Erwägungen (4 Absätze)
E. 1 Der beim Verkauf einer Liegenschaft erzielte Gewinn stellt nur dann wehrsteuerpflichtiges Einkommen dar, wenn der Veräusserer berufsmässig mit Liegenschaften handelt (Art. 21lit. a WStB) oder wenn der Gewinn ((im Betrieb eines zur kaufmännischen Buchführung verpflichteten Unternehmens» erzielt worden ist (Art. 21 lit. d WStB). Im Einspracheentscheid wurde angenommen, der Rekurrent betreibe berufsmässig Liegenschaftshandel. Im Rekursentscheid ist davon nicht mehr die Rede, und zwar mit Recht, denn es bestehen keinerlei Anhaltspunkte dafür. Es kann sich nur fragen, ob der Rekurrent einen allfälligen Gewinn im Betrieb eines buchführungspflichtigen Unternehmens erzielt habe. Das wäre der Fall, wenn die verkauften Liegenschaften zum Betriebsvermögen eines solchen Unternehmens gehörten und in den Büchern dieses Geschäftes aufgeführt waren oder doch hätten aufgeführt werden sollen.
E. 2 Die Rekurskommission hat sich auf den Standpunkt gestellt, dass die Verwaltung eines so umfangreichen Liegenschaftsbesitzes wie desjenigen des Rekurrenten ein zur Buchführung und deshalb zur Eintragung ins Handelsregister verpflichtetes Gewerbe im Sinne von Art. 934 OR darstelle, und dass die fraglichen Liegenschaften als zum Betriebsvermögen dieses Geschäftes gehörend zu betrachten seien. Davon kann aber, wie in der Vernehmlassung der 260 Verwaltungs- und Disziplinarrechtspfiege. eidgenössischen Steuerv:erwaltung ausgeführt wird, nicht die Rede sein. Die Verwaltung eigenen Vermögens ist weder im handelsrechtlichen .noch im steuerrechtlichen Sinne je alS Gewerbe aufgefasst worden. Von einem solchen kann nur gesprochen werden bei einer auf Erwerb, d. h. Verdienst gerichteten berufsmässigen wirtschaftlichen Tätigkeit (vgL die Umschreibung des Begriffs ((Gewerbe» in Art. 52 Abs. 3 HRegV). Das ist die lediglich auf Erhaltung und Nutzung eigenen Vermögens gerichtete Tätigkeit auch dann nicht, wenn das Vermögen sehr gross ist und der Inhaber sich bei der Verwaltung des Hilfsmittels der kaufmännischen Buchführung bedient. Die Steuerpra,xis hat denn auch die Verwaltung eigenen Vermögens selbst bei grösstem Umfang und bei ausgebauter kaufmännischer Organisation stets streng getre.nnt nicht nur vom buchführungspflichtigen Geschäftsbetrieb, sonderu auch von der als Geschäft und Gewerbe im weiteren Sinne geltenden Tätigkeit der Kleingewerbetreibenden, Landwirte und freien Berufe (vgL BOSSHARDT, Das Problem der Abschreibungen bei der zürcherischen Einkommenssteuer, Archiv für schweiz. Abgaberecht Bd. 12 S. 52 ff.). Ein vom Rekurrenten allfällig erzielter Gewinn gehört demnach nur dann zu seinem wehrsteuerpflichtigen Einkommen, wenn die verkauften Liegenschaften zum Betriebsvermögen seines Brennmaterialienhandelsgeschäftes gehörten. _
E. 3 Der Kaufmann pflegt sein Geschäftsvermögen als
von seinem Privatvermögen geschieden zu betrachten. Er
ist dazu insofern berechtigt, als seine Buchführungspflicht
sich nur auf das Geschäfts-, nicht auch auf das Privatvermögen bezieht (HIS, Kommentar zu Art. 957 OR, Note 40).
Abgesehen davon kommt der Unterscheidung von Privat- und Geschäftsvermögen weder im Zivilrecht noch im Vollstreckungsrecht Bedeutung zu. Dagegen spielt sie eine
Rolle im Steuerrecht, das für die Ermittlung des geschäftlichen und insbesondere des kaufmännischen Einkommens
regelmässig besondere Grundsätze aufstellt. Für die 'V ehr-
Bundesrechtliehe Abgaben. N° 52.
261
steuer ist in dieser Beziehung zu verweisen auf Art. 21
lit.d und f und Art. 22 lit. b, c und f WStB.
Bei einzelnen Vermögensgegenständen folgt ihre Zugehörigkeit ohne weiteres aus ihrer äusseren Beschaffenheit.
Die Villa des Kaufmanns und sein Hausrat ist trotz allfälliger Aufnahme in die kaufmännische Buchhaltung zum
Privatvermögen zu rechnen, wogegen Fabrik- und Geschäftsgebäude, Maschinen und Warenlager notwendig
zum Geschäftsvermögen gehören. Schwierigkeiten bereitet
die Zuteilung nur bei solchen Sachen, die wie Wertpapiere
und Liegenschaften ihrer Natur nach ebensogut zum
Geschäftsvermögen wie zum Privatvermögen gehören
können. Dass in solchen Fällen nicht nach Willkür des
Steuerpflichtigen, sondern nach objektiven Gesichtspunkten über die Zuteilung zu entscheiden ist, folgt schon aus
dem Wesen des Steuerrechts und bedarf keiner weiterer
Begründung. Der Wille des Steuerpflichtigen, wie er
namentlich in der buchmässigen Behandlung, in der Aufnahme eines Gegenstands in die Geschäftsbücher und in
der Ausscheidung aus diesen zum Ausdruck kommt,
wird allerdings in der Regel ein gewichtiges Indiz für die
steuerliche Zuteilung sein. Entscheidend ist jedoch stets
die Gesamtheit der tatsächliChen Verhältnisse. Dem Geschäftsvermögen wird demnach ein Aktivum dann regelmässig zuzuteilen sein, wenn es aus Mitteln des Geschäfts
oder für geschäftliche Zwecke erworben worden ist, weiter
auch dann, wenn es dem Geschäftsbetrieb tatsächlich
dient, sei es unmittelbar durch seine Beschaffenheit oder
als Pfand für Geschäftsschulden, sei es mittelbar durch
seinen Wert, als notwendiges Betriebskapital oder als
Reserve, sofern und soweit eine solche nach Art und Umfang des Geschäfts erforderlich oder doch üblich ist (vgl.
Zentralblatt für Staats- und Gemeindeverwaltung 1926
S. 248, Blätter für zürch. Rechtsprechung 1934 Nr. 113
und 1939 Nr. 73, ferner BOSSHARD a.a.O. und WYSS,
Der Einkommensbegriff im schweizerischen Steuerrecht
S. 92).
262
Verwaltungs. und DiszipIinarrechtspllege.
E. 4 Im vorliegenden Falle ist die entscheidende Frage, ob die gesamten oder doch die angeblich mit Gewinn verkauften Liegenschaften des Rekurrenten zum Geschäftsvermögens seines Brennmaterialhandels gehörten, von den kantonalen Instanzen nicht geprüft worden, weil sie von der irrtümlichen Auffassung ausgingen, die Liegenschaftsverwaltung selbst habe schon als buchführungspHichtiges Gewerbe zu gelten .... Die Beschwerde ist demnach in dem Sinne gutzuheissen, dass der Entscheid der Rekurskommission aufgehoben und die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an siezurnckge~esen wird. Kommt sie unter Berücksichtigung der in den vorstehenden Erwägungen entwickelten Gesichtspunkten zum Schluss, dass die verkauften Liegenschaften zum Geschäfts- und nicht zum Privatvermögen des Rekurrenten gehörten, so hat sie weiter zu prüfen, ob der Rekurrent beim Verkaufe tatsächlich einen Gewinn erzielt hat. Er hat dies bereits im kantonalen Verfahren substantiiert bestritten und daher Anspruch darauf, dass zu diesem Einwand Stellung genommen werde.
Volltext (verifizierbarer Originaltext)
52. UrteU vom 8. Dezember 1944 i. S. Rennhaas
gegen Wehrsteuer-Rekurskommfssion des Kantons St. Gallen.
Wehrsteuer :
1. Kapitalgewinne bilden nw- dann steuerbares Einkommen,
wenn sie auf Vermögen erzielt ww-den, das dem Betrieb eines
buchführungspHichtigen Unternehmens. (Gewerbes) gewidmet
ist (Art. 21 lit. d WStB).
