et a quelles conditions. Par ces moti/8, le Tribunal/6Ural Admet partiellement le recours, annule le jugement attaque et renvoie la ca use a 1a jUridiction cantonale pour qu'elle statue a nouveau. Saohenrecht. N0 5. 21 h H h n Kammer vom Urteil der staatsrec tee

5. Anszn~. U:;r:;~52 i. S. EgH gegen Kanton Zürich. der Dienstbarkeit. . haft als Gegenstand einer I'fIlI,alt d Betriebes einer Gastwirtsc d Kantons. Klage des V"""',.:o,ili'ch :oholausschank berechti n ~~ffms entspricht und dem ö~rt~~~'hwenn der Betrieb ein~ a .» en 1C en Wohl nicht zuwider_ § 40. «Ub" erste·gt· , G .. I m emer Ge' . asthofe, Speisewirtschaft dmemde dIe Zahl der bestehend Bedürfi " en 0 er Ko dit . en DIS, so Ist sie im Lauf 1 W " gl. auch 67 I 295 Erw. 4). die Zahl der in eine: G G ~at der Regierungsrat, wenn Speisewirtschaften oder ~me:~e ~e~tehenden Gasthöfe dürfuis Übersteigt s' . La°n orelwirtschaften das Be~ E ' Ie 1m ufe d J hr r bestimmt die Lok 1 f" er a eherabzusetzen. . a e, ur welche k' P erteilt werden (Abs 2 dIeme atente mehr R '.. . ase bst, § 41) E k auseIgentumer « f" di A . r « ann» dem nach freiem Ermes:n ~ tufhebung der Wirtschaft eine J.es zusetzend b'm g~ng zusprechen» (§ 42 Abs 3 e 1 ~e Entschädi_ dIe S~hIiessung eines Gasthof~s ) .. Danach. 1St er befugt, Konditoreiwirtschaft d h' '. ~mer SpeIse- oder einer zuführen, wobei er u t urUc e~"seItlgen Hoheitsakt herbei- . n er mstande d emer Entschädigung U n Von er ZusprecllUng d mgang nehmen k A em zwangsweisen V; h anno ber neben d orge en - welch . er zu treffenden A hl es mItunter wegen uswa oder a d ' Schwierigkeiten stossen wird ~s an ern Gründen, auf Verständigung vorgesehen" be -;- Ist auch der Weg der Grund einer Delegat' d' s ·lmmt doch die VV - auf Abs.3, § 115 WG) ~o::asser .Gesetzgebungsbefugnis (§ 41 der Bedürfi . kI ' die Herabsetzung der Zahl d • lllS ausel unterstellte W" er hchst auf freiwilli em n ITtschaften « mög- Verwaltung h t Ig Wege» durchzuführen ist D' a a so das b" . Ie b,arungen mit den bet "I' un estreItbare Recht, Verein- b " el Igten Pr' t estImmt wird I h Iva en zu treffen worin , we c e Gasthöfe, Speise- oder Kondi' 't . orel- Sachenrecht. N0 5. 29 wirtschaften zu schliessen sind und welche Entschädigung für die Schliessung zu leisten ist. Es ist klar - und wird in § 24 VV ausdrücklich aus- gesprochen -, dass die Entschädigung vor allem die Um- änderung der Räumlichkeiten, in denen die geschlossene Wirtschaft betrieben wurde, zur Verwendung für andere Zwecke ermöglichen oder erleichtern soll. Bei der Bemes- sung der Entschädigung wird zu berücksichtigen sein, ob die Räumlichkeiten nun für den Betrieb einer alkohol- freien Wirtschaft oder aber Z. B. für Wohnzwecke oder zur Verwendung als Ladenlokal umgeändert werden sollen. Wenn das allgemeine Interesse fordert, dass die Zahl der alkoholfreien Wirtschaften nicht überhandnehme - weil eine übermässige KonkUITenz die Existenz der Inhaber erschweren oder verunmöglichen würde oder diese zu einer anstössigen Betriebsführung -verleiten könnte -, so kann die Verwaltung eine höhere Entschädigung zubilligen, um die Umwandlung der bisherigen Alkoholwirtschaft in eine alkoholfreie Gaststätte zu vermeiden, Anderseits muss sie in diesem Falle dafür sorgen können, dass nach Aus- zahlung der Entschädigung dann nicht doch durch einen allfälligen Erwerber der Liegenschaft ein solcher Betrieb eröffnet wird. Das kann aber in wirksamer Weise nur durch Eintragung einer entsprechenden Dienstbarkeit im Grundbuch geschehen. Eine dahingehende Vereinbarung hält sich durchaus im Rahmen des nach dem zürcherischen Verwaltungsrecht Zulässigen. Insbesondere steht sie im Einklang mit § 1 WG, wonach « das Gastwirtschaftsge- werbe » (mt Einschluss der alkoholfreien Wirtschaften) der Aufsicht des Staates untersteht, und mit der VV, welche der Verwaltung gestattet, die Schliessung von Alkoholwirtschaften auf freiwilligem Wege durchzuführen und die Entschädigung für die « Umänderung » der bisher für den Wirtschaftsbetrieb benützten Räumlichkeiten so zu bemessen, dass der Vertragspartner bewogen werden kann, einem allgemeinen Wirtschaftsverbot zuzustimmen. Sie entspricht den Zwecken des Fonds « für Verbesserungen

