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70_II_110

BGE 70 II 110

Bundesgericht (BGE) · 1944-01-01 · Deutsch CH
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HO

ue!D vO,fmaligeJ;l Besit~r . deI' Schuldbriefe ttnd..E~ntümer

des bf\l~~tttl,l Gru:n,d&tiW~ übel" das ~cht.V Qgels, 'die

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IV.OJlLIGA'J;'ION~EqfIT .

'DROIT .DESÖ:SLIGATIÖNs

17. Vrteil 4«)1:,1. Zfl1labtellunn;vom 21.,Jliirzl~

i. S. Ostbye g~gen Wehrli & 'CI). A.-G~ ., . .

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Unlauterb I W-ettbetüß1.b, AUa8taUüngssc!uu:t;i.Arl: Jg OBK

.v 6~häJ.tnjli!, distinctivede· ras-

p,ect Sj.U' le. marche~ NotiQndes milieu,x inMrßS~.

1Je~i~ti'?n du, fait et dh droit pou,r' 1'1$ determmi'Ü;iönd'eIaforce

:dlStmctlve.

0J>liga.tionewecht., N!';17.

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g~rr~~~ 8~;~'1f/',.~91l!t qeq;~!~~~:)EUt.';~lI~·

Art. 48 00.

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:rurpP6rlÖ~tm Ja proteZioli6"d~m!\ marea.;~ lQ 'protezibtfMlen1a.s~btth

norlginale e protettQ.!!OIta.nto, se e rO~«fpto cl'un

. ''diiit:to mdiy1'd.u,ale(oS!ilii.

se;:g.~c ~ Q&~tb',treI.'~otnmeretö.

".f~O~ pel"p~coJi,;cPIllffi~~alLp1~~trFT,i;';; . :,{;;, -~\':

D~~tazione tra il fatti> ediildiritto pe~ stll.hiIife.~e l'~t!etto n~~

-·iorigmall6:'sisia.;äffemtl!toJirel c6nilnei'eid,.,,",[' l~"

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.• Dei :Skifab:rikantiüsthy-e in i OsIO''lI!ltelltrunOO'r' det~1ie

(uSplitkeih'))eineIFSki: he;If, d:e\isen; :bJ'aooe"'f)l)enflltehe, mit

'sohmalen; ':hellen:: Rarldstreifen. 'Verziert' :ist~~lDW,FirBla.

&; Co! A.;-:G,;hli:Er~nbach:bt1rtgt: '81uf; .den:roll ihr

h0l'g~tellten Skis; ·me!1Si-e. .unter. dein Nh;men\f(tj~~slpWi))

vertreibt;: -ebenfalls' 'gulche··h.eHe R..andstreffefll am:cilMe' iVOJ).

Ostbye deswegen erhobene Klage aus unbl.utert1:{llcW~V­

'bewetlb woovom BUDdesge.ri.oht,abgawie.sen:.,'r,,·;

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;J1 ..;""""0,) Der!IndividuaJisiel'~g:eiller"W8;re zum ZweCk~>

Si!M als das:,,·I?rMukt i~ @lle~:: JoostOOmten i ·iI!el'Stelm::z1il

oharakw~eh{: dient i,v6fub'·da.$ii[Ma.I'keiizeichen, ·~Afl

dieSem: 'besteht krait,deF ilun,dur-e-h,-das} .;Gesetz; izuei ..

kaWlteIY':Au8SohlreBslichkeit'~6iI1 'IndiW'idual~eht~."Seines

Inhaibm:s. IDielYarkeiiSt eine ErscbeÜlltlWgsfmlm,von' d~BS0l!l

Widlschaftlicher Pet'8Önlichkeft und:_geniesst.'a~'8o:lblu!,d.en

Sehut~f oon,das. :ReehtraßF RersönliuhJteit;zuteilwa~

läss.t. iDeJi"Inh&ber der Marke; kttnn:;auf G.JiundJihres',mf.

stehens "aUeinjediem K'0:rikurlleIl:t6n·'deR,Geh:rauch,dessel ..

ben oder eines ihm ähnliehe1l Zeichensv.erhietell:.:smd6r

MarkeJiatman; es,deshalb,mit :d~';'höohs:ten,dün'den

POOd;t:,lizenrengünstigsten. KennzeichnungsBtufe EU!. t1m.-,' ~

;b) Wer' seine" Ware:'ausITgendeinem, OI'Unde i nicht

markenreehtlich,sch'&tzen lassen. wh ~,kamislie~!',oder

wenigs,f~ns; ihre Verpack~, "+i+, abeJ! auch,;blass,'originell

ausstatteIvWie,dieMark-e, so verschMft;,au0h· die;..ori ...

ginelle . Ausstattung ihrem SchöpfUl' ein, Indiv:iduab:lElc~.

Denn 'auoh,·sie·,geliört:um ihrer'Originallilät:ilWillen;ZN.

