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71_II_39

BGE 71 II 39

Bundesgericht (BGE) · 1945-01-01 · Deutsch CH
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38 Motorfahrzeugverkehr. N0 11. La loi sur la circulation des vehicules automobiles etablit des principes de responsabilite differents pour les deux caMgories de prejudices : le droit a une reparation morale ne suppose pas la simple causalit6, su1tisante aux termes de l'article 37 pour obliger le detenteur a reparer le dommage, il suppose une « faute du detenteur» (art. 42 LA). La loi speciale se bornant a enoncer cette condition, les principes generaux du droit commun s'appliquent a Ia. notion de la faute. Et comme l'article 42 LA ne renferme pas non plus de regle speciale sur la solidarit6 de plusieurs detenteurs dont les vehicules ont cause le meme accident. lesarticles 50 et sv. CO sont applicables a la reparation du tort moral. La responsabilite solidaire des detenteurs n'est encourue que si, pour chacun d'eux, les conditions de la responsabilit6 speciale- prevue a l'article 42 LA sont realisees, c'est-a-dire si l'un et l'autre sont en faute et que le meme bien immateriel du tiers soit atteint (cf. RO 65 II 198). L'article 38 a pour but de dispenser le tiers lese sans sa faute du soin d'etablir lequel des detenteurs a commis une faute. Vu le principe de la responsabilite d6rivant de -la senle causalite, cette reglementation n'est pas inequitable quant au « dommage ». En revanche, quant a la satisfac- tion morale, la solidarite en cas de 'simple causalit6 pour eun des detenteurs ne se justifie point, du moment qu'a cet 6gard c'est le facteur de la faute causale, non celui de la simple causalit6 qui est decisif. Sans doute cette solution rend-elle plus difficile au lese d'obtenir satisfaction : il devra parfois faire des recherches malaisees et il court le risque de s'en prendre au non-cou- pable ; ce risque est cependant diminue du, fait que tous les responsables peuvent etre actionnes au lieu de l'acci- dent (art. 45 LA). Sans doute aussi le manque de solidarite ~ _ a.:t-i!'~pour- cons~.9uence que i'interruption de .la prescrip- .. tionoontre1'un des deteriieurs est sans effet contre l'autre . _ ~_. ," .... ~_ . • ~, .... ---",'" """ ~ . ... ~. :t mais il esf possi~~{Ld* parer:en I~lsant...diligence. Ces incon- renic:mts ne paralSsent donc pas"de natUre' a justifier line .-.~ . . . Erfindungsschutz. N° 12. 39 interpretation des articles 38 et 42 qui se concilierait fort mal avec leur lettre et leur esprit. Les termes de l'article42 montrent qu'on n'a voulu faire au,cune exception a la regle du droit commun meme pour la preuve. Selon l'article 8 ce, il inoombe donc au deman- deur d'etablir la faute imputee au detenteur (RO 64 II 319). Or, en l'espece, la demanderesse ne reproche aucune faute au detenteur de l'autocar. VI. ERFINDUNGSSCHUTZ BREVETS D'INVENTION

12. Auszug aus dem UrteH der I. ZlviIahteHung vom 20. Februar 1945 i. S. TQseher gegen Arftulnt. Die Rechtskraft eines Urteila, durch das eine Patentnichtigkeitaklage abgewiesen wurde, - wirkt auch gegenüber den Gesellschaftern einer Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft, wenn die Gesellschaft KJägerin war; - erstreckt sich nur auf die Nichtigkeitsgründe, über die im Urteil entschieden wurde. La prononce qui rejette l'action en nullite d'un brevet a foroo de clwse iugoo, - aussi contra las membres d'une societe en nom collectif ou en commandite, lorsque la societe· a ew demanderesse ; - mais seulement quant aux motifs de nullite vises par Je juge- ment. Autoriül di 008a giudicata di uns. sentenza che rigetta. l'azione per nullita di un brevetto :

- e opponibile anche ai soci di una societa. in nome collettivo 0 in accomandita, allorquando, nel precedente processo, 1& societa sis. stata attrice ; - attiene solo ai motivi di nullita sui quall e stato pronunciato il giudizio. Der Beklagte ist Inhaber der Patente Nr. 125848 und Nr. 151544. Die Firma Gebr. Tüscher & Co., deren Be- triebsleiter und unbeschränkt haftender Gesellschafter der Kläger heute ist, hatte im Jahre 1932 Klage auf Nichtig-:- erklärung dieser Patente eingereicht, war aber damit abge- wiesen worden (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Fe-

Erfindungsschutz. N0 12. bruar 1935). In der Folge reichte der Beklagte gegen den Kläger Strafklage wegen Patentverletzung ein, worauf der ~ger die vorliegende Nichtigkeitsklage erhob. DaaBuntlesgfJricht zieht in Erwägung :

