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74_III_80

BGE 74 III 80

Bundesgericht (BGE) · 1948-01-01 · Français CH
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80 Sohuldbetreibungs- und Konkursreoht. N0 21.

3. - Das Konkursamt hätte das Gesuch sogleich dem Konkursrichter unterbreiten sollen, zumal keine im Be- schwerdeverfahren zu erledigende Punkte streitig geworden waren. Im. Ermessen des Konkursrichters wäre es gestan- den, über das Gesuch ohne Aufschub zu entscheiden und gegebenenfalls eine Nachfrist zur Vorschussleistung fest- zusetzen oder aber bloss aufschiebende Wirkung zu ver- fügen, um erst später den Entscheid über das Gesuch und über die Rechtswirksamkeit einer inzwischen etwa er- brachten Vorschussleistung zu treffen. Nachdem jedoch einerseits der Konkursrichter mit dem Begehren der Re- kurrentin noch nicht befasst worden ist und diese ander- seits die Sicherheit angeboten hat (und im Beschwerde- und Rekursverfahren weiterhin anbietet), wird das Konkurs- amt die Sicherheit entgegenzunehmen und das Begehren . ~er Rekurrentin alsdann mit den zugehörigen Akten dem Konkursrichter zu ~berweisen haben. Demnach erkennt die Schuldbetr.- u. Konkurskammer : Der Rekurs wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen und der angefochtene Entscheid insoweit a-ufgehoben.

21. Arr@t du 28 novembre 1948 dans la cause Giacobino. 8aisie d'une creanoo inexiBtante. S'il n'y arien d'autre 8. saisir, l'oBice ne peut refuser de delivrer un acte de deIaut de hiens (art. 115 LP). Pfändung einer nicht exi8tierenden Jj'~ng. Lässt sich nichts anderes pfänden, so darf das Amt die Ausstellung eines Verlust- scheins nicht verweigern (Art. 115 SchKG). Pignorcvrnento di un c'I'wito inesiBtente. Se non esistono altri heni pignorabili. l'ufficio non puo rifiutare di rilasciare un attestato di carenza di beni (art. 115 LEF). Dans les poursuites n OS 86645, 86646 et 86647 intentees par Giacobino A Wacker, I'Office de Geneve a saisi, le 50ctobre 1948, Ala requ~te du creancier, une creance « au montant inconnu » en mains de J. Leandro. Celui-ci a fait Schuldbetreibungs- und Konkurarecht. N° 21. 81 savoir Al'office qu'il ne devait rien A Wacker, qui etait au contraire son debiteur. Wacker, de son cöte, avait declare ne possMer aucune creance. Estimant des lors que la saisie ne portait sur rien, Giacobino a reclame un acte de defaut de biens. L'office lui a repondu que la saisie sub- sistait. Deboute par l' AutoriM genevoise de surveillance, qui a juge qu'il ne pouvait renoncer a la saisie, le creancier recourt au Tribunal federal. Oonsiderant en droit.- Pour obtenir un acte de defaut de biens, le creancier doit mener la poursuite jusqu'a. son terme, soit qu'aucun objet ne puisse etre saisi (art. 115 LP), soit que, en depit de la realisation, il ne soit pas paye inMgralement (art. 149) . S'il renonce a la vente des biens saisis, il ne peut exiger la delivrance d'un tel document (RO 57 III 137; 48 III 133 ; 37 I 345 consid. 2 = M. sp. XIV p. 174). Cette regle sup- pose toutefois une saisie effective. Or, il arrive que des objets echappent a. la saisie qui les frappait. TI en est ainsi quand des tiers revendiquent un droit de propriete ou de gage surtous les objets saisis et que leur revendication n'est pas contestee par le creancier ni, dans le cas de l'art. 106, par le debiteur.Alors, la saisie tombe et l'office est tenu, s'il n'y arien d'autre A saisir, de dresser un acte de defaut de biens (art. 115). A l'hypothese ou des meubles sont soustraits ulMrieure- ment a une saisie valable, il convient d'assimiler celle ou, des le debut, la saisie n'a pas d'objet parce que les biens mentionnes dans le pro ces-verbal n'existent pas. Tel est le cas en l'espece. Il resulte des declarations concordantes de tous les interesses que Wacker n'a pas de creance contre Leandro. Subordonner A une realisation infruc- tueuse la delivrance d'un acte de defaut de biens pour la seule raison que le recourant avait requis expressement la saisie d'une creance a la realite de la quelle il croyait A tort temoignerait d'un formalisme exagere. Ce mode de 6 AS 74 III - 1948

82 Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 22. faire se justifierait d'autant moins que l'art. 26 al. 3 de l'ordonnance du 24 janvier 1941 permet au prepose de renoncer a. la vente et d'etablir un acte de defaut de biens s'il apparait d'emblee qu'une adjudication n'est pas pos- sible. Par ces motifs, la Ohambre des pour8'Uites et des faiUites Admet le recours et reforme la decision attaquee en ce sens que l'Office des poursuites de Geneve est inviM a. delivrer au creancier un acte de defaut de biens dans les poursuites n08 86645 a. 86647.