8

AS 70 II -

1944

Obligationenrechk N° 17.

den' .Kennzeichengürern der wirtschaftlichen Petsönlich-

keit,,~eg~n ilil,tihr Sc1;mtzschwächer als derjenige .der

Marke. Er kann nur im Rahmen des Verbots des unIau-

~en,Wettbew.(\rb~ imSijWe von Art. 480Rgewij,hrt

werden. Voraus$ßtz1ll'lg ist'· somit eine Verletzung '. Oder

mfndesrens Gefahrdung . des. Individualrechts durch: Ma-

chenschaften eines Konkurrenten, die gegen Treu und

Glauben verstossen.Dastrifft vorab dann zu, wenn in-

folge' Na.chahmung der originellen Ausstattung die. Ge-

&hremerVerweehslnng • der beidseitigen Produkte und

damit eine Beeinträchtigung des Urhebers der. Ausstattung

in" seiner,Geschäftskundschaft hervorgerufen wird. 1m

Vordergrund· steht also hier' die durch die Nachahmung

geS'chdene Gefahr,einer Verwechslung . der . beidenKon-

kurremlprpdukte,.

c) Verzichtet .. ·ein Produzent.soga;r auf eine·,originelle

Ausstattung seiner Ware oder ihrer Verpackung, so wird

ihm zwar nach der neue'sten Rechtsprechung des Bundes-

gerichtsder Ausstattungsschutz unter .. dem Gesichts-

punkte Ues' Art. 48 0& nicht mehrsohlechthin versagt,

wie dies· nach der früheren Praxis der Fall gewesen war)

die, ein Individua1reehtnurbeim Vorliegen einer originellen

AusstattUng . an~rkannt hatte. Dagegen· setzt die Erwer-

bungl; eines:· Individualrechts an einer nicht originellen

Auastitttungvol'8iuS; . dass diese sich im Verkehr duroh-

gesetmt hatcals Uinweisauf denjeni,geh, der sie als,sein

K.ennzeichen. in Anspruch nimmt. Es muSs, erwiesen sein,

dass ein nicht unerheblicher Teil: der in Frage kommend6Ji

V:erkehrskreise sich daran gewöhnt hat; die Ware des

emten;iHerstellers'wegen ihrer zwar nicht originellen,aber

immerhin llochnoch ~ kennzeichnenden Ausstattung';mit

einer bestimmten ~ und zwar· immer derselben ~ 1Ier-

kunftsstätte in Verbindung zu bringen (BGE69 11>295ff.

unddort~ erwähnte Entscheide und Literatur).-Der Hin-

weismuss'Üb~eseinen bestimmten Intensitätsgmd

erreicht ·habe'R .. Die Äusstattungmussiso sehr 'Zum Kenn"

zeichen für das Produkt des ersten Herstellers geworden

Obligationenrecht. N<> 17;

. sein, dass der Artikel ohne nähere Prüfung) ledigliohauf

Grund der Ausstattung, als' Erzeugnis des,betreffenden

Herstellers bingenommen wird. Nur. unter dieser VOIl&ua-

setzung darf 'der Au.sstattung .. trot~ mangelnder .Origi-

nalität Verkehrsgeltungzuerkannt, werden., Es genügt

somit nicht, wenn die beteiligten Verkehrskreis6,"\tielleicht

auf den ersten Blick geneigt sind, auf. eine,bestimmte

HerkunftsStä.tte zu schliessenjvor einem Erwerb siCh

aber noch eine nähere :Prüfung,vorbehalten; denn dann

wird die Ware ehen nicht auf Grund der Ausstattung

schlechthin als die eines, ganz·;bestimmten' Produzenten

hingenommen.

Im Gegensatz zu der originellen AusstaVtung, liegt also

bei' der nicht originellen das Hauptgewicht nicht auf der

Frage der Verwechselbarkeit, sondern a.uf derj~migender

Verkehrsgeltung. Bei der originellen Ausstattung,besteht

das Individual1'echt ·kraft· der Originalität. Es,genügt

daher der Nachweis der Verwechslungsgefahr,fv,den

Tatbestand des unlauteren,Wettbewerbs.,Bei der nicht

originellen Ausstattung reioht we Verwechselbarkeitalleiu

noch niohthin. Es muss darüber hiriausnoch die'Verkehrs:,

geltung im oben genannten Sinne dargetan sein, Fehlt

diese, so stellt selbst eine sklavisohe Nachahmung der

Ausstattung keinen unlauteren Wettbewerb dar, da kein

Individualrecht 'besteht,das verletzt we:i1denkönn.te.]st

aber die VerkehrsgeltungnachgewioileD, so ist' damit

zugleich dargetan, dass jede gleich,ausgestattete Ware

einesandern mit derjenigen des ersten Aussta~m:ver­

wechselbar ist. Insofern,ist . also . die Verwechshmgsgefahr

der' Verkehrsgeltung inhärent und ~bedarf,nicht nochLeines

besonderen Nachweises. Lediglich bei . nicht

vöUi~r

Gleichheit der Ausstattung kann sich, dann ']1och ftagen;

ob nicht die Verwechselbarkeit deswegeIl entfaUe ..