30 Sachenrecht, No 5. im Wirtschaftswesen », aus welchem die Entschädigung bestritten wird (§ 70 WG). Sie dient der Wahrung des vom zürcherischen Gesetzgeber anerkannten öffentlichen Interesses an der Schaffung und AUfrechterhaltung gesun- der Verhältnisse im Gastwirtschaftsgewerbe. Selbst wenn die Verwaltung den Partner auf dem Ver- tragswege gegen Entschädigung Verpflichtungen eingehen lässt, welche ihm durch einseitigen Hoheitsakt nicht auf- erlegt werden könnten, so liegt doch keine RechtsverIet_ zung vor, da das zürcherische Recht ausdrücklich beide Wege vorsieht und die VV bestimmt, dass die freiwillige Regelung vorzuziehen ist. Von Rechtsverletzung könnte nur dann gesprochen werden, wenn das Gesetz für den Fall des Verzichts auf ein Wirtschaftspatent eine Ent- schädigung in bestimmter Höhe vorschriebe und die Ver- waltung sich nicht daran hielte, sondern mit dem Privaten eine höhere Summe vereinbarte, ihre Ausrichtung aber von zusätzlichen Verpflichtungen abhängig machte (vgl. FLEINER, a.a.O. S. 147). Da aber das zürcherische Recht die Regelung der Entschädigungsfrage dem Ermessen der Behörde anheimstellt und den Weg der Verständigung vorsieht, ja dem Zwangsverfahren vorzieht, kann der zürcherischen Verwaltung das Recht nicht abgesprochen werden, eine Vereinbarung zu schliessen, wonach der Partner gegen entsprechende EntSChädigung einem Verbot der UnwandIung des bisherigen Alkoholbetriebes in eine alkoholfreie Wirtschaft zustimmt. Somit kann keine Rede davon sein, dass der zwischen dem Rechtsvorgänger des Klägers und der Zürcher Regie- rung geschlossene Vertrag auf Errichtung einer persönli- chen Dienstbarkeit zugunsten des Kantons insoweit der zürcherischen Wirtschaftsgesetzgebung zuwiderlaufe und daher gemäss Art. 20 OR nichtig sei, als damit ein Verbot, auf dem belasteten Grundstück gewisse nicht der Bedürf- niskIausel unterliegende Wirtschaftsarten zu betreiben, vereinbart WUrde.

8. - Auch die Rüge der Verletzung der in der Bundes- Sachenrecht. N0 5. 31 ewährleisteten Handels- und und der Kantonsverfassuffng ? htlich liehl Dieser Verfas- 'h't ht 0 enSIC . GewerbefreI eI ge. d Staate durch einseitige, sungsgrundsatz verbletetdi eHm dels- ~d Gewerbefreiheit . nd Anordnungen e an . . ht zUYtnge e ,. t' rt ist Aber er Ist mc inzuschränken, SOWeIt SIe garan Ie .' .. hrt oder e der Staat SubventIOnen gewa anwendbar, wo ff tli h Arbeiten abschliesst und "f B über ö en ce, .. Gescha te, z. , . Bedingungen abhan- ' . Le' t gen von geWISsen dabeI seme 18 un . E t hI sfreiheit des Privaten ht elche dIe n sc us mg mac , w d b' . ht eine staatliche Re- e- I Fr steht a eI mc einengen. « nage I Icher sondern lediglich gelung der Gewerbea~sübungd~ s sVo erwe~dung staatlicher ' B t' ung dIe an Ie . h eme es IIDill, Z k knüpft wird» (mc t Gelder zu einem besti:nmten 6wecJ g~ 1936 i. S. Venetz). 'ht Urteil vom 2. um veröffentlic es .. . e Recht der Handels- und Gewerbe- Das verfassungsmassIg hält' des Bürgers zur Staats- freiheit betrifft nur da~ Ver ndl8 Privatpersonen unter . ht d' BeZIehungen er gewalt, mc Ie h h 'cht die Beziehungen, II 100) und da erauc m sich (BGE 62 Sb' kt des Privatrechtes durch welche der Staat als u Je be ründet (vgl. BGE 60 I Vertrag mit Privatper~?nen bea!standete Gewerbeverbot 369). Da das vom Klage~ d Staat mit dem früheren auf einem Vertrag beruht, e~. er haft in gleichberech- Eigentümer der belasteten legen~c nicht eingewendet tigter Stellung geschlossen hadt, StO :e~ Handels- und Ge- laufe dem Grun sa z werden, es . di kö nte nur angerufen wer- L~ih 't Ider' eser n . werbeu'ö eI zuw 'h' 't' en staatlichen Hoheüs- den wenn das Verbot durc emSeI 19 akt 'begründet worden wdäre'Kl" ers die streitige Verein- D E'nwand es ag , alb