2. - Der Beklagte bestreitet die Aktivlegitimation des Klägers mit der Begründung, der Kläger habe neben der Firma Gebrüder Tüscher & Co. kein eigenes Interesse an der Nichtigerklärung der Streitpatente (Art. 16 Abs. 3 PatG). Indessen ergibt sich dieses Interesse schon daraus, dass der Beklagte gegen den Kläger eine Strafanzeige wegen Patentverletzung eingereicht hat. Der Beklagte bemerkt allerdings, auf Grund des Urteils vom 20. Februar 1935 sei er befugt, bei Patentverlet~ungen der Firma Gebr. Tüscher & Co. gegen deren geschäftsführende Gesell- schafter Strafansprüche geltend zu machen, ohne dass die Nichtigkeit des Patentes neuerdings eingewendet werden könne. Dieser Einwand sagt jedoch nichts gegen die Aktivlegitimation des Klägers. Er bezieht sich auf die Rechtskraft des frühem Urteils, und unter diesem Ge- sichtspunkt ist er in Betracht zu ziehen. Der Kläger muss in der Tat jenes Urteil gegen sich gelten lassen. Denn ein Urteil, das gegen eine Kollektiv- oder Kommanditgesell- schaft ergangen ist, wirkt grundsätzlich auch gegenüber den Gesellschaftern als den Trägem aller Rechte und Pßichten der Gesellschaft. ~erdings hindert die Rechts- kraft die Geltendmachung persönlicher Ansprüche und Einreden der Gesellschafter nicht. Diese Einschränkung ist aber für den Kläger ohp.e Bedeutung. Der Kläger kann auch nichts daraus ableiten, dass er erst im Jahre 1939, also nach der Abweisung der von der Gesellschaft erho- benenNichtigkeitsklage, unbeschränkt haftender Gesell- schafter geworden ist. Denn ein neuer Gesellschafter tritt im Aussenverhältnis in die Gesamtheit der Rechtsbe- ziehungen der Gesellschaft so ein, wie er sie vorfindet. In Art. 569 OR kommt dieser allgemeine Grundsatz in einem Anwendungsfall zum Ausdruck. Somit muss der neue Gesellschafter auch ein Urteil, durch das über die Patent- Erfindungsschutz. N0 12. nichtigkeitsansprüche der Gesellschaft entschieden wurde, für sich als verbindlich anerkennen. Wäre es anders, so könnte die Gesellschaft die Rechtskraftwirkung eines gegen sie ergangenen Urteils jederzeit durch den Beizug neuer Gesellschafter umgehen. Es ist somit im vorliegenden Fall zu halten, wie wenn die Firma Gebr. Tüscher & Co. erneut klagen würde. Die materielle Rechtskraft eines die Patentnichtigkeitsklage abweisenden Urteils erstreckt sich indessen nur aUf jene Nichtigkeitsgründe, über die in diesem Urteil entschieden wurde (BGE 32 II 167). Das Urteil des Bundesgerichts vom

20. Februar 1935 befasste sich nun aber beim Patent Nr. 125848 nur mit den NichtigkeitsgrÜllden von Art. 16 Ziff. I und 4 PatG (Erfindungs charakter und Neuheit), beim damals noch streitigen Unteranspruch 5 des Patentes Nr. 151544 nur mit der Fage der Neuheit (Art. 16 Ziff. 4 PatG). Der Kläger ist daher im vorliegenden Verfahren nur mit diesen NichtigkeitsgrÜllden ausgeschlossen, wäh- rend die neuen Gründe, die er geltend macht ----' beim Patent Nr. 125 848 Art. 16 Ziff. 7 und 8, beim Patent Nr. 151 544 Art. 16 Ziff. I und 8 PatG - zu prüfen sind. Der Beklagte bringt demgegenüber mit Bezug auf das Patent Nr. 125848 vor, we~ der Erfindungscharakter durch Urteil festgestellt sei, so stehe auch fest, dass die Erfindung im Sinne von Art. 16 Zill. 7 und 8 genügend dargelegt und umschrieben sei. An diesem Einwand ist soviel richtig, dass ein iI1nerer Zusammenhang zwischen den einzetn:en NichtigkeitsgrÜllden besteht. Allein das Gesetz stellt alle NichtigkeitsgrÜllde selbständig neben- einander. Damit anerkennt es, dass es Fälle geben kann, in denen zwar eine Erfindung vorliegt, die Erfindung aber nicht genügend dargelegt oder umschrieben ist. Wird also in einem Urteil der Erfindungscharakter bejaht, so ist damit für die Parteien noch nicht verbindlich festgestellt, dass auch die Darle~g in der Beschreibung zur Aus- führung durch Fachleute genügt und dass die Erfindung im Anspruch klar definiert ist.