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77_I_102

BGE 77 I 102

Bundesgericht (BGE) ·I · 1951-09-19 · Deutsch CH
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19. Auszug aus dem Urteil vom 19. September 1951 i. S. Labor

gegen Zilrieh Staat und Oberrekurskommission.

Zulässigkeit eines Erlasses, der ledige Personen gesonderter Besteuerung unterstellt.

.

N'est pas incompatiblEl avec l'art. 4 Ost. la disposition legislative

qui soumet les celibataires a un impöt special.

Non e incompatibile con l'art. 4 CF la disposizione legislativa che

assoggetta i celibi ad un'imp08ta speciale.

Die staatsrechtliche Beschwerde richtet sich nicht blo88

gegen die Einschätzung des Beschwerdeführers zur Ledigensteuer, sondern auch gegen den Erlass selbst, der nach

der Auffassung des Beschwerdeführers gegen die Bundesverfassung verstösst, weil er ledige Personen eines bestimmten Alters dafür bestrafe, dass sie noch ledig seien. Diese

Rüge ist unbegründet. Ein gesetzlicher Erlass verletzt

Art. 4 BV, das Verbot rechtsungleicher Behandlung der

Bürger nur, wenn er sich nicht auf ernsthafte und sachliche

Gründe stützen lässt, sinn- und zwecklos ist oder rechtliche

Unterscheidungen trifft, für die ein vernünftiger Grund in

den tatsächlichen Verhältnissen nicht ersichtlich ist (BGE

61 I 92, 65 I 72, 69 IV 95). Das trifft beim zürcherischen

Gesetz über die Ledigensteuer nicht zu. Es bestimmt,

dass ledige Personen vom zurückgelegten 28. Altersjahr

an bei einem Einkommen von bestimmter Höhe einen

Zuschlag zur allgemeinen Staatssteuer zu entrichten haben.

Von der Steuer sind ledige Personen, die eine gesetzliche

Unterstützungspflicht im Sinne des ZGB erfüllen, befreit.

Roohtsgleichheit (Roohtsverweigerung). N0 20.

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Das Gesetz will Personen, die keine Unterstützungspflich-

tan ha~n, sondern nur für sich selbst sorgen müssen

und daher wirtschaftlich besser gestellt sind als verheiratete

Personen ihres Alters und mit gleichen Einkommensverhältnissen, steuerlich stärker erfassen. Das Gesetz trifft

also ein Unterscheidung, die in den anders gearteten tatsächlichen Verhältnissen einer bestimmten Kategorie von

Steuerpflichtigen ihre Rechtfertigu;ng findet. Davon, dass

die Steuer Straf charakter trage, kann nicht die Rede

sein. Richtig ist, dass auf besondere Eigenschaften des

Steuersubjektes abgestellt wird, während sich das Steuermass regelmässig in erster Linie nach dem Steuerobjekt

richtet und dieses gewöhnlich auch die Grundlage zur

Bestimmung des Steuersatzes und der Progression bildet.

Doch schliesst dies keineswegs aus, dass das Steuermass

im Hinblick auf besondere Eigenschaften des Steuersubjektes erhöht wird (BLUMENSTEIN, Steuerrecht Bd. I

S. 283).