10. - er I htl' h Inhalt und sei desh b · iderrec IC en , barung ha e emen w . h' t 'fit daher nicht zu. Dass SIe .. Art 20 OR mc tIg, n . t .. gemass . , Fre'h 't des belasteten GrundeIgen u- die wirtscha~tli~he I ~I kt habe oder sonstwie gegen mers übermassIg beschran d diesem Grunde unter die guten Sitten verstos~~ll un ,a:: anzunehmen ; es wird Art. 20 OR falle, ist ebeIlla s me auch nicht behauptet. d' d s die Dienstbarkeit

11. - Es ist nicht notwen Ig, as

32 Obligationenrecht. No 6. dem Berechtigten einen wirtschaftlichen Vorteil verschafft. ~s genügt, dass er ein Interesse daran hat, welches aus Irgend einem Grunde schutzwürdig ist (LEEMANN, N. 27 zu Art. 730, N. 30 f. zu Art. 781 ZGB; PFISTER, Der Inhalt der Dienstbarkeit, ZSR n. F. Bd. 52, S. 332 ff.). Der Beklagte will mit der Begründung von Dienstbarkeiten des vom Klä?,er be~ämpften Inhalts der übermässigen Ausdehnung emes WIrtschaftszweiges und unerwünschten Spekulationen entgegentreten. Das ist ein Interesse dem der rechtliche Schutz nicht versagt werden kann. ' Vgl. auch Nr. 14. - Voir aussi n° 14. IV. OBLIGATIONENRECHT DROIT DES OBLIGATIONS

6. Auszug aus dem Urteil der I. Zivilabteilnng Vom 17 . .Januar 1952 i. S. Konkursmasse Baehmann gegen Briitseh & Co. Alleinvertretung8'lJ6rtrag. ~w~ndba:rkeit von Art. 82 OR (&w. I a). Moghehkelt der Aufhebung aus wichtigem Grunde (Erw. I b). Oontrat de representation exclusive App~ie!l~ilit6 de ~·~t. 82 CO (eoW:id. I a). Posslbihte de resilier 1e contrat pour juste motif (consid. I b). Oontratto di rappresentanza esclusiva Applicabilita delI 'art. 82 CO (consido 1 a) Po~ibilita di recedere da! contratt~ per ·una causa grave (eon- sld. I b). Aus dem Tatbe8tand : Die Firma Brütsch & Co., Generalvertreterin der « Bernina »-Nähmaschinen, übertrug 1933 dem Bachmann als Untervertreter den Alleinverkauf für den Bezirk Zürich. Nach den getroffenen Vereinbarungen hatte Bach- ] 1 I Obligationenrecht. N° 6. 33 ann die Maschinen von Brütsch & Co. zu beziehen und :nert 60 Tagen netto zu bezahlen. In Wirklichkeit war :Bachmann jedoch mit den Zahlungen häufig im Rückstand, so dass sich seine Verbindlichkeiten gegenüber Brütsch & Co. zeitweise auf über Fr. 100,000.- beliefen. Anfangs Juni 1949, als die Schuld Bachmanns rund Fr. 70,000.- betrug, drohte die Firma Brütsch ihm mit Liefersperre, wenn er nicht eine grössere Zahlung leiste. Tatsächlich belieferte sie aber Bachmann weiter. Ende Juni 1949 übergab ihr dieser ein Ende Juli 1949 :faIliges Wechselakzept von Fr. 50,000.-. Hieran bezahlte er am

8. Juli Fr. 10,000.-; im Restbetrag von Fr. 40,000.- ging der Wechsel am 3. August zu Protest, wor~uf die Firma Brütsch am 7. August die Ausführung der Ihr am

6. August 1949 von Bachmann aufgegebenen Bestellungen verweigerte. Nachdem Bachmann am 16. September 1949 eine Nach- lassstundung gewährt worden war, trat die Firma Brütsch mit Schreiben vom 20. Oktober vom Vertretungsvertrag zurück. In der Folge wurde die Nachlassstundung wider- rufen, und im Frühjahr 1950 geriet Bachmann in Konkurs. Die Konkursmasse belangte die Firma Brütsch & Co. auf Bezahlung einer Schadenersatzsumme von Fr. 200,000.~, weil sie durch die verhängte Liefersperre den Allem- vertretungsvertrag verletzt habe und unberechtigterweise von diesem zurückgetreten sei. Das Handelsgericht Zürich wies mit Urteil vom 8. Mai 1951 die Klage ab. Das Bundesgericht weist die Berufung der Klägerin ab. Aus den Erwägungen:

1. - Bei dem Vertragsverhältnis, aus dem die Klägerin die geltend gemachte Schadenersatzforderung ableitet, handelt es sich um einen Alleinvertretungsvertrag (A VV). Dieser von der Praxis auf Grund der im 0& bestehenden Freiheit zu beliebiger Gestaltung des Vertragsinhaltes geschaffene Vertragstypus ist ein Vertrag eigener Art, der 3 AB 78 II - 1952