(j) Als beteiligte . Verkehrskreise im. Sinne der, vorste"

haliden Ausführungen kommen vorwiegend .• oder gar

ausschliesslich die Verbraucher in Betracht. Der Händler

scheidet im allgemeinen aus, weil er der Gefahr der Ver-

!wechsl~g'ähn1fuheI"Auss:t.a.ttungfi{ infalgo'seiner Branohe ..

DDntiim'·nicht:so,,l~(;;erliegt, "{SO .·auOO .:das .deo.tscke

&erobsgefteftt! in: GRI!lR 193' S, "V'ö4'!.Die Kenntnisse

und\;AuBa;s$~~ ool';'allein,ttllllSSgebenden 'VSerbJ:au6her

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;.jedoch;:weil jhre;'Zahl .zu gross ':i.st;·,ri.ich4 ehltupt.Yßl"~msgel-Cun~;

lI,i9htzQJwm;tn{;..., DeJlJ;).. ~im~ssgebeA'd.en iVerkelu-sbeise'

sc:b,lieIilBe1Jl. "~m!,4e~,1Ws,sta*~'I1lcht; lSchlß0hthm.'s~ndem,

g~wissl=!rJlla$seR,; J1;ur

Y'~):l(i!'Qfigi3U:(}j i eiti~;beStilIlJnte.n:

1I61'~tell",r, I: uro., d~li!,:vOJ/ ~l~r, d,eti,niJtj:ven, -Ent~heidlmg.

noe:h,· eine.,nij,herf3;

Plriif~ i ·.VQt'Zlm.ehmen,; i ·ll,ezw.1S-io.h'

a~lä,.l'en zJJ.; lfj,s,seu. •.;

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, Gß.tlt kein(f6igenen Kenntnisse anmassen darf, die es

dem Ergebnis> einer sorgfältigen kantonalen BeweisWür-

digung entgegelisetzen könnte.

Obliga.tionenrepht.,NQ 18.

Bor

tS.Urteil der: I. Zivllabteiluug vo"fu29. Februar' 19M'

li.'S~-"-Utzfuger gegen

OIr.~opstano€!s,81,1'a,of,iQn, pg~,~ts$em\ept ~LMgf,~~

"appartlentau tlers se Vll-ziOl\e,,p'~i;ryleb,i!a. a~~~~e~o,ßßett,i:~~,

ter!lO '0 al debltore supposto.

'

"~"S\J 9];m 'Meißter und· EmU;Ut~ingfll'; .s:clUossen,r/l,m

20. Sept~ber 1940, einenVertrag:rnißi dernZiel; 'ein;3n~b'i

lich.;v9Il;Meist~r,er(Wldenes Verfahr~ zJ!ll! lI~)iStellung,'W)Il,

~i~,,a,us;,:ß~ei! ~u, V6J;werteJ;l.. Utzinger. ~verpflioht,ete~ sich,

u~ fI>,~,~ei~ter, :Jj'f. 30,OQO.~ zubeß(:lhaffeJkllud,ihnt·'!ib,v:oo.

F:v.; 20iOOQ",~ ~ei,Ab,schllls$,~e~iVertrages .iaul!lzuhoowgeni

4m gleich,M, 'Xa,g,erhielt M.eister,die,,:Fr .<20"OOOI~' unQ

~tI?Ute~m-j ei~,Q9.i~Wng aUSlw'()il'~·er besche~gtei,'V[Qn

Martha Utzingt}r,,;<ie~ Ehefra,u .d.es~lU:tzinget;"fm

« "Vertr/ltg,,y:om,20.,September 1.940,zwJsch~,J,; Meister

ulld ~. Utzing~r))Fr. 2()~.OOO.~erhaJtenzu,h$tbelJ..;:~

,per VeJ,'tragrom,,20.,Se.pte,mbro:, .194Q :wul!de imtibrigen

!liQht.,voUzQgen, Otzinger; de.r,.erst ':nachtriJ,glieh :e:Jfahren

h~l!en w~lljda~s: \'lS unmögli(lh ista.ll~ Blei Zinn,hexzu~,

stell~:r;tjr,eichte,aIllIß Aprillc941gegen Meister Stra.fklaga

wegen Betruges ein. Das Strafverfahren wur<ffi ini~l;\F..Qlgi:J

eWg.es;ljellt, « q~! es si~h,um,eineZiviIsaoh,eha,ndle)}.1'Vß.ch

v:o?;ßeJ;Ein~~nllng,a.JIl 26"MaiJ941j~chlos~lJ;. Meis~t,

unfi, ptzinger" einen ~eiten Vedlrag,a<h; iluroh dßJl iM~~t,

a:llJ,rt~inger ((,sein: VQn ihm, enundenes .l..ßinölersa.tzmittel.

genannt, Lll~ill.p~ p'für, die. Herstellung und, den,yeI'triebcil;lf

AUS~,ll.4Verkaufte.Zitf. I des: YeJ:trages lautete,;,~~,J)$

l(aufpreisbeträgt Fr; 50,000,-:-- ·und, wird,,getilgtnurch

Aufhehung' des ~wischendengleiQheB Pa,rtne~a1ll:~:f},.Sep:"'

tember, 1940,abgeschlossenen Vertrages.,' Der,',nach de$.