2. Die Verwaltung eigenen Vermögens stellt kein Gewerbe dar.
3. Abgrenzung zwischen Geschäfts· und Privatvermögen beim
Einzelkaufmann.
ImpOt pour la delense nati~le:
1. Lesbenefices en capit~l Ii~ constittient un revenu imposable que
lorsqu'iIs ont, ew realis~ sur la fortune affecwe a une entreprise
(Gewerbe) astreinte a. tenir une comptabiIiw (art. 21lit. d AIN).
2. On n'exploite pas une lihtreprise (Gewerbe) lorsqu'on ne fait
qu'adciinistrer sa propf~ fortune.
3. Distinc1;ion entre la forttifie privee et la fortune commerciale
de celui qui exploite une ehtreprise sous la forme individuelle.
Imposta per la dilesa nazionaie:
1. I profitti in capita1e costiiliiscono un reddito imponibile soltanto
qu.alora si,~o stati realizzati sulla sostanza investita in un'impresa ä~tlligatä a tenere una contabiIita. (art. 21lett. d DIDN).
2. Colui elle ainministra unicamente i su.oi beni non esercita
un'azl,mda 0 una professione.
3. Distinzione tra la' sostanza privata e la sostanza commerciale
di eolui ehe esercita da solo un'azienda.
17
AB 70 I -
1944
258
Verwaltungs- und Disziplinarrechtspfiege.
Der Rekurrent Josef Rennhaas betreibt in Rorschach
einen Gross- und Kleinhandel mit Brennmaterialien, wofür
er seit Jahren im Handelsregister eingetragen ist. Er ist
Eigentümer einer grossen Anzahl Liegenschaften, die er
(mit einer Ausnahme) von seinem Vater geerbt hat, darunter Miethäuser mit zusammen 70 Wohnungen. Über
das Handelsgeschäft und die Liegenschaftsverwaltung
wird separat Buch geführt.
Der Rekurrent hatte die Miethäuser Löwenstrasse 50,
51 und 52 vor Jahren verkauft, jedoch in der Folge wegen
Konkurses des einen und Nachlassvertrags des andem
Erwerbers wieder zurücknehmen müssen. Im Jahre 1942
verkaufte er die beiden Häuser Löwenstrasse 50 und 52
neuerdings zusammen mit einer Bodenparzelle, wobei der
Kaufpreis den Buchwert um Fr. 18,972;- überstieg.
Bei der Veranlagung zur Wehrsteuer II rechnete die
Steuerbehörde diesen Betrag als Kapitalgewinn dem steuerpflichtigen Einkommen zu. In der hiegegen erhobenen
Einsprache bestritt der Rekurrent in erster Linie, dass
dieser· Gewinn in einem buchführungspflichtigen Unternehmen erzielt worden sei (Art. 21 lit. d WStB); sodann
bestritt er das Vorliegen eines Gewinns mit der Begründung' dass die. mit den beiden andern von den früheren
Erwerbern zurückgenommene, ihm nun verbliebene Liegenschaft Löwenstrasse 52 dringend grösserer Reparaturen
bedürfe.
Die Veranlagungsbehörde wies die Einsprache mit im
wesentlichen folgender Begründung ab: J;;leim umfangreichen Liegenschaftsbesitz des Rekurrenten handle es
sich nicht um die Anlage von Privatvermögen. Er übe
«den Liegenschaftshandel bezw. die Vermietung von
Wohnungen» gewerbsmässig aus. Infolgedessen sei er verpflichtet,auch für diesen Geschäftszweig kaufmännische
Bücher zu führen und sich im Handelsregister eintragen
$U lassen.
Die kantonale Wehrsteuer-Rekurskommission nahm
ebenfalls an, dass der Rekurrent für die Verwaltung seiner
Bundesreehtliche Abgaben. N° 52.
259
Liegenschaften zur kaufmännischen Buchführung und
daher zur Eintragung im Handelsregister verpflichtet sei.
Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde bestreitet der
Rekurrent wiederum in erster Linie, dass ein bei der Veräusserung seiner Liegenschaften allIällig erzielter Gewinn
wehrsteuerpflichtiges Einkommen darstelle; sodann macht
er erneut geltend, er habe beim fraglichen Verkauf überhaupt keinen Gewinn. erzielt.
Das Bundesgericht hat die Beschwerde gutgeheissen im
Sinne folgender
Erwägungen:
1. -
Der beim Verkauf einer Liegenschaft erzielte Gewinn stellt nur dann wehrsteuerpflichtiges Einkommen
dar, wenn der Veräusserer berufsmässig mit Liegenschaften
handelt (Art. 21lit. a WStB) oder wenn der Gewinn ((im
Betrieb eines zur kaufmännischen Buchführung verpflichteten Unternehmens» erzielt worden ist (Art. 21 lit. d
WStB). Im Einspracheentscheid wurde angenommen, der
Rekurrent betreibe berufsmässig Liegenschaftshandel. Im
Rekursentscheid ist davon nicht mehr die Rede, und zwar
mit Recht, denn es bestehen keinerlei Anhaltspunkte
dafür. Es kann sich nur fragen, ob der Rekurrent einen
allfälligen Gewinn im Betrieb eines buchführungspflichtigen Unternehmens erzielt habe. Das wäre der Fall, wenn
die verkauften Liegenschaften zum Betriebsvermögen
eines solchen Unternehmens gehörten und in den Büchern
dieses Geschäftes aufgeführt waren oder doch hätten aufgeführt werden sollen.
2. -
Die Rekurskommission hat sich auf den Standpunkt gestellt, dass die Verwaltung eines so umfangreichen
Liegenschaftsbesitzes wie desjenigen des Rekurrenten ein
zur Buchführung und deshalb zur Eintragung ins Handelsregister verpflichtetes Gewerbe im Sinne von Art. 934 OR
darstelle, und dass die fraglichen Liegenschaften als zum
Betriebsvermögen dieses Geschäftes gehörend zu betrachten seien. Davon kann aber, wie in der Vernehmlassung der
260
Verwaltungs- und Disziplinarrechtspfiege.
eidgenössischen Steuerv:erwaltung ausgeführt wird, nicht
die Rede sein. Die Verwaltung eigenen Vermögens ist weder
im handelsrechtlichen .noch im steuerrechtlichen Sinne
je alS Gewerbe aufgefasst worden. Von einem solchen kann
nur gesprochen werden bei einer auf Erwerb, d. h. Verdienst gerichteten berufsmässigen wirtschaftlichen Tätigkeit (vgL die Umschreibung des Begriffs ((Gewerbe» in
Art. 52 Abs. 3 HRegV). Das ist die lediglich auf Erhaltung
und Nutzung eigenen Vermögens gerichtete Tätigkeit auch
dann nicht, wenn das Vermögen sehr gross ist und der
Inhaber sich bei der Verwaltung des Hilfsmittels der kaufmännischen Buchführung bedient. Die Steuerpra,xis hat
denn auch die Verwaltung eigenen Vermögens selbst bei
grösstem Umfang und bei ausgebauter kaufmännischer
Organisation stets streng getre.nnt nicht nur vom buchführungspflichtigen Geschäftsbetrieb, sonderu auch von
der als Geschäft und Gewerbe im weiteren Sinne geltenden
Tätigkeit der Kleingewerbetreibenden, Landwirte und
freien Berufe (vgL BOSSHARDT, Das Problem der Abschreibungen bei der zürcherischen Einkommenssteuer,
Archiv für schweiz. Abgaberecht Bd. 12 S. 52 ff.).
Ein vom Rekurrenten allfällig erzielter Gewinn gehört
demnach nur dann zu seinem wehrsteuerpflichtigen Einkommen, wenn die verkauften Liegenschaften zum Betriebsvermögen seines Brennmaterialienhandelsgeschäftes
gehörten.
_
3. -
Der Kaufmann pflegt sein Geschäftsvermögen als
von seinem Privatvermögen geschieden zu betrachten. Er
ist dazu insofern berechtigt, als seine Buchführungspflicht
sich nur auf das Geschäfts-, nicht auch auf das Privatvermögen bezieht (HIS, Kommentar zu Art. 957 OR, Note 40).
Abgesehen davon kommt der Unterscheidung von Privat- und Geschäftsvermögen weder im Zivilrecht noch im Vollstreckungsrecht Bedeutung zu. Dagegen spielt sie eine
Rolle im Steuerrecht, das für die Ermittlung des geschäftlichen und insbesondere des kaufmännischen Einkommens
regelmässig besondere Grundsätze aufstellt. Für die 'V ehr-
Bundesrechtliehe Abgaben. N° 52.
261
steuer ist in dieser Beziehung zu verweisen auf Art. 21
lit.d und f und Art. 22 lit. b, c und f WStB.
Bei einzelnen Vermögensgegenständen folgt ihre Zugehörigkeit ohne weiteres aus ihrer äusseren Beschaffenheit.
Die Villa des Kaufmanns und sein Hausrat ist trotz allfälliger Aufnahme in die kaufmännische Buchhaltung zum
Privatvermögen zu rechnen, wogegen Fabrik- und Geschäftsgebäude, Maschinen und Warenlager notwendig
zum Geschäftsvermögen gehören. Schwierigkeiten bereitet
die Zuteilung nur bei solchen Sachen, die wie Wertpapiere
und Liegenschaften ihrer Natur nach ebensogut zum
Geschäftsvermögen wie zum Privatvermögen gehören
können. Dass in solchen Fällen nicht nach Willkür des
Steuerpflichtigen, sondern nach objektiven Gesichtspunkten über die Zuteilung zu entscheiden ist, folgt schon aus
dem Wesen des Steuerrechts und bedarf keiner weiterer
Begründung. Der Wille des Steuerpflichtigen, wie er
namentlich in der buchmässigen Behandlung, in der Aufnahme eines Gegenstands in die Geschäftsbücher und in
der Ausscheidung aus diesen zum Ausdruck kommt,
wird allerdings in der Regel ein gewichtiges Indiz für die
steuerliche Zuteilung sein. Entscheidend ist jedoch stets
die Gesamtheit der tatsächliChen Verhältnisse. Dem Geschäftsvermögen wird demnach ein Aktivum dann regelmässig zuzuteilen sein, wenn es aus Mitteln des Geschäfts
oder für geschäftliche Zwecke erworben worden ist, weiter
auch dann, wenn es dem Geschäftsbetrieb tatsächlich
dient, sei es unmittelbar durch seine Beschaffenheit oder
als Pfand für Geschäftsschulden, sei es mittelbar durch
seinen Wert, als notwendiges Betriebskapital oder als
Reserve, sofern und soweit eine solche nach Art und Umfang des Geschäfts erforderlich oder doch üblich ist (vgl.
Zentralblatt für Staats- und Gemeindeverwaltung 1926
S. 248, Blätter für zürch. Rechtsprechung 1934 Nr. 113
und 1939 Nr. 73, ferner BOSSHARD a.a.O. und WYSS,
Der Einkommensbegriff im schweizerischen Steuerrecht
S. 92).
262
Verwaltungs. und DiszipIinarrechtspllege.
4. -
Im vorliegenden Falle ist die entscheidende Frage,
ob die gesamten oder doch die angeblich mit Gewinn verkauften Liegenschaften des Rekurrenten zum Geschäftsvermögens seines Brennmaterialhandels gehörten, von den
kantonalen Instanzen nicht geprüft worden, weil sie von
der irrtümlichen Auffassung ausgingen, die Liegenschaftsverwaltung selbst habe schon als buchführungspHichtiges
Gewerbe zu gelten ....
Die Beschwerde ist demnach in dem Sinne gutzuheissen,
dass der Entscheid der Rekurskommission aufgehoben und
die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an siezurnckge~esen wird. Kommt sie unter Berücksichtigung der in
den vorstehenden Erwägungen entwickelten Gesichtspunkten zum Schluss, dass die verkauften Liegenschaften
zum Geschäfts- und nicht zum Privatvermögen des Rekurrenten gehörten, so hat sie weiter zu prüfen, ob der
Rekurrent beim Verkaufe tatsächlich einen Gewinn erzielt
hat. Er hat dies bereits im kantonalen Verfahren substantiiert bestritten und daher Anspruch darauf, dass zu diesem
Einwand Stellung genommen werde.