22. Auszug aus dem Entscheid vom 29. November 1948 i. S. FlUl'J. Verwertung 'Von Anteilen an Gf!Ifl'U!Ii,nachajtBvermögen. Ein Freihan.d- verkauf ist ohne Zustimmung des Schuldners (oder eines sie ersetzenden Geriehtsurteils) nicht zulässig (Art. 130 Ziff •. l SchKG, Art. 10 Abs. 2 VVAG). Realisation de partB de communautes. Elles ne peuvent etre vendues de gre a. gre qu'a.vec l'assentiment du debiteur ou en vertu d'un jugement en tenan.t lieu (art. 130 eh. 1 LP, 101.1.1. 2 ord. concer- nant 11.1. saisie et la. r6a.lisation de parts de communautes). Realizzazione di diiitti in comunione. Essi non possono essere oeduti a trsttative private ehe oon il consenso deI debitore 0 in base ad una. sentenza. (art. 130 cifrs 1 LEF, art. 10 cp. 2 deI regolamento concernente il pignoramento e la. reaHzzazione di diritti in comunione). In Betreibungen gegen Flury wurlie das Anteilsrecht des Schuldners an einer einfachen Gesellschaft gepfändet. Nachdem die Verwertung verlangt worden war, verfügte die untere Aufsichtsbehörde auf Vorschlag des Mitgesell- schafters R. im Einverständnis aller übrigen Beteiligten mit Ausnahme des Schuldners, das gepfandete Anteils- recht sei freihändig zu verkaufen. Die kantonale Auf- sichtsbehörde wies die Beschwerde des Schuldners gegen diese Verfügung ab. Das Bundesgericht heisst sie gut. Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N0 22. 83 Begründung: Art. 10 Abs. 2 VVAG stellt der gemäss Art. 132 SchKG zur Bestimmung des Verwertungsverfahrens berufenen Anfsichtsbehörde nur zwei Verwertungsarten zur Wahl: sie kann verfügen, dass das gepfandete Anteilsrecht als solches zu versteigern, oder dass die Auflösung der Ge- meinschaft und die Liquidation des Gemeinschaftsvermö- gens nach den für die betreffende Gemeinschaft geltenden Vorschriften herbeizuführen sei. Die Versteigerung durch den Verkauf aus freier Hand zu ersetzen, ist bei Anteils- rechten wie bei beweglichen Sachen und Forderungen nur im Rahmen von Art. 130 SchKG zulässig. Gepfandete Anteilsrechte können also, da sie nicht zu den in Art. 130 Ziff. 2-4 behandelten Gegenständen gehören, nur im Falle von Ziff. 1 dieser Bestimmung, d. h. auf Begehren aller Beteiligten freihändig verkauft werden. Die Zustimmung des Schuldners ist demnach unerlässlich. Angesichts der mit dem Freihandverkauf verbundenen Gefahren leuchtet dies ohne weiteres ein. Art. 6 Abs. 1 am Ende VV AG, auf den R. sich berufen hat, erlaubt keinen gegenteiligen Schluss. Diese Vorschrift betrifft nach ihrem klaren Wortlaut nur Verfügungen über die zur Gemeinschaft gehörenden Vermögensgegenstände, wie sie sich während der Dauer der Pfandung im Interesse der Mitglieder der Gemeinschaft als notwendig erweisen können, nicht Verfügungen über das Anteilsrecht des betriebenen Mitglieds bezw. über seinen Liquidationsan- teil. I Ob der Betriebene nach dem unter den Mitgliedern der Gemeinschaft bestehenden Rechtsverhältnis verpflichtet sei, bei einem Freihandverkaufe mitzuwirken, haben die Betreibungsbehörden nicht zu prüfen, da es sich hiebei um eine materiellrechtliche Frage handelt. Sie könnten einer solchen Verpflichtung des Betriebenen mangels Zustim- mung desselben höchstens· dann Rechnung tragen, wenn sie gerichtlich festgestellt